Ist das jüdisch? 'Jüdische Volkskunde' im historischen Kontext

Ort
Wien
Veranstalter
Birgit Johler, Österreichisches Museum für Volkskunde,Wien; Barbara Staudinger, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten
Datum
19.11.2009 - 20.11.2009
Von
Wolfgang Gasser, Institut für jüdische Geschichte Österreichs, St. Pölten

Die vom Institut für jüdische Geschichte Österreichs in Kooperation mit dem Österreichischen Museum für Volkskunde in Wien ausgerichtete Tagung gab neben der historischen Rückschau zur Entstehung dieses Forschungsfeldes einen Überblick über die gegenwärtige Forschungslandschaft und sollte neue Impulse zur Diskussion stellen. Dabei standen sowohl wissensgesellschaftliche Überlegungen von Forscher/innen als auch gegenwartsbezogene alltagskulturelle Perspektiven von Sammler/innen im Fokus. Das im Palais Schönborn untergebrachte Österreichische Museum für Volkskunde bot einen passenden Rahmen, um diese Gedanken in einem angenehmen Ambiente zu verfolgen.

Die Beiträge der Konferenz leisteten Einsichten in zwei zentrale Prozesse der jüdischen Volkskunde: Zum einen stand die Aufarbeitung der folkloristischen Perspektiven der Vorkriegswissenschaften im Blickpunkt. Zum anderen beleuchteten zahlreiche Beiträge die Findung neuer Begrifflichkeiten, um der Disziplin neue Perspektiven zu eröffnen. Zentrales Thema war dabei immer wieder die unklare Grenzziehung des Begriffs der „Jüdischen Volkskunde“.

Eröffnet wurde die Tagung durch die Direktorin des Museums für Volkskunde Margit Schindler und die Leiterin des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs Martha Keil. Initiative und Organisation der Tagung gingen von den Mitarbeiterinnen dieser Institutionen, Birgit Johler und Barbara Staudinger, aus. Den beiden Organisatorinnen gelang es fünfzehn Wissenschaftler/innen aus Europa, Israel und den USA zu gewinnen, die die so bezeichnete „jüdische Volkskunde“ aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachteten, darunter aus den Bereichen Volkskunde, Judaistik, Kunst- und Architekturgeschichte, Kulturwissenschaften sowie aus mehreren Museen.

Das erste von vier Panels widmete sich „historischen und aktuellen Annäherungen“ an die jüdische Volkskunde. Der erste Impuls kam dabei von CHRISTOPH DAXELMÜLLER (Würzburg), der anhand von bisher wenig bekanntem Material aus dem Nachlass von Max Grunwald (1871-1953) die Entwicklung der Disziplin hin zur Kulturwissenschaft aufzeigte. Daxelmüller kam zum Ergebnis, dass Grunwalds Kulturbegriff für seine Zeit überraschend modern war und dass er mit seinen Ansichten einen prägenden Einfluss auf die in den 1920er-Jahren aufkommenden modernen Kulturwissenschaften des Judentums hatte.

Anschließend befasste sich KLAUS HÖDL (Graz) mit den Voraussetzungen für die Ausgestaltung eines volkskundlichen jüdischen Erbes in seiner frühen Phase um 1900. Dabei hob er die diametralen Entwicklungen hervor, die sowohl zur Krise des Judentums als auch zur Herausbildung von Idealbildern führte. Hödl sah bereits in dieser frühen Phase eine Kluft zwischen wissenschaftlicher Volkskultur und gesellschaftlicher Projektion von Kultur entstehen, die sich durch die unterschiedlichen Darstellungen jüdischer Welten für Nichtjuden ergab. Parallel zu einer offenen jüdischen Volkskultur wurde eine geschlossene jüdische Kulturwelt geschaffen, die exklusiv blieb.

