.hist2011 – Geschichte im digitalen Wandel

Ort
Berlin
Veranstalter
Clio-online - Historisches Fachinformationssystem e.V.; Gerda-Henkel-Stiftung
Datum
14.09.2011 - 15.09.2011
Von
Stefan Gorißen, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, Universität Bielefeld; Thomas Meyer, Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin

Nach einer längeren Pause fand in Berlin im September 2011 eine weitere Tagung der .hist-Reihe[1] statt, die bereits 2003 und 2006 von Clio-online – damals noch Kooperationsverbund und DFG-Projekt – veranstaltet wurde. Die anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der Gründung von H-Soz-u-Kult und dem einjährigen Bestehen des L.I.S.A-Portals der Gerda-Henkel-Stiftung ausgerichtete Tagung sollte den digitalen Wandel in den Geschichtswissenschaften reflektieren und dabei Wechselwirkungen zwischen der Nutzung digitaler Medien und fachlicher Methoden herausarbeiten. Das nicht nur als technische Infrastruktur, sondern zugleich als soziales und kulturelles Experiment gestartete Forum H-Soz-u-Kult, das heute in eine vielfältige Landschaft von Online-Projekten eingebettet bzw. davon umgeben ist, wurde in der Eröffnung durch RÜDIGER HOHLS (Berlin) als eine der Wegmarken des digitalen Wandels in den Geschichtswissenschaften gekennzeichnet: Nicht zuletzt durch seine Unabgeschlossenheit als Projekt und die regelmäßige Adaptierung fachwissenschaftlicher Trends und Themen einerseits und neuen Technologien andererseits hat dieses Forum über die eigentlichen Geschichtswissenschaften hinaus Anerkennung gefunden. Gleichermaßen sollte die Tagung laufenden Projekten Raum geben, sich vorzustellen und in eine Diskussion über den digitalen Wandel einzubringen. Vorgestellt wurden Vorhaben, die digitale Infrastrukturen für die Geschichtswissenschaften entwickeln, Technologien zur Vernetzung digitaler Angebote nutzen sowie neue Arbeitsumgebungen und ‚Werkzeuge‘ der historischen Forschung zur Verfügung stellen wollen. Die je vier Sektionen und Werkstattberichte-Panels waren sehr gut besucht, was mithin auf einen großen Bedarf an Übersicht und Orientierung über laufende Vorhaben verweist.

Eine Vielzahl der in den Werkstattberichten vorgestellten Projekte beschäftigt sich mit Anwendungen zur Erschließung von Texten, seien es nun Urkunden, Rezensionen oder auch Textkorpora. Gänzlich neu ist dieses Arbeitsgebiet nicht: Softwaretools zum Erfassen von Digitalisaten und Beschreibungsdaten existieren seit Jahren in einer breiten Fülle und Auswahl. Relativ jung ist aber die Idee, möglichst viele der nun digital verfügbaren Objekte – biografische Daten, bibliografische Daten, Texte, Bilder, Filme – stärker miteinander zu vernetzen, respektive deren Speicher. Mögliche Vernetzungsszenarien und Anwendungen wurden im ersten Werkstattpanel „Semantic Web – Vernetztes Wissen“ diskutiert. Die präsentierten Projekte aus Bibliotheken und Forschungseinrichtungen stellen selbst normierte Daten zur Verfügung oder integrieren diese in eigene Angebote, notwendigerweise über standardisierte Datenformate und Kommunikations- und Austauschverfahren, die teils in den vorgestellten Projekten zur Zusammenführung heterogener Datenbestände angewendet werden, aber auf unterschiedlichen technologischen Ansätzen (semantische Erschließung, verteilte Datenspeicherung) basieren. Für Referenten und Publikum bot sich hier ein Raum für viele gemeinsame Überlegungen, da alle Projekte gleichsam mit Fragen der Verwendung von Normdaten sowie Metadaten- und Kommunikationsstandards konfrontiert sind.

