Angst als Perzeptionsfaktor und Handlungsantrieb in den Internationalen Beziehungen

Ort
Bonn
Veranstalter
Institut für Geschichte, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Datum
13.03.2009 - 15.03.2009
Von
Per Tiedtke, Universität Bonn

Dass die Angst zu den Grundbefindlichkeiten des menschlichen Daseins zählt, ist wohl unbestritten. Den Stellenwert, den sie in den Handlungen und Wahrnehmungen der außenpolitischen Akteure einnimmt, versuchten aber bisher erst wenige geschichtswissenschaftliche Studien tiefergehend zu analysieren. Diesen Umstand nahmen Mitarbeiter des Instituts für Geschichte der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn als Anreiz, zu einer durch die Hans Martin Schleyer-Stiftung und der Philosophischen Fakultät der Uni Bonn geförderten Konferenz in den Räumlichkeiten des Bonner Hauses der Geschichte einzuladen.

Aus dem Erkenntnis leitenden Ziel der Konferenz, dem vielschichtigen Phänomen der Angst sowohl auf der Ebene der konkreten Handlung als auch der Ebene der Perzeption nachzugehen, ergab sich ein in zeitlicher sowie thematischer Hinsicht weites Vortragsspektrum. Dabei sollten die Ebenen aufeinander bezogen betrachtet werden, um so zu einem präziseren Verständnis der Bedeutung des Faktors Angst in den internationalen Beziehungen zu gelangen.

In seinem einleitenden Vortrag attestierte GEORG CHRISTOPH BERGER WALDENEGG (Heidelberg) der gesellschaftlichen Beschäftigung mit Emotionen eine Phase der Hochkonjunktur. Gleichzeitig mahnte er die Schwierigkeiten an, die sich für den Historiker bei der Definition des Analysebegriffes „Angst“ ergeben. Anhand der Politik Österreich-Ungarns am Vorabend des Ersten Weltkriegs erörterte er die Bedeutung des Faktors Angst als Kriegsursache in den Analysen der Historiker und versuchte so, Impulse für die Operationalisierung des Begriffes zu liefern. Er konstatierte, dass in der Literatur neben der Angst auch eine Reihe weiterer Emotionen, wie etwa Furcht, Sorge, Verzweiflung und Panik für den Entschluss Wiens, in den Krieg zu ziehen, verantwortlich gemacht werden. Diese Begriffe seien aber nicht klar voneinander abgegrenzt. Zusätzlich erschwere das Problem der semantischen Unschärfe von Übersetzungen wie Angst – anxiety oder etwa Furcht – fear die internationale Debatte. Nicht zuletzt ergäben sich auch aus dem spärlichen Fluss der meist schriftlichen Quellen Schwierigkeiten. Er forderte daher die Zunft der Historiker dazu auf, verwandte Begriffe stärker voneinander abzugrenzen, den Blick zwischen die Zeilen nicht zu scheuen und die Grenzen zu anderen Disziplinen offen zu halten.

In der Sektion „Erster Weltkrieg“ unterschied PATRICK BORMANN (Bonn) an die Forderungen Waldeneggs anknüpfend Furcht von Angst in der deutschen Außenpolitik zwischen 1897–1914. Mit Kierkegaard verstand er unter Furcht eine emotionale Reaktion auf einen konkreten und bewussten Zustand, wohingegen die Angst eher von unbestimmter und grenzenloser Natur sei. Folglich biete die Furcht mehr Potential für Bewältigungsstrategien. Mit einem Kriterienkatalog näherte sich Bormann der „englischen Gefahr“ zur See und der „slawischen Gefahr“ zu Lande. Angst werde dann empfunden, wenn eine Bedrohung das eigene Wohl gefährde, als wahrscheinlich und unmittelbar bevorstehend eingeschätzt sowie als Blockierung wahrgenommen werde. Zusätzlich schlage Furcht in Angst um, wenn die Bedrohung nicht mehr beherrschbar erscheint. Anhand dieser Kriterien könne der Schluss gezogen werden, dass die „slawische Gefahr“ eine emotionalere Reaktion, mithin Angst ausgelöst habe, während die englische Gefahr vor allem im unmittelbaren Vorfeld des Krieges allenfalls Furcht auslöste.

