Grenze – Konstruktion Realität Narrative

Ort
Hannover
Veranstalter
Leibniz-Universität Hannover; Historisches Museum Hannover; Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
Datum
24.06.2010 - 26.06.2010
Von
Roger Engelmann, Abteilung Bildung und Forschung, Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen

Mit der Rehabilitierung des Raumes als sozialwissenschaftlicher Kategorie im Zuge des „Spatial Turns” erfuhr in den letzten Jahren auch die Grenze als Gegenstand und Paradigma der Geschichtswissenschaft verstärkte Aufmerksamkeit. Neben dieser, durch theoretisch-methodologische Überlegungen getragenen Entwicklung ist ein aktuelles, nicht zuletzt auch geschichtspolitisch bedingtes Interesse am speziellen Thema der innerdeutschen Grenze zu verzeichnen – als Symbol der deutschen und europäischen Teilung sowie als Bedingung und Ausdruck der SED-Herrschaft in der DDR. Beide Aspekte spiegelten sich im Programm der Tagung wider, die im Rahmen des wissenschaftlichen Forschungsprojekts „Die innerdeutsche Grenze als Realität, Narrativ und Element der Erinnerungskultur“ ausgerichtet wurde. Das Projekt wird von der Volkswagenstiftung in der Förderlinie „Forschen an Museen“ finanziert. Es verbindet die historische Forschung mit dem konkreten Ausstellungsvorhaben „Grenzerfahrungen“, das im kommenden Jahr, rechtzeitig zum 50. Jahrestag der Berliner Grenzschließung im Historischen Museum Hannover eröffnet werden soll.

Den Auftakt bildete ein abstrakter Beitrag, in dem sich ANDREA KOMLOSY (Wien) in diachroner Betrachtung mit den Begriffen Raum und Grenze auseinandersetzte. Sie konstatierte, dass Räume vor der Entstehung des modernen Staates durch territoriale Fragmentierung gekennzeichnet waren. Erst durch Territorialisierung und Arrondierung sowie die Mediatisierung kleinerer Herrschaften wurden Räume staatlicher Verwaltung geschaffen. Auch die Grenze als Linie sei erst im Rahmen dieses Prozesses entstanden. Durch Verstaatlichung wurden die unterschiedlichen „Überlappungsphänomene“ vormoderner Grenzen beseitigt. Komlosy, wie auch STEFAN KAUFMANN (Freiburg) betonten, dass dieser Zustand in jüngster Zeit durch suprastaatliche Gebilde tendenziell wieder überwunden werde, wobei das Verschwinden von Grenzen als klar markierter geographischer Linie nicht ihre Aufhebung als Instrument der Inklusion und Exklusion bedeute. Kaufmann sieht im Gegenteil eine „Fortifikation“ Europas im Zuge der Bekämpfung von Terrorismus und illegaler Einwanderung, die mit einer räumlichen Flexibilisierung von Grenzen und der damit verbundenen Kontrollen einhergehe. Nicht zuletzt der Einsatz hochmoderner militärischer Aufklärungstechnik unterstütze diesen Prozess.

Trotz des Booms der DDR-Forschung seit 1990 konstatiert DETLEF SCHMIECHEN-ACKERMANN (Hannover) eine Vernachlässigung von Forschungen über die innerdeutsche Grenze (wenn man von den Arbeiten zur Berliner Mauer absieht). Das gelte für die detaillierte Erforschung des Grenzregimes in seiner Entwicklung, für weite Themenbereiche, die unter dem Stichwort „Durchlässigkeit“ zu verhandeln wären, und sogar für eine Bestandsaufnahme der Todesfälle an der Westgrenze, die – anders als für die Berliner Mauertoten – noch nicht geleistet worden sei. Kultur- und sozialhistorische Studien zum Leben im Grenzgebiet fehlten, entsprechende Projekte – etwa zur Grenzregion Halberstadt – stünden erst am Anfang. Kernbereiche des Themas seien hingegen durch publizistische Arbeiten abgedeckt (Grafe, Ritter/Lapp), wichtige Einzelthemen wie zu den Zwangsaussiedlungen (Bennewitz/Potratz) oder zu den DDR-Grenzpolizisten (Sälter) auch durch umfassende wissenschaftliche Studien.

