Wie viel Emotion verträgt Männlichkeit? 7. Tagung des interdisziplinären Arbeitskreises Männer- und Geschlechterforschung

Ort
Stuttgart-Hohenheim
Veranstalter
Arbeitskreis für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung
Datum
09.12.2010 - 11.12.2010
Von
Oktay Aktan / Cornelia Hippmann / Nicole Kirchhoff / Diana Lengersdorf, Lehr- und Forschungsbereich Soziologie der Geschlechterverhältnisse, Technische Universität Dortmund

1. Tagungsthema: Männer und Gefühle - Männlichkeit und Emotionen
Die Vielfalt von Erregungszuständen und die Kultivierung ihrer Äußerung standen im Zentrum der vergangenen Tagung des interdisziplinären Arbeitskreises Männer- und Geschlechterforschung, die zum siebenten Mal in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart stattfand. Mit Emotionen und Emotionalität wurde einmal mehr ein Themenfeld aufgegriffen, welches hochaktuell an verschiedene disziplinäre, aber auch öffentlich-mediale Diskurse anschließt. Vom trauernden Franz Müntefering über den erzürnten, vielleicht sogar beleidigten Horst Köhler bis hin zum geschockten Thomas Gottschalk lässt sich eine neue Offenheit des Zeigens von Gefühlen bei Männern konstatieren. Zugleich wird von Vätern mehr liebende Zuwendung erwartet, Unternehmen betonen die Wichtigkeit emotionaler Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter und die katholische Kirche wird mit dem sexuellen Begehren einiger ihrer Abgesandten konfrontiert. Aber auch einer Stadt kann Emotionalität zugeschrieben werden, wie dies Otto Penz aus Wien scherzend deutlich machte: „In Wien überwiegt die Freude über den neuen Bahnhof, in Stuttgart der Ärger“. Damit wird zugleich deutlich, dass die Frage, wem oder was wir welche Emotionen zuschreiben und welche Form der Affektkontrolle je wünschenswert ist, eine immer wieder neu zu klärende ist und von historischen Kontexten, literarischen Traditionen aber auch sozialen Gewohnheiten abhängt.

2. Einführungsvorträge
Emotionen aus soziologischer Perspektive standen im Mittelpunkt des hinführenden Beitrags von MICHAEL MEUSER (Dortmund). In seinem Vortrag verdeutlichte er, dass im Zuge des vergangenen Jahrhunderts das soziologische Interesse an Emotionen geweckt worden sei. Hierbei wurde in Max Webers Typologie des sozialen Handelns erstmalig das affektuelle, vor allem das emotionale Handeln als eines von vier Typen – neben dem zweckrationalen, dem wertrationalen und dem traditionalen – genannt. Dass aber auch andere Soziologen und Soziologinnen das Feld der Emotionssoziologie entscheidend beeinflusst haben, verdeutlichte Meuser anhand Georg Simmels konstatierter Relevanz „sozialer Gefühle“ für das Zustandekommen sozialer Beziehungen bzw. für deren Kontinuität. Arlie Russel Hochschilds kontrastierende Betrachtung von Flugbegleiterinnen und Inkasso-Agenten und deren spezifische Emotionskulturen prägte ebenso wie Eva Illouz mit dem Begriff des emotionalen Feldes aus ihrem Buch „Gefühle in Zeiten des Kapitalismus“ später das Forschungsfeld.

