Zukünftige Vergangenheit. Generation im Spannungsfeld von Imagination und Rekonstruktion

Ort
Göttingen
Veranstalter
DFG-Graduiertenkolleg „Generationengeschichte. Generationelle Dynamik und historischer Wandel im 19. und 20. Jahrhundert“ der Georg-August-Universität Göttingen
Datum
06.05.2011 - 07.05.2011
Von
Sophie Neuenkirch, Laboratoire d’Histoire, Universität Luxemburg

„Kann eine Verknüpfung des Erinnerungs- mit dem Erwartungsbegriff die Perspektive auf generationelle Phänomene schärfen?“ So lautete die richtungsweisende Frage des Einführungsvortrages von KIRSTEN GERLAND und DANIEL RISTAU (beide Göttingen). Die Frage verweist auf Reinhart Kosellecks Begriffspaar „Erfahrungsraum“ und „Erwartungshorizont“;[1] der Begriff „zukünftige Vergangenheit“ aus dem Tagungstitel kann einerseits als Gegenstück zu Kosellecks Buchtitel „Vergangene Zukunft“ gesehen werden, andererseits bezieht er sich aber auch, wie Gerland und Ristau deutlich machten, auf Alfred Schütz’ Konzept der antizipierten Retrospektion. Die wechselseitige Bedingtheit von gemachten Erfahrungen und in die Zukunft gerichteten Erwartungen findet aktuell besonderes Augenmerk innerhalb der Erinnerungsforschung.[2] Übertragen auf die Generationenforschung formulierten die Tagungsorganisatoren zwei Leitfragen, die sowohl familiale als auch historische bzw. politische Generationen gleichermaßen betreffen: Wie wirken sich antizipierte Hoffnungen und Wünsche auf inter- und intragenerationelle Beziehungen aus? Welche Rekonstruktionen der Vergangenheit sind konstitutiv für generationelle Gemeinschaften? Laut Gerland und Ristau geht es dabei darum, nicht-realisierte, vergessene oder auch „stille“ Generationsphänomene und konkurrierende Generationserwartungen zu fassen, aber auch die Eigendynamik historischer Zeit, also sich wandelnde Vorstellungen von Vergangenheit und Zukunft, in der Generationenforschung zu verankern.

BERND WEISBROD (Göttingen) betonte in der anschließenden Roundtable-Diskussion die soziale Bedingtheit von Generationskonjunkturen. Mit Verweis auf Michael Heinleins Buch zur Erfindung der sogenannten Kriegskindergeneration[3] forderte er dazu auf, anstelle der Erforschung von Erinnerungsinhalten bestimmter Generationen danach zu fragen, wieso bestimmte Generationen Konjunktur hätten und andere nicht.

ULRIKE JUREIT (Hamburg) interpretierte Reinhart Kosellecks Kategorien des „Erfahrungsraumes“ und des „Erwartungshorizontes“ im Hinblick auf die Generationenforschung: „Generation“ sei eine Kategorie, die es erlaube, die Interdependenz von Vergangenheitsbezug und Zukunftserwartung als ein gegenwartsbezogenes Vergemeinschaftungsversprechen begrifflich zu fassen. Deshalb sei „Generation“ als eine Vermittlungsinstanz zu verstehen, bei der gesellschaftliche Selbst- und Fremderfahrungen, aber auch Erinnerungen tradiert und angeeignet würden. Der Begriff der „Erwartung“ stelle für die Generationenforschung deswegen einen produktiven Gewinn dar, weil er trotz der Illusion, aus erinnerter Vergangenheit prognostischen Gewinn ziehen zu können, die Möglichkeit eröffne, das Veränderungspotenzial generationeller Selbstthematisierungen theoretisch und empirisch zu fassen.

CHRISTOPH CORNELIßEN (Kiel) fragte – mit Bezug auf die 45er-Generation – nach den Kontexten, den Erfahrungsschichten, in denen Selbstthematisierung als Generation entstünde, und nach dem Zusammenhang mit unterschiedlichen Erinnerungsmustern. Dabei warnte er vor der Eigenmacht politischer Erinnerungsangebote.

Aus Erziehungswissenschaftlicher Perspektive diskutierte MARGRET KRAUL (Göttingen) entlang der Begriffe „Erziehung“ und „Sozialisation“ das Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft. Einerseits solle erhalten werden, was sich bisher bewährt habe, andererseits müsse mit Blick auf eine ungewisse Zukunft hin erzogen werden, da sonst keine gesellschaftliche Entwicklung stattfände. Hierin zeige sich laut Kraul die Ambivalenz des Erziehungsprozesses.

