Sächsisch-tschechische Beziehungen im Wandel der Zeit – eine Bestandsaufnahme

Ort
Plauen
Veranstalter
Sächsisch-Tschechische Hochschulinitiative (STHI) / Professur für Europäische Regionalgeschichte / Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, Technische Universität Chemnitz
Datum
16.02.2012 - 18.02.2012
Von
Constantin Eckner/Martin Munke, Institut für Europäische Geschichte, TU Chemnitz

Die historische Forschung hat für Sachsen und Tschechien in den vergangenen Jahren vielfach und nutzbringend eine dezidiert transnationale bzw. transregionale, grenzüberschreitende Perspektive eingenommen.[1] In diesen Kontext lässt sich auch eine Konferenz einordnen, die von MILOŠ ŘEZNÍK und FRANK-LOTHAR KROLL (beide Chemnitz) konzipiert wurde und eine „Bestandsaufnahme“ der sächsisch-tschechischen bzw. sächsisch-böhmischen Beziehungen in verschiedenen historischen Epochen seit dem Mittelalter anstrebte. Die Tagung war mit Wissenschaftlern aus Deutschland, Tschechien und Polen international besetzt. Sie bildete zugleich den Abschluss einer Reihe interdisziplinärer Fachkonferenzen der Chemnitzer „Sächsisch-Tschechischen Hochschulinitiative“ (STHI), die aus Mitteln des Ziel 3-/Cíl 3-Programms des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert wird. Bereits im Rahmen der ebenfalls EU-geförderten STHI-Vorgängerprojekte „Sächsisch-Tschechisches Hochschulzentrum“ (STHZ) und „Sächsisch-Tschechisches Hochschulkolleg“ (STHK) hatten geschichtswissenschaftliche Symposien stattgefunden[2], an die die jetzige Tagung anknüpfen konnte.

Eine erste Sektion befasste sich mit Phänomenen des Spätmittelalters und der Frühneuzeit. TÁNA NEJEZCHLEBOVÁ gab in ihrem geneinsam mit MICHAELA HRUBÁ und MICHAELA OTTOVÁ (alle Ústí nad Labem) konzipierten Beitrag einen Einblick in die aktuellen Forschungen zur so genannten sächsischen Renaissance in Böhmen. Das Hauptaugenmerk liegt bei dieser Betrachtung auf dem Erzgebirgsraum mit seiner inneren sozialen Struktur. Der sächsische Adel erwarb Grund und Boden im schwach besiedelten böhmischen Grenzraum. Infolge dessen wurde der architektonische Stil der sächsischen Renaissance durch Bauherren, die etwa von der Familie von Bünau beauftragt wurden, auch in Böhmen verbreitet. Anhand von Bauwerken wie der Kirche des Heiligen Florian in Ústí nad Labem könne man in Verbindung mit Archivforschung und dreidimensionalen Rekonstruktionen diesen Einfluss nachweisen.

Perspektiven adeliger Herrschaftspraxis in der Frühneuzeit zeigte MARTINA SCHATTKOWSKY (Dresden) auf. Als Beispiel diente ihr Günther von Bünau (1604-1659), der nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 seine böhmischen Besitzungen aufgeben musste und das sächsische Gut Pillnitz erhielt. Kategorien wie Prestigewahrung und Existenzsicherung bildeten den Rahmen seiner Herrschaftspraxis. Der in der Forschung lange betonte scharfe Gegensatz von Gutsherrschaft in Böhmen und Grundherrschaft in Sachsen müsse differenziert werden, auch wenn gewisse strukturelle Unterschiede nicht zu leugnen seien: So waren in Böhmen zwischen Krone und Untertanen die aristokratischen Mediatgewalten mit eigenen bürokratischen Apparaten eingeschaltet, während in Kursachsen ein Kontakt der Untertanen zu den lokalen Herrschaftsvertretern der Fürsten leichter möglich war. Die mit der Gutsherrschaft verbundene Möglichkeit zur herrschaftlichen Willkür sei jedoch auch in Sachsen nachweisbar, wie das Gebaren des Vorbesitzers von Gut Pillnitz, Joachim von Loß, zeige. Günther von Bünau hingegen hatte für eine Verringerung der bäuerlichen Lasten gesorgt. Ob er auch in seinen böhmischen Besitzungen ein ähnliches Vorgehen praktizierte, müssten zukünftige Forschungen belegen.

