Die Dynamik des Polemischen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit

Ort
Erfurt
Veranstalter
Anne Weinbrecht / Matthias Rekow, Universität Erfurt
Datum
16.05.2013 - 18.05.2013
Von
Teresa Baier, Frankfurt am Main

Polemik aller Art herrschte in der thüringischen Landeshauptstadt. Das erlebte jeder, der sich vom 16. bis zum 18. Mai 2013 im Internationalen Begegnungszentrum der Universität Erfurt aufhielt. Polemik herrschte allenthalben – zum Glück jedoch nur als Gegenstand einer Tagung. Der Plan der Erfurter Promotionsstudenten Anne Weinbrecht und Matthias Rekow, einen Workshop insbesondere für junge Nachwuchswissenschaftler auszurichten, erwies sich als ausgesprochen erfolgreiches Unterfangen. In seiner Begrüßungsansprache erklärte Matthias Rekow, dass ihn die überzeitliche Relevanz des Phänomens der Polemik zu einer systematischen Untersuchung gereizt habe. Ausschlaggebend sei die Frage, ob Polemik als Katalysator sozialen und gesellschaftlichen Wandels gelten könne, was ihre Erfolgsbedingungen und wer ihre Akteure seien.

Die erste Sektion Begriff und Umfeld der Polemik eröffnete ANNE WEINBRECHT (Erfurt). Sie ging auf Definition, Herkunft und Wandlung des aus der Alltagssprache geläufigen Begriffes Polemik ein und stellte insbesondere dessen Mehrdeutigkeit heraus. Das von dem griechischen_ polemos_ (Krieg) bzw. polemikos (kriegerisch, feindlich) hergeleitete Wort habe ursprünglich nur ein Verfahren der (religiösen oder wissenschaftlichen) Wahrheitsfindung charakterisiert und sei dann seit der frühchristlichen Apologetik zur Bezeichnung für eine Lehre des richtigen Streitens geworden. Konstitutiv für Polemik seien die Selbstinszenierung des Autors bzw. Sprechers als überlegene Gestalt sowie die persönliche Diffamierung und soziale Ausgrenzung des Gegners.

In welcher Weise Lebensklugheits- und Staatsräsonlehren zum Gegenstand öffentlicher Diskussionen in der Frühen Neuzeit wurden und inwiefern sie damit in Konflikt zu herkömmlichen ethischen Normen gerieten, demonstrierte MICHAEL GORDIAN (London). Gegen missliebige religiöse oder soziale Gruppierungen wie Jesuiten, Nikodemiten oder Vaganten erhob man den Vorwurf, dass sie unredliche Interessen mit systematisch erlernten Verstellungs- und Verhüllungsstrategien (simulatio und dissimulatio) verfolgten. Man spreche sogar von einem Zeitalter der simulatio und dissimulatio.

Mit seinem öffentlichen Abendvortrag_ Altgläubige Polemik, Öffentlichkeit und die Frage der religiösen Identität im Reformationsjahrhundert_ in der Kleinen Synagoge Erfurt vollendete MARTIN HILLE (Passau) die erste Sektion der Tagung. Als Beispiel für die allmähliche Entpolemisierung der Historiographie im ausgehenden 16. Jahrhundert untersuchte er Chroniken und Periodika aus dem altgläubigen Kommunikationszentrum Köln. Mit dem an sich selbst gerichteten Anspruch katholischer Autoren, die Historiographie zunehmend auf sachliche Information zu beschränken, statt sie weiterhin zum Vehikel konfessionell-parteiischer Agitation zu machen, korrelierte auf protestantischer Seite das eigene Rechtfertigungs- und Legitimationsbedürfnis am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges.

Während fast alle Vorträge der Tagung schriftlich ausgetragene Polemik zum Inhalt hatten, eröffnete MATTHIAS REKOW (Erfurt) die zweite Sektion_ Medien der Polemik und konfessionelle Polemik_ mit der systematischen Unterscheidung und Präsentation verschiedenartigster Medien, die seit der Reformation bei Katholiken und Lutheranern für polemisch-propagandistische Zwecke eingesetzt wurden. In enger Verbindung von Wort und Bild entfalteten sowohl dekorative Artefakte als auch Gebrauchsgegenstände des Alltags ihre ganz spezifische Wirkung. Im Umlauf waren mit antiklerikalen Motiven illustrierte Einblattdrucke als auch beidseitig mit biblischen Motti versehene Medaillen. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich zweiteilige Bildkonstellationen, in denen Angehörige beider Konfessionen entweder in affirmativer oder polemischer Weise die Köpfe von bedeutungsvollen Figuren wie Kaiser, Papst, Teufel, Kardinal und Narr miteinander kombinierten. Anhand derartiger Zerrbilder, vor allem des Doppelkopfmotivs von Papst/Teufel und Kardinal/Narr, veranschaulichte Rekow, wie sich gerade die konfessionelle Polemik je nach Zielpublikum immer neue Objekte als Medien erschloss.

