Sowjetische Gesellschaftsverbrechen in der russischen Erinnerungskultur: Orte – Akteure – Identitäten

Ort
Jena
Veranstalter
Imre-Kertész-Kolleg; Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Datum
25.11.2010 - 27.11.2010
Von
Katharina Haverkamp / Immo Rebitschek, Imre-Kertész-Kolleg Jena

Im Zeichen vergangener und aktueller Debatten um die Verfasstheit russischer Erinnerungskulturen im Umgang mit den sowjetischen Gesellschaftsverbrechen fanden sich vom 25. bis zum 27. November 2010 WissenschaftlerInnen aus Mittel- und Osteuropa für eine kritische Bestandsaufnahme zusammen. Das am 1. Oktober 2010 gegründete Imre-Kertész-Kolleg und der Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität richteten die DGO-Fachtagung zum Thema: „Sowjetische Gesellschaftsverbrechen in der russischen Erinnerungskultur: Orte-Akteure-Identitäten“ in Jena aus. Die geladenen WissenschaftlerInnen bemühten sich um einen Querschnitt durch die russischen „Erinnerungskultur(en)“, die sich im russischen Kontext vor allem durch das Spannungsverhältnis staatlicher Veranstaltungen und gesellschaftlicher Prozesse manifestieren. Die ReferentInnen und OrganisatorInnen setzten darauf, neue und bewährte Zugangsweisen zum Komplex russischer Erinnerung an diese Epoche vorzustellen, bzw. auf ihre Belastbarkeit hin zu prüfen.

GABRIELE FREITAG (Berlin) eröffnete die Diskussion über den Zusammenhang zwischen Identität und Erinnerungskultur mit einem Blick auf das Nebeneinander vielschichtiger und konkurrierender Erinnerungskulturen im gesamteuropäischen Raum. In Ost- und Ostmitteleuropa seien in den letzten Jahrzehnten immer neue Opfergruppen in den erinnerungskulturellen Kanon aufgenommen worden. Diese Komplexität, so Freitag, fordere von der Wissenschaftswelt gerade in Bezug auf das heutige Russland, die eigenen theoretischen Grundlagen der Erinnerungsforschung stetig zu überdenken. Dabei verlangen die geläufigsten Zentralbegriffe ‚Staat‘ und ‚Gesellschaft‘ besondere Aufmerksamkeit. Der differenzierte Blick auf die ‚staatliche Veranstaltung‘ und sogenannte gesellschaftliche Prozesse sei der DGO und der Konferenz ein besonderes Anliegen. RAPHAEL UTZ (Jena) griff die begriffliche Auseinandersetzung um ‚Staat‘ und Gesellschaft‘ direkt auf und stellte in diesem Zusammenhang Thesen und Arbeitshypothesen über den Entstehungsprozess russischer Erinnerungskultur zur Diskussion. Einerseits lasse sich das grundlegende Bedürfnis beobachten, die (Gewalt)Erfahrungen des 20. Jahrhunderts bruchlos in eine Kontinuität der russischen Geschichte einzufügen, andererseits die eher untergeordnete Rolle von Tätergeschichte und den gesellschaftlichen Grundlagen der Massengewalt gegenüber der allgemeinen Opfererzählung in Russland. Verstehe man weiterhin Erinnerungskultur als Herausbildung einer öffentlichen gesellschaftlichen Praxis, werde die Fachwelt nun vor die Aufgabe gestellt, sich aus dieser Beobachtung heraus mit der Verfasstheit einer russischen Öffentlichkeit und dem Staat als Akteur in besonderer Weise auseinanderzusetzen. Dies schärfe den Blick für eine lebendigere und kontroverse Erinnerungslandschaft in Russland, die durch den Staat dominiert, aber keineswegs beherrscht werde.

Dass die Debatte um die Wechselbeziehung von Identität und Erinnerung auch für die Regionen jenseits des Urals weitergeführt werden kann und muss, demonstrierte JÖRN HAPPEL (Basel). Er widmete sich der Frage nach einer imperialen Dimension in der postsowjetischen Erinnerungskultur an die stalinistischen Massenverbrechen. Am Beispiel der Auswirkungen sowjetischer Nationalitätenpolitik auf Zentralasien diagnostizierte Happel eine sehr schwach ausgeprägte Erinnerung an diese ‚zentralasiatische Erfahrung’. Diese Schwäche sei kein Resultat der sowjetischen Zivilisationskampagnen und der Zerstörung der nationalen Identität, sondern begründe sich in der erst begonnenen Suche nach einer nationalen Identität. Die Orientierung auf vorsowjetische Referenzpunkte forciere in Zentralasien das Verdrängen und Vergessen der sowjetischen Erfahrung.

