In Bewegung. Neue Geschichten der Umweltbewegungen

Ort
München
Veranstalter
Frank Uekötter / Jan-Henrik Meyer, Rachel Carson Center for Environment and Society München
Datum
01.03.2012 - 03.03.2012
Von
Sarah Waltenberger, Rachel Carson Center for Environment and Society München

Mehr denn je ist offen, wie wir die Geschichte der neuzeitlichen Umweltbewegungen schreiben sollen. Der vom Rachel Carson Center veranstaltete Workshop setzte sich daher zum Ziel, eine Art Zwischenbilanz und eine Gelegenheit zur offenen Diskussion von Forschungsproblemen und -desideraten anzubieten. Als Referent/innen waren vor allem Doktorand/innen geladen, sodass die Veranstaltung zugleich als Nachwuchstreffen des Rachel Carson Centers fungierte.

Nach einer kurzen Begrüßung und der Vorstellung des Rachel Carson Centers durch Christof Mauch verdeutlichte Jan-Henrik Meyer in seiner Einführung die Herausforderungen einer neuen Geschichte der Umweltbewegungen. Neben neuen Themen auf der Ebene der Ideen, der Akteure und der Strukturen forderte er zur Offenheit für neue Themendefinitionen, Perspektiven und Untersuchungsansätze auf. Als besonders gewinnbringend betrachtete Meyer die Neudefinition von Themen unter Einbeziehung nichtökologischer, zum Beispiel wirtschaftlicher oder sicherheitsparadigmatischer, Aspekte. Bei der Konzeptionalisierung der Umweltbewegung plädierte er für eine Auseinandersetzung mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen. So stelle sich die Frage, ob und in welchen Fällen sich Umweltbewegungen am angemessensten als Interessengruppe, als Organisation, als (neue) soziale Bewegung sowie als Teil der Zivilgesellschaft begreifen und untersuchen ließen.

In der ersten Sektion „Internationale Netzwerke“ schilderte ANNA-KATHARINA WÖBSE (Genf) ihr Vorhaben, gemeinsam mit Matthias Schulz und François Walter eine Geschichte der Global Environmental Governance zu schreiben. Im Zentrum der Untersuchung steht der Zeitraum von 1945-1975, der sich durch die Verbindung von Umwelt und Wirtschaft, aber auch Ressourcen und Naturschutz auszeichnet. Der Terminus „Global Environmental Governance“ dient hier als offener Operationsbegriff, der die heterogene Montage veränderter Muster von Einzelpersonen, privaten und öffentlichen Institutionen widerspiegelt. Anhand einer Strukturanalyse der vier UN-Organisationen UNESCO, FAO, ECOSOC und WHO soll eine Umweltgeschichte aus transnationaler Perspektive geschrieben werden. Neben einer Behandlung der einzelnen Themen stellt sie auch die Frage nach den Akteuren und ihrer Vernetzung. In ihrer Untersuchung bilden vor allem Bild- und Filmquellen einen Schwerpunkt.

Im zweiten Vortrag dieser Sektion stellte JAN-HENRIK MEYER (Aarhus) seine Forschung zum Europäischen Umweltbüro (EEB) und der europäischen Zusammenarbeit von Umweltgruppen in den 1970er-Jahren vor. Meyer verwendete hier „Knoten“ als Metapher eines Verdichtungspunkts im Netz der Beziehungen von Umweltgruppen und europäischen Institutionen. Dabei stellte er die Frage nach den Folgen der Etablierung einer EG-Umweltpolitik für die Umweltverbände. Trotz seiner eher zufälligen Gründung 1974 habe sich das EEB rasch zu einer Art offiziösem Verband entwickelt, der sehr enge Beziehungen zur EG-Kommission pflegte und auch finanziell stark von dieser profitierte. Abschließend bezog er seine Erkenntnisse auf die Diskussion der Geschichte der Umweltbewegungen insgesamt.

Die Sektion „Wege ins ökologische Zeitalter“ eröffnete JANA PIŇOSOVÁ (Bonn), die ihr Dissertationsprojekt „Die Geschichte der Naturschutzbewegung in der Tschechoslowakischen Republik 1918-1938“ vorstellte. Ihr Ziel ist es, die Akteure und ihre Naturvorstellungen herauszuarbeiten, um die Naturschutzbewegung näher definieren und einordnen zu können. Dabei stehen folgende Fragen im Zentrum: Inwiefern schlug sich die Gründung der Republik in Konzepten und Aktivitäten der Naturschutzbewegung nieder? Welche anderen Faktoren beförderten oder behinderten die Naturschutzbewegung ihre Ziele umzusetzen? Piňosovás These nach leistete die Naturschutzbewegung einen bedeutenden Beitrag zum Aufbau der Republik. Sie begründete diese Annahme vor allem im Hinblick auf die Akteure, die aus der bürgerlichen Schicht stammend maßgeblich den neuen Staat mitgestalteten. Gleichzeitig beobachtete Piňosová, dass die Naturschutzbewegung in nationale Lager getrennt war.

