Sakralisierte Politik und politische Religion. Konfigurationen von Religion und Politik im 19. und 20. Jahrhundert

Ort
Münster
Veranstalter
Exzellenzcluster "Religion und Politik", Projekt B6: Politische Religion, Utopie und Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Datum
11.02.2010 - 12.02.2010
Von
Verena Kümmel, SFB 496 "Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme", Universität Münster

Italien hat Berufung gegen das Kruzifix-Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs, das Kruzifixe in Klassenräumen als Verletzung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit versteht, eingelegt. Damit wird die Debatte um den gesellschaftlichen und verfassungsmäßigen Stellenwert von Religionsfreiheit einerseits und kulturellen Traditionen und Identitätsbezügen andererseits weiter angefacht. In Münster fand ein interdisziplinäres Arbeitstreffen statt, das sich mit eben diesem Spannungsfeld von Religion und Politik in einem weiteren Rahmen, nämlich zwischen 1789 und 1989 in Europa, Russland und den USA, beschäftigte. Veranstaltet wurde der Workshop „Sakralisierte Politik und politische Religion. Konfigurationen von Religion und Politik im 19. und 20. Jahrhundert“ durch das Exzellenzcluster "Religion und Politik" an der Westfälische Wilhelms-Universität Münster.

Wie HANS-ULRICH THAMER (Münster) in seiner Begrüßung ausführte, ist die scheinbare Renaissance des Religiösen und das Wiederentdecken von Dingen, die durch die Modernisierung überwunden schienen, Ausgangspunkt für das die Tagung leitende Erkenntnisinteresse. Die Sakralisierung der Politik als Phänomen der Moderne habe ihren Höhepunkt im 20. Jahrhundert erreicht und dieses sei quasi die Epoche der sakralisierten Politik.

Diesem Höhepunkt näherten sich die Referentinnen und Referenten ausgehend von der Französische Revolution, die als Wende- bzw. Ausgangspunkt der Sakralisierung von Politik gesehen werden kann. Die ersten drei Vorträge bezogen sich explizit auf sie. So fragte der Frühneuzeithistoriker RUDOLF SCHLÖGL (Konstanz) nach den funktionalen Schnittstellen zwischen Politik und Religion in konstitutionellen Ordnungen zwischen 1790 und 1850. Anhand von Beispielen, wie Krönungen aus Frankreich und Preußen, stützte er die These, dass die Entstehung der neuen politischen Ordnung durch die Französische Revolution und die Veränderung der Kommunikation, die nun nicht mehr nur spezifische Gruppen ansprach, ursächlich dafür seien, dass Religion als performatives Archiv genutzt wurde. Religion sei im 19. Jahrhundert zu einer diskursiven Chiffre geworden, die auch im Ringen um die Nation genutzt wurde.

CHRISTINA SCHRÖER (Münster) stellte zunächst das Projekt zu „Politischer Religion, Utopie und Gewalt im 19. und 20. Jahrhundert“ im Exzellenzcluster vor. Das Projektteam (mit Hans Ulrich Thamer und Sara-Marie Demiriz) erarbeitet eine Typologie unterschiedlicher Formen der Aneignung sakraler Elemente durch politische Systeme. Die Referentin legte anschließend dar, inwieweit die Staatsform in der Ersten und Dritten französischen Republik eine Glaubensfrage war. Beide Regime waren antiklerikal geprägt und entwickelten zur Umsetzung ihres Erziehungsanspruchs hin zu einer säkularen Gesellschaft eigene Kulte, die sich religiöse Metaphern und Bilder aneigneten. Die Erste Republik (1792-1799) erprobte verschiedene Modelle, von der konsequenten Trennung von Religion und Politik bis zur neuartigen Durchdringung in Form eines Staatskultes (1794) oder einer bürokratisch gestützten Zivilreligion (nach 1797). Die Republikaner der frühen Dritten Republik (1870-1889) bemühten sich weniger konfrontativ um eine langfristige Veränderung der Gesellschaft, durch republikanische Traditionsbildung, Verheißung gesellschaftlichen Glücks und die Durchsetzung der laizistischen Schule. Sakralisierte Politik im Sinne einer Ausbildung von auf das Diesseits bezogenen Kulten und Heilsversprechen wurde als wesentliches Merkmal der republikanischen Bewegung im 19. Jahrhunderts bezeichnet.