MARTIN DINGES (Stuttgart) führte in die Thematik Geschichte, Gefühle und Männlichkeiten ein. Darin betonte er zunächst, dass die Geschichtswissenschaft wie andere Wissenschaften lange an einem engen Leitbild von Objektivität orientiert gewesen sei. Auch heute sei das Selbstverständnis von Geschichtswissenschaften oft noch durch diese doppelte Distanz zum Subjektiven geprägt. So seien noch in den 1980er Jahren Individuen als historische Subjekte nicht Teil des „Mainstreams“, sondern allenfalls ein Thema der Alltags-, Frauen- oder der neu entstandenen Kulturgeschichte gewesen. Dinges betonte, dass ein erster großer Themenbereich der Geschichte der Gefühle Regeldiskurse gewesen seien, da diese aufgrund der Quellen recht einfach zu erforschen sind. Emotionen seien in den Geschichtswissenschaften lediglich als „Texte“ auffindbar. Historiker hätten sich bei psychologischen, literaturwissenschaftlichen und soziologischen Theorieangeboten bedient. Historisch bedeutsam sei das Umschalten von der älteren Lehre der Passiones, der Leidenschaften, auf die moderneren Emotionen. An der Lehre der Leidenschaften sei besonders der Umstand interessant, dass bereits in der Antike Männern stärkere Gefühle als Frauen zugeschrieben wurden. Aus diesem Grund hätte man ihnen auch mehr Verstand zugeschrieben, damit sie nämlich ihre Emotionen im Zaum halten können. Dies verweise auf eine ganz andere Denkfigur als die bekanntere Dichotomie des 19. Jahrhunderts, nach der vor allem Frauen Gefühle hätten, Männer hingegen über Vernunft verfügten. Dabei seien nur dominante Zuschreibungen, nie Ausschließlichkeitsbehauptungen gemeint gewesen. Dies würde auch für die Zivilisationstheorie von Elias, die die fortschreitende Affektregulierung beschreibt, gelten. Weiter führte er Reckwitz an, der vier Stadien der „Transformation hegemonialer Affektivität“ beschreibt, darunter beispielsweise die empfindsame Bürgerlichkeit ab 1800, die eine Emotionalisierung von Frauen und Männer angestrebt hätte, wobei diese Periode vom Geschlechterdualismus der späten bürgerlichen Welt um 1900 abgelöst worden sei. Dinges meinte, dass man auf großräumige Deutungen verzichten und vielmehr Gefühlskulturen und deren historischen Wandel kontext- und milieuspezifisch untersuchen solle, da dies dem Zusammenhang von Männlichkeiten und Gefühlen am ehesten nahe kommen würde.

TONI THOLEN (Hildesheim) äußerte sich in seinem einführenden Vortrag zur Thematik Emotionen und Männlichkeit aus literaturwissenschaftlicher Perspektive. Er verdeutlichte, dass die Frage nach den Emotionen realer Autoren und Autorinnen, Leser und Leserinnen in Reden bzw. literarischen Texten bei Forschungen zur Literaturproduktion und -rezeption unzureichend beachtet worden sei. Dies sei vor allem Ergebnis des lange Zeit vorherrschenden Sachlichkeits- und Rationalitätsparadigmas. Nichtsdestotrotz ließen sich, so Tholen, Tendenzen einer Wende hin zu einer ausdrücklichen Thematisierung von Emotionen, Affekten und Gefühlen in den Kultur- und Literaturwissenschaften bereits seit Mitte der 1990er Jahre konstatieren.

3. Beiträge: Forschende auf der Suche nach zirkulierenden Gefühlen, Ein-Fühlungen und Gefühlsarrangements

In der ersten Sektion "Gefühlsmodulation in Dienstleistungsberufen" wurden die Ergebnisse von zwei empirischen Studien zur Emotionsarbeit vorgestellt. OTTO PENZ und BIRGIT SAUER (Wien) trugen aus ihrem Forschungsprojekt zu emotionsbezogenen, vergeschlechtlichten Subjektivierungsweisen im neoliberalen Umbauprozess vor. In ihrer Fallstudie, für die sie Schalterbedienstete im Filialnetz der österreichischen Post AG interviewten, verwendeten sie das Konzept der "Subjektivierung von Arbeit" von Moldaschl, dass sie, basierend auf der Foucault’schen Idee der Fremd- und Selbststeuerung der Menschen zur Theorie der "Arbeit der Subjektivierung" umkehrten. ANNE BUSCHMEYER (München) referierte über bisherige Ergebnisse ihres laufenden Projekts zu männlichen Erziehern in verschiedenen Kindergärten. Sie fragte danach, wie Männer, die in einem weiblichen Umfeld arbeiten, "Männlichkeit" rekonstruieren. Buschmeyer konzentrierte sich auf die Differenz zwischen der Gefühlsarbeit und Emotionsarbeit und bearbeitete diese Konzepte im Rahmen des "doing masculinity". Unter Emotionsarbeit versteht sie die Arbeit am "Wohlbefinden der Kinder", die Gefühlsarbeit lässt sich als eine „negative konnotierte Geschlechtsattribution" im alltäglichen Lebens der Erzieher bezeichnen.

