Walter Boehlich. Kritiker

Ort
Potsdam
Veranstalter
Institut für Germanistik der Universität Potsdam; Prof. Dr. Helmut Peitsch; Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam; Helen Thein, M.A.
Datum
04.12.2009 - 06.12.2009
Von
Christoph Kapp, Zentrum für zeithistorische Forschung, Potsdam

Als der Lektor, Übersetzer und Kritiker Walter Boehlich 2006 starb, war sich das Feuilleton einig, dass er das öffentliche Leben der Bundesrepublik geprägt habe. Worin genau die Prägung bestanden und welchen Beitrag er zur Kulturgeschichte geleistet hat, versuchte die anzuzeigende Tagung auszuloten, die quasi Tür an Tür mit der nun in der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam befindlichen Bibliothek Boehlichs stattfand.

Seine Nichte, SABINE BOEHLICH, berichtete von den Schwierigkeiten eine geeignete Institution zu finden, Walter Boehlichs Bibliothek öffentlich zugänglich aufzustellen. Mit einer Führung durch die Bibliothek Walter Boehlichs illustrierte HELEN THEIN, welche biografischen und zeitgeschichtlichen Brüche allein anhand des Buchbestandes deutlich werden. So korrespondiere Boehlichs Ausscheiden aus dem Suhrkamp-Verlag mit dem Abbruch der systematischen Sammlung von Bänden der Edition Suhrkamp. ROLAND BERBIG präsentierte stichprobenartig einen Einblick in Boehlichs Umgang mit seiner Bibliothek. Er zeichne sich aus durch den durch seine Lektoratstätigkeit schon habitualisierten Gestus des Korrigierens von Irrtümern und Schreibfehlern in Büchern. Zudem ermögliche es die Untersuchung der Widmungen in den Büchern, das biographische und kulturelle Netzwerk zu beschreiben, in dem Boehlich einen wichtigen Knotenpunkt gebildet habe. Um Widmungen als Quelle für die Kulturwissenschaften nutzbar zu machen, sei es deshalb bei der Erschließung von Nachlassbibliotheken notwendig, sie auch bibliographisch zu erfassen.

Den Anfängen Boehlichs als Literaturwissenschaftler wandte sich HELMUT PEITSCH zu. Anhand des Aufsatzes über Rudolf Unger[1] verortete er Boehlich in den zeitgenössischen Methodendiskussionen der Literaturwissenschaft. Mit Unger habe Boehlich die Germanistik als eine Zentralwissenschaft konzipiert, die durch die Erforschung der Geschichte der Literatur sich der bewahrenswerten Tradition versichere. Dabei bezögen sich beide positiv auf die Idee einer „Deutschen Bewegung“, die den Dichtern eine maßgebliche Rolle bei der Herausbildung der deutschen Nation zumaß. Gegen Unger habe Boehlich die Rolle der Philologie als Möglichkeit historischer Konkretisierung von Erkenntnissen und damit der besseren Würdigung des einzelnen Individuums betont. Boehlichs Betonung des Einzelnen in der Geschichte werde aber, so Peitsch, durch seinen zustimmenden Bezug auf die „Deutsche Bewegung“ konterkariert. Sie sei gerade keine konkrete historische Erscheinung, sondern der Versuch eine geistesgeschichtliche Metageschichte zu erzählen, der sich das Individuum zu beugen habe.

Als eine weitere Wegmarke in der Entwicklung als Literaturwissenschaftler stellte THOMAS WEGMANN Boehlichs Essay über die „fehlende Generation“ heraus.[2] Er las den Essay als Reflex auf die Kontroverse zwischen Karl Mannheim und Ernst Robert Curtius in den späten 1920er-Jahren. Dieser hatte durch dessen soziologische Herleitung des originär Geistigen seine Einebnung befürchtet. In Boehlichs Aufsatz wiederhole sich subkutan, so Wegmann, der Kampf von Ästhetik und Soziologie um die Deutungshoheit über das Geistige. Boehlich nehme dabei eine vorsichtig vermittelnde Stellung ein. Einerseits folge er Curtius in seiner nicht generationell bedingten Herleitung der Tradition der großen Geister. Andererseits setze er sich von ihm ab, indem er das Fehlen einer wissenschaftlichen Generation nach dem Zweiten Weltkrieg konstatiert, die, so die Konjektur Wegmanns, die Positionen Mannheims und Curtius´ zu versöhnen hätte.

