Adelige über sich selbst. Selbstzeugnisse in nordwestdeutschen und niederländischen Adelsarchiven

Ort
Münster
Veranstalter
Deutsch-niederländischer Arbeitskreis Adelsgeschichte / Nederlands-Duitse Kring voor Adelsgeschiedenis
Datum
06.06.2013 - 07.06.2013
Von
Gunnar Teske, Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), LWL-Archivamt für Westfalen, Münster

Der deutsch-niederländische Arbeitskreis Adelsgeschichte, eine Gruppe von Archivaren und Historikern aus Nordwestdeutschland und den Niederlanden, die sich mit Adelsgeschichte befassen, veranstaltet alle zwei Jahre ein Symposium zu Themen der Adelsgeschichte in grenzüberschreitender Perspektive. Die diesjährige Tagung war den Selbstzeugnissen gewidmet, hier verstanden als Texte, in denen nach einer Definition von Rudolf Dekker „de auteur spreekt over eigen handelen en gevoelens of over zaken die hem perzoonlijk bezighouden“ (1988) [1] und deren wichtigstes Kriterium nach Benigna von Krusenstjern die „Selbstthematisierung“ des Autors ist (1994).[2] Gegliedert war das Symposium nach den Lebensbereichen „Haus und Familie“, „Reise und Feld“ sowie „Frauen im 19. und 20. Jahrhundert“.

Eingangs stellte RUDOLF DEKKER (Amsterdam) die provokante Frage, ob es überhaupt adelige Selbstzeugnisse gebe. Die Ursprünge dieser Gattung lägen nach Jacob Burckhardt in der Renaissance, als die Emanzipation des Bürgertums zu einer Zunahme der Selbstbetrachtung geführt habe. Obwohl der Kanon berühmter Autoren von Selbstzeugnissen vor allem Personen mit bürgerlichem Hintergrund umfasse, müsse die skizzierte Sichtweise erweitert werden, zumal wenn man Randerscheinungen von Selbstzeugnissen wie Eintragungen in Kalendern oder Necrologen berücksichtige. In den Niederlanden ist von den drei ältesten bisher bekannten Selbstzeugnissen immerhin eines, eine Rechtfertigungsschrift, die der friesische Adelige Jancko Douwama, ein Gegner Karls V., 1528 im Gefängnis schrieb, von einem Adeligen verfasst worden; insgesamt wurden von den 630 bisher in den Niederlanden erfassten Selbstzeugnissen[3] allein etwa 50 von der zahlenmäßig kleinen Gruppe verfasst worden, die Anspruch auf Nobilität erhoben habe. Aufgrund einer engen Bindung an die Familie seien sie oft weniger Ausdruck von Individualität als von Familienidentität.

Die Teilnehmer vermuteten, dass der Anteil der Selbstzeugnisse Adeliger an der gesamten Gattung in Deutschland und Frankreich, wo der Adel eine größere Rolle gespielt habe, noch höher liegen werde als in den Niederlanden. Als Adressaten wurden vor allem die Verfasser selbst und ihre Familien ausgemacht; deshalb seien die Aufzeichnungen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auch selten zu Lebzeiten des Autors veröffentlicht worden.

MAARTEN VAN DRIEL (Haren) fragte in seinem Beitrag nach der Bedeutung von Selbstzeugnissen für das Selbstverständnis von Adeligen. Schon die Frage, ob es überhaupt ein kollektives Selbstverständnis des Adels gebe, wurde von ihm verneint. Am ehesten gelte es innerhalb bestimmter Zeiträume für bestimmte Gruppen und es verstärke sich unter dem Eindruck einer Marginalisierung. Das Selbstverständnis sei abhängig von äußeren Faktoren und wandelbar. Prägend wirke vor allem die Erziehung, aber auch die Auseinandersetzung mit fremden Gruppen. An Quellen nannte van Driel neben den Selbstzeugnissen auch Zeugnisse anderer Gruppen über den Adel, normative Quellen, aber auch alle Quellen zu bewussten und unbewussten Lebensäußerungen und Realien wie Haus und Inventar. Für das Selbstverständnis des heutigen Adels böten sich zusätzlich Interviews an.