ALMA HANNIG (Bonn) ergänzte die Sektion um die österreichisch-ungarische Perspektive und den Versuch, methodische Ansätze der Individualpsychologie in die Untersuchung der Balkanpolitik einfließen zu lassen. Den heuristischen Wert dieses Ansatzes zweifelte sie aber an, da Begriffe wie Furcht oder Angst in den offiziellen Dokumenten nicht auftauchten. Darüber hinaus sei aus quellenkritischer Perspektive der Wert von Emotionsäußerungen in Tagebüchern – wo die Begriffe fallen – mehr als fragwürdig. Dass Emotionen Einfluss auf die Entscheidungen in der Julikrise nahmen, sei unzweifelhaft. Für den Historiker seien sie aber nur schwer zu erkennen. Die anschließende Diskussion unterstrich die Forderung nach einer deutlichen Trennung zwischen dem Quellenbegriff „Angst“ und einem Analysebegriff. Gerade letzteren traf aber der Verdacht zu diffus zu sein. Mitunter werde er für verkürzte Erklärungen von Handlungsmustern gebraucht.

Mit einer anderen Dimension der Angst beschäftigte sich WENCKE METELING (Marburg) in der Sektion „Angst im Militär“. Die ganz existenzielle Angst, die französische und deutsche Soldaten in den Kriegen von 1870/71 und 1914–1918 bewegte, sei für die Armee Bedrohung und Chance zugleich gewesen. Bedrohung, da sie das offizielle Wertesystem der Soldaten untergraben und Chance, da sie die Truppe vor unüberlegten Aktionen geschützt habe. So hätten die normativen Erwartungen der Armeeführung und die tatsächlichen Handlungen der Soldaten immer weiter auseinander geklafft. Die Frage wie mit diesem Umstand und der Angst von Soldaten in beiden Ländern umgegangen wurde, bestimmte die Diskussion. So seien etwa Nervenleiden aufgrund des Fronteinsatzes in Frankreich nicht so stark stigmatisiert worden wie in Deutschland.

In Abgrenzung zu dieser existenziellen Angst, sprach LOTHAR HÖBELT (Wien) über die Angst als Instrument zur Sicherung der eigenen Existenzberechtigung. Anhand der Schilderung von Luftkriegsszenarien vor 1939 demonstrierte er, wie die Royal Air Force die Gefahr eines von der deutschen Luftwaffe geführten knock-out blow beschworen habe, um sich selbst eine prominente Stellung in der Kriegstrategie Großbritanniens zu sichern. Der Charakter als Instrument für Politik verdeutliche auch, dass die Gefahr mehrdimensional eingesetzt worden war. Bisweilen musste sie gedrosselt werden, wenn durch Übertreibungen Verschleiß gedroht habe.

In der Sektion „Nordamerika“ zeigte THOMAS FREIBERGER (Bonn) in einer drei Jahrhunderte abdeckenden Überblicksdarstellung Grundhaltungen in der US-amerikanischen Außenpolitik auf. Dabei ging er auf die eingangs bereits geschilderte Inkongruenz der Begriffe im Englischen und Deutschen ein. Zur Analyse der Perzeption von Gefahren gebrauchte Freiberger den Begriff Furcht. Diese sei entstanden, wenn die Unabhängigkeit der USA und die Grundwerte des „american way of life“ gefährdet schienen. Gleichzeitig generiere diese Furcht auch Hoffnung. Somit sei die republikanische Illusion von einem Leben in Freiheit zu einem zentralen Handlungsantrieb, aus Furcht heraus, in der amerikanischen Außenpolitik geworden, die mitunter bis heute eine aggressive Vorgehensweise legitimiere.

MICHAEL LENZ (Köln) präzisierte den Blick auf Nordamerika, indem er auf Ängste speziell in der US-amerikanischen Gründergeneration einging. Dabei betonte er, dass für die Untersuchung dieser Zustände unerheblich sei, ob eine Bedrohung objektiv existiert oder erst in der Wahrnehmung ihre volle Geltung entfaltet habe. Zusammenfassend seien zwei große „Angstkomplexe“ zu identifizieren. Eine Angst um den physischen Bestand der Republik, die Engländer, Franzosen und Spanier an den Grenzen der Gründerstaaten bedroht hätten, und die Angst um die moralische Integrität. Es sei zu beobachten, dass der zweite „Angstkomplex“ durch Demütigungen durch die europäische Geheimdiplomatie und gezielte Piratenangriffe zwischen den 1780er-Jahren und den 1810er-Jahren an Gewicht zunahm.

