Geschlecht und Geschichte in populären Medien

Ort
Freiburg im Breisgau
Veranstalter
DFG-Forschergruppe 875 „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart“ in Verbindung mit den Arbeitskreis Historische Frauen- und Geschlechterforschung (AKHFG e.V.)
Datum
01.12.2011 - 03.12.2011
Von
Sabrina Feickert/Kristina Wacker, DFG-Forschergruppe 875 „Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart“, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Während sich verschiedene Wissenschaftsdisziplinen vermehrt der Popularisierung historischer Vergangenheiten zuwenden, steht die intensivere Beschäftigung mit der Rolle von Gender und Geschlechterverhältnissen in populären Geschichtsmedien noch am Anfang. Die Tagung widmete sich deshalb diachron und aus Perspektiven unterschiedlicher kultur- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen der Frage, welchen Stellenwert Geschlecht und Geschlechterverhältnisse in populären Konstruktionen und Präsentationen von Geschichte einnehmen. Der Blick richtete sich dabei neben den Mediengattungen Print (historischer Roman, Familienzeitschrift, Schulbuch, Geschichtscomic) und Film (Dokumentar- und Historienfilm, TV-Serien, Sitcom, Werbefilm) auch auf ein Museum, die Darstellung historischer Lebenswelten im Bereich der Living History und auf Geschlechterkonstruktionen in der Musik des Heavy Metal.

FALKO SCHNICKE (Berlin/London) beschäftigte sich im Eröffnungsvortrag mit Vergeschlechtlichungen, Sexualisierungen und Verkörperlichungen der Geschichte als wissenschaftlicher Praxis des 18. und 19. Jahrhunderts. Am Beispiel des Briefkorpus Leopold von Rankes an Bettina von Arnim sei ersichtlich, dass sich Geschlechterbilder durch sexuelle Imaginationen bis in die Wahrnehmung und Beschreibung historischer Quellen erstrecken können. Die sich herausbildende Archivpraxis sei demnach nicht nur durch die Suche nach historischer Wahrheit geleitet, sondern auch geschlechtlich konnotiert. In einem sich daran anschließenden bildanalytischen Vergleich dreier Historikerportraits[1] erweiterte Schnicke die Geschlechterperspektiven um Darstellungen unterschiedlicher Männlichkeitskonzepte des 19. Jahrhunderts, die die Disziplin ausdifferenziert und das Selbstverständnis des Faches mit geprägt hätten.

Mit Institutionalisierungsprozessen der Geschichtswissenschaft an deutschen Universitäten des 19. Jahrhunderts setzte sich MARTIN NISSEN (Heidelberg) auseinander. Diese Prozesse seien eng verwoben mit der Geschlechtergeschichte und führten zur Herausbildung männlich geprägter Wissenschaftsräume. Bürgerliche Geschlechterordnungen und darin implizierte Geschlechterstereotypisierungen hätten in Folge auch die Darstellungsformen populärer wie akademischer Geschichtswerke beeinflusst. So ließen sich in den hauptsächlich von Autoren verfassten Geschichtswerken Männlichkeitsentwürfe den Feldern Politik und Öffentlichkeit zuordnen und mit Konzepten der Vernunft und Tat in Verbindung bringen, während Weiblichkeit mit Nation, Privatheit und Gefühl assoziiert werde.

Die enge Verbindung von Geschlechterdiskursen und Geschichtsdarstellungen konnte auch SABINE LUCIA MÜLLER (Braunschweig) durch einen bildanalytischen Vergleich von Gemälden der Tudorköniginnen Elisabeth I.[2] und Mary I.[3] darlegen. Dabei dienten differente Weiblichkeitskonzeptionen dazu, das Phänomen weiblichen Königtums und das Entstehen der eigenen Nation zu beschreiben. Die romantisierten Darstellungen Marys als unglücklich Liebende würden dabei als Kontrastfolie für Repräsentationen Elisabeths als ´Virgin Queen´ verwendet.

Der Vortrag von DORIS LECHNER und NINA REUSCH (beide Freiburg im Breisgau) stellte anhand von Zeitschriftenartikeln zur Kleidergeschichte in Familienzeitschriften des 19. Jahrhunderts[4] den dualen Diskurs von Geschlecht und Genre als Dichotomie von männlich/weiblich und akademischer/populärer Wissensvermittlung heraus. Mit der zunehmenden Alphabetisierung und der damit verbundenen Etablierung der Familienzeitschriften als Massenmedium seien Frauen als Zielpublikum stärker in den Blick populärer Geschichtsdarstellungen gerückt. Damit hätten sich auch Räume für neue Darstellungsweisen von Geschichte geboten, die die gängigen, männlich dominierten Zugangsweisen des Historismus mit dem Fokus auf Diplomatie, Kriege und große Männer um Themen wie Kultur- und Alltagsgeschichte ergänzt hätten.