MARC MUDRAK (Heidelberg/Paris) skizzierte einen in den 1520er-Jahren in Flugschriften ausgetragenen, generationenübergreifenden Streit der fränkischen Adelsfamilie von Frankenberg, der sich von einem privaten konfessionellen Konflikt zwischen Tochter und Vater zu einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Vater, Großvater und einem Parteigänger des Vaters ausweitete. Anfänglich in der Absicht, die Begeisterung seiner Tochter für Luther zu dämpfen, publizierte der katholische bayerische Landhofmeister Christoph von Schwarzenberg noch unter Wahrung der Anonymität eine Schrift, die eine scharfe Replik seines lutherisch gesinnten Vaters nach sich zog. Von einem Dritten hingegen, einem ihm nahestehenden Franziskaner, wurde der Landhofmeister wiederum verteidigt. Mudrak zeichnete nach, wie die Akteure, denen zunächst lediglich an der Belehrung, Widerlegung und Warnung ihrer Angehörigen gelegen war, sich immer mehr die gegenseitige Rezeption verweigerten und sich immer deutlicher als Vertreter eines konfessionellen Lagers positionierten.

Die Funktion des reformatorischen Psalmliedes und dessen katholischer Kontrafaktur als Instrument der konfessionellen Polemik demonstrierte ANDREA HOFMANN (Mainz). Die in Psalm 12 geäußerte Klage über die von den Menschen verfälschte Heilslehre bezog Luther auf die römische Papstkirche seiner Zeit, was er sowohl in der Übersetzung als auch in seiner eigenen poetischen Bearbeitung des Bibeltextes explizit zum Ausdruck brachte. Bei letzterer handelt es sich um das Lied Ach Gott vom Himmel sieh darein. Auf diese aktualisierende Interpretation reagierten die Katholiken teils mit dem Vorwurf, dass er seine antikatholische Polemik in die vorchristliche Vergangenheit zurückprojiziere und damit auf unzulässige Weise zu legitimieren suche, teils durch Umkehrung des Verfahrens, indem sie in Anlehnung an protestantische Vorlagen nun ihrerseits deutschsprachige Psalmlieder dezidiert antilutherischen Inhalts verfassten. Die ebenfalls von Luther inspirierten Calvinisten machten sich hingegen weniger das polemische als das erbauliche Potential der Psalmen zunutze. Ihr Genfer Psalter von 1562 sollte vor allem die Andacht der Gemeinde stärken.

Nach einführenden Erläuterungen zu Gestaltung, Vertrieb und Intention des seit Ende des 15. Jahrhunderts gebrauchten Mediums Flugblatt widmete sich ANKE TAPKEN (Hamburg) dem medialen Hauptereignis des Dreißigjährigen Krieges, der Eroberung und Zerstörung Magdeburgs im Mai 1631, welche in der polemischen Flugblattpublizistik beider Konfessionen verschiedenste allegorische Darstellungen und Deutungen zeitigte. Im Fokus stand die vielseitig einsetzbare Hochzeitsmetaphorik, welche das Verhältnis zwischen der zwar militärisch unterlegenen, aber standhaft am protestantischen Bekenntnis festhaltenden Stadt und ihrem Bezwinger, dem streng katholischen kaiserlichen Feldherrn Tilly, charakterisieren sollte. Den aus der katholischen Propaganda stammenden Slogan, dass Tilly bei einem Schützenfest seine rechtmäßige Braut, die Personifikation von Magdeburg, gewinne und glücklich heimführe zum wahren Glauben, deuteten die Protestanten (etymologisch auf den Namen der Stadt anspielend) zu einem Akt der Jungfrauenschändung um. Tilly könne zwar den Leib, nicht aber die edle Seele der stolzen Jungfrau bezwingen. Die antikatholische Interpretation der nicht restlos erklärbaren Katastrophe von Magdeburg, so Tapkens Resümee, bestimme noch das heutige Geschichtsbild.