In der Sektion 2 "Liebe und Lust" hielt JULIA BOHNENGEL (Saarbrücken) einen Vortrag über Männlichkeitsentwürfe im literarischen Werk Friedrich Müllers. Die Epoche um das Jahr 1800 wird als eine Periode des "degendering" bezeichnet. Am Beispiel des Monologes der männlichen Figur des Fayel, der seine persönliche Situation – Lieben ohne wieder geliebt zu werden – beklagt, lässt sich nachvollziehen, dass zu dieser Zeit als Folge der empfindsamen Bewegung ein Prozess der Emotionalisierung stattfand, welcher sich an männliche wie weibliche Subjekte gleichermaßen richtete. MONIKA SZCZEPANIAK (Bydgoszcz) trug über die Darstellung männlicher Liebe in heroischen Mythen am Beispiel des Herakles-Mythos in der deutschsprachigen Literatur vor. Das „Männliche“ erscheint in heroischen Narrationen oftmals als „Paradigma der Mobilität und der Aneignung, der Bekämpfung oder Überwindung des als statisch konzipierten Weiblichen“, das häufig mit „Raum und Passivität“ verbunden ist. Ausgehend von der Überlegung, dass der männliche Held auch ein Frauenheld mit Emotionen und Lust ist – sie spricht in diesem Zusammenhang auch von der Ambivalenz des Heros – kritisiert Szczepaniak die ihrer Ansicht nach zu große Beachtung des virilen Gewaltparadigmas in Rezeptionsgeschichte und wissenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Heros und plädiert für eine angemessene Beachtung auch der affektiven Seite des Helden. Im Fokus des Vortrags von SYLKA SCHOLZ (Dresden) stand die Analyse des Films „Die Halbstarken“ von 1956. Ausgehend von den Liebeskonzepten der männlichen und weiblichen Hauptfigur wird gefragt, ob man von einer „Re-Maskulinisierung der romantischen Liebe“ in den 1950er Jahren sprechen könne. Ein Vergleich mit weiteren „Halbstarken-Filmen“ zeigt, dass sich diese Frage nicht eindeutig beantworten lässt und genauerer Untersuchung bedarf, wobei eine Einordnung in den sozio-historischen Kontext vonnöten sei. In diesem Zusammenhang verweist Scholz auf die „historische Kultursoziologie männlicher Subjektformen“ von Reckwitz.

RALF G. BREUER (Stuttgart) stellte in der dritten Sektion "Liebe und Körperlichkeit" die Frage, wann Gefühle und eine emotionale Disposition als "männlich" gelten können. Dazu stellte er vier zwischen 1850 und 1915 erschienene, deutschsprachige Novellen vor. Ausgehend von dem Connell’schen Konzept hegemonialer Männlichkeit stellte der Referent heraus, dass die hauptsächlich jugendlichen männlichen Protagonisten früher oder später zum Scheitern, gar zum Tode verurteilt sind, weil sie der damals vorherrschenden militärisch-bürgerlichen Männlichkeit nicht entsprechen. CHRISTIAN GOLDAMMER (Heidelberg) untersuchte zum Thema "Männer und ihre Emotionen in der deutschen Gegenwartsliteratur" anhand der zeitgenössischen Romane Das Glück in glücksfernen Zeiten (von Genazino), Feuer brennt nicht (von Rothmann) und Liebesbrand (von Zaimoglu) das männliche Selbstbild und männliche Emotionen. Den Protagonisten ist gemein, dass sie nicht einfach überkommene Männlichkeitsbilder übernehmen, sondern im Spannungsfeld von individuell ablaufenden Initiations- und Emanzipationsprozessen ihre Identitätsstruktur in Frage stellen und zu korrigieren versuchen.

