HT 2010: Nationalismus, Internationalismus und Transnationalismus im deutschsprachigen Zionismus

Ort
Berlin
Veranstalter
Stefanie Schüler-Springorum, Hamburger Institut für die Geschichte der deutschen Juden; Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD); Verband der Geschichtslehrer Deutschlands (VGD)
Datum
28.09.2010 - 01.10.2010
Von
Ivonne Meybohm, Freie Universität Berlin

Seit einigen Jahren herrscht in der Forschung Konsens darüber, dass sich Zionismus als eine besondere Form des europäischen Nationalismus verstehen lässt.[1] Gleichzeitig hatte der Zionismus eine internationale Struktur, da seine Mitglieder aus den unterschiedlichsten Ländern der Erde kamen. Innerhalb der zionistischen Bewegung wurde um eine ideelle Bestimmung der jüdischen Nation, eine eigene Definition eines speziell jüdischen Nationalismus gerungen. Die deutschen und deutschsprachigen Zionisten orientierten sich dabei zum einen an den unterschiedlichen Ausprägungen der europäischen Nationalbewegungen, zum anderen entwarfen sie auch eigene Ideen und Vorstellungen über die mögliche Beschaffenheit eines spezifisch jüdischen Nationalismus. Diese Ideen waren geprägt von humanistischen Grundsätzen, Leitgedanken der Aufklärung, säkularen wie religiösen Vorstellungswelten und orientierten sich an den die Zionisten in ihren Herkunftsländern umgebenden zeitgenössischen Diskursen wie Kolonialismus, Kulturkritik oder völkischem Ideengut. Absicht des Panels „Nationalismus, Internationalismus und Transnationalismus im deutschsprachigen Zionismus“ war es, diese Orientierungen an den verschiedenen Nationalbewegungen und den unterschiedlichsten innerdeutschen Diskursen aufzuzeigen und die daraus entstandenen eigenen Entwürfe eines jüdischen Nationalismus zu analysieren.

Nach einer kurzen Einführung durch die Leiterin des Panels, STEFANIE SCHÜLER-SPRINGORUM (Hamburg), zeigte STEFAN VOGT (Beer Sheva), inwiefern der Kolonialdiskurs und die Kolonialpolitik des Deutschen Reiches von den deutschen Zionisten rezipiert, mitformuliert und auf ihre eigenen Ziele übertragen wurde. Die zentrale These seines Vortrags lautete, dass sich die Zionisten dabei zugleich als Kolonisierer und als Kolonisierte verstanden. Als Kolonisierer übernahmen sie einige der Modelle für die kolonisatorische Praxis wie auch die dahinterstehende Ideologie, insbesondere das Argument der „Kulturmission“. Auch standen zentrale Konzepte des zionistischen Projekts, wie „Kolonisierung“, „Sozialreform“, „Nation“ oder „Rasse“ in einem engen Kontext mit den deutschen Kolonialdiskursen. Eine Unterstützung ihres Projekts erhofften sich die deutschen Zionisten dabei unter anderem davon, dass sie es mit den weltpolitischen Ziele des Deutschen Reiches verbanden: Eine jüdische Kolonisation in Palästina, so glaubten die Zionisten, würde zur wirtschaftlichen Entwicklung und politischen Stabilisierung des Osmanischen Reiches beitragen, was wiederum im weltpolitischen Interesse des Deutschen Reiches liege.

Als Kolonisierte hätten sich die Zionisten laut Vogt vor allem deshalb verstanden, weil die zionistische Kolonisation nicht imperialistische Ziele verfolgte, sondern die Zionisten sich selbst in der Rolle der indigenen Bevölkerung einer Kolonie sahen. Demnach ginge es nicht in erster Linie darum, ein fremdes Territorium zu erobern, sondern sich aus einem solchen zurückzuziehen und in das eigene zurückzukehren. Im Gegensatz zum deutschen Kolonialdiskurs sei der Diskurs der deutschen Zionisten jedoch nicht von Vorstellungen einer Überlegenheit gegenüber der anderen „Rasse“ und einem ewigen Kampf zwischen den „Rassen“ gekennzeichnet gewesen. Stattdessen sei die Haltung zur arabischen Bevölkerung zumeist von Ignoranz, teilweise aber auch von Idealisierungen oder gar Identifizierungen geprägt gewesen. Eine Diskussion dieses höchst problematischen und widersprüchlichen Selbstverständnisses sei laut Vogt vor allem deshalb lohnenswert, weil Ansätze einer Überwindung der Grenzen nationalistischen und kolonialistischen Denkens darin angeklungen seien.

