'Geschlecht': (k)ein Thema in der Lehramtsausbildung? Perspektiven im Dialog zwischen Genderforschung und Fachdidaktik Deutsch und Geschichte

Ort
Stuttgart
Veranstalter
Bea Lundt, Institut für Geschichte und ihre Didaktik, Universität Flensburg; Toni Tholen, Institut für deutsche Sprache und Literatur, Universität Hildesheim; Dieter Bauer, Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Datum
13.05.2010 - 15.05.2010
Von
Kerstin Stachowiak, Institut für deutsche Sprache und Literatur, Universität Hildesheim

Die von Bea Lundt (Flensburg) und Toni Tholen (Hildesheim) in Kooperation mit Dieter Bauer von der Akademie der Diözese Rottenburg Stuttgart initiierte Tagung „‘Geschlecht‘: (k)ein Thema in der Lehramtsausbildung? Perspektiven im Dialog zwischen Genderforschung und Fachdidaktik Deutsch und Geschichte“ stand im Zeichen des intensiven Austausches über Gender-Konzepte, einerseits zwischen den Fachwissenschaften und –didaktiken, andererseits zwischen Lehrenden und Studierenden der Schulfächer Deutsch und Geschichte.

In ihrer thematischen Einführung machten Lundt und Tholen deutlich, dass die Kategorie ‚Geschlecht‘ in aktuellen Konzepten von Hochschullehre und -politik und innerhalb der Vermittlung von Fachkompetenzen als unverzichtbarer Aspekt gilt, ihre konkrete Implementierung und Anwendung oft aber defizitär bleibt. Auch wenn die internationale Forschung immer wieder herausgearbeitet habe, wie sehr der Kategorie gender zusammen mit den Konzepten ethnicity (race) und class in Bildungsprozessen aller Art eine nicht zu unterschätzende Orientierungsfunktion zukomme, sei der Transfer dieser Erkenntnisse in die Lehramtsausbildung an den Hochschulen mangelhaft. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass in den Hochschulen mehr Genderkompetenz und Gender-Mainstreaming gefordert werde.

Die Tagung sollte den Auftakt machen, das doppelte Defizit der Vernachlässigung von gender in der lehramtsbezogenen Forschung und Ausbildung zu beheben und zwar ausgehend von den zwei traditionell in der Lehramtsausbildung eng verbundenen Fächern Deutsch und Geschichte. Lundt und Tholen formulierten deshalb für die Tagung und darüber hinaus ein konkretes doppeltes Ziel: Eine stärkere Didaktisierung der Geschlechterforschung und ineins damit eine Genderisierung der Didaktik.

Die zwei Vorträge der ersten Sektion leisteten einen Überblick über die Geschichte und den Stand der Erforschung von Genderaspekten innerhalb der jeweiligen Fachdidaktiken. Für die Geschichtsdidaktik erläuterte BODO VON BORRIES (Hamburg) die historische Entwicklung der Geschlechterfrage seit den sechziger Jahren, die wesentlich von einer Kritik an dem Fehlen von Frauen innerhalb der Geschichtsdarstellungen ausgegangen sei. Das Defizit sei bis heute nicht behoben. Die Erweiterung des Fokus auf Männlichkeiten, wie sie die Kategorie ‚Geschlecht‘ beabsichtige, sei gerade im Fach Geschichte bis heute nicht verstanden worden. Diese Grenzstellung konnte auch SIGRID THIELKING (Hannover) für das Fach Deutsch konstatieren, da es wenig Reflexion über den Faktor ‚Geschlecht‘ in der fachdidaktischen Forschung, vor allem in der universitären Literaturdidaktik gebe. Ansätze seien zwar vorhanden, so zum Beispiel in der empirisch orientierten Lesesozialisationsforschung und Lesedidaktik; auffällig sei dennoch, dass der Genderaspekt in den kurrenten Einführungslehrwerken der Deutsch-Didaktik so gut wie nicht zu finden sei. Dieser Befund lasse sich auch auf das Kerncurriculum übertragen.

