Salondamen und Dienstboten. Jüdisches Bürgertum um 1800 aus weiblicher Sicht

Ort
Wien
Veranstalter
Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten; Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg
Datum
06.07.2009 - 08.07.2009
Von
Martha Keil, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten

„Salondamen und Dienstboten. Jüdisches Bürgertum um 1800 aus weiblicher Sicht“ war der Titel der 19. internationalen Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs (St. Pölten) in Zusammenarbeit mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden (Hamburg) vom 6.-8. Juli 2009 in Wien. Gefördert wurde sie von den Wiener Vorlesungen, Wien Kultur, der Freien und Hansestadt Hamburg und der Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden e.V. (GEGJ). Die Tagung erfreute sich mit durchschnittlich hundert Besucher/innen regen Interesses.

Die Beiträge der Konferenz leisteten Einsichten in zwei zentrale Prozesse der jüdischen Gesellschaft im Übergang zur Moderne: Zum einen behandelten sie die Verbürgerlichung als Praxis, mit Dienstboten als Statussymbol, Schulbildung als bürgerlichem Konzept und Konversion als einer möglichen Strategie zur Verbesserung des Status. Zum anderen beleuchteten sie die Entwicklung der bürgerlichen Geschlechterordnung mit dem Salon, der Kunstförderung und Wohltätigkeit in Organisationen und Vereinen als Modellen weiblicher Partizipation. Die zwei im Programm ursprünglich vorgesehenen Referentinnen Barbara Hahn und Eva Grabherr mussten leider krankheitsbedingt absagen, somit fehlten ein kritischer Beitrag zum „Mythos Salon“ und der Aspekt der jüdischen Bürgerlichkeit auf dem Lande.

Im Panel „Geschlecht und Gesellschaft“ beschäftigte sich SIMONE LÄSSIG (Braunschweig) mit der Ausformung neuer Geschlechterrollen im Prozess der kulturellen Verbürgerlichung. Sie kontrastierte die in Predigten und in der Publizistik vermittelten Normative mit Briefen und Tagebüchern, die einen Einblick in die alltäglichen Praktiken beider Geschlechter geben. Hierbei betonte sie, dass die Zielrichtung und der Charakter der religiösen Reformen im deutschen Judentum erst im Bezug zur Neuverhandlung jüdisch-bürgerlicher Geschlechterrollen verständlich werden. Dabei wurden bezüglich beider Geschlechter die ursprünglichen Werte durch neue ersetzt, wie etwa der „blasse Gelehrte“ durch den dynamischen Unternehmer und die „tüchtige Geschäftsfrau“ durch die gefühlvolle, sittsame Hausdame. Wie die hohe Anzahl diesbezüglicher Predigten beweist, ging die Vollziehung dieses bürgerlichen Normenhorizonts nicht reibungslos vor sich.

BEN BAADER (Winnipeg) zeigte anhand einer umfangreichen Sammlung von Briefen und Tagebüchern der Familie Dann aus Frankfurt am Main um die Mitte des 19. Jahrhunderts einerseits die Lebenswirklichkeit dieser deutsch-jüdischen Familie. Andererseits schlug er vor, die Texte auch als eine der sozialen und diskursiven Praktiken zu lesen, mit deren Hilfe ihre Verfasser/innen materielle und symbolische Wirklichkeiten herstellten. Insbesondere plädierte er dafür, diese analytische Vorgehensweise nicht nur auf die Kategorie "Geschlecht" und "Klasse", sondern auch auf den Begriff "jüdisch" anzuwenden und damit zu versuchen, dem Verständnis der Formation "Judentum" neue Anstöße zu geben.

Das Panel „Salondamen“ eröffnete HANNAH LOTTE LUND (Berlin). Auf der Grundlage ungedruckter Quellen verfolgte sie exemplarisch die Entwicklung des Salongastes Gustav von Brinckmann vom „begeisterten Habitué des moralischen Kanapees“ bis zum Kritiker des „Judensofas“ und des „egyptischen Styls“. Die Langzeitanalyse parallel geführter Korrespondenzen mit jüdischen und aristokratischen Gastgeberinnen machte deutlich, dass zunächst keine getrennten Kommunikationsräume vorlagen. Auf die gänzliche Abwesenheit der Kategorie „jüdisch“ in den 1790er-Jahren folgte deren schleichender Wiedereinzug in die Sprache und Gedankenwelt Brinckmanns und seiner Bekannten um 1800. Als mögliche Erklärungen für diesen Wandel wurden einerseits individuelle (berufs-)biographische Veränderungen und andererseits die Umgestaltung der Berliner Geselligkeitslandschaft diskutiert, in der sich bereits vor dem Einzug Napoleons deutlich nationalistische Tendenzen als Ausschlusskriterien bemerkbar machten.

