Brazil in Global Context (1870-1945) / Brasil no contexto global (1870-1945)

Ort
Berlin
Veranstalter
Stefan Rinke / Georg Fischer / Christina Peters / Frederik Schulze, Freie Universität Berlin
Datum
27.10.2011 - 29.10.2011
Von
Georg Fischer / Christina Peters, Lateinamerika-Institut, Freie Universität Berlin; Frederik Schulze, Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin

Mit der Tagung „Brasilien im globalen Kontext (1870-1945)“ fand erstmals eine Tagung zu brasilianischer Geschichte in Deutschland statt. Brasilien-Historikerinnen und -Historiker aus Deutschland, Brasilien, den USA, Großbritannien, Frankreich und Österreich kamen zusammen, um Brasiliens Einbettung in globale Verflechtungen zu diskutieren. Ziel der Tagung war es, eine Bestandsaufnahme der geschichtswissenschaftlichen Brasilienforschung im Kontext der jüngeren Debatten über transnationale und globalhistorische Perspektiven zu leisten, Forschungslücken zu identifizieren und methodisch-theoretische Ansätze zu reflektieren. Dabei wurden vor allem regional heterogene Ausgestaltungen von Globalisierungsprozessen, die Entstehung von Nationalstaatskonzepten, Verflechtungen, reziproke Austauschprozesse und Wissenszirkulationen diskutiert. Die Konferenz wurde von GEORG FISCHER, CHRISTINA PETERS, FREDERIK SCHULZE und STEFAN RINKE (Berlin) organisiert.

Nach Einführungsworten des Organisationsteams stellte SÉRGIO COSTA (Berlin) die Arbeit des Forschungszentrums Brasilien an der Freien Universität Berlin vor. STEFAN RINKE führte im Anschluss an das Forschungsfeld Globalgeschichte in Lateinamerika ein. Es folgte die erste Keynote Lecture von BARBARA WEINSTEIN (New York) mit dem Titel „Orientalism in One Country? Regionalism, Whiteness, and the Construction of Alterity in Twentieth-Century Brazil“, in der sie vorschlug, regionale Konstruktionen von Differenz in Brasilien eher als eine Form von „orientalism in one country“ denn als „internal colonialism“ zu untersuchen. So hätten die Paulistas eine Identität konstruiert, in der sie sich als fortschrittlich, modern und weiß und damit gleichzeitig als außergewöhnlich und national darstellten und über die sie Machtbeziehungen herstellten und rechtfertigten. Für die Aushandlung von regionaler Differenz sei dabei der globale Bezugsrahmen von Bedeutung gewesen, also zum Beispiel die Sicht von Besuchern und die Repräsentationen ihnen gegenüber.

Im ersten Panel „Envisioning the Nation“ ging SVEN SCHUSTER (Eichstätt) in seinem Vortrag „Progresso, civilização e raça. A autoimagem do Brasil nas exposições nacionais e universais (1861-1922)“ der Frage nach, wie spezifische Diskurse über den Zivilisierungsgrad der brasilianischen Nation in den nationalen und internationalen Ausstellungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts visualisiert wurden. Während im 19. Jahrhundert die Repräsentation der von den Eliten vorangetriebenen Europäisierung im Mittelpunkt stand, setzte spätestens mit der Semana de Arte Moderna (1922) eine ästhetische Wertschätzung des Eigenen ein. DAWID DANILO BARTELT (Rio de Janeiro) analysierte in seinem Vortrag „Entre as virtualidades da Nação. Territorialidade do Brasil na transição do século XIX a XX“ den Krieg von Canudos (1896-97) als diskursives Ereignis, das die geographischen Vorstellungen über die brasilianische Nation entscheidend prägte. Der „anarchische“ sertão (Hinterland) mit dem ihn bewohnenden jagunço wurde insbesondere durch die Schriften Euclides da Cunhas als territorialer Gegenpol zur „zivilisierten“ Küstenregion konstruiert. In ihren Vortrag „Gilberto Freyre. A Key Thinker of Globalisation?” diskutierte DEBORA GERSTENBERGER (Münster) Freyre als einen Autor, der einerseits mit seinem Hybriditätsbegriff späteren Debatten über Verflechtungs- und Transferbeziehungen vorgriff. Andererseits stimmte Gerstenberger der Kritik Fernand Braudels zu, dass Freyre dabei in nationalen Bezugsgrößen verhaftet geblieben sei, da er auf der Suche nach gesellschaftlichen Grundmustern regionale Unterschiede vernachlässigt habe. Sein Nutzen für aktuelle globalhistorische Fragestellungen liege vor allem in seinem Umgang mit den Quellen, welcher einer Mikroperspektive auf Globalisierungsprozesse gleichkomme.