Neben der sowjetischen Nationalitätenpolitik in der Peripherie hatte auch die sowjetische Geschichtspolitik langfristige Auswirkungen auf Identität und Erinnern im heutigen Russland. So strich JÖRG GANZENMÜLLER (Jena) die Bedeutung der Entstalinisierung als erinnerungsverändernden Prozess heraus. Mit dem XX. Parteitag sei die Unterscheidung der Massenverbrechen Stalins vom Volk in der Opferrolle als offizielles Narrativ etabliert und die Partei als Ganzes von jeglicher Mitverantwortung freigesprochen worden. Die Anklage richtete sich nunmehr allein gegen Stalin und seine Helfershelfer, die sich vom Volk als wahren Schöpfer der Geschichte losgelöst hätten. Diese Dichotomie, so Ganzenmüller, wurde sowohl von den herrschenden Eliten als auch in Dissidentenkreisen bis in die Gegenwart fortgeschrieben und machte damit die Frage nach der sozialen Basis der Massenverbrechen für mehrere Generationen obsolet.

Der Zugang zum Problemkomplex „Identitäten“ – und mit ihm die Bestandsaufnahme überhaupt - konnte um eine Mikro- als auch um eine sozialpsychologische Perspektive erweitert werden. AGLAIA WESPE (Basel) rückte das illustrierte Selbstzeugnis einer Gefangenen aus dem GULag als Quellengattung ins Zentrum. Neben der Untersuchung genderspezifischer Überlebensstrategien machte sie besonders auf den Wandel lagereigener Männlichkeits- und Weiblichkeitsentwürfe aufmerksam. Zur Verbindung von Geschichtspolitik und Identität in Russland stellte ELKE FEIN (Freiburg) verschiedene Arbeitsgrundlagen der Sozialpsychologie zur Diskussion. In der Absicht, kulturunabhängige Untersuchungskriterien für die Erforschung von Erinnerungskultur nutzbar zu machen, betonte Fein besonders das Verhältnis von Selbstbewusstseinsentwicklung und Erinnerungsarchetypen auf gesellschaftlicher Ebene. Auf der analytischen Grundlage dieser Archetypen könne die Erforschung von Geschichtspolitik und Identität sowohl auf individuelle Akteure zugeschnitten als auch die eigentliche Verfasstheit russischer Öffentlichkeit berücksichtigt werden. Dieser sozialpsychologische Zugang warf die Frage auf, inwieweit der Anspruch auf kulturunabhängige Arbeitsweisen eingelöst werden könne, wenn das Modell selbst aus einer US-amerikanisch-westeuropäischen Forschungstradition erwachsen sei. Fein selbst verwies darauf, dass dieses Problem durch die Synthese verschiedener Arbeitsweisen unterschiedlicher Kulturkreise gelöst werden solle. Zugleich stand zur Debatte, ob Erinnerungskulturen eigenen Wachstumsprozessen unterlägen oder in der Hauptsache an die Entwicklungsstufen des menschlichen Bewusstseins gebunden seien. Lutz Niethammer (Jena) führte die Diskussion auf die Instrumentarien der Erinnerungs- und Erinnerungskulturforschung und plädierte in diesem Zusammenhang dafür, den Assmannschen Kanon, angesichts neuer kulturwissenschaftlicher und sozialpsychologischer Zugangsweisen, selbst zu historisieren.

