Die Grenzen des Milieus. Vergleichende Analysen zu Stabilität und Gefährdung katholischer Milieus in der Endphase der Weimarer Republik und in der NS-Zeit

Ort
Vechta
Veranstalter
Arbeitsstelle für Katholizismus- und Widerstandsforschung, Universität Vechta
Datum
22.10.2009 - 24.10.2009
Von
Willenborg Rudolf, Vechta

Die Tagung wurde von der Arbeitsstelle für Katholizismus- und Widerstandsforschung an der Universität Vechta unter der Leitung von Joachim Kuropka vorbereitet. Dreizehn fachkundige Referenten stellten zum Thema insgesamt elf aussagekräftige Regionen (Südwestdeutschland, Pfalz, Oberschlesien, Grafschaft Glatz, Bayerischer Wald, Unterfranken, Passau, Eichsfeld, Oldenburger Münsterland, Emsland, Ermland) vor. Da neben Historikern auch Politologen, Ökonomen und Theologen mit internationaler Besetzung (Israel, Polen, USA) referierten, ergaben sich interessante multiperspektivische Zugänge und originelle, teils ungewohnte methodische Zugriffe. Eine große Zahl fachkundiger Zuhörer bereicherte in der Diskussion die vorgetragenen Ergebnisse.

Mit einem anregenden Vortrag über die „Achillesferse“ des deutschen katholischen Milieus stieg zu Beginn ODED HEILBRONNER (Jerusalem) in die Thematik ein. Der Titel des Vortrages ist begrifflich an seine 1996 erschienene Untersuchung über den Schwarzwald angelehnt, doch basierten seine Thesen auf neuen Forschungen zu weiteren katholischen ländlichen Gebieten Südwestdeutschlands. Einen Grund für die Eigenheiten der untersuchten Gebiete sah Heilbronner in deren "frontier conditions", der Randlage an der österreichischen, schweizerischen und französischen Grenze. Mit Bezug auf den Begriff des englischen „Popular Liberalism“ lautete seine zentrale These, dass sich in dieser vorwiegend katholischen Region ein radikaler Populärer Liberalismus („radical Popular Liberalism“) herausbilden konnte, der eine Ursache für die Schwächung und Auflösung des katholischen Milieus war, was schließlich dem aufstrebenden Nationalsozialismus Zulauf bescherte. Zentren radikal-liberaler Aktivitäten waren Städte und Dörfer mit starker katholischer Mehrheit wie etwa Memmingen, Lindau, Konstanz, Sigmaringen, Waldshut oder Breisach. Durch die methodologische Verwendung des regionalen Ansatzes („sense of place”) ließ sich aufzeigen, dass die Abgeschiedenheit der Region fern von den Zentren der Macht die Herausbildung des radikalen Populären Liberalismus begünstigte. Neben dem regionalen Aspekt und der historiographischen Analyse verwendete Heilbronner noch einen dritten interessanten methodologischen Zugang, den er als „kulturellen Ansatz“ bezeichnete. Er verstand darunter die Erforschung des engmaschigen Gemeinschaftslebens („close-knit community life“) in diesem ländlichen Raum. Mikromilieus wie Kirche, Schule, Familie, Nachbarschaften oder Dorfgemeinschaften sollten durch eine Mikroanalyse erschlossen werden.

Der Vortrag von THEO SCHWARZMÜLLER (Kaiserslautern) wirkte wie die Anwendung der Heilbronnerschen Mikroanalyse auf ein dichtes katholisches Milieu. Die Gemeinde Hauenstein in der damals bayerischen linksrheinischen Pfalz, die nicht nur landwirtschaftlich, sondern durch eine bedeutende Schuhindustrie auch stark industriell geprägt war, wartete bei der Reichstagswahl am 5. März 1933 mit dem Rekordergebnis von 92,6 Prozent für die gemeinsame Liste von Zentrum und Bayerischer Volkspartei auf. Schwarzmüller zeigte anschaulich, welche Rolle Persönlichkeiten in Mikromilieus spielten. Der streng katholische Ort wurde vom Ortspfarrer zwar autoritär geführt, dieser besaß jedoch, insbesondere wegen seines caritativen Wirkens, einen großen Rückhalt in der armen Gemeinde, beispielsweise bei Konflikten mit nationalsozialistischen Lehrern oder zumeist von außerhalb kommenden Parteifunktionären. Ein ausgeprägtes Vereinsleben, Schule und Lehrerschaft, die katholische Presse taten ein Übriges. Anhand der Mikrostudie konnte Schwarzmüller die enge Verflochtenheit und Vernetzung der einzelnen Milieukomponenten aufzeigen, die die Geschlossenheit dieses Milieus bewirkten. An einem anschaulichen Beispiel demonstrierte Schwarzmüller dies gleich zu Beginn seines Vortrages. Anfang 1933 zog der pfälzische Gauleiter Bürckel mit auswärtigen SA-Männern „Heil Hitler" rufend durch Hauenstein, um der Hochburg des politischen Katholizismus seine Stärke zu demonstrieren. Aber er marschierte durch leere Straßen, denn alle Hauensteiner waren beim Pfarrer in der Kirche versammelt, der dort demonstrativ eine Sühneandacht abhielt, weil Hitlerjungen ein Kreuz geschändet hatten.

