Erinnerungsorte des 20. Jahrhunderts im russischen und deutschen Gedächtnis: 1941 – 1961 – 1991

Ort
Tutzing
Veranstalter
Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; Akademie für politische Bildung Tutzing; Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst; Konrad-Adenauer-Stiftung; Arbeitsgruppe der russischen Deutschlandforscher
Datum
22.07.2011 - 26.07.2011
Von
Eva-Maria Furch, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Zum sechsten Mal bereits traten deutsche und russische Wissenschaftler/innen auf der Historikerkonferenz zusammen, die nun seit drei Jahren in Tutzing tagt. Das Treffen, bei dem neben alteingesessenen Geschichts- und Politikwissenschaftler/innen auch die junge Historikergeneration zu Wort kam, diente der Vorstellung konkreter Projekte zur deutschen und russischen Geschichte. Hitlers Angriff auf die Sowjetunion 1941, der Bau der Berliner Mauer 1961 und die Auflösung der Sowjetunion 1991 bildeten hierbei die drei Schwerpunkte . Welche Erinnerungen verbinden sich mit diesen Ereignissen, und wie wandelte sich die Erinnerungskultur? Neben diesen zentralen Fragen stand die Kooperation beider Nationen (und Österreich) - Verständigen und Verstehen - im Mittelpunkt der Tagung.

Die Einführung in die Thematik der Konferenz bot HEINRICH OBERREUTERs (Tutzing) Vortrag, welcher die deutsche Zeitgeschichte in ihrer Prägekraft für politische Mentalitäten und Verhaltensweisen anhand der drei Komplexe Erfahrung, Auseinandersetzung und Erinnerung beleuchtete.[1] Erinnern stelle dabei ein wichtiges Element nationaler Identitätenbildung dar, wie im Laufe der Tagung verschiedene Referenten verdeutlichten. Ohne Verarbeitung und Vergegenwärtigung von Geschichte ließen sich demnach Demokratie und Zivilgesellschaft nicht befestigen.

Im ersten Tagungskomplex veranschaulichte EKATERINA MAKHOTINA (München) anhand der russischen Feierlichkeiten zum 65-jährigen Jubiläum des Sieges im „Großen Vaterländischen Krieg“ (2010) die Verflechtung von Symbolen und Ritualen aus Vergangenheit und Gegenwart. Diese Verbindung strebe im post-sowjetischen, ökonomisch und politisch disparaten Russland die Formierung eines generationenübergreifenden und identitätsstiftenden Wir-Gedächtnisses an. Über die drei Ebenen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft gab sie einen Einblick in die Merkmale und Tendenzen der Kriegserinnerung im heutigen Russland. Dem gegenüber wurde der Wandel des Erinnerungsortes 1941 im deutschen Gedächtnis von JÖRG MORRÉ (Berlin) beleuchtet, auf dessen Funktion für Erinnerung im zweiten Panel Jörg Echternkamp (Potsdam) genauer einging. Erst Ende der 1970er-/ Anfang der 1980er-Jahre fand erstmalig durch seine öffentliche Darstellung auch der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion Einzug in das westdeutsche Gedächtnis. Die DDR wies demgegenüber gemäß ihrem antifaschistisch-sozialistischen Selbstverständnis die Verantwortung für die Gräueltaten gänzlich von sich. Im heutigen wiedervereinten Deutschland gelten hingegen viele Fragen an die Geschichte als beantwortet und werden die verschiedenen Aspekte des Krieges explizit erforscht, wie Morré zeigte.

Das deutsch-russische Gemeinschaftsunternehmen zur Uranförderung, die SAG/SDAG „Wismut“, untersuchten deutsche und russische Wissenschaftler/innen unter Einbeziehung neuer Dokumente in einem Kooperationsprojekt. RAINER KARLSCH (Berlin) und WLADIMIR SACHAROW (Moskau) stellten ihre Ergebnisse zu diesem Aspekt des Kalten Krieges den Konferenzteilnehmer/innen vor. Karlsch zeichnete einen geschichtlichen Abriss beginnend mit der Uran-Erz-Förderung vor hundert Jahren. Anschließend betrachtete Sacharow die Hauptperiode des Unternehmens von 1954 bis 1990. Nach dem schnellen Aufstieg folgten die „goldenen“ Jahre bis die Produktivität stagnierte und die AG liquidiert wurde. Den Schwerpunkt legte er auf die Rolle im Rahmen der sowjetischen Atompolitik. Daneben verwies der Referent jedoch ebenso auf den sozialpolitischen Aspekt der Thematik als Erfahrung des massenhaften Zusammenseins von Russen und Deutschen, auf welches Silke Satjukow (Magdeburg) an späterer Stelle genauer einging.