Die Begriffe fear und panic gebrauchte SEBASTIAN HAAK (Erfurt) zur Analyse der US-Außenpolitik im Angesicht der nuklearen Bedrohung. Die Grenze zur nuclear panic sei erreicht gewesen, als in der Kubakrise das Maß der Bedrohung schlagartig anstieg. Zuvor sei die nuclear fear, die sich ursprünglich aus Ängsten vor der Nuklearphysik und den zerstörerischen Möglichkeiten eines Luftkrieges zusammengesetzt habe, von der US Regierung politisch eingesetzt worden. Das richtige Maß sollte verhindern, dass die Bevölkerung weder ihren Widerstandswillen aufgebe noch in zu großer Selbstsicherheit ein aggressiveres Vorgehen gegen die Sowjetunion einfordere. Die vor der Gefahr der Bombe warnenden Stimmen haben sich aber stets nicht nur an die eigene Bevölkerung gerichtet, sondern auch an die Adresse Moskaus. Die Ausführung Haaks, dass etwa Präsident Truman nicht nur die Angst vor der Bombe instrumentalisierte, sondern auch selbst Angst vor einer apokalyptischen Katastrophe geäußert habe, regte in der Diskussion die Kritik an, ob in solch einem Falle überhaupt von Instrumentalisierung gesprochen werden könne.

In der Sektion „Deutschlandbilder“ zeichnete JÖRG ULBERT (Lorient) ein Epochen übergreifendes Panorama der französischen Angst und Furcht vor der deutschen Einheit. Angst verstand er als einen diffusen, irrationalen und langzeitigen Verlaufsprozess. Dieser habe besonders in der Reaktion auf die habsburgische Umklammerung im 17. Jahrhundert gewirkt. Davon abzugrenzen seien Momente der Furcht, die objektiv berechtigt, konkret zu verankern und vor allem an ein bestimmtes Ereignis gekoppelt seien. Ein solches Ereignis sei mit der Kandidatur der Hohenzollern um den spanischen Thron eingetreten. Letztendlich sei die Bewertung des Grades eines Bedrohungsszenarios aus der Rückschau aber schwierig, da der Historiker eine andere Perspektive habe als die Zeitgenossen. Auf die Frage nach dem Umgang mit dem Quellenbegriff betonte Ulbert, wie wichtig es sei, zwischen den Zeilen zu lesen, da Furcht und Angst zu bestimmten Zeiten nicht dem zeitgenössischen Vokabular entsprächen und dass der Gegenstand auch einem stetigen Wandel unterworfen sei.

ANDREW DODD (St. Andrews) überschritt mit seinem Vortrag den Ärmelkanal und schilderte die Haltung Margaret Thatchers zur deutschen Wiedervereinigung. Noch ganz der balance of powers-Tradition der britischen Diplomatie verbunden, habe sie in der Integration der Europäischen Union eine Gefahr für Großbritanniens exceptionalism gesehen. Die Furcht vor der Einheit Europas sei in Thatchers Denken aber stets mit der Furcht vor einem geeinten und starken Deutschland im Herzen der Europäischen Union verschmolzen. Diese Furcht habe sich aus einer biographischen Komponente, den Jugendjahren im Krieg, und einem Stereotyp des national character der Deutschen zusammengesetzt.

Auf drei Ebenen untersuchte PIERRE-FRÉDÉRIC WEBER (Paris) Angst und Furcht in der Deutschlandpolitik Polens nach 1945. Auf der Ebene der konkreten Gefahren identifizierte er die Angst vor einer Verschiebung der gerade errungenen Oder-Neiße-Grenze, die Angst, über die Hintertür der wirtschaftlichen Beziehungen Unabhängigkeit einzubüßen und die Angst, im kulturellen Austausch die Deutungshoheit über das Deutschlandbild zu verlieren. Von hier aus war es nur ein kleiner Schritt zur zweiten Ebene der Instrumentalisierung. Die polnische Arbeiterpartei habe die Angst vor Deutschland sowohl innenpolitisch zur Stabilisierung ihrer Herrschaft eingesetzt als auch außenpolitisch, um mit Warnungen vor dem „deutschen Militarismus“ die europäische Sicherheitspolitik zu beeinflussen. Auf der dritten Ebene, des Abbaus der Angst, sei mit der nachlassenden außenpolitischen Angst im Zuge der Ostpolitik Willy Brandts auch eine nachlassende Furcht vor dem kommunistischen Regime einhergegangen.

