Die baltischen Sowjetrepubliken 1945-1991

Ort
Göttingen
Veranstalter
Baltische Historische Kommission e. V.
Datum
29.05.2010 - 30.05.2010
Von
Trude Maurer, Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, Georg-August-Universität Göttingen

Zum 70. Jahrestag der Annexion der baltischen Staaten durch die Sowjetunion widmete sich das 63. Baltische Historikertreffen vor allem den baltischen Sowjetrepubliken (1945-1991), präsentierte in einer weiteren Sektion aber auch neuere Forschungen zur baltischen Geschichte aus verschiedenen Epochen und Fächern.

Zunächst jedoch stellte DAVID FEEST (Göttingen) die in Gang befindliche Digitalisierung des Deutschbaltischen Biographischen Lexikons[1] vor. Die Datenbank wird nicht nur neue Suchmöglichkeiten eröffnen, sondern die vorliegenden Einträge sowohl in der pdf-Version des Buches als auch in einer redigierten und ergänzten Version anbieten und um zusätzliche Biographien erweitern. Dabei wird die Einschränkung auf Deutschbalten aufgegeben und langfristig ein Baltisches Biographisches Lexikon angestrebt.

JÜRGEN BEYER (Kopenhagen/Tartu) schlug mit seinem sprachwissenschaftlichen Vortrag die Schaffung eines Lexikons der etwa 3.000 aus dem Niederdeutschen und Niederländischen entlehnten Wörter in den Sprachen Nord- und Nordosteuropas vor. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren ginge es dabei nicht um eine nach Sprachfamilien betriebene Linguistik, sondern um einen „Sprachbund“ oder Sprachraum, in dem die Einflüsse einer Sprache auf verschiedene Sprachfamilien (die skandinavische, baltische und finno-ugrische) systematisch untersucht würden. Da es sich dabei um jene Gebiete handelte, in denen im Mittelalter Deutsch als Verkehrssprache benutzt wurde und sich später die Reformation ausbreitete, hofft Beyer, so auch Material für eine „vergleichende Kulturgeschichte“ bereitzustellen. In der Diskussion wurde dagegen vermutet, dass damit eher Aufschlüsse zur Beziehungsgeschichte der involvierten Völker gewonnen werden könnten.

STEFAN DONECKER (Europäisches Hochschulinstitut Florenz) erörterte die Hypothesen des gelehrten Schrifttums des 16. und 17. Jahrhunderts zur Herkunft der Letten und Esten (die damals Leibeigene der deutschbaltischen Oberschicht waren). Von den circa 60 Ethnonymen für die potentiellen Vorfahren analysierte er eingehender die jüdische und die römische Abstammungs-Hypothese und zeigte daran, wie sie als Argument für die Bewahrung oder die Aufhebung der Leibeigenschaft verwandt werden konnten. Da er dies auch noch mit der Nähe der Verfechter der jüdischen Abstammung zur Ritterschaft untermauern konnte, wurde deutlich, dass es keinesfalls, wie das Genre nahezulegen schien, um eine rein akademische Beschäftigung ging: Auch wenn die Intertextualität insgesamt gering war, handelte es sich um eine zeitweise intensive und politisch aufgeladene Debatte (in der außerdem die Exklusivität der Deutschbalten gegenüber diesen sogenannten „Undeutschen“ noch weiter untermauert wurde).

An der Nahtstelle zwischen dieser thematisch gemischten und den Schwerpunkt-Sektionen stand das Referat von BJÖRN FELDEN (Lüneburg) über die nationalsozialistische und sowjetische Besatzung in Lettland, in dem er den „Rassismus“ beider Regimes prüfte. Dabei legte er eine weite Definition von „Rassismus“ als eines Systems von Kategorisierung, Hierarchisierung und Selektion von Gruppen (bis hin zur „Vernichtung“) zugrunde. Die bereits aus der Zarenzeit bekannte Verfolgung „sozial gefährlicher Elemente“ (die in den gesamteuropäischen Kontext der Diskussion über Degeneration gehörte) sah er in der Sowjetzeit durch die „Ethnisierung und Biologisierung des Feindbildes“ weiter ausgebaut. (Damit reduzierte er – trotz seiner Foucault folgenden Einbeziehung sozialer Kategorisierungen – die ‚Grundlagen’ des Rassismus letztlich aber wieder auf die biologische Abstammung). Insgesamt fand er den sowjetischen Rassismus weniger „stringent“ und „offen“ exekutiert als den nationalsozialistischen. Als Gemeinsamkeit beider Regimes betonte er die Übernahme und Fortführung biomedizinischer und biopolitischer Vorstellungen der europäischen Moderne. In der Diskussion wurde Skepsis geäußert, ob der Oberbegriff „Rassismus“ mehr erkläre oder die Spezifik verschiedener Verfolgungen eher verwische.