DIETER HECHT (Wien) beschäftigte sich mit den in der allgemeinen Wahrnehmung noch eher peripheren Wiener Salondamen. Als zentrale Persönlichkeit für Frauenengagement stellte er Fanny von Arnstein (1756-1818) vor, deren Salon sowohl vor als auch während des Wiener Kongresses einen Mittelpunkt gesellschaftlichen Lebens und dadurch ein wichtiges Bindeglied zwischen jüdischer und christlicher Gesellschaft bildete. Mit und um Fanny von Arnstein herum lebten und wirkten aber auch andere, weniger prominente Frauen, die zur privilegierten Schicht der wenigen in Wien tolerierten jüdischen Familien um 1800 gehörten. Anhand der unterschiedlichen Biografien und unter Zuhilfenahme von bisher kaum benutzten Quellen wie hebräischen Grabsteinen und obrigkeitlichen Toleriertenlisten konnten Wirken und Bedeutung dieser Frauen sowie ihr soziales Umfeld erforscht und neu interpretiert werden.

Im Panel „Dienstboten“ ging es um die für diesen Zeitraum erstmalige Sichtbarmachung der jüdischen, insbesondere der weiblichen Unterschichten. Folgerichtig stellte MONIKA RICHARZ ( Berlin) fest, dass jüdische Dienstbotinnen als marginale Existenzen bisher von der Forschung weitgehend ignoriert wurden. Sie waren als Migrantinnen mit kurzfristigen Arbeitsverträgen Fremde in den Gemeinden und nur als Angestellte von Schutzjuden geduldet. Durch das System des Schutzjudentums zur Ehelosigkeit gezwungen, hatten sie die höchste Rate unehelicher Kinder. Die wenigen Quellen erlauben einen Einblick in die klassenspezifische Sexualmoral der Gemeinden und in die Praktiken, mit denen uneheliche Väter aus den führenden Familien ihre „Ehre“ bewahrten. Schwangere Dienstbotinnen wurden der Gemeinde verwiesen, mussten ihre Kinder christlichen Waisenhäusern überlassen und nahmen selbst öfter die Taufe und/oder wurden Prostituierte. Die weitere Erforschung dieser für die „Gemeindegeschichte von unten“ wichtigen Gruppe, so Richarz, sei ein dringendes Desiderat. Einige lebendig gestaltete Fallbeispiele, allerdings aus den Jahrzehnten vor dem Zeitfokus der Tagung, destillierte ANDREAS GOTZMANN (Erfurt) aus Gemeindequellen und Rechtsprozessen der jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main.

Wie WOLFGANG GASSER (Wien) zeigen konnte, stellte sich die Quellenlage zu den Dienstboten in Wien etwas günstiger dar. Sie stützt sich auf die auch von Dieter Hecht benutzten, 1787 bis 1847 von der Polizeioberdirektion geführten Familienlisten, die neben den Lebensdaten der Tolerierten und ihren Angehörigen auch jene der Angestellten und Dienstboten umfassen. Eine Verknüpfung dieser Erkenntnisse mit denjenigen von Anna Staudacher über jüdische Findelkinder und Konvertiten in Wien [1] lässt für jüdische Dienstbotinnen eine härtere soziale Realität als die ihrer christlichen Berufsgenossinnen erkennen. Daher verwundert es nicht, dass der stete Rückgang des Dienstbotenberufs in der jüdischen Bevölkerung Wiens in eine Zeit fällt, in der der allgemeine Anteil der Hausangestellten noch anstieg. Mit dem Wegfall der rechtlichen Einschränkungen 1848 und 1867 begannen die jüdischen Immigrant/inn/en nach neuen Einstiegsmöglichkeiten in die urbane Gesellschaft zu suchen.

