The Material of Memory. Materialität und Gedächtnis. Forschungsworkshop

Ort
Wien
Veranstalter
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Zentrum Kulturforschungen Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Datum
30.03.2009 - 31.03.2009
Von
Kathrin Kollmeier, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam; Bettina Brunner, Karl-Franzens-Universität Graz

Reicht es aus, sich mit Sinnzuschreibungen zu befassen, oder müssen die Kulturwissenschaften sich auch an die konkreten materiellen Referenten unserer Projektionen und Bedeutungskonstruktionen heranwagen? Den Ausgangspunkt des zweitätigen Forschungsworkshops, konzipiert von der österreichischen Zeithistorikerin und Spezialistin für Repräsentationen der NS-Geschichte Heidemarie Uhl, bildete die Vernachlässigung des Materiellen (als analytische Kategorie) in der kulturwissenschaftlichen Gedächtnisforschung – einem langjährigen Schwerpunkt der gastgebenden Österreichischen Akademie der Wissenschaften –, das in der öffentlichen Memorialkultur hingegen eine zentrale Rolle einnimmt. Zeitgenössische Museums- und Gedenkstättenarbeit wie politische Pädagogik gehen davon aus, dass die Konfrontation mit materieller Überlieferung einen eigenständigen Wert für die Geschichtsvermittlung hat, der ebenso auf der konkret-sinnlichen Anschaulichkeit wie der gegenständlichen Beweiskraft des „authentischen“ Zeugnisses beruht.[1] Die konzentrierte interdisziplinäre Diskussion, die neben Geschichts-, Kultur- und Literaturwissenschaftler/innen sowie Museumsfachleuten gezielt auch bildende Künstler/innen einbezog, fragte nach der Bedeutung materieller Relikte für das Gedächtnis als kollektiv geteiltes Wissen, nach den sozialen Praktiken und Erfahrungen, um dieses „Gedächtnis der Dinge“ zu erschließen sowie nach dem Mehrwert solch konkreter Begegnungen mit scheinbar „authentischen“ Überresten.

„Braucht Evidenz das Materielle?“, fragte der Literaturwissenschaftler HELMUT LETHEN (Wien) eingangs und dekonstruierte schwungvoll Evidenz als intermedial erzeugten Effekt. Mittels der Analyse einer fotografischen Ikone des 20. Jahrhunderts, des „Migrant Mother“ betitelten Fotos von Dorothea Lange aus dem Jahr 1936, das eine amerikanische Wanderarbeiterin mit ihren Kindern zur Zeit der Depression abbildet, zeigte Lethen: Der Evidenzanspruch entsteht im Schatten der Ikone. Die Entfremdung vom historischen und materiellen Hintergrund sowie der Aufnahmesituation ließ das dokumentarische, doch keineswegs voraussetzungslose Porträt zur universalisierenden Ikone der Depression werden. Dass erst ihre Dekonstruktion erlaube, den Kontext zu begreifen, zeigte Lethen an der Rezeption der Fotografie, die 2008 erneut zur Beschwörung staatlicher Krisenregulierung eingesetzt wurde; zugleich diente der Rückgriff auf die sichtbaren Spuren des soziologischen Hintergrundes der Revitalisierung als Ikone. Das Materielle, ließe sich folgern, beschwert Verselbständigungen der Erinnerung, bewahrt aber das Potential für neue Erinnerungen.

NIKO WAHL (Wien) betrachtete anhand alltäglicher Gebrauchsgegenstände die Bedeutung dieser „Kleinen Dinge“ für das Gedächtnis. Er differenzierte zwischen den Wert-Zuschreibungen von im Zuge der „Arisierung“ geraubten Objekten Wiener Jüdinnen und Juden, die sowohl das Decorum als auch die (wirtschaftliche) Grundlage ihres Alltags bildeten. Als Stellvertreter für die komplexe Geschichte von Verdrängung, Ausgrenzung und Entrechtlichung stehe zum Beispiel ein beschlagnahmtes Fahrrad nicht nur für die materielle Enteignung von Besitz als einem Material- und Verarbeitungswert, sondern auch für geraubte Mobilität. Wahl forderte, durch Objektforschungen nicht nur den retrospektiv erkennbaren historischen Wert zu erschließen, sondern auch die praktischen und emotionalen Werte für die ursprünglichen Besitzer und deklarierte den Flohmarkt so zum Ort moralischen Handelns. Er schlug damit einen Umgang vor, den Heidemarie Uhl in den Begriff der „De-Kontamination“ fasste. Als Gegenbegriff zum museologischen Kernkonzept der „Aura“ wurde die Metapher für die gesamte Diskussion des Workshops leitend.