Der Kulturwissenschaftler JOACHIM SCHLÖR (Southhampton) plädierte für eine Annäherung der deutschsprachigen Volkskunde mit den Cultural Studies im anglikanischen Raum und will diese auf das Feld der jüdischen Volkskunde angewandt sehen. Er sieht dabei die Voraussetzung durch die neuesten Entwicklungen auf beiden Seiten bereits gelegt. Schlör forderte einen wissenschaftlichen Dialog, der sich am dreibändigem Buchprojekt zu „Jewish Cultural Studies“ orientieren soll, das auf Anregung der American Folklore Association und ihrem Vorsitzenden Simon J. Bronner initiiert wurde und im Laufe der nächsten Monate komplett erscheinen sein wird. [1]

Dem Vorschlag der Integration in die Jewish Cultural Studies von Schlör folgte auch EBERHARD WOLFF (Zürich) und konnte anhand des Beispiels der Debatte der frühen Beerdigungen unter den Juden im späten 18. Jahrhundert darlegen, wie die Komplexität dieser Fragestellung diskutiert wurde und wie sehr ein enger Begriff der jüdische Volkskunde das Verständnis für Diversität im Judentum lange behinderte. Nach Wolf wurde beim Bau von jüdischen Museen und im Feld der Wissenschaften zu lange eine Volkskunde älteren Zuschnitts vertreten, die in der Regel von einer „essentiellen“, singulären jüdischen Tradition bzw. Kultur ausging. Die Entwicklung der letzten Jahre und das Feld der „Kulturwissenschaft des Jüdischen“ habe hingegen einen offeneren Begriff zur jüdischen „Brauchtumsforschung“ gebracht, der weiter verfolgt und konsequent pluralisiert werden sollte.

Das zweite Panel mit dem Titel „Jüdische Volkskunde in Museen“ eröffnete FELICITAS HEIMANN-JELINEK (Wien), Chefkuratorin im Jüdischen Museum Wien, und stellte anhand von Objektbeispielen des Bestandes des alten Wiener jüdischen Museums, das 1895 als erstes seiner Art in Europa gegründet worden war, die Frage „Welches Volk und welche Kunde? Die jüdische Volkskunde im Dienste des identitätsstiftenden Museums“. Wie Heimann-Jelinek ausführte, waren von den bis zur Auslösung des Museums 1938 gesammelten ca. 5.400 Objekten lediglich 44 ohne Bezug zum aschkenasischen Judentum. Keines jener Objekte repräsentierte Wiens sephardische Gemeinde, obwohl diese auf eine reichhaltige Geschichte zurückblicken konnte. Damit wurde die gestellte Fragestellung zur Repräsentation im identitätsstiftenden Museum durch das Ausklammern und Weglassen der anderen Gruppen verdeutlicht.

Anschließend stellte MARGOT SCHINDLER (Wien) als Direktorin des Österreichischen Museums für Volkskunde Spuren des Jüdischen in der Geschichte des Hauses vor. Dabei betonte sie, dass die Untersuchung dieses Themas erst am Anfang stehe und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden könne: Zunächst stellte sie Sammler, Förderer und Wissenschaftler in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen, danach die Objekte selbst. Die Frage nach der Definition des Jüdischen und deren Grenzziehungen und Deutungen ließ Schindler offen. Sie verwies jedoch deutlich auf die pluralistischen Denkweisen und Kategorisierungen, die hinter den Motiven der handelnden Personen und den von ihnen erkundeten Objekten standen.

MAGDA VESELSKÁ (Prag), Leiterin der Dokumentationsstelle im Jüdischen Museum Prag, verwies in ihrem Vortrag auf die in den tschechischen Ländern vor dem Zweiten Weltkrieg bestehenden jüdischen Museen und ihre Judaica-Sammlungen. Nach Veselská bestand von diesen Institutionen wenig Bereitschaft, selbst Forschung zu betreiben bzw. sich mit jüdischer Volkskunde auseinander zu setzen. Gründe hierfür sieht sie in der Heterogenität der jüdischen Gemeinden, die sie durch die unterschiedliche Selbstwahrnehmung der deutsch-jüdischen gegenüber der tschechisch-jüdischen Bevölkerung begründet sah, und, ausgelöst durch die fortschreitende Assimilation, in einem allgemein mangelnden Interesse am Brauchtum und an jüdischer Tradition mündete. Auf nichtjüdischer Seite waren es vor allem das Stadtmuseum Polna und das Ethnografischen Museum Pilsen, die ohne spezifisches Wissen Judaica sammelten und beschrieben.

