Dreigenerationengespräch über Krieg – Vertreibung – Integration – Versöhnung

Ort
Szczecin
Veranstalter
Stiftung Europäische Akademie Külz-Kulice; Institut für Geschichte und Internationale Beziehungen, Universität Szczecin
Datum
22.10.2009 - 25.10.2009
Von
Achim Wörn, Würzburg

Vom 22. bis 25. Oktober 2009 fand die mittlerweile zweite wissenschaftliche Tagung der Stiftung Europäische Akademie Külz-Kulice und des Instituts für Geschichte und Internationale Beziehungen der Universität Szczecin/Stettin statt. Sie wurde von Jan M. Piskorski (Stettin) und der Leiterin der Akademie, Lisaweta von Zitzewitz, organisiert.

Die Tagung schloss dabei thematisch an die Vorjahreskonferenz an und fand unter dem Titel „Dreigenerationengespräch über Krieg, Vertreibung, Integration und Versöhnung“ statt. Dabei wurde die je nach Generation und nationalem Standpunkt unterschiedliche Wahrnehmung und Bedeutung dieser Begriffe thematisiert. Des Weiteren stand die Rolle der evangelischen und katholischen Kirche für den Prozess der Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen im Fokus der Betrachtungen. Ein drittes Leitthema war die in Polen und Deutschland geführte Diskussion, die Themenkomplexe Krieg, Umsiedlung, Integration und Aussöhnung in Museen darzustellen. Wie schon bei der letzten Konferenz konnten wieder vergleichende Aspekte in die Tagung miteinbezogen werden, wodurch die europäische Dimension der Problematik noch unterstrichen wurde.

An der Veranstaltung nahmen Professoren, Dozenten und Studenten der Universitäten Stettin, Krakau, Osnabrück, Potsdam, Kaliningrad, Gießen, Würzburg sowie Frankfurt/Oder teil, unter ihnen befanden sich auch Studenten aus der Ukraine und den USA. Die Konferenz ermöglichte es den Teilnehmern, die Ergebnisse ihrer eigenen Recherchen vorzutragen und sich an den auf die Vorträge folgenden Diskussionen zu beteiligen. Zudem wohnten der Konferenz mehrere Zeitzeugen bei, die von der schwierigen Situation der in Pommern verbliebenen deutschen Bevölkerung und ihrer Vertreibung zu berichten wussten. Die Beiträge der Konferenzteilnehmer wurden jeweils simultan ins Deutsche bzw. Polnische übersetzt.

Gefördert wurde die Veranstaltung vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, der Robert-Bosch-Stiftung sowie von der Dorothee-Wilms-Stiftung und dem Verein zur Förderung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit e.V.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch die Leiterin der Akademie, LISAWETA VON ZITZEWITZ, und den Prorektor der Universität Szczecin, EDWARD WŁODARCZYK, eröffnete JAN M. PISKORSKI mit seinem Vortrag die erste Sektion der Tagung. Er ging dabei auf die Erfahrungen der europäischen Vertriebenen ein, die, obwohl sie sich jeweils stark ähneln, den jeweils anderen Gruppen oftmals weitgehend unbekannt sind. Zu diesen gemeinsamen Erfahrungen zählen die von den Vertriebenen erlebten Schwierigkeiten des Neuanfangs in einer ihnen fremden Umgebung. Charakteristisch sei dabei der Mangel an Identität mit der neuen Heimat, aber auch die Fremdheit zwischen den Vertriebenen selbst, da sie oftmals aus völlig unterschiedlichen Herkunftsregionen stammten. Piskorski wies in seinem Vortrag auch auf Unterschiede in der Anpassungsfähigkeit hin, welche sich sowohl zwischen den Geschlechtern wie auch zwischen den jeweiligen Generationen feststellen ließen. Dabei betonte er abschließend, dass die gesamteuropäische Erfahrung der Vertreibung auch eine gesamteuropäische Aufgabe biete, die es zu lösen gelte.