Für eine diachron vergleichende Kulturgeschichte und interdisziplinäre Mediävistik plädierte KARL BRUNNER (Wien), der am Beispiel der materiellen Kultur des Mittelalters mediale Inszenierungen mittels Dingen darstellte. Durch Objekte werde demnach je nach Kultur und Zeit der gesellschaftliche Raum gestaltet, was sich in der Herausbildung bestimmter Bewegungs- und Wahrnehmungsformen zeige. Die Analyse dieser Inszenierungen spannte er entlang dreier Linien auf: das Modell der Kontinuität frage nach den Projektionen von Objekten vergangener Zeiten in der Gegenwart, daneben sollen Elemente des Kontrasts zu den Epochen der Aufklärung und Moderne im Sinne einer historischen Ethnographie betrachtet werden. Nicht zuletzt seien auch die Modellierungen der Vergangenheit durch Historiker/innen zu berücksichtigen. Referat wie Diskussion betonten die mit der Rekonstruktion von Objekten verbundene Problematik der Übersetzung von Begrifflichkeiten und Wahrnehmungen vergangener Epochen in die Gegenwart, also der nachträglichen Inszenierung von Objekten und der letztendlichen Frage nach deren Authentizität.

Der Historiker OTO LUTHAR (Ljubljana/Wien) diskutierte das Materielle im Raum am Beispiel der slowenischen Denkmalkultur. Der Wandel der Gedenkstättenlandschaft, die an die Kämpfe gegen die italienische und deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg erinnert, stehe für die Neuschreibung der Geschichte in Slowenien nach der Auflösung Jugoslawiens. In der Memoriallandschaft verschwinde die Aura der alten Partisanengedenkstätten, das jugoslawische Narrativ der Partisanenverehrung sei durch eine neue, revisionistische Aufwertung der antikommunistischen „Heimwehr“ teilweise verdrängt worden. Gezeichnet wurde die heutige Landkarte einer Geografie der Erinnerung, in der weiter bestehende Partisanendenkmäler im Norden ihrer Tilgung im Süden und dem Nebeneinander alter Partisanen- und neuer Heimwehr-Stätten im Landesinneren gegenüberstehen. Doch wertete Luthar die Dekonstruktion des besonderen Status der Partisanengedenkstätten nicht als politische Folge des Umbruchs nach 1989, sondern als Demokratisierung der Erinnerung. Er verwies auf zivile Interventionen und Umnutzungen, die alte sozialistische Denkmäler mit einer neuen Aura aufladen.

Dem Museum als der Institution, die materielles Kulturerbe bewahrt und durch dingliche Überlieferung immaterielle Geschichtsdeutungen erschließt und konstruiert, widmete sich eine Sektion am Nachmittag. Ausgerechnet anhand der Geschichten hinter Judaica aus der Sammlung des Jüdischen Museums Wien, die dieses seinen Besuchern nicht erzählt, stellte die Chefkuratorin FELICITAS HEIMANN-JELINEK die radikale Grundentscheidung vor: Eine lineare, durch Objekte anschauliche Erzählung werde den Besucher/innen gerade deshalb verweigert, weil der fundamentale Bruch der Shoah auf der Objektebene zu greifen sei – als Geschichte der Enteignung des alten Wiener Jüdischen Museums und der Exotisierung seiner der Sammlung des Völkerkundemuseums einverleibten Bestände, die über Restitution an die Kultusgemeinde in das 1988 wieder begründete Jüdische Museum gelangten und damit die Neugründung erst ermöglichten. Ribonim und Thora-Schild, gestiftet zur Einweihung der Stadtsynagoge 1826, stünden so nicht für die an ihnen exemplarisch nachzuvollziehende Migrations- und Aufstiegsgeschichte einer Wiener Familie, sondern markierten als Anhäufungsinstallation im Schaudepot nichts als sich selbst: die überlieferten Hinterlassenschaften der Gemeinde. Das materielle Substrat nicht-erzählter Geschichten verwiese so auf die Haupterzählung des 20. Jahrhunderts. Das Ziel dieses demonstrativen Unterlaufens der Besuchererwartung, zur Auseinandersetzung anzuregen, blieb in der Diskussion kontrovers.