Historische Phänomene des 19. und 20. Jahrhunderts wurden in der folgenden Sektion diskutiert, die quantitativ den Schwerpunkt der Konferenz darstellte. SILKE MARBURG (Dresden) präsentierte Forschungstendenzen der modernen Adelsgeschichte. Die Historiografie sei lange von einer starken regionalen Fokussierung sowie der Suche nach typischen Elementen von Adligkeit und damit der Konstruktion einer „Kerngruppe“ der ländlichen Großgrundbesitzer geprägt gewesen. Mit dem Übergang zur Moderne und dem damit einhergehenden Bedeutungsverlust des Adels habe sich jedoch eine wachsende Breite an Lebensentwürfen ergeben, so dass heute stärker die verschiedenen Varianten von Adligkeit betont würden. Der niedere Adel bleibe dabei trotz mancher wichtiger Ansätze noch weitgehend unerforscht.

Über die böhmische Einwanderung nach Sachsen im 19. Jahrhundert referierte LUTZ VOGEL (Dresden). Er stellte die Ergebnisse seiner Dissertation vor, die vor allem auf Zahlenmaterial wie der Zählung der österreichischen Staatsbürger von 1857 fußt. Außerdem wurden zur gleichen Zeit Erhebungen über Ausländer in Sachsen durchgeführt. Die Auswertung lässt laut Vogel auf breite Facetten der Einwanderung schließen. Viele Emigranten waren Saisonarbeiter in der Landwirtschaft oder in den neuen Fabriken sowie Tagelöhner und Wanderhändler, sodass es sich in der Hauptsache um Arbeitsmigration handelte. Knapp die Hälfte der Einwanderer aus den Gebieten der Habsburgermonarchie arbeitete im Textilgewerbe. Sie suchten in Sachsen entweder einen neuen Absatzmarkt oder neue Beschäftigungsmöglichkeiten. Für Vogel war die transregionale Mobilität ein Massenphänomen des 19. Jahrhunderts.

MARTIN MUNKE (Chemnitz) beleuchtete die sächsisch-böhmischen Beziehungen im 19. Jahrhundert anhand von Reiseberichten. Diese Quellengattung hat in der Forschung in den letzten dreißig Jahren an Bedeutung gewonnen. Für den konkreten Fall wurden in den Berichten des Öfteren Vergleiche zwischen Sachsen und Böhmen gezogen. Es existieren etwa zahlreiche Niederschriften, in denen Gegenüberstellungen zwischen Prag und Dresden zu finden sind. Solche Berichte wurden hauptsächlich von Angehörigen des protestantischen Bildungsbürgertums verfasst. Weiterhin sind Schriftzeugnisse von tschechischen Oppositionellen überliefert, die Sachsen als sicheren Rückzugsort nutzten. Infolge der Vertiefung nationaler Unterschiede zur Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich die gegenseitige Wahrnehmung, was sich etwa am Beispiel des Charakters der sächsisch-böhmischen Grenze zeigt.

Sächsisch-tschechische Transferprozesse auf kulturelle Ebene wurden von MARKÉTA TAUTRMANOVÁ (Teplice) am Beispiel des Dresdener Hoftheaters und des Prager Ständetheaters behandelt. Verbindungen bestanden besonders in personeller Hinsicht. So war Carl Maria von Weber vor seiner Dresdener Zeit in Prag tätig, der „Freischütz“ wurde dort sogar eher als in Sachsen aufgeführt. Besonders enge Kontakte lassen sich für das Umfeld der Revolution von 1848/49 in der Zusammenarbeit der Komponisten und Dirigenten Richard Wagner und August Röckel von Dresdener sowie Johann Friedrich (Jan Bedřich) Kittl von Prager Seite nachweisen. Dabei wurde immer wieder der politische Inhalt der Operntexte deutlich, die häufig von Zensur betroffen waren. Zu Beginn der zweiten Jahrhunderthälfte war es František Škroup als Kapellmeister am Ständetheater, der Wagners Werke in Böhmen weiter popularisierte.