An die Ausführungen Jan M. Piskorskis schloss sich ANETA POPŁAWSKA (Stettin) mit ihrem Vortrag über das ereignisreiche Leben des Stettiner Bürgers Stanisław Lagun an. Er wurde in Wilna geboren, nach dem Einmarsch der Sowjets nach Sibirien verschleppt und nach geglückter Flucht in seine Heimat von den Deutschen zur Zwangsarbeit nach Hessen gebracht. Nach Kriegsende kam er nach Stettin, wo er sich beim Aufbau des gesellschaftlichen Lebens engagierte. Trotz seiner schmerzhaften Erinnerungen an die Zeit in Deutschland, setzte er sich für die kulturellen Belange der in Stettin verbliebenen Deutschen ein, die sich ihm daher noch bis heute verbunden fühlten.

KINGA KONIECZNY und ANDRZEJ ŁAZOWSKI (Stettin) leiteten das sich anschließende Gespräch mit den anwesenden Zeitzeugen, die sie auch interviewt hatten.[1] Die Gespräche verdeutlichten den Konferenzteilnehmern sowohl die oftmals traumatischen Erfahrungen der Flucht, als auch, wie sich die deutsch-polnischen Beziehungen auf lokaler Ebene in den letzten Jahren zum Besseren gewandt und entspannt haben.

Im Anschluss referierte BEATA HALICKA (Frankfurt/Oder) über die Erfahrung der Zwangsmigration als Gesprächsthema zwischen den Generationen. Dabei verdeutlichte sie die Unterschiede im Verständnis des Begriffs „Kriegskind“ sowohl für die deutsche, wie auch für die polnische Erinnerungskultur.

Im weiteren Verlauf berichtete HUBERT LIS (Stettin) über seine Erfahrungen mit den ehemaligen deutschen Einwohnern seines Heimatortes Grabowo/Buchholz. Durch ein von ihm initiiertes Projekt, der Erstellung einer Dorfchronik und der Organisation einer Ausstellung über die Vorkriegsgeschichte des Ortes, kam es zu einer Annäherung und zur Entstehung von Freundschaften zwischen den ehemaligen deutschen Bewohnern und den heute dort lebenden Polen.

Der nun folgende Vortrag von ALICJA OLIWIAK (Stettin) führte wieder zurück in die Vergangenheit, an einen Schicksalsort für viele deutsche Vertriebene. Der Abtransport aus Stettin und Umgebung nach Westen fand vor allem per Bahn statt und erfolgte ab dem Bahnhof Szczecin-Gumieńce/Stettin-Scheune. Die Referentin ging dabei sowohl auf die katastrophalen hygienischen und medizinischen Bedingungen an diesem Etappenpunkt ein, wie auch auf die alltäglichen Überfälle, Morde und Vergewaltigungen, denen die ausgewiesenen Deutschen durch polnische Banden, polnische Milizionäre und sowjetische Soldaten ausgesetzt waren. Sie erinnerte zugleich daran, dass Stettin-Scheune auch für die polnischen Vertriebenen als Umschlagsplatz diente und dass sie den dortigen Bahnhof in ebenso schlechter Erinnerung haben dürften.

Wie es dagegen einem Teil der polnischen Neusiedler erging, die aus Ostpolen in die neue Provinz Westpommern kamen, skizzierte RAMONA ZÜHLKE (Potsdam/Prenzlau) am Beispiel Mieszkowice/Bärwalde.

Einen die Gegenwart Westpommerns betreffenden Aspekt sprach – unter Abwesenheit von BARBARA KROMOLICKA von der Universität Stettin – ihre Assistentin ILONA KOŚĆ an. Sie referierte über „Die Situation polnischer Migrationsfamilien aus pädagogischer Sicht“. In Westpommern gibt es einen relativ hohen Anteil an Familien, bei denen die Eltern in Westeuropa arbeiten und ihre Kinder in der Obhut von Verwandten zurücklassen. Diese so genannten „Migrationswaisen“ oder auch „Europawaisen“ (eurosieroty) haben aufgrund der emotionalen und sozialen Vernachlässigung durch ihre Eltern oftmals mit schulischen und psychischen Problemen zu kämpfen. Dabei stelle sich in Westpommern das Problem größer dar als in den meisten anderen Teilen des Landes, was auch mit der dort ansässigen, weniger stark gefestigten Gesellschaft sowie mit der relativen Armut zu tun habe.