Dem Thema „Erziehung und Schulwesen“ waren die zwei Vorträge von ANDREAS BRÄMER (Hamburg) und LOUISE HECHT (Wien/Olomouc) gewidmet. Brämer konnte zeigen, dass gerade die jüdischen Mädchen einen doppelten Nutzen aus dem Umbau des jüdischen Schulwesens seit dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts zogen. Die neuen Schulen verschafften ihnen einen ersten Zugang zum Wissenskanon der bürgerlichen Gesellschaft und ebneten die Bildungsunterschiede zum männlichen Geschlecht teilweise ein. Unterrichtet wurden die Schülerinnen allerdings fast ausschließlich von Männern. Erst nach 1871 sollte sich die Zahl jüdischer Lehrerinnen signifikant erhöhen, während aber gleichzeitig immer mehr jüdische Schulen geschlossen wurden, weil jüdische Eltern ihre Kinder auf nichtjüdische Volksschulen oder höhere Schulen schickten. Immerhin gehörte die Lehrtätigkeit im Kaiserreich zu den wenigen akzeptierten bürgerlichen Brotberufen (unverheirateter) jüdischer Frauen. Trotzdem blieb die Lehrtätigkeit an Schulen, deutlicher noch als in der nichtjüdischen Gesellschaft, ein Männerberuf.

Die marginale Rolle, auf die das traditionelle Judentum in Osteuropa Frauen im Bereich der Religion beschränkte, räumte denselben eventuell bedeutende Freiräume beim Erwerb von religiös irrelevanten Fähigkeiten ein und bereitete sie dadurch adäquater als junge Männer auf das Leben in der modernen Gesellschaft vor. Diese These wurde von LOUISE HECHT anhand der Entwicklung von Mädchenbildung in Prag und Wien zwischen dem letzten Viertel des 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts überprüft. Dass die jüdische Tradition Frauen in Mitteleuropa säkulare Bildungsmöglichkeiten eröffnete, die den Männern verschlossen blieben, muss aufgrund des untersuchten Materials allerdings verneint werden. Das von bürgerlichen Wertvorstellungen bestimmte Bildungsmodell ließ den Frauen nur begrenzte Entfaltungsmöglichkeiten, da der gesellschaftliche Aufstieg für sie nicht an Wissenserwerb geknüpft war. Ebenso wie in Osteuropa blieben Frauen von den gesellschaftlich relevanten Bereichen der Bildung ausgeschlossen.

Im Panel „Kultur und Repräsentation“ analysierte ELANA SHAPIRA (Wien) visuelle und literarische Dokumentationen der Wiener Salondamen Fanny von Arnstein, ihrer Schwester Cäcilie Eskeles und Fannys Tochter Henriette Pereira-Arnstein. Um deren Anspruch auf kulturelle Einflussnahme zu verdeutlichen, verglich Shapira Kommentare über die Salons mit Porträts der Gastgeberinnen von zeitgenössischen Künstlern. Mit Hilfe der Porträts machte sie auch den Alterungsprozess dieser Frauen sichtbar und verdeutlichte, wie die Selbstvermarktung als Personen mit kulturellem wie gesellschaftlichem Einfluss mit der Zeit reifte. Sie formten und vermarkteten sich, so Shapira, während der verschiedenen Lebensphasen in verschiedenen Rollen. Auf Grund ihres exotischen Rufes, jüdisches „Anderssein“ mit deutscher Kultur zu verbinden, konnten diese Frauen eine einmalige Position innerhalb der Wiener Gesellschaft einnehmen.

GERHARD MILCHRAM (Wien) zeigte in seinem Vortrag, dass im Verlauf des 19. Jahrhunderts Frauen vermehrt als Stifterinnen von wohltätigen Institutionen und Werken öffentlich sichtbar wurden und so ein in der bürgerlichen Gesellschaft akzeptiertes eigenständiges Profil und Ansehen gewinnen konnten. Die gleichzeitige Stiftung von Ritualgegenständen zeigt aber auch, dass diese Frauen noch eine starke Verwurzelung in der Religion und enge Verbindungen zu den Institutionen der Kultusgemeinde hatten. Dies machte Milchram an Hand von wohltätigen Stiftungen, wie jener der Frauen der Familie Lämel, sowie gestifteten Kultgegenständen, die sich im Bestand des Jüdischen Museums Wien befinden, deutlich. Dabei handelte es sich bei den Stifterinnen nicht nur um die Damen der sogenannten „upper class“: Auch Frauen des Mittelstandes ahmten deren Beispiel nach, wenn auch mit geringeren zur Verfügung stehenden Mitteln.