In der Sektion „Bundesrepublik Deutschland“ wies HOLGER LÖTTEL (Bonn) einmal mehr auf die Existenz zweier Ebenen hin und untersuchte in der Außenpolitik Adenauers eine „authentische“ Angst sowie deren Instrumentalisierung. Als authentische Elemente identifizierte er die Angst vor dem Hang der Deutschen zur Labilität, ihres Missverhältnisses zur Demokratie und die Angst vor der Sowjetunion. Mit seinem Hang zum Perzeptionstransfer, der Integration von Wahrnehmungen fremder Mächte in das eigene Meinungsbild, habe er die Angst auch politisch einsetzen können. Für Adenauer sei es nicht allein wichtig gewesen, dass Deutschland tatsächlich ungefährlich ist, sondern dass Frankreich den Nachbarn als ungefährlich erachte.

Die Ängste Adenauers in Bezug auf die Entwicklung Europas stellte HENNING TÜRK (Duisburg-Essen) denjenigen Ludwig Erhards gegenüber. Dabei verstand er in Anlehnung an Ute Frevert Emotionen als „Mittler zwischen dem ‚Erlebten’ und dem ‚Erstrebten’.“[1] Für die Analyse der Angst seien also besonders eine zeitliche und eine Handlungsdimension interessant. Angst beruhe auf Erinnerungen und Erfahrungen und bewirke bestimmte Handlungsmuster wie zum Beispiel Flucht. So habe bei Adenauer die Furcht vor einer Expansion der Sowjetunion, gepaart mit der Sorge um einen amerikanischen Rückzug aus Europa, dominiert. Erhard hingegen habe mehr eine französische Dominanz der EWG gefürchtet, die einem europäischen Protektionismus den Boden bereiten würde. Da Adenauers Ängste sich eher nach Außen richteten, sei seine Europapolitik reaktiver und pragmatischer gewesen, als die Europapolitik Erhards, der aktiv (GATT) auf die Richtung der EWG Einfluss genommen habe.

RÜDIGER GRAF (Bochum) plädierte dafür Angst, die er in seinem Vortrag als „people’s felt expectation of some harm to their collective well-being“[2] verstand, mit dem Begriff Sicherheit zu korrelieren, da sie beide Pole im Spektrum politischer Emotionen darstellten. So habe die Angst vor dem Verlust der Energiesicherheit in der Ölkrise 1973/74 eine Rolle gespielt, obgleich man nicht davon sprechen könne, dass die politischen Entscheidungsträger von ihr gesteuert gewesen seien. Ferner existierte gerade in den internationalen Beziehungen eine Angst vor der Angst, nach Graf eine Angst zweiter Ordnung, die sich in zwischenstaatlichen, symbolischen Interaktions- und Kommunikationsprozessen des Zeigens und Verbergens der Angst äußere.

Im Gegensatz zu vielen anderen Referenten konnte JUDITH MICHEL (Bonn) in ihrer Analyse der Angst in der westdeutschen Friedensbewegung der 1980er-Jahre auf eine explizite und häufige Erwähnung des Begriffes in den Quellen verweisen. Durch Artikulation und Visualisierung der verschiedenen Angstkomplexe habe die Bewegung einen Identifikationsrahmen geschaffen und Handlungsmuster entwickelt. Emotionen seien in der Auseinandersetzung der technischen Rationalität entgegengesetzt worden. Gleichzeitig hätten Stimmen der Friedensbewegung der Regierung vorgeworfen die Ängste vor einem sowjetischen Angriff zu schüren um die Rüstungspolitik zu rechtfertigen.