Zur Eröffnung des zweiten Konferenztages und des dritten Panels mit dem Thema „Alltagskultur, Bräuche und Rituale“ untersuchte MARTHA KEIL (St. Pölten) christliche und jüdische Buß- und Versöhnungsrituale des Spätmittelalters im deutschsprachigen Raum und stützte sich dabei auf rabbinische und kirchliche Rechtsgutachten. Ausgehend von der Methode des sozialen Dramas von Victor Turner und dessen Vierstufen-Prozess (Bruch mit der sozialen Norm, dem anschließenden Konflikt, dem Anpassungsprozess und abschließender Integration oder Verbannung) kam Keil zum Ergebnis, dass es bei diesen Instrumenten der sozialen Disziplinierung und der Wiederherstellung der Ehre wenig Unterschiede zwischen den Anhängern der beiden Religionen gab. Diese Rituale seien allerdings nicht nur individuelle Korrekturprozesse gewesen, sondern auch Schauplatz des Kampfes um die jüdische bzw. kirchliche Rechtsautonomie gegenüber der weltlichen Gerichtsobrigkeit.

PETER HÖRZ (Bonn) widmete seine Ausführungen dem Thema seiner Dissertation und damit der jüdischen Kulturforschung des Burgenlandes vor und nach der Shoah und verwies darauf, dass diese früher und intensiver als in anderen Gebieten einsetzte; 1908 untersuchte Alfred Fürst die Judengasse von Eisenstadt. In der Zwischenkriegszeit beschäftigten sich dann Max Grunwald, der Industrielle und Judaica-Sammler Sándor Wolf und der Historiker Bernhard Wachstein mit den Siebengemeinden in der Frühen Neuzeit. Die Forschungen und Publikationen zum burgenländischen Judentum waren jedoch bereits früh von der Konstruktion einer konfliktfreien Vorvergangenheit geprägt, die auf jüdischer wie nichtjüdischer Seite betrieben wurde. Hörz fragte nach dem Zweck dieser gewählten Strategien und kam zum Ergebnis, dass ein starkes Bedürfnis der Selbstvergewisserung auf beiden Seiten gestillt werden konnte.

Gemäß BARBARA STAUDINGER (St. Pölten), die ihre Ausführungen ebenfalls auf den Rabbiner und Volkskundler Max Grunwald stützte, begründete sich die „jüdische Volkskunde“ als Antwort auf die Identitätskrise des Judentums, kategorisierte „was jüdisch ist“ und beanspruchte damit die Deutungshoheit über das Jüdische. Damit habe sie drei Funktionen erfüllt: erstens die Erforschung und Deutung der jüdischen Volkskultur als nationale Kultur; zweitens eine Positionierung gegen den Antisemitismus, und drittens wurde das Stammes- und Volksbewusstsein gestärkt. Darauf aufbauend und durch die Schwerpunktsetzung auf das osteuropäische Judentum gestaltete die jüdische Volkskunde nach Staudinger den Übergang des Jüdischen „form Cult to Cultur“ mit und wurde zu einem eigens zu erforschenden Feld.

SAMUEL SPINNER (New York) verglich in seinem Vortag die Schilderung, die deutsche und jiddischsprachige Schriftsteller im Ersten Weltkrieg von der Ostfront machten, als sie zum ersten Mal Ostjuden in ihrem natürlichen Habitat erlebten. Er stellte dabei die Erfahrungen von Arnold Zweig und Sammy Gronemann jenen von Schlomo Ansky (mit bürgerlichem Namen Rappoport; 1863-1920) gegenüber. Während Zweig und Gronemann harsche Kritik am jüdischen Leben in Westeuropa konstruierten, war für den russischen Juden Ansky diese Reise der Anlass, um an eine umfangreiche Sammlung von Objekten zu gelangen, die er im Auftrag der der Jüdischen Ethnografischen Gesellschaft St. Petersburg vollführte und die im von ihm 1916 gegründeten Jüdischen Museum St. Petersburg mündete.