In den Werkstattberichten zu Virtuellen Forschungsumgebungen standen Anforderungen an netzbasierte Umgebungen und die Verankerung von Projekten in der Geschichtswissenschaft im Mittelpunkt. Die präsentierten Vorhaben stellen unterschiedliche Anwendungen für die Erschließung und Veröffentlichung forschungsbezogener Quellen oder Publikationen zur Verfügung. Den Forschungsprozess begleiten heutzutage meist kommerzielle Einzelanwendungen, die Wissenschaftler für die Quellen- und Literaturerschließung nutzen (Literaturverwaltung) oder zur Darstellung ihrer Forschungsergebnisse (Textverarbeitung). Bereits in der Sektion zur „Virtuellen Forschung“ am ersten Tagungstag wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass sich IT-Anwendungen vornehmlich auf die Recherche und Erschließung sowie Publikation beschränken, die eigentliche Forschung aber nach wie vor am Schreibtisch stattfindet. Dem Thema „Digital Humanities“ oder „eScience“ wiederum sind jedoch Annahmen inhärent, dass möglichst alle Teile des Forschungsprozesses in einer ‚Virtuellen Forschungsumgebung‘ abgebildet werden bzw. ‚Virtuelle Forschungsumgebungen‘ zumindest als konzeptioneller Überbau aller ‚Werkzeuge‘ der Historiker/innen interpretierbar seien. In der Diskussion klang die Frage an, inwiefern neue methodische Herangehensweisen oder die direkte Abbildung von Methoden in der IT überhaupt möglich sind; denkbar wären beispielsweise Tools für die Diskurs- oder Netzwerkanalyse, integriert in herkömmliche Recherche-, Erschließungs- und Schreibumgebungen.

Über Aspekte der zukünftigen Fachinformation, respektive über die Rolle von Fachbibliografien tauschten sich Vertreter verschiedener Bibliotheken aus. Ein durch die Bayerische Staatsbibliothek München, die Jahresberichte für deutsche Geschichte an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, die Bibliothek des Instituts für Zeitgeschichte sowie die Arbeitsgemeinschaft Historischer Forschungseinrichtungen getragenes, DFG-gefördertes Projekt sieht die Zusammenführung der jeweiligen Bibliografien und eine künftige kooperative Erschließung bibliografischer Daten im Rahmen der Verbundkatalogisierung deutscher Bibliotheken vor. Diskutiert wurde unter anderem die Frage, wieweit zentrale Lösungen zur Bereitstellung von fachrelevanten Informationen beitragen können, aus denen neben den jeweiligen Bibliografien der Partner weitere dezentrale Angebote gespeist werden könnten. Attraktivität besäße ein derartiges Projekt sicherlich, wenn eine Nachnutzung in der individuellen Literaturdatenbank am Arbeitsplatz möglich wäre, gleichermaßen die Anbindung an Journale oder Artikeldatenbanken durch sogenannte Linked-Open-Data-Verfahren. In Kommentar und Diskussion wurde der Umgang von Studierenden und Wissenschaftlern mit Bibliografien angesprochen: Erfahrungen zeigen, dass einerseits Bibliografien eine untergeordnete Rolle als Hilfsmittel zu spielen scheinen, andererseits über eine umfassende Bibliografie allerdings sämtliche Literatur recherchierbar wäre, dies aber das Problem der effektiven Informationsselektierung noch verschärfen könnte. Potenziale für die Forschung selbst hätte eine umfassende Bibliografie als Werkzeug für die Publikationsanalyse.

Die Werkstattberichte über Infrastrukturen für die Geschichtswissenschaften versammelten deutsche oder europäische Initiativen, die sich den sogenannten ‚Digital Humanities‘ verschrieben haben oder umfassende Materialsammlungen zur Verfügung stellen sollen. In den Präsentationen von Deutscher Digitaler Bibliothek und Europeana Collections 1914-1918 wurden neben den Projektinhalten mögliche neue Forschungsfragen skizziert, die sich zum Beispiel aus der Nutzung übergreifender digitaler Bibliotheken ergeben könnten. Die Vorstellung von DARIAH-DE als geisteswissenschaftlichem Kooperationsprojekt zur Koordination und Unterstützung IT-gestützter Forschung im Rahmen eines europäischen Konsortiums rief einige Kontroversen über das Verhältnis von Großprojekten, die eine Leitfunktion bei der Implementierung und Anwendung von „Digital Humanities“ übernehmen sollen, hervor. Notwendig und weniger kontrovers erschien aber der Anspruch, eine Vermittlungs- und Orientierungsinstanz zwischen Fachwissenschaftlern und IT-gestützten Projekten einnehmen zu wollen, die mithin notwendig scheint. Wie weit dies nach einer Vielzahl bereits durchgeführter nationaler Initiativen oder parallel bestehender Infrastrukturen oder Initiativen stattfinden kann oder erfolgreich sein wird, muss sich noch erweisen. Wiederholt diskutiert wurde die bereits am ersten Tag in der Sektion zu ‚Virtuellen Forschungsumgebungen‘ diskutierte Frage zum technizistischen Verhältnis von Infrastrukturen und deren Drang zur Generalisierbarkeit: Wie weit sind zentrale Strukturen förderlich, und verhindert die Konzentration auf Infrastrukturen nicht eher die Diskussion darüber, was mit IT in den Geisteswissenschaften erreicht werden soll, so MANFRED THALLER (Köln)?