SUSANNE HÄCKER (Tübingen) zeigte anhand des Tübinger Juristen Christoph Besold und des Jesuiten Jacob Reihing, welche Bedeutung für die Öffentlichkeit, welches zeremonielle Procedere, aber auch welche Problematik mit der Konversion von Gelehrten in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verbunden war. So musste der jeweilige Konvertit – ob er zum Katholizismus oder zum Luthertum übertreten wollte – in einer Gewissensprüfung seine redlichen Absichten unter Beweis stellen, gegebenenfalls seine früheren Agitationsschriften öffentlich widerrufen und einen Konfessionseid ablegen. Meist wurden die einstigen Glaubensgenossen zu Gegnern und durchleuchteten die Vita des Betreffenden nach kompromittierenden Details, um dessen Motivation zum Übertritt in eine andere Glaubensgemeinschaft zu diskreditieren.

Anhand eines Ketzerkataloges von besonders drastischer Schimpfrhetorik gewährte CHRISTINA L. GRIFFITHS (Hagen) einen Einblick in die frühneuzeitliche, aber auch in die frühchristliche Häresiologie und eröffnete damit die Sektion Religiöse Polemik. Sie führte aus, welche Erweiterungen und Aktualisierungen der streitbare und für seine Kompromisslosigkeit berüchtigte calvinistische Theologe Lambert Daneau bei seiner 1576 publizierten Neuausgabe von Augustinus´ Liber de haeresibus ad Quodvultdeum vornahm. Als ein Hauptanliegen Daneaus in dieser Schrift erschien die verbale und mittels eines Ketzerstammbaums eindrucksvoll visualisierte Brandmarkung von Katholizismus und Islam als Apostasien des christlichen Glaubens und Sammelbecken aller Irrlehren (haereseon alveus & mare).

KAROLINE DÖRING (München) ging der Frage nach, welches Wissen die europäische Öffentlichkeit seit den 1480er-Jahren über die Osmanen erwerben konnte. Die gelehrten lateinischen Traktate dienten ausschließlich der Kriegspropaganda, die volkssprachlichen Erfahrungsberichte seien auch um sachliche Information bemüht. Anhand der Editionsgeschichte des von einem Nürnberger Büchsenmeister namens Jörg verfassten Traktats demonstrierte Döring, welch eigenmächtige und folgenreiche Eingriffe die Herausgeber bei der Besorgung von Neuauflagen vornehmen konnten, so dass eine ursprünglich nüchterne und knappe Informationsschrift u.a. durch Anreicherung mit zweckdienlichen Paratexten mehrere Jahre später als umfangreiches Buch und antitürkische Agitationsschrift erscheinen konnte.

Polemik kann in dem Streben nach physischer Vernichtung des Gegners kulminieren. MARION STEINICKE (Bochum) verfolgte die Entstehung, Tradierung und Modifizierung von Ritualmordlegenden als traurige Höhepunkte der vormodernen antijudaistischen Propaganda. Die seit dem 12. Jahrhundert kursierende und zum Topos verfestigte Behauptung, dass Juden, bevorzugt um Ostern, christliche Kinder entführten, misshandelten und nach einem bestimmten Zeremoniell opferten, wurde selbst in berühmten Chroniken als unbestrittenes Faktum tradiert. Illustrationen, die deutlich auf das Modell der Passion Christi rekurrierten, förderten die Intention, das (angeblich von Juden) ermordete Kind zum Märtyrer zu stilisieren. Noch stärker zugespitzt sind derartige Motive in der Darstellung eines Schauerszenariums auf der Titelseite der nationalsozialistischen Zeitung Der Stürmer von 1939.

In der Sektion_ Polemik in Konflikten um Herrschaft_ widmete sich HENDRIK BAUMANN (Marburg) der mittels politischer Lyrik ausgetragenen polemischen Interaktion der gegnerischen Parteien im ersten Markgrafenkrieg (1449/50), der zwischen dem Hohenzollern´schen Markgrafen Albrecht Achilles und der Freien Reichsstadt Nürnberg entbrannt war. Anhand anonym verfasster Nürnberger Schmählieder, welche die Flucht des Markgrafen aus einer Schlacht hämisch kommentieren, und mit Blick auf die zähen juristischen Friedensverhandlungen führte der Referent vor, wie beide Parteien einen ständischen Antagonismus zwischen Adel/Klerus und aufstrebendem Bürgertum als Legitimation für ihren Waffengang geltend machten. Dieser ständische Antagonismus sei aber nicht der eigentliche Kriegsgrund gewesen, sondern eher ein wirksames Propagandainstrument in einem Konflikt um strittigen Territorialbesitz.

