Adel, Herrschaft und Gesellschaft in der russischen Provinz im 18. Jahrhundert

Ort
Moskau
Veranstalter
Deutsches Historisches Institut Moskau
Datum
23.04.2009 - 25.04.2009
Von
Stefan Lehr, Historisches Seminar, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die Erforschung des Adels ist ein modernes Thema. Dies gilt auch für Russland, wo der Adel im Zarenreich in Kultur, Militär, Wirtschaft, Staat und Verwaltung als Elite eine führende Rolle spielte. Während bisher vor allem der Hof und der Adel in Petersburg und Moskau im Zentrum der Forschung standen, widmete die Geschichtsschreibung dem Adel in der Provinz nur wenig Aufmerksamkeit. An dieser Stelle setzte die Konferenz ein, die zahlreiche deutsche und russische Historiker erstmalig zu diesem Thema versammelte. Die am Deutschen Historischen Institut (DHI) Moskau ausgerichtete Tagung wurde von Ol’ga E. Glagoleva (Toronto/Tula), Aleksandr B. Kamenskij (Moskau) und Ingrid Schierle (Moskau) konzipiert.

GLAGOLEVA ging in ihrer Einführung auf die bisherige Geschichtsschreibung zum Thema des Adels im Russländischen Imperium sowie auf unterschiedliche methodische und theoretische Ansätze ein, für deren Verknüpfung sie sich aussprach. Darüber hinaus wies sie auf große Unterschiede innerhalb des Adels und die Probleme hin, die mit seiner Definition verbunden sind. SCHIERLE gab einen Überblick über deutsche Arbeiten zum Adel. Hierbei zeigte sie speziell drei aktuelle Themenbereiche auf: erstens Strategien der Statussicherung, zweitens das Verhältnis des Adels zum Herrscher und drittens Adel als Thema der Regionalgeschichte. Besonders betonte sie die Bedeutung des dritten Bereichs, in dem einzelne Regionen untersucht und nach ihrer Spezifik befragt werden. Des Weiteren stellte sie ein am DHI Moskau konzentriertes Projekt zum Adel in der Provinz vor. In diesem werden die „nakazy“ (Instruktionen) für die Gesetzgebende Kommission unter Katherina II., die bisher nicht aus der spezifischen Sicht der Provinz betrachtet wurden, für die Gouvernements Orel, Tambov und Moskau vergleichend analysiert.

LORENZ ERREN (Moskau) stellte in seinem einleitenden Beitrag über den Provinzadel zwischen Gut und Dienst in den Jahren 1714-1740 eine starke soziale Differenzierung des Adels und das Fehlen von speziellen Untersuchungen zum niederen Adel fest, um dann auf das Leben Kleinadliger als Grundbesitzer und als Dienstleistende anhand von Sekundärliteratur und Erinnerungen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts einzugehen. Peter der Große habe mit seinem Einerbfolgegesetz von 1714 angestrebt, den Adel in eine kleine Gruppe wohlhabender Großgrundbesitzer und eine große Gruppe vor allem im Militär dienender Adliger ohne Landbesitz neu zu gliedern. IGOR’ N. JURKIN (Moskau) fragte in seinem Beitrag am Beispiel der 1726 nobilitierten Industriellenfamilie Demidov nach dem Grad ihrer kulturellen Integration in den Adelsstand. Hierzu schilderte er das Schicksal Prokofij A. Demidovs (1710-1786), der 1728 während der Wachteljagd auf Bauern schoss. Demidovs Eltern hätten bei seiner Erziehung unter anderem Wert darauf gelegt, ihm für den Adelsstand wichtige Qualifikationen, wie das Fechten, zu vermitteln. Andererseits habe sich Demidov gegen Ende der 1720er- bzw. Anfang der 1730er-Jahre noch nicht ganz an das neue Milieu angepasst. Mütterlicherseits stammte die Familie aus dem städtischen Milieu. Demidovs Ehefrau war die Tochter eines Kaufmanns aus Tula. Die Vogeljagd sei im Stadtmilieu populär gewesen, seine Begleiter bei dem Vorfall 1728 waren keine Adligen. Diese Aspekte und auch die spätere Reaktion von „Alt“-Adligen auf den „Sonderling“ Demidov zeugen nach Auffassung Jurkins von einer unvollständigen kulturellen Integration in den Adelsstand.