ANNA HABÁNOVÁ (Liberec) reflektierte daran anschließend die Kontakte sächsischer und böhmischer bildender Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Hier wurden besonders die regelmäßigen Kunstausstellungen in Dresden als Darstellungsplattform genutzt. Umgekehrt fand 1911 eine Ausstellung von Kunstwerken aus Dresden in Brno/Brünn statt. Deutschsprachige böhmische Kunststudenten nutzten die sächsische Hauptstadt als Studienort, auch wenn zunächst Wien und später Prag hier höhere Bedeutung hatten. Die politische Instrumentalisierung von Kunst zeigt sich in der Betrachtung der vom Bildhauer Johannes Watzal konzipierten „Sudetendeutschen Kunstausstellung", die ab 1937 unter anderem in Dresden, Liberec/Reichenberg und Wrocław/Breslau zu sehen war und parallel zur ersten „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München stattfand.

Die Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojektes zur Geschichte des Uranabbaus im sächsisch-böhmischen Grenzraum fasste RUDOLF BOCH (Chemnitz) zusammen. Im Zuge der atomaren Aufrüstung rückte der Erzgebirgsraum in den Fokus der sowjetischen Besatzungsmacht. Auf der tschechoslowakischen Seite wurde Erz in Jáchymov abgebaut. Vergleichbare Vorkommen existierten auch auf deutscher Seite. Hierzu wurde die Wismut AG gegründet und rekrutierte in den ersten Jahren des Bestehens hauptsächlich Zwangsarbeiter. Während sich die Wismut AG in den fünfziger Jahren zu einem „normalen“ Betrieb mit einer Stammbelegschaft entwickelte, blieb das Zwangsarbeiterregime auf tschechoslowakischer Seite länger bestehen. Zugleich überstieg die ostdeutsche Uranförderung die ihrer Nachbarn deutlich. Dass die Sowjetunion im atomaren Wettlauf mit den USA in der frühen Nachkriegszeit gleichzog, basierte vor allem auf der Uranförderung der Wismut AG.

Möglichkeiten des didaktischen Umgangs mit Geschichte allgemein und der deutsch-tschechischen Vergangenheit im Besonderen stellte ONDŘEJ MATĚJKA (Prag) am Beispiel der Organisation „Antikomplex“ vor. Er verdeutlichte die Herausforderungen einer historischen Bildungsarbeit in strukturschwachen Regionen wie denen an der sächsisch-tschechischen Grenze, in denen die Bevölkerung aufgrund des Flucht-, Vertreibungs- und Neuansiedlungsgeschehens nach dem Zweiten Weltkrieg kaum einen Bezug zur Vergangenheit ihrer Heimat aufweist. Andererseits erweist sich diese Ausgangslage auch als gewisser Vorteil, da alte deutsch-tschechische Vorurteile nicht mehr weiter tradiert werden und ein „nationales Narrativ“ in den Schulen beiderseits der Grenze fehlt. In unterschiedlichen Projekten wie dem Besuch von nahezu vergessenen Erinnerungsorten soll Schülern gezeigt werden, dass sie von „Geschichte“ persönlich betroffen sind. An punktuellen Beispielen wie dem Schicksal einzelner Gebäude wird so auf die „große Geschichte“ verwiesen.