In den beiden von KARSTEN BRÜGGEMANN (Tallinn) und DETLEF HENNING (Lüneburg) gemeinsam konzipierten Sektionen zur Geschichte der baltischen Sowjetrepubliken ging es vor allem um eine differenzierte Erörterung der Entwicklung in der Spannung zwischen Widerstand gegen die sowjetische Herrschaft und Anpassung an die neue Realität. Dabei sollte es, im Gegensatz zur bisher dominierenden Politikgeschichte, die hauptsächlich im Dreieck von Terror, Repression und Widerstand analysiert wurde, hier vor allem um die Gesellschaft und ihren Alltag gehen.

Zunächst legte ELENA ZUBKOVA (Moskau) dar, wie die Notwendigkeit, eine Politik zur sowjetischen Umgestaltung der kulturell, wirtschaftlich und politisch bislang eigenständigen annektierten Gebiete zu finden, auch das „sowjetische Projekt“ selbst veränderte. Gerade die Analyse der Situation im Baltikum habe den Anstoß zu einer neuen Nationalitätenpolitik des Kreml gegeben. Generell erhielten die einzelnen Republiken größere Freiräume in Wirtschaft und Kultur, die baltischen sogar einen „informellen Sonderstatus“ innerhalb der Sowjetunion. Je nach Perspektive hätten sie aufgrund der „entwickelten Arbeitskultur“ und „Anpassungsfähigkeit“ als Schaufenster der Sowjetunion nach außen oder als Schaufenster des Westens für die übrige Sowjetunion gelten können. Den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der administrativ-politischen Struktur von Baltikum und russischem Kernland der Sowjetunion entsprachen solche innerhalb der Dissidentenbewegung: Zielte die russische RITVARS JANSONS (Riga) zufolge in erster Linie auf die Einhaltung der Menschenrechte, so verfolgten die Mitglieder der baltischen Widerstandsbewegungen nationale Ziele. Doch nachdem auch die Sowjetunion die Schlußakte der KSZE-Konferenz unterzeichnet und sich damit zur Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet hatte, nutzten baltische Dissidenten dies und näherten sich damit der allgemeinen Dissidentenbewegung an. Zugleich bezogen sie die Verpflichtung aber auf die Selbstbestimmungsrechte der Völker und forderten am 40. Jahrestag des Molotov-Ribbentrop-Paktes (23.8.1979) in der Baltikum-Charta die Wiederherstellung eigener Staaten. Dank ausländischer Helfer gewann die Charta internationale Resonanz, durch ausländische Sender auch Publizität in den baltischen Sowjetrepubliken. Deshalb gelang dem KGB mit Verhaftung der Unterzeichner nur ein scheinbarer Sieg: Nach Erklärungen europäischer und amerikanischer Parlamentarier eröffneten Massendemonstrationen am Jahrestag 1987 eine Bewegung, die schließlich zur Unabhängigkeit führte.