Die Vortragssektion zu den Akteuren auf dem Feld der russischen Erinnerungskultur wurde mit IRINA KARACUBAs (Moskau) Beitrag zur Rolle der Geschichtswissenschaften in Russland eröffnet. Den Durchbruch zur Medialisierung der sowjetischen Geschichte habe man primär in den 1980er-Jahren vollzogen, doch durch den institutionellen Boom in den 1990er-Jahren konnten auch Historiker und Archive in der öffentlichen Wahrnehmung aufrücken und ihre Zusammenarbeit intensivieren. Nach diesem produktiven Intermezzo – bis 2000 – seien zwar klar gegenläufige Trends zu beobachten, allerdings dürften die Einflussmöglichkeiten der russischen Historiker in puncto Geschichtspolitik nicht unterschätzt werden. Jenseits der Kremlmauern gäbe es diskursive Bewegungen, die von unterschiedlichen Flügeln und beratenden Wissenschaftlern erheblich mitgetragen würden.

MICHAEL MELNIKOW (Jena) richtete den Fokus weg von der Geschichtswissenschaft hin zur russischen Schulbuchpolitik und verzichtete bewusst auf eine Textanalyse zum russischen Geschichtslehrbuch. Er konzentrierte sich auf die Produktionsprozesse und verlagspolitischen Rahmenbedingungen des Schulbuchwesens in Russland. Den üblichen staatlichen Versuchen, diesen Prozess zwecks der inhaltlichen Kontrolle zu vereinheitlichen, müsse besondere Bedeutung beigemessen werden, allerdings sei die Lehrbuchproduktion genauso an die Verlagsentscheidungen gebunden. Auf staatlichen Druck könnten Verlage zur Ablehnung bestimmter Autoren gedrängt werden. Einer umfassenden staatlichen Kontrolle der Lehrbuchtexte stünden wiederum der noch dezentrale Produktionsprozess sowie diverse konkurrierende Lehrbuchprojekte entgegen.

Auf die besondere Bedeutung der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) als erinnerungspolitischen Akteur wies MARGARETHE ZIMMERMANN (Jena) hin. Am Beispiel des NKWD-Hinrichtungsortes Butovo demonstrierte sie, wie die ROK die sowjetische Geschichte bis 1938 ikonographisch in ihre Heilsgeschichte einbettet. In der transzendierten Geschichtsperspektive der ROK verblasse jedes Täterschaftsprofil, während die Kirche selbst ihre gottgewollte Rolle - im Sinne der Symphonia - im Fahrwasser des Staates nutze, um dieses Narrativ zu transportieren. Zusätzlich betonte Zimmermann die Bedeutung personeller Kontinuitäten und gewachsener Seilschaften in den Kirchenstrukturen, welche der Erinnerungsarbeit der ROK erst ihre Stoßrichtung gäben.

Näher am Problemkomplex der russischen Zivilgesellschaft orientiert war ANNA SCHOR-TSCHUDNOWSKAJAs (Wien) Beitrag. Sie beleuchtete die Rolle der Menschenrechtsorganisation „Memorial“ als Mitträger russischer Erinnerungskultur. Einerseits kämpfe Memorial mit schwindender Aufmerksamkeit im In- und Ausland, wobei ihre organisatorische Zerklüftung und ihre inhaltliche Zerrissenheit auch über politischen und Identitätsfragen die Erinnerungsarbeit auf verschiedenen Ebenen herausfordern. Andererseits - als Kind der Perestroijka und des Dissidententums - festige der aufklärerisch-politische Anspruch Memorials auf eine historische Wahrheit die zuvor bereits von Jörg Ganzenmüller angesprochene Staat-Volk-Dichotomie im Rahmen einer sehr starken Opfererzählung. Über einem reichen Reservoir aus Material polarisiere sich die Interpretation zwischen der Schuld des Staates und dem Mitleid für die Opfer.

Beim Versuch, Ansprüche und Grenzen Memorials als erinnerungskultureller, bzw. -politischer Akteur abzuwägen, machte Joachim von Puttkamer (Jena) für Schwierigkeiten bei der Opfer-Täter-Unterscheidung vor allem die Unzulänglichkeit aus, Tätergeschichten in der Historie selbst zu externalisieren. Weiterhin wurde über die Auswirkungen exklusivistischer Image- und Personalpolitik bei Memorial diskutiert, bzw. welchen Einfluss das Erbe der Dissidenz auf ihre Anschlussfähigkeit im 21. Jahrhundert haben könnte. Memorial herrsche über die Aufgabe, die Gesellschaft zu einigen, während sie sich zugleich damit in der Öffentlichkeit isoliere.