Eng verbunden mit den Debatten über die Grenzen und Möglichkeiten zentraler Infrastrukturen sind Debatten über die Notwendigkeit von Standardisierungen, die in einer Vielzahl von Beiträgen anklang: Wie weit sind Standards für Daten notwendig, um Datenaustausch und Konnektivität zwischen Projekten sicherzustellen? Bereits Manfred Thaller führte am ersten Tag in der Sektion „Virtuelle Forschung“ aus, dass gerade die Informatik zwar standardisiere, aber eben nur in einem minimalen, notwendigen Umfang. Es gehe eben nicht darum, jegliche Daten und Prozesse gleichförmig abzubilden, zu modellieren und in virtuellen Umgebungen zu implementieren, sondern um eine sinnvolle Nutzung von Standards, wenn sie für das Funktionieren grundsätzlich notwendig sind. Ähnliche Argumente wurden in verschiedenen Diskussionen geäußert; nicht mehr große Portale und homogene Projekte seien wichtig, sondern Dienste im Sinne von offenen Serviceangeboten im Netz, wie GREGOR HORSTKEMPER (BSB München) hervorhob.

Erstaunlich wenig reflektiert wurde das Problem der Dauerhaftigkeit, obgleich es doch eines der Kernthemen der Stellungnahmen von Wissenschaftsrat oder Leibniz-Gemeinschaft mit Blick auf den notwendigen Umbau von Informationsinfrastrukturen in Deutschland ist[2]: Viele Projekte verwaisen mit der Zeit, wenn keine Trägerstrukturen vorhanden sind. Das Problem der Dauerhaftigkeit stellt sich mit besonderer Schärfe bei den Projekten, die Quellen und große Datenbestände der historischen Forschung in digitaler Form zugänglich machen. Wie sich in der Diskussion der Sektion über Digitale Quellenkritik herausstellte, greifen viele der jüngst unter den Stichworten ‚Data Driven History‘ oder ‚Data Mining‘ diskutierten Ansätze letztlich auf methodische und theoretische Debatten zurück, die bereits in den 1970er-Jahren, in der Frühzeit der elektronischen Datenverarbeitung für die Geschichtswissenschaft, diskutiert worden sind. Wie jenseits dessen eine neue „Digitale Quellenkritik“ aussehen könnte, ist indes derzeit noch nicht erkennbar.

Die Frage, ob die Digitalisierung eine Herausforderung für Medialität und Narrativität bedeutet und wie diese gegebenenfalls aussehen könnte, war Diskussionsgegenstand einer weiteren Sektion. Das oft beschworene Prinzip einer „Kontingenz der Narrativität“ (MARKUS KRAJEWSKI, Weimar) etwa ist keines, das sich erst mit der elektronischen Speicherung von Texten und Materialien stellt. Zwar ermöglichen Datenbankanwendungen diese Kontingenz im System abzubilden; dass das Grundproblem seit langem bekannt und auch mit herkömmlichen Techniken bearbeitbar ist, belegt bereits ein Blick auf barocke Wissenssysteme, z.B. von Leibniz, oder auf den berühmten Zettelkasten des Bielefelder Soziologen Niklas Luhmann.[3]

