Bilder in historischen Diskursen: 3. Internationale Tagung zur Historischen Diskursanalyse

Ort
Wien
Veranstalter
Franz X. Eder, Wien; Achim Landwehr, Düsseldorf; Jürgen Martschukat, Erfurt; Philipp Sarasin, Zürich; Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Kooperation mit 'Wirtschaft und Gesellschaft aus historischer Perspektive' und 'Visuelle Kulturgeschichte - Kulturen und Medien des Visuellen', Forschungsschwerpunkte der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien
Datum
29.09.2011 - 01.10.2011
Von
Therese Garstenauer, Institut für Slawische Sprachen, Wirtschaftsuniversität Wien

Seit einigen Jahren besteht rege Zusammenarbeit zwischen deutschen, österreichischen und Schweizer Historiker/innen, die sich mit Diskursanalyse befassen. 2009 begann die von Franz X. Eder, Achim Landwehr, Jürgen Martschukat und Philipp Sarasin gegründete Tagungsreihe in Düsseldorf mit einer Konferenz zu „Diskursivem Wandel“, im Mai des Vorjahres trat man in Zürich im Zeichen von „Diskursanalyse in der Wissenschaftsgeschichte“ zusammen. Die 3. Internationale Tagung zur Historischen Diskursanalyse organisierten Christina Linsboth, Oliver Kühschelm und Franz X. Eder vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Universität Wien). Die Vortragenden waren überwiegend Doktorand/inn/en und jüngere Postdocs.

Die Einleitung von Franz X. Eder (Wien) rekapitulierte die zentralen Fragestellungen: Wie werden Bildern zu Ikonen, wie werden Bilder in Diskurse integriert, wie entfernen sie sich wieder? Welche Einflüsse haben Bild-Text-Synthesen auf Intertextualität, Interpikturalität und Interdiskursivität? Welche theoretischen und methodischen Angebote von verwandten Disziplinen können für historische Forschung nutzbar gemacht werden?

Über „Quellen trotz allem“ sprach JENS JÄGER (Köln). Er betonte, dass visuelle Materialien Quellen eigener Art darstellten und regte an, Forschungsprojekte nicht nur um Bildbestände herum zu konzipieren oder passende Bilder zur Stützung von Hypothesen auszusuchen. Bilder sollten als Teile von Diskursen verstanden werden, ohne sie a priori als zentral oder nebensächlich einzuordnen. Bilder wirken als Reste kommunikativer Zusammenhänge, die in die Gegenwart hineinragen. Es sei wesentlich, auf zeitgenössische Reflexionen über und Reaktionen auf Bilder einzugehen, sofern solche greifbar sind. In der folgenden Diskussion wurde die Frage aufgeworfen, was zu tun sei, wenn keine Evidenz für die Wirkung von Bildern vorliege. Die anwesenden Kunsthistoriker/innen empfahlen, Aspekte festgelegter Semantiken, ikonographischer Darstellungskonventionen sowie von Materialität und Medium in Betracht zu ziehen.

ALFRED MESSERLI (Zürich) widmete seinen Vortrag der abendländischen Denkfigur der „Bilderflut“. Angesichts dessen, dass die Schlüsseltexte zu diesem Begriff in den Jahren 1835 bis 1860 veröffentlicht wurden, fragte der Referent nach dem historisches Phänomen jenseits dieser Publikationen. Interessant sei, dass die gehäufte Literatur zur Bilderflut nicht mit dem verbreiteten Auftreten von Fotografie koinzidiere. Die Bilder, die das (östliche wie westliche) Europa des 19. Jahrhunderts überfluteten, seien vor allem günstig herstellbare Lithografien. Ob die Bevölkerung einer „Ikonisierung“ (Bredekamp) analog zur Alphabetisierung bedurfte, wurde in der Diskussion in Frage gestellt, insbesondere für katholisch sozialisierte Rezipient/innen.

CLAUS ZITTEL (Florenz) beschäftigte sich mit der Beobachtung, dass in Erstausgaben von wissenschaftlichen Werken Rousseaus, Hobbes‘ und Descartes‘ viele Bilder enthalten waren, diese in späteren Ausgaben aber entfernt, reduziert oder verändert wurden. Geschah durch die Entfernung der Bilder eine Verfälschung der ursprünglichen Ideen und Argumente? Die Bilder hatten, so Zittel, nicht nur illustrative, sondern explanatorische Funktionen, sie machten Unsichtbares, wie etwa Magnetismus, sichtbar. Die Foucaultschen Analysen erweisen sich hier seiner Ansicht nach als unterkomplex: Wenn bei Foucault Bilder vorkommen, dann sei die Rede von Malerei, nicht aber von wissenschaftlichen Bildern. Zweifelhaft bleibe, ob mit dem diskursanalytischen Instrumentarium allein Bildern beizukommen sei.