Diskutiert wurde vor allem der Zusammenhang von Erinnerungen, Generation und Macht. So wies Weisbrod darauf hin, dass beispielsweise Erziehung nicht ohne Macht funktioniere. Und auch Erfahrungen als solche gebe es nicht. Ausschlaggebend und einflussreich seien vielmehr Sagbarkeits- und Denkbarkeitsregime. Um den Machtaspekt zu verdeutlichen, schlug Jureit auch vor, man solle eher von „Gebrauch der Geschichte“ statt von „Erinnerung“ sprechen.

Die erste Sektion der Tagung zu familialen Generationen eröffnete LISA PEPPLER (Göttingen) mit einem Vortrag zu den Interdependenzen von Erinnerung und Erwartung am Beispiel von Ärzten türkischer Herkunft in Deutschland. Sie fragte nach dem Erklärungspotenzial des Habitus-Konzeptes für die Generationenforschung und argumentierte, dass die Neubewertung von Erinnerungen und Erwartungen in der Gegenwart Ausdruck eines dynamischen Habitus sei.

VIOLA STEPHAN (Göttingen) zeigte eindrücklich, wie Angehörige unterschiedlicher Generationen in interethnischen Familien in und aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion vor dem Hintergrund des Systemwechsels mit unterschiedlichen ethnischen Zugehörigkeiten umgehen. Sie legte überzeugend dar, dass die daraus folgenden Verschiebungen intrafamilialer Machtbalancen sowohl mit Wandlungen der intergenerationalen Beziehungen und Reinterpretationen der nationalen Geschichte in Zusammenhang stehen als auch mit der Familienvergangenheit.

RENÉ LEHMANN (Erlangen) betonte in seinem Kommentar die Rolle von sozialem Wandel für die Entstehung von generationell unterschiedlichen Perspektiven auf die jüngste Vergangenheit und damit für die Konstituierung von Generationen als solche.

Die zweite Sektion widmete sich in zwei Vorträgen den (anti-)napoleonischen Kriegen als „Generationsbildner“. WOLFGANG BURGDORF (München) thematisierte die historischen Generationen von 1806 und 1813, erstere als eine Generation der Verlierer, die die untergegangene Welt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation repräsentierten, letztere als eine Generation junger Männer, die sich nach dem Sieg gegen Napoleon in ihrem Reformstreben ausgebremst fühlten. Mittels einer Umdeutung der Geschichte und einer politischen Rückbesinnung auf eine ferne Vergangenheit sei jedoch, dem Vortragenden zufolge, auch eine positive Rezeption der Französischen Revolution verhindert worden.

Eine literaturwissenschaftliche Sicht auf diese Zeit lieferte CHRISTOPH JÜRGENSEN (Göttingen). Er widmete sich der literarischen Mobilmachung gegen Napoleon, dem sogenannten Federkrieg und ihren Autoren, darunter besonders Ernst Moritz Arndt und Theodor Körner. Letzterer sei vorrangig von jungen Gebildeten als standes- und generationsspezifischer Sprecher für sich reklamiert worden. Obwohl sich im literarischen Diskurs zu den Befreiungskriegen demnach durchaus Fälle ausmachen ließen, in denen die „Generationsrede“ produktions- wie rezeptionsseitig zur individuellen wie kollektiven Selbstverortung diente, sei die Kategorie „Generation“ von anderen Kategorien wie „Volk“ und „Nation“ überlagert worden.

UTE PLANERT (Wuppertal) hinterfragte in ihrem Kommentar die Sinnhaftigkeit des Generationskonzepts für das Thema der beiden Vorträge. Zwar habe es zu einem späteren Zeitpunkt eine generationsbezogene erinnerungspolitische Rezeption der Befreiungskriege gegeben, aber zahlreiche Aspekte würden durch den Generationsbegriff nivelliert, wie z.B. regionale und soziale Unterschiede innerhalb des Heeres. Es müsse daher immer geprüft werden, ob im Generationsbegriff nicht reale Erfahrungsdifferenzen zugunsten eines medialen Konstrukts nivelliert würden.

Die dritte Sektion der Tagung setzte sich mit zwei Klassikern der Generationenforschung auseinander: dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. FRANKA MAUBACH (Göttingen) erinnerte in ihrer Einführung daran, dass diese beiden Ereignisse sowohl in der Selbstthematisierung, als auch in der Forschung als „Generationenschleuder“ bezeichnet worden waren. Maubach charakterisierte diese Generationen als Gemeinschaften nach der Katastrophe, Gemeinschaften, die ein Versprechen auf Heilung, auf eine Auflösung des beschädigten Individuums im Kollektiv suchten.