Den Einfluss von geschlechtlich konnotierten Bildern auf die Darstellungen politisch motivierter Attentate in populären Repräsentationen des 19. Jahrhunderts zeigte SYLVIA SCHRAUT (München). Die Attentate Charlotte Cordays auf Jean-Paul Marat und Karl Ludwig Sands auf August von Kotzebue würden mit unterschiedlichen Geschlechtsentwürfen erklärt. So lasse sich die Bandbreite geschlechtsstereotypischer Beschreibungen Charlotte Cordays von einer ´jungfräulichen´, ´ganz dem hehren Ideal´ verpflichteten Weiblichkeit bis hin zur grenzüberschreitenden Rollenverweigerung aufzeigen. Ähnliche Tendenzen seien auch für die Darstellung Karl Ludwig Sands feststellbar, dessen Männlichkeitsentwurf je nach politisch-sozialer Wertung vom jugendlich-männlichen Helden bis hin zum weiblich konnotierten Schwärmer reiche.

Mit dem Medium Film als Erinnerungsraum des Holocaust beschäftigte sich GINTARE MALINAUSKAITE (Berlin) am Beispiel von Ghetto[5], dessen zentraler Aspekt die Auflösung traditioneller Geschlechterrollen in der Extremsituation des Wilnaer Ghettos sei. So sei die sich zwischen den Rollen der bewaffneten Partisanin und des Sexualität als Überlebensstrategie einsetzenden Opfers bewegende jüdische Protagonistin Haya ein Symbol heroischer Weiblichkeit jenseits der Rolle der passiv abwartenden Frau. Im Gegensatz dazu sei der durch die NS-Herrschaft zerstörten jüdischen Männlichkeit lediglich die Bühne als Ort der Rekonstruktion alter Verhaltensnormen oder die Rolle als ambivalenter Antiheld und Mittäter geblieben.

In ihrem Vortrag zu den Trümmerfrauen dekonstruierte LEONIE TREBER (Essen) einen Mythos, der das kollektive Gedächtnis der Deutschen und die Diskussion um Frauen- und Geschlechterrollen seit der Nachkriegszeit entscheidend geprägt hat. In der SBZ und DDR sei das Narrativ der Trümmerfrau als Vorbild und Identifikationsfigur für das neuverhandelte Bild der gleichberechtigten sozialistischen Frau, die ihr Selbstbewusstsein aus dem emanzipatorischen Willen zur Lohnarbeit bezog, instrumentalisiert worden. Im Westberlin der Nachkriegszeit zwar als Symbol des Wiederaufbaus gefeiert, sei der Trümmerfrau in der übrigen BRD zunächst nur die Rolle als Projektionsfläche für DDR-Kritik und Negativpropaganda von Gleichberechtigungsgegner geblieben. Erst in den 1980er-Jahren habe sich die Neue Frauenbewegung in der Auseinandersetzung mit der Rolle der Mütter und Großmütter in Kriegs- und Nachkriegszeit wieder auf die Trümmerfrauen besonnen und sie als die positive Identifikationsfigur konstruiert, die das Wirtschaftswunder mit auf den Weg gebracht habe.

Die Rezeption von 1950er-Jahre-Sitcoms[6] in auflagenstarken US-amerikanischen Tageszeitungen thematisierte der Beitrag von ANDRE DECHERT (München). Die Sitcoms hätten das Idealbild der „isolated nuclear familiy“ mit der klaren Rollenverteilung zwischen der Frau als Hausfrau und Mutter und dem Mann als Alleinverdiener und Identifikationsfigur für den männlichen Nachwuchs transportiert. Mehrheitlich seien die Serien schon seit den 1950er-Jahren als realitätsferne Fiktion und alltagsuntaugliches Konzept begriffen worden, das unbrauchbare stereotype Rollenbilder wachgerufen und unerfüllbare Erwartungen an die Realität geweckt habe. Lediglich in der Rezeption der konservativen Kräfte der 1980er-Jahre habe das „WASP Dreamland“ der Sitcoms als nostalgisches Idealbild der amerikanischen Familie dokumentarischen Status erlangt.