Der zweite große Themenkomplex der Konferenz begann mit EKATERINA TIMOSCHENKOWAs (Moskau) Vortrag zur Deutschlandfrage in der sowjetischen Außenpolitik der 1950er-Jahre aus russischer Sicht. Den besonderen Schwerpunkt stellte ihre Bewertung der Stalin-Note von 1952 als ernsthaftes Angebot der russischen Führung dar, welche konträr zur Einschätzung PETER RUGGENTHALERs (Graz) stand, der diese als defensive Strategie der Sowjetunion wertete. Obgleich die Referentin festhielt, dass auch in den Quellen Unklarheit darüber herrsche, wie weit Stalin bereit gewesen wäre in der Deutschlandfrage zu gehen, sei das Dokument eine Chance für die Wiedervereinigung des Landes gewesen. In seinem Überblick über das Zustandekommen verdeutlichte Ruggenthaler hingegen, dass das Stalinsche Dokument lediglich als taktischer Vorwand diente, unter anderem um die DDR militärisch in den Ostblock zu integrieren. Daneben fand auch die sowjetische Österreich-Politik in seine Betrachtung des sowjetischen Friedensvertrags-Entwurfs Einzug, da das Land in Bezug auf die Deutschland-Frage als „Versuchsballon“ (Chruschtschow) gedient hätte.

Seine Forschungsergebnisse zur undurchsichtigen Tätigkeit der Propagandaabteilung und des Informationsbüros der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) an der Schwelle des Kalten Krieges trug SEMEN MUDROV (Jaroslawl) vor. In Anbetracht der schwierigen Quellenlage sei heute nur wenig über die Abteilungen bekannt, welche ebenfalls einen Teil des deutsch-russischen Zusammenseins darstellten. Ihre Effizienz bleibe fraglich, da die sowjetische Propaganda nicht auf andere Länder abgestimmt war, überhaupt nur wenige aus den Reihen des ohnehin kleinen Personalkreises über Kenntnisse zur deutschen Kultur und Sprache verfügten und ebenso wenig eine klare Rollenverteilung herrschte.

ROMAN BOLDYREWs (Moskau) Darstellung widmete sich daraufhin der sowjetischen Ostdeutschland-Politik bis 1955, wobei er – im Gegensatz zu Timoschenkowa - stärker die Politik der Sowjetunion innerhalb Deutschlands fokussierte. Er betrachte die Rolle der SMAD und der Sowjetischen Kontrollkommission (SKK) beim Aufbau der DDR sowie die Wechselbeziehungen zwischen deren Akteuren und der DDR-Führung genauer. Daraus schlussfolgerte Boldyrew, dass die DDR bis 1953 ein getarntes Besatzungsregime gewesen sei. Erst mit der Unterzeichnung des Staatsvertrages durch die Regierungen der UdSSR und der DDR 1955 hätten beide Nationen eine (rechtsungleiche) Partnerschaft erreicht.

Nach den Einblicken in die sowjetische Perspektive, beleuchtete BEATE NEUSS (Chemnitz) schließlich die westeuropäische Sicht auf die Spaltung Deutschlands. Anhand von sieben Thesen spannte sie den Bogen von den für die Einheit ungünstigen Ausgangsbedingungen des Landes im Fokus zweier antagonistischer Systeme bis zur Wiedervereinigung Deutschlands als Teil Europas. Die Westintegration der BRD habe dabei eine deutsche Wiederherstellung der Einheit nicht verhindert, sondern die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ein wiedervereintes Deutschland nicht (mehr) als Gefahr wahrgenommen werde.

Der Tagungssonntag stand im Zeichen einer gemeinsamen Exkursion, wobei das erste Ausflugsziel des verregneten und kühlen Sommertages der Königssee war. Nach einem traditionellen Mittagessen besuchten die deutschen und russischen Teilnehmer/innen das Dokumentationszentrum auf dem Obersalzberg, wo die wissenschaftliche Leitung persönlich das Gelände und die Ausstellung präsentierte.