Während Christina Schröer also vor allem auf die Gestaltungsmaßnahmen der politischen Machthaber einging, nahm MARTIN SCHULZE WESSEL (München) den Politisierungsprozess von Religion unter die Lupe. Dazu machte er sich sehr überzeugend dafür stark, das Verhältnis von Außen- und Innenperspektive nicht außer Acht zu lassen, und beschrieb eine Verlaufsgeschichte des Konflikts von Politik und Religion von antireligiösen Fixierungen bis Binnenspannungen der Staatskirchen. So betonte er auch die innerkirchlich bedingte antireligiöse Konfliktgeschichte während der Französischen Revolution, der die Kleriker in den Konflikt zwischen Zivilverfassung und Kirche brachte und zur Ausbildung eines Bürgerpriestertums führte. Auch in Russland unterstützten bereits 1905 zahlreiche Weltgeistliche die Bolschewiki und bemühten sich um eine Übertragung des Klassenkampfes in die Kirche. Diese progressiven Geistlichen wurden nach dem Machtwechsel 1917 nicht in den Staatskult eingebunden.

Der verspäteten Nation Italien und dem Verhältnis von nationaler Bewegung, Staat und Zivilgesellschaft wandte sich AXEL KÖRNER (London) zu. Er stellte dabei die Handlungsspielräume auf transnationaler und lokaler Ebene gegenüber. Am Beispiel der Einbalsamierung Mazzinis führte er vor, wie es Vereinen und Arbeiterverbänden möglich war auch auf transnationaler Ebene Freiräume zu nutzen, die die Regierung in Piemont nicht selbst ausfüllte. Der hohe Einfluss der Rezeption von Onkel Toms Hütte auf Grund des religiösen Subtextes wurde herausgestellt. So habe der Roman durch seine unterschiedlichsten Umsetzungsformen die Vorstellung von nationaler und religiöser Freiheit auch untere Bevölkerungsschichten erreicht und der Einbalsamierung Mazzinis den Weg bereitet. Im zweiten Teil des Vortrags ging es darum, wie die Zivilgesellschaft auf lokaler Ebene die nationale Identität organisierte. Körner sprach hier vom Zeitalter des Nationalismus auch als Zeitalter des Munizipalismus. In der Gestaltung des urbanen Raums erfolgte die Vermittlung zwischen lokalem und transnationalem Nationalismus.

Der Politikwissenschaftler JÜRGEN GEBHARDT (Erlangen-Nürnberg) gab zunächst seiner Freude über das wissenschaftliche Interesse an Politik und Religion nach dem Paradigmenwechsel der letzten Jahre Ausdruck, worin er die wissenschaftliche Persistenz des politischen und religiösen Komplexes bestätigt sah. Für ihn stellt das religiöse Dispositiv als Modalität des Politischen nach Foucault die normative Leitidee einer transzendenten Wahrheit innerhalb einer Gesellschaft dar. Religion sei ein integrales Element des Politischen und konstitutiv auch für moderne Gesellschaften. Keine Gesellschaft könne unter Atheismus bestehen, Religion sei als Gegenbegriff nötig. Die Religion habe eine kontrafaktische Qualität, da sie eine ‚entwirklichte‘ Realität darstelle. Zum Begriff Säkularisierung merkte er an, dass der wertneutrale Staat eine intellektuelle Fiktion sei. Religion und Politik begriff er als authentischen Ausdruck der menschlichen Existenz, die durch die Spannung zwischen Transzendenz und Immanenz determiniert sei.