Das zweite Panel, „Migrations“ nahm Migrationsbewegungen in den Blick. MARIA ISABEL DE JESUS CHRYSOSTOMO (Viçosa) und LAURENT VIDAL (La Rochelle) befassten sich in ihrem Beitrag „As hospedarias de imigrantes no Brasil. Um dispositivo esquecido na caminho da emigração para o Brasil (1880s-1900s)“ mit der Genese der Immigrantenherbergen (hospedarias) seit der Ankunft der ersten Einwanderer bis zu den großen Migrationsströmen nach Brasilien aus einer räumlich-institutionellen Perspektive. Sie betonten ihre Funktion als soziale Kontrollapparate für den brasilianischen Staat, der auf diese Weise aus Emigranten Immigranten machte, und wiesen darauf hin, dass die Institutionalisierung dieser Apparate im globalen Vergleich parallel verlief. URSULA PRUTSCH (München) stellte in ihrem Vortrag „Migrants in the Periphery. Indigenous Peoples, Europeans and Japanese in Paraná from 1900 to the 1930s“ die von multiethnischer Einwanderung und interethnischen Begegnungen geprägte Region Nordparaná als ein Beispiel für Glokalität dar. Die Pluriethnizität der Einwanderungsströme und des Siedlungsalltags erfordere das Überdenken geläufiger Kategorien von Ethnizität. FREDERIK SCHULZE stellte in seinem Beitrag „Questões de imigração no Estado Novo entre nacionalidade e globalidade“ die These auf, dass die Diskurse über Einwanderung in Brasilien unter der Regierung Vargas zwar Fragen nach Nationalität behandelten, jedoch stark von einem globalen Wissensaustausch und vom Bewusstsein von Globalität der Akteure geprägt seien. Dies veranschaulichte er an wissenschaftlichen Texten über Einwanderung und an Texten deutscher Auswanderer, die sich einer globalen deutschen Volksgemeinschaft verschrieben.

Unter dem Titel „Popular Culture and the Urban Experience“ widmete sich das dritte Panel kulturellen Ausdrucksformen im globalen Wandel. SEBASTIAN DORSCH (Erfurt) analysierte in seinem Beitrag „The Invention and Experience of Future Between Open Frontiers and Neurasthenia. The Atlantic Metropolis São Paulo, 1870-1930“ Identitätskonzepte in der Metropole São Paulo. Zum einen wies er auf die Debatte über die Neurasthenie und somit die Entwicklung westlich geprägter Medizin hin, zum anderen betonte er die Wichtigkeit des sertão bei der Konstruktion städtischer Identität. CHRISTINA PETERS behandelte in ihrem Vortrag „A formação de relações regionais em um contexto global. A rivalidade no futebol entre Rio de Janeiro e São Paulo, 1900-1930“ ebenfalls regionale Identitätsbildung am Beispiel von São Paulo. Sie zeigte anhand der Fußballrivalität zwischen São Paulo und Rio de Janeiro, wie sich regionales Selbstverständnis im Spannungsfeld zwischen Regionalismus, Nationalismus und globalen Einflüssen entwickelte. Das Panel fand seinen Abschluss mit MATTHIAS RÖHRIG ASSUNÇÃO (Colchester) und „Capoeira, 1930-1950. A modernização de uma arte marcial brasileira“. Röhrig Assunção zeichnete die Entwicklung der brasilianischen Kampfsportart Capoeira in ihren globalen Bezügen nach. Nicht nur der Kontakt mit japanischen Kampfsportarten, auch die Relevanz von politischen Entwicklungen in Afrika stellten dabei wichtige Impulse dar.