Am darauffolgenden Tag wurde der Erinnerungsort 1961 in den Blick genommen. Die Ergebnisse des europäischen, russischen und US-amerikanischen Forschungsprojektes „Der Wiener Gipfel. Kennedy – Chruschtschow“[2] stellten STEFAN KARNER (Graz) und MANFRED WILKE (Berlin) vor. Das Treffen in Wien sei einer „Atempause“ im Kalten Krieg gleich gekommen, die lediglich auf den ersten Blick als Fehlschlag erscheinen könne. Obgleich der Gipfel einen Ausgangspunkt für die Entscheidung zur Errichtung der Mauer markierte, sah Karner hier einen Wendepunkt in der Konfrontation der beiden Supermächte. Erstmals sei beiden die Tragweite der Konsequenzen eines möglichen Atomkriegs bewusst geworden. Der „Friede durch Angst“ und die Bereitschaft, in gegenseitigen Dialog zu treten, hätten hier ihren Ursprung. Die deutsche Dimension wurde daneben von Manfred Wilke dargestellt, der auf die Rolle und Bedeutung Walter Ulbrichts näher einging. Für die deutsche Bevölkerung sei er als Oberhaupt des DDR-Staates der Mauerbauer gewesen, obgleich erst die Erlaubnis und die Legitimierung durch Chruschtschow den Schritt zur Grenzschließung erlaubten.

JÖRG ECHTERNKAMP (Potsdam) verglich daraufhin das west- und das ostdeutsche „Gedächtnis“ an den Zweiten Weltkrieg in der Zeit des Kalten Krieges miteinander. In den ersten Jahren nach Kriegsende übte die Erinnerung in beiden Teilen Deutschlands trotz unterschiedlicher Lesearten die gleichen Funktionen aus (integrieren, legitimieren, entlasten), so der Referent. Während in der DDR bis zu ihrem Ende an diesen festgehalten wurde, begann sich im Westen eine pluralistische Erinnerungskultur herauszubilden. Heute sei das Kriegsende eine kontroverse, grenzübergreifende Erinnerung und biete die Möglichkeit, ein gemeinsamer Erinnerungsort zu werden.

Zum lange vergessenen, aber bedeutenden Fall des Dr. Otto John, der ein Opfer des Kalten Krieges wurde, referierte BORIS CHAVKIN (Moskau). Als erster Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz in der BRD löste das Auftauchen Johns in der DDR 1954 einen der größten politischen Skandale der frühen Bundesrepublik aus. Nach dem Verhör in der UdSSR, stand ihm im Anschluss an die geglückte Rückkehr in die BRD eine Verhaftung wegen Landesverrats bevor, wobei er frühzeitig entlassen wurde. Bis zu seinem Tode bemühte sich John vergeblich um seine Rehabilitation. Chavkin gab Einblick in die polaren Meinungen in der russischen Geschichtsschreibung über die genauen Umstände von Johns Übertritt in die DDR und der Befragung in der UdSSR. Auch heute sei ein Zugang zu den Quellen erneut nicht möglich. In Bezug auf John stehe jedoch fest, dass er nie ein sowjetischer Agent und ebenso wenig ein Verräter gewesen sei.

Im Anschluss beschäftigten sich die Referent/innen mit der Frage nach neuen Identitäten hinter der Mauer. SILKE SATJUKOW (Magdeburg) ging dabei den realen (Alltags-)Beziehungen zwischen der ostdeutschen Bevölkerung und den Russen (vor allem Soldaten) Anfang der 1960er-Jahre auf den Grund, die bereits in Referaten der Vortage anklangen. Obgleich lediglich eine „blutleere“ Freundschaft zwischen den Nationalitäten angestrebt worden sei, entstanden Beziehungen in allen Bereichen des Lebens. Diese seien keineswegs nur positiver Natur gewesen, aber dennoch wichtig für das (auch gegenwärtige) Selbstverständnis der Ostdeutschen.

OXANA NAGORNAYA (Tscheljabinsk) skizzierte daraufhin mit ihrem Forschungsprojekt über ostdeutsche Student/innen in der UdSSR in den 1950er-/1960er-Jahren eine der Beziehungsarten zwischen Deutschen und Russen. Als „Grenzgänger“ wären die Studenten in der Lage gewesen, einen Kanal der Einflussnahme und des Wissenstransfers zu bilden. Im Rahmen ihrer Suche nach Identität und Selbstbestimmung sei für die DDR-Studenten der Nationenbegriff zentral gewesen. Trotz ihrer kritischen Haltung gegenüber der SU hätten sie im Ausblick auf eine Karriere in der DDR die wissenschaftlichen Beziehungen innerhalb des Ostblocks ausgenutzt, stellte die Referentin fest.