In dem Abendvortrag stellte HERMANN LÜBBE (Zürich) sein Verständnis der Religion als Modernisierungsgewinner vor. Dass diese Titelthese vor dem Hintergrund der rückläufigen Zahl von Kirchenangehörigen nicht evident sei, räumte er einleitend ein, jedoch beziehe er sich auf Religion jenseits der etablierten Kirchen. Er stellte zunächst dar, wie im Zuge der Evolutionstheorie auch ein organisierter Angriff auf die Vorherrschaft der katholischen Kirche deutlich wurde, und wie sich dieser Konflikt zwischen kognitiven Gehalten der Wissenschaft und Schöpfungsglauben erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entspannte und mit der Kölner Rede Johannes Paul II. 1980 zu einem Ende gekommen sei. Desweiteren seien die Religionsfeinde, wie der real existierende Sozialismus und der Nationalsozialismus weggefallen. Eine Konsequenz daraus sei die politische Revitalisierung der Religion. Die USA betrachtete er als Sonderfall, da dort die Erfahrung der Verfolgung durch die Staatskirchen so prägend auf die Herausbildung des Staates und der Verfassung gewirkt habe. Die Möglichkeit zur freien Ausübung der Religion habe zum Patriotismus der frommen Flüchtlinge aus Europa geführt. Für Lübbe führt eine Säkularisierung im amerikanischen Sinne zu einer Vitalerhaltung der Religion.

Mit dem Zusammenhang von Politik und Religion am Beispiel politischer Verbände in den USA vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert beschäftigte sich dann am nächsten Tag THOMAS WELSKOPP (Bielefeld). Um seine These, dass keine soziale Bewegung ohne Charisma auskomme, zu veranschaulichen, stellte er die ‚Anti-Saloon League‘ und den „zweiten“ Ku Klux Klan vor. In der Anti-Saloon League, einer der ersten Single-Issue-Parteien, wurde die individuelle Beziehung des Gemeindemitglieds zu Gott, die sich in Zeichen äußern sollte, betont. Die Selbstcharismatisierung wurde durch die Liga immer wieder hergestellt, gleichzeitig sollten die Mitglieder aber auch Eigeninitiative ergreifen. Der „zweite“ Ku Klux Klan war Rivale, lokaler Verbündeter sowie ein Nachfolger der Bewegungsphase der Saloon-League. Dieser war aber lokal ausgerichtet und setzte auf die direkte Aktion. Neue Mitglieder mussten einen Initiationsritus zur religiös patriotischen Wiedergeburt durchlaufen. Welskopp kam zu dem Schluss, dass die charismatischen Verbände, die in der US-Geschichte ihren Ort zwischen Progressionismus und New Deal haben, bis heute in der politischen Kultur nachwirken.

Ausgehend von Gustave Le Bons Psychologie der Masse, über Blumenberg und Luhmann, beschrieb der Politologe YVES BIZEUL (Rostock) die Entwicklung von der Propaganda zum gegenwärtigen Politainment. Er betonte wie dazu nicht Argumente gebraucht werden, sondern Bilder und Metaphern mit magischer Dimension. Was dazu führe, dass der politische Mythos autonom von der Realität existieren könne. Erfolgreiche Politiker seien daher nicht die „Macher“, sondern die „Hoffnungsträger“. Die Erzeugung von Vertrauen sei nun die Hauptfunktion von Medienarbeit.

Als Teil ihres Promotionsprojekts zu amerikanischen Feiertagen stellte JANA WEIß (Münster) die Entwicklungen vom Tod Martin Luther Kings bis zur Einführung des Nationalfeiertags zu seinem Gedenken vor. Zunächst betrachtete sie jedoch die Zivilreligion im Kontext der Bürgerrechtsbewegung, in welcher die Mythen der Zivilreligion hinterfragt wurden. King selbst sah Amerika nicht als von Gott auserwähltes Land, sondern als gesegnetes Land an. In dem zweiten Teil des Vortrags ging es dann darum, wie King nach seinem Tod 1968 selbst Gegenstand dieser Zivilreligion wurde. Die Durchsetzung des Gedenktages zum Feiertag verlief nicht ohne Widerstand. Ihm wurden sehr unterschiedliche Funktionen zugeschrieben: Während Präsident Reagan Kings Bemühung um Aussöhnung in den Vordergrund stellte, betonte dessen Herausforderer, Jesse Jackson, dass dieser Tag im Sinne Kings Anlass zur Debatte sein solle.