GERHARD SÄLTER (Berlin) befasste sich mit dem Problem der Herstellung von Loyalität bei den DDR-Grenzpolizisten. Deren Gesinnung habe sich zunächst nicht wesentlich vom Durchschnitt der DDR-Bevölkerung unterschieden. Zwar habe man bei der Rekrutierung eine Selektion nach politischen Kriterien angestrebt, aber letztlich sei die Grenzpolizei anfangs primär ein Auffangbecken für sozial Deklassierte gewesen. Das Loyalitätsproblem wurde weniger durch die intensive politische Schulung gelöst, die ausgesprochen „phrasenhaft“ und daher wenig effektiv gewesen sei. Vielmehr sei durch soziale Isolierung, militärischen Drill, das Prinzip der Doppelposten, Kollektivstrafen, Stasi-Überwachung und drakonische Strafdrohungen ein „angstbesetzer Raum“ geschaffen und so die Funktionsfähigkeit der Grenzpolizei gewährleistet worden.

Zwei Beiträge befassten sich mit den Lebensverhältnissen im Grenzraum der DDR, die sich durch besondere (restriktive) Bedingungen auszeichneten. DANIELA MÜNKEL (Berlin/Hannover) beschrieb am Beispiel des Kreises Halberstadt die Perfektionierung des Grenzsicherungssystems nach 1961, das neben den Sperranlagen und militärisch-polizeilichen Maßnahmen auf einer besonders intensiven sozialen Kontrolle und Stasi-Überwachung des gesamten territorialen Vorfeldes basierte. Dabei sei nicht zu übersehen, dass die Einbindung der Bevölkerung in diese Art der Grenzsicherung, bei der es nahezu ausschließlich um die Verhinderung von Fluchten ging, von den Machthabern nicht nur proklamiert und angestrebt, sondern in Teilen auch realisiert wurde. Ein „paradoxes Bild“ ergebe sich, als die zunehmend erfolgreich abgedichtete Grenze ab 1973 mit dem „Kleinen Grenzverkehr“ in die „Gegenrichtung“ wieder durchlässiger wurde. Auf die Gefahren westlicher „Kontakttätigkeit“ habe der SED-Staat abermals mit stärkerer Überwachung geantwortet und hierbei sei deutlich geworden, dass er überwiegend nur auf eine äußerliche, „prekäre Loyalität“ seiner Bürger zählen konnte.

Den Lüdtke’schen Begriff des Eigensinns verwendete JASON JOHNSON (Evanston, USA), um das Verhalten der Bevölkerung im DDR-Teil des bayerisch-thüringischen Dorfes Mödlareuth („Klein-Berlin“) zu beschreiben, dem er eine Langzeit-Mikrostudie (1961-1989) gewidmet hat. Die Machthaber reagierten mit einer ständigen Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen, schreckten aber vor der letzten Konsequenz, dem Abriss des Dorfes auf der DDR-Seite, aus deutsch-deutschen Imagegründen zurück.

Unter der Überschrift „Narrative“ vollzog die Tagung einen Perspektivwechsel. ASTRID M. ECKERT (Atlanta, USA) präsentierte ihre Forschungen zum bundesdeutschen Grenztourismus zu Teilungszeiten, dem sie Merkmale eines „Gruseltourismus“ („Dark Tourism“) zuschrieb. In den 1950er-Jahren, als die Grenze von Westen aus noch nicht gut sichtbar gewesen sei, hätten Besuche an der Grenze oft noch den Charakter kleiner politischer Demonstrationen gegen die DDR gehabt. In den 1960er-Jahren sei der Grenztourismus dann explodiert und systematisch von politischen Bildungsmaßnahmen flankiert worden, die nicht zuletzt der Legitimation der Bundesrepublik in Abgrenzung zur DDR gedient hätten. Auf Dauer sei im „Zonenrandgebiet“ eine touristische Infrastruktur entstanden, Grenz- und Erholungstourismus seien eine Verbindung eingegangen. Doch die Besichtigung der Grenze habe nicht zuletzt auch „Akzeptanz durch Gewöhnung“ erzeugt. Insgesamt habe der Grenztourismus einen Anteil an der Stabilisierung der Bundesrepublik gehabt.