Auch der Beitrag von KLAUS WEBER (Hamburg) zu den Damen Rothschild zeigte, wie sich das öffentliche Auftreten von Frauen der jüdischen Oberschicht im Verlauf des 19. Jahrhunderts vom „Salon“ zunehmend auf das wohltätige Engagement verlagerte. Da Frankfurt am Main, der Herkunftsort der Familie, kaum die in Berlin oder Wien gegebenen Voraussetzungen für glänzende Geselligkeit bot, schufen erst die in den europäischen Hauptstädten lebenden weiblichen Angehörigen des Dynastiegründers Mayer Amschel Rothschild ihre eigenen Salons. Dabei tat sich besonders die Enkelin Betty hervor, die 1824 ihren Onkel James de Rothschild geheiratet hatte. Der Glanz ihres Salons trug zweifellos dazu bei, dass dieser jüdische Finanzier und Eisenbahnmagnat unter dem Bürgerkönig Louis-Philippe hoffähig wurde. Wie Betty unterhielten alle weiblichen Rothschilds eigene Stiftungen – Krankenhäuser, Schulen, Altenheime etc. – oder unterstützten bereits bestehende Einrichtungen. Sie vollzogen damit eine Entwicklung von den im privaten Raum verfolgten ästhetischen Prinzipien der Romantik hin zu den ethischen Prinzipien der modernen Zivilgesellschaft.

Wie dasjenige über die Dienstboten fand auch das Panel zur „Religion und Konversion“ das besondere Interesse des Publikums. JUTTA BRADEN (Hamburg) verglich die Konversionszahlen und -muster in der jüdischen Gemeinde Hamburgs mit Berlin. Die Mehrheit der Konvertit/inn/en rekrutierte sich aus der bürgerlichen Schicht, sie überstiegen aber in Hamburg zwischen 1780 und 1840 mit einer Gesamtzahl von ca. 600 nicht annähernd die mehr als tausend Konvertierten in Berlin oder Wien. Frauen aus in das christliche Bürgertum assimilierten jüdischen Familien, die sich in jener Zeit in Hamburg taufen ließen, vollzogen diesen Schritt oft mit oder nach männlichen Familienangehörigen. Im Unterschied zu Berlin, wo Frauen im Konversionsgeschehen Ende des 18. Jahrhunderts zeitweise eine „Pionierrolle“ einnahmen, heiratete die nicht kleine Gruppe der zum Christentum konvertierten bürgerlichen Jüdinnen in Hamburg ebenfalls konvertierte jüdische Männer. Dieses differente Heiratsverhalten verweist, so Braden, auf die spezifische Situation der jüdischen Gesellschaft in Hamburg, die in jener Zeit von sozialer Abschottung geprägt war.

Am Beispiel der unterschiedlichen Versionen der Geschichte der Salondamen – die je nach Standpunkt als sich emanzipierende Frauen gefeiert oder als abtrünnige jüdische Töchter verdammt wurden – machte STEFANIE SCHÜLER-SPRINGORUM (Hamburg) deutlich, in welch hohem Maße die als Krisen erlebten Modernisierungsschübe in der jüdischen Geschichte geschlechtskonnotiert aufgeladen, erfahren und verarbeitet wurden: Die Auflösungsängste einer religiösen Minderheit wurden in dramatische Geschlechterbilder umgesetzt; die Kritik an der Haskala somit auch zu einer personalisierten Kritik an Frauen – bzw. an deren zu liberalen Elternhäusern. Nicht zufällig sollte sich dieses Phänomen rund hundert Jahre später wiederholen, als deutsch-jüdische Intellektuelle vor dem Ersten Weltkrieg das Judentum vor der Auflösung wähnten und die Verantwortung dafür wieder größtenteils seinen weiblichen Mitgliedern zuschrieben. Die Aufgabe einer reflektierten Frauen- und Geschlechtergeschichte besteht nach Meinung der Vortragenden unter anderem darin, diese Zuschreibungen ebenso kritisch zu analysieren wie die Spuren, die sie bis heute in den historiographischen Bearbeitungen der jeweiligen Epochen hinterlassen haben.