Das von LARS KREYE (Göttingen) analysierte Bildmaterial stammt aus dem Kontext von Forschungsreisen des Pflanzenbauwissenschaftlers Ferdinand Wohltmann, der 1897/98 Kaffeeplantagen in der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika besuchte. Dieselben Bilder wurden bei unterschiedlichen Vorträgen mit unterschiedlichen Texten unterlegt. Zuerst wurden sie einer politischen Öffentlichkeit als Beispiele für „good“ und „bad practice“ der Plantagenwirtschaft unterbreitet. Später, als die Kaffeeplantagen bereits bankrott waren, wurden Diavorträge für eine breitere Öffentlichkeit gestaltet. Nun wurde die Entwaldung unter dem Etikett „Deutsche zähmen die wilde afrikanische Natur“ präsentiert.

SILVAN NIEDERMEIER (Erfurt) skizzierte die Entwicklung von Fotos als Beweismaterial in Gerichtsverfahren in den USA seit den 1940er-Jahren. Das FBI verfolgte einzelne sehr drastische Fälle von Folter in Staaten des Südens der USA. Fotografien dienten der Dokumentation von Folterungen von schwarzen Bürger/innen durch weiße Polizisten. Diese Sichtbarmachung der Folter stand jedoch im Widerspruch zur diskursiven Ordnung des US-amerikanischen Staates. Trotz der erdrückenden Beweislast gegen die angeklagten Polizisten sprachen lokale Geschworenengerichte sie meistens frei – man wusste ja, so Niedermeier, dass der officer ein ehrenwerter Mann war, der so etwas nicht tut. Zu Schuldsprüchen kam es nur, wenn auch Weiße unter den Opfern waren. In der Diskussion wurde auch die provokante Frage aufgeworfen, was die Tagungsteilnehmer/innen angesichts dieser Beweislage für wahr halten (möchten).

MAREN RÖGER (Warschau) analysierte Bilder in deutschen und polnischen Vertreibungsdiskursen seit 1989. Sie stellte eindrucksvoll die Rolle von visuellen Narrativen heraus, die im deutschen Fall oft bruchlos Narrative der NS-Propaganda übernahmen. In den 1990er-Jahren ließ sich bei der Wahl der für Denkmäler verwendeten Motive eine Verschiebung von Kreuzen zu Mutter-Kind-Motiven beobachten, womit auch spezifische Bildtraditionen, wie etwa der Pietà oder der Madonna mit Kind bedient wurden. Röger thematisierte anhand der Ereignisse von Nemmersdorf auch die problematische Rolle von inszenierten Fotografien. Aufhorchen ließ die Erzählung der Referentin über ihre eigene Auseinandersetzung mit Klischees in Wort und Bild, sei es bei der Wortwahl für Vortragstitel oder der Auswahl von Titelbildern für die Buchpublikation. Es wäre vielleicht eine Chance gewesen, eine analytischere, neutralere Terminologie (etwa „Zwangsmigration“) zu etablieren anstatt sich aus Gründen des Wiedererkennungswertes für die Verwendung von ideologisch aufgeladenen Begriffen wie „Flucht und Vertreibung“ zu entscheiden.

SILKE BETSCHERs (Bremen) Vortrag hatte sicherlich das höchste Niveau im Hinblick auf methodische Reflexion. Etwa in der Mitte der Tagung wurde man daran erinnert, danach zu fragen, was man denn eigentlich tue, wenn man Diskursanalyse betreibt. Betscher ließ das Publikum in ihre Forschungswerkstatt blicken und zeigte, wie sie visuelle Diskurse des Kalten Krieges in westdeutschen Illustrierten der Nachkriegszeit erforschte. Visuelle Diskursanalyse lege den Fokus auf Bildkorpora statt auf einzelne ikonische Darstellungen, sodass ein Feld des Darstellbaren fassbar werde. Es wurde gezeigt, mit welchen Motiven und Darstellungsweisen die amerikanische Zivilisation in den Zeitschriften als Muster an Fortschritt und Prosperität, als wohlgeordnete Gesellschaft, in der jedes Element seinen Platz hat, präsentiert wurde. Bilder könnten also durchaus diskursiv analysiert werden, sofern es gelinge, die zeitgenössisch bedeutsamen Motivgruppen zu identifizieren und zueinander in Beziehung zu setzen.