Auch MAREN ULLRICH (Oldenburg) wies in ihrem Beitrag zur „Erinnerungslandschaft deutsch-deutsche Grenze“ auf die Professionalisierung des westdeutschen Grenztourismus’ nach dem Mauerbau hin beschäftigte sich mit Deutungen und visuellen Konstruktionen in beiden deutschen Staaten. Während die Bundesrepublik mit Blicken auf die Grenze geradezu überversorgt gewesen sei, gebe es auf der DDR-Seite kaum Bildüberlieferung. Auch die einst existierenden Grenztruppendenkmäler seien seit 1990 vielfach beseitigt worden, was heute die Chance verbaue, sich mit ihrer Legitimationsfunktion auseinanderzusetzen. Überhaupt sei die ehemalige Grenze vom Verfall der Bauwerke und vom Vordringen der Natur („grünes Band“) gekennzeichnet. Der sogenannte Schutzstreifenzaun sei nur noch an zwei Stellen original erhalten, ansonsten habe man es mit Rekonstruktionen zu tun. Zurückblickend verwies Ullrich auf die Kehrtwende in der offiziellen Gedenkkultur, die mit der Entspannungspolitik eingetreten sei, als Grenzdenkmäler nicht mehr offiziell und sogar in Opposition zur Bonner Politik errichtet worden seien. Seit der Zäsur 1989/90 symbolisiere die Mauer (im Gegensatz zum Zaun) in der Gedenkkultur nicht nur die Teilung, sondern auch deren Überwindung und sei damit fest im Gründungsmythos der gesamtdeutschen Bundesrepublik verankert. Bilder und Relikte würden eine Situation beschwören, die vor 1989 gar nicht bestanden habe, nämlich dass der Westen die Wiedervereinigung ausschließlich herbeigesehnt und der Osten ausschließlich unter der Teilung gelitten habe.

Den inzwischen beschleunigten Professionalisierungsprozess im Bereich der Grenzmuseen, die ursprünglich stark von Laienaktivitäten und privaten Trägerschaften geprägt gewesen seien, stellte KAY KUFEKE (Berlin) am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns fest. Museumsdidaktische Standards seien in den betreffenden Einrichtungen anfangs nicht erfüllt gewesen, Maßnahmen der Landeszentrale für politische Bildung hätten jedoch jetzt eine Besserung gebracht. Vielfach werde mit Rekonstruktionen gearbeitet, vorhandene „historische Orte“ nicht angemessen genutzt. Noch immer stünden technische und militärische Aspekte in ihrem „Endzustand“ im Vordergrund. Die Auswirkungen des Grenzregimes auf das Alltagsleben im Grenzraum sei dagegen ein „blinder Fleck“, repressive und sozialgeschichtliche Aspekte seien nicht adäquat dargestellt. Dies reflektiere aber nicht zuletzt den unzureichenden Forschungsstand.

Die internationale Dimension wurde im Beitrag von AXEL KLAUSMEIER (Berlin) sichtbar, der den deutschen Antrag für die Verleihung des Europäischen Kulturerbe-Siegels an eine Reihe von historischen Orten und Gedenkstätten vorstellte, die unter das Thema „Eiserner Vorhang“ subsumiert werden. Es handelt sich überwiegend um Orte, die die Teilung symbolisieren und behandeln, etwa der Cecilienhof und die Glienicker Brücke in Potsdam sowie die Gedenkstätten Berliner Mauer, Marienfelde und Marienborn, aber auch deren Überwindung durch die friedliche Revolution ist mit „Runder Ecke“ und Nikolaikirche in Leipzig einbezogen. Klausmeier betonte dass, hier im Unterschied zum UNO-Weltkulturerbe nicht die authentische Substanz eines historischen Ortes im Vordergrund stehe, sondern vielmehr die pädagogische Zielsetzung, was Denkmalsetzungen ausdrücklich einschließe.

Die Grenz- und Teilungsthematik in der Literatur erörterten AXEL KAHRS (Lüneburg) und DORIS LIEBERMANN (Cottbus). Kahrs präsentierte ein Kaleidoskop von Befunden und Impressionen, die sich einer griffigen Synthese entziehen und vielleicht von seiner Feststellung, Dichtung sei die „Schatzkammer der Erinnerung“ noch am besten auf den Punkt zu bringen ist. Bemerkenswert erscheint, dass die Tabuisierung von Grenze und Teilung in der DDR mit einer starken Präsenz des Themas in der dort geschaffenen Literatur einhergeht. So wies Liebermann darauf hin, dass dies auch für zentrale Werke der DDR-loyalen Schriftsteller Christa Wolf (Der geteilte Himmel) und Hermann Kant (Aula) gilt. Besonders deutlich sei es im lyrischen Werk von Wolf Biermann, wo der Schmerz über die Teilung immer wieder zum Ausdruck komme. Durch den Exodus von Künstlern und Schriftstellern im Zuge der Biermann-Affäre sei das Thema im Westen wieder stärker verankert worden.