In der Sektion 4 zum Thema "Väter und Gefühle im familiären Kontext" referierte KATHARINA WEGGEN (Mannheim) über Väter, die in Zeiten der römischen Republik um den Tod ihrer Kinder trauerten, und fragte nach der gesellschaftlichen Norm für männliche Emotionen. Weggen zeigte, dass römische Väter beherrscht trauern, da sie in ihrer Rolle als pater familias im Licht der Öffentlichkeit stehen. Daher bestand ihre Aufgabe darin, Reden zu Ehren des Toten zu halten, wobei den Frauen der unbeherrschte Teil des Trauerns, wie das Herausschreien und Weinen, zukam. Als Abweichung von der Norm stellte die Referentin Cicero vor, der seine tiefe Trauer öffentlich zeigte und seine Emotionen literarisch verarbeitet. RALF MÜLLER (München) konzentrierte sich auf die Darstellung der Vater-Sohn Beziehungen im Rahmen des Theaters der Societas Jesu in der Frühen Neuzeit. Anhand ausgewählter Theaterstücke zeigte der Referent, dass sich emotionale Momente und bestimmte Normen der Vater-Sohn-Beziehung ausmachen lassen – obwohl die Stücke einen primär religiösen oder politischen Hintergrund hatten. Es kristallisierten sich drei unterschiedliche Väter- bzw. komplementäre Sohn-Typen heraus, wobei die ideale Beziehung von Liebe, Gehorsam und Strenge geprägt ist. Die stark normativen Stücke verdeutlichen, dass eine liebevolle und von Sorge geprägte Beziehung gegenüber dem Sohn nicht den Müttern vorbehalten war. Im letzten Vortrag präsentierten CORNELIA BEHNKE (München) und Michael Meuser (Dortmund) laufende empirische Forschungen über die gegenwärtige Deutung von Vaterschaft, in der mittels biographischer Paar-Interviews die Partnerbeziehungen und die familialen Arrangements nach der Familiengründung rekonstruiert werden. In ihrer milieuvergleichenden Studie fokussieren sie Ost-West-Unterschiede und Unterschiede zwischen der bürgerlichen Mittelschicht und dem Arbeitermilieu. Als milieuübergreifende Gemeinsamkeit lässt sich festhalten, dass außerhalb eines Geschlechterrahmens nicht über die von Männern praktizierte Fürsorglichkeit berichtet werden kann.

Die für die Sektion 5 geplanten Vorträge zum Thema "Gefühle junger Männer" wurden wegen krankheitsbedingter Absagen auf andere Sektionen verteilt.

In der Sektion 6 "Gefühlsprägungen im religiösen Kontext" stellte TINE VAN OSSELAER (Leuven) belgische Männervisionäre und deren Anhänger in der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts vor. Der exzessive emotionale Ausdruck männlicher Visionäre bei Begegnungen mit dem Göttlichen stellte nichts Ungewöhnliches für die Öffentlichkeit dar, die Tränen und Ekstase im religiösen Kontext durchaus erwartete. Die Gefühle, wie Freude oder Traurigkeit, der männlichen und weiblichen Visionäre ähnelten sich sehr. Niemand sprach jedoch den männlichen Visionären ihre Männlichkeit ab, obwohl der katholische Diskurs der 1930er Jahre durch die stereotype Unterscheidung vom "rationalen Mann" und der „emotionalen Frau" durchaus stark geprägt war. ANDREA MEISSNER (Augsburg) referierte über Gefühlsregeln für katholische Männer in der Zwischenkriegszeit. Dazu stellte sie mittels ihrer historisch-literarischen Untersuchung von Zeitschriften des katholischen Jungmännerverbandes Konzepte der katholischen Emotionologie und entsprechende Emotionsregimes vor.