Inwieweit der Kemalismus eine Staatsreligion darstellt, fragte SARA-MARIE DEMIRIZ (Münster) und untersuchte dazu das Staatsbegräbnis und den Totenkult um den ersten Präsidenten der türkischen Republik Mustafa Kemal Atatürk. Sie zeichnete eine enge Verschränkung zwischen der Symbolik der Republik, dem Befreiungskrieg und der Gestaltung des Begräbnisses wie auch des Anıtkabir nach. Trotz des Kultes um die Person wurde immer der Bezug zur Republik gezogen und es kam nicht zu einer ‘Vergöttlichung’ Atatürks. Die Referentin kam zu der Schlussfolgerung, dass für die Türkei die Frage nach dem Charakter einer Zivilreligion oder politischen Religion wohl nicht auf Grundlage der Staatsform getroffen werden könne, sondern hier ein komparativer Ansatz gewinnbringender erscheint.

Einem wieder anderen Aspekt des Verhältnisses von Politik und Religion, nämlich den politisierten Religionen am Beispiel der Politischen Theologie des „New Age“, wandte sich PASCAL EITLER (Berlin) zu. Beide Bewegungen waren keinesfalls randständig. So hatte die Politische Theologie Ende der 1960er-Jahre die öffentliche Deutungshoheit inne und die Ideen und Praktiken des „New Age“ diffundierten in den 1980er- und 1990er-Jahren in die Gesellschaft. Doch inhaltlich hätten diese Bewegungen nicht unterschiedlicher ausgerichtet sein können. Die Politische Theologie hatte einen starken Weltbezug und bemühte sich um eine Entemotionalisierung der Religion, während im „New Age“ der Bezug auf das eigene Selbst und die Emotionalität der Religion im Mittelpunkt standen.

KLAUS GROßE-KRACHT (Münster) befasste sich mit der Perspektive der institutionellen Kirche. Er lehnte den Begriff der politischen Religion ab, und sprach stattdessen von einer Indifferenz zwischen Politik und Religion. Gegenstand seines Vortrags war der Sommer der Euphorie 1933, in dem es nach einer zunächst klaren Distanzierung der katholischen Kirche zu einer Annährung in öffentlichen Inszenierungen im Bistum Berlin kam, bevor Ende 1933 wieder auf Distanz zu dem Regime gegangen wurde. Der Referent verstand diese Feiern als inszenierte ‚Liminalität‘, in der die Grenze zwischen Religion und Politik bewusst verwischt werden sollte. Den Feiern sei die Funktion von ‚rites de passage‘ zugekommen, um den vormaligen Abstand zwischen Kirche und Nationalsozialismus zu überwinden und die Katholiken in die „Volksgemeinschaft“ zu integrieren.

Gegen die Legende, der Protest des Jahres 1989 sei von der Opposition der DDR organisiert und umgesetzt worden, wandte sich THOMAS GROßBÖLTING (Münster) und unterstrich in seinem Vortrag zur „Friedlichen Revolution“, wie sich die Triebkraft auf der Straße selbst entwickelte. Das Gefühl der Solidarität durch gemeinsames Handeln sei zu einer Erfahrung politischer Spiritualität geworden, die wiederum dynamisierend gewirkt habe. Die Macht des SED Regimes sei gebrochen, als der ideologische Kitt bröckelte und die Duldungshaltung der Masse nachließ. Außerdem habe in der besonderen Situation des Sommers 1989 auch die Repressionspraxis nach gelassen, was neue Handlungsfreiräume für die Bürger ließ.

Der Politologe WOLFGANG KRAUSHAAR (Hamburg) nahm aus Anlass der Tagung seinen langjährigen Forschungsgegenstand, die Rote Armee Fraktion und deren bewaffneten Kampf, unter den Aspekten von Religion und Politik in den Blick. Für die Vorstellung, dass auch die Gewalt dieser politischen Revolutionäre religiöse Triebkräfte hatte, fand er unterschiedliche Ansatzpunkte. Zum einen das mit ihrem Emanzipationsprinzip einhergehende eschatologische Programm der subversiven Aktion. Zum anderen hätten die führenden Akteure, die in protestantischen Elternhäusern sozialisiert worden waren, eine Desozialiserung erfahren und die einstigen Glaubensgewissheiten verloren. Der bewaffnete Kampf könnte als alternative Form der Umsetzung eines Missionsgedankens gedeutet werden.