Am Ende der Tagung blieb der Eindruck, dass die Beschäftigung der Geschichtswissenschaften mit Emotionen und speziell mit der Angst noch am Anfang steht. Die Relevanz als handlungsleitendes Element wurde zwar hervorgehoben, doch die Definition und der konkrete methodologische Zugriff boten viel Stoff für Diskussionen. Große Einigkeit herrschte in der Forderung die zeitliche Dimension der Begrifflichkeiten zu beachten, und zwischen einem Quellenbegriff und einem Analysebegriff zu unterscheiden. Die Tagung schloss mit der Ermunterung des Schirmherren Joachim Scholtyseck, die Angst in den internationalen Beziehungen weiter zu erforschen und die bisherigen Ergebnisse in einem Tagungsband zu veröffentlichen.

Konferenzübersicht:

Eröffnung
Joachim Scholtyseck (Bonn): Begrüßung
Hans Walter Hütter (Bonn): Begrüßung
Georg Christoph Berger Waldenegg (Heidelberg): Eröffnungsvortrag

Sektion Erster Weltkrieg
Moderation: Stephen Schröder (Bonn)

Patrick Bormann (Bonn): Furcht und Angst als Handlungsantrieb in der wilhelminischen Außenpolitik 1897-1914

Alma Hannig (Bonn): Angst und die Balkanpolitik Österreich-Ungarns vor dem Ersten Weltkrieg

Sektion Angst beim Militär
Moderation: Joachim Scholtyseck (Bonn)

Wencke Meteling (Marburg): Angst im Krieg. Erscheinungsformen, Auswirkungen und Bewältigungsstrategien bei preußischen und französischen Offizieren und Soldaten 1870/71 und 1914-1918

Lothar Höbelt (Wien): Autosuggestion und Schreckensszenarien: Die RAF und die britische Politik vor 1939

Sektion Amerika
Moderation: Joachim Scholtyseck (Bonn)

Thomas Freiberger (Bonn): „Freedom from Fear“: Furcht und Freiheit als Antriebsmotive amerikanischer Außenpolitik vom 18. bis zum 20. Jahrhundert

Michael Lenz (Köln): The Apprehension of Danger: Amerikanische Ängste und ihr außenpolitischer Niederschlag, 1783-1815

Sebastian Haak (Erfurt): Nuclear Fear, Konventionelle Kriege und die Instrumentalisierung von Angst in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg

Sektion Deutschlandbilder
Moderation: Dominik Geppert (Berlin)

Jörg Ulbert (Lorient): Von der Furcht vor einer habsburgischen Umklammerung zur Angst vor einem übermächtigen Konkurrenten im Osten. Der Kampf gegen die deutsche Einheit als Triebfeder der französischen Deutschlandpolitik (16. - 20. Jahrhundert)

Andrew Dodd (St. Andrews): „Ihr wollt den Rest Europas in Deutschland verankern“: Margaret Thatcher und die deutsche Wiedervereinigung

Pierre-Frédéric Weber (Paris): Angst in der polnischen Deutschlandpolitik nach 1945: Realität, Instrumentalisierung, Nebenwirkungen auf dem Weg zum Abbau

Sektion Bundesrepublik I
Moderation: Georg Schneider (Bonn)

Holger Löttel (Bonn): Angst in der Ära Adenauer

Henning Türk (Duisburg-Essen): Angst als Antriebsfaktor für die Europapolitik der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1956 und 1969

Sektion Bundesrepublik II
Moderation: Georg Schneider (Bonn)

Rüdiger Graf (Bochum): Ein Moment der Angst? Energiesicherheit und ihre Infragestellung in der ersten Ölkrise 1973/74

Judith Michel (Bonn): „Die Angst kann lehren, sich zu wehren“: Angst als Motivation und Instrument der westdeutschen Friedensbewegung in den 1980er Jahren

Anmerkungen:
[1] Ute Frevert, Angst vor Gefühlen? Die Geschichtsmächtigkeit von Emotionen im 20. Jahrhundert, in: Paul Nolte, u.a. (Hrsg.), Perspektiven der Gesellschaftsgeschichte, München 2000, S. 95–111, hier S. 102.
[2] Corey Robin, Fear. The History of a Political Idea, Oxford 2004.

Zitation
Tagungsbericht: Angst als Perzeptionsfaktor und Handlungsantrieb in den Internationalen Beziehungen, 13.03.2009 – 15.03.2009 Bonn, in: H-Soz-Kult, 09.05.2009, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2600>.