Schweizer und österreichische Plakatkampagnen der 1920er- und 1930er-Jahre bildeten den Gegenstand von OLIVER KÜHSCHELMs (Wien) Präsentation. Mit prägnanten Bild-Text-Kombinationen sollten die Bevölkerung im Allgemeinen oder zahlungskräftige Eliten im Besonderen zum Kauf schweizer respektive österreichischer Waren animiert werden. Während in der Schweiz die Nation, Ehre, Gegenstände, Landschaft und Produktionsmittel im Vordergrund stehen, sehe man auf den österreichischen Plakaten Menschen, Konsument/innen, Waren sowie Repräsentationen der Angst vor kollektiver Verelendung. In den Schweizer Plakaten entdeckte das Tagungspublikum auch Elemente, die an sozialistische Bildästhetik gemahnen. Kühschelm betonte, dass er visuelle und sprachliche Artefakte prinzipiell gleich behandle, also die gleichen Fragen an beide Repräsentationmodi stelle. Eine spezifische Eigenlogik der Bilder verfolge er in seiner Forschung, die auch von linguistischen Zugängen inspiriert ist, somit nicht.

Im Beitrag der Politikwissenschaftlerin und der Politikwissenschaftlers PETRA BERNHARDT und ANDREAS PRIBERSKY (Wien) ging es um Darstellungsweisen von Herrschern über das Verhältnis von Bild und Image. Letzteres stehe im Verruf, die tatsächliche Politik der Dargestellten zu verbergen. Die im Vortrag gezogenen Parallelen zwischen Pete Souza, dem „Hoffotografen“ der US-Präsidenten Reagan und Obama einerseits und Albrecht Dürer, der Kaiser Maximilian I. porträtierte, andererseits erschienen etwas anekdotisch, wenn nicht ahistorisch – umso mehr, als in beiden Fällen von „Imagepolitik“ gesprochen wurde. Einer interdisziplinären Verständigung wäre es zuträglicher gewesen, die kunsthistorische Methode der politischen Ikonologie näher und expliziter zu erläutern, und zu zeigen, in welchem Verhältnis sie zur Diskursanalyse steht.

Er interessiere sich weniger für Bilder als für Karteikarten, Ordner und Bildrückseiten, meinte MALTE ZIERENBERG (Berlin) – nichts Ungewöhnliches für jemanden, der zu Bildagenturen forscht. Wenige Agenturen (Getty, Corbis, Ullstein) liefern den Großteil der Bilder, die für eine breite Öffentlichkeit zeigen und belegen, was passiert. Bildagenturen entstanden durch Spezialisierung aus Presseagenturen, Fotostudios, Kunstverlagen. Zierenberg brachte, ganz im Sinne eines practical turn, dem Publikum die Praxis der Bilderbewirtschaftung nahe: von der Aufnahme über die Entwicklung, Vervielfältigung, Vergrößerung, Verteilung bis zur Lagerung. Die Archivierungslogiken weisen, so Zierenberg, dabei zunehmend eine Ausrichtung auf journalistische Auswertbarkeit auf, beruhen aber teils noch auf Wissensordnungen aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert.

WENDELIN BRÜHWILER (Zürich) befasste sich mit einem populärwissenschaftlichen Medium: der in den 1940er-Jahren gegründeten Schweizer Kulturzeitschrift „Du“. Sein besonderes Interesse galt zunächst den darin veröffentlichten Bildern – Reproduktionen von Kunstwerken ebenso wie Licht- und Elektronenmikroskopbildern oder Teleskopaufnahmen, weiters dem Bild-Text-Verhältnis und schließlich den essayistischen Beiträgen der Zeitschrift. Dabei wurde der Stellenwert des Mediums Fotografie ebenso diskutiert wie der historische Rahmen, in dem die Bilder und die Leseanleitungen dazu verortet waren. So konnte im heraufziehenden Kalten Krieg die Sowjetunion argumentativ schon einmal einem Termitenstaat gleichgesetzt werden.