Eines der fruchtbarsten Resultate der Tagung bestand in direkten Vergleichsmöglichkeiten, so bereits bei den nächsten beiden Vorträgen, die zwei stark vom Katholizismus geprägte Gebiete Schlesiens vorstellten, das oberschlesische Gebiet um Gleiwitz und die niederschlesische Grafschaft Glatz.

RYSZARD KACZMAREK (Katowice/Kattowitz) verglich die Reichstagswahlen der Stadt Gleiwitz mit dem umliegenden Landkreis Tost-Gleiwitz in den Jahren 1928 bis 1933. Bei dem Untersuchungsgebiet spielten wieder Grenzbedingungen eine Rolle, denn die Region lag direkt an der 1922 neu gebildeten Grenze zu Polen. Das bei Deutschland verbliebene West-Oberschlesien sollte zu einem Vorzeigeobjekt guter deutscher Wirtschaftsführung ausgebaut werden. Obwohl die Region zu fast 90 Prozent katholisch war; ließ sich der Aufwärtstrend der NSDAP nur kurzfristig aufhalten. Bei der Märzwahl 1933 hatte der überwiegende Teil der Katholiken das NS-Regime nahezu widerstandslos akzeptiert, wobei im Landkreis Tost-Gleiwitz die Werte für das Zentrum niedriger (29,5 Prozent) und für die NSDAP entsprechend höher (46,4 Prozent) lagen als in der Stadt Gleiwitz.

MICHAEL HIRSCHFELD (Vechta) untersuchte in einem mit sprechenden Beispielen angereicherten Beitrag das katholische Milieu und den politischen Wandel der Grafschaft Glatz in den Jahren 1928 bis 1933, wobei mit dieser Grenzregion des Deutschen Reiches Heilbronners „frontier conditions" bereits ein drittes Mal thematisiert wurden. In der zum Erzbistum Prag gehörenden Grafschaft Glatz mit einem Katholikenanteil von 91,3 Prozent zeigten sich nach dem Ersten Weltkrieg deutliche Erosionserscheinungen im katholischen Milieu. Der Wahlkreis Glatz-Habelschwerdt blieb zwar eine sichere Bastion der Zentrumspartei, aber in den industrialisierten Dörfern im Bergbaugebiet um Neurode bekam die SPD einen großen Zulauf. Am Ende der Weimarer Republik erstarkte hier dann zunehmend die KPD, in dem besonders grenznahen Raum Habelschwerdt dagegen die NSDAP. Als Ursachen machte Hirschfeld zum einen die Krise im Bergbau sowie mehrere schwere Grubenunglücke aus, zum anderen die vor allem unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg zu Tage getretenen tschechischen Annexionsabsichten.

Waren von Heilbronner und Schwarzmüller unter anderem bereits bayerische Gebiete vorgestellt worden, wurden in einem zweiten geschlossenen Block drei traditionale katholische Lokal- und Regionalmilieus aus sehr unterschiedlichen Regionen Bayerns behandelt. Das Besondere an den Vorträgen dieser Sektion bestand darin, dass sie von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen stammten, was auch neue methodische Zugänge und Perspektiven beinhaltete.