SERGEJ A. MEZIN (Saratov) charakterisierte eingehend die Saratover Voevoden und Kommandanten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In der an der Volga in einem ethnisch gemischten Gebiet gelegenen Stadt habe der Vieh- und Salzhandel eine wichtige Rolle gespielt, der den überwiegend von außerhalb kommenden Befehlshabern, die jedoch schnell vor Ort Kontakte knüpften, großen Einfluss und Macht gegeben habe. Dies wiederum habe zu Machtmissbrauch (Korruption, Bereicherung) geführt, der unterschiedlich geahndet worden sei. Auch OL'GA E. GLAGOLEVA (Toronto/Tula) ging in ihrem Beitrag auf das Phänomen der Korruption und Bestechung von Beamten in der Verwaltung ein. Sie untersuchte und verglich anhand von Personalakten den Dienstadel in der Provinz Tula in den Jahren 1750-1760 und 1770-1780. Hierbei stellte sie ein kontinuierliches Anwachsen der Beamtenschaft fest. Die meisten adligen Beamten hätten über einen längeren Zeitraum gedient und somit Erfahrung in ihrer Tätigkeit gesammelt; zuvor hätten sie überwiegend eine Militärkarriere absolviert. In den „nakazy“ sprachen sie sich dafür aus, ortsansässige anstelle von fremden Adligen mit den Aufgaben der Verwaltung zu betrauen, die weiterhin traditionell-patriarchalisch und somit im Widerspruch zur Aufklärung ausgerichtet sein sollte. ALEKSANDR I. KUPRIJANOV (Moskau) schilderte anschaulich den Verlauf der Wahlen zu den städtischen und adligen Selbstverwaltungsorganen in den Jahren 1785-1803 am Beispiel des Moskauer Gouvernements. Kuprijanov konstatierte bei der überwiegenden Mehrheit der Adligen eine Gleichgültigkeit gegenüber der städtischen Selbstverwaltung, in der sie sich fremd fühlten. Sie hätten sich nur mit ihrer eigenen adligen Selbstverwaltung identifiziert, aber auch dabei nahm der Referent keine Elemente einer Bürgergesellschaft wahr.

JULIJA V. ŽUKOVA (Orel), die sich an dem anfangs von Schierle vorgestellten Projekt beteiligt, stellte die „nakazy“ der Gesetzgebenden Kommission 1767-1768 als Quelle für die Region Orel vor. In diesen äußerten der Adel, aber auch andere soziale Gruppen ihre Wünsche und Bedürfnisse. Meistens kritisierten die Adligen die Verschleppung von Gerichtsverfahren und beklagten sich, dass sie viele Angelegenheiten nicht vor Ort erledigen konnten, weswegen sie eine Dezentralisierung forderten. Des Weiteren verwies die Referentin auf die Analyse der Unterschriften unter den „nakazy“, die außer dem Namen auch Dienstrang und Titel enthalten. Sie zeigen, wer von den Adligen vor Ort wirklich in der Provinz lebte, und geben Aufschluss über deren soziales Profil. CLAUS SCHARF (Mainz) verband die mikro- mit der makrogeschichtlichen Perspektive und zeichnete das Leben des Dichters und Adelspolitikers Vasilij V. Kapnist (1758-1823) in der „kleinrussischen“ Provinz in Obuchovka auf Grund der publizierten Korrespondenz und Erinnerungen nach. Hierbei ging er auf den Einfluss ein, den der römische Dichter Horaz auf Kapnist ausübte.

VLADIMIR S. RYŽKOV (Budapest/St. Petersburg) analysierte anhand der publizierten Schriften M.M. Ščerbatovs und N.M. Karamzins die gesellschaftspolitischen Vorstellungen der beiden Autoren mit Blick auf den Typus des adligen Landbesitzers und dessen Verhältnis zu den Bauern. VERONIKA N. DOLGOVA (Karačev) beschrieb Sitten und Bräuche des Provinzadels im 18. Jahrhundert zunächst anhand der Komödien Fonvizins („Der Brigadier“, „Der Landjunker“) und von Radiščevs „Reise von Petersburg nach Moskau“. Die darin gemachten Aussagen zu Erziehung, Ausbildung, Ehe und dem Verhältnis zu den leibeigenen Bauern überprüfte sie dann anhand der Memoirenliteratur. Sie kam zum Ergebnis, dass das von den adligen Schriftstellern nachgezeichnete Bild in der Literatur von einem weitgehend rückständigen und schlecht gebildeten Landadel sowie einem ungerechten Umgang mit den Bauern durch die Erinnerungen bestätigt werde und somit als authentisch gewertet werden könne. VIKTOR J. MAUL’ (Nižnevartovsk) besprach Puškins literarisches Werk „Die Hauptmannstochter“ aus dem Jahre 1836, welches zur Zeit des Pugačev-Aufstandes in den 70er-Jahren des 18. Jh. spielt, um mit dessen Hilfe den Provinzadel aus Sicht des hauptstädtischen Adels zu beschreiben.

