Postgraduiertenforum der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien

Ort
Leipzig
Veranstalter
Deutsche Gesellschaft für Amerikastudien; Institut für Amerikanistik Leipzig
Datum
05.11.2010 - 07.11.2010
Von
Frank Usbeck, Institut für Amerikanistik, Universität Leipzig

Vom 5. bis 7. November fand am Institut für Amerikanistik der Universität Leipzig das Postgraduiertenforum (PGF) der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA) statt. Im Rahmen dieser Tagung trafen sich über 50 Promovierende der Amerikastudien von 30 Universitäten, um sich in 22 Vorträgen in acht thematischen Panels über laufende Arbeiten auszutauschen. Zusätzlich wurden erstmalig in speziellen Arbeitsgruppen hochschul- und fachpolitische Themen diskutiert.

Das PGF der DGfA wurde vor über 20 Jahren vom Nachwuchs innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien in Reaktion auf neue Entwicklungen im Bereich der Theoriebildung gegründet. Es findet seitdem in der Regel jährlich selbstorganisiert an wechselnden Universitäten in Deutschland statt und bildet eine der wichtigsten Institutionen der Nachwuchsqualifikation innerhalb der deutschen Amerikanistik. Vor der diesjährigen Konferenz in Leipzig, dem bislang größten Treffen, tagte das PGF in München, Münster und Erlangen. Mit der Tagung 2010 war das PGF nach 2002 zum zweiten Mal am größten Amerikanistikinstitut in Ostdeutschland zu Gast. Die Tagung wurde unterstützt von: Deutsche Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA); Vereinigung von Förderern und Freunden der Universität Leipzig e.V.; American Studies Alumni Association e.V.; Consulate General of the United States Leipzig; Maracujasektgruppe Shake ‘n’ Donate; and American Studies Leipzig. Im Jahr 2011 werden sich die Promovierenden vom 4. bis 6. November in Gießen treffen.

Das PGF durchläuft derzeit eine Phase wachsender Herausforderungen, die sich aus den neuen Entwicklungen in der deutschen Hochschullandschaft ergeben. Dies betrifft sowohl die Entstehung strukturierter Promotionsprogramme als auch die Umstrukturierungen als Folgen des Bologna-Prozesses und der Exzellenzinitiativen. Das PGF verzeichnet demnach seit Jahren wachsende Teilnehmerzahlen. Die diesjährigen Organisatoren haben diese Herausforderungen aufgegriffen und mit neuen Formaten versucht, sowohl dem wachsenden Interesse gerecht zu werden als auch die hochschulpolitischen und wirtschaftlichen Interessen des wissenschaftlichen Nachwuchses in der deutschen Amerikanistik anzusprechen.

Die diesjährige Konferenz wurde mit Beiträgen von JAMES W. SEWARD (Consulate General of the United States Leipzig), MARTIN SCHLEGEL (Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs, Universität Leipzig), CRISTER GARRETT, (Institut für Amerikanistik, Leipzig), Reiner Rohr (Fulbright Commission Germany) und SUSANNE LEIKAM (COPAS Regensburg) eröffnet.

Obwohl sich das PGF seit seiner Gründung auch als identitätsstiftende Interessenvertretung der Promovierenden versteht, wurde ein Austausch, der über fachliche Fragen hinausgeht, in den vergangenen Jahren durch das ständige Wachstum der Tagung erschwert. In Reaktion darauf fanden in Leipzig erstmalig Arbeitsgruppen statt, in denen gezielt zu nicht-wissenschaftlichen Fragestellungen der Qualifikationsphasen (Promotion, Habilitation) gearbeitet wurde. Ein Workshop beschäftigte sich dabei beispielsweise mit der prekären wirtschaftlichen Situation, in der sich der Großteil der Promovierenden befindet. Ein weiterer Workshop lotete die Möglichkeiten einer engeren lokalen Vernetzung des Nachwuchses aus. Ergebnisse, unter anderem aus diesen beiden Workshops, wurden von dem Leipziger Organisationsteam innerhalb der DGfA vorgestellt.

Die fachlichen Beiträge umfassten die Gebiete der Literatur, Literaturgeschichte, Kulturgeschichte, Minoritäten der USA sowie transatlantischer Kulturwandel. Ein Teil der Konferenzbeiträge wird im Frühjahr 2011 unter der Gastherausgeberschaft der Leipziger Organisatorinnen und Organisatoren in der Fachzeitschrift COPAS veröffentlicht werden.

Konferenzübersicht:

Panel 1 - Immigrant Generations Literature

Evangelia Kindinger “Only Stones and Stories Remain”: Greek American Travel Writing about Greece

Silke Schmidt (Re-)Framing the Arab as Political Project: Scholarly Agency in the Life Writing of Edward Said and Leila Ahmed

Jesper Reddig The Russian Jewish Female Voice Re-Visited: Shifting Homes in Petropolis, US

Panel 2 - Approaches and Genres

Sibylle Machat World Constructions in the Post-Apocalyptic Novel

Daniela Babilon Smellancholy: Smell, Power, and Memory in Postcolonial and Transnational Literature

Stefan-Alexander Ditze On the Road to Genotopia: The Biotechnical Revolution in Anglophone Literature and Film

Address by GAAS President Peter Schneck (via teleconference)

Panel 3 - Visual Representations of an Other in America

Alice Stiefermann American Poverty: Representations in Contemporary Literature, Photography, and Film

Andreza A. da Rocha Brazil Made in the USA: Stereotypical Representations of Developing Countries in the Context of Media Concentration and Hegemonic Power

Alexandra Schein A Spiritual Homecoming: Ireland in Contemporary Movies about Irish Americans

Panel 4 - Aspects of African American History, Literature, and Culture

Silvia Chirila Memory and the Narrative Construction of Collective Identity in Toni Morrison’s Novel Paradise

Andrea Schubert Reclaiming Jazz: Liberation and Rebellion in African American Jazz Poetry and Fiction from the 1920s to the 1970s

Anne Overbeck Mothering the Race: The Discourse on Welfare and Reproductive Rights of African American Women in the Twentieth Century

Panel 5 - Theories and Methods

Verena Harz Uncanny Selves: The Challenge of Hybridity in Nella Larsen’s Passing and Danzy Senna’s Symptomatic

Rainer Hillrichs Agency in Transformation: The Emergence of the Youtube Interface

Panel 6 - Autobiography/Life Writing

Daniel Holder “The Story of a Birthday?”: W. E. B. Du Bois’s In Battle For Peace and African American Life Writing as Resistance to McCarthyism

Johannes Hauser Going On “Swimmingly”: The Urban Spaces of Benjamin Franklin’s Autobiography

Alexandra Wagner “Confusions about the Place and the Way in Which I Grew Up”: Space and the Production of Autobiographical Knowledge in Joan Didion’s Memoir Where I Was From

Three workshops (professional paths, regional groups, scholarship)

Panel 7 - Space and Place in Literature and Culture

Nadine Boettcher Metropolitan Masculinity: Constituting the Male Self in New York City

Klara-Stephanie Szlezák Staging American Literary and Cultural Traditions in New England Writers’ Houses

Marleen Schulte A Sense of Place: Spatializing New England through a Critical Regionalist Fiction

Panel 8 - Native American Studies

Leopold Lippert The Ghost of America: Performing Americanness in a Globalized World

Claudia Ulbrich On Native American-German Pietist Relations in Eighteenth-Century Pennsylvania

Zitation
Tagungsbericht: Postgraduiertenforum der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien, 05.11.2010 – 07.11.2010 Leipzig, in: H-Soz-Kult, 15.01.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3489>.