Zu Beginn der 1. Sektionssitzung konstatierte BASTIAN GILLNER (Düsseldorf) bei der Religionsausübung einen grundsätzlichen Unterschied zwischen individueller Alltagspraxis und traditionellen und rechtlichen Ansprüchen. Auch wenn Adelige konfessionell handelten, fänden sich in Tagebüchern und Autobiographien zwar religiöse, selten aber konfessionelle Äußerungen. In Korrespondenzen werde dagegen rechtlich argumentiert. Die Gründe dafür sah Gillner darin, dass Konfessionsfragen die adeligen Lebenswelten gefährdet hätten, ohne eine angemesse Identifikationsmöglichkeit zu bieten, und dass ständische Selbstwahrnehmung sich stärker über Religion als über Konfession definiert habe.

Die Diskussion bestätigte diese Einschätzung. Konversionen seien mehr unter der Hand vollzogen worden und selbst Johann von der Recke zu Steinfurt habe sich in seiner Rechtfertigung auf standardisierte Argumente berufen. An weiteren Quellen zur konfessionellen Haltung wurden Testamente und Eheberedungen genannt, persönliche Tagebücher seien dagegen bis ins 18. Jahrhundert sehr selten.

REDMER ALMA (Assen) stellte das „Linagieboeck“ des friesischen, katholischen Adeligen Rinnert van Solckema aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts vor. Solckema beschreibe darin die nur zum Teil adeligen Genealogien seiner eigenen Familie und der Familie seiner zweiten Frau aus der Stadt Groningen. Darüber hinaus gebe das Linagieboek Einblick in konfessionelle und politische Streitigkieten, aber auch in Solckemas eigene Stellung als katholischer Exilant und die Position anderer Familienmitglieder, darunter auch Protestanten. Insofern sei das Buch eine wichtige Quelle für das Konzept des friesischen Adels in der Frühen Neuzeit.

Anders als es Gillner für Westfalen beobachtet hatte, hatte nach Almas Beobachtung bei dem Friesen Solckema die Konfession Vorrang vor der Zugehörigkeit zum Adelsstand, zumal das Adelskonzept in Friesland fließend gewesen sei, wenn es auch konkrete Merkmale für die Selbstdefinition des friesischen Adels gegeben habe, den Alma auf 100 bis 200 Personen schätzte.

STEPHANIE HABERER (Osnabrück) stellte abschließend das Projekt zur Edition der 21 Schreibkalender in Quartformat von Clamor Eberhard von dem Bussche zu Hünnefeld (1611-1666) vor. Nach zunächst nur sporadisch kurzen Notizen in den Jahren 1626 bis 1631 folgen ausführliche und regelmäßige Eintragungen, die sich in den Jahren 1641 bis 1665 zum Teil auf eingelegte Blätter ausdehnen. Das Themenspektrum umfasse Familie, Personen, Wirtschaft, Reisen, Netzwerke und politische Ereignisse. Die Edition soll um weitere Quellen wie Eheberedung, Testament und die Leichenpredigt ergänzt werden. Zwei Söhne, ein Enkel und ein Urenkel haben ebenfalls Notizen in Schreibkalendern hinterlassen, die aber im Oktavformat weniger Platz für Eintragungen boten.Mit den Eintragungen in Schreibkalender, so wurde hervorgehoben, sei ein besonderer Typ von Egodokumenten vorgestellt worden, der aber wegen seiner Kürze der Kommentierung und Ergänzung um weitere Quellen bedürfe.

Im öffentlichen Abendvortrag stellte WENDY LANDEWÉ (Haus Doorn) Sigurd von Ilsemann (1884-1952), Flügeladjutant Kaiser Wilhelms II., und seine Tagebücher vor. Ilsemann war 1918 zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt worden. Um die Ereignisse und Verhältnisse um dessen Person zu dokumentieren, habe er damals seine Tagebücher begonnen. Er notierte Ereignisse, Gespräche, Streitigkeiten mit Wilhelms zweiter Frau Hermine, Vermittlungen zwischen dem Kaiser und seinen Söhnen und natürlich das regelmäßig Fällen und Zersägen von Bäumen. Mit der Versetzung Ilsemanns als Militärattaché nach Den Haag 1939 endet das Tagebuch, das der Verfasser vor den deutschen Truppen versteckt habe. Nach dem Tod des Kaisers habe Ilsemann als Museumsverwalter auf Haus Doorn gearbeitet und auch die Umwandlung in eine Stiftung vorgeschlagen.

Landewé betonte, dass die Tagebücher als Quellen über das Leben auf Haus Doorn verfasst worden seien. Ilsemann habe sich über den Tod des Kaisers hinaus stets als Verbindungsoffizier zwischen Wilhelm II. und der Außenwelt verstanden. Sein Sohn Siegfried habe ebenfalls ein Tagebuch geschrieben, das jetzt erschienen sei.