Im vierten Panel unter der Leitung von JAIME LARRY BENCHIMOL (Rio de Janeiro) wurden „State Institutions and Transfers of Knowledge“ in Brasilien im globalen Kontext diskutiert. DÉBORA BENDOCCHI ALVES (Köln) sprach in ihrem Beitrag „Capital inglês nas minas de ouro em Minas Gerais. Adaptalidade ao mercado de trabalho brasileiro (1870-1888)“ über den Wandel der Arbeitskräfte in den Goldminen von Minas Gerais. Selbst nach dem Ende des Sklavenhandels und später der Abolition koexistierten in den Goldminen der britischen Kapitalgeber freie Lohnarbeiter und Sklaven, da sich die britischen Minenbetreiber dem Anpassungsdruck des brasilianischen Arbeitsmarktes nur zögerlich fügten bzw. ihm teilweise widerstanden. MARCOS COSTA (Montreal) befasste sich in seinem Beitrag „A circulação de ideias de reforma penitenciária na América Latina. O caso do Brasil, fins do século XIX aos princípios do século XX“ mit der Reform des Gefängniswesens um 1900. Er unterstrich, dass nach neuen internationalen Maßstäben errichtete Gefängnisse als Ausdruck von Modernität und Fortschrittlichkeit verstanden wurden und gleichzeitig der sozialen Disziplinierung der Bevölkerung dienten. GEORG FISCHER stellte in seinem Beitrag „‚Iron Mountains’. Applied Geology, Expert Networks, and Economic Policy in Brazil, 1880-1914“ dar, wie sich Vorstellungen von Landschaft in Brasilien durch transnational zirkulierende Ideen und Austausch zwischen technologisch-wissenschaftlichen Eliten veränderten. Diese wissenschaftlichen Experten rationalisierten, materialisierten und konstruierten unterirdische Räume, wie die Eisenerzregion in Minas Gerais, und stellten damit wichtige Informationen für internationale Investoren bereit. SÖREN BRINKMANN (Erlangen-Nürnberg) referierte in seinem Beitrag „Leite e raça. Ideologia e políticas de alimentação na era Vargas“, wie Ernährungswissenschaftler, Gesundheits- und Sozialpolitiker ab den 1930er-Jahren unter Vargas für einen erhöhten Milchkonsum in Brasilien warben unter der Devise, dieser könne flächendeckend das „Zivilisationsniveau“ der Bevölkerung im internationalen Vergleich verbessern. Für dieses Ziel leiteten Regierungsbehörden politische Maßnahmen zur Verbesserung der industrialisierten Milchproduktion ein, die jedoch bis in die 1940er-Jahre nicht vollständig umgesetzt werden konnten.

Beide abendlichen Keynote Lectures befassten sich aus unterschiedlicher Perspektive mit der Konstruktion nationaler und ethnischer Identitäten im Zeichen globaler Verflechtung. SÉRGIO COSTA thematisierte in seinem Vortrag „‚Males de origem?’ Manuel Bomfim, Sylvio Romero e as fontes transnacionais do nacionalismo no Brasil“ die Rezeption global zirkulierender Ideen in Bezug auf race, mestiçagem und Nationsbildung. Während Romero Vermischung als positiven Beitrag zur „Aufweißung“ der Nation verstand, lehnte Bomfim die in den europäischen und nordamerikanischen Diskursen zentrale Hierarchisierung entlang „rassischer“ Kategorien ab. JEFFREY LESSER analysierte in der anschließenden Keynote Lecture „Ethnic Myths as National Identity in Brazil“ den Bedeutungswandel von Zuschreibungen wie Nationalität und ethnische Abstammung im Kontext globaler Prozesse anhand unterschiedlicher ethnischer Minderheiten. Dabei zeigte er insbesondere, dass ethnische Identität in Brasilien situationsabhängig eingesetzt werden können. Ethnizität lasse sich daher durch das transitorische „estar“ besser greifen als das stabile „ser“.