Die archivalischen Grundlagen der historischen Forschung wurden von MARIE RYANTOVÁ (České Budějovice) und KAREL HALLA (Cheb) thematisiert. Ryantová stellte die Zusammenarbeit tschechischer und sächsischer Archivare vor. Seit 2001 fanden im Rahmen des Sächsischen Archivtags drei sächsisch-böhmische Archivarstreffen statt, 2010 folgte das erste Treffen auf tschechischem Boden in Děčín/Tetschen. Eine Kooperation findet etwa bei der Vorbereitung historischer Ausstellungen, der Herausgabe von Quelleneditionen und bei Digitalisationsprojekten statt. Halla stellte die Bestände des Staatlichen Kreisarchivs Cheb/Eger, einer Außenstelle des Staatlichen Gebietsarchivs Plzeň/Pilsen vor, zu denen eine umfangreiche deutschsprachige Bibliothek gehört. In Zusammenarbeit mit sächsischen, vor allem aber bayerischen Einrichtungen wurden hier in den vergangenen Jahre eine Reihe von Digitalisationsvorhaben angestoßen. Darüber hinaus ist das Archiv – gemeinsam mit dem Verein „Dialog mit Böhmen e. V.“ (Greiz), der Chemnitzer Professur für Europäische Regionalgeschichte und dem Verein „Antikomplex“ – an einem Ziel 3-/Cíl 3-Projekt zum Thema „Grenzüberschreitungen – Neue Wege von Land zu Land“ beteiligt, das mit umfangreichen Forschungsarbeiten und Bildungsangeboten einen Beitrag zur verstärkten Identitätsbildung in der sächsisch-tschechischen Grenzregion leisten soll.

Eine letzte Sektion befasste sich mit der Oberlausitz als Region zwischen Sachsen und Böhmen. GEORGE INDRUSZEWSKI (Warschau / Leipzig) stellte in seinem Vortrag am Beispiel dieser Region eine Methode der Rekonstruktion einer historischen Landschaft vor. Da hier für das Frühmittelalter weitestgehend keine schriftlichen Quellen existieren, wurde eine Rekonstruktion des Kulturraums anhand von Ausgrabungen und geologischen Gegebenheiten versucht. Nach der Unterwerfung der Sorben durch König Heinrich I. errichtete der westslawische Stamm der Milzener Burgen, die noch heute in der Landschaft beiderseits der Neiße erkennbar sind. Eine Forschergruppe nahm Kartierungen der frühmittelalterlichen Burgwälle vor und analysierte die Korridore der Kommunikation wie Wasser- und Landwege. Zugleich wurde der Versuch unternommen, anhand von Scherben und Schatzfunden den Alltag der Bevölkerung um das Jahr 1000 nachzuvollziehen.

PETR KALETA (Prag) untersuchte die tschechisch-sorbischen Beziehungen im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Kontakte fanden zunächst hauptsächlich über die gemeinsame Zugehörigkeit zum Katholizismus statt. Das „Lausitzer Seminar“ in Prag diente der Priesterausbildung für sorbische Geistliche. Gleichzeitig bildete das Seminar eine „Keimzelle des sorbischen Nationalbewusstseins“. Der zweiten Grundpfeiler der Beziehungen war das wissenschaftliche Interesse an der sorbischen Sprache, das im 20. Jahrhundert zur Ausdifferenzierung der Sorabistik als disziplinenübergreifendem Fach führte. Ein wichtiger Protagonist dieser Entwicklung war etwa der als Slawistikprofessor in Prag tätige Adolf Černý.

Die Lausitz im polnischen und tschechischen politischen Diskurs im 20. Jahrhundert war das Vortragsthema von EWELINA WANAT (Chemnitz). Sie konzentrierte sich dabei auf die Autonomiebestrebungen des sorbischen Bevölkerungsteils der Lausitz. Aufmerksamkeit erfuhren die sorbischen Unabhängigkeitsbemühungen beispielsweise bei der Konferenz von Versailles nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, wobei allerdings im Ergebnis die sorbische Frage als innerdeutsches Problem angesehen wurde. Sowohl polnische wie auch tschechoslowakische Regierungen sagten den sorbischen Aktivisten in der Zwischen- und Nachkriegszeit Unterstützung zu, wenngleich die nichtsorbische Bevölkerung der Lausitz keine Rolle zu spielen schien. Schlussendlich beendete die Integration in den Ostblock die Diskussionen um eine sorbische Autonomie und die Lausitz verblieb auf dem Gebiet der DDR.