THORSTEN SCHULZ (Köln) widmete seine Ausführungen der Integrations-Maxime des NATO-CCMS (Committee on the Challenges of Modern Society) von 1969. Seiner These nach ist diese ein Ergebnis amerikanischer und europäischer Umweltplaner, die hiermit soziale Unruhe zu entschärfen versuchten. Dabei sei insbesondere die Wechselwirkung von Staat und Gesellschaft augenfällig, da sowohl eine soziale als auch politische Stoßrichtung vorgeben war: Der NATO sollte ein positives Image verschafft werden, während die Akteure für das neue politische Gremium argumentierten. Eine weitere Problematik war das Fehlen qualifizierten Personals. Daher galt die Einbindung umweltinteressierter Gruppen als Ziel. Nach Schulz versuchte sich die CCMS über das Argument der NATO-Stabilität und der Umweltbewegung ein neues Handlungsfeld zu erschließen. Innerhalb der NATO-Debatte spielte demnach die Umweltbewegung als zentrales Argument gesellschaftspolitischer und sozialer Sicherheit eine ausschlaggebende Rolle.

MICHAEL SCHÜRING (München) befasste sich in seinem Beitrag mit dem Zusammenhang von kirchlicher Zeitgeschichte und Umweltbewegungsgeschichte. Er erläuterte, wie sehr die Umweltbewegung mit religiösen Bildern, apokalyptischen Erwartungshorizonten, Verzichtsaufrufen und einem verwandten Bekenntniseifer arbeitet, während den Kirchen eine bedeutende Rolle als Resonanzräume gesellschaftlicher Diskussionen zugeschrieben werden müsse. Dessen ungeachtet seien die Kirchen in der Geschichte der Umweltbewegung nicht präsent. Seine These: Verantwortlich dafür sei neben der fortlaufenden Säkularisierung vor allem das Weltbild der Wissenschaftler, die überwiegend religionsfern sozialisiert seien. Zudem gelte religiöse Sinnstiftung heute als privatisiert und pluralisiert. Besonders im Hinblick auf die AKW-Bewegung bestehe jedoch ein großer Erkenntnisgewinn. Schüring vermutet eine Art Ersatzhandlung vor dem Hintergrund der Kritik an der Untätigkeit der Amtskirche während der NS-Zeit als Ausgangspunkt des kirchlichen Umweltengagements.

Die Sektion „Verflechtungen und Transferprozesse“ eröffnete KARENA KALMBACH (Florenz), die in ihrer Dissertation eine vergleichende Analyse der Debatte um Tschernobyl in Frankreich, Italien und Großbritannien unternimmt. Hierfür untersucht sie die jeweiligen Akteure und die Rahmenbedingungen ihrer Wahrnehmung. Kalmbach unterscheidet drei Vergleichskategorien: erstens die Selbstbetroffenheit, also die Perzeption als lokales Ereignis bzw. die Übertragung des Unfalls auf die eigene Atompolitik. Zweitens analysiert sie mit Hilfe der konkurrierenden Narrative Apokalypse vs. Radiophobie die prägende Vorstellungswelt der jeweiligen Berichterstattung. Mittels der dritten Kategorie der Solidaritätsbewegung möchte sie die Frage der Opferwahrnehmung bestimmen und klären, ob es sich dabei um einen Ausdruck externalisierter oder internalisierter Ängste handelt.

ASTRID M. KIRCHHOF (Berlin) betrachtete ebenfalls transnationale Verflechtungen, indem sie auf den Ideentransfer zwischen der australischen und deutschen Umweltbewegung hinwies. Neben den einzelnen Institutionen und Persönlichkeiten möchte sie auch genderspezifische Aktionsmuster berücksichtigen. Trotz der offensichtlichen Unterschiede, die durch die geographischen und demographischen Gegebenheiten bestehen, zeigte Kirchhof thematische Parallelen und eine intensive Vernetzung auf, die sich in einem Transfer von Symbolen, Begrifflichkeiten und Ideen niederschlug. Insbesondere der Kontakt der australischen Ärztin und Atomaktivistin Helen Caldicott mit Petra Kelly diente ihr als Nachweis für den wechselseitigen Austausch. Vor allem Kellys Bezugnahme auf die australische „Green ban“-Bewegung beschrieb Kirchhof als Schlüsselmoment: Die Idee „Grün“ sei hiermit nach Deutschland importiert worden.