INES MEYERHOFF (Hannover) befasste sich mit dem Medium Fotographie. Sie hob die Bedeutung der politischen und kulturellen Codierung von Bildern hervor, die eine unterbewusste Beeinflussung des Betrachters bewirke und exemplifizierte ihre These anhand einer interessanten Auswahl von Bildern, die in den 1970er- und 1980er-Jahren im Rahmen einer Foto-Arbeitsgemeinschaft der Grenztruppen entstanden waren. Während die meisten Bilder der gängigen ikonographischen Tradition des „wachsamen Grenzers“ folgten oder offizielle Feindbilder reproduzierten, war bei einem Beispiel („Rose pflückender Grenzsoldat“) auch ein „partiell gegenläufiger“ Bedeutungsinhalt gegeben. Insgesamt diagnostizierte Meyerhoff hier jedoch die Verwendung einer tradierten und stark reglementierten Bildsprache, die von der Entspannungspolitik kaum beeinflusst wurde.

Einen komparativen Zugang wählte ELENA DEMKE (Berlin). Sie interpretierte die berühmte Abbildung der vier Spalier stehenden Kampfgruppenangehörigen vor dem Brandenburger Tor aus dem unmittelbaren Kontext der Berliner Grenzschließung von 1961. Durch die Uneinheitlichkeit in der Haltung der Uniformierten entstehe ein Spannungsverhältnis zwischen zivilen und militärischen Elementen. Die „Menschenmauer“ sollte den Rückhalt der Bevölkerung für den „antifaschistischen Schutzwall“ symbolisieren. Sie kontrastierte dieses Foto mit dem Bild des über den Stacheldrahtverhau springenden DDR-Bereitschaftspolizisten Conrad Schumann, das in seiner außerordentlichen Dynamik die Freiheitssehnsucht zum Ausdruck bringe. Die Bilder seien mit ihrem unterschiedlichen Sinngehalt jeweils zu Ikonen geworden. Demke verwies auf die Impulse der Geschichtsdidaktik für die Interpretation von Fotos als historische Quellen.

Einen „transmedialen narrativen Ansatz“ stellte die Medienwissenschaftlerin HEDWIG WAGNER (Jena) vor. Unter Verwendung der semiotischen Terminologie Saussures untersuchte sie drei unterschiedliche Filme: „Der geteilte Himmel“ (Konrad Wolf), „Der Himmel über Berlin“ (Wim Wenders) und „Grenze ’78“ (Ralph Giordano). Dabei ging es um die Frage, ob die Grenze in den jeweiligen Filmen als „Signifikat“ oder „Signifikant“ in Erscheinung trete, was – so ihre Arbeitshypothese – respektive eine legitimierende bzw. delegitimierende Verwendung erkennen lasse. Das Auditorium konnte ihren abstrakten Ausführungen nur teilweise folgen, sodass ein interdisziplinärer Dialog an dieser Stelle nicht zustande kam.

Die Mauer im Undergroundfilm der geteilten Stadt war das Thema von CLAUS LÖSER (Berlin). In Westberlin sei dieser Ausdrucksmittel eines „sozialen Biotops“ gewesen, das im Schatten der Mauer entstanden ist und diese als „dekoratives Element im postmodernen Niemandsland“, als „Pop-Insignie“, behandelt habe. Der Osten wurde ausgeblendet und die Mauer sei lediglich als Projektionsfläche, „als Spiegel der eigenen Befindlichkeiten“, benutzt worden. Im Osten habe es wegen der damit verbundenen Strafandrohung und auch wegen der allzu expliziten Symbolik zunächst keine Abbildung der Mauer gegeben. Dafür habe man sie verschleiert thematisiert (Klaustrophobie), später seien die Bilder expliziter geworden. Die Mauer wurde vereinzelt zum Objekt klandestiner Aufnahmen.

KAY KIRCHMANN (Erlangen-Nürnberg) behandelte (als Beispiel für das Autorenkino) Theo Angelopoulos’ „Trilogie der Grenze“, die eine Odyssee durch den sich im Bürgerkrieg befindenden Balkan verarbeitet und dabei eine Verschränkung von Film- und politischer Geschichte vornimmt.