ANGELA RUSTEMEYER (Wien) diskutierte Normsetzungen administrativer Eliten in der Provinz in Bezug auf die Kriminalität. Hierzu ging sie auf den Prozess der Dekriminalisierung im 18. Jahrhundert ein und stellte einen geringen Einfluss von Experten wie Ärzten auf das Prozessverfahren bei Majestätsverbrechen fest. Sie konstatierte, dass weiterhin zwar aufgeklärte, aber keineswegs den modernen westeuropäischen Professionalisierungskriterien entsprechende adlige Verwaltungseliten dominiert hätten. BULAT A. AZNABAEV (Ufa) wertete die Personalakten der Dienstadligen des Orenburger Regiments in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Blick auf Rechtsbrüche aus. Dabei ging er auf die unterschiedlichen Arten der Vergehen (Alkoholmissbrauch, Nichteinhaltung des Dienstes, Korruption usw.), ihre Verteilung auf soziale Gruppen und die Sanktionierungen ein. EVGENIJ E. RYČALOVSKIJ (Moskau) sprach über politische Gerüchte in der Provinz zur Zeit Katharinas II. Zwar erlaube es die beschränkte Zahl der Fälle nicht, ein repräsentatives Bild über den Untersuchungsgegenstand zu zeichnen. Dennoch ließen sich Aussagen über den Weg der Verbreitung von Gerüchten (aus dem Zentrum in die Peripherie) sowie über deren Themen (Katherina die Große, ihre Thronübernahme und Favoriten) machen.

NIKOLAJ N. PETRUCHINCEV (Lipeck) betrachtete den Provinzadel in den Grenzgebieten des Reiches in den 1720er- und 1730er-Jahren an zwei völlig unterschiedlichen Beispielen: dem Smolensker Adel im Westen und dem russischen Militär- und Dienstadel in Baschkirien. Während Ersterer zahlenmäßig verhältnismäßig stark gewesen sei und sich seine Sonderstellung lange erhalten konnte, stellte Letzterer nur eine Minderheit gegenüber der baschkirischen Elite dar. Dem Redner zufolge wurde die Staatspolitik gegenüber den Randgebieten weniger vom Standpunkt der Nationalität als dem der Grenzsicherung aus geprägt. NATAL’JA V. SUREVA (Zaporož’e) referierte über die unterschiedlichen Arten der Nobilitierung in „Neurussland“ (Gouvernements Ekaterinoslav und Cherson) in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die am weitesten verbreitete Form der Standeserhebung (71 Prozent aller Fälle) sei über das Erreichen des Oberoffizier-Dienstranges erfolgt, der automatisch mit der Vergabe des Adelstitels verbunden gewesen sei. Weniger verbreitet sei die Nobilitierung nach Erlangung eines Dienstranges in der Verwaltung gewesen.

JAN KUSBER (Mainz) betrachtete die in den „nakazy“ geäußerten Vorstellungen des Adels aus der Provinz mit Blick auf Erziehung und Bildung. Hierbei ging er auf die regionalen Unterschiede (Ukraine usw.) ein. Des Weiteren schilderte er den klassischen Bildungsweg des Provinzadligen, der im Idealfall über Hausbildung, Pensionat und Kadettenkorps führte. ELENA N. MARASINOVA (Moskau) untersuchte in ihrem Beitrag aufgrund der „Vollständigen Sammlung der Gesetze des Russländischen Imperiums“ das Alltagsleben des Provinzadels anhand von Beispielen wie dem Dienststand, Streitigkeiten unter den Adligen bei der Generalvermessung sowie der allgemein vorherrschenden Korruption. INGRID SCHIERLE (Moskau) interessierte sich in ihrem Vortrag für die Reisen von Adligen innerhalb des Russischen Reiches zum Besuch von Verwandten, zum Einkaufen, zu Jahrmärkten sowie zu Festen und Feiern in die nächst größeren Städte, die Gouvernementzentren und die Hauptstädte. Diese Reisen sieht sie als Kommunikationsformen und Beispiele für die Formierung einer Adelsgesellschaft und -identität, an denen beispielhaft der Austausch und Transfer von Wissen und Waren aus dem Zentrum in die Provinz betrachtet werden könne. Hierzu untersuchte sie anschaulich an mehreren Beispielen den Reisealltag und ging dabei den Fragen nach, wer wann wie wohin reiste.