RENÉE WINTER (Wien) arbeitete als zentrales Thema der TV-Serie Mad Men[7] die „Geburt der unabhängigen Frau“ heraus, wobei feministische Kritik am Geschlechterbild der 1960e-Jahre durch die Auflösung der Dichotomie weiblicher Erfolg versus feminine „Sexiness“ teilweise wieder relativiert werde. Auch die Komplexität der Neuverhandlung weißer Männlichkeit werde zwar thematisiert, die normative Vorgabe männlicher Handlungsmacht und die daraus resultierenden Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern jedoch nicht grundlegend in Frage gestellt. Verhaltensmuster wie Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Homophobie würden zwar aufgedeckt, aber durch die genussvoll-nostalgische filmische Reproduktion eher rekonstruiert als dekonstruiert.

Am Beispiel von Werbefilm und humoristischer Folklore setzte sich REGINE NOHEJL (Freiburg) mit der Bedeutung der Erinnerung an Napoleon für den Diskurs über russische Männlichkeitskonstruktionen auseinander. Der hegemoniale Männlichkeitsanspruch westlicher Herrscher werde dabei der Lächerlichkeit preisgegeben und dem Gegenentwurf des androgynen russischen Herrscherideals gegenübergestellt. So seien in Darstellungen Aleksanders I. als „ganzheitliches Gefäß, in dem alles Platz findet“ männlich und weiblich konnotierte Tugenden vereint. Trotz ihrer Pervertierung im Stalinismus bestimme die Sehnsucht nach einer solchen Synthese auch den modernen Diskurs über Geschlechterverhältnisse.

JULE NOWOITNICK (Heidelberg) analysierte am Beispiel von historischen Romanen[8] die Neuverhandlung der traditionell kriegerisch-männlichen Identität Chinggis Khaans. Trotz des Bruchs mit den kriegsheroischen Darstellungen männlicher Romanautoren und der Neuverortung von Geschlechterrollen durch die Einführungen emanzipierter Frauenfiguren und bisexueller männlicher Protagonisten fehle eine tatsächliche Hinterfragung normativer Genderkategorien. Die vermeintliche Emanzipation von der gewaltaffinen hegemonialen Männlichkeit sei weitestgehend gattungspoetisch einzuordnen, da der männliche Protagonist als Identifikationsfigur für eine mehrheitlich weibliche Leserschaft dienen müsse. Der Anspruch auf kulturhistorische Authentizität müsse daher auch hinter einer in der westlich-modernen Perspektive auf Genderidentitäten verorteten Darstellung zurückstehen.

Über den Versuch, durch museale Kulturvermittlung dem über Generationen hinweg in verschiedenen Medien häufig im Sinne eines „positiven Rassismus“ konstruierten Bildes der indianischen Kultur entgegenzuwirken, berichtete VERONIKA EDERER (Windisch). Stark generalisierende Schulbuchdarstellungen seien kaum geeignet, das Thema von in der Populärkultur transportierten stereotypen Rollenbildern wie der Disney-Prinzessin Pocahontas zu befreien. Nur selten würden im Museum weibliche Lebenswelten der Natives thematisiert, was auch in der geringen Zahl von indianischen Protagonistinnen in der Populärkultur begründet liege.

Der Vortrag von JASMIN MEIER (Bern) und ANABELLE THURN (Freiburg) vertrat auf der Basis eines Vergleichs deutscher und türkischer Schulbücher die These, dass geschlechtergeschichtliche Schulbuchdarstellungen nicht den fachwissenschaftlichen Forschungsstand, sondern den Stand moderner Genderdiskurse widerspiegelten. Während in türkischen Schulbüchern der regionalgeschichtlich-geographische Zugang mit Blick auf eine nationale Geschichtsschreibung gewählt und Genderdiskurse nicht thematisiert würden, seien es in Deutschland vornehmlich Ideen der Zweiten Frauenbewegungen, die die Geschlechterdarstellungen beeinflussten. Zweck der Beschreibungen antiken Geschlechteralltags sei hier „die Suche nach der Erkenntnis, dass die antike Frau den modernen Ansprüchen nicht genügt habe“.

Wie unterschiedlich Geschlechtsstereotypisierungen und Geschlechterrollen im Medium Film verhandelt werden, stellten der Archäologe TOM STERN (Essen) und der Filmemacher THOMAS TODE (Hamburg) anhand von 22 Filmausschnitten zum Thema Steinzeit dar. Der Produktionszeitraum der Filme von 1912 bis 2004 zeige auf, dass die zeitgenössischen Filmpraxen, Sexsymbole und Moralvorstellungen nicht nur die Darstellung der Vergangenheit prägen, sondern den Produzenten auch die Möglichkeit boten, erotische Begegnungen zwischen den Geschlechtern darzustellen und damit eine „zensurgeeignete Portion Sex in die Kinos zu bringen“.