Der Wirtschaftswissenschaftler HELMUT BRAUN (Regensburg) untersuchte die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise in der Stadt Zwiesel und den Gemeinden Bodenmais und Frauenau im Bezirk Regen. In den zutiefst katholisch geprägten, Land- und Waldwirtschaft betreibenden Dörfern des Bayerischen Waldes waren die Bewohner sehr arm, rückständig und die wirtschaftlichen Aktivitäten auf einem niedrigen Niveau. Lediglich die hier ausgewählten Kommunen hatten „industrielle“ Betriebsstätten der Glasfertigung vorzuweisen. Während der Weltwirtschaftskrise wurde dann dieser Wirtschaftszweig durch einen Einbruch der Exporte besonders hart betroffen. Hier boten sich dem Zuhörer Vergleichsmöglichkeiten zu den von Schwarzmüller und Hirschfeld vorgestellten industriellen Regionen. Aber noch weitere Elemente der Mikroanalyse Schwarzmüllers ließen sich in den Kommunen des Bayerischen Waldes auffinden. Dörfliche und kleinstädtische Honoratioren wie Pfarrer, Lehrer, Großbauern und Adelige prägten das Milieu und das Verhalten der Menschen. Die Bayerische Volkspartei war tief im Bewusstsein der trotz ihres kargen Lebens insgesamt sehr konservativ eingestellten Menschen verankert. Vor diesem Hintergrund analysierte Braun Stabilität und Wählerwanderung zwischen Milieugebundenheit, Resignation und Protest, indem er die Ergebnisse der Reichstagswahlen in den erwähnten Orten in ihrem Trend darstellte und zu den gesamtbayerischen sowie reichsweiten Ergebnissen in Beziehung setzte.

Der Theologe und Kirchenhistoriker WOLFGANG WEISS (Würzburg) untersuchte katholische Lebenswelten im Gau Unterfranken beziehungsweise Mainfranken, der territorial fast mit dem Bistum Würzburg identisch war und bereits im Dritten Reich als der „schwarze Gau“ bezeichnet wurde, weil er die kaum erschütterbare starke Position des Katholizismus auch unter den Gegebenheiten der nationalsozialistischen Herrschaft kennzeichnete. Die Katholiken Unterfrankens waren gegen die nationalsozialistische Ideologie weithin immun und bewiesen auch eine gewisse Widerständigkeit. Weiß erläuterte ferner die Frage, wie weit die Loyalität gegenüber dem NS-Staat ging und welche Formen von Anpassung oder gar Anbiederung festzustellen waren.

Grundzüge des katholischen Milieus in Passau und dessen politische, gesellschaftliche und religiöse Rahmenbedingungen stellte JOHANN RIERMEIER (Passau) vor. Das katholische Milieu war vor der „Machtergreifung“ und darüber hinaus prägend für das gesamte Bistum Passau. Etwa 98,5 Prozent der Bevölkerung waren Katholiken, wobei vom Referenten verschiedene Gruppen bezüglich ihrer Rolle, Funktion und Stellung im Milieu unterschieden wurden. Besonders die Geistlichkeit als “Trägerschicht und Instruktor des katholischen Milieus“ hatte prägenden Einfluss, was sie politisch, gesellschaftlich und weltanschaulich zu einem naturgegebenen Gegner des Nationalsozialismus machte. In dieser Hinsicht würdigte Riermeier beispielsweise den katholischen Theologen und Pädagogen Franz Xaver Eggersdorfer. Die Auseinandersetzungen führten zu einer relativ hohen Milieustabilisierung.

In der folgenden Sektion wurden „vormoderne agrarisch-katholische Milieus“ aus vier Regionen vorgestellt, die einen extrem hohen Katholikenanteil aufwiesen.

DIETMAR KLENKE (Paderborn) akzentuierte für das Eichsfeld nicht den modernisierungstheoretischen Blickwinkel der Katholizismusforschung, sondern bettete die katholischen Milieus der Weimarer Republik aus der Warte eines politikgeschichtlichen Ansatzes in den politischen Systemzusammenhang der Weimarer Republik ein und betonte die politisch-psychologischen Spezifika einer problemüberfrachteten Nachkriegsgesellschaft. Er untersuchte die Fähigkeit des Katholizismus, sich in einem Umfeld machtpolitischer und ideologischer Konkurrenzen als politischer Konfessionalismus zu behaupten. Die milieusoziologische Stabilität des politischen Katholizismus beruhte einerseits auf gewachsenen Traditionen, andererseits auf der Fähigkeit, der radikalnationalistischen Herausforderung in der Spätphase der Republik mit der Vision einer gerechten internationalen Ordnung entgegentreten zu können. Dabei nahm Klenke zum einen die Träger der katholischen Beharrung, zum anderen die erosionsanfälligen Sozialräume in den Blick.