VALERIJ V. KANIŠČEV, ROMAN B. KONČAKOV und DENIS I. ŽEREBAT’EV (Tambov) rekonstruierten anhand von Stadtplänen und Zeichnungen Tambovs am Ende des 18. Jahrhunderts mit Hilfe einer 3-D-Animation virtuell das damalige Aussehen der Stadt. Speziell gingen sie auf den Adel ein, der, obwohl er nur 2 Prozent der damals zehntausend Einwohner ausmachte, im Staats- und Militärdienst führend tätig und durch bekannte Adlige vertreten war. Die Gebäude der Verwaltungselite, wie das des Gouverneurs, dienten als Treffpunkte und Kulturzentren, wo beispielsweise Konzerte und Theateraufführungen stattfanden. Aus den ausgewerteten Zeichnungen, Karten und Verzeichnissen werde deutlich, dass in diesen nur wenige bedeutende Anwesen adliger Besitzer verzeichnet gewesen seien. So werden beispielsweise nur ein steinernes Haus, aber mehr als 200 Holzhäuser genannt, die Adligen gehörten. Dies erklärten die Referenten damit, dass viele Adlige niedere Dienstränge innehatten und sich nur wenige wohlhabende Adlige „teuere“ Häuser bauen konnten, wobei auch hier ein Teil der Finanzierung wahrscheinlich auf Bestechung zurückging. OL’GA N. KUPCOVA (Moskau) ging auf das Phänomen der Theater in den adligen Gutsherrschaften ein. Zunächst habe ein Gegensatz zwischen Stadt und Land bestanden, wobei das Theater klar eine Erscheinung der (Haupt-)Städte war. Erst in den 1770er-Jahren seien auch in den Gutssitzen Theater entstanden, so das bekannte Beispiel von P.B. Šeremetev in Kuskovo. Beeinflusst sei das russische Theaterwesen vor allem durch Frankreich und Italien gewesen. Für den Transfer hätten sowohl russische Reisende als auch die Theater am Hof gesorgt.

Ein während der Aussprachen zu den einzelnen Beiträgen ebenso wie in der lebhaften Schlussdiskussion genannter Aspekt betraf das Problem der Definition und Abgrenzung des Adels in der Provinz. Ein großer Teil pendelte regelmäßig zwischen Stadt und Land und kann somit nicht nur als Provinzadel bezeichnet werden. Des Weiteren wurde wiederholt darüber diskutiert, inwiefern man die fiktive Literatur als zuverlässige Quellengrundlage benutzen könne. Als Desiderata für die zukünftige Forschung wurden die Religion und das Verhältnis von Geistlichkeit und Adel angesprochen. Darüber hinaus sprachen sich die Teilnehmer des Symposiums dafür aus, auch den wirtschaftlichen Faktor (Gutsverwaltung) stärker zu berücksichtigen. Weiter untersucht werden solle zudem die Integration gerade erst Nobilitierter in den Adelsstand sowie materielle und kulturelle Einflüsse auf die Adelskultur. Wünschenswert wäre zweifelsohne auch, dass vermehrt Nachlässe von Adligen in den Provinzarchiven ausgewertet werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Konferenz ein breites Spektrum von Themen über das ganze 18. Jahrhundert und teilweise bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts präsentierte, Einblick in laufende Arbeiten bot und neue Forschungsdesiderate aufzeigte.

Konferenzübersicht:

Die Geburt eines Standes?