Während sich die übrigen Beiträge auf das 19. und 20. Jahrhundert bezogen, sprach BERTHOLD HUB (Wien) über Architekturtraktate des 15. und 16. Jahrhunderts. Die Verwendung von Bildern fiel darin recht unterschiedlich aus. Die Bücher des römischen Architekten Vitruv entstanden im ersten Jahrhundert nach Christus, erfuhren aber erst in der Renaissance eine breitere Rezeption. Seine Schriften waren ohne Abbildungen überliefert, an manchen Stellen im Text wird aber auf Bilder verwiesen, insbesondere, wenn Worte nicht für klare Konstruktionsanweisungen ausreichten. Die Architekturtraktate der Renaissance orientierten sich an Vitruv, waren aber fast ausnahmslos reich bebildert, so etwa das Buch des Florentiners Filarete über eine ideale Stadt – nicht zufällig „Sforzenda“ genannt. Hub demonstrierte, dass im Fall seiner Traktate und anderer Werke der Renaissance die Unterscheidung zwischen Text und Bild keinesfalls fraglos gegeben sei. Bilder seien auch hier mehr als bloße Illustrationen.

MARCUS OTTO (Braunschweig) sprach über Bilder in französischen Geschichtsbüchern. Während klassische Schulbuchforschung nur auf Texte fokussiere, nahm sich Otto die Verwendung von Bildern in diesem Medium vor. Bilder dienen in diesem Zusammenhang der Erinnerungspolitik und sollen Beleg des nationalen Erbes sein. Generell lasse sich eine Tendenz zu mehr und bunteren Bilder in Schulbüchern beobachten, wobei französische Schulbücher im europäischen Vergleich mehr und größere Bilder als solche aus anderen Staaten haben. Die anschließende Diskussion thematisierte das adressierte Subjekt (der einzelne Schüler oder Schüler/innen als citoyen/nes?) und das Dispositiv der „schulischen Bildung“.

CHRISTIAN HOLTORF (Coburg) begann seinen Vortrag zum Sehnsuchtsort „offenes Polarmeer“ mit einem Karl-Kraus-Zitat: „Am Nordpol war nichts weiter wertvoll, als dass er nicht erreicht wurde.“ Nach dem Bericht von Walfängern über eisfreie Zonen begannen sich ab den 1840er-Jahren unterschiedliche militärische, wirtschaftliche, und (populär)wissenschaftliche Akteure für dieses offene Polarmeer zu interessieren. Reiseberichte, Karten und Bilder aus (populär)wissenschaftlichen Medien zeugen von diesem Interesse am Polarmeer, dem unerwartete Wärme und Lebendigkeit zugeschrieben wurde. Freilich beruhte das, so Holtorf, auf einem Missverständnis zwischen Walfängern und Wissenschaftlern: Es gebe zwar das offene Polarmeer, aber nur zwischen Mai und September. Nach Nansens Nordpolexpedition wurde das Thema vergleichsweise uninteressant – abgesehen von der Suche nach Bodenschätzen und im Kalten Krieg die Funktion der Arktis als Passage zwischen USA und UdSSR. Die historische Frage nach saisonalen Aspekten der polaren Eisschmelze werde aber auch in aktuellen Debatten über den Klimawandel aufgegriffen.

AGNES LABA (Marburg) stellte ihr Forschungsprojekt zu Landkarten und dem deutschen Ostgrenzendiskurs der 1920er-Jahre vor. Landkarten waren bislang selten Gegenstand von historischen Diskursanalysen. Durch ihren hohen Standardisierungs- und Formalisierungsgrad werde Autorität vermittelt. Dass diese Vermittler einer vermeintlich objektiven Abbildung der Wirklichkeit durchaus sehr suggestive und emotionale Botschaften enthalten konnten, demonstrierte Laba überzeugend. Die Wahl der Mittel war vielfältig: sei es in der Farbwahl, sei es im Bestehen auf die Beibehaltung der Vorkriegsgrenzen, sei es in der Verwendung kraftvoller Metaphern („verstümmelter Volkskörper“) in Begleittexten. Auch in Form populärer Genres wie Bildpostkarten dienten Landkarten als zentrales Trägermedium der Ostgrenzendiskussion.

In der Schlussdiskussion wurde noch einmal das Thema Serienbildung aufgegriffen. Es verwundert nicht, dass die Diskussion darüber, wie man Bilder in historischen Diskursen konkret untersuchen kann, so zentral ist. Die Frage in diesem Zusammenhang, ob man Bilder etwa nach sprachlichen oder bildlichen Ordnungsstrukturen gruppieren solle, verweist auf das bei dieser Tagung meist nur am Rande gestreifte Problem der Abgrenzung zwischen Bild und Text. Es wäre zu überlegen, im Sinne eines epistemologischen Bruchs (Bachelard) mit vorwissenschaftlichen Wahrnehmungen, nicht von vornherein davon auszugehen, dass (wie im Alltag) völlig klar ist, was ein Bild ist und was ein Text. Einige der in der Tagung analysierten Medien (Landkarten, Plakate) legen einen solchen Zugang durchaus nahe, andere Beispiele für solche Grenzverwischungen wären etwa sozialwissenschaftliche Diagramme oder Werbegrafiken.