Darf man dem Einsatz von Datenbanksystemen hier noch zumindest einen gewissen Produktivitätszuwachs in der wissenschaftlichen Arbeit zubilligen, drückten die Teilnehmer der Sektion, die sich mit den Veränderungen im Verhältnis zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft beschäftigte, ihre Skepsis gegenüber manchen aktuellen Entwicklungen aus. Während auf der einen Seite ein kommerziell ausgerichteter Versuch, ein digitales online-Archiv aus Erinnerungsfragmenten der Benutzer aufzubauen, an der mangelnden Resonanz der Nutzer/-innen scheiterte und dazu führte, dass das Projektkonzept umgestaltet werden musste (MICHAIL HENGSTENBERG, Hamburg), findet sich auf der anderen Seite im Internet eine unüberschaubare Flut dubioser und unkritischer Informationsangebote, die sich – glaubt man den einschlägigen Zugriffszahlen – hoher und wachsender Beliebtheit erfreuen. MAREN LORENZ (Hamburg) vertrat die These, dass die Geschichtswissenschaft in dieser Situation keine andere Option habe, als an wissenschaftlichen Standards und klaren Grenzen festzuhalten. Auch wenn „Deutungshoheit“ kaum zu erlangen sei, müsse sich die akademische Disziplin, die letztlich nur „meritorische Güter“ produziere, dem Wettbewerb in einer „Ökonomie der Aufmerksamkeit“ stellen.

Strukturell ähnliche Probleme betreffen letztlich auch das Verhältnis zwischen der Geschichtswissenschaft und den vorgegebenen Strukturen einer Projektförderung, die auf der Podiumsdiskussion zur Frage digitaler Infrastrukturen für die Geschichtswissenschaft diskutiert wurden. Das bottom-up vieler Projekte und top-down-Design der Förderung passen selten zueinander, was einer Aufdauerstellung bewährter Infrastrukturen vielfach im Wege stehe, so DIRK VAN LAAK (Gießen). Notwendig sind in diesem Zusammenhang sicherlich auch weitere Überlegungen, welche Rolle zukünftig Verlage in einer netzgestützten Forschungs- und Lehre-Welt spielen; MARTIN RETHMEIER (München) vom Verlag Oldenbourg deutete zumindest an, dass Verlage auch im elektronischen Bereich der Fachinformation eine zentrale Säule böten, um Wissenschaft von strukturellen Arbeiten zu entlasten. Angesichts der realen Strukturen, in denen die eigentliche Aufbereitung von Publikationen mittlerweile größtenteils den Autoren selbst überlassen ist, stellt sich dann die Frage, wo Entlastung im elektronischen Publizieren dann genau stattfinden solle, so ein kritischer Einwand (JÜRGEN DANYEL, Potsdam). Dass Wissenschaft sich in diesem Umfeld stärker artikulieren müsse (ULRICH JOHANNES SCHNEIDER, Leipzig), trifft mittlerweile für eine Vielzahl von Lehr- und Forschungsfeldern zu, die IT-gestützt arbeiten.

Resümierend lässt sich feststellen, dass größere Werk-Schauen der ‚Digital Humanities‘, ‚eScience‘ oder ‚EDV-gestützter Arbeitstechniken‘ weiterhin ein großes Echo im Fach, vor allem aber bei Projektemachern finden; nicht nur wegen der Vielzahl der Gäste aus den unterschiedlichsten Einrichtungen, sondern auch wegen der großen Resonanz auf einen Call für eine Posterschau. Neben Werkschau und offenen Diskussionen in den Sektionen und Podien wurde der digitale Wandel selbst auch aktiv in twitter und facebook begleitet; wobei bisher nicht ersichtlich ist, zu welchem Nutzen: Haben die Teilnehmer auf den Podien und in den Sektionen doch keinerlei Gelegenheit, auf Einwürfe über diese Kanäle zu reagieren. Die analogen Diskussionen, Stellungnahmen über laufende Vorhaben, das wiederholte Feststellen des digitalen Wandels selbst und eben die aktive digitale Berichterstattung sind es jetzt allerdings wert, reflektiert zu werden und könnten sicherlich noch einige Erkenntnisse darüber bringen, wie sich der digital-kulturelle Wandel – um sich an den Keynote-Speaker STEFAN MÜNKER (Berlin) anzulehnen, der den digital-technischen Wandel als bereits abgeschlossen sieht – bei den Projektemachern vollzieht.