In der Sektion 7 "Trauer und Gewalt" fragte NADINE HUFNAGEL (Bayreuth), ob und wie sich Trauer in der Nibelungenklage gender-spezifisch darstellen lässt. Zu den Funktionen von Trauer bei der männlichen Figur König Etzel stellte sie fest, dass Gender zwar wichtige Differenzierungen innerhalb der höfischen Ordnung erklärt, die Darstellung von Emotionen aber vorrangig das entstandene Chaos am Hof charakterisieren soll. DANIEL SCHLÄPPI (Bern) hielt einen Vortrag über die Darstellung von männlichem Gefühlsleben im öffentlichen Raum Berns im 19. Jh. Er stellte dabei fest, dass wichtige männliche Sozialibilitäts- und Handlungsfelder der bürgerlichen Moderne emotional geprägt waren und die zentrale Bedeutung für die Genese und Implementierung emotionaler Codes zu institutionellen Gebilden kam. MICHAEL MAIER (Wien) rekonstruierte die Lebensgeschichten ehemaliger österreichischer Wehrmachtsoldaten, um die Bedeutung der Kriegsniederlage im Zweiten Weltkrieg biografisch zu deuten. Er stellte die besiegte Männlichkeit in den Phasen besiegt, gefangen, Heimkehr und biographische Nachwirkungen dar. Mit diesem biographischen Verfahren lässt sich belegen, dass Krieg und Nachkriegszeit im Leben der Wehrmachtsoldaten Phasen radikaler Änderungen in deren Konstruktion von Männlichkeit darstellen.

In der Sektion 8 "Gewalt und Zorn" untersuchte JENNIFER CLARE (Hildesheim) am Beispiel der retrospektiv-literarischen Darstellung des RAF-Terroristen Andreas Baader, welche Motivzuschreibungen es für die politische Radikalisierung von Männern gibt. Dabei charakterisierte sie diese Darstellungen als klischeehaft, da diese sich kontrastiv von weiblichen RAF-Terroristen unterscheiden.

Die unterschiedlichen disziplinären Perspektiven auf das Themenfeld „Männer und Gefühle. Männlichkeit und Emotionen“ zeigten nicht nur die Vielfalt der Zugänge auf, sondern zugleich auch die Stärken und die Begrenztheit der eigenen Disziplin. Wichtige Impulse kamen hier vor allem von den besonders zahlreich vertretenden Literaturwissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern. Disziplinäre Vorannahmen wurden in ihrer Stabilität erschüttert, und neue Blickwinkel können nun in die eigene Disziplin zurückgespiegelt werden. Der Erkenntnisgewinn liegt so weit über dem einer Fachtagung. Deutlich wurde in den gemeinsamen Diskussionen allerdings auch, dass sich das Spektrum der behandelten Emotionen auf die großen Gefühle fokussierte. Weitere Forschungen vor allem zu den weniger behandelten „kleinen“ Emotionen jenseits von Wut, Trauer und Liebe wären wünschenswert.

Konferenzübersicht:

Begrüßung (Dieter R. Bauer, Martin Dinges): Emotionen und Männlichkeit aus der Perspektive von Soziologie, Geschichts- und Literaturwissenschaften (Michael Meuser, Martin Dinges, Toni Tholen)

Sektion 1: Gefühlsmodulation in Dienstleistungsberufen

Birgit Sauer/ Otto Penz (Wien): Männlichkeit und Gefühle im Dienstleistungsbereich

Anna Buschmeyer (München): Umgang mit Emotionen als Teil der Männlichkeitskonstruktion am Beispiel von Erziehern im Kindergarten

Sektion 2: Liebe und Lust

Monika Szczepaniak (Bydgoszcz): Der verliebte Heros. Zum Narrativ der männlichen Liebe in heroischen Mythen und in der deutschsprachigen Literatur am Beispiel Herakles

Julia Bohnengel (Saarbrücken): „Lieben und nicht wieder geliebt werden – Ha! Das ist eine Hölle“ Die Geschichte vom gegessenen Herzen im 18. Jahrhundert

Sylka Scholz (Dresden): Die Halbstarken. Re-Maskulinisierung der romantischen Liebe?