Boehlichs Beziehung zu seinem Lehrer Ernst Robert Curtius, dessen Assistent er von 1947 bis 1951 war, widmete sich PETER JEHLE. Curtius sei für Boehlich der Schritt ins Freie gewesen, der es ihm ermöglichte die philosophierende Literaturwissenschaft hinter sich zu lassen. Dagegen setze er mit seinem Lehrer eine entnationalisierte, philologisch versierte Literaturwissenschaft. Boehlichs Orientierung an Curtius führe aber mit der Präferenz für die großen Geistesheroen auch zu einem Abschluss gegen soziologische und gesellschaftswissenschaftliche Fragen in der Literaturwissenschaft. Erst in den 1960er-Jahren sei eine Abkehr Boehlichs von dieser Verengung zu erkennen. Das von Curtius erlernte philologische Rüstzeug habe Boehlich nun im Sinne einer herrschaftskritischen Wiederentdeckung unterdrückter literaturgeschichtlicher Traditionen angewendet.

PETER UWE HOHENDAHL steuerte eine Übersicht über Boehlichs Positionen zur Germanistik bei. Ihnen allen gemeinsam sei die Abkehr von den im Nationalsozialismus präferierten Methoden. Konzentrierte sich Boehlich bis in die frühen 1950er- Jahre jedoch auf eine Kritik der geistesgeschichtlichen Schule, fordere er mit Curtius in den 1950er-Jahren eine Rephilologisierung und Europäisierung des Faches. In den 1960er-Jahren habe er sich dann ideologiekritisch mit der Verfassung des Faches auseinandergesetzt und auf die Verstrickung zeitgenössischer Germanisten in den Nationalsozialismus hingewiesen. Kritisch merkte Hohendahl an, dass Boehlichs Programm einer wertneutralen, positivistischen Philologie keineswegs vor der gefürchteten politischen Vereinnahmung schütze.

MANUELA BÖHM unterzog Boehlichs Kritik des Grimmschen Wörterbuchs einer erneuten Überprüfung und ordnete sie wissenschaftshistorisch in die Geschichte der Philologie ein. Boehlich habe methodisch die aus der Romantik stammende Überbewertung der Etymologie kritisiert, die disparate Anlage des Wörterbuchs, die zu einem Ungleichgewicht in Aufbau und Länge der einzelnen Artikel führe, und die konservative politische Ausrichtung des Wörterbuches. Letztere zeigte sich für ihn in der Marginalisierung von Fremdworten und in der bevorzugten Aufnahme von Begriffen des rechten Lagers. Dagegen betonte Böhm die sprachdokumentarisch repräsentative Aufnahme von Fremdworten im Grimm. Inwieweit die Lemmata des Wörterbuches nach politischen Gesichtspunkten ausgesucht wurden, sei hingegen noch ein Desiderat der Forschung.

Als Cheflektor war Boehlich maßgeblich für die die Kulturgeschichte der Bundesrepublik prägende „Suhrkamp-Kultur“ (George Steiner) verantwortlich. Seine konkrete Tätigkeit bei Suhrkamp wurde in mehreren Vorträgen beleuchtet. Die von Klaus Reichert und Boehlich initiierte Buchreihe „sammlung insel“ würdigte RICHARD FABER in seinem Beitrag als gelungenen Versuch, an vergessene Traditionen im Sinne Walter Benjamins wieder anzuknüpfen. Die 50-bändige Reihe habe es wie dessen Briefsammlung „Deutsche Menschen“ geschafft, einen Alternativkanon der in Deutschland unterdrückten Aufklärung zu schaffen. Mit der Neuedition von Texten etwa von Gervinus, Jochmann, Seume und Knigge habe Boehlich die durch den Nationalsozialismus und die Adenauersche Restaurationszeit abgebrochene Rezeption radikaldemokratischer deutscher Traditionen wieder ermöglicht.