Einen besonderen Höhepunkt der Konferenz stellte die Vorführung des Films „Meines Vaters Haus“ des Berliner Filmemachers MICHAŁ MAJERSKI dar. Er erzählt die oftmals traumatischen Schicksale der als Kinder vertriebenen Deutschen und stellt ihnen die Erlebnisse der polnischen Neuankömmlinge gegenüber.

Von einer der Ursachen für Flucht und Vertreibung, nämlich der Machtergreifung der Nationalsozialisten, handelte der Vortrag von WOJCIECH WICHERT (Stettin). Er konzentrierte sich dabei vor allem auf dessen gesellschaftliche Attraktivität, die dazu führte, dass ein Großteil der Deutschen mit dem Regime zusammenarbeitete oder sich zumindest mit ihm arrangierte.

Eine weitere Sektion der Tagung widmete sich dem Problem der Vertriebenenintegration in Deutschland, Österreich und Polen. MATTHIAS STICKLER (Würzburg) verglich in seinem Vortrag die unterschiedlichen Verläufe der Vertriebenengeneration in Deutschland und Österreich. Waren Bundesrepublik und DDR gleichermaßen gezwungen sich offensiv mit dem Flüchtlings- und Vertriebenenproblem auseinanderzusetzen, so versuchte sich Österreich zunächst mit Hilfe der „Opfertheorie“ der Mitverantwortung für Folgen der NS-Herrschaft zu entziehen. In den ersten Nachkriegsjahren war der wiederhergestellte österreichische Staat daher bemüht, die „volksdeutschen Flüchtlinge“ nach Deutschland abzuschieben. Erst Anfang der 1950er-Jahre setzten auch dort Bemühungen zu ihrer Integration ein.

Im weiteren Verlauf der Tagung gab GABI HERRMANN (Würzburg) am Beispiel des bayerischen Regierungsbezirks Unterfranken einen Einblick in die Probleme der Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen in der Nachkriegszeit auf regionaler Ebene.

Mit der medialen Darstellung des Themenkomplexes „Flucht und Vertreibung der Deutschen“ setzte sich MAREN RÖGER (Gießen) auseinander. In ihrem Vortrag ging sie insbesondere auf die Gemeinsamkeiten und Differenzen in den nationalen Erzählungen ein und verdeutlichte die Unterschiede in der medialen Darstellungsweise anhand konkreter Beispiele.

Über die Integration der nach dem Zweiten Weltkrieg aus den polnischen Ostgebieten zwangsumgesiedelten Bevölkerung und ihre Ansiedlung in dem so genannten Altpolen sowie in den „wiedergewonnenen Westgebieten“ Polens, referierte der Leiter des polnischen Westinstituts in Posen, ANDRZEJ SAKSON.

Die polnischen Zwangsumsiedler, die nach Polen kamen, fühlten sich ebenfalls als Vertriebene und konnten sich aufgrund der kulturellen Unterschiede zu den anderen Siedlern nur schwer in die Nachkriegsgesellschaft integrieren. Diese Tendenz wurde noch dadurch verstärkt, dass sie sich an ihrem neuen Wohnort nicht wirklich zu Hause fühlten. Dies und die Unsicherheiten bezüglich der endgültigen Festlegung der polnischen Westgrenze, sorgten bei vielen von ihnen über Jahre hinweg für ein Gefühl, auf „gepackten Koffern“ zu sitzen, um eventuell in die alte Heimat zurückkehren zu können.

In der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie sehr die jeweiligen Sichtweisen des Vorgangs der „Vertreibung“ noch von spezifisch nationalen Denkmustern geprägt sind. Bei dem Begriff „Vertreibung“ handelt es sich nicht - wie von manchen Polen noch immer vermutet wird - um ein Propaganda-Schlagwort der Vertriebenenverbände, sondern um eine Bezeichnung, die die amerikanischen Militärbehörden eingeführt haben. Im Laufe der Diskussion wurde zudem erläutert, dass sich dieser Begriff zu einer Kategorie entwickelt hat, die alle Vorgänge erzwungener Migration umfasst, sei es nun durch Flucht oder Zwangsausweisung.