Im Anschluss referierte ULRICH SIEG (Marburg) über den Zionismus im Ersten Weltkrieg, ein Thema, das aufgrund der transnationalen Struktur der Bewegung, die sich schlecht in die nationalen Narrative einfügen ließ, bislang wenig bearbeitet wurde. Anhand der anfänglichen Kriegsbegeisterung der jungen Zionisten, deren Kriegserfahrungen in Osteuropa, der so genannten „Judenzählung“ (1916), sowie der Balfour Deklaration (1917) stellte Sieg das ambivalente Verhältnis heraus, dass sich für die deutschen Zionisten in Bezug zu Deutschland aus der Kriegssituation ergab. Sie befanden sich in dem Zwiespalt zwischen deutschem Patriotismus und der Zugehörigkeit zum Zionismus als einem dezidiert internationalen Phänomen, dessen ideelle Grenzen teilweise durch die kriegsbedingten Allianzen konterkariert wurden. In einem Zwiespalt sahen die Zionisten sich aber auch deshalb, weil ihr deutscher Patriotismus durch die 1916 vom preußischen Kriegsminister Wild von Hohenborn in Auftrag gegebene Judenzählung von innen in Frage gestellt wurde. Die Haltung der deutschen Zionisten zur Balfour Deklaration spiegelte ihre Zerrissenheit zwischen einer jüdisch-nationalen und einer deutsch-nationalen Identität besonders deutlich wider: Während sie als Zionisten die Erklärung befürworteten, konnten sie sich als deutsche Patrioten keine Stellungnahme für den englischen Kriegsgegner erlauben. Von einer „semantischen Enteignung“ der deutschen Zionisten durch die Balfour Deklaration zu sprechen, ginge indes zu weit, betonte Sieg. Während der ‚Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens‘, durch den die Mehrheit der deutschen Juden sich repräsentiert fühlte, im Ersten Weltkrieg einen Bedeutungsverlust in der Öffentlichkeit hinnehmen musste, konnten die deutschen Zionisten in und nach dieser Zeit verstärkte öffentliche Aufmerksamkeit und Zustimmung in Deutschland verzeichnen. Gleichzeitig verminderte sich aber auch ihre Bedeutung für die Bestimmung der Palästina-Idee innerhalb der internationalen Zionistischen Organisation mit der Verkündung der Balfour Deklaration.

FRANCIS NICOSIA (Burlington) griff im ersten Teil seines Kommentars die in beiden Vorträgen angesprochene Aufgeschlossenheit deutscher Zionisten gegenüber völkischen und rassischen Ideologemen, sofern diese nicht von eindeutig antisemitischen Motiven dominiert waren, auf. Er verwies auf die These George Mosses, der in seiner Studie „Germans and Jews: The Right, the Left, and the Search for a Third Force in Pre-Nazi Germany“ bereits 1970 auf die Übernahme von Elementen des völkisch-deutschen Nationalismus durch die deutschen Juden aufmerksam gemacht hatte. Die Zionisten entwickelten daraus, laut Mosse, einen speziell jüdisch-völkischen Nationalismus. Die jüdisch-deutsche Geschichte und damit die Geschichte des deutschen Zionismus müsse immer als Teil der allgemeinen deutschen Geschichte verstanden werden, deren Diskurse, Vorstellungen und Entwicklungslinien sie sowohl aufgriff als auch aktiv mitbestimmte.