LUCA SCHOLZ (Florenz) demonstrierte einen für heutiges Verständnis befremdlichen Aspekt des frühneuzeitlichen Menschenbildes. Gegenstand des Vortrags war der kurpfälzische Wildfangstreit (1660-1669), welcher heftige Kontroversen über juristische Zentralfragen wie Leibeigenschaft und Freiheit auslöste. Das Wildfangrecht gestattete den Fürsten, unehelich Geborene, ältere Junggesellen und zugezogene Fremdlinge nach einer bestimmten Frist als Leibeigene festzuhalten. Gegner wie Befürworter dieses Brauchs konnten jeweils unterschiedliche Definitionen von menschlicher Freiheit für den eigenen Standpunkt geltend machen.

Anhand eines in Briefen ausgetragenen Streits zwischen den ursprünglich befreundeten Historikern Johann Friedrich Schannat und Johann Georg von Eckhart untersuchte JOELLE WEIS (Wien) in der Sektion_ Gelehrte Polemik_, was für eine Rolle Freundschaft und Feindschaft in der gelehrten Öffentlichkeit des 18. Jahrhunderts spielten und in welcher Weise Dritte darauf Einfluss zu nehmen versuchten. Freundschaft und Feindschaft seien als soziale Phänomene wechselseitig bedingt und gestatteten Dritten selten eine neutrale Position. Die Referentin ließ das Publikum mitverfolgen, wie der private, an wissenschaftlichen Fragen entbrannte Konflikt zwischen zwei Freunden eskalierte und zwangsläufig zu einer Parteibildung im Bekanntenkreis führte. Aus den unterschiedlichen Reaktionen zweier Parteigänger des einen Gelehrten schloss Weis, dass es eine ausschließlich auf persönlicher Loyalität basierende, rein subjektive Haltung gebe und eine, welche dem betroffenen Freund den öffentlichen Streit als moralische Bewährungsprobe und Mittel zum Prestigegewinn anpreise. Letztere versuche, den Konflikt für die Positionierung des Gelehrten innerhalb der res publica litteraria fruchtbar zu machen.

Auf der These von einer grundsätzlich agonalen Disposition des Gelehrten basierte der die gesamte Tagung abschließende Vortrag von MARIAN FÜSSEL (Göttingen). Der traditionelle akademische Betrieb mit seinem streng hierarchischen Aufbau und seinen Forderungen nach wirkungsvollen öffentlichen Auftritten sei geradezu prädestiniert zur Erlernung und Demonstration von intellektuellen Streitmanövern. Anhand drastischer Beispiele illustrierte Füssel, wie die kompromisslose Fixierung auf einen bestimmten Ehrbegriff bei Studenten wie bei Dozenten aus den geringfügigsten Anlässen zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung führen konnte. War die Ehre ursprünglich konstitutiv für die soziale Existenz des Gelehrten, so gerieten seit dem 18. Jahrhundert die übertriebene Eitelkeit und Eigenliebe des Gekränkten in die Kritik und konnten selbst zum Gegenstand polemischer Schriften werden. Das Postulat nach einer Versachlichung des Streites, d.h. nach einer strikten Trennung von Person und Sache, scheine sich heute weitgehend durchgesetzt zu haben. Daneben seien aber auch als Folge des Konkurrenzdrucks eine wissenschaftliche Hyperspezialisierung und ein Desinteresse an der Arbeit anderer zu beobachten.

Aus den Beiträgen, so verschieden sie waren, ging hervor, dass Polemik insofern ihre eigene Dynamik entfaltet, als eine anfangs sachliche Auseinandersetzung sich oftmals von ihrem Anlass entkoppelt und eine ursprünglich nicht beabsichtigte Schärfe gewinnt. Die in der Diskussion aufgeworfene Frage, ob auch (tatsächlich oder vermeintlich) unerwiderte Aggression als Polemik bezeichnet werden könne, wurde bejaht. Polemik kann auch einseitig funktionieren. Ihren größten Erfolg erzielt sie mit der Verfestigung des von ihr erstrebten Zustandes. Polemik kann als Movens für besondere Leistungen einen positiven Effekt haben, in der Regel stellt sie aber ein negatives, weil oft destruktives Phänomen dar. Im Extremfall kulminiert sie sogar in der physischen Eliminierung des Gegners, wie es am Beispiel der antijudaistischen Propaganda deutlich wurde.