Die nächste Sektion setzte ihren Fokus auf die „deutsch-deutschen Umweltbewegungen“. TILMANN GRABBE (Marburg) stellte hierzu sein Promotionsprojekt einer Wissensgeschichte über Umwelt in der Bundesrepublik der 1980er-Jahre vor. Der Siegeszug des Ökologie-Begriffs zur Wissenschaft mit holistischem Anspruch galt ihm als Ausgangspunkt seiner Kernthese, dass Umwelt ab circa 1970 ökologisch gedacht worden sei. Demnach resultiere das Wissen über Umwelt überwiegend aus systematisch-kybernetischen und ökologischen Denkschemata, deren Ausgangspunkt eine generelle Ausbreitung des wissenschaftlich-mathematischen Denkens sei. Dass die naturwissenschaftliche Deutungshoheit realitätsstiftend sei, will Grabbe mit einer Analyse von Sachbüchern und Belletristik nachweisen. Sein Ziel ist es, der Konstituierung von Umweltwissen auf den Grund zu gehen und dieses zu historisieren.

CHRISTIAN MÖLLER (Bielefeld) gewährte durch die Präsentation seines Dissertationsvorhabens einen Einblick in die Narrative der DDR-Umweltbewegung. Mittels der Auswertung von Bürgereingaben an das Umweltministerium als wichtiges Beschwerdeinstrument untersucht er Problemwahrnehmung und umweltorientiertes Handeln in der DDR. Möller will damit die Wechselbeziehungen von Umweltbelastung, Wahrnehmung und Handlungspraxis sowie das Funktionieren von Umweltschutz unter einer Diktatur aufzeigen. Die bisher dominierende westliche Sicht soll durch eine Quellenbasis, die die Akteure zu Wort kommen lässt, durchbrochen werden. Ebenso will er eine Lücke der Umweltgeschichte schließen, die die DDR häufig unter Verweis auf die besonderen Bedingungen ausklammert.

Zur Sektion „Bewegungsgeschichte im Internet“ stellte FRANK UEKÖTTER (München) sein Onlineprojekt „Ökologische Erinnerungsorte“[1] vor. Obwohl er mit dem Nora'schen Begriff operiert, verwies er auf die Besonderheit ökologischer „Orte“, da hier die emotionale und historische Dimension häufig erst offengelegt werden müsse. Ausgehend von aktuellen Umweltdebatten beabsichtigt Uekötter die Ereignisse, die sich um einen bestimmten Mythos ranken, einem breiten, ökologisch interessierten Publikum aufzuzeigen. Die Internetpublikation erlaube zudem im Gegensatz zum klassischen Sammelband ein flexibleres und tastendes Vorgehen, da zum jeweiligen Thema die Erinnerungslandschaft oft erst noch erschlossen werden müsse. Zeitzeugenberichte, Leserkommentare und die Abstimmungsmöglichkeit, ob es sich bei dem beschriebenen Gegenstand wirklich um einen Erinnerungsort handelt, sollen dem Projekt den affirmativen Charakter nehmen.

In der Sektion „Umweltbewegungen international: Ziele und Ideen“ diskutierte TILMANN DISSELHOFF (Berlin) die Bedeutung der nicht-hoheitlichen Flächensicherung im Naturschutz in internationaler Perspektive. Obwohl die Praxis des privatrechtlichen Flächenerwerbs zur Durchsetzung bestimmter Schutzanliegen im Naturschutz von Beginn an ihre Anwendung fand, taucht dies bisher in deren Geschichte nicht auf. Disselhoff will die Bedeutung dieser Maßnahmen ergründen: Wie umfangreich waren die Ressourcen, wie veränderte sich die Position der Akteure und welches Selbstverständnis zeigte der Naturschutz in seiner Funktion als Wirtschafter? Ebenso analysiert er die Folgen dieser Ausdifferenzierung. Als Untersuchungsgegenstand dient ihm die US-amerikanische land-trust-Bewegung. Deren enormes Wachstum in den letzten 20 Jahren veranlasste ihn zu der These, dass auch in Europa die Bedeutung des nicht-hoheitlichen Flächenerwerbs in Zukunft zunehmen und zu einer spezifischen Organisationsbildung führen werde.