Die sich nun anschließende Sektion ermöglichte einen vergleichenden Blick auf die europäische Dimension der Thematik. Dabei ging ELŻBIETA SZUMAŃSKA (Frankfurt/Oder) in ihrem Vortrag auf die Veränderungen ein, denen die weißrussische Gesellschaft durch Krieg und Kommunismus ausgesetzt war. Thematisiert wurde auch die Umdeutung der weißrussischen Identität nach dem Zweiten Weltkrieg, was zu einem stark sowjetisch geprägten Selbstverständnis der Weißrussen bis in die Gegenwart führte.

ANNA SOSNA (Krakau/Osnabrück) referierte über die bisher weitgehend unbekannte Zwangsdeportation von Deutschen und Polen in der UdSSR in die Kasachische SSR in den Jahren 1935/36. Die von der stalinistischen Nationalitätenpolitik zu „Volksfeinden“ erklärten sowjetischen Bürger lebten fortan in einer Notgemeinschaft zusammen und unterstützten sich trotz des Krieges gegenseitig.

Über die Folgen des Krieges und Versöhnungsversuche am Beispiel Kareliens referierte ALEKSANDER SOLOGUBOV von der Universität Kaliningrad. In einem Bildervortrag vermittelte er dem Publikum zudem Impressionen aus dem finnisch-russischen, russisch-japanischen und dem Königsberger Gebiet. Er verdeutlichte somit einerseits die kulturelle Adaption durch die Neusiedler, wie auch deren Öffnung hin zur Kultur der ehemaligen Bewohner.

Wie die Zivilgesellschaft einen Versöhnungsprozess zwischen verfeindeten Ethnien unterstützen kann, veranschaulichte MARION ZURBORG (Osnabrück) exemplarisch am Nordirlandkonflikt. Die Rolle der Kirchen für den Integrationsprozess beschrieb FRANZISKA KATHÖFER (Frankfurt/Oder) am Beispiel katholischer Vertriebener und Flüchtlinge im bis dato weitgehend protestantisch geprägten Mecklenburg nach 1945.

Die Konferenz endete mit einer ergebnisorientierten Podiumsdiskussion, die die Rolle Stettins als mitteleuropäische Stadt in der Zeit von Diktatur und totalitärer Umsiedlung betrachtete und dabei auf Aspekte der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Stadt einging. Dies umfasste insbesondere die Darstellung der deutschen Vorkriegs- und polnischen Nachkriegsgeschichte in Museen und Ausstellungen sowie die Benennung von zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Bereich. Bemerkenswert und bezeichnend für den Geist der zweiten (und keinesfalls letzten) Konferenz der Europäischen Akademie Külz-Kulice zur Zwangsmigrationen im Europa des 20. Jahrhunderts ist, dass eine der deutschen Zeitzeuginnen sich bereit erklärte, ihr Archiv über die Deutschen im Stettin der Nachkriegszeit dem neuen Museum und Dialogszentrum der Stettiner Nachkriegswenden anzuvertrauen.

Die Veranstaltung führte den Teilnehmern eindrucksvoll sowohl die Komplexität wie auch die europäische Dimension des Themas Vertreibung mit ihren Ursachen und Folgen vor Augen. Dabei wurde deutlich, dass Aufarbeitung und Versöhnung im deutsch-polnischen Verhältnis auf der zwischenmenschlichen Ebene oft schon viel weiter sind, als weithin medial vermittelt wird. Die Konferenz von Külz-Kulice bot eine wertvolle Gelegenheit zum wissenschaftlichen Austausch und zum gegenseitigen Kennenlernen und leistete damit (wieder) einen wertvollen Beitrag zur praktischen Versöhnungsarbeit.

Es ist geplant, die Veranstaltungsreihe im nächsten Jahr mit einer weiteren Konferenz fortzusetzen. Neben Aspekten der deutsch-polnischen Geschichte, soll dabei auch auf andere ethnische Gruppen, wie Juden und Griechen, eingegangen werden, die für die Stettiner Nachkriegsgeschichte ebenfalls eine wichtige Rolle spielten.