Das Bild des „Schaufensters“ nahm OLAF MERTELSMANN (Tartu) auf und fragte danach, wie Estland aus einer stark antisowjetisch eingestellten zur Vorzeigerepublik der UdSSR werden konnte. Dabei wollte er die Begriffe der Leitfrage weiter differenzieren und ergänzte den „Widerstand“ um das „resistente Verhalten“ und das „schweigende Nichteinverstandensein“, die „Kollaboration“ um „pragmatische Kooperation“ und „Nichtanpassung“. Allerdings beschäftigte er sich hauptsächlich mit der Ablösung des „Ausnahmezustands“ der staatlichen Gewalt in den ersten Nachkriegsjahren durch eine „Normalität“, in der Familie und Lebensstandard im Vordergrund standen. Zur Charakterisierung der 1940er-Jahre als Zeit der Bedrohung durch staatliche Gewalt verwies er (pauschal) auf Erinnerungen und stellte fest, dass der „Bruch der Entstalinisierung“ in den Personalquellen gar nicht vorkomme. Das sollte auch seine These unterstützen, die „Normalisierung“ habe, insofern die Zahl der Verhaftungen rückläufig war, bereits unter Stalin begonnen. Ansonsten untermauerte er die „Normalisierung“ aber vor allem mit statistischen Angaben zur Wirtschaftsentwicklung.

Ausschließlich den Erinnerungen widmete sich dagegen ANDREJS PLAKANS (Ames/Iowa), allerdings ohne sie zur Erörterung alltagsgeschichtlicher Aspekte zu nutzen. Er stellte die „Autobiographien“ von vier zwischen 1929 und 1955 geborenen „erfolgreichen“ Persönlichkeiten vor. Dies bot ein Spektrum von Verhaltensweisen, deren Gewicht oder gar Repräsentativität (für die insgesamt circa 40 bis 50 seit 1991 erschienenen lettischen „Autobiographien“) allerdings nicht bestimmt wurde. Bei keinem seiner vier Zeugen machte Plakans „Kollaboration“ aus, sondern nur ein „langfristiges Zusammenspiel doppelter moralischer Standards“. In diesem Zusammenhang erscheint die Bemerkung von JAAN UNDUSK (Tallinn) aufschlussreich, dass die Mehrzahl der estnischen literarischen Texte der Sowjetzeit (inklusive der Elogen auf Stalin) „subjektiv ehrlich“ geschrieben sei und dies auch durch die spätere Scham der Autoren nicht widerlegt werde. Undusk schlug vor, zwischen unter Zwang verwendeten und schon in der Entstehungszeit als „falsch“ betrachteten Formulierungen einerseits und damals unter dem Einfluss der Zeit geprägten, aber nicht mit ideologischer Absicht gebrauchten andererseits zu unterscheiden. In seinem Vortrag über die Schwierigkeiten, die estnische Literaturgeschichte dieser Zeit zu schreiben, erläuterte er vor allem, warum hier die übliche erste literarhistorische Unterscheidung nicht getroffen werde: nach Zeitabschnitten. Stattdessen werde eine räumliche Unterteilung nach Estland und estnischen Schriftstellern in der übrigen Welt, nach „Okkupationsraum“ und „Exilraum“ angewandt. Dabei sei die Konzeption der Räume allerdings eine diplomatische Umschreibung für die Auffassung, dass es eigentlich zwei estnische Sprachen gegeben habe: eine richtige und eine falsche. Undusk stellte diese Unterscheidung in Frage und plädierte dafür, die „geopolitisch getrennten Räume“ als ästhetische zu verstehen. Dass in dieser Literatur Russen als literarische Figuren kaum, und wenn, so nur „klischeehaft“ vorkamen, muss Undusks Ausführungen zufolge als Vernichten durch Verschweigen gedeutet werden – während die „Beschimpfung“ des zuvor Verschwiegenen in der Ära der glasnost’ einen Rückruf ins Leben bedeutete. In der Diskussion wurde unter anderem die Frage gestellt, ob es auch in der Literatur eine „Normalisierung“ (nicht „Anpassung“!) derart gegeben habe, dass man von dem neuen sowjetischen Umfeld angebotene Formen kreativ nutzte.