Sektion 3: Liebe und Körperlichkeit

Henrike Walter (Hamburg): Wenn Männer lieben wollen? Liebeserklärungen und andere Beischlaf-Argumente

Christian Goldammer (Heidelberg): Infantil, adoleszent oder emanzipiert? – Männer und ihre Emotionen in der deutschen Gegenwartsliteratur

Sektion 4: Väter und Gefühle im familiären Kontext

Katharina Weggen, (Mannheim): Die Trauer der strengen Väter – Norm und Abweichung in der römischen Republik

Ralf Müller, (München): Vater und Sohn. Die Darstellung einer speziellen Beziehung im Theater der Societas Jesu in der Frühen Neuzeit

Cornelia Behnke/ Prof. Dr. Michael Meuser (München/Dortmund): „Ich bin dann mehr die Frau“. Männliche Gefühle im Rahmen von Vaterschaft und Familiengründung

Sektion 5: Gefühle junger Männer

Ralf G. Breuer, M. A. (Stuttgart): Männliche Gefühle? Emotionale Konstruktion und Destruktion von Männlichkeiten in der deutschsprachigen Literatur am Ende des Bürgerlichen Jahrhunderts

Hanspeter Reihling (Berlin): Beyond “Race”? A Comparative Study of Men’s Perceived Disempowerment in South Africa’s Post-Apartheid City

Sektion 6: Gefühlsprägungen im religiösen Kontext

Tine Van Osselaer (Löwen): „All emotions and passions were aroused and stirred…“ Male visionaries in interwar Belgium

Andrea Meissner (Augsburg): „Da heißt es zuerst beharrlich den Kampf gegen die Leidenschaften führen“. Gefühlsregeln für katholische Männer in der Zwischenkriegszeit

Sektion 7: Trauer und Gewalt

Nadine Hufnagel (Bayreuth): Die Trauer eines großen Mannes: König Etzel in der Klage

Florian Schmidt-Sorg, (Hamburg): Das Klagen der Männer. Zur (De-)Konstruktion von Identität und Rolle in der ‚Nibelungenklage’

Michael Maier (Wien): „Ich bin eigentlich nicht als strahlender Sieger nach Hause gekommen“: Zur biografischen Deutung und Bedeutung der Kriegsniederlage in den erzählten Lebensgeschichten ehemaliger österreichischer Wehrmachtssoldaten

Sektion 8: Gewalt und Zorn

Jennifer Clare (Hildesheim): Der „männliche“ Weg zur Revolte? Andreas Baader als denkende, fühlende und handelnde Figur in retrospektiver Literatur

Grischka Grauert, (Bonn): Anger Management für Superhelden? Die kinematographische Inszenierung männlichen Zorns in „Batman Begins“ and „The Dark Knight“

Sektion 9: Gefühle und Politik

Daniel Schläppi (Bern): Familiarisierte Öffentlichkeit, Freude an blutigen Schlachten und väterliches Wohlwollen. Institutionen aus ständischer Zeit als Generatoren modernen männlichen Gefühlslebens

Florian Kerschbaumer. (Klagenfurt): „Von »großen« Männern und »großen« Gefühlen“. Emotionen und ihre Bedeutung für die Neuordnung Europas am Wiener Kongress 1814/15

Zitation
Tagungsbericht: Wie viel Emotion verträgt Männlichkeit? 7. Tagung des interdisziplinären Arbeitskreises Männer- und Geschlechterforschung, 09.12.2010 – 11.12.2010 Stuttgart-Hohenheim, in: H-Soz-Kult, 22.02.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3553>.
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Veröffentlicht am
22.02.2011
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