Zu Vogts These merkte er zudem die Bedeutung der von Walter Laqueur als „The Unseen Question“[2] bezeichneten Frage an, welche Rolle die arabische Bevölkerung in Palästina im Siedlungskonzept der Zionisten spielte. Außerdem sei zu fragen, wie die deutschen Zionisten ihre Rolle als Kolonisierte verstanden hätten, wenn sie selbst nicht vorhatten, nach Palästina auszuwandern, sondern Palästina hauptsächlich als ein Exil für die osteuropäischen Juden vorsahen. Nicosia plädierte zudem für einen differenzierteren Blick auf die Rolle der Einwohner Palästinas: Es komme darauf an, welcher Bezugsrahmen in dem Dualismus Kolonisierer und Kolonisierte gewählt werde, die arabische Bevölkerung oder die osmanische Regierung bzw. britische Mandatsmacht. Beide Vorträge, so Nicosia, bezeugten eine „ gewisse philosophische bzw. politische Isolation des deutschen Zionismus vor sowie während des Ersten Weltkrieges“. Diese Isolation bezog sich zum einen auf die deutsche Gesellschaft und zum anderen auf die jüdische Gemeinschaft bzw. den internationalen Zionismus.

Den Auftakt der zweiten Hälfte des Panels bildete der Vortrag von LUTZ FIEDLER (Leipzig), der sich mit der Biographie Hans Kohns und deren Einfluss auf Kohns Nationalismusforschung beschäftigte. In seinen Prager Studentenzeiten hatte sich Kohn (1891-1971) im Rahmen des ‚Vereins der jüdischen Hochschüler Bar Kochba‘, einem zionistischen Studentenzirkel, mit der Frage befasst, wie Menschen unterschiedlicher nationaler Herkunft in einem gemeinsamen Territorium gleichberechtigt miteinander leben könnten. Am Beispiel Prags, das um die Jahrhundertwende durch die verschiedenen national-kulturellen Einflüsse von Tschechen, Juden und Deutschen geprägt war, entwickelte Kohn seine Vorstellung eines Nationalismus. Die zunehmenden Konflikte zwischen Deutschen und Tschechen, in denen die Prager Juden eine Zwischenstellung einnahmen, ließen in ihm die Erkenntnis reifen, dass besonders der territoriale Aspekt des Nationalismus Auslöser von Konflikten war. Folglich könne ein harmonisches Zusammenleben verschiedener Nationen nur dann funktionieren, wenn der Nationalismus von seiner territorialen Fixiertheit gelöst wurde. Damit wäre auch zugleich die Minderheitenproblematik gelöst. Bezogen auf den Zionismus bedeutete dies die Forderung nach einem „jüdisch-nationalen Kollektivbewusstseins jenseits des Territorialen“, oder, mit Kohns Worten, dem Zionismus als einer „Heimat im Geiste“. Mit diesen Überlegungen traf sich Kohn ideologisch mit Martin Buber und den Kulturzionisten, die eine Neubelebung jüdischer Kultur in der Diaspora forderten. Anhand der jüdischen Minderheit führte Kohn 1922 in seiner ersten Schrift über den Nationalismus vor, dass in Zukunft die Nation unabhängig vom oder neben dem territorialen Staat existieren würde. Seit seiner Übersiedlung nach Palästina 1925 engagierte sich Kohn aktiv im ‚Brit Shalom,‘ wo er seine theoretischen Ideen auf einen binationalen Staat hin konkretisierte, in dem diese Trennung von Staat und Nation verwirklicht werden könnte. Die politische Realität in Palästina ließ ihn jedoch um 1930 enttäuscht mit dem Zionismus brechen. 1934 siedelte er in die USA über, wo er sich wissenschaftlich weiter den Möglichkeiten einer Überwindung des Nationalstaats durch imperial verfasste Entitäten widmete, die er in den USA, der Sowjetunion oder dem Britischem Empire angelegt sah.