JOACHIM KUROPKA (Vechta) stellte die „schwärzeste Ecke“ Deutschlands vor, das Oldenburger Münsterland, in dem sich eine katholisch geprägte eigene Identität herausgebildet habe und das daraus folgend zu den Hochburgen des politischen Katholizismus gehöre. Die Dichte des katholischen Milieus in dieser Region demonstrierte Kuropka eindrucksvoll, indem er in einem Erklärungsmodell des Arbeitskreises für Kirchliche Zeitgeschichte Münster das Oldenburger Münsterland in der weitaus „schwärzesten Ecke“ verorten konnte.

In der Weimarer Zeit machten sich auch Erosionserscheinungen in diesem Milieu bemerkbar, die aus der Landwirtschaftskrise resultierten. Jedoch sei das Erstarken der Landvolkpartei Ende der 1920er-Jahre nur eine vorübergehende Erscheinung gewesen.

Allgemein stellte Kuropka fest, dass die Frage nach der Stabilität des katholischen Milieus in einem terroristischen System sich lediglich durch Indizien aufzeigen lasse. Er brachte dazu eindrucksvolle Beispiele wie den Kreuzkampf oder den folgenden Fall: Zur Beerdigung einer wegen ihrer Wohltätigkeit beliebten Jüdin berichtete der oldenburgische Landesrabbiner Leo Trepp, er habe lediglich ein kleines Häuflein Juden erwartet, aber eine große Menschenmenge vorgefunden. Obwohl die Nationalsozialisten die Teilnehmer fotografierten, „ging man mutig durch die Straßen bis zum Friedhof“. Ein Drogist, der ein Transparent mit der Aufschrift „Juden raus“ aufgehängt hatte, musste Konkurs anmelden, weil keiner mehr bei ihm kaufte.

MARIA ANNA ZUMHOLZ (Vechta) befasste sich anschließend mit dem agrarisch-katholischen Milieu im Emsland, einer Region, die dem Oldenburger Münsterland in vielem ähnelte, so dass sich direkte Vergleichsmöglichkeiten anboten. Gemeinsam seien beiden Gebieten etwa die fast rein katholische Konfession und eine Dominanz der Landwirtschaft, jeweils mit einem Anteil von über 90 Prozent. Infolge des Kulturkampfes und der Aktivität des Zentrumsführers Ludwig Windthorst habe sich im Emsland ein katholisches Milieu mit einer ausgeprägt kämpferischen Milieumentalität und einer engmaschigen Milieustruktur herausgebildet. Zumholz sah dieses dichte Milieu geprägt durch eine Vielzahl von Pfarreien als den Milieukernen, durch religiöse und berufsständische Vereine sowie die Zentrumspartei als den „Außenwerken“, durch ein weltanschauliches Sozialisationssystem konfessioneller Schulen und eine konfessionelle Zeitungslandschaft als Kommunikationssystem sowie nicht zuletzt durch einen caritativen Bereich. Insgesamt reagierte das katholische Milieu auf Versuche der Nationalsozialisten, im Emsland ein NS-Milieu zu etablieren, mit einer Intensivierung der Milieukultur in Verbindung mit einem Gestaltwandel und leichten Erosionserscheinungen an den Milieurändern, nicht jedoch mit Auflösungstendenzen des Milieus.

HANS-JÜRGEN KARP (Marburg) stellte mit dem Ermland eine weitere Grenzregion vor, wobei er vier Schwerpunkte setzte. Nachdem er die Bedeutung des sozialen und politischen Katholizismus dargelegt hatte, ging er auf die Grenzlandmentalität ein, die durch die kulturelle Identität der Katholiken Ostpreußens geprägt war. Bei der abschließenden Vorstellung der Katholischen Aktion wurde die Rolle des Bischofs Maximilian Kaller besonders herausgestellt.