Die 2. Sektion eröffnete GERD DETHLEFS (Münster) mit den Tagebüchern, die Franz Anton von Landsberg (1656-1727) auf Reisen führte. Die ersten Tagebücher stammen von der Kavalierstour ins europäische Ausland. Sie legten dem Vater Rechenschaft ab über das Gesehene und Erlernte und die persönlichen Kontakte und seien insofern Zeugnisse des sozialen Aufstiegs der Familie. Während seiner Laufbahn als Offizier in münsterschen Diensten, die ihn nach Ungarn, an den Niederrhein und nach Brabant führten, habe er in Journalen das ihm wichtig Erscheinende festgehalten: Kontakte zu wichtigen Personen, militärische Ereignisse, Besichtigungen. Dadurch habe er ein Netzwerk im Dienst seiner Familie und des Landesherrn dokumentiert. Im Jahr 1704 unternahm er eine Reise durch die Niederlande, auf der er Adelssitze besuchte und Einkäufe in Amsterdam tätigte, sodass sich im Bau seiner eigenen Häuser niederländische Einflüsse zeigten. Nach seinem Tod habe die Witwe die Tagebücher, die verschiedene Formen das Reisen dokumentierten, als Monumente der Familiengeschichte einbinden lassen.

Es war strittig, inwiefern persönliche Kontakte zu einem wirklichen Netzwerk geführt hätten oder ob sich die Adeligen nicht eher als Teil einer Netzwerkkultur gesehen hätten, in der vor allem der gute Name der Familie gezählt habe. Franz Antons sparsame Rechnungsführung wirke bürgerlich, konfrontiere man sie mit Norbert Elias‘ Beobachtung einer adeligen Kultur der Verschwendung, die zu zahlreichen Konkursen geführt habe.

ELISABETH SCHLÄWE (Köln/Paris) vertiefte das Thema der Kavalierstour am Beispiel der Familie Wolff-Metternich zur Gracht im 17. und 18. Jahrhundert. Drei Mitglieder haben einen wesentlichen Teil ihrer Kavalierstour in den Niederlanden verbracht und dokumentiert: Johann Adolf (1592-1669), Franz Josef (1710-1741) und Johann Ignatz (1740-1790). Als Gründe für den Aufenthalt in den Niederlanden sah Schläwe zum einen Kostenersparnisse bei der Kavalierstour, die ca. ein Drittel des Familienbesitzes verschlungen habe, zum anderen sei es aber auch der der gute Ruf der niederländischen Universitäten gewesen.

Diskutiert wurden vor allem die verschiedenen Formen der Kontakte und Beziehungen, durch welche der Kavalier sein Netzwerk ausbauen konnte. Hauptsächlich seien Kontakte zu Adeligen geknüpft worden, bei denen der junge Kavalier zum Essen eingeladen wurde oder mit denen er Ausflüge in die Umgebung des Studienortes unternahm. Zu den dabei geäußerten liberalen Ansichten fänden sich in den Aufzeichnungen durchaus auch kritische Kommentare. Außerdem pflegte man private Kontakte zu deutschen Professoren.

JACQUES VAN RENSCH (Maastricht) brachte neue Erkenntnisse zu den Aufzeichnungen von Jost Maximilian von Bronckhorst Graf zu Gronsveld, eines adeligen Militärs im Dreißigjährigen Krieg. Gronsveld habe sich nach raschem Aufstieg bei der Liga 1627 in der Schlacht bei Lutter große Verdienste erworben, sei aber nach einer Niederlage 1633 bei Hessisch Oldendorf entlassen worden. In Köln habe er zu seiner Rechtfertigung und zur Wiederherstellung von Ruf und Ehre in deutscher Sprache die „Comoedia Gronsfeldiana postea … in tragoediam mutata“ verfasst; ein Druck sei zwar geplant gewesen, aber zunächst unterblieben. Erst 1647 wurde das Werk von Eberhard Wassenberg in der Kompilation „Der ernewerte Teutsche Florus“ zum Teil abgedruckt, wo sie den Eindruck von Erinnerungen erweckten. Gronsveld war nach weiteren Jahren in Köln und in bayerischen Diensten zuletzt als Diplomat in kaiserlichen Diensten tätig, bevor er 1662 starb. Es wurde besonders hervorgehoben, dass es sich bei der Schrift Gronsvelds nicht um eine Autobiographie, sondern um eine Rechtfertigungsschrift gehandelt habe, die in einem bestimmten, für die Interpretation wichtigen Kontext entstanden sei.