Konferenzübersicht:

1. Sektion

Jan M. Piskorski (Stettin): Krieg, Vertreibung, Integration und Versöhnung im deutsch-polnischen Kontext. Die Gemeinschaft der Vertriebenen und Deportierten als europäische Aufgabe.

Aneta Popławska (Stettin): Stanisław Lagun - von Wilna via Deutschland nach Stettin. Geschichte eines langen Lebens.

Kinga Konieczny / Andrzej Łazowski: Gespräche mit Zeitzeugen (Renate und Hans-Georg Jachow (Köln), Uwe Conradt (Neuwarp/Nowe Warpno).

2. Sektion

Beata Halicka (Frankfurt/Oder): „Oma, warst du auch ein Kriegskind?“ Die Erfahrung der Zwangsmigration als Thema von Gesprächen unter den Generationen.

Hubert Lis (Stettin): Meine Gespräche mit deutschen und polnischen Vertriebenen aus dem Dorf Buchholz/Grabowo bei Stargard.

Alicja Oliwiak (Stettin): Der Etappenpunkt Scheune/Gumieńce in Stettin in den Erinnerungen von Deutschen und Polen.

Ramona Zühlke (Potsdam/Prenzlau): Die Umsiedlung der polnischen Bevölkerung aus dem Osten nach Westpolen nach 1945 am Beispiel von Mieszkowice/Bärwalde.

Barbara Kromolicka und Ilona Kość (Stettin): Die Situation polnischer Migrantenfamilien aus pädagogischer Sicht.

Michał Majerski (Berlin): Vorführung des Films „Meines Vaters Haus“ mit anschließender Diskussion.

3. Sektion

Wojciech Wichert (Stettin): Das Problem der sozialen Attraktivität des Nationalsozialismus und des Dritten Reiches im Lichte des zeitgenössischen historischen Schrifttums

Matthias Stickler (Würzburg): Vertriebenenintegration in Deutschland und in Österreich.

Gabi Herrmann (Würzburg): Die Integration der Vertriebenen in Unterfranken.

Maren Röger (Gießen): Die medialen Erzählungen der Zwangsaussiedlung seit 1989 in Deutschland und Polen.

Andrzej Sakson (Posen): Die Vertriebenenintegration in Polen.

4. Sektion

Eliżabeta Szumańska (Posen/Frankfurt/Oder): Zwangsmigration in Weißrussland um 1945.

Anna Sosna (Krakau/Osnabrück): Stalinistische Deportationen von Deutschen und Polen in der UdSSR nach Kasachstan 1935-1936.

Aleksander Sologubov (Kaliningrad/Königsberg): Krieg, Umsiedlung und Versöhnungsversuche am Beispiel von Karelien.

Marion Zurborg (Osnabrück): Die Rolle der Zivilgesellschaft im Versöhnungsprozess des Nordirlandkonflikts.

Franziska Kathöfer (Frankfurt/Oder): Die Rolle der konfessionellen Zugehörigkeit für den Integrationsprozess katholischer Vertriebener und Flüchtlinge in Mecklenburg nach 1945.

Die Rolle der Kirchen bei der Integration der Vertriebenen in Deutschland und in Polen. Diskussion mit Siegfried Plath (Koserow) und P. Jan Mazur (Stettin).

5. Sektion – Ergebnisse

Von Stettin nach Szczecin 1933-1989. Eine mitteleuropäische Stadt in der Zeit von Diktatur und totalitären Umsiedlungen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Podiumsdiskusskion mit Bogdana Kozińska, Agnieszka Kuchcińska-Kurcz, Bartłomiej Sochański (Stettin).
§
Anmerkung:
[1] Kinga Konieczny / Andrzej Łazowski (Hrsg.), Du aber bleibst bei mir, Szczecin 2008.

Zitation
Tagungsbericht: Dreigenerationengespräch über Krieg – Vertreibung – Integration – Versöhnung, 22.10.2009 – 25.10.2009 Szczecin, in: H-Soz-Kult, 14.12.2009, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2914>.
Redaktion
Veröffentlicht am
14.12.2009
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