SONJA LEVSEN (Freiburg) stellte heraus, dass für die politische Prägung der Front- und Kriegsjugendgeneration nicht, wie in der Debatte über die politischen Generationen, die der Erste Weltkrieg hervorbrachte, die Frage einer Kriegsteilnahme oder Nicht-Kriegsteilnahme, sondern die Erfahrung der Niederlage und ihre Folgen ausschlaggebend war. Sie konnte zeigen, dass die Erinnerung an die Niederlage die deutschen Studenten der 1920er-Jahre prägte und sie zu einer Erinnerungsgemeinschaft machte, die aus der Niederlage eine spezifische Zukunftserwartung ableitete.

Übernommene Erinnerungen an den Ersten Weltkrieg präfigurierten, so BENJAMIN MÖCKEL (Göttingen), in großem Maße die Erwartungen an den Zweiten Krieg und damit auch die zu erwartenden Erfahrungen. Möckel fragte nach dem Verhältnis, in dem medial transportierte Erinnerungsfragmente zu bestimmten individuellen Erwartungshaltungen stehen. Er beschrieb die sogenannte „skeptische Generation“ als Erwartungsgemeinschaft, da sie vor allem durch die in der Nachkriegszeit an sie gerichteten Erwartungen geprägt worden sei. Damit konstituiere sich die Inszenierung von Generation im Spannungsfeld einer in zwei Richtungen verlaufenden Zeitlichkeit: „Nämlich zum einen retrospektiv in der Vorstellung und Konstruktion einer gemeinsam geteilten Vergangenheit und zugleich antizipativ in der emphatischen Erwartung einer gemeinsam geteilten Zukunft.“

MALTE THIEßEN (Oldenburg) kommentierte vornehmlich den Zusammenhang zwischen externen Erwartungshaltungen und Generation Building. Hierin zeige sich der utopische Charakter von Generationen. Als Forschungsdesiderate machte Thießen auf die pluralen Gegenwarten aufmerksam, in denen Generationen erfunden, gedeutet und umgedeutet würden und der damit verbundenen Frage nach den Machtverhältnissen zwischen Absendern und Empfängern von „Generationsreden“. Entsprechend solle man auch von zukünftigen Vergangenheiten – im Plural – sprechen. In der Diskussion wurde auch darauf hingewiesen, dass zwischen verschiedenen Formen des Zukunftswissens unterschieden werden müsse: Erwartungen, Utopien, Hoffnungen etc. würden undifferenziert unter dem Begriff der „Erwartungen“ gefasst.

In der ersten Sektion des zweiten Tagungstages sprach PETER WEHLING (Augsburg) über Generationen als „Vergessensgemeinschaften“ und über Transnationalisierung. In der Regel würden Generationen wegen ihrer konstitutiven Bindung an historische Bezugsereignisse als „Erinnerungsgemeinschaften“ gedeutet. Darin eingebettet sei jedoch zugleich ein generationelles Vergessen. Am Beispiel des Versuchs, das Thema der „deutschen Vertriebenen“ in einen transnationalen Kontext zu stellen, würde ebenfalls versucht, individuelle Erinnerung zugunsten einer homogenen „Generationenrede“ zu nivellieren. Dennoch, so seine Kritik, bliebe sie eng an nationale politische Debatten geknüpft.

SILJA BEHRE (Bielefeld) widmete sich mit der Untersuchung von Konstruktionsprozessen der 68er-Generation in Deutschland und Frankreich ebenfalls der Frage der Transnationalisierung. Sowohl in Frankreich als auch in der BRD habe sich die generationelle Deutung der 68er-Proteste erst im Verlauf der 1980er-Jahre durchgesetzt. In Deutschland habe die retrospektive Evaluation der Ziele und Erwartungen der sogenannten 68er im Zeichen des intergenerationellen Generationskonfliktes gestanden; in Frankreich hingegen handelte es sich vielmehr um eine intragenerationelle Auseinandersetzung um das politische Erbe der ehemaligen Aktivisten untereinander.

In ihrem Kommentar wies ANNA VON DER GOLTZ (Cambridge) darauf hin, dass in Bezug auf das Thema des Vergessens „Generation“ zwar ein Vergemeinschaftungsbegriff sei, der aber gleichzeitig auch die Exklusion bestimmter Gruppen beinhalte. Mit Bezug auf Transnationalisierung gab sie zu bedenken, ob nationale politische Debatten nicht vielmehr deshalb transnationalisiert würden, um vermeintliche Tabu-Themen wie das Leiden der deutschen Vertriebenen im nationalen Kontext überhaupt erst sagbar zu machen.