ANNA JOSS (Zürich) stellte im Rahmen einer Fallstudie zum Schweizerischen Landesmuseum das historische Museum als Ort dar, der Gedächtnis und Museum über das Materielle zusammenbringe: Der Kern dieser Institution liege in den massenhaft angehäuften Dingen und der Funktion als Schutzraum geballter Materialität einer vergangenen Zeit. Als Konsequenz der Intention des 1898 gegründeten Landesmuseums zur vollständigen Erfassung der Geschichte der Schweiz vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, habe die Sammeltätigkeit und das Hinzufügen von Objekten durch die einzelnen Bürger als demokratischer Beitrag zur schweizerischen Nation gegolten. Der folgenden Entfaltung des Museums als moderne „Wunderkammer“ lag das Verständnis zugrunde, dass jedes Objekt Wissen bringe und demzufolge mit der Menge das Wissen wachse. Ein Wandel in der Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit vollzog sich in den 1950er-Jahren, als Museumsräume auf- und ausgeräumt wurden und die museale Vergegenwärtigung von Geschichte auf wenige Objekte konzentriert wurde. Anschließend wurde über die Bedeutung der Quantität, Selektion und Zusammenstellung von Objekten in Museen für die Generierung von Geschichte sowie über das Museum als Depositum diskutiert.

Zum Abschluss der ersten Workshoptages wurde die Aufmerksamkeit auf künstlerische Strategien im Feld des Gedächtnisses gelenkt. Die bildenden Künstler MARTIN KRENN (Wien) und CHRISTOPH MAYER (Berlin) stellten ausgewählte Projekte im öffentlichen Raum vor. Krenns kommentierende Überschreibung eines mit Hakenkreuz-Gravur verzierten Grabes auf dem Grazer Zentralfriedhof, die nach der „Arisierung“ des Wiener Riesenrads forschende Plakataktion oder das „Monument für die Niederlage“ 1945, inszenierten das Imaginäre und Materielle mit dem Ziel, auf fehlende Aufarbeitung von NS-Geschichte hinzuweisen und Wiederbelebungen des Nationalsozialismus entgegenzutreten. Ausgang lebhafter Diskussion wurde der von Mayer konzipierte „Audioweg Gusen“, in dem die fast verschwundene Materialität des Ortes Gusen als ehemaliges Außenlager des KZ Mauthausen durch einen von Kopfhörerstimmen geführten Pfad rekonstruiert werde, der auf Anwender/in wie Umwelt auch verstörend bzw. provozierend wirke. Dem Referat folgte die Frage nach der Funktion und Intention von Denkmälern, reichend von Erinnerung, Ehrung, Befriedung bis zu Mahnung und permanenter Intervention.