Nach dieser Bestandsaufnahme der Defizite war es Aufgabe der folgenden Sektionen, Antworten aus dem Spektrum des erreichten Forschungsstandes zu geben. In der historischen Sektion diskutierte CLAUDIA OPITZ-BELAKHAL (Basel) gender als eine unerlässliche Kategorie, forderte aber darüber hinaus deren Öffnung auf die Empirie der Vermittlungszusammenhänge hin, da es noch sehr wenig Forschung über Geschlechterrollen im Unterricht bzw. über die Auswirkungen von Geschlecht auf das Lehrerselbstbild gebe. Von empirischen Untersuchungen unter dem Aspekt der Genderinteraktion zwischen Lehrenden und Lernenden berichtete BEATRICE ZIEGLER (Aarau). Gender im Geschichtsunterricht äußere sich nämlich vor allem über geschlechtersensible Themen- und Materialwahl, ferner über die Versprachlichung, über Schülerinteressen und schließlich über die Bedeutung von Gender-Interaktionen in Bezug auf Prüfungsergebnisse und Einschätzungen der Lehrenden. Auf den Aspekt der Pluralisierung von Geschlechterrollen verwies im Kontext einer transkulturellen Mediävistik auch BEA LUNDT. Sie plädierte dafür, den Geschichtsunterricht nicht auf moderne Zeiten zu verkürzen, da gerade aus der Vormoderne verbreitete Vorurteile über die Lebenswelten der Geschlechter wiederlegt werden könnten. Der Blick über Europa hinaus sei geeignet, die einseitige Fokussierung auf eine christlich orientierte, statische und alternativlose Rollenzuweisung an Männer und Frauen zu überwinden. Die Angebote und Entwürfe aus der Vormoderne dienten gerade in der postmodernen Gegenwart als Orientierungsmuster.

Die Sektion III (Deutsch) befasste sich mit der Modellierung von gender auf den Feldern Lesesozialisation, -kompetenz und -didaktik. Die einführenden Überlegungen von BETTINA HURRELMANN (Köln) mündeten in einem Plädoyer für die Implementierung der gender-Hypothese in die entsprechenden Zusammenhänge der Leseforschung. Offenkundig werde im Bereich der Lesedidaktik und des Literaturunterrichts ein noch ungelöstes Handlungsdilemma, insofern ein geschlechterdifferenzierender Unterricht als didaktische Brückentechnologie derzeit stark fokussiert werde, der jedoch gerade eine Festschreibung von Stereotypen fördere, Diversität ausblende und Alternativen vernachlässige. Statt von den so oft proklamierten Unterschieden ging IRENE PIEPER (Hildesheim) von den Gemeinsamkeiten in der Mediennutzung aus. Grundlage war dabei die These, dass die vorherrschende Differenzrhetorik eine verstellende Fixierung darstelle, die Stereotypen zuarbeite. Dagegen vertrat Pieper einen kooperativen Literaturunterricht, der Kommunikationsformen fokussiert und Perspektiven auf eine geschlechtersensible Literaturdidaktik eröffnet. Die von Pieper problematisierte Differenzrhetorik ist besonders im Kontext des öffentlichen Diskurses über die ‚Krise der Jungen‘ relevant, mit dem eine angebliche Überlegenheit der Mädchen bzw. Unterlegenheit der Jungen im Bereich des Lesens immer wieder neu proklamiert wird. Wie allerdings MAIK PHILIPP (Aarau) zeigen konnte, halten die Ergebnisse der PISA-Studie hinsichtlich der Geschlechterdifferenz beim Lesen einer Reinterpretation nicht stand. Bezüglich der Lesekompetenz haben verschiedene Meta-Analysen zu den Geschlechterdifferenzen gezeigt, dass die Unterschiede variierend marginal sind, wobei nur bei PISA die Ergebnisse über den kritischen Wert hinaus reichen. Die Variation sei bei den Ergebnissen zur Lesemotivation ausgeprägter; bei gleichbleibender Motivation seien jedoch auch gleiche Leistungen zu erwarten.

Die in den Sektionen aufgeworfenen Fragen und Probleme wurden in den darauf folgenden Workshops vertieft, die fachgebunden parallel verliefen. Um die Verankerung der Kategorie gender in Geschichtsdidaktik und unterricht ging es in Sektion IV. Die Beteiligten stellten empirische Befunde zu geschlechtlichen Aspekten historischen Lernens (SEBASTIAN BARSCH, Köln), normative Vorgaben für den Geschichtsunterricht (WOLFGANG HASBERG, Köln) sowie Arbeiten über Schulgeschichtsbücher vor (MANFRED SEIDENFUß, CHRISTINA FRISCHHOLZ, Heidelberg). Durchgängig wurde in allen Beiträgen eine Subjekt- und eine Objektseite der Kategorie gender unterschieden. Während sich die Objektseite in den untersuchten Materialien – wie vor allem die internationale Schulbuchanalyse herauszustellen vermochte – bislang häufig noch frauengeschichtlich darbietet, finden Aspekte der Geschlechterspezifik historischen Lernens in empirischen Untersuchungen bislang noch allzu wenig Berücksichtigung, obwohl sie in deutschen Curricula – anders als in denen anderer Nationen – bereits seit den 1990er Jahren Berücksichtigung erfahren haben.