Am 1971-1986 in Vilnius zusammenwirkenden, aber aus russischen Städten stammenden Ganelin-Trio zeigte RÜDIGER RITTER (Berlin), wie es „mithilfe eines Netzes persönlicher Kontakte gelang, die Hindernisse offizieller Strukturen zu unterlaufen“, und wie sich in der Sowjetunion „eine Künstlerszene durch informelle Selbstorganisation konsolidierte“, „Autonomie“ gewann. Jazz bot die Möglichkeit, den Zwängen des sowjetischen Alltags wenigstens für kurze Zeit zu entfliehen. Zwar handelte es sich dabei nicht um „Protestmusik“, doch erfüllte er „eine widerständige Funktion“, indem er Musikern wie Zuhörern individuelle, vom Regime nicht kontrollierbare Freiräume eröffnete. Umgekehrt durfte das Trio ins Ausland reisen, um die ‚Modernität’ und ‚Freiheit’ der Sowjetunion zu belegen – und ließ sich damit vom Regime auch zu dessen Zwecken ‚benutzen’. In Vilnius selbst dagegen wurde die Jazz-Szene zu einem Kristallisationspunkt oppositionell eingestellter Künstler, Musiker und Literaten – allerdings nicht etwa aufgrund einer liberaleren Kulturpolitik, sondern als Ergebnis eines hier besonders gut funktionierenden informellen networking. Außerdem begünstigte aber auch die bereits seit den 1920er-Jahren in Litauen und Estland, in geringerem Maße auch in Lettland bestehende Jazz-Szene die Ausgestaltung alternativer Kulturmilieus im Baltikum (und die Professionalität des Ganelin-Trios).

Die letzten beiden Vorträge galten der Universitätsgeschichte im sowjetischen Baltikum: JĀNIS ĶERUSS (Riga) untersuchte die „Stalinisierung“ der Historischen Fakultät der Universität Riga: Vom alten Lehrkörper von circa 15 bis 20 Personen blieben nur drei fachlich besonders ausgewiesene Historiker übrig. Die (von einer aus Odessa stammenden, des Lettischen nicht mächtigen Dekanin durchgeführte) Umgestaltung brachte eine Reihe russischer und jüdischer Lehrender an die Fakultät. Doch fielen von letzteren die meisten, wie auch die Dekanin selbst, Anfang der 1950er-Jahre der (gesamtsowjetischen) antijüdischen Kampagne zum Opfer. Der russische Anteil des Lehrkörpers wurde dadurch reduziert, dass ab 1954 keine russischen Studenten mehr aufgenommen wurden, die russische Lehre also entfiel und Dozenten Lettisch beherrschen mussten. In der Lehre der Geschichte Lettlands machte Ķeruss drei „Säulen“ aus: die Bedeutung des russischen Volkes, die Betonung des Klassenkampfes und die Hervorhebung des nationalen Elements.

Der zweite Vortrag galt nicht der offiziellen Institution, sondern der Gesinnung der (estnischen) Studentenschaft in den 1980er-Jahren, die der Frühneuzeithistoriker MATI LAUR (Tartu) auch aufgrund eigener Beteiligung an diesem „normalen Widerstand“ zum Abschluss der Tagung reflektiert und amüsant zugleich präsentierte: Dabei widmete er sich vor allem den studentischen Bautrupps, die in Estland (im Gegensatz zur übrigen Sowjetunion) zu einer „wahrhaften Oase der Freiheit“ geworden seien. In seiner Analyse unterschied er drei Hauptformen „spielerischen mentalen Widerstands“ der Studenten: eine Regimeloyalität, die so stark übertrieben wurde, dass sie sich selbst entlarvte; die Vermeidung des Sowjetischen und Übernahme westlicher Darstellungs- und Verhaltensweisen (etwa als „Blumenkinder“); die radikale Opposition, die am Beispiel eines zwanzigköpfigen Bautrupps vorgeführt wurde, der sich 1982 selbst zwei Monate lang als britische Nato-Militärbasis inszenierte – und ein ironisches Lied schuf, das aufgrund seiner Subversivität nirgendwo öffentlich gesungen werden konnte und sich dennoch schnell verbreitete. Die historische Bedeutung dieser Gruppe besteht nicht zuletzt darin, dass ihr einige später führende Persönlichkeiten in Wissenschaft, Militär und Politik Estlands angehörten.