Die dritte Sektion der Tagung stand unter der Überschrift „Orte“. EKATERINA MAKHOTINA (München) zeigte die Gedächtnisorte rund um den Weißmeer-Kanal auf. Ihre Ausführungen machten deutlich, dass der Kanal, der einst als Vorzeigeprojekt des Stalinismus gefeiert wurde, auch heute im Alltagsgedächtnis der Menschen Nordrusslands tief verwurzelt ist. Die Stilisierung als heroisches Großbau- und damit Fortschrittsprojekt des Stalinismus, der ‚notwendige‘ Opfer gefordert habe, sei erhalten geblieben, nicht zuletzt deshalb, um dem eigenen Leben und der Mitwirkung beim ‚Aufbau der Sowjetunion‘ einen Sinn zu verleihen. Trotz eines internationalen Gedenktages und eines Museums sei die offizielle und damit staatliche Erinnerung vor Ort kaum sichtbar. Die Russisch-Orthodoxe Kirche positioniere sich an diesem Ort dagegen viel offensichtlicher als Erinnerungsakteur, wobei auch die Kirche die Erinnerung an den Bau als eine heroische Erfolgsgeschichte nicht herausfordere und eine notwenige Kontextualisierung grundsätzlich fehle.

ZUZANNA BOGUMIL (Warschau) zeigte an den Debatten über das GULag-Denkmal in Magadan und die Erinnerung an sowjetische Lager- und Repressionserfahrung im Gebiet Kolyma den symbolträchtigen Charakter, den das Mahnmal in Magadan als ‚GULag-Tor‘ zwischen Europa und Asien einnimmt. Der finanzielle Aufwand, mit dem das Gedenken an das sowjetische Arbeitslagersystem an diesem Ort von offizieller Seite vollzogen wird, sowie die daraus resultierenden Diskussionen über die Identität und Herkunft der dort lebenden Menschen hätten die Erinnerung an das sowjetische Zwangsarbeitslagersystem in anderen Regionen Russlands entscheidend beeinflusst.

ULRIKE HUHN (Berlin) machte deutlich, wie zivilgesellschaftliche Akteure, namentlich Memorial Perm‘ versuchen Jugendkultur mit Naturtourismus und Erinnerungsarbeit zu verbinden. Dabei ermögliche das „eigenständige Entdecken und Erfahren“ den jungen Menschen einen persönlichen Blick auf die Geschichte der Stalinzeit zu entwickeln, der dem staatlichen Geschichtsbild teilweise gegenüberstehe.

Neben den geographischen ‚Orten‘ kamen auch mediale Erinnerungsorte zur Sprache. LILIYA BEREZHNAYA (Münster) untersuchte die Rezeption der Stalinzeit in russischen Postperestroika-Filmen. Obwohl sich seit den 1990er-Jahren das Publikum und damit auch das filmische Interpretationsangebot sowjetischer Geschichte vergrößert haben, bliebe der Mythos des Großen Vaterländischen Krieges ungebrochen. Lediglich die Rolle der Sicherheitsorgane und der stalinistischen Schergen sei in der Postperestroika-Periode ambivalenter und zwiespältiger verhandelt worden.

MARTIN MÜLLER und CHRISTIAN WERKMEISTER (Jena) gingen schließlich der Darstellung stalinistischer Verbrechen im russischen Internet und der Frage nach, ob sich eine eigenständige virtuelle Erinnerungskultur 2.0 entfalten könne. Sie zeigten auf, dass ungefähr ein Drittel der Russen das Internet regelmäßig nutzt und damit das Internet auch vom Historiker eine nicht länger zu vernachlässigende Quelle und Plattform darstellt, auf der Erinnerung verhandelt wird. Positiv sei dabei die Fülle und die Vereinigung verschiedener Perspektiven zu nennen, die auf der öffentlichen Bühne oftmals keinen Platz zu finden scheinen. Damit sei zudem die Möglichkeit der individuellen Erinnerung gegeben. Besonders angemerkt wurde die Disparität zwischen geschichtswissenschaftlicher Relevanz und Zugriffshäufigkeit durch die Nutzer.