Eine ergänzende Herleitung von Hans Kohns Nationalismusbegriff schlug MICHAEL ENDERLEIN (Hamburg) vor. Enderlein legte den Schwerpunkt auf die spezifische Verbindung von politischen und religiösen Vorstellungen Kohns und zeigte die messianischen Elemente im Denken Kohns auf. Er analysierte zunächst das soziale Milieu, in dem sich Kohn in seiner Studentenzeit bewegt hatte, den kulturzionistisch inspirierten Prager Kreis und dessen Einfluss auf das Denken Kohns. Kohn ging es bei seiner Beschäftigung mit dem Messianismus, wie Enderlein deutlich machte, nicht um eine systematisch gedachte Theologie, sondern vielmehr um eine auf die Gegenwart bezogene innerweltliche Erlösung, die in den Dienst der Politik gestellt werden konnte und sollte. Das Judentum verstand Kohn in diesem Zusammenhang nicht mehr als Religion, sondern als diskursoffenen „ethisch-politischen Habitus“. Charakteristika des Kohnschen Messianismus waren Demokratie, Gleichheit, Frieden und die Überwindung bisher gekannter Machtstrukturen. Aus diesen am jüdischen Messianismus orientierten Überlegungen, den damaligen philosophischen Diskursen über die säkulare Moderne und Kulturkritik sowie Bubers kulturzionistischem Programm einer „Jüdischen Renaissance“ entwarf Kohn seine politische Forderung nach einem Nationalismus als „humanistischem Kosmopolitismus“. Der Zionismus war für ihn die ins Politische konkretisierte Form des Messianismus.

Einen weiteren Vertreter des ‚Prager Kreises‘ stellte CHRISTIAN WIESE (Falmer/Frankfurt am Main) vor. Der Journalist Robert Weltsch (1891-1982) versuchte in den 1930er-Jahren, der Nazi-Ideologie mit einer humanistischen jüdischen Version des Nationalismus auf der Basis von Gerechtigkeit und friedlicher Koexistenz mit anderen Völkern entgegenzutreten. Weltsch gehörte wie Kohn dem ‚Brit Shalom‘ an und setzte sich in diesem Rahmen für einen binationalen Staat in Palästina ein, der durch politische Parität, kulturelle Autonomie und sozioökonomische Koexistenz gekennzeichnet sein sollte. Auch nach den schweren Gewaltausbrüchen zwischen Juden und Arabern in Palästina in den 1920er-Jahren hielt er im Gegensatz zu Kohn trotz Zweifeln am Zionismus fest. Ab 1933 sah er sich jedoch mit der Situation konfrontiert, dass sich gleichzeitig die Lage der Juden in Deutschland stetig verschlechterte, aber auch in Palästina der Konflikt mit der arabischen Bevölkerung sich zuspitzte. Wie sollte angesichts dieser doppelten Bedrohung der von ihm verfochtene moralische Charakter des jüdischen Nationalismus erhalten bleiben? Sein Plan einer langsamen und kontrollierten jüdischen Einwanderung nach Palästina bei gleichzeitiger Konzentration auf eine geistig-kulturelle Revitalisierung des Judentums in der europäischen Diaspora drohte angesichts der Zwangslage der europäischen Juden zu scheitern. Zudem wurde er für seine ambivalente Haltung zur jüdischen Emigration nach Palästina zunehmend angegriffen.

Der deutsche Nationalsozialismus galt Weltsch zeitlebens als Negativfolie, als die dämonische Variante des Nationalismus, der es eine humanistische, positiv konnotierte Variante gegenüberzustellen galt, an der er den jüdischen Nationalismus maß. Seit der Staatsgründung Israels 1948 waren Weltschs journalistische Texte wie auch seine Privatkorrespondenz von der Verzweiflung über das Zerbrechen seiner Idee eines humanistischen Nationalismus geprägt. Der Regierung David Ben Gurions unterstellte Weltsch, eine jüdische Variante des Faschismus zu propagieren und einen israelischen „Rassenstaat“ errichten zu wollen. Wiese schloss mit der Frage, ob Weltschs Vorstellung eines humanistischen Nationalismus eine naive Illusion gewesen sei oder ob sie relevante Erkenntnisse für die Bearbeitung des israelisch-palästinensischen Konflikts in der Gegenwart eröffnen könnte.

Im zweiten Teil seines Kommentars ging Francis Nicosia noch einmal auf die „Unseen Question“ ein. Er fragte, inwieweit die Mitglieder des ‚Brit Shalom‘ den Ethnonationalismus als ein einseitiges jüdisches Problem behandelten und ob der arabische Nationalismus mit seinen eigenen, ausschließlichen politischen und territorialen Forderungen eine Rolle für sie spielte. Wenn dies nicht der Fall sei, mutmaßte Nicosia, müsste man dann nicht auch den Mitgliedern des ‚Brit Shalom‘ unterstellen, dass ein Teil der Frage, wie der Zionismus mit den in Palästina lebenden Arabern umgehen sollten, auch für sie unsichtbar blieb?

