Locality and Transnational Processes. Modalities of Entaglement

Ort
Bielefeld
Veranstalter
Felix Brahm und Angelika Epple, Universität Bielefeld, Arbeitsbereich Geschichte des 19. & 20. Jahrhunderts
Datum
05.05.2011 - 07.05.2011
Von
Caroline Authaler, Historisches Seminar, Universität Heidelberg

Globalgeschichte, transnationale Geschichte, Verflechtungsgeschichte sind die Konzepte einer Geschichtsschreibung, die sich anschickt, den methodischen Nationalismus aufzubrechen. Dabei besteht die Gefahr, dass Analyseebenen unterhalb des Nationalstaates aus dem Blick geraten. Wie Mikro- und Makroebenen zusammenhängen, also wie lokal das "Globale" und wie global das "Lokale" ist, wurde auf der Konferenz "Locality and Transnational Processes. Modalities of Entanglement" vom 5.-7. Mai 2011 in Bielefeld diskutiert. „Translokal“ waren dabei nicht nur die Themen der Vorträge, sondern insbesondere die Teilnehmer. Fünf Wissenschaftler vom Korean Studies Institute in Pusan, wo Fragen von Lokalität und Entanglement intensiv diskutiert werden, bereicherten die Konferenz durch die außereuropäische Perspektive ihrer Beiträge. Zusätzlich zu den Vorträgen stellten Doktoranden in zwei Postersessions ihre Dissertationsprojekte vor, die an Fragen der Konferenz anknüpften. Diese eröffneten, ergänzend zu den vorgetragenen Fallstudien, Diskussionen über empirische Umsetzungen der Konzepte.

In ihren Opening Remarks problematisierten die Veranstalter/innen ANGELIKA EPPLE und FELIX BRAHM (beide Bielefeld) Analyseeinheiten und methodische Bezeichnungen, die sich derzeit auf dem Feld der Globalgeschichte tummeln. Brahm wies auf die Bedeutung des spatial turn hin, der hergebrachte Raummodelle verunsichert hat. Insbesondere habe aber die postkoloniale Kritik westliche Raumvorstellungen infrage gestellt und daran anschließende wissenschaftliche Ordnungsmodelle wie die area studies, die die Welt in abgetrennte Räume aufgeteilt hatten, herausgefordert. Epple betonte die Unzulänglichkeiten von Nationen- und Gesellschaftsgeschichte. Diese Ansätze schlössen nicht nur Themen aus, die nationale Einheiten überschreiten, sondern auch Perspektiven, die sie unterschreiten. Da der Begriff der Globalgeschichte das Augenmerk auf die Verflechtungen lege und ohne den Begriff des „Nationalen“ auskomme, sei er besser geeignet als etwa der der transnationalen Geschichte. Problematisch sei allerdings, dass nach der Auflösung des Nationalen das Lokale als scheinbar „letztes Residuum“ als einem traditionell bestimmten und begrenzten Raum, verbleibe. Sie schlug vor, ausgehend vom Konzept der Translokalität, das Lokale relational zu fassen und in seinen Beziehungen zu untersuchen. Zu einem Verständnis des Globalen, so die grundlegende These, käme man über die ständig in Bewegung und Veränderung befindliche Gesamtheit translokaler Relationen.

Die Frage, wie global das "Lokale" ist, erörterte PETER GESCHIERE (Amsterdam) in seinem Abendvortrag. Indem er Europa und Afrika in einem gemeinsamen analytischen Feld betrachtete, zeigte Geschiere am Beispiel von Kamerun, Côte d'Ivoire und den Niederlanden wie Vorstellungen des Lokalen und von „Autochtonie“ in Afrika und Europa zeitgleich identitätstiftende Kraft entfalten. Diese Konzepte fungierten nicht lediglich als Gegenkonzept zur Globalisierung, sondern würden vor allem als politische Argumente in Konflikten um den Zugang zum Globalen benutzt. Entscheidendes Kriterium sei das Dazugehören, was besser durch den Begriff des „Belonging“ beschrieben werde. Mit Blick auf die Forschung forderte Geschiere eine Historisierung und Entromantisierung von Begriffen des Lokalen.