Im Workshop Deutsch (Sektion V) griff ANNETTE KLIEWER (Koblenz-Landau) die didaktische Differenzrhetorik auf. Sie forderte als Voraussetzung für einen genderorientierten Literaturunterricht eine Verbindung von Dramatisierung, Ausdifferenzierung und Entdramatisierung, selbst wenn eine Dramatisierung der Stereotypen zuallererst bestätigend wirken könne, denn deren Ausschluss führe zu einer unbewussten Tradierung. Bei einer kritischen Betrachtung der faktischen Rezeption von Themen und Medien durch Jungen und Mädchen werde offenkundig, dass es sehr wohl Aspekte gibt, die beide Geschlechter gleich ‚gerne‘ rezipieren. CHRISTIAN WEIßENBURGER (Ludwigsburg) führte in diesem Kontext den Begriff der ‚gender cross-over‘-Literatur ein, für deren Lektüre sich sowohl Mädchen als auch Jungen motivieren ließen. Als ein solches Genre sei der Abenteuerroman einzustufen, der für die männlichen Leser zugleich den Vorteil einer an Computerspielen orientierten Struktur aufweise. Dass diese an Medien orientierte Rezeptionsweise aber auch problematisch sein kann, stellte KERSTIN STACHOWIAK (Hildesheim) am Beispiel der Mädchenbuchreihe ,Die Wilden Hühner‘ dar. Sie zeigte auf, dass die Polarisierung der Geschlechterrollen erst im Medienverbund ihre stärkste Ausprägung erfahre.

In einem Abendvortrag verwies die Erziehungswissenschaftlerin JULIANE JACOBI (Potsdam) aus der Perspektive ihrer Disziplin erneut auf die Zweideutigkeit des Diskurses, der über Dimensionen von ‚Geschlecht’ in Bildungszusammenhängen geführt werde. Das Thema ‚Geschlecht’ sei in der deutschsprachigen Bildungsforschung zwar kontinuierlich bearbeitet worden, habe sich aber in national relevanten Berichten zum Stand der Bildung erst spät (ab 1994) objektiviert, fehle dann jedoch im Jahr 2003 und finde sich erst 2008 wieder mit je einem Eintrag, was auf eine eher marginale Stellung im Mainstream verweise. Dem stehe jedoch eine hohe Relevanz des Themas in der Öffentlichkeit und der Bildungspolitik gegenüber, seitens derer gegenwärtig zum Beispiel der Einsatz von mehr männlichem Erziehungs- und Lehrpersonal gefordert wird. Eine Forderung, die wiederum jedoch vor allem durch die Helbig-Studie (2010) konterkariert werde, weil sie belege, dass das Geschlecht der Lehrperson einen minimalen Einfluss auf den Bildungserfolg von SchülerInnen ausübe. Auch Jacobi wies darauf hin, dass die Genderforschung in der Lehramtsausbildung ein blinder Fleck, vor allem auf die Qualität von Unterricht bezogen, sei. Das Geschlecht der Lehrperson habe Auswirkungen auf deren Berufsverständnis. Daher sei die curriculare Unverbindlichkeit von gender in der Lehramtsausbildung problematisch.

Am letzten Tag der Tagung widmete sich die Sektionsarbeit den Ergebnissen der in Deutschland noch recht jungen Männlichkeitenforschung. In der Sektion VI (Deutsch) eröffnete der Literaturwissenschaftler WALTER ERHART (Bielefeld) die Diskussion mit einem Beitrag zu Männlichkeitskonstruktionen in der Gegenwartsliteratur, welche einen großen bzw. größer werdenden Stellenwert im Deutschunterricht hat. Erhart bezog sich dabei vor allem auf gegenwärtig sehr präsente Familienromane, etwa von von Düffel, Jirgl und Geiger. Er zeigte anhand dieser Romane eine neuartige Narrationstypik auf, innerhalb derer die Familie als Netzstruktur funktioniere, welche zu einer Dethematisierung von Männlichkeit führe. Es komme dabei eine männliche Genealogie bzw. eine männliche Narration abhanden, wie man sie aus traditionellen Familienromanen kenne. JÜRGEN BUDDE (Halle-Wittenberg) führte aus, dass die Bedeutung der Lehrkräfte im Hinblick auf ihre Beteiligung an der Herstellung von Geschlecht bisher wenig untersucht sei. Eine vertiefte Diagnose zur Konstruktion von Geschlecht in der Schule sei unabdingbar. Eine neue Perspektive auf die oft in der Differenzrhetorik kontextuierte Forderung nach mehr männlichen Vorbildern eröffnete ROBERT BAAR (Heidelberg), der die Herstellung von Männlichkeit in Schulen untersucht hat. Die Wahrnehmung von Männlichkeit erfolge in diesen Kontexten oft als Abgrenzung oder Abwertung. Evident sei, dass Lehrer im Berufsfeld der Grundschule oft in ihrem Status als Mann verunsichert seien, was sich zumeist in einem nicht-reflexiven Habitus äußere, der zu einer Abwehrhaltung und zum Festhalten an hegemonialer Männlichkeit führe.