Die vierte Keynote Lecture, „Germany and Brazil, 1871-1945. A Relationship Between Spaces“ von STEFAN RINKE, führte in die Geschichte der deutsch-brasilianischen Beziehungen ein. RINKE zeichnete die dynamischen und vielfältigen Kontakte beider Länder nicht nur auf staatlicher, sondern auch auf transnationaler Ebene nach. Wirtschaftlicher Austausch mit Banken, Handel und Schifffahrtslinien, Wissenschaftskontakte, Presse- und Kulturarbeit wurden von Akteuren getragen, die, situiert in einem space in between, flexibel auf politische Veränderungen wie den 1. Weltkrieg reagieren konnten.

Das letzte Panel schloss hier an und beschäftigte sich mit „German-Brazilian Relations“. In Ihrem Vortrag „Qual Europa para qual Brasil? Viajantes alemães e suas propostas para pensar as relações entre dois mundos“ stellte KAREN MACKNOW LISBOA (São Paulo) einige zentrale Kontinuitäten in den deutschsprachigen Brasilienbeschreibungen der 1930er- und 1940er-Jahre – speziell in den Werken Stefan Zweigs und Herrmann Ullmanns – in Bezug auf frühere eurozentrische Narrative fest. Auch wenn diese Autoren angesichts der Verwerfungen seit dem Ersten Weltkrieg an Europas Beispielfunktion zweifelten, hätten sie im Kern am Grundgedanken der Entwicklung Brasiliens durch Europäisierung festgehalten und die Gegenentwürfe der brasilianischen Modernisten ignoriert. JAIME LARRY BENCHIMOL (Rio de Janeiro) identifizierte in seinem Vortrag „Medical and Scientific Relations Between Germany and Brazil, 1850-1918. An Overview“ eine erhebliche Forschungslücke zur Geschichte transnationaler Wissenstransfers auf der Ebene wissenschaftlicher und (tropen)medi-zinischer Institutionen. Besonderes Augenmerk galt dabei den sich wandelnden Rahmenbedingungen – die Wissenszirkulationen in Bereichen wie Parasitologie, Dermatologie und Botanik fanden zunehmend unter der Ägide staatlicher Institutionen und internationaler Gesundheitsorganisationen statt. IGOR GAK (Berlin) untersuchte in seinem Vortrag „Arautos do dissenso. A política cultural exterior alemã para o Brasil e sua recepção durante o governo Vargas (1938-1942)“ die nationalsozialistische Kulturpolitik in Brasilien anhand von konkreten Ereignissen wie z.B. Opern und Filmvorführungen sowie deren Besprechung in der lokalen Presse und in den Kreisen der deutschen Diplomatie.

Die Abschlussdiskussion wurde von BARBARA WEINSTEIN geleitet. Die Beiträge hätten gezeigt, so WEINSTEIN, dass für die nationale Konstruktion Brasiliens globale bzw. transnationale Perspektiven wichtig seien. Ob es sich um die Verbreitung der Kategorie Rasse oder um die Herausbildung von Regionalismen handele – beide Aspekte spielten bei fast allen Beiträgen eine Rolle – immer bereichere der transnationale Blick das Nationale. Dabei dürften jedoch globale Machtbeziehungen nicht außer Acht gelassen werden. Es wurde zudem die Wichtigkeit betont, globale und transnationale Perspektiven auf die Geschichte Brasiliens in der Lehre stärker zu berücksichtigen, wobei sprachliche Barrieren nach wie vor ein gewaltiges Hindernis darstellten. Auch die internationale Vernetzung auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Fachzeitschriften gelte es zu verbessern.