KIRSTEN HEINSOHN (Hamburg) sah in ihrer Zusammenfassung den Ansatz der Frauen- und Geschlechtergeschichte bestätigt, dass der Blick auf die Beteiligung von Frauen die Verbürgerlichungsprozesse als „Einhegung und Aufbruch zugleich“ zeigt. Als durchgängiges Phänomen vieler Vorträge und der Diskussionen erwiesen sich die mangelnden Quellen, weshalb beispielsweise über den Alltag der Dienstboten, die Körperlichkeit der Salondamen und die religiöse Innerlichkeit und Glaubensfindung von Konvertitinnen kaum Aussagen zu treffen sind. Da viele der gezeigten Phänomene auch auf die christliche bürgerliche Gesellschaft zutreffen, ermunterte Heinsohn, gerade die Besonderheiten, nämlich die religiöse Praxis und den rechtlichen (diskriminierten) Status von Jüdinnen und Juden aufmerksam in den Blick zu nehmen.

Die Ergebnisse der Tagung werden in der Schriftenreihe des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden (Hamburger Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden, Wallstein Verlag, Göttingen) publiziert und sollen als Anstoß für weitere Forschungen insbesondere zu den jüdischen Dienstboten und zu den vielfältigen Aspekten von Konversion dienen.

Konferenzübersicht:

Einführung: Martha Keil (Wien/St. Pölten)

Geschlecht und Gesellschaft

Simone Lässig (Braunschweig): Verbürgerlichungsprozesse im Judentum – weibliche Perspektiven und männliche Erwartungen

Benjamin M. Baader (Winnipeg): Judentum, Geschlecht und Bürgerlichkeit als symbolische Ordnung und soziale Praxis in jüdischen Selbstzeugnissen

Salondamen

Hannah Lotte Lund (Berlin): Vom „moralischen Kanapee“ zum „Judensofa“ – Ambivalenzen der Wahrnehmung beim jüdischen Salon um 1800

Dieter Hecht (Wien): Wo sind Eleonore, Fanny und Regine, die Frauen und Töchter der Wiener Tolerierten?

Dienstboten

Monika Richarz (Berlin): Unsichtbar in der Geschichte? Jüdische Dienstbotinnen im Zeitalter der Emanzipation

Andreas Gotzmann (Erfurt): Am Rande agieren... – Soziale Handlungsspielräume jüdischer Mägde am Umbruch zur Moderne

Wolfgang Gasser (Wien): Lebenswelt und Sozialstruktur jüdischer Dienstbotinnen in Wien 1787–1847

Erziehung und Schulwesen

Andreas Brämer (Hamburg): Schülerinnen und weibliche Lehrkräfte im jüdischen Schulwesen Preußens

Louise Hecht (Wien): Mädchenschulen und Mädchenerziehung in Prag und Wien

Kultur und Repräsentation

Elana Shapira (Wien): Kunst und Autorität: Salondamen und ihre Maler in Wien um 1800

Gerhard Milchram (Wien): Wiener Salondamen als Stifterinnen von Ritualgegenständen und Wohlfahrtseinrichtungen

Klaus Weber (Hamburg): Netzwerke weiblicher Wohltätigkeit: Die Damen Rothschild

Religion und Konversion

Jutta Braden (Hamburg): „aus freier Entschließung...“? Glaubenswechsel von Frauen aus dem jüdischen Bürgertum in Hamburg 1800-1840

Stefanie Schüler-Springorum (Hamburg): Der Niedergang des Judentums und die Schuld der Frauen

Kirsten Heinsohn (Hamburg): Zusammenfassung und Schlussdiskussion

Anmerkung:
[1] Anna L. Staudacher, Jüdische Konvertiten in Wien 1782-1868, Frankfurt am Main 2002; Dies., Wegen jüdischer Religion – Findelhaus. Zwangstaufen in Wien 1816-1868, Frankfurt am Main 2001.

Zitation
Tagungsbericht: Salondamen und Dienstboten. Jüdisches Bürgertum um 1800 aus weiblicher Sicht, 06.07.2009 – 08.07.2009 Wien, in: H-Soz-Kult, 11.11.2009, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2848>.