Die Kunsthistorikerin NAOMI FEUCHTWANGER-SARIG (Ann Arbor/Tel Aviv) eröffnete das vierte Panel und zweiten Teil zu Alltagskultur/Bräuche/Rituale. Dabei untersuchte sie die ideologische Grundlage für die Gründung der Zeitschrift Rimon-Milgroim kam. Diese in zweifacher Ausführung erscheinende Zeitschrift war in einer jiddischen und einer hebräischen Version in Berlin zwischen 1922 und 1924 in nur sechs Nummern erschienen und veröffentlichte Beiträge zu „von Juden produzierten Kunstwerken in Vergangenheit und Gegenwart“. Getragen wurde dieses Projekt vom Ehepaar Mark und Rachel Vischnitzer sowie von M. Kleinman. Autoren wie El Lissitzky, Natan Altman und Marc Chagall publizierten darin zu Themen der jüdischen Kunst, Literatur und Musik. Feuchtwanger-Sarig ließ jedoch auch zeitgenössische Kritiker des Projekts zu Wort kommen, die meinten, dass es keine eigene jüdische Kunst geben könne und thematisierte damit auch das frühe Scheitern dieses Publikationsprojekts.

Eine weitere kunsthistorische Annäherung an die jüdische Volkskunde versuchte ULRICH KNUFINKE (Braunschweig), der in seinem Vortrag zum historischen Synagogenbau auf die unterschiedlichen Auffassungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts verwies. Als Architekt und Historiker zeigte Knufinke, wie unterschiedlich der synagogale Bau diskutiert wurde. Dem „eigenartig Jüdischen“ aufgrund der geschichtlichen Entwicklung der Synagoge von Cornelius Gurlitt stand die Meinung von Ernst Hiller gegenüber, der 1906 meinte, die Synagoge habe keine Tradition. Knufinke ging diesem Wechselspiel zwischen architekturgeschichtlich-volkskundlicher Forschung und der Gestaltung des „eigenartig Jüdischen“ in der Synagogenarchitektur auf den Grund und beschrieb ein pluralistisches Bild dieses Themenfeldes. Erste Artikel zum Synagogenbau publizierten neben Gurlitt und Hiller, Heinrich Frauberger und Benjamin Segal, gefolgt von wichtigen Übersichtswerken von Alfred Grotte (Beiträge zur Entwicklung des Synagogenbaus 1915) und Richard Krautheimer.

STEFAN LITT (Jerusalem) interessierten zum Schluss der Tagung die volkskundlichen Narrative vor 1933 und beschrieb diese anhand der publizierten innerjüdischen normativen Quellen – Takkanot (Gemeindestatuten) und Pinkassim (Protokolle der Gemeindevorstände). Deutsch-jüdische Volkskundler beschäftigten sich mit ausgewählten Takkanot und Pinkassim und veröffentlichten Ausschnitte in den „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde“. Max Grunwald edierte beispielsweise die Gemeindestatuten aus Hamburg von 1723 und einen undatierten Text aus Mattersdorf. Die seltenen Publikationen dazu (etwa von Gerson Wolf, Max Grunwald, Schulim Ochser, Heinrich Flesch) sind, nach Litts Ausführungen, vornehmlich eine Abbildung jüdischen Wissens des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, denen eine genauere Reflexion fehlte. Diese aus einer aufgeklärten Haltung heraus und auf die jüdische Tradition verweisenden Editionen erfolgten zumeist in deutscher Übersetzung und versuchten so dem Vorwurf der „antiemanzipatorischen“ und losgelösten Betrachtung jüdischer Geschichte auszuweichen.

In seiner Zusammenfassung der Tagung deutete BERNHARD TSCHOFEN (Tübingen) die vorgebrachten Agenden und Thesen als Aufbruch in neue Begrifflichkeiten der jüdischen Volkskunde. Er plädierte mit Joachim Schlör für die Auseinandersetzung mit einem neuen Kulturbegriff, wie er in den Jewish Cultural Studies diskutiert wird, und eine Vertiefung des Jüdischen, die auf mehr Diversität abzielt (Klaus Hödl, Eberhard Wolff). Auch der Beerdigungsfristenstreit, wie ihn Eberhard Wolff ausgeführt hatte, könne demnach als eine Beispieldebatte für die Integration der jüdischen Volkskunde in die Kulturwissenschaften verstanden werden. Die Volkskunde sei keine nationale, religiöse oder ethnische Anwendungswissenschaft und habe außerdem wegen ihrer Fachgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus inzwischen mehrere Umbenennungen erfahren („Empirische Kulturwissenschaft“ oder „Europäische Ethnologie“). Zudem solle ein Wandel von der Folklore zum Holismus betrieben und die Krise der Moderne als Chance für Neues genutzt werden. Das primäre Ergebnis der Tagung sei es, so Tschofen, Untersuchungen zur Wissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, zu unterschiedlichen Praktiken und Paradigmen der jüdischen Volkskunde und ihrem historischen Kontext vorgestellt und breit diskutiert zu haben.[2] Die Ergebnisse der Tagung sollen Anstoß für weitere Forschungen geben, die dabei helfen können, die begonnene wissenschaftstheoretische Diskussion zur „jüdischen Volkskunde“ zu vertiefen.