In der Sektion VI (Geschichte) beleuchtete MARTIN DINGES (Stuttgart) das Verhältnis von Männlichkeitsforschung und medialer Öffentlichkeit. Die Wahrnehmung der neueren Männlichkeitengeschichte sei in den Medien randständig, unbeachtet der Tatsache, dass Phänomene und Bilder von Männlichkeit durch die Medien potenziert würden, wie zum Beispiel im Fall der Rhetorik über die ‚Krise der Männer‘, die selbst zu einem Medienphänomen geworden sei. Dies impliziert nach Dinges, dass sich Männergeschichte auch mit gegenwärtigen, medienerzeugten Aspekten und Problemen der Herstellung von Geschlecht und Männlichkeit auseinandersetzen und sich mit ihren Kommentaren stärker als bisher in der Öffentlichkeit zu Wort melden müsse. MARTIN LÜCKE (Berlin) stellte aus geschichtsdidaktischer Sicht dar, dass man auch in einem Geschichtsunterricht, der Männlichkeitsforschung berücksichtige, mit der durch Medien erzeugten Krisenrhetorik konfrontiert sei. Diese Reaktion sei kein neues Phänomen, sondern für Umbruchphasen charakteristisch. Umso aufschlussreicher zum Verständnis von geschlechtlicher Diversity in der Gegenwart sei die Betrachtung von historischen Fällen von „Nicht“-Männlichkeiten oder extrem hegemonialen Männlichkeiten im Unterricht. Auf eine weitere neue Perspektive wies SYLVIA SCHRAUT (München) hin. In ihren Ausführungen über die geschlechtsspezifische Traditionsstiftung durch die öffentliche Erinnerungskultur forderte sie eine regionale, oppositionelle oder transnationale Erinnerungskultur ein, die deutlicher als bisher etwa genderspezifische Orte miteinbeziehen müsse.

Das abschließende Podium unter der Leitung von Dieter Bauer verdeutlichte noch einmal die Vielstimmigkeit, mit der die Diskussion geführt wurde. Aus der Sicht der Lehrenden stand die Notwendigkeit der Selbstklärung auch gerade im Hinblick auf die Seminare zur Lehramtsausbildung im Zentrum des Interesses. Es gelte, Geschlechtsspezifitäten im Lehrerhandeln wahrzunehmen und zu reflektieren. Des Weiteren wurde wiederholt darauf verwiesen, dass die pauschale Rede von den Jungen als Bildungsversagern nicht zutreffe und auch nicht weiter hinzunehmen sei. Aus der Perspektive der Wissenschaft forderte Walter Erhart eine Forschungspragmatik ein, in der Geschlechterforschung in Kooperationen zu denken sei, was in Zukunft vor allem auch über eine fächerübergreifende Didaktikforschung zu leisten sei, die sich in den interdisziplinären Zusammenhang der Genderforschung einbringen solle. Die Forderung nach einer Sensibilisierung für gender an den Schulen und Hochschulen stand aus studentischer Perspektive im Mittelpunkt; sie sei wesentlich auch an das Geschlechterbewusstsein der Hochschullehrenden geknüpft. Aus studentischer Sicht hätten sich Konsequenzen aus den Themen der Tagung für das Studium und für den späteren Lehramtsberuf ergeben. Verbunden damit war die Forderung, den Dialog mit den Studierenden zu intensivieren, nicht zuletzt im Sinne der Professionalisierung im Berufsfeld Lehramt. Abschließend lässt sich sagen, dass die Tagung einen lohnenden Anfangspunkt im Dialog über Aspekte von ‚Geschlecht’ zwischen Fachwissenschaften und Fachdidaktiken, Theoretikern und Praktikern des Lehramtes und seiner Fächer gesetzt hat. Auf diesem Feld wäre in Zukunft mehr Austausch, mehr Forschung und mehr Öffentlichkeit wünschenswert.