Mischa Gabowitsch (Berlin) thematisierte ein zentrales Problem für die Untersuchung von russischer Erinnerungskultur: Inwieweit deutsche Analysemuster und Definitionen von Zivilgesellschaft und Erinnerungskultur der russischen Situation überhaupt zuträglich sind und nicht eher den Blick auf den fragmentierten und spezifisch russischen Erinnerungsraum verschließen. Joachim von Puttkamer und auch Jörg Ganzenmüller betonten, dass nur mit den bisher vorhandenen methodischen Zugängen Fragen an das Thema gestellt werden könnten, ohne dass dabei die russische Spezifik zwangsläufig aus dem Blick gerate. Lutz Niethammer stellte zudem das deutsche „Erinnerungs- und Aufarbeitungsideal“ in Frage und betonte, dass gerade die tiefe wechselseitige Verflechtung von Opfer- und Täter-Biographien ein speziell russisches Phänomen seien und einen Vergleich mit Deutschland zusätzlich erschwerten.

Im Laufe der Konferenz erwiesen sich die diskursiven Zugänge über Orte, Akteure und Identitäten für das Feld der Erinnerungskultur als äußerst fruchtbar. Doch besonders eine regionale Mikrostudie zur Annäherung an den Themenkomplex scheint auf mehreren Ebenen vielversprechend zu sein: Neben der konkreten Regionalspezifik des Ortes können sowohl die Akteure, die dort aktiv geworden sind, als auch deren geschichtspolitische Intentionen und die Erinnerung prägende Identitäten vor ‚Ort‘ in ihren Wechselbeziehungen beleuchtet werden.

Tagungsübersicht:

Sektion I „Identitäten“
Moderation: Jutta Scherrer (Berlin / Paris)

Raphael Utz (Jena):
Staat und Gesellschaft oder Macht und Menschen? Zu den Bedingungen russischer Erinnerungskultur

Jörn Happel (Basel)
"Nur mehr verrottetes Zeug": Gibt es eine imperiale Dimension in der postsowjetischen Erinnerungskultur an die stalinistischen Massenverbrechen?

Jörg Ganzenmüller (Jena):
Viele Opfer und ein Täter? Entstalinisierung und Exkulpation

Aglaia Wespe (Basel):
Gendermemory: Zur Bedeutung von Geschlecht in einem illustrierten Selbstzeugnis zum Leben im Gulag

Elke Fein (Freiburg):
Geschichtspolitik und Identität: Eine sozialpsychologische Interpretation russischer Erinnerungs(un)kulturen

Sektion II „Akteure“
Moderation: Lutz Niethammer (Jena)

Irina Karacuba (Moskau):
Historians and Historical Science: Actors, Schools, Tendencies

Michael Melnikow (Jena):
Die Sowjetunion im Geschichtsunterricht: Die Vereinheitlichung des Schulbuchwesens als Ziel staatlicher Geschichtspolitik

Margarete Zimmermann (Jena):
Der Schießplatz als Ikone: Die Erinnerungspolitik der russisch-orthodoxen Kirche am Beispiel Butovo

Anna Schor-Tschudnowskaja (Wien):
Aktivisten des Andenkens: ‚Memorial‘ in einer Gesellschaft, die sich nicht erinnern möchte

Sektion III „Orte“
Moderation: Joachim von Puttkamer (Jena)

Ekaterina Makhotina (München):
Stolzes Gedenken und traumatisches Erinnern: Gedächtnisorte der Stalinzeit am Weißmeerkanal

Zuzanna Bogumił (Warschau):
Idol or Symbol? Debates on Monuments and Memory of Soviet Repressions in Magadan

Ulrike Huhn (Berlin):
Der Gulag im russischen Gedächtnis: Spurensuche in der Region Perm‘

Franziska Thun-Hohenstein (Berlin):
Die russische Literatur als Erinnerungsort an die Gewaltverbrechen

Liliya Berezhnaya (Münster):
Zwischen nationaler Sinnstiftung, Sowjetnostalgie und melodramatischen Kassenschlagern: Die Stalinzeit im russischen Postperestroika-Film

Martin Müller & Christian Werkmeister (Jena):
Die Geschichte des GULag im RuNet: Gibt es eine virtuelle Erinnerungskultur 2.0?"

Zitation
Tagungsbericht: Sowjetische Gesellschaftsverbrechen in der russischen Erinnerungskultur: Orte – Akteure – Identitäten, 25.11.2010 – 27.11.2010 Jena, in: H-Soz-Kult, 06.05.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3636>.