Mit Geschlecht als performativem doing gender im Bereich Living History setzte sich MICHAELA FENSKE (Göttingen) am Beispiel des Biedermeier-Marktes in Werben an der Elbe[9] auseinander und zeigte, dass Geschlecht auch wesentlich über Kleidung und dem damit implizierten Rollenverständnis konstruiert wird. In Form einer Zeitreise biete sich den Akteurinnen die Möglichkeit, durch gleich- wie auch gegengeschlechtliche Verkleidungen (crossdressing) neue Erfahrungsräume zu erschließen. Gerade das Spannungsfeld zwischen dem politischen Aufbruch des Vormärz und der als romantisch wahrgenommenen Häuslichkeit mit ihrem Rückzug ins Private und einem als entschleunigt wahrgenommenen Alltag scheine dabei einen attraktiven Rahmen für die Performance von Geschlechterrollen zu bieten.

Der Popularisierung historischer Lebenswelten als Performance wandte sich auch IMKE VON HELDEN (Freiburg) mit ihrem Vortrag zur Darstellung der Wikingerzeit im Heavy Metal zu. Die unterschiedlichen Inszenierungen von Männlichkeit auf der Produzenten- wie auf der Rezipientenseite zeige die stark heteronome Prägung des Subgenres Viking Metal. Dabei sei eine doppelte Genderung festzustellen: in der Darstellung von wikingerzeitlichen Geschlechterrollen und in der Selbstpräsentation der Bandmitglieder auf der Bühne sowie in Musik und Songtexten. Die betont aggressive Darstellung von mit Männlichkeit assoziierten Merkmalen wie Stärke und Macht diene dabei der Bestätigung und Reproduktion von Genderstereotypen. Die damit einhergehende Ausgrenzung des Weiblichen lasse sich auch an den Darstellungspraxen der wenigen weiblichen Wikingerbandmitglieder belegen, die sich tendenziell eher dem männlich konnotierten Konzept anpassten.

Eine größere Bandbreite von Geschlechterdarstellungen und -rollen konnte SYLVIA KESPER-BIERMANN (Paderborn) für das Medium Geschichtscomic konstatieren.[10] Während das didaktische Potential von Geschichtscomics für den Schulunterricht zunehmend entdeckt werde, stecke die geschlechtergeschichtliche Analyse der Bildergeschichten noch in den Anfängen. Um der Frage nachzugehen, welche Funktion Geschichte und Geschlecht im Comic übernehmen, schlug Kesper-Biermann eine Typisierung in „Comic, Geschichtsgroteske und Parodie“, „historisierende Comic-Abenteuerimaginationen“, „Comic-Epochalepos“ und „Comic-(Auto)Biografie“ vor. Die Darstellungen von Geschlechterstereotypen, so Kesper-Biermann, variierten innerhalb dieser Gruppen erheblich und reichten von einem konservativ-traditionellen Verständnis bis hin zu komplexeren Genderkonzeptionen.

Die Tagung leistete eine Synthese wichtiger grundlegender Beiträge zur Forschung über die Repräsentation und Verhandlung von Geschlechterrollen in den populären Medien und Genres. Dabei wurde deutlich, dass historische Kontexte meist als Projektionsfolie für aktuelle Genderdiskurse instrumentalisiert werden. Dementsprechend stellten gerade die Gesprächsbeiträge im Rahmen der Abschlussdiskussion nochmals heraus, dass Fragen zum Stellenwert von Geschlechterperspektiven in populären Geschichtsdarstellungen zukünftig stärker im Mittelpunkt akademischer Betrachtungen stehen sollten. Klar wurde auch, dass der Genderdiskurs als Teil der Selbstreflexion der akademischen Geschichtswissenschaften engagierter und theoriegeleiteter fortgeführt werden sollte.

Konferenzübersicht:

Falko Schnicke (Berlin/London): Körper der Geschichte. Vergeschlechtlichung und Sexualisierung geschichtswissenschaftlichen Arbeitens im 19. Jahrhundert.

Martin Nissen (Heidelberg): Populäre Geschichtsschreibung gegendered (1850-1900).

Sabine Lucia Müller (Braunschweig): Romanze als Genre und Modus. Geschlechts- und Geschichtskonstruktionen englischer Tudor-Königinnen.