Der Verlagspolitik Suhrkamps im geteilten Deutschland im Allgemeinen und Boehlichs Einfluss darauf im Speziellen galt BERTHOLD PETZINNAs Vortrag. Im Konflikt um die nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR enteigneten Verlage käme Siegfried Unseld eine moderierende Rolle zu. So habe er sich dem durch den Börsenverein geforderten Ausschluss von DDR-Verlagen von der Frankfurter Buchmesse widersetzt und seinen Verlag auch auf der Leipziger Buchmesse präsentiert. Maßgeblich für seine Haltung sei dabei Boehlichs Überzeugung gewesen, dass die Teilung Deutschlands eine Tatsache sei, mit der man nicht ideologisch, sondern pragmatisch umzugehen habe. Ein Dissens sei erst nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei entstanden, als auch Unseld für einen Boykott der Leipziger Buchmesse plädierte, den Boehlich für Unsinn gehalten habe.

Diese politische Großwetterlage gehörte mit zu den Ursachen des „Lektorenaufstands“ 1968. Nachdem ihr Versuch, die Entscheidungsstrukturen im Suhrkamp-Verlag zu demokratisieren, scheiterte, verließen die Lektoren Urs Widmer, Klaus Reichert, Peter Urban und Boehlich den Verlag. CLAUS KRÖGER schlug vor, den Lektorenaufstand nicht nur als Ergebnis der Breitenwirkung des Ereigniszusammenhangs „1968“ oder als Beispiel für die zunehmend selbstbewusste Rolle der Lektoren im Produktionsprozess von Büchern anzusehen. Auch die spezifisch verlagsgeschichtlichen Ursachen müssten zur Erklärung mit herangezogen werden, etwa die Konflikte zwischen den Antipoden Unseld und Boehlich.

JÜRGEN SCHUTTE analysierte anhand des Briefwechsels mit Peter Weiss Boehlichs Beitrag für Weiss´ Etablierung als Schriftsteller. Boehlich komme dabei nicht nur Bedeutung zu, weil er Weiss in Phasen des Selbstzweifels immer wieder ermutigt habe, seinen Weg zu gehen. Auch die Durchsetzung seiner am Surrealismus und an Kafka geschulten frühen experimentellen Prosatexte im Verlag selbst und in der literarischen Öffentlichkeit sei mit Boehlichs Interventionen zu verdanken.

Als Kritiker und Lektor war Boehlich für viele Schriftsteller eine Autoritätsperson. Für Martin Walser sei er im Suhrkamp-Verlag zwar nie direkt zuständig gewesen, dennoch sei er für ihn, berichtete MATTHIAS N. LORENZ, geistig immer ein Ansprechpartner geblieben, vor dem er sich zu rechtfertigen suchte. Für Boehlichs Verhältnis zu Walser sei bestimmend gewesen, dass dieser beim Lektorenaufstand zu Unseld gehalten habe. Ihre Distanz sei erst öffentlich geworden durch Boehlichs Kritik an Walsers Einlassungen zur deutschen Nation. Dessen Friedenspreisrede in der Paulskirche kritisierte Boehlich in der Titanic.[3] Kern der Kontroverse sei Walsers implizite Konstruktion eines nationalen Kollektivs in der Rede gewesen, das die deutschen Juden nicht umfasste. Gegen diesen ihn auch biografisch berührenden Ausschluss habe Boehlich besonders scharf reagiert.

1973 veröffentlichte Boehlich im von ihm mit gegründeten Verlag der Autoren das einzige Buch, das ihn als Autor ausweist: „1848“. MATTHIAS UECKER deutete es jedoch als eine „verweigerte Autorschaft“, da Boehlich in der Dokumentation in neun Szenen nur die Reden, die in der Paulskirche gehalten wurden, zu einem Theaterstück arrangiert habe. Absicht des Textes sei es, allein durch die Auswahl des Stoffes aktuelle politische Probleme in den Debatten der Nationalversammlung deutlich zu machen. Dieser – für Uecker am dokumentarischen Purismus gescheiterte – Versuch bedinge die Anordnung des Materials im Text. Als implizites Muster der Szenenfolge ergebe sich ein Schlagabtausch zwischen der konservativen Mehrheit des Parlaments und der radikalen revolutionären Minderheit, die zwar in allen Entscheidungen bis auf die Gleichstellung der Juden unterliege, aber – wie Boehlichs Klappentext vorgibt – historisch recht behalten habe.