Am zweiten Tag systematisierte die Erinnerungstheoretikerin ALEIDA ASSMANN (Konstanz) die Funktionen des Materiellen für das Gedächtnis mit den Begriffen Medialität und Materialität. Die von Husserl benannten Formen des individuellen Gedächtnisses – Vergegenwärtigung, Retention, assoziatives Erinnern – bezog sie auf das kollektive. Komme den Medien die Aufgabe der Vergegenwärtigung zu, entspreche die erinnernde Vergegenständlichung der Retention dem Materiellen. Als nichtintentionale Gedächtnismedien dienten Dinge als Zwischenspeicher nicht aktualisierter Erinnerungen, die sie über Latenzzeiten des Gedächtnisses hinweg bewahren. Neue Aspekte bot Assmann zum Begriffspaar Aura – Kontamination, welche sie als negative Aura und Verschmutzung fasste. Dazu verwies sie auf die Spezialgruppe der „Konversionsobjekte“, in der unmittelbaren Nachkriegszeit umgenutztes Kriegsgerät als Alltags- und Gebrauchsgegenstände, deren ehemalige militärische Herkunftsfunktion durch die neue Nutzung getilgt werde.[2] Die Kontamination des Materiellen durch eine belastete und belastende Geschichte benannte Assmann auch als Geburt der zeitgenössischen Erinnerungspraxis aus dem Bedürfnis nach Wiederherstellung des Unversehrten. Das Gedächtnis, ließe sich resümieren, brauche das Materielle also nicht nur als Hilfsmittel, sondern auch als dynamisierenden Anstoß.

Mit zwei Beispielen für ein solches Erinnerungsbegehren brachte JOANNA WHITE (Wien) anschließend die wichtige Dimension der Akteure in die Diskussion ein. In den präsentierten Wiener zivilgesellschaftlichen Initiativen aus nachbarschaftlichem Engagement, die verdrängte und vertriebene jüdische Geschichte ihrer unmittelbaren Alltagsumwelt wieder sichtbar zu machen, erscheine das Materielle – die vorgefundenen Straßen und Häuser („Servitengasse 1938“ und „Herklotzgasse 21“) – ebenso als Anlass wie als Medium einer nachhaltigen, prozessualen Erinnerungsarbeit. Denn die Ergebnisse des Spurensuchens vor Ort werden nicht nur in den klassischen Darstellungsformen Ausstellung, Publikation, Film, Website dokumentiert, sondern auch in Installationen im Stadtraum und einem Denkmal neu materialisiert. Geradezu exemplarisch zeigen die prozessual angelegten Erinnerungsprojekte so die Bausteine zeitgenössischer partikularer Erinnerungskultur und, so White, eine Dynamisierung des Materiellen: als lokal angelegte Selbst-Aneignung mit partizipativen Bildungs- und Erinnerungsangeboten an verschiedene Gruppen, als bleibende Sach-Dokumentation und offenes Erinnerungszeichen, das zu neuen sozialen Praktiken der Erinnerung aufruft.

Die Architektin GABU HEINDL (Wien) präsentierte das im Rahmen von Linz09 von der Künstlerin und Filmemacherin Hito Steyerl konzipierte architektonisch-dokumentarische Kunstprojekt „Der Bau – Unter uns“, eine Auseinandersetzung mit herrschaftskonformen NS-Bauprojekten in der ehemaligen „Führerstadt“ Linz am Beispiel des Brückenkopfgeländes. Auf der Grundlage intensiver historischer Recherchen wurden die Flucht- und Vertreibungswege der ehemaligen jüdischen Be- und Anwohner/innen sowie der den Neubau durchführenden Zwangsarbeiter/innen nachgezeichnet. Diese historische Kartographie der Vertriebenen und Deportierten erhielt öffentliche Sichtbarkeit wie materielle Fassbarkeit als Fassadenabschlag an einem Brückenkopfgebäude. Das Selbstverständnis des Projekts als prozessuale Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der Gegenwart kam sowohl im Appell an die Verantwortung der am Kunstwerk beteiligten Firmen wie im Verzicht auf Vollständigkeit und Dauerhaftigkeit zum Ausdruck. Kontrovers diskutiert wurde die neue ästhetische Qualität, die durch die Fassadenbearbeitung in kritischer Absicht entstand.