Konferenzübersicht:

Introductory Remarks I. Georg Fischer, Christina Peters, Frederik Schulze (FU Berlin)

Introductory Remarks II. Sérgio Costa (FU Berlin): Brazilian Research at the Institute for Latin American Studies

Introductory Remarks III. Stefan Rinke (FU Berlin): Latin America in Global History

Keynote Lecture I
Barbara Weinstein (New York University): Orientalism in One Country? Regionalism, Whiteness, and the Construction of Alterity in Twentieth-Century Brazil

Panel I. Envisioning the Nation
Chair: Georg Wink (FU Berlin)

Sven Schuster (Katholische Universität Eichstätt): Progresso, civilização e raça. A autoimagem do Brasil nas exposições nacionais e universais, 1861-1929

Dawid Danilo Bartelt (Heinrich Böll Stiftung, Rio de Janeiro): Entre as virtualidades republicanas da Nação. Territorialidade do Brasil na transição do século XIX a XX

Debora Gerstenberger (WWU Münster): Gilberto Freyre. A Brazilian Theorist of Globalization

Panel II. Migrations
Chair: Jeffrey Lesser (Emory University)

Maria Isabel de Jesus Chrysostomo (Universidade Federal de Viçosa) / Laurent Vidal (Université de La Rochelle): As hospedarias de imigrantes no Brasil. Um dispositivo esquecido na caminho da emigração para o Brasil (1880s-1900s)

Ursula Prutsch (Universität Wien): Migrants in the Periphery. Indigenous Peoples, Europeans and Japanese in Paraná from 1900 to the 1930s

Frederik Schulze (FU Berlin): Questões de imigração no Estado Novo entre nacionalidade e globalidade

Panel III. Popular Culture and the Urban Experience
Chair: Susanne Klengel (FU Berlin)

Sebastian Dorsch (Universität Erfurt): The Invention and Experience of Future Between Open Frontiers and Neurasthenia. The Atlantic Metropolis São Paulo, 1870-1930

Christina Peters (FU Berlin): A formação de relações regionais em um contexto global. A rivalidade no futebol entre Rio de Janeiro e São Paulo, 1900-1930

Matthias Röhrig Assunção (University of Essex): Capoeira, 1930-1950. A modernização de uma arte marcial brasileira

Panel IV. State Institutions and Transfers of Knowledge
Chair: Jaime Larry Benchimol (Fundação Oswaldo Cruz, Rio de Janeiro)

Débora Bendocchi Alves (Universität zu Köln): Capital inglês nas minas de ouro em Minas Gerais. Adaptalidade ao mercado de trabalho brasileiro (1870-1888)

Marcos Costa (Universidade Federal de Pernambuco/Université de Québec): A circulação de ideias de reforma penitenciária na América Latina. O caso do Brasil, fins do século XIX aos princípios do século XX

Georg Fischer (FU Berlin): ‘Iron Mountains’. Applied Geology, Expert Networks, and Economic Policy in Brazil, 1880-1914

Sören Brinkmann (Universität Erlangen-Nürnberg): Leite e raça. Ideologia e políticas de alimentação na era Vargas

Keynote Lecture II
Sérgio Costa (FU Berlin): ‘Males de origem?’ Manuel Bomfim, Sylvio Romero e as fontes transnacionais do nacionalismo no Brasil

Keynote Lecture III
Jeffrey Lesser (Emory University): Ethnic Myths as National Identity in Brazil

Keynote Lecture IV
Stefan Rinke (FU Berlin): Germany and Brazil, 1871-1945. A Relationship Between Spaces

Panel V. German-Brazilian Relations
Chair: Stefan Rinke (FU Berlin)

Karen Lisboa (Universidade Federal de São Paulo, Guarulhos): Qual Europa para qual Brasil? Viajantes alemães e suas propostas para pensar as relações entre dois mundos

Jaime Larry Benchimol (Fundação Oswaldo Cruz, Rio de Janeiro): Medical and Scientific Relations Between Germany and Brazil, 1850-1918. An Overview

Igor Gak (FU Berlin): Arautos do dissenso. A política cultural exterior alemã para o Brasil e sua recepção durante o governo Vargas (1938-1942)

Final Discussion
Chair: Barbara Weinstein (New York University)

Zitation
Tagungsbericht: Brazil in Global Context (1870-1945) / Brasil no contexto global (1870-1945), 27.10.2011 – 29.10.2011 Berlin, in: H-Soz-Kult, 14.01.2012, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-3999>.