Die erste Sektion „Locality and Belonging" wurde von BAE YOON-GI (Pusan) eröffnet, der in seinem Vortrag den Stand der Diskussionen um „Lokalität“ am Korean Studies Institute in Pusan erläuterte. Unterschiedliche Regionalwissenschaftler/innen (u.a. Koreanist/innen, Asienwissenschaftler/innen, Historiker/innen, Amerikanisten/innen) erarbeiten in Pusan derzeit in einem 10-Jahres-Projekt ein Gesamtkonzept von Lokalität mit dem Ziel, eine „Bottom-up“-Globalisierungstheorie zu entwerfen. Bae führte zunächst in den Begriff des "Lokalen" im südkoreanischen Kontext ein. Grundsätzlich werde das Lokale als Gegensatz zum Nationalstaat verstanden. Wenn der Nationalstaat als Zentrum begriffen werde, würde das Lokale zur Peripherie, die zweitens als abgetrennter Raum vom "Nationalen" gesehen werde. Drittens werde das Lokale im Gegensatz zum modernen Nationalstaat als „vormodern“ angesehen. Die Forschungen zu Lokalität in Pusan kämen in methodischer Hinsicht einer „Wiederentdeckung“ der Mikrowelt gleich, die die nationenzentrierte Geschichtsschreibung aufbrechen wolle. Bisherige Forschungen zur Kolonialgeschichte, die etwa den nationalen Widerstand betonen, würden damit erweitert. Ein Beispiel für diese neueren Forschungsansätze präsentierte sein Kollege CHA CHUL-WOOK (Pusan). Am Beispiel der Hafenstadt Pusan zeigte er auf, dass Transkulturierungsprozesse in der japanisch-koreanischen Kolonialgeschichte nicht nur eine Konsequenz des kolonialen Kontaktes, sondern auch eine ökonomische Strategie waren. Aufgrund ihrer geographischen Lage an der südöstlichen Küste Koreas und somit in unmittelbarer Nähe zu Japan sei die Hafenstadt Pusan zur kolonialen Kontaktzone und zu einem Ort hybrider Kulturen geworden. In Pusan stationierte Japaner hätten sich als wirtschaftliche Strategie der Vertrauensbildung aktiv koreanische Kultur und Sprache angeeignet. Diese Prozesse wirkten auch auf die Kolonialmacht Japan zurück: Um die Jahrhundertwende lernten immer mehr Japaner Koreanisch. Das Beispiel Pusan zeige die „Zweibahnstraße“ des Kolonialismus: Korea erhielt erst über Japan Zugang zur Weltwirtschaft, Japan wurde gleichzeitig kulturell beeinflusst. Diese Beispiele interpretierte der Referent als eine Form von Lokalisierung: Durch den kolonialen Handel und die kulturellen Kontakte seien neue Identitäten und damit neue Orte entstanden.

Identitäten standen auch im Zentrum von DANI KRANZ' (Bergheim) Beitrag. Anhand von Interviews rekonstruierte sie Lebenswelten von Juden und Jüdinnen in Israel, die nach der Staatsgründung Israels aus Deutschland ausgewandert sind. Alle Befragten arbeiteten beruflich mit oder über Deutschland und das nicht nur, weil sie aufgrund ihrer deutschen Herkunft einen Wettbewerbsvorteil auf diesem Arbeitsmarkt haben. Viel wichtiger sei, dass sie durch ihre Arbeit in Verbindung mit Deutschland bleiben, etwa durch regelmäßige Reisen dorthin. Dadurch könnten die Befragten ihre transnationale Identität leben und beiden Orten, mit denen sie sich identifizieren – Deutschland und Israel – einen konkreten Platz in ihrem Leben geben. Ihre Berufswahl sei somit eine Strategie, um mit multipler räumlicher Identifikation umzugehen. In ihrem Kommentar machte Birgit Schäbler (Erfurt) das Konzept des Belonging stark, das von Peter Geschiere eingeführt worden war. Besser als der Begriff der "Identität" sei im Begriff des Belonging das Streben nach einem Dazugehören bereits inbegriffen.

In der folgenden Sektion wurde „Lokalität“ aus einer postkolonialen Perspektive untersucht. SABINE BROECK (Bremen) problematisierte den Begriff einer afrikanischen „Diaspora“, wenn damit Nachkommen von versklavten und kolonisierten Afrikaner/innen in Europa und den USA bezeichnet würden. Diese bildeten keine einheitliche Gruppe, die gleichsam eine Kontinuität mit der Herkunftsregion begründe. Die einzige Gemeinsamkeit dieser Personen sei ihr Platz bzw. ihre Nichtexistenz in der Erinnerung der Weißen. Durch das Ausschließen der afrikanischen Aspekte in der weißen Erinnerung schreibe der Norden die Versklavung unter anderen Vorzeichen fort. Angesichts der Rückwirkungen von Kolonialismus und Sklaverei im heutigen Europa in Form von Jugendprotesten in Pariser Vorstädten oder Flüchtlingsbooten an der italienischen Küste forderte Broeck, dass sich Europa mit seiner Sklavereigeschichte konfrontiere und darauf aufbauend die Gemeinsamkeiten mit den Nachkommen von Sklaverei und Kolonialismus betone.