Doris Lechner / Nina Reusch (Freiburg): Klio in neuen Kleidern. Geschichte in einem gegenderten Genre.

Sylvia Schraut (München): Charlotte Corday und Karl Ludwig Sand – Populäre Repräsentation von Geschlecht und politischer Gewalt im 19. Jahrhundert.

Gintare Malinauskaite (Berlin): Gendered Memories: The Reprasentation of Jewish Masculinity and Femininity in the Lithuanian Holocaust Cinema.

Leonie Treber (Essen): Erbauerin des Sozialismus und Grundsteinlegerin des Wirtschaftswunders. Die Konstruktion diametraler „Trümmerfrauen“-Bilder in den populären Medien von BRD und DDR.

Andre Dechert (Münster): Von der zeitgenössischen Fiktion zur Dokumentation historischer Realität: Gender in US-amerikanischen Sitcoms der späten 1950er-Jahre.

Renée Winter (Wien): Wiederholung, Fortschritt und Dekonstruktion. Repräsentationen von Geschlechterverhältnissen der 1960er-Jahre in „Mad Men“.

Regine Nohejl (Freiburg): Napoleon als Anstoß zum Nachdenken über das „Geschlecht der Nation“. Spuren traditioneller kulturhistorischer Gendersymbolik in aktuellen populären Geschichtsdiskursen in Russland.

Jule Nowoitnick (Heidelberg): Zur Re-Evaluierung etablierter Geschlechterrollen und Geschichtsbilder in populären historischen Romanen. Chinggis Khaan aus weiblicher Perspektive.

Veronika Ederer (Windisch): Zwischen Squaw und Prinzessin – Das historische Bild der indianischen Frau in der Kulturvermittlung.

Jasmin Meier (Bern) / Anabelle Thurn (Freiburg): Römische Hausfrauen und Geschäftsmänner? Geschlecht in deutschen und türkischen Schulbuchdarstellungen der antiken Welt.

Tom Stern (Essen) / Thomas Tode (Hamburg): Sex vor 100.000 Jahren in TV- und Spielfilmen. Zur filmischen Darstellung von Keulenschwingern, Frauenraub und Rollenverhalten in der Steinzeit.

Michaele Fenske (Göttingen): Doing Gender in populären Zeitreisen.

Imke von Helden (Freiburg): Wikinger sucht Walküre – Die Darstellung der Wikingerzeit im Heavy Metal.

Sylvia Kesper-Biermann (Paderborn): Gender im Geschichtscomic.

Anmerkungen:
[1] Leopold von Ranke (Julius Schrader, 1868), Theodor Mommsen (Ludwig Knaus, 1881) und Johann Gustav Droysen (Eduard Bendemann, 1885).
[2] The Ditchley Portrait (Marcus Gheerraerts, 1592).
[3] Queen Mary Tudor of England (Anthonis Mor van Dashorst, 1554).
[4] Leisure Hour. A Family Journal of Instruction and Recreation; Die Gartenlaube – illustriertes Familienblatt.
[5] Ghetto. Regie: Audrius Juzenas. Deutschland, Litauen 2005.
[6] The Adventures of Ozzie And Harriet. Regie: Ozzie Nelson. USA1952-1966; Leave It To Beaver. Regie: Norman Tokar. USA 1957-1963; Father Knows Best. Regie: William D. Russel. USA 1954-1960.
[7] Mad Men. Regisseur: Martin Scorsese. USA 2007
[8] Pamela Sargent, Ruler of the sky. A novel of Geghis Khan, New York 1993; Barbara Goldstein, Der Herrscher des Himmel, Bergisch Gladbach 2006.
[9] Siehe dazu auch: <http://www.werben-elbe.de> (18.01.2012).
[10] Frank Miller, 300, 2006; François Bourgeon / Delia Wüllner-Schulz, Blinde Passagiere, 2009; Jean-Michel Beuriot / Resel Rebiersch / Philippe Richelle, Der letzte Frühling. (Unter dem Hakenkreuz, 01.), 2009; Nicolas Jarry (Hrsg.), Der tönerne Thron, 2010; Barbara Yelin / Peer Meter, Gift. 2010; Emmanuel Guibert / Joann Sfar, Die Tochter des Professors, 2010; Hubert, Fräulein Rühr-Mich-Nicht-An, 2010.

Zitation
Tagungsbericht: Geschlecht und Geschichte in populären Medien, 01.12.2011 – 03.12.2011 Freiburg im Breisgau, in: H-Soz-Kult, 16.02.2012, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-4069>.