Insgesamt waren die meisten Referentinnen und Referenten um eine kritische Begriffsbildung bemüht, was die häufige Verwendung von Begriffen wie Mystifizierung, Parallelisierung oder Analogie verdeutlicht. Mit Bezug auf die gegenwärtigen Debatten zu Kopftüchern, Kreuzen und Minaretten zeigte sich auch in der historischen Betrachtung, wie wichtig die Unterscheidung zwischen programmatischem Anspruch und wirklichen, gewachsenen Strukturen ist. Gleichzeitig wurde durch die Vielschichtigkeit der Beiträge aber auch deutlich, dass es den Idealtyp des säkularisierten Staats, in dem Religion reine Privatsache ist und in der Öffentlichkeit nicht in Erscheinung tritt, nie gab.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einführung
Hans-Ulrich Thamer (Münster)

Rudolf Schlögl (Konstanz): Diffusion und Enteignung. Religion in der konstitutionellen Ordnung.

Sektion 1: Sakralisierte Politik, Gemeinschaftsstiftung und Interessenorganisation im 19. Jahrhundert
Moderation: Barbara Stollberg-Rilinger

Christina Schröer (Münster): Republik als Glaubensfrage. Sakralisierte Politik zur Republikanisierung der französischen Nation, 1789-1889.

Martin Schulze Wessel (München): Sakralisierung der Politik in der Französischen und der Russischen Revolution (1789/1917).

Axel Körner (London): Lokale und transnationale Dimensionen sakralisierter Politik. Nationale Bewegung, Staat und Zivilgesellschaft im liberalen Italien, 1860-1900.

Jürgen Gebhardt (Erlangen-Nürnberg): Das religiöse Dispositiv der modernen Politik.

Abendvortrag
Hermann Lübbe (Zürich): Religion als Modernisierungsgewinner – kulturell und politisch.

Sektion 2: Zwischen Demokratie und Diktatur: Die Inszenierung sakraler Bilder des Politischen
Moderation: Heike Bungert

Thomas Welskopp (Bielefeld): Anti-Saloon League und „zweiter“ Ku Klux Klan: „Charismatische Verbände“ als politische Mobilisierungsform in den Vereinigten Staaten, 1890-1930.

Yves Bizeul (Rostock): Die Funktion sakraler Bilder des Politischen in Propaganda und Medieninszenierung.

Jana Weiß (Münster): Martin Luther King Day – „A Non-violent Man is martyred“.

Sara-Marie Demiriz (Münster): Politik und Religion im Kemalismus, Atatürk und die
Gründung der modernen Türkei, 1923-1938.

Sektion 3: Politische Religion, Gewalt und Konflikt im Zeitalter der Extreme (1918-1968)
Moderation: Thomas Großbölting

Pascal Eitler (Berlin): „Revolution“ oder „Transformation“? Politisierte Religionen zwischen „New Left“ und „New Age“, 1965-1990.

Klaus Große-Kracht (Münster): Öffentliche Inszenierungen des Schulterschlusses von katholischer Kirche und Drittem Reich im Jahr 1933, Bistum Berlin.

Thomas Großbölting (Münster): Friedliche Revolution – Wende 1989/90. Inszenierung und Sakralisierung von Politik zwischen Staatsakten und Bürgerrechtsbewegung.

Wolfgang Kraushaar (Hamburg): Religiöse Desozialisation und Sakralisierung des „bewaffneten Kampfes“ - das Beispiel der „Roten Armee Fraktion“.

Zitation
Tagungsbericht: Sakralisierte Politik und politische Religion. Konfigurationen von Religion und Politik im 19. und 20. Jahrhundert, 11.02.2010 – 12.02.2010 Münster, in: H-Soz-Kult, 25.03.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3045>.