JANG HEE-KWON (Pusan) thematisierte Debatten über Integration und Ausgrenzung vor dem Hintergrund zunehmender Gastarbeiter/innen und weiblicher Heirats-Migration aus den Nachbarländern seit den 1990er-Jahren. In Korea wandelten sich derzeit Vorstellungen und Praktiken in Bezug auf Fremdheit und „Koreanischsein“, wodurch lang gepflegte Vorstellungen über die Reinheit der koreanischen Nationen herausgefordert würden. Dadurch würden Auswirkungen von Globalisierungsprozessen im lokalen Alltag Koreas sichtbar. Basierend auf quantitativen Umfragedaten zeigte Jang Hee-Kwon jedoch eine Diskrepanz zwischen gesetzlichen Neuerungen, wie etwa Einbürgerungserleichterungen und öffentlichen Debatten über Fremde, in denen eingebürgerte Menschen mehrheitlich jedoch als Ausländer/innen wahrgenommen werden. Von Migrant/innen werde in erster Linie Loyalität gegenüber ihrem Lebensort und der lokalen Bevölkerung erwartet. Dadurch würden sie schneller in lokale Gemeinschaften eingebunden.

Methodische Fragen standen im Mittelpunkt des Vortrag von GUDRUN LACHENMANN (Bielefeld). Am Beispiel von "gendered spaces" und Debatten in der "globalen Entwicklungswelt" fragte sie, wie Translokalität und Lokalisierung methodisch greifbar und operationalisierbar gemacht werden können. Lachenmann schlug vor, Lokalisierungsprozesse zu analysieren, um Globalisierung verständlich zu machen. So müssten globale Konzepte stets auf der lokalen Ebene sinnstiftend vermittelt werden. Da diese anschließend auf die globale Ebene zurück transferiert würden, ergebe sich ein Mehrebenenspiel. Am Beispiel von "gendered spaces" in der globalen Entwicklungswelt betonte Lachenmann die Rolle der Akteur/innen. Sie verknüpften durch ihr Handeln die Ebenen von lokal bis global und produzierten sich überlappende translokale Räume, die komplexe Verflechtungen nach sich zögen. Im Zentrum der anschließenden Diskussion, die von einem Kommentar von Andreas Eckert eingeleitet wurde, standen grundlegende Konzepte wie das der "Moderne" sowie die Frage nach dem Umgang mit Begriffen, die einer eurozentrischen Denktradition entspringen.

Lässt sich globale Migration „lokalisieren“? Und, wenn ja, wie lässt sich das Lokale unter den Bedingungen globaler Migration fassen? In ihrem Abendvortrag „Locating Migrants“ stellte AYSE CAGLAR (Wien) die Weiterentwicklung eines wegweisendes Konzeptes vor, an dem sie seit vielen Jahren gemeinsam mit der Sozialanthropologin Nina Glick Schiller arbeitet. Ausgehend von zwei Fallstudien aus der Türkei machte Ayse Caglar darauf aufmerksam, dass der räumliche Aspekt von Staatlichkeit und der Integration von Migrant/innen in der Migrationsforschung bisher vernachlässigt werde. Die Beziehung zwischen Staaten und ihren (Im)Migrant/innen sowie ihren Emigrant/innen ändere sich nicht nur in der Zeit, sondern auch in Relation zu den Orten der Ankunft und Niederlassung von Migrant/innen. Aus einer globalen Perspektive entstünden neue, fruchtbare Fragen über die Lokalisierung von Migrant/innen in urbanen/regionalen Dynamiken sowie über die agency von Migrant/innen jenseits der hergebrachten Vorstellungen ihrer Handlungen. Sie appellierte dafür, die historische Migrationsforschung um eine räumliche Komponente zu ergänzen, um die transnationalen Verbindungen zwischen den Orten von Migration sichtbar zu machen.