Ein Wandel von Arbeitstechniken findet in der Tat statt, angetrieben nicht nur durch technologische Innovationen, sondern auch durch Internationalisierung, zunehmende Interdisziplinarität und das vermehrte Aufkommen verbundartiger Forschungsvorhaben, wie auch wiederholt von Referent/innen und Podiumsteilnehmer/innen betont wurde. Zugleich scheint sich der Wandel selbst mit unterschiedlicher Intensität und Nutzen nach wie vor auf Recherche, Literaturerschließung, Publikation und Kommunikation zu konzentrieren. Insofern ist es notwendig, weiterhin über Medienkompetenz, wie in der Podiumsdiskussion zum Abschluss der Tagung, zu diskutieren. Ob sich allerdings alle Historiker/innen im Detail mit den technischen Raffinessen von Computern und Netzen befassen müssen, scheint eher zweifelhaft: Auch in den Naturwissenschaften und Ingenieursfächern werden Netz- und Desktopanwendungen letztlich von IT-Spezialisten entwickelt, selbstverständlich in Abstimmung mit Fachwissenschaftlern. Letztere sind und bleiben aber Anwender, trotz teils curricularer IT-Ausbildung. Konstatiert werden kann eine „Entfeudalisierung“ des Fachs (Dirk van Laak): haben doch die Kommunikationsstrukturen im Netz die Abgeschlossenheit fachwissenschaftlicher inner circle erheblich aufgeweicht. Interessant erscheint die Frage, ob sich der wissenschaftliche Arbeitsplatz zukünftig in den Bereich der mobilen IT und des mobilen Netzes verlagern wird; so zumindest eine Prognose Manfred Thallers über die Zunahme mobiler Anwendungen. Entscheiden darüber, was sich als Killerapplikation erweist, werden letztlich aber die Nutzer/innen. „It’s the practice, stupid!“ (Stefan Münker)

Konferenzübersicht:

Begrüßung
Michael Wildt (Humboldt-Universität zu Berlin)
Angela Kühnen (Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf)

Eröffnung
Rüdiger Hohls (Humboldt-Universität zu Berlin / Clio-online / H-Soz-u-Kult)

Keynote
Stefan Münker (Humboldt-Universität zu Berlin): Jenseits der Technik. Zum Status quo des digitalen Wandels

Sektion 1: Virtuelle Forschung und Geschichtswissenschaften 2.0
Moderation: Rüdiger Hohls (Humboldt-Universität zu Berlin)

Manfred Thaller (Universität zu Köln): Wie real ist die virtuelle Forschung?

Torsten Reimer (Joint Information Systems Committee – JISC, London): Der Hausmeister und der Präsident. Virtuelle Forschung als Chance für die Geisteswissenschaften

Werkstattberichte I: „Vernetztes Wissen / Semantic Web“
Moderation: Daniel Burckhardt (Humboldt-Universität zu Berlin)

Gerald Neumann (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften): Das Personendaten-Repositorium - vernetzte Aspekte historischer Personen

Matthias Reinert (Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften): Normdatenbasierte Vernetzung (in) der Neuen Deutschen Biographie

Thomas Riechert (Universität Leipzig): Agile Knowledge Engineering and Semantic Web

Karsten Borgmann (Humboldt-Universität zu Berlin): Semantic Web Technologien bei Docupedia-Zeitgeschichte

Christoph Schindler (Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Frankfurt am Main): Semantisches Wiki für die kollaborative Analyse (SMW-CorA): Ein Fallbeispiel aus der Historischen Bildungsforschung

Podiumsdiskussion I: "Geschichte und ihre digitale Fachinformation: Welche Infrastrukturen brauchen die Geschichtswissenschaften?"
Moderation: Wilfried Nippel (Humboldt-Universität zu Berlin)

Dirk van Laak (Universität Gießen)
Martin Rethmeier (Oldenbourg-Verlag)
Ulrich Johannes Schneider (Universitätsbibliothek Leipzig)

Sektion 2: Digitale Quellenkritik und Data Driven History
Moderation: Peter Haber (Universität Basel)

Eva Pfanzelter (Universität Innsbruck): Quellenkritik vor der Zerreißprobe? Vom kritischen Umgang mit digitalen Ressourcen

Theo Röhle (Universität Paderborn): Das Ende der Theorie? Big Data als Herausforderung für die Geisteswissenschaften

Werkstattberichte II: „Virtuelle Forschungsumgebungen“
Moderation: Robert Strötgen (Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig)

Gisela Minn (Universität Trier): Forschungsnetzwerk und Datenbanksystem (FuD) - eine virtuelle Arbeitsumgebung für die Geisteswissenschaften