Zu Beginn der letzten Sektion stellte SHEILA PATEL (Bochum) ihr Dissertationsthema, die Tagebücher der Gräfin Maria Esterházy-Galántha, geb. Plettenberg-Mietingen (1809-61), als Beispiele weiblicher Schreibpraxis, vor. Sie untersuche die Selbstwahrnehmung der Gräfin, und wie sie ihre Epoche und ihre Beziehungen zu anderen empfunden und in den Tagebüchern dargestellt habe. Es ließen sich nach Entstehungszeit und Inhalt folgende Gruppen bilden: Jugendtagebücher bis zur Hochzeit (1824-1833), Tagebücher (1836-1848, 1853-1861), Wirtschaftstagebücher (1849-1861), Kindertagebücher (1844-1861) und Notizbücher mit Nachrichten verschiedener Art (1846-1853). Grundsätzlich sei das Führen von Tagebüchern fester Bestandteil der Erziehungspraxis des Adels im 19. Jahrhundert gewesen. Anhand der Tagebücher der Maria Esterházy könne man verschiedene Motive zum Schreiben unterscheiden: Ausdruck geheimer Gedanken und Gefühle, Festhalten von Merkwürdigkeiten, das Schreiben um seiner selbst willen, um Erinnerungen für die Nachwelt festzuhalten, zur Unterhaltung oder auch zur Reflexion. Inwieweit sich in den Tagebüchern tatsächlich eine eigentümliche weibliche Schreibpraxis zeige, müsse ein Vergleich mit anderen Tagebüchern noch ergeben.

KATRIN BRÜNTRUP (Münster) stellte auf der Grundlage der Tagebücher von Helene Gräfin von Plettenberg-Lenhausen, geb. Gräfin Stolberg-Stolberg aus Brustawe in Schlesien, exemplarisch den Eintritt einer jungen adeligen Frau in die Gesellschaft durch die Eheschließung vor. Auch Helene führte von ihrem 18. Lebensjahr bis kurz vor ihrem Tod Tagebücher und legte in diese vereinzelt auch Fotos ein. Auf den späteren Bräutigam wiesen zunächst nur leise Andeutungen und Hinweise anderer Familienmitglieder hin. Auffälligerweise seien die Verlobung ebenso wie die Geburt des ersten Kindes von Josef von Plettenberg in das Tagebuch eingetragen. Insgesamt habe die Tagebuchschreiberin nur eine passive Rolle bei der Anbahnung der Ehe gespielt. Zweck der Tagebücher, aus denen früh auch vorgelesen worden sei, während andere Aufzeichnungen zerrissen worden seien, sei die Darstellung eines standesgemäßen Lebens gewesen.

YME KUIPER (Gronigen) untersuchte die Auseinandersetzung mit dem Bedeutungsverlust des Adels zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Beispiel der Aufzeichnungen von Jeanne van Andringa de Kempenaer (1858-1927). Jeanne hatte ihre Jugend in Westfriesland verbracht. Früh verwitwet wohnte sie einen großen Teil ihres Lebens in Den Haag und auf einem Schloss in Geldern, ehemals im Besitz des hochadeligen Hauses Nassau. Nach der Vernichtung aller Erinnerungen durch einen Schlossbrand verfasste sie ein Gedenkbuch und ihre Jugenderinnerungen, beide zur Lektüre bestimmt. Im Sinne von Funck und Malinowski im Sammelband „The Work of Memory“ (2002) seien diese Aufzeichnungen weniger von Fakten als von Erzählungen (narratives) bestimmt, indem die individuellen Erinnerungen vom kollektiven Gedächtnis des Standes und seiner Ideale überformt worden seien. Einfach, aber vornehm, gebildet und resolut, politisch reaktionär und antiliberal habe die Autorin einem irrealen ständischen Idealbild angehangen. Seit dem 19. Jahrhundert seien Memoiren des Adels als „lebendig gehaltene Erinnerungen“ (Tomaso di Lampedusa) von Nostalgie für eine untergegangene Kultur geprägt gewesen.