Das Schlusspodium zog im Hinblick auf den Stand der Forschung und der methodologischen Diskussion eine grundsätzlich positive Bilanz. HANS-HERMANN HERTLE (Potsdam) stellte „gewaltige Fortschritte“ in den letzten fünf Jahren fest. GERHARD PAUL (Flensburg) hob insbesondere den Fortschritt beim methodischen Herangehen an Bildquellen hervor. Die Einbeziehung von Bildnarrativen in die historische Analyse erfordere die Entwicklung einer interdisziplinären Sprache. ASTRID ECKERT (Atlanta, USA) lobte die Multiperspektivität der Tagung, forderte jedoch eine stärkere Bezugnahme auf die Disziplin der „Borderline Studies“, um international anschlussfähig zu werden. Von mehreren Diskussionsteilnehmern wurde die für das Projekt konstitutive Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und didaktischer Umsetzung im Ausstellungsvorhaben gelobt.

Nicht zu übersehen war ein Übergewicht der Metathemen („Konstruktion“, „Narrative“) gegenüber profanen politik- oder sozialhistorischen Beiträgen („Realität“). Diese Schwerpunktsetzung spiegelt wohl die derzeitigen Forschungskonjunkturen wider. Für einen Themenbereich, bei dem noch basale Forschungen – einschließlich einer wissenschaftlich belastbaren Bestandsaufnahme zu den Grenztoten – ausstehen, könnte eine solche Ausrichtung voreilig sein.

Konferenzübersicht

Begrüßung: Carl-Hans Hauptmeyer, Thomas Schwark (beide Hannover)

PANEL I: KONSTRUKTION: EINGRENZEN – ENTGRENZEN
Moderation: Carl-Hans Hauptmeyer (Hannover)

Andrea Komlosy (Wien): Grenze und Raum

Stefan Kaufmann (Freiburg): Grenze und Gesellschaft

Axel Klausmeier (Berlin): „Iron curtain“ als europäisches Kulturerbe?

PANEL II: REALITÄT: LEBEN AN – LEBEN MIT DER GRENZE
Moderation: Astrid M. Eckert (Atlanta, USA)

Detlef Schmiechen-Ackermann (Hannover): Teilung – Gewalt – Durchlässigkeit. Die innerdeutsche Grenze 1945-1989 als Thema und Problem der Zeitgeschichte

Gerhard Sälter (Berlin): Grenzpolizisten der DDR an der innerdeutschen Grenze: Zwischen Zwang, Überwachung und Mitmachen

Jason Johnson (Evanston, USA): Zur Konstruktion der Grenze in der Region – das Beispiel Mödlareuth

Daniela Münkel (Berlin): Überwachung und Kontrolle im Grenzraum – das Beispiel des Kreises Halberstadt

PANEL III: NARRATIVE: WAHRNEHMUNG DER GRENZE – ERINNERUNGEN AN DIE GRENZE
Moderation: Rainer Potratz (Marienborn)

Astrid M. Eckert (Atlanta, USA): „Blick in die Zone“. Die innerdeutsche Grenze als Touristenattraktion

Axel Kahrs (Lüneburg): Grenze und Entgrenzung in der Literatur

Kay Kufeke (Berlin): Grenzmuseen und Erinnerungskultur in Mecklenburg-Vorpommern

Ines Meyerhoff (Hannover): Fotografien und Grenze

Hedwig Wagner (Jena): Visualisierung und Inszenierung der deutsch-deutschen Grenze aus Ost und West

Vorstellung des Forschungsprojektes und Ausstellungsvorhabens „Die innerdeutsche Grenze als Realität, Narrativ und Element der Erinnerungskultur“

Moderation: Detlef Schmiechen-Ackermann

Abendvortrag: Maren Ullrich (Oldenburg): Die deutsch-deutsche Grenze als Erinnerungslandschaft

PANEL IV: NARRATIVE: BILDER DER GRENZE
Moderation: Thomas Schwark (Hannover)

Elena Demke (Berlin): Mauerfotografie

Doris Liebermann (Cottbus): Die Mauer in der deutschen Literatur

Claus Löser (Berlin): Gegenbilder

Kay Kirchmann (Erlangen-Nürnberg): Grenzen und Entgrenzungen im Film – Überlegungen zu einer medialen Historiografie

ABSCHLUSSDISKUSSION: Astrid M. Eckert (Atlanta, USA), Michele Barricelli (Hannover), Hans-Hermann Hertle (Potsdam), Gerhard Paul (Flensburg)
Moderation: Carl-Hans Hauptmeyer (Hannover)

Zitation
Tagungsbericht: Grenze – Konstruktion Realität Narrative, 24.06.2010 – 26.06.2010 Hannover, in: H-Soz-Kult, 28.07.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3213>.