Boehlichs kommerziell erfolgreichstes Buch war die Edition der Briefe Sigmund Freuds an seinen Jugendfreund Eduard Silberstein. Über Boehlichs Reaktion auf seine negative Rezension des Buches berichtete STEFAN GOLDMANN. Bei einem Empfang darauf angesprochen, habe Boehlich ihm mit einer einzigen sprachlichen Partikel – „Hm...“ – geantwortet und sich dann abgewendet. Goldmann deutete das sowohl als Zeichen der Ablehnung eines etablierten Literaturkritikers gegen einen aufstrebenden, als Boehlichs Erinnerung an die eigenen Probleme als junger Kritiker und schließlich als verhaltene Zustimmung zum Lauf der Dinge, der dazu führe, dass die jungen Wilden alle zu saturierten Alten werden müssten. Daraus entwickelte Goldmann eine Topik der Literaturkritik: Der Vorwurf mangelnden philologischen Handwerkszeugs und Scharfsinns und der Unkenntnis der aktuellen Forschungslage seien Muster der Literaturkritik, die immer dann Anwendung fänden, wenn sich eine junge Forschergeneration gegen die etablierte Lehrmeinung wende.

PETER URBAN würdigte Boehlichs Leistungen als Übersetzer aus dem Spanischen, Dänischen und Englischen. Er habe zwar keine Übersetzungstheorie veröffentlicht, aber die in seinem Nachlass aufgefundenen 14 Thesen zum Übersetzen wiesen ihn als einen reflektierenden Praktiker aus. Boehlich habe an jeden Übersetzer kaum zu bewältigende Anforderungen gestellt, die einlösen können müsse, wer ein Kunstwerk in eine andere Sprache übertragen will.

Auch wenn Boehlich von seiner jüdischen Herkunft kein öffentliches Aufhebens machte, spielte der gesellschaftliche Umgang mit dem Judentum für den Publizisten dennoch eine große Rolle. DANIEL WEIDNER analysierte Boehlichs Weigerung einer Identitätszuschreibung als Jude als das Bemühen, seine Kritik am Umgang mit den nationalsozialistischen Verbrechen in Deutschland nicht aus der Sicht eines Betroffenen zu formulieren. Vielmehr sei es ihm um einen aufklärerischen Standpunkt gegangen, der die Gleichberechtigung aller Menschen als notwendige Bedingung einer demokratischen Gesellschaft zu erfassen vermöge. Dazu gehöre für Boehlich nicht allein die Bereitschaft der Nicht-Juden sich mit ihrer antisemitischen Vergangenheit auseinanderzusetzen, sondern auch die Bereitschaft der Juden, ihre schützende „Glasglocke“ zu verlassen und in einen offenen Dialog zu treten.[4]

Die Etablierung des Antisemitismus im akademischen Milieu hatte Boehlich 1965 in seinem Dokumentenband zum „Berliner Antisemitismusstreits“ dargestellt. JULIUS H. SCHOEPS referierte die historischen Hintergründe der 1879 durch einen antisemitischen Artikel Heinrich von Treitschkes ausgelösten Debatte um die Gleichberechtigung der Juden im Kaiserreich. Sie sei nicht auf Deutschland beschränkt gewesen, vielmehr habe es in vielen europäischen Ländern Diskurse gegeben, in denen eine nationale Identität unter Ausschluss der Juden konstruiert wurde. Schoeps würdigte Boehlichs Dokumentation als einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Vorgeschichte des Nationalsozialismus, kritisierte jedoch, dass Boehlichs Darstellung Theodor Mommsens als eines liberalen Gegenspielers Treitschkes überdecke, dass sich auch in Mommsens Texten antisemitische Klischees fänden.

Abschließend bleibt festzustellen, dass es auf der Tagung gelang, die Entwicklung Boehlichs zum einflussreichen Intellektuellen nachzuzeichnen. Durch seine Auseinandersetzung mit der Fachgeschichte der Germanistik, die Förderung moderner internationaler Literatur als Übersetzer und Lektor, sowie seine kritischen Artikel zur Zeitgeschichte als Publizist, trug Boehlich zur Liberalisierung der Bundesrepublik bei. Durch Lesungen aus Boehlichs Briefen und Übersetzungen und die Aufführung des Stücks „1848“ wurde auf der Tagung zudem die ästhetische Qualität seiner Arbeiten unter Beweis gestellt. Gleichwohl wurde von mehreren Referenten zu Recht darauf hingewiesen, dass eine weitere – auch biografische – Erforschung seines Wirkens vonnöten ist, um die intellektuellen Netzwerke genauer in den Blick nehmen zu können, die die politische Kultur seiner Zeit prägten.