Konferenzübersicht:

Einführung in das Thema (Bea Lundt und Toni Tholen)

Sektion I: Gender in den Fachdidaktiken Deutsch und Geschichte: Ein Überblick über die Entwicklung, Konzepte, Diskussionen, Brüche, Wendepunkte und Desiderate
Moderation: Susanne Popp, Augsburg

„Zauber des Anfangs“? Zum „Debut“ von „Geschlechtergeschichte“ in Geschichtsdidaktik und –unterricht (Bodo von Borries, Hamburg)

Gender und die Fächerkombination Deutsch/Geschichte. „Bildersturm“ und ein Fall für „Öffentliche Didaktik“ (Sigrid Thielking, Hannover)

Sektion II: Geschichte: Geschlecht als Differenzkategorie für das Geschichtsverständnis in der globalisierten Welt
Moderation: Martin Dinges, Stuttgart

Gender – eine unerlässliche Kategorie für die historische Forschung und Praxis (Claudia Opitz-Belakhal, Basel)

Doing oder Undoing Gender im Geschichtsunterricht – das ist hier die Frage. Zum Stand der internationalen Diskussion (Beatrice Ziegler, Aarau/Bern)

Über die besonderen Aussagemöglichkeiten einer globalen vormodernen Geschichte zum Verständnis der Geschlechterproblematik (Bea Lundt, Flensburg)

Sektion III: Deutsch: Modellierung von Gender: Lesesozialisation, Lesekompetenz, Lesedidaktik
Moderation: Sigrid Thielking, Hannover

Lesesozialisation und ‚Geschlecht‘. Ein Orientierungsdilemma für die Lesedidaktik? (Bettina Hurrelmann, Köln)

Zur geschlechtsspezifischen Differenz der Leseweisen und Lesestoffe. Wieviel Unterschied sollen/ wollen wir machen? (Irene Pieper, Hildesheim)

Leseschwache Jungen, lesestarke Mädchen? Wi(e)der die Geschlechterunterschiede bei einer Hochwert-Tätigkeit (Maik Philipp, Aarau)

Sektion IV: Workshop Geschichte: Gender im Geschichtsbewusstsein (empirische Befunde) und in Unterrichtsmaterialien
Moderation: Bodo von Borries, Hamburg

Die beiden Seiten des Geschlechts. Reanalyse empirischer Befunde (Sebastian Barsch, Köln)

Die beiden Seiten des Geschlechts. Analytische Einblicke in Richtlinien und Lehrpläne für den Geschichtsunterricht (Wolfgang Hasberg, Köln)

Gender in europäischen Schulbüchern (Manfred Seidenfuß und Christina Frischholz, Heidelberg)

Sektion V: Workshop Deutsch: Gender im Literaturunterricht und in literarisch- ästhetischen Medien
Moderation: Irene Pieper, Hildesheim

Genderorientierter Literaturunterricht. Analyse von Unterrichtsmedien (Annette Kliewer, Wissembourg/Koblenz-Landau)

Das Heldenmotiv im Zusammenhang einer geschlechterspezifischen und medienintegrativen Leseförderung (Christian Weißenburger, Ludwigsburg)

Literarisches Lesen im Medienverbund. Zur Problematik polarisierender Genderkonstruktionen in der Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Festschreibung im Literaturunterricht (Kerstin Stachowiak, Hildesheim)

Abendvortrag: Zur Entwicklung und Rezeption der Genderdiskussion innerhalb der Lehramtsausbildung (Juliane Jacobi)

Sektion VI: Deutsch: Männlichkeitsforschung, Deutschdidaktik und –unterricht
Moderation: Toni Tholen, Hildesheim

Männlichkeitskonstruktionen in der Gegenwartsliteratur (Walter Erhart, Bielefeld)

Männlichkeitsforschung und Deutschunterricht (Jürgen Budde, Halle-Wittenberg)

„So eine typische Grundschultante wollte ich nie werden.“. Männlichkeitskonstruktionen von Grundschullehrern und deren mögliche Auswirkungen auf den Deutschunterricht (Robert Baar, Heidelberg)

Zitation
Tagungsbericht: 'Geschlecht': (k)ein Thema in der Lehramtsausbildung? Perspektiven im Dialog zwischen Genderforschung und Fachdidaktik Deutsch und Geschichte, 13.05.2010 – 15.05.2010 Stuttgart, in: H-Soz-Kult, 15.07.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3190>.
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Veröffentlicht am
15.07.2010
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