Zum Abschluss fasste HEIDEMARIE UHL (Wien) den Workshop in vier Thesen zusammen: Erstens lasse sich eine Wiederkehr des Materiellen konstatieren, die sich am verstärkten Interesse an Überresten und im Gegenzug abnehmender Aufmerksamkeit für Denkmäler zeige. Gegenüber der symbolischen Qualität eines materiellen Zeichens im öffentlichen Raum habe das Material selbst jedoch nur geringe Relevanz. Zweitens charakterisiere nicht das (heute sichtbare) Materielle historische Orte, sondern unser Wissen über das dort einmal Geschehene. Hier sei, exemplarisch gezeigt an KZ-Gedenkstätten, eine Verlagerung des Interesses von Monument und Ausstellungen zu Überresten zu erkennen, was als Suche nach dem Unmittelbaren, körperlich-sinnlich Erfahrbaren und damit als Aufhebung der durch museale oder geschichtswissenschaftliche Vermittlung produzierten Distanz begriffen werden könne. Zu den im Verlauf des Workshops vieldiskutierten Begriffen Aura und Kontamination formulierte Uhl drittens, „Aura“ beziehe sich – mit der Vorstellung einer direkten, emotionalen Erfahrung – auf die Wirkung eines Ortes und die mit ihm verbundene Imagination. Demgegenüber stehe, viertens, „Kontamination“ für eine negative Wirkung, aus der sich eine Aufforderung zur Auseinandersetzung und Übernahme von Verantwortung ergebe.

Aufgrund der Fülle der Beispiele und ihrer jeweils komplexen historischen, sozio-politischen wie auch medialen Voraussetzungen trat neben der exemplarischen Betrachtung die systematische Diskussion mitunter zurück. Es wäre gewinnbringend, wenn die geplante Dokumentation des Forschungsgesprächs die analytischen Verbindungen stärker herausarbeiten würde. So wurde auch das grundlegende Verhältnis des Materiellen zur Zeitlichkeit nur gestreift, dabei ist es für auf Dauer angelegte Erinnerungszeichen und -orte wie für ihre Narrative entscheidend, welche Zeitschicht rekonstruiert und als Anker in die verschiedenen Vergangenheiten eines Reliktes und seiner Kontexte konserviert wird und damit Geschichtsbilder prägt. Ein objektivierbares „Rohmaterial“ der Geschichte, soviel wurde deutlich, kann es nicht geben – wie stark auch immer (individuell oder politisch) der Wunsch danach ist, das eigene Erinnerungsbegehren zu verstetigen.

Konferenzübersicht:

Michael Rössner: Begrüßung

Moritz Csáky, Dr. Heidemarie Uhl: Einleitung

Helmut Lethen, Braucht Evidenz das Materielle?

Niko Wahl: Die kleinen Dinge

Karl Brunner: Der Umgang mit dinglichen Medien am Beispiel des Mittelalters

Oto Luthar: Vom Verschwinden der Aura. Partisanengedenkstätten in Slowenien

Felicitas Heimann-Jelinek: Objekte im Museum

Anna Joss: „Jede Menge Geschichte“ – Die materielle Gegenwärtigkeit des Vergangenen im historischen Museum

Simon Wachsmuth: Das Imaginäre. Das Materielle. Strategien der Kunst im Feld des Gedächtnisses. Ein Gespräch mit Martin Krenn und Christoph Mayer

Aleida Assmann: Materialität und Gedächtnis. Braucht Gedächtnis das Materielle?

Joanna White: Civic Memory: Erinnerungsbedürfnisse und materielle Repräsentationen

Gabu Heindl: Architektur als Medium des Erinnerns / Vergessens

Heidemarie Uhl: Kontamination und Aura. Das neue Interesse an historic sites der NS-Verbrechen.

Anmerkungen:
[1] Die auf originalen Überresten beruhende „Authentizität“ eines Ortes ist ein Schlüsselkriterium der bundesdeutschen Förderung von Gedenkstätten und Erinnerungsorten. Vgl. Deutscher Bundestag, Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption des Bundes: Verantwortung wahrnehmen, Aufarbeitung verstärken, Gedenken vertiefen, Drucksache 16/9875, 19.06.2008, S. 3, 18f.
[2] Nachmittags bot die Exkursion zu einem Flakturm im Arenbergpark – Relikt der militärischen Verteidigung Wiens 1942-45 – die unmittelbare Konfrontation mit einem Konversions-Großobjekt.

Zitation
Tagungsbericht: The Material of Memory. Materialität und Gedächtnis. Forschungsworkshop, 30.03.2009 – 31.03.2009 Wien, in: H-Soz-Kult, 16.06.2009, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2644>.