Konferenzübersicht:

Eröffnung

SABINE BOEHLICH (Hamburg): Wie die Walter Boehlich-Bibliothek nach Potsdam kam

Sektion I: Kritik an der Germanistik

PETER UWE HOHENDAHL (Cornell University): Walter Boehlich als Kritiker der Germanistik

MANUELA BÖHM (Universität Potsdam): „Ein Pyrrhussieg der Germanistik“. Boehlichs Kritik an der Grimmschen Philologie

Sektion II: Im Spiegel der Bibliothek

ROLAND BERBIG (Humboldt-Universität Berlin): Widmungen und Anstreichungen. Exemplarische Stichproben in Boehlichs Bibliothek

HELEN THEIN (Moses Mendelssohn Zentrum): Walter Boehlichs Bücher: eine Führung durch die (Nachlass-)Bibliothek

Sektion III: Literaturwissenschaft

PETER JEHLE (Berlin): Der Schüler eines Lehrers: zum Einfluss von Ernst Robert Curtius auf Walter Boehlich

HELMUT PEITSCH (Universität Potsdam): Boehlichs „Beitrag zur Geschichte der Literaturwissenschaft“

Sektion IV: Literaturkritik

THOMAS WEGMANN (Freie Universität Berlin): Der Kritiker, der seine Position bestimmt: „Die fehlende Generation. Literaturgeschichte und -kritik“ (1954)

MATTHIAS N. LORENZ (Technische Universität Dortmund): „Wir kommen ohne einander aus.“ Walter Boehlichs und Martin Walsers Entfremdung als Resultat konfligierender Konzepte des Intellektuellen

Sektion V: Verlagslektorat

JÜRGEN SCHUTTE (Berlin): Der Briefschreiber: Korrespondenz mit Peter Weiss in der Akademie der Künste

RICHARD FABER (Freie Universität Berlin): Walter Boehlichs „sammlung insel“ der sechziger Jahre: Wiederaufnahme eines Walter Benjamin‘schen Projekts der dreißiger Jahre

BERTHOLD PETZINNA (Berlin): Walter Boehlich und die DDR-Verlage

CLAUS KRÖGER (Bielefeld)Walter Boehlich vs. Siegfried Unseld? Der ‚Lektorenaufstand‘ im Suhrkamp Verlag

Sektion VI: Autorschaft

MATTHIAS UECKER (University of Nottingham): Dokumentation oder Aktualisierung einer Revolution? Walter Boehlichs „1848“

STEFAN GOLDMANN (Universität Potsdam): „Hm...“ Auch eine Begegnung mit Walter Boehlich

PETER URBAN (Weidmoos): Der Übersetzer Walter Boehlich

Sektion VII: Judentum und Antisemitismus

DANIEL WEIDNER (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin): „Es sind vielleicht nicht Überzeugungen im strikten Sinne“. Walter Boehlich und „das Verhältnis zu den Juden“

JULIUS H. SCHOEPS (Moses Mendelssohn Zentrum): Walter Boehlich und der Berliner Antisemitismusstreit von 1879/1880

Anmerkungen:
[1] Walter Boehlich, Rudolf Unger. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Literaturwissenschaft, in: Zeitschrift für deutsche Philologie 70 (1948/49), S. 418-447.
[2] Ders., Die fehlende Generation, in: Joachim Moras / Hans Paeschke (Hrsg.), Deutscher Geist zwischen Gestern und Morgen. Bilanz der kulturellen Entwicklung seit 1945, Stuttgart 1954, S. 382-397.
[3] Ders., Ich, ich – wir. Daß der Wahrheitsgehalt einer Rede sich nach der Lautstärke des Beifalls bemißt, glaubt nach A. Hitler nun auch Martin Walser, in: Titanic 1 (1999), S. 20-23.
[4] Ders., Juden sind berührbar, in: Konkret 5 (1976), S. 47.

Zitation
Tagungsbericht: Walter Boehlich. Kritiker, 04.12.2009 – 06.12.2009 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 14.01.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-2947>.
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Veröffentlicht am
14.01.2010
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