Die darauf folgende Plenumsdiskussion widmete sich neben der Frage nach dem Fortleben von Kohns Nationalismustheorien vor allem der von Christian Wiese angesprochenen Thematik, inwieweit die Ideen des ‚Brit Shalom‘ illusorisch gewesen seien. Es wurde zudem angemerkt, dass eine osteuropäische Perspektive auf den jüdischen Nationalismus gefehlt habe.

Das Schwerpunktthema des diesjährigen Historikertags, „Über Grenzen“ hat sich für die Zionismus-Sektion als besonders gewinnbringend erwiesen. Jeder einzelne Beitrag lotete die sehr unterschiedlichen Grenzziehungen der jeweils besprochenen zionistischen Akteure oder Gruppierungen aus und machte auf deren Hintergründe, vor allem aber auch deren inneren Widersprüche oder Chancen aufmerksam. Allein die diversen zionistischen Untergruppierungen, die sich in der Zionistischen Weltorganisation sammelten, zeigen, wie stark die Organisation bereits von innen durch Grenzziehungen bestimmt war. Transfer scheint deshalb geradezu ein Schlüsselbegriff zu sein, der sich für die weitere wissenschaftliche Analyse des Zionismus anbietet. Besonders im Zuge einer regelrechten Konjunktur der Ideen des ‚Brit Shalom‘ für die Geschichtswissenschaft seit einigen Jahren, ist in dieser Hinsicht eine Fülle neuer Forschungsergebnisse zu erwarten. Die besondere Herausforderung für die Zionismusforschung wird dabei sein, den zionistischen Nationalismus in seiner Heterogenität zu erfassen und ihn in die jeweiligen zeitgebundenen Diskurse einzuordnen. Dabei wird es vor allem auch darauf ankommen im Sinne einer transnationalen Geschichtsschreibung die Verflechtungen zwischen den verschiedenen Vorbildern, Ideen und Diskursen, die in der Zionistischen Weltorganisation aufeinandertrafen, offenzulegen. Bei einer Ausweitung der Perspektive, beispielsweise auf den Zionismus in Osteuropa und dessen Verflechtung mit den west- wie auch osteuropäischen zeitgenössischen Diskursen, dürften so noch weitere spannende Ergebnisse erlangt werden.

Sektionsübersicht:

Stefan Vogt (Beer-Sheva): Zionismus und Weltpolitik: Die Auseinandersetzung der deutschen Zionisten mit dem deutschen Imperialismus und Kolonialismus

Ulrich Sieg (Marburg): Der Zionismus im Ersten Weltkrieg

Lutz Fiedler (Leipzig): Zwischen Zionismus und Universalismus: Prag und die Entstehung der Nationalismusforschung

Michael Enderlein (Hamburg): Messianismus und Weltbürgertum: Hans Kohns Theorien des Nationalismus als Versuche der Einhegung und Aufhebung

Christian Wiese (Falmer/Frankfurt am Main): Das dämonische Antlitz des Nationalismus: Robert Weltschs Deutung des Zionismus angesichts des Nationalsozialismus

Francis R. Nicosia (Burlington): Kommentar

Anmerkungen:
[1] Hedva Ben-Israel, Zionism and European Nationalisms. Comparative Aspects, in: Israel Studies 8/1 (2003), S. 91-104; Dies., Herzl’s Leadership in a Comparative Perspective, in: Gideon Shimoni/Robert S. Wistrich (Hrsg.), Theodor Herzl. Visionary of the Jewish State, Jerusalem 1999, S. 147-164; Miroslaw Hroch, Zionismus als eine europäische Nationalbewegung, in: Ekkehard W. Stegemann (Hrsg.), 100 Jahre Zionismus. Von der Verwirklichung einer Vision, Stuttgart 2000, S. 33-40.
[2] Walter Laqueur, A History of Zionism, London 1972, S. 209-269.

Zitation
Tagungsbericht: HT 2010: Nationalismus, Internationalismus und Transnationalismus im deutschsprachigen Zionismus, 28.09.2010 – 01.10.2010 Berlin, in: H-Soz-Kult, 30.10.2010, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3347>.
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Veröffentlicht am
30.10.2010
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