Die Tagung zeigte den eigenen Charakter von Selbstzeugnissen des Adels auf, die mit den Tagebüchern von Kavalierstouren, Kriegstagebüchern von Offizieren und den zuletzt vorgestellten „lebendig gehaltenen Erinnerungen“ eigene Typen hervorgebracht haben. Außerdem können Selbstzeugnisse Adeliger aufgrund der Überlieferung in Adelsarchiven häufig um weitere Quellen aus der Umgebung des Verfassers ergänzt werden. Als Motive für das Schreiben sind im Laufe der Tagung neben der Selbstreflexion insbesondere Rechtfertigung und Selbstdarstellung, Dokumentation und Fortführung der Familientradition hervorgetreten. Dabei standen die vorgestellten Selbstzeugnisse im Spannungsfeld von Öffentlichem und Privatem, Persönlichen und Kollektivem und entwickelten je nach Geschlecht eigene Formen. Ein grundsätzlicher Unterschied zwischen den Niederlanden und Deutschland ist dagegen nicht beobachtet worden, sieht man von der Bedeutung der Konfession ab. Insofern sind die adeligen Selbstzeugnisse als Teil einer länderübergreifenden europäischen Adelskultur anzusehen.

Konferenzübersicht

Einführung

Rudolf Dekker (Amsterdam): The development of autobiographical writing in its social context: the role of noble authors in a bourgeois genre

Maarten van Driel (Haren): Andere Quellen zum Selbstverständnis von Adeligen

1. Sektion: Selbstzeugnisse von Adeligen über Haus und Familie

Bastian Gillner (Düsseldorf):„Einen Abstandt von meiner Exercitio Religionis zu thun, will mir nit gepueren“. Konfession in adeligen Selbstzeugnissen aus Westfalen, dem Rheinland und den Niederlanden

Redmer Alma (Assen): "Olden geslachten ende linagiën wilt honoreren". Das "Linagieboeck" des Rinnert van Solckema (um 1590)

Stephanie Haberer (Osnabrück): Die Schreibkalender des Clamor Eberhard von dem Bussche zu Hünnefeld (1611-1666): Editionsprojekt und Perspektiven der Auswertung

Abendvortrag

Wendy Landewé (Haus Doorn): Mit dem Kaiser ins Exil. Die Tagebücher von Sigurd von Ilsemann, Flügeladjutant Kaiser Wilhelms II., auf Haus Doorn

2. Sektion: Selbstzeugnisse von Adeligen in der Fremde

Elisabeth Schläwe (Köln/Paris): Adelsreisen bzw. Kavalierstouren aus dem rheinischen Adel in die Niederlande

Gerd Dethlefs (Münster): Die Tagebücher der Franz Anton von Landsberg (1656-1727) auf seiner Kavalierstour und seinen Feldzügen 1675–1712

Jacques van Rensch (Maastricht): Die Aufzeichnungen Jost Maximilians von Bronckhorst, Graf zu Gronsveld im Dreißigjährigen Krieg. Entwicklung eines Selbstzeugnisses von einer Rechtfertigungsschrift bis zur Buchveröffentlichung

3. Sektion: Selbstzeugnisse von adeligen Frauen im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Sheila Patel (Bochum): Weibliche Schreibpraxis: Die Tagebücher der Gräfin Maria Esterházy-Galántha, geb. Plettenberg-Mietingen (1809-61)

Katrin Brüntrup (Münster): Rolle adeliger Frauen in Familie und Gesellschaft in der Neuzeit nach ihren Selbstzeugnissen

Yme Kuiper (Groningen): “Unsere Welt gibt es nicht mehr.” Erzählung (narrative) und Selbstbild in den Familienerinnerungen der adeligen Witwe ‚Jeanne‘ van Andringa de Kempenaer (1858-1927)

Anmerkungen:
[1] Rudolf M. Dekker: Egodocumenten. Een literatuuroverzicht, in: Tijdschrift voor geschiedenis 101 (1988), 161-189, hier S. 161.
[2] Benigna von Krusenstjern: Was sind Selbstzeugnisse? Begriffskritische und quellenkundliche Überlegungen anhand von Beispielen aus dem 17. Jahrhundert, in: Historische Anthropologie 2 (1994), 462-471, hier: 463.
[3] Vergleiche hierzu <www.egodocument.net> (22.08.2013).

Zitation
Tagungsbericht: Adelige über sich selbst. Selbstzeugnisse in nordwestdeutschen und niederländischen Adelsarchiven, 06.06.2013 – 07.06.2013 Münster, in: H-Soz-Kult, 17.09.2013, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5018>.
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Veröffentlicht am
17.09.2013
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