In der dritten Sektion wurde das Verhältnis von Lokalität und Translokalität diskutiert. ACHIM VON OPPEN (Bayreuth) erläuterte den Wandel dieses Verhältnisses in der Geschichtsschreibung über Afrika seit den 1970er-Jahren. In Lokalgeschichten der 1970er-Jahre sei das Globale aus dem Lokalen heraus betrachtet worden. In den Geschichten von sozialen Kämpfen der Peripherie gegen die Zentren oder der Einbindung von Dörfern in die Weltwirtschaft sei der Perspektive der Einheimischen besondere Bedeutung beigemessen worden. Das Lokale sei als Raum verstanden worden, der durch Lokalisierung und Grenzziehung, gleichsam von innen und außen produziert und abgegrenzt würde. Von Oppen betonte, dass das Übergreifende bei der Aushandlung lokaler Räume in einem dialektischen Prozess immer mitkonzipiert werde. Somit sei das Lokale als Schnittpunkt räumlicher Bewegung zu verstehen. Das Konzept der Translokalität löse den scheinbaren Gegensatz zwischen dem Lokalen und dem Globalen auf, indem es Lokalitäten und ihre Verflechtungen vor, außerhalb und jenseits des Nationalstaats einschließe. LEE SANG-BONG (Pusan) untersuchte die Bildung neuer hybrider Identitäten der koreanischen Migrant/innen am Beispiel von Osaka/Japan. Methodisch ordnet er sich den Diaspora-Studien zu, zielt aber darauf, deren nationale Ausrichtung aufzuweichen. Koreanische Einwander/innen seien in Japan wenig in die Gesamtgesellschaft integriert gewesen, weil sie getrennte Communities gebildet hätten, die sich auch in getrennten Wohngebieten und Verwaltungsbezirken widergespiegelt hätten. Seit einigen Jahren beginnen koreanische Migrant/innen der dritten und vierten Generation, die sich für ein Verbleiben in Japan entschieden haben, nach ihren koreanischen Wurzeln zu suchen und Korea zu ihrer Heimat zu erheben. Lee folgerte, dass diese koreanischen Bewohner/innen in Japan eine neue ethnische Identität der koreanischen Japaner begründen, mit der sie scheinbare kulturelle Gegensätze zwischen Migrant/innen und Japaner/innen zu überwinden suchten. SUSANN BALLER (Basel) untersuchte in ihrem Vortrag lokale Inszenierungen von Macht in translokalen Räumen am Beispiel von Reisen von Politikern im frankophonen Westafrika 1945-1960. Baller betonte die performative Qualität des Reisens, die gleichzeitig komplexe Prozesse transkultureller Beziehungen zwischen Afrika und Europa sichtbar mache. Am Beispiel von zwei Reisen, die in die Debatten um die Verlegung der Hauptstadt Senegals von St. Louis nach Dakar fielen, verdeutlichte Baller, wie die beiden Orten durch die Reisen diskursiv in bestimmte translokale Räume gestellt und mit Bedeutung besetzt wurden. Konstruierten französische Politiker St. Louis lange als "französische" Stadt, so setzten Politiker aus dem Senegal dem zunehmend Dakar, einst geschaffen als koloniale Hafenstadt und Metropole Westafrikas, nunmehr als Inbegriff einer nationale Hauptstadt Senegals entgegen.

Die Diskussion, die von Christof Dejung (Konstanz) eingeleitet wurde, ging in die Abschlussdiskussion über, in der – auf der Basis der vorangehenden Vorträge – grundlegende Fragen der theoretischen und methodischen Herangehensweise diskutiert wurden. Während Hee-Kwon Jang dafür plädierte, die politische Dimension der jeweiligen, häufig auf nationale Förderung angewiesenen, Forschung zu reflektieren, machte sich Joanna Pfaff-Czarnecka für eine Herangehensweise an translokale Prozesse über Personen, die je unterschiedlichen Räumen angehören stark. In eine ähnliche Richtung ging Ulrike Lindners Plädoyer für den Begriff des Entanglement, der – im Unterschied etwa zur Interaktion – Wahrnehmungen beinhalte. Birgit Schäbler betonte die Bedeutung der area studies für translokale Forschungen und plädierte dafür, auch die Europäische Geschichte als area studies zu betreiben. Entscheidend für die Forschung sei, die Bewegungen zu erfassen, die Verflechtungen vorausgehen; Entanglement sei lediglich das Ergebnis. Angelika Epple fügte hinzu, dass nicht nur Lokalitäten, sondern auch das Globale relational und insofern als in ständiger Bewegung gedacht werden müsse. Andreas Eckert begrüßte die regen Debatten um Global- und Lokalstudien und warnte gleichzeitig vor scheinbar universell anwendbaren Konzepten, da nicht alle globalen Konzepte für jede Weltregion funktionieren. Achim von Oppen erinnerte daran, dass Entanglement auch Interaktionen beinhalte, die das Gemeinsame kappen wollen. Lokalität könne schließlich auch solch eine Strategie der Abgrenzung gegen ein globales Entanglement sein. Welche Begriffe Wissenschaftler/innen verwenden, die zu translokalen Themen arbeiten, problematisierte Sabine Broeck. Präfixe wie trans-, inter- etc. ähnelten neoliberalem Vokabular, das endlose Mobilität suggeriere. Aufgabe der Wissenschaft sei daher, zu reflektieren, wie weiter kritische Forschung betrieben werden könne, die eine gewisse Widerständigkeit behalte.