WILLIAM J. MUGGLI (St. Paul/USA) referierte über Wahlforschungsergebnisse aus den Regionen Oldenburg und Eichsfeld. Er versuchte die Beweggründe herauszufinden, die am Wahltag die Entscheidung der Wähler bestimmen. Die Untersuchungsgebiete hatte er ausgewählt, weil sie bis ins 19. Jahrhundert zurück äußerst stabile Abstimmungsmuster und eine große Beständigkeit im Wahlverhalten aufwiesen. In vielen untersuchten Gemeinden war die religiöse Bindung ein maßgeblicher Faktor für die Wählerentscheidung. Die wichtigste Datenerhebungstechnik bildeten Telefoninterviews. Die Befragten waren angeleitet, Themen zu diskutieren, die kognitive und nichtkognitive Faktoren für die Wahlentscheidung offenlegen könnten. Jedes Interview wurde unter Benutzung von Computerprogrammen für semantische Analysen transkribiert. Die methodologische Grundlage bildete eine computergesteuerte Inhaltsanalyse.

Mit einem furiosen Parforceritt zog WINFRIED BECKER (Passau) das Resümee der Tagung, ließ nochmals wichtige Ergebnisse und Erkenntnisse zu Theorien und empirischen Befunden regionaler Milieuforschung Revue passieren, akzentuierte, setzte Schwerpunkte und formulierte offene Fragen. Er bestimmte die Rolle des katholischen Milieus innerhalb der vier Arten von Lepsius und griff die neuere Definition des Münsterschen Arbeitskreises auf, die zuvor Kuropka und Zumholz bereits verwendet hatten.

Konferenzübersicht:

Joachim Kuropka (Vechta): Einführung

Teil I: Agrarisch-industrielle Mischmilieus

Oded Heilbronner (Jerusalem/IL): The „Achillesferse” of German Catholic Milieux. Some thoughts about NSDAP, Catholic bourgeoisie and Catholic culture in south-west Germany

Theo Schwarzmüller (Kaiserslautern):Widerständiges katholisches Milieu in der Pfalz am Beispiel der Gemeinde Hauenstein

Ryszard Kaczmarek (Kattowitz/PL): Katholiken und NS-Bewegung in Oberschlesien. Reichstagswahlen in Stadt und Kreis Gleiwitz - Tost/Gleiwitz 1928-1933

Michael Hirschfeld (Vechta): Mehrheitlich nationalsozialistisch und doch „gut katholisch“. Politischer Wandel und katholisches Milieu in einer Grenzregion des Deutschen Reiches: Die Grafschaft Glatz 1928-1933

Diskussion

Teil II: Traditionale Lokal-/Regionalmilieus

Helmut Braun (Regensburg): Reichstagswahlen im Bayerischen Wald 1928 bis 1933 zwischen Katholizismus, „bayerischem Selbstbewusstsein” und Arbeiterprotest

Wolfgang Weiß (Würzburg): Loyal, widerständig, angepasst – Katholische Lebenswelten in Unterfranken vor der nationalsozialistischen Herausforderung

Johann Riermeier (Passau): Grundzüge des katholischen Milieus in Passau am Vorabend und zu Beginn der nationalsozialistischen Machtergreifung

Diskussion

Teil III: Vormoderne agrarisch-katholische Milieus

Dietmar Klenke (Paderborn): Widerspenstiger Katholizismus im Eichsfeld unter dem Nationalsozialismus – Wirklichkeit oder Legendenbildung?

Joachim Kuropka (Vechta): Zwischen Erosion und Erneuerung: Katholisches Milieu im Oldenburger Münsterland 1919 bis 1933

Maria Anna Zumholz (Vechta): „Windthorst’s Geist ist erwacht!“ Katholisches Milieu im Emsland in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus

Hans-Jürgen Karp (Marburg): Ermland zwischen „Politischem Katholizismus” und „Katholischer Aktion” – Anmerkungen zur Reichweite katholischen Handelns in einer Grenzregion des Reiches

Diskussion

Teil IV: Politisch fortwirkende Milieutraditionen

William Muggli (St. Paul/USA): Religion as a significant factor in deciding how to vote: findings from Oldenburg and Eichsfeld

Teil V: Ergebnisse regional vergleichender Milieuforschung

Winfried Becker (Passau): Resümee: Katholisches Milieu in der Region – Theorien und empirische Befunde

Abschlussdiskussion

Zitation
Tagungsbericht: Die Grenzen des Milieus. Vergleichende Analysen zu Stabilität und Gefährdung katholischer Milieus in der Endphase der Weimarer Republik und in der NS-Zeit, 22.10.2009 – 24.10.2009 Vechta, in: H-Soz-Kult, 29.03.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3036>.