Die letzte Sektion der Tagung wurde durch mehrere Kurzvorträge von Göttinger Kollegiatinnen und Kollegiaten bestritten. Den Anfang machte CHRISTINA RADICKE mit einem Vortrag über familiale Tradierungsprozesse und dem darin sichtbar werdenden Zusammenspiel von Vergangenheitsbezügen und Zukunftsorientierungen. Eine Form der Tradierung stelle die intergenerationelle Erziehung dar. Radicke unterschied dabei zwischen vermittelnden und aneignenden Positionen innerhalb einer Familie. Die Vermittlungsarrangements legen der Vortragenden zufolge nahe, dass die jeweilige Elterngeneration Zukunftsentwürfe für ihre Kinder imaginiere, in denen diese den familialen Bezugsrahmen übernommen hätten. Für die Aneignungsebene spiele darüber hinaus der jeweilige gesellschaftliche Kontext eine Rolle.

SABRINA WAGNER referierte über transgenerationelle Erwartungen im literarischen Feld. Am Beispiel von Günther Grass’ Appell an die nachkommenden Schriftstellergenerationen im Kontext der Gründung des Lübecker Literaturtreffens 2005, führte Wagner aus, dass jede Generation den Erwartungen der älteren bzw. der vorigen Generation ausgesetzt sei. Bei Grass im Spezifischen zeige sich der Vererbungswille politischen Engagements eines Vertreters der politischen Schriftsteller an nachfolgende Generationen.

Zuletzt sprach DANIEL RISTAU über die zukünftige Stellung der Juden in den politischen und innerjüdischen Erwartungs-Debatten des 19. Jahrhunderts, wobei dem Begriff der „Regeneration“ eine prominente Rolle zukam. Ristau zeigte, dass unter „Regeneration“ ein zukunftsweisendes Bildungs- und Erziehungsprojekt verstanden wurde, dass die angestrebte soziale Gleichstellung zwischen Christen und Juden nach sich ziehen sollte. Er stützte sich dabei vor allem auf die Schriften des Modernisierungsbefürworters und Dresdner Privatgelehrten Bernhard Beer, der eine zu erwartende, zukünftige Vergangenheit des Judentums und der kommenden Generation schildert, die jedoch an ein regeneratives „Fortschreiten“ in der Gegenwart geknüpft war.

In ihrem Kommentar analysierte BEATE FIETZE die Verwendung des Generationsbegriffs der Vortragenden. Sie konnte dabei zeigen, dass sich innerhalb eines Vortrages unterschiedliche Generationskonzepte teilweise unreflektiert vermischten.

In der Abschlussdiskussion kritisierte DIRK SCHUMANN (Göttingen), dass der Fokus der Tagung auf männlichen Eliten lag. Er vermutete, dass in diesem Milieu Erwartungen expliziter formuliert würden als in den sogenannten „stillen Generationen“. GIULIA FRONTONI (Mainz) brachte den Aspekt der Gefühle in die Diskussion ein. Denn, so führte sie aus, Gefühle beeinflussten unsere Zukunftserwartungen und stünden an der Schnittstelle zwischen Erinnerung, Erfahrungen und Erwartungen. STEFAN WILLER (Berlin) fragte nach den konkreten Erwartungen an zukünftige Generationen, da diese ein großes politisches Projektionsfeld darstellten. Er kam damit auf die zu Beginn der Konferenz gestellte Macht-Frage zurück: Wer nimmt aus welchen Gründen Generationen für bestimmte politische Handlungen in die Pflicht? Bernd Weisbrod schließlich brachte die Diskussion zurück auf ein Grundproblem des Graduiertenkollegs: die Überdetermination des Begriffes „Generation“ aus dem alltäglichen, für jeden nachvollziehbarem Familienwissen um genealogische Beziehungen.

Auch wenn die eingangs formulierte Frage der Tagungsorganisatoren, ob der Erwartungs- und der Erinnerungsbegriff den Blick auf Generationsphänomene schärfen könne, mit Ja beantwortet werden kann, so wurde deutlich, dass die Generationsforschung als solche gespalten bleibt. Während in der im Graduiertenkolleg durch Historiker/innen und Literaturwissenschaftler/innen geprägten Erforschung von politisch-historischen Generationen „Vergemeinschaftungen als alterspezifische Prägungs- und Deutungseinheiten“[4] im Vordergrund stehen, werden familiale Generationen in der stärker soziologisch-pädagogischen Forschung als Strukturen angesehen, die Deutungsmuster und Tradierungsmechanismen erklären helfen. Vielleicht wäre eine Tagung, die sich der Integration der beiden Varianten widmet ein weiterer Gewinn für die zukünftige Generationsforschung.