Zu den eingangs von den beiden Organisatoren herausgestellten Desideraten – insbesondere der Untersuchung von Migration, Integration oder Segregation ethnischer Gruppen, Biographien – gaben die Referate einige Hinweise; und alle ließen den Bezug zur jeweiligen Gesellschaft erkennen, der bisherigen historiographischen Annäherungen an diese Periode fehlte. Doch zugleich wurde deutlich, dass für viele Gebiete erst noch grundlegende Forschungen geleistet werden müssen, bevor eine ebenfalls als Desiderat bezeichnete Alltagsgeschichte dieser Zeit geschrieben werden kann. Sowohl für sie als auch für die ebenfalls hierher gehörenden, oft jedoch der Politikgeschichte zugeordneten Fragen von Kollaboration, Anpassung und Widerstand werden aber auch die in der Diskussion immer wieder eingeforderte Reflexion und definitorische Schärfung der Begriffe weitergeführt werden müssen. Zur Rekonstruktion der Alltagserfahrungen wird man verstärkt auch Personalquellen auswerten müssen (Tagebücher, Briefe, Erinnerungen), die für andere Bereiche der Sozial- und Alltagsgeschichte (zuletzt auch für die deutschbaltische Geschichte) in den vergangenen Jahrzehnten intensiv genutzt wurden. Dabei wird schließlich auch nach Generationen und, was nur in einem einzigen Diskussionsbeitrag zu bedenken gegeben wurde, nach Geschlechtern unterschieden werden müssen. Eine solchermaßen differenzierte Geschichtsschreibung wird, wie schon in den Tagungsbeiträgen erkennbar, auch zur Auflösung der bisherigen Dichotomie von ‚Tätern’ und ‚Opfern’ führen. Schließlich könnte ein systematischer Vergleich der Entwicklung der drei Länder zu einer schärferen Wahrnehmung und subtileren Deutung des Geschehens beitragen.

Konferenzübersicht:

Eröffnung: Matthias Thumser (Berlin)

Präsentation: David Feest (Göttingen): Das Baltische Biographische Lexikon digital (BBLd)

Neue Forschungen zur baltischen Geschichte

Jürgen Beyer (Kopenhagen / Tartu): Niederdeutsche Entlehnungen in den Sprachen Nord- und Nordosteuropas. Überlegungen zu einer vergleichenden Kulturgeschichte

Stefan Donecker (Florenz): Origines Livonorum. Frühneuzeitliche Hypothesen zu Herkunft und Ursprung der livländischen „Undeutschen“ (1550–1700)

Björn Felder (Lüneburg): Rassismus rot und braun: sowjetische und nationalsozialistische Besatzung in Lettland

Die baltischen Sowjetrepubliken 1945–1991: Staat und Herrschaft

Karsten Brüggemann (Tallinn), Detlef Henning (Lüneburg): Die baltischen Sowjetrepubliken: Themen, Probleme und Kontroversen

Elena Zubkova (Moskau): Die „Vitrine“ der Sowjetunion: Das Baltikum als Teil des Sowjetprojektes

Ritvars Jansons (Riga): Die Baltikum-Charta vom 23. August 1979 und der KGB: Sieger und Verlierer

Olaf Mertelsmann (Tartu): Anpassung und Normalisierung in der Estnischen SSR seit den fünfziger Jahren

Andrejs Plakans (Ames / Iowa): After Stalin: History in Contemporary Latvian Autobiographies

Die baltischen Sowjetrepubliken 1945–1991: Alltag, Wissenschaft und Kultur

Jaan Undusk (Tallinn): Die versteckten Codes der sowjetischen Literatur: Einige estnische Beispiele

Rüdiger Ritter (Berlin): Informelles Networking im Ostblock. Das Ganelin-Trio und der Jazz im Baltikum

Jānis Ķeruss (Riga): Die Fakultät für Geschichte der Pēteris-Stučka-Universität (Riga) während der Stalinzeit

Mati Laur (Tartu): Der normale Widerstand: Spiel und Symbolik als Ausdruck der antisowjetischen Gesinnung unter den estnischen Studenten in den 1970er und 1980er Jahren

Anmerkung:
[1] Wilhelm Lenz (Hrsg.), Deutschbaltisches biographisches Lexikon 1710-1960, Köln 1970.

Zitation
Tagungsbericht: Die baltischen Sowjetrepubliken 1945-1991, 29.05.2010 – 30.05.2010 Göttingen, in: H-Soz-Kult, 09.08.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3243>.