Daniel Burckhardt / Thomas Meyer (Humboldt Universität zu Berlin): Historisches Forschungsnetz – Eine virtuelle Forschungsumgebung

Joachim Berger (Institut für Europäische Geschichte, Mainz): Virtuelle Infrastrukturen für eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung

Patrick Sahle (Universität zu Köln) / Daniel Jeller (Institut zur Erschließung und Erforschung kirchlicher Quellen, Wien): HKI/MOM-CA/VdU: Auf dem Weg zu einer virtuellen Forschungsumgebung

Sektion 3: Medialität und Narrativität
Moderation: Jan-Holger Kirsch (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam)

Markus Krajewski (Universität Weimar): Karteien, Zeitleisten, Diagramme. Wie Werkzeuge des Wissens die Narration bedingen

Martin Gasteiner (Universität Wien): Daten und Einbildungskraft. Eine Kritik historischer Narrative im Netz (wg. Krankheit entfallen)

Werkstattberichte III: „Fachinformationen für die Geschichtswissenschaften“
Moderation: Gregor Horstkemper (Bayerische Staatsbibliothek, München)

Daniel Schlögl (Institut für Zeitgeschichte, München) / Stefan Wiederkehr (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften) / Helmut Zedelmaier (Ludwig-Maximilians-Universität / AHF, München): Neue Wege zur kooperativen Weiterentwicklung geschichtswissenschaftlicher Fachbibliographien

Wilfried Enderle (SUB Göttingen): Kommentar

Norbert Kunz (Bayerische Staatsbibliothek München): "Osteuropa-Dokumente online" (OstDok) - elektronische Volltexte aus einer Hand

Sektion 4: Grenzverschiebungen zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit
Moderation: Georgios Chatzoudis (Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf)

Jürgen Danyel (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam)

Michail Hengstenberg (einestages.de, Hamburg)

Maren Lorenz (Universität Hamburg / Basel)

Werkstattberichte IV: „Informations-Infrastrukturen für die Geschichtswissenschaften“
Moderation: Thomas Meyer (Humboldt-Universität zu Berlin)

Jörn Sieglerschmidt (Fachinformationszentrum Karlsruhe): Deutsche Digitale Bibliothek - Entwicklungsstand und Perspektiven für die Wissenschaft

Stefan Schmunk (Institut für Europäische Geschichte, Mainz): DARIAH-DE – Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities

Celia Krause (Technische Universität Darmstadt): TextGrid - Digitaler Werkzeugkasten und Virtuelle Forschungsumgebung für Geisteswissenschaftler

Jens Prellwitz (Staatsbibliothek zu Berlin): Europeana Collections 1914-1918

Podiumsdiskussion II: " Geschichte und ihre digitale Medialisierung: Welche Medienkompetenz brauchen Historiker/innen?"
Moderation: Rüdiger Hohls (Humboldt-Universität zu Berlin)

Frank Bösch (Universität Gießen)
Anke te Heesen (Humboldt-Universität zu Berlin)
Sebastian Ullrich (Verlag C.H.Beck)

Anmerkungen:
[1] Tagungsdokumentation unter <http://www.clio-online.de/hist2011> (09.10.2011).
[2] Wissenschaftsrat, Informationsinfrastrukturen für die Wissenschaft – eine öffentliche Aufgabe <http://www.wissenschaftsrat.de/index.php?id=344&=mp;=> (09.10.2011). Forschungsinfrastrukturen für die Geistes- und Sozialwissenschaften stärken, <http://www.wissenschaftsrat.de/index.php?id=345&=mp;=> (09.10.2011). Leibniz-Gemeinschaft, Gesamtkonzept für die Informationsinfrastruktur in Deutschland, <http://www.wgl.de/?nid=infrastr&nidap=&print=0;print=0> (09.10.2011).
[3] Vgl. Niklas Luhmann, Kommunikation mit Zettelkästen. Ein Erfahrungsbericht, in: Ders., André Kieserling (Hrsg.), Universität als Milieu. Kleine Schriften, Bielefeld 1992, S. 53–61.

Zitation
Tagungsbericht: .hist2011 – Geschichte im digitalen Wandel, 14.09.2011 – 15.09.2011 Berlin, in: H-Soz-Kult, 13.10.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3854>.