Konferenzübersicht:

Thematische Einführung
Kirsten Gerland / Daniel Ristau, Göttingen: „Generation und Erinnerung: Die Erwartung“

Roundtable-Diskussion
„Zukünftige Vergangenheit: Transdisziplinäre Zugänge“
Bernd Weisbrod, Göttingen / Ulrike Jureit, Hamburg / Christoph Cornelißen, Düsseldorf / Margret Kraul, Göttingen

Panel 1: Familie in Bewegung: Gegenwartsorientierung zwischen Vergangenheitsbezügen und Zukunftsentwürfen
(Einführung und Moderation: Alexandra Retkowski, Göttingen / Kommentar: René Lehmann, Erlangen)

Lisa Peppler, Göttingen: „Familiale Erinnerungen und Erwartungen von Ärzten türkischer Herkunft in Deutschland“

Viola Stephan, Göttingen: „Machtbalancen im Wandel und (Re-)Interpretationen der Vergangenheit: Interethnische Familien aus und in den Ländern der egemaligen Sowjetunion“

Panel 2: Euphorie und Enttäuschung: Die Napoleonischen Kriege als multiple „Generationsbildner“
(Einführung und Moderation: Rebekka Habermas, Göttingen / Kommentar: Ute Planert, Wuppertal)

Wolfgang Burgdorf, München: „Die Generation 1806“

Christoph Jürgensen, Göttingen: „Literarische Mobilmachung: Formen und Funktionen von ‚Generation’ in der antinapoleonischen Literatur“

Panel 3: Gemeinschaften der Katastrophe: „Kollektivierte Erinnerungen“ und generationelle Selbstvergewisserung im Kontext der Weltkriege
(Einführung und Moderation: Franka Maubach, Göttingen / Kommentar: Malte Thießen, Oldenburg)

Sonja Levsen, Freiburg: „Erfahrungs- oder Erwartungsgemeinschaften? Interpretationen des Ersten Weltkriegs als Generationsbildner im deutsch-britischen Vergleich“

Benjamin Möckel, Göttingen: „Warum schweigt die junge Generation?“ Die Jugend des Zweiten Weltkriegs im Spannungsfeld ambivalenter Generationserwartungen

Panel 4: Grenzenloses Erinnern? Auf dem Weg zu transnationalen Generationsgemeinschaften
(Einführung und Moderation: Maik Tändler, Göttingen / Kommentar: Anna von der Goltz, Cambridge)

Peter Wehling, Augsburg: „Erinnern und Vergessen zwischen Generation, Nation und Transnationalisierung“

Silja Behre, Bielefeld: „Die ‚letzte Generation’? Zur Konstruktion der 68er-Generation in Deutschland und Frankreich“

Panel 5: Generation im Spannungsfeld von Imagination und Rekonstruktion: Bestandsaufnahmen
(Einführung und Moderation: Eva-Maria Silies, Lüneburg / Kommentar: Beate Fietze, Berlin)

Christina Radicke, Göttingen: „Familiale Tradierungsprozesse: Die Gegenwart von Vergangenheit und Zukunft“

Sabrina Wagner, Göttingen: „Erwartungen im literarischen Feld“

Daniel Ristau, Göttingen: „Die ‚Regeneration’ der jüdischen Jugend: Zukunftsbilder in den Debatten um die Stellung und Modernisierung des Judentums im 19. Jahrhundert“

Abschlussdiskussion
(Dirk Schumann, Göttingen / Stefan Willer, Berlin / Bernd Weisbrod, Göttingen / Giulia Frontoni, Mainz)

Anmerkungen:
[1] Reinhart Koselleck, Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt am Main 1989, S. 349 ff.
[2] Vgl. Harald Welzer, Vergangene Zukünfte und zukünftige Vergangenheiten. Einige Anmerkungen aus der Gedächtnisforschung, in: Jens Kroh / Sophie Neuenkirch (Hrsg.), Erzählte Zukunft. Zur inter- und intragenerationellen Aushandlung von Erwartungen, Göttingen 2011 (im Erscheinen).
[3] Michael Heinlein, Die Erfindung der Erinnerung. Deutsche Kriegskindheiten im Gedächtnis der Gegenwart, Bielefeld 2010.
[4] Ulrike Jureit, Generationenforschung, Göttingen 2006, S. 10.

Zitation
Tagungsbericht: Zukünftige Vergangenheit. Generation im Spannungsfeld von Imagination und Rekonstruktion, 06.05.2011 – 07.05.2011 Göttingen, in: H-Soz-Kult, 23.09.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3826>.