Die beiden Veranstalter hatten zum Gegenstand ihrer Tagung ein sichtlich ergiebiges Thema gewählt, das zahlreiche junge, aber auch bereits etablierte Wissenschaftler zu eigenen Beiträgen motivierte. Attraktiv wäre das Sujet auch für eine interdisziplinäre Veranstaltung unter Beteiligung von Literaturwissenschaftlern. Insgesamt boten fünfzehn lebendig gestaltete, teils durch visuelle Medien gestützte Vorträge sowohl dem Historiker als auch dem Vertreter einer benachbarten Disziplin ein facettenreiches Bild der Polemik vom Spätmittelalter bis in die Frühe Neuzeit.

Konferenzübersicht:

Begrüßung
Susanne Rau (Erfurt) / Matthias Rekow (Erfurt)

Sektion: Begriff/Umfeld Polemik
Moderation: Matthias Rekow (Erfurt)

Anne Weinbrecht (Erfurt): Polemik – ein Begriff, viele Gesichter

Michael Gordian (London): Frühneuzeitliche Polemiken zu Verstellungs- und Verhüllungsstrategien

Öffentlicher Abendvortrag: Martin Hille (Passau): Altgläubige Polemik, Öffentlichkeit und die Frage der religiösen Identität im Reformationsjahrhundert

Sektion: Medien der Polemik und konfessionelle Polemik
Moderation Markus Meumann (Halle-Wittenberg)

Matthias Rekow (Erfurt): Medien der Polemik

Marc Mudrak (Heidelberg/Paris): Wenn der Junge für das Alte ist. Ein Familien-Flugschriftenstreit aus der frühen Reformationszeit

Andrea Hofmann (Mainz): „Gott wöllt außrotten alle lär, die falschen scheyn unns leren“ – Das reformatorische Psalmlied als Medium konfessioneller Polemik

Anke Tapken (Hamburg): Wenn Feldherrn Schützenfeste gewinnen, Schneider sich beschweren und Könige Jungfrauen trösten müssen – polemische Flugblätter zur Magdeburger Hochzeit

Susanne Häcker (Tübingen): Gelehrtenkonversionen

Sektion: Religiöse Polemik/Identität
Moderation: Sita Steckel (Münster)

Christina L. Griffiths (Hagen): Liber haereseon semper est supplendus. Zur (inneren) Dynamik von Ketzerkatalogen am Beispiel von Lambert Daneau als Herausgeber von Augustinus´ Liber de haeresibus ad Quodvultdeum

Karoline Döring (München): Ain tractat von den türck. Gedrucktes Wissen über das Osmanische Reich im 15. Jahrhundert

Marion Steinicke (Bochum): Antijudaistische Propaganda in Druckschriften des 15. Jahrhunderts

Sektion: Polemik in Konflikten um Herrschaft
Moderation: Anne Weinbrecht (Erfurt)

Hendrik Baumbach (Marburg): Polemik als Streitkunst. Die Nürnberger Schmählieder gegen Albrecht Achilles im ersten Markgrafenkrieg (1449/50) als Ausdruck der Führung, der Bewältigung und ihre Rolle in der Lösung des Konfliktes

Luca Scholz (Florenz): Leibeigenschaft in der Polemik. Professoren, Vögte und Bauern im Wildfangstreit (1650-1669)

Sektion: Gelehrte Polemik
Moderation: Thomas Wallnig (Wien)

Joelle Weis (Wien): Ein Gelehrtenstreit in der res publica literaria aus den Augen Dritter. Beraten, Einmischen und Urteilen am Beispiel der Polemik zwischen Johann Friedrich Schannat und Johann Georg von Eckhart

Marian Füssel (Göttingen): Federkriege. Gelehrte Streitkultur und Polemik in der Frühen Neuzeit

Abschlussdiskussion

Zitation
Tagungsbericht: Die Dynamik des Polemischen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit, 16.05.2013 – 18.05.2013 Erfurt, in: H-Soz-Kult, 16.07.2013, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-4925>.