Konferenzübersicht:

Begrüßung: Margot Schindler (Österreichisches Museum für Volkskunde),
Martha Keil (Institut für jüdische Geschichte Österreichs)

Panel I: "Jüdische Volkskunde"? Historische und aktuelle Annäherungen

Christoph Daxelmüller (Würzburg)
Hamburg, Wien, Jerusalem. Max Grunwald und die Entwicklung der jüdischen Volkskunde zur Kulturwissenschaft 1898 bis 1938

Klaus Hödl (Graz)
Zur Entdeckung der jüdischen Volkskunde

Joachim Schlör (Southampton)
Jewish Cultural Studies: eine neue Heimat für die jüdische Volkskunde?

Eberhard Wolff (Zürich)
Von der jüdischen Volkskunde zur Kulturwissenschaft des Jüdischen? Medizin, Gesundheit, Körper

Panel II: Jüdische Volkskunde in Museen

Felicitas Heimann-Jelinek (Wien)
Welches Volk und welche Kunde? Die jüdische Volkskunde im Dienste des identitätsstiftenden Museums

Margot Schindler (Wien)
"Alter Jude, Ton, glasiert" - Spuren des Jüdischen im Österreichischen Museum für Volkskunde

Magda Veselská (Prag)
Jüdische Volkskunde in den tschechischen Ländern vor dem Zweiten Weltkrieg

Panel III: Alltagskultur/Bräuche/Rituale: Judentum und Identität / Identitäten des Judentums I

Martha Keil (St. Pölten)
Gott, Gemeinde, Mitmensch. Jüdische und christliche Versöhnungsrituale im Spätmittelalter

Peter Hörz (Bonn)
"Treue zur Tradition heißt nicht, Mumien zu konservieren, sondern Leben zu bewahren." Jüdische Kultur im Burgenland

Barbara Staudinger (St. Pölten)
Der kategorisierende Blick: Jüdische Volkskunde und die Verortung des Judentums

Samuel Spinner (New York)
Journeying to the Jews: Literature and the Quest for Culture between the World Wars

Panel IV: Alltagskultur/Bräuche/Rituale: Judentum und Identität / Identitäten des Judentums II
Naomi Feuchtwanger-Sarig (Ann Arbor / Tel Aviv)
Sowing the Seeds of the Pomegranate: The Journal Rimon-Milgroim and its Role in History of Jewish Art

Ulrich Knufinke (Braunschweig)
Zur "Entdeckung" der historischen Synagogen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts: architekturgeschichtlich-volkskundliche Forschung und ihre Resonanz im Synagogenbau

Stefan Litt (Jerusalem)
Das Normative als volkskundliches Narrativ: Die Edition von innerjüdischen normativen Quellen durch deutsch-jüdische Volkskundler vor 1933

Bernhard Tschofen (Tübingen)
Jüdische Volkskunde? Agenden, Hypotheken, Perspektiven

Anmerkungen:
[1] Simon J. Bronner (Hrsg.), Jewish Cultural Studies, Vol. I: Jewishness: Expression, Identity and Representation. Oxford 2008, Vol. II: Jews at Home. The Domestication of Identity (soll im April 2010 erscheinen), Vol. III Revisioning Ritual. Jewish Traditions in Transition (ist für September 2011 angekündigt).
[2] Die letzten drei Sätze wurden entnommen aus: Nadine Garling „Jüdische Volkskunde“ im historischen Kontext, Wien, 19.-20.11.2009, ÖZV 113, 1 (2010), S. 94-103, hier 103.

Zitation
Tagungsbericht: Ist das jüdisch? 'Jüdische Volkskunde' im historischen Kontext, 19.11.2009 – 20.11.2009 Wien, in: H-Soz-Kult, 20.03.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3041>.