TIM WARNEKE (Heidelberg) zeigte in seiner Präsentation das Verhältnis von Kritik und Metaphysik im Denken der Alternativbewegungen auf. Seiner Ansicht nach seien nicht nur rein pragmatische Beweggründe zu finden, vielmehr scheinen die einzelnen Utopien vor allem durch das Motiv der Suche nach der „guten Ordnung“ geprägt worden zu sein. Ob nun die jeweilige Gesellschaftskritik auf eine Veränderung des Status quo oder eine grundlegende Umgestaltung abzielte, stets bedurfte es Bezugspunkte außerhalb der Gesellschaft. Dabei verwies Warneke auf den Umstand, dass Utopien wesentlich von metaphysischen Elementen geprägt seien. Demnach habe die Utopie der Umweltbewegung darauf gezielt, eine humanistische Idealgesellschaft zu errichten, die verbindliche Richtlinien und die Wiederherstellung eines klar geordneten Kosmos anstrebte.

In der darauffolgenden Sektion „Umweltbewegungen international: Akteure und Politik“ stellte KEVIN NIEBAUER (Berlin) seine Masterarbeit zur Ideenwelt und den Handlungsstrategien José Lutzenbergers vor. Niebauer betonte die transnationalen Prozesse, die aus der Biographie der brasilianischen Umweltikone ersichtlich werden. Besonders die Frage seiner Deutung steht hierbei im Mittelpunkt des Interesses: Lutzenberger als Umweltaktivist, als grünes Gewissen des Amazonas oder gar als Repräsentant des Südens, wo man sonst so gar nichts von Umweltschutz zu erkennen glaubte? Niebauer stellt dieser europäischen Verklärung die Frage gegenüber, ob es sich hier nicht um eine Rekonstruktion der Geschichte auf Akteursebene handelt. Was auf den ersten Blick als Erfolgsgeschichte anmutet, offenbare sich durch den internationalen Vergleich der Lesarten seiner Person letztlich als Symbolik.

RAFFAEL FISCHER (Luzern) beleuchtet in seiner Dissertation den Umgang der Politik mit Natur- und Umweltschutz am Beispiel der Schweiz im Zeitraum von 1947-2007. Im Fokus steht bei ihm die Frage, wie mit der Umweltthematik Politik betrieben wird. Fischer gliedert seine Untersuchung in drei Epochen und ordnet ihnen charakteristische Themen zu: erstens der Naturschutz 1947-1967 mit seiner Opposition gegen Wasserkraftwerke und Gewässerschutz, zweitens die Umweltbewegung der 1970er- und 1980er-Jahre mit dem Schwerpunkt der Anti-AKW-Bewegung und der Kritik an exzessivem Straßenbau und drittens der Weg zur Nachhaltigkeit ab 1991 mit Fragen der Gentechnik, dem Biolandbau, dem Klimawandel und der Energiepolitik. Dabei sollen vor allem die einzelnen Akteure, ihre Motive und der Weg ihrer Themen in die Politik untersucht werden. Um die Akteursebene ausreichend zu berücksichtigen, entschied sich Fischer, sein Vorhaben als Oral-History-Projekt anzulegen.

Abschließend widmeten sich RICHARD HÖLZL (Göttingen) und UTE HASENÖHRL (Berlin) der Frage: „Wie schreibt man heute die Geschichte eines Umweltverbands?“ Ihr Vortrag bezog sich auf das zusammen mit Frank Uekötter geplante Buchprojekt zum 100-jährigen Jubiläum des Bund Naturschutz in Bayern. Ziel ist es, die Geschichte des Naturschutzes in Bayern unter besonderer Berücksichtigung des BN umwelthistorisch aufzuarbeiten. Einleitend wird Uekötter die Befunde des Projekts im deutschen und internationalen Rahmen diskutieren. Hölzls und Hasenöhrls Beiträge, die sich in Vor- und Nachkriegszeit gliedern, sind als kontextualisierte Organisationsgeschichten angelegt. Im Anschluss sollen die zentralen Ergebnisse auf ihre Bedeutung für die aktuelle Vereins- und Naturschutzarbeit des BN überprüft werden. Die Autoren streben eine Vereinsgeschichte an, die drei miteinander verflochtene Blickwinkel analysiert: zum einen die Organisation selbst, ihren Aufbau, ihre Trägerschichten und zentrale Einzelpersönlichkeiten sowie ihre Einbettung in institutionelle Netzwerke, zweitens die Bedeutungen von Natur und drittens die Naturschutzpraxis, die mittels lokaler Fallstudien erschlossen werden soll. Neben der klassischen Fließtextdarstellung sind einzelne „Infostücke“ geplant, die wichtige Aspekte vertiefen.