Die Tagung bot einen breiten Einblick in aktuelle Projekte zu Bildern in historischen Diskursen. Das bringt die Gefahr einer Beliebigkeit mit sich, insbesondere, wenn die Vortragenden mehr Leidenschaft für ihr Thema als für methodische und reflexive Überlegungen mitbringen. Der Verständigung zwischen den Disziplinen Geschichte und Kunstgeschichte, die mehr implizieren sollte, als Historiker/innen und Kunsthistoriker/innen nebeneinander vortragen zu lassen, könnte noch mehr Raum gegeben werden. Man darf auf die „4. Internationale Tagung zur Historischen Diskursanalyse“ gespannt sein.

Konferenzübersicht:

Einleitung: Franz X. Eder

Panel I: Zum Verhältnis von Bild und Text in der Geschichte
Chair: Achim Landwehr

Jens Jäger (Köln): "Quellen trotz allem". Vom Umgang mit Bildern in historischen Diskursanalysen

Alfred Messerli (Zürich): Wie ein Sumpf Stechmücken „brütet ein verbal unbegleitetes Bild tausend Missverständnisse aus.“ (Georg Gerster): Zur Genealogie einer abendländischen Denkfigur und ihrem Gegenteil

Claus Zittel (Florenz): Ikonoklasmus in der Historiographie der Philosophie: Beispiele, Gründe und Folgen

Panel II: Was Texte behaupten und Bilder nicht zeigen…
Chair: Jürgen Martschukat (Erfurt)

Lars Kreye (Göttingen): Die Fotografie als »gefährliches Medium«? Diskurse tropischer Entwaldung während der deutschen Kolonialzeit

Silvan Niedermeier (Erfurt): Diskurs, Sichtbarkeit und die Wahrheit der Folter: Fotografie und Evidenz im US-amerikanischen Süden der 1940er Jahre

Panel III: …was Bilder kommunizieren und Texte nicht sagen
Chair: Hartmut Stöckl (Salzburg)

Maren Röger (Warschau): Von der Abwesenheit visueller Evidenzen, Opferikonen und der Tradierung von NS-Narrativen durch Fotografien: Funktionen von Bildern in deutschen und polnischen Vertreibungsdiskursen

Silke Betscher (Bremen): BildSprache – Möglichkeiten und Grenzen einer Visuellen Diskursanalyse als Methode

Panel IV: Politik der Bilder
Chair: Marion Meyer (Wien)

Oliver Kühschelm (Wien): Kaufen und Ehren, Handeln und Betrachten. Kampagnen für patriotischen Konsum in Österreich und in der Schweiz während der 1920er und 1930er Jahre

Andreas Pribersky/Petra Bernhardt (Wien): Das politische Portrait. Ein Ausgangspunkt methodischer Überlegungen zur visuellen Repräsentation von Politik

Panel V: Bilder publizieren
Chair: Christina Linsboth (Wien)

Malte Zierenberg (Berlin): Bildagenturen, mediale Infrastrukturen und Diskursräume des Visuellen im 20. Jahrhundert

Wendelin Brühwiler (Zürich): Photographien und „Weltbilder“. Der Stellenwert photographischer Bilder in der populärwissenschaftlichen Orientierungspublizistik der 1940er Jahre

Panel VI: Visuelle Strategien der Wissensvermittlung
Chair: Philipp Sarasin (Zürich)

Berthold Hub (Wien): Diskursive Strategien in der Architekturtheorie der italienischen Renaissance

Marcus Otto (Braunschweig): Bilder, Texte, Strategien – Wissensformen vermittelter Geschichte in französischen Schulbüchern seit den 1950ern

Panel VII: Landschaften und Geographien
Chair: Oliver Kühschelm (Wien)

Christian Holtorf (Coburg): Das offene Polarmeer – vom Mythos zum Bild

Agnes Laba (Marburg): „Grenzland im Bilde“ - Landkarten und der deutsche Ostgrenzen-Diskurs der 1920er Jahre

Schlussdiskussion

Zitation
Tagungsbericht: Bilder in historischen Diskursen: 3. Internationale Tagung zur Historischen Diskursanalyse, 29.09.2011 – 01.10.2011 Wien, in: H-Soz-Kult, 01.12.2011, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3919>.
Redaktion
Veröffentlicht am
01.12.2011