LORENZ ERREN (Moskau)
Der russische Provinzadel 1714-1740: Zwischen Dienst und Landgut. Über den misslungenen Versuch Peters, den Adel zu reformieren

IGOR' NIKOLAEVIČ JURKIN (Moskau)
Ein Jagddrama oder Der neue russländische Adlige: Probleme der ständischen Integration

Adel und Bürokratie: Alte und neue Aufgaben des Adels

SERGEJ ALEKSEEVIČ MEZIN (Saratov)
Saratover Voevoden und Kommandanten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

OL'GA EVGEN'EVNA GLAGOLEVA (Toronto/ Tula)
Adlige in "Zivil". Provinzadel im Zivildienst in den 1750er-1780er Jahren

ALEKSANDR IVANOVIČ KUPRIJANOV (Moskau)
Wahlen in der russischen Provinz: Praktiken der städtischen und adligen Selbstverwaltung am Ende des 18. Jahrhunderts

Adels Stimme

JULIJA VJACESLAVNOVNA ŽUKOVA (Orel)
Die Nakazy der Gesetzgebenden Kommission 1767-1768 als Quelle für die Region Orel

CLAUS SCHARF (Mainz)
Horazisches Landleben und europäischer Geist in Obuchovka: Der adlige Dichter Vasilij Kapnist in der kleinrussischen Provinz

Der Blick aus dem Zentrum: Der Provinzadel aus hauptstädtischer Sicht

VLADIMIR SERGEEVIČ RYŽKOV (Budapest/ St. Petersburg)
"Hausordnung" und Politik: Vorstellungen von der richtigen Gutsordnung im gesellschaftspolitischen Denken M.M. Šcerbatovs und N.M. Karamzins

VERONIKA NIKOLAEVNA DOLGOVA (Karacev, Brjanskaja Oblast')
Sitten und Gebräuche des Provinzadels im 18. Jahrhundert in den Werken russischer Schriftsteller und in der Memoirenliteratur

VIKTOR JAKOLEVIČ MAUL' (Nižnevartovsk)
Der Pugacev-Aufstand und der Provinzadel in den Augen des hauptstädtischen Adels (nach Motiven der Prosa Puškins)

Gesetz und Rechtsbrüche: Konflikte in der Provinz-Gesellschaft

ANGELA RUSTEMEYER (Wien)
Neigung zur Aufklärung oder Verwaltungszwänge? Normsetzungen administrativer Eliten in der Provinz zur Kriminalität

BULAT ACHMEROVIČ AZNABAEV (Ufa)
Rechtsbrüche der Dienstadligen des Orenburger Regiments in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

EVGENIJ EVGEN'EVIČ RYČALOVSKIJ (Moskau)
Politische Gerüchte in der Provinz zur Zeit Katharinas II. nach Materialien der Geheimen Expedition beim Senat

Integration in die Stände: Adel an der Peripherie

NIKOLAJ NIKOLAEVIČ PETRUCHINCEV (Lipeck)
Herrschaft und Provinzadel in den Grenzgebieten des Reiches in den 1720er und 1730er Jahren

NATAL'JA VIKTOROVNA SUREVA (Zaporož'e)
Staat und neuer russländischer Adel im Gouvernement Novorossijsk in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Die Kunst des Lebens: Sitten und Gebräuche

JAN KUSBER (Mainz)
Welche Kenntnisse braucht ein Adliger, um ein adliges Leben führen zu können? Erziehungsdiskurse in der Provinz in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

ELENA NIGMETOVNA MARASINOVA (Moskau)
"Abenteuer, die es gibt." Das Alltagsleben des Provinzadels in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

INGRID SCHIERLE (Moskau)
Ortswechsel: Adel in Russland auf Reisen und zu Besuch

Zwischen Stadt und Landgut

VALERIJ VLADIMIROVIČ KANIŠCEV, ROMAN BORISOVIČ KONČAKOV, DENIS IGOREVIČ ŽEREBAT'EV (Tambov)
Adel und die Schaffung eines städtischen sozialen Raums (am Beispiel Tambovs Ende des 18. Jahrhunderts)

OL'GA NIKOLAEVNA KUPCOVA (Moskau)
Das russische Usad'batheater in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Zum Phänomen des "Hauptstädtischen" in der russischen Provinzkultur)

Zitation
Tagungsbericht: Adel, Herrschaft und Gesellschaft in der russischen Provinz im 18. Jahrhundert, 23.04.2009 – 25.04.2009 Moskau, in: H-Soz-Kult, 11.07.2009, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2680>.
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Veröffentlicht am
11.07.2009
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