Dem dritten Erinnerungsort widmete sich der letzte Vortragskomplex der Tagung, wobei JOACHIM GLAUBITZ (Chemnitz) zunächst die deutsche Ausgabe des Buches „Michail Gorbatschow und die deutsche Frage“[3] vorstellte, auf dessen Thematik im Anschluss besonders ALEXANDER VATLIN (Moskau) einging. Aufgrund der gewissenhaften Kommentierung, der zahlreichen Querverweise sowie der ausführlichen Verzeichnisse sei das Buch eine solide Materialbasis für zukünftige Forschungen. In seinem Streifzug durch die verschiedenen Dokumente wies der Referent ebenso auf offene Fragen und Kritik an dem Werk hin. Vatlin beleuchtete im Anschluss zunächst, wie das russische Staatsoberhaupt sich ein vereinigtes, der Sowjetunion freundschaftlich gesinntes Deutschland vor 1990 vorstellte. Daraufhin wurde die Taktik der politischen Führung, die letztendlich die Bevölkerung an die Macht ließ, näher erläutert, bevor er zur Einschätzung von Gorbatschows Politik aus Sicht des heutigen, modernen Russlands, die wesentlich durch die zeitgenössischen Akteure selbst dominiert und damit noch immer politisiert sei, sprach. Nachdem Gorbatschow zu Beginn seiner Amtszeit Reformierungsbewegungen in den Ländern des Ostblocks durchaus verurteilt hatte, änderte sich seit 1986 die Ansicht der russischen Führung. Mit Blick auf die Haltung der SU referierte JÜRGEN ZARUSKY (München) zu den (ost-)deutschen Entwicklungen am Vorabend des Mauerfalls bis zur Wiedervereinigung als Teil der europäischen Perestrojka-Bewegung. Die defensive Regulierung der deutschen Frage durch die SU hätten den Russen die deutschen Sympathien beschert.

Einen militärgeschichtlichen Abriss der zuvor in ihren politischen Facetten beleuchteten sowjetischen Ostdeutschland-Politik von 1945 über die Öffnung der Berliner Mauer bis zum anschließenden Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland vermittelte MATTHIAS UHL (München/Moskau). In den ersten Jahren noch Besatzungstruppen, entwickelten sich die sowjetischen Streitkräfte in der DDR zu einem offensiven Teil der Militär- und Sicherheitspolitik der UdSSR. Erst 1987 hätte es ein erstes militärisches Umdenken gegeben, welches mit einem allmählichen Teil-Abzug der Truppen begann und 1994 endete. Die erfolgreiche Bewältigung des Abzuges präge bis heute die deutsch-russischen Beziehungen und hätte eine Basis für Vertrauen zwischen den beiden Nationen geschaffen, wie es Zarusky zuvor aufgrund der politischen Taktik ausmachte.

STEFAN TROEBST (Leipzig) stellte abschließend den geschichtspolitischen Werdegang des 23. August (Hitler-Stalin-Pakt, 1939) zum euro-atlantischen Gedenktag an die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus zwischen Europäischer Union und Russländischer Föderation dar. Diese Entwicklung sei ein erheblicher Durchbruch in den bilateralen Beziehungen des geschichtspolitischen Bereichs. Unter anderem missachte das Datum jedoch eine Reihe von Staaten, weshalb der 23. August nicht als internationaler Gedenktag geeignet sei, wie vor allem Zarusky einbrachte. In der länderübergreifenden Geschichtspolitik spiele jedoch der „kleinste gemeinsame Nenner“ die zentrale Rolle. Die Teilnehmer/innen waren sich daraufhin einig, dass Historiker/innen stärker in die (Geschichts-)Politik einbezogen werden sollten.

Die Konferenz endete mit einer positiv bilanzierenden Abschlussdiskussion der Beteiligten, die vor allem die fruchtbaren Debatten im Anschluss an die Referate hervorhob. Diverse Aspekte der deutschen und russischen Geschichte sowie Geschichtsbilder wurden unter ständiger Hervorhebung der Wechselwirkungen und Beziehungen der beiden Länder zueinander beleuchtet. An einer Fortsetzung der deutsch-russischen Kooperation besteht daher kein Zweifel, sie sei sogar äußerst wichtig.

Konferenzübersicht:

Eröffnung – Begrüßung

Heinrich Oberreuter, Akademie für politische Bildung Tutzing

Manfred Wilke, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Alexander Vatlin, Lomonossow-Universität Moskau