Es gelang der Tagung, aktuelle Themen und Methoden der historischen Forschung zu den sächsisch-tschechischen Beziehungen aufzuzeigen. Dabei dominierten moderne, kulturwissenschaftlich orientierte Herangehensweisen. Als eminenter Bestandteil einer Beziehungshistoriografie erwies sich der historische Vergleich. Der oft behauptete Gegensatz beider Herangehensweisen konnte auf der Konferenz überzeugend widerlegt werden, wie Tagungsleiter Miloš Řezník feststellte. In der Diskussion wurden zudem die Zusammenhänge der verschiedenen historischen Teildisziplinen untereinander deutlich, die einander wirksam befruchten können. Die titelgebende „Bestandsaufnahme“ bezog sich insgesamt also eher auf die theoretischen und methodischen Grundlagen der Forschung, weniger auf eine rein faktenbasierte Gesamtdarstellung. Gleichwohl wurden besonders für das 19. und 20. Jahrhundert auch diesbezüglich zahlreiche interessante Perspektiven aufgezeigt.

Konferenzübersicht:

Frank-Lothar Kroll / Miloš Řezník (TU Chemnitz): Begrüßung und Einführung in das Tagungsthema

Tána Nejezchlebová (Ústí nad Labem): Kulturtransfer im böhmisch-sächsischen Grenzraum im Spätmittelalter und der Frühneuzeit. Aktuelle Forschungen zur sog. „sächsischen Renaissance“ in Böhmen

Martina Schattkowsky (Dresden): Adlige Herrschaftspraxis in Sachsen und Böhmen in der Frühneuzeit

Silke Marburg (Dresden): Adel in Sachsen und Böhmen. Stand und Perspektiven der Erforschung

Lutz Vogel (Dresden): Böhmische Einwanderung in Sachsen im 19. Jahrhundert

Martin Munke (Chemnitz): Sächsisch-böhmische Beziehungen im Spiegel deutschsprachiger Reiseberichte des 19. Jahrhunderts

Markéta Tautrmanová (Teplice): Kulturelle Kontakte zwischen dem Prager Ständetheater und Dresdner Hotheater um Mitte des 19. Jahrhunderts

Anna Habánová (Liberec): Die Sudetendeutsche Kunstausstellung Reichenberg – Dresden (1937-1938)

Rudolf Boch (Chemnitz): Wismut – Ergebnisse des Forschungsprojektes zur Geschichte des Uranabbaus im sächsisch-böhmischen Grenzraum

Marie Ryantová (České Budějovice): Die Zusammenarbeit der tschechischen und sächsischen Archive

Karel Halla (Cheb): Die Bestände des Staatsarchivs Cheb

George Indruszewski (Warschau / Leipzig): Die Oberlausitz als historische Landschaft / mental landscape

Petr Kaleta (Prag): Tschechisch-sorbische Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert

Ewelina Wanat (Chemnitz): Die Lausitz im polnischen und tschechischen politischen Diskurs im 20. Jahrhundert

Ondřej Matějka (Prag): Historisch-didaktische Arbeit im tschechisch-sächsischen Grenzraum – Aktivitäten des Vereins „Antikomplex“

Anmerkungen:
[1] Vgl. etwa die Bände Martina Schattkowsky (Hrsg.), Die Familie von Bünau. Adelsherrschaften in Sachsen und Böhmen vom Mittelalter bis zur Neuzeit, Leipzig 2008 und Miloš Řezník/Katja Rosenbaum (Hrsg.), DDR und ČS(S)R, 1949-1989. Eine Beziehungsgeschichte am Anfang, München 2012 (im Erscheinen), um nur zwei Beispiele aus unterschiedlichen historischen Epochen zu nennen.
[2] Vgl. dazu die Tagungsbände Miloš Řezník (Hrsg.), Grenzraum und Transfer. Perspektiven der Geschichtswissenschaft in Sachsen und Tschechien, Berlin 2007 und Oliver Benjamin Hemmerle/Ulrike Brummert (Hrsg.), Zäsuren und Kontinuitäten im Schatten Napoleons. Eine Annäherung an die Gebiete des heutigen Sachsen und Tschechien zwischen 1805/06 und 1813, Hamburg 2010. Auch für die jetzige Konferenz ist die Publikation eines Tagungsbandes in der Reihe „Chemnitzer Europastudien“ vorgesehen.

Zitation
Tagungsbericht: Sächsisch-tschechische Beziehungen im Wandel der Zeit – eine Bestandsaufnahme, 16.02.2012 – 18.02.2012 Plauen, in: H-Soz-Kult, 15.03.2012, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-4146>.