In der engagierten Abschlussdiskussion zeigte sich, dass trotz der transnationalen Vernetzung neue Bewegungsgeschichten weiterhin stark vom Nationalstaat geprägt sind. Ob dieser nur den institutionellen Rechtsrahmen vorgibt oder auch die kulturelle Sphäre betrifft, konnte nicht gänzlich geklärt werden. Allerdings offenbart dies die Relevanz der Betrachtung von Einzelakteuren. Auch blieb der Bewegungsbegriff umstritten, da wiederholt gezeigt werden konnte, wie staatliche Initiativen die Debatten vereinnahmten und es sich nicht selten um eine Vernetzung von Eliten handelte. Da viele der vorgestellten Konzepte mit Zeitzeugen arbeiten, wurde die methodische Problematik einer um Darstellungssymmetrie bemühten Geschichtsschreibung diskutiert. Die präsentierten Projekte, die überwiegend in Qualifikationsschriften münden, dokumentieren das hohe Interesse an diesem noch jungen Forschungsfeld.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einführung

Sektion Internationale Netzwerke

Anna-Katharina Wöbse (Université de Genève): Die lange Geschichte der Global Environmental Governance: neue Perspektiven auf alte Netzwerke

Jan-Henrik Meyer (Aarhus University / RCC): Knoten im Netz: das Europäische Umweltbüro und die europäische Zusammenarbeit von Umweltgruppen in den 1970er-Jahren

Sektion Wege ins ökologische Zeitalter

Jana Piňosová (Universität Bonn): Naturschutz als Beitrag zum Aufbau der Tschechoslowakischen Republik 1918-1938

Thorsten Schulz (Universität zu Köln): Soziale Unruhen, Umweltbewegungen und innere Konsolidierung: die „Integrations-Maxime“ des NATO-CCMS von 1969

Michael Schüring (RCC): Kirchliche Zeitgeschichte und Umweltbewegungsgeschichte: kritische Anmerkungen

Sektion Verflechtungen und Transferprozesse

Karena Kalmbach (EHI Florenz): Tschernobyl in Westeuropa: Überlegungen zu einer vergleichs- und transfergeschichtlichen Studie zu den Fallbeispielen Frankreich, Italien und Großbritannien

Astrid M. Kirchhof (HU Berlin): Verflechtungen und Ideentransfer zwischen der australischen und deutschen Umweltbewegung

Sektion deutsch-deutsche Umweltbewegungen

Tilmann Grabbe (Universität Marburg): Von der Umweltkrise zum Klimawandel: eine Wissensgeschichte über Umwelt in der Bundesrepublik der 80er-Jahre

Christian Möller (Universität Bielefeld): Umweltbewegung ohne Bewegung? Problemwahrnehmung und umweltorientiertes Handeln in Eingaben an das Umweltministerium der DDR

Sektion Bewegungsgeschichte im Internet

Frank Uekötter (RCC): Ökologische Erinnerungsorte

Sektion Umweltbewegungen international: Ziele und Ideen

Tilmann Disselhoff (TU Berlin): Die Bedeutung der nicht-hoheitlichen Flächensicherung im Naturschutz: eine Untersuchung am Beispiel der US-amerikanischen land-trust Bewegung

Tim Warneke (Universität Heidelberg): „Die Suche nach der guten Ordnung.“ Zum Verhältnis von Kritik und Metaphysik im Denken der Alternativbewegung

Sektion Umweltbewegungen international: Akteure und Politik

Kevin Niebauer (FU Berlin): Zwischenräume der Ökologiebewegung auf der Akteursebene: ein Blick auf die Ideenwelt und Handlungsstrategien José Lutzenbergers von 1969-1992

Raffael Fischer (Universität Luzern): Umweltbewegungen in der Schweizer Politik

Sektion Wie schreibt man heute die Geschichte eines Umweltverbands?

Richard Hölzl (Georg-August-Universität Göttingen): Der Bund Naturschutz in Bayern 1913-1945

Ute Hasenöhrl (IRS Erkner): Der Bund Naturschutz in Bayern 1945-2000

Abschlussdiskussion

Anmerkung:
[1] <http://www.umweltunderinnerung.de> (08.04.2012).

Zitation
Tagungsbericht: In Bewegung. Neue Geschichten der Umweltbewegungen, 01.03.2012 – 03.03.2012 München, in: H-Soz-Kult, 04.05.2012, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-4214>.
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Veröffentlicht am
04.05.2012
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