Jörg Morré, Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

Heinrich Oberreuter, Tutzing: „Zeitgeschichte als Prägekraft politischer Kultur“

1. Panel: Erinnerungsort I: 1941 und die Folgen

Der Zweite Weltkrieg im deutsch-russischen Gedächtnis – Erinnerungsort 1941

Ekaterina Makhotina, München: „65 Jahre Sieg im Großen Vaterländischen Krieg“

Jörg Morré, Berlin: „70 Jahre Überfall auf die Sowjetunion“

Der Rohstoff des Kalten Krieges

Tatjana Timofejewa, Moskau: Moderation und Einführung

Rainer Karlsch, Berlin: „Die SAG/SDAG „Wismut“ und die Frage der Atombombe“

Wladimir Sacharow: „Die SAG/SDAG „Wismut“ im sowjetischen Atomprojekt“

2. Panel: Erinnerungsort II: 1961 – Spaltung, Kalter Krieg und der Mauerbau

Deutschland im weltpolitischen Kalkül der Großmächte – westeuropäische und sowjetische Perspektive
Jörg Morré, Berlin: Moderation

Ekaterina Timoschenkowa, Moskau: „Die deutsche Frage in der sowjetischen Außenpolitik der 1950er-Jahre“

Peter Ruggenthaler, Graz: „Sowjetische Friedensvertrags-Entwürfe von der Stalin-Note von 1952 bis zum Cruschtschow-Ultimatum 1958“

Semen Mudrov, Jaroslawl: „Die Tätigkeit der Propagandaabteilung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) an der Schwelle des Kalten Krieges“

Roman Boldyrew, Moskau: „Die sowjetische Ostdeutschland-Politik 1948-1955: vom Besatzungsregime zur rechtsungleichen Partnerschaft“

Beate Neuss, Chemnitz: „Die deutsche Spaltung und die Westintegration der Bundesrepublik“

Der Bau der Berliner Mauer – Vorgeschichte, Errichtung, Folgen

Stefan Karner, Graz: „Der Wiener Gipfel als Vorgeschichte der Mauer“

Manfred Wilke, Berlin: „Ulbricht und der Mauerbau“

Jörg Echternkamp, Potsdam: „‘Geteiltes Gedächtnis‘ der Deutschen in der Zeit des Kalten Krieges“

Boris Chavkin, Moskau: „Dr. Otto John: Schicksal eines Menschen zwischen Ost und West“

Neue Identitäten hinter der Mauer

Silke Satjukow, Magdeburg: „Russen in der DDR am Anfang der 1960er-Jahre: Realitäten und Mythos der deutsch-sowjetischen Freundschaft“

Oxana Nagornaja, Tscheljabinsk: „Ostdeutsche Studenten in der UdSSR und Repräsentationen der blockinternen Ordnung in den 1950er- und 1960er-Jahren“

3. Panel: Erinnerungsort III: 1991 - Auflösung der Blöcke: Der Fall der Berliner Mauer – das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa

Gorbatschow und der Fall der Berliner Mauer
Jörg Morré, Berlin: Moderation

Joachim Glaubitz, Chemnitz: „Vorstellung der deutschen Ausgabe des Buches ‚Gorbatschow und die deutsche Frage‘“

Alexander Vatlin, Moskau: „Gorbatschow und die deutsche Frage – aus russischer Sicht“

Jürgen Zarusky, München: „Der Mauerfall und die europäische Perestroika“

Der Abzug der sowjetischen Truppen aus Deutschland – aus deutscher und russischer Sicht

Matthias Uhl, Moskau/ München: „Sie sowjetischen Streitkräfte und der Mauerfall“

Neue Trennlinien im heutigen Europa: neue Mythen und alte Vorurteile

Stefan Troebst, Leipzig: „Euroatlantischer lieu de memoire und eurasischer Nicht-Erinnerungsort: Der Hitler-Stalin-Pakt zwischen Europäischer Union und Russländischer Föderation“

Abschlussdiskussion

Anmerkungen:
[1] Vgl. Heinrich Oberreuter, Wendezeiten. Zeitgeschichte als Prägekraft politischer Kultur, München 2010.
[2] Vgl. Stefan Karner [u.a.] (Hrsg.), Der Wiener Gipfel 1961. Kennedy – Chruschtschow, Wissenschaftliche Veröffentlichung des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgen-Forschung, Innsbruck [u.a.] 2011.
[3] Aleksandr Galkin/ Anatolij Tschernjajew (Hrsg.), Michail Gorbatschow und die deutsche Frage. Sowjetische Dokumente 1986-1991, Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte (hrsg. vom Institut für Zeitgeschichte), Bd. 83, deutsche Ausgabe hrsg. von Helmut Altrichter, Horst Möller und Jürgen Zarusky, München 2001.

Zitation
Tagungsbericht: Erinnerungsorte des 20. Jahrhunderts im russischen und deutschen Gedächtnis: 1941 – 1961 – 1991, 22.07.2011 – 26.07.2011 Tutzing, in: H-Soz-Kult, 21.09.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3813>.
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Veröffentlicht am
21.09.2011
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