Die Konferenz hat gezeigt, dass die verschiedenen räumlichen Ebenen von lokal bis global stets aufeinander bezogen werden müssen; dass das Lokale nicht ohne das Globale und umgekehrt verstanden werden kann. Darüber hinaus wurde der Anspruch von "global/local history", grenzüberschreitend zu arbeiten, nicht nur bezogen auf die Forschungsperspektive und -gegenstände, sondern auch mit Blick auf die wissenschaftlichen Gemeinschaften, erfolgreich umgesetzt. Die Kooperation zwischen dem Korean Studies Institute in Pusan/Korea wurde von allen Teilnehmenden als inhaltliche und intellektuelle Bereicherung bewertet. Dass vereinzelte Kontroversen wie etwa über die Rolle der area studies nicht endgültig geklärt wurden, zeigt nur, wie nötig weiterer Austausch zwischen area studies, postcolonial studies und global history ist.

Konferenzübersicht:

Welcome Address:
Ulrike Davy

Key-Note:
Peter Geschiere: Autochthony, Citizenship and Exclusion. New Patterns in the Politics of Belonging in Africa and Europe

Opening Remarks: Felix Brahm/Angelika Epple

Sektion 1: Locality and Belonging
Chair: Ulrike Lindner (Bielefeld)

Bae Yoon-Gi (Pusan): The Concept of 'Locality' of the Center for Locality & Humanities at Korean Studies Institute, PNU

Cha Chul-Wook (Pusan): The Logic of Colonial Rules and Localities in Open Port City in the Japanese Colonial Period

Dani Kranz (Bergheim): Returning to Israel?

Kommentar: Birgit Schäbler (Erfurt)

Key-Note:
Ayse Caglar (Wien): Locating Migrants

Sektion 2: Locality and (post)coloniality
Chair: Olaf Kaltmeier (Bielefeld)

Sabine Broeck (Bremen): African diaspora

Jang Hee-Kwon (Pusan): Zwischen Integration und Ausgrenzung der 'Fremden'. Die Bedeutung der Globalisierung für den lokalen Alltag Koreas

Gudrun Lachenmann (Bielefeld): Translocality of gendered spaces and localisation of concepts in the global development arena

Kommentar: Andreas Eckert (Berlin)

Sektion 3: Locality/Translocality
Chair: Kirsten Heinsohn (Hamburg)

Achim von Oppen (Bayreuth): Lokalgeschichte(n) Afrikas und das Konzept der Translokalität

Lee, Sang-Bong (Pusan): Locality of a Diasporic Space: A Case of Korean Town in Ikuno, Osaka

Susann Baller (Basel): Politiker auf Reisen in Westafrika. Lokale Inszenierungen und translokale Bezüge

Kommentar: Christof Dejung (Konstanz)

Erste Postersession:

Barbara Beckers (Maastricht): The Making of Cultural Memory. Remembering and Commemorating the Second World War in Roermond and Dülken

Ian A. Gwinn (Liverpool): Making People’s History: Local and Transnational Dimensions of the History Workshop Movement in Britain and West Germany

Mahshid Mayar (Bielefeld): Huckleberry Finn in Baghdad: A Fin de Siècle View on Empire and Childhood

Ruben Quaas (Bielefeld): Die Geschichte des Fairen Handels in der Bundesrepublik Deutschland

Zweite Postersession:

Lars Schladitz (Erfurt): Verflochtener Meeresraum. Walfang im Südpolarmeer, 1923-1941

Sebastian Sprute (Berlin): Globalisierung der westlichen Zeitordnung? Zeitkonflikte in Senegal, ca. 1880-1940

Caroline Authaler (Heidelberg): Plantagen und Handel im britischen Mandatsgebiet Kamerun. Wechselwirkungen zwischen lokalen Aushandlungsprozessen und transnationalen Diskursen

Enrique Martino (Berlin): Global Equatorials between 1929 and 1968: Nigerian Contract Workers in the Colony of Spanish Guinea and the Scales of Labour Mobilization

Zitation
Tagungsbericht: Locality and Transnational Processes. Modalities of Entaglement, 05.05.2011 – 07.05.2011 Bielefeld, in: H-Soz-Kult, 01.07.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3717>.