Ottoman merchants from the 16th to the 19th century, an international conference

Ort
München
Veranstalter
Suraiya Faroqhi; Yavuz Köse; Institut für Geschichte und Kultur des Nahen Orients sowie Turkologie, München
Datum
05.02.2004 - 07.02.2004
Von
Suraiya Faroqhi, München

Unterstützt durch die DFG und die Carl Friedrich von Siemens Stiftung

Osmanische Wirtschaftshistoriker, die sich mit dem Handel befassen, haben lange Zeit hindurch zumeist der Makroebene den Vorzug gegeben. Dies wurde schon durch den konzeptionellen Rahmen nahegelegt, in dem solche Studien zumeist betrieben wurden und z. T. immer noch betrieben werden: die Inspiration kommt nämlich aus Werken wie etwa der klassischen Mittelmeerstudie von Fernand Braudel, in der stets ‚das Allgemeine' und ‚die großen Zusammenhänge' im Vordergrund stehen.[1] Dabei ist bemerkenswert, dass Braudels spätere Arbeit über Kapitalismus und Alltagsleben, obwohl in unserem Zusammenhang sehr relevant, dennoch bei Historikern des Osmanischen Reiches eine viel geringere Wirkung gezeitigt hat.[2]

Handel auf der Makroebene: einige wichtige Ergebnisse

Womöglich noch mehr auf der Makroebene angesiedelt ist das große Werk von Immanuel Wallerstein, das die ungleichen Beziehungen zwischen Zentrum, Halbperipherie und Peripherie einer europäisch dominierten Weltwirtschaft in der frühen Neuzeit thematisiert, und für Historiker/innen des Osmanenreiches vor allem mit seinem Begriff der ‚Inkorporierung in diese Weltwirtschaft' relevant geworden ist.[3] Da im von Wallerstein entwickelten Modell eine solche Inkorporierung auf das engste mit dem Import- und besonders Exporthandel verbunden ist, haben sich gerade Historiker/innen des osmanischen Handels zu Wallersteins Ansatz hingezogen gefühlt. Kernproblem der Forschung war es festzustellen, wie die relative Unabhängigkeit der osmanischen Wirtschaft von Europa noch im späten XVI. Jh. zu der sattsam bekannten Abhängigkeit des XIX. geworden ist.[4] In diesem Kontext schien es uninteressant, ökonomische Einheiten, die kleiner waren als eine Region, überhaupt näher zu betrachten. Das Interesse konzentrierte sich dabei auf Istanbul und seine zahlreichen Lebensmittel- und Rohstofflieferanten in diversen Teilen des Reiches, oder auch auf das Kleingewerbe der Region um Aleppo.[5]

Zweifellos hat diese Ausrichtung der Forschung zu wichtigen Ergebnissen geführt. So hat Halil Inalcik in einer Reihe von Studien herausgearbeitet, dass, anders als in der älteren Literatur häufig behauptet, die osmanische Oberschicht am Wohlergehen des Handels durchaus interessiert war.[6] Der Warenaustausch wurde gefördert durch die Einrichtung von großen Zentren (Han, Bedesten) mit manchmal über hundert Läden und Werkstätten, die von Kaufleuten und Handwerkern gemietet werden konnten; die Mieteinkünfte gingen an Moscheen, Schulen und andere fromme Stiftungen, die Mitglieder der osmanischen Oberschicht vor allem in den großen Städten des Reiches einrichteten. Auch hat Inalcik gezeigt, dass die osmanische Regierung den Großhändlern ihr besonderes Wohlwollen angedeihen ließ. Diese waren, eben weil sie den Hof und die Oberschicht mit wertvollen Gütern versorgten, von den zahlreichen Regelungen ausgenommen, welche die Tätigkeit von Kleinhändlern und Gewerbetreibenden einschränkte.

Auch haben Halil Inalcik, Halil Sahillioglu, André Raymond und neuerdings auch Nelly Hanna herausgearbeitet, dass osmanische Fernhändler keineswegs nur mit ihren europäischen Handelspartnern und Konkurrenten, sondern auch mit Iranern und Indern Beziehungen entwickelten.[7] Zwar war es seit dem frühen XVII. Jh. den Holländern gelungen, einen großen Teil der Gewürzlieferungen nach Europa unter ihre Kontrolle zu bringen. Aber osmanische Kaufleute bezogen nach wie vor den sehr großen Bedarf ihrer Kunden an Pfeffer und anderen Gewürzen unabhängig von der Oostindischen Kompanie, zumeist von der Westküste Indiens durch Vermittlung von indischen Kaufleuten. Daneben wurden, genau wie in Europa zu dieser Zeit, bedeutende Mengen von indischen Baumwollstoffen importiert; und auch die Einfuhr von Kaffee aus dem Jemen band die osmanischen Händler an ihre Partner aus dem Osten und Süden.

Allerdings hatte diese Medaille auch ihre Kehrseite. Denn wie besonders die Forschungen Lütfi Güçers und Mehmet Gençs hervorgehoben haben, bemühte sich die osmanische Regierung in erster Linie darum, die Versorgung von Hof, bewaffneter Macht und Hauptstadt sicher zu stellen. Mehmet Genç hat dafür den eingängigen Ausdruck ‚Provisionismus' geprägt.[8] Deshalb war die osmanische Verwaltung gegenüber dem Export eher misstrauisch: wurde doch angenommen, dass die Produktion statisch war und deshalb durch den Export notwendiger Güter nicht nur der Staatsapparat in seiner Versorgung, sondern auch die örtlichen Handwerker durch Verlust ihrer Rohstoffbasis Schaden erleiden würden. Da außerdem die osmanischen Sultane - wie übrigens auch frühmoderne Staaten Europas - ihre Hauptaktivität in der Kriegführung sahen, war der Export auch schon deshalb schlecht angesehen, weil dadurch ‚kriegswichtige' Stoffe wie Leder, Baumwolle oder Getreide in die Hand des Gegners geraten konnten.[9]

Dagegen wurde dem Import, eben weil er den Markt versorgte und damit dem Preisanstieg entgegenwirkte, eine eher positive Rolle zugeschrieben. Dass die osmanische Handelsbilanz in Bezug auf Europa in der frühen Neuzeit zumeist positiv war, also dieser Wirtschaftszweig Silber ins Land brachte, dürfte weiterhin zur Begünstigung dieses Handels durch die osmanische Oberschicht beigetragen haben. Gegenüber dem Import aus Indien, der ja durchweg zu einem Abfluss des aus dem Westen eingeführten Silbers führte, war man in Istanbul zumindest im XVIII. Jh. weit weniger positiv eingestellt.[10]

Muslime und Nichtmuslime im osmanischen Handel

Entgegen einem weitverbreiteten Vorurteil stellten bis weit ins XVIII. Jh. hinein die Muslime einen beachtlichen Anteil der osmanischen Kaufleute. Dies hat für das späte XV. und das XVI. Jh. bereits Halil Inalcik herausgearbeitet, für das XVIII. Jh. liegen die Forschungen André Raymonds und Daniel Panzacs vor.[11] In der älteren Forschung war oft angenommen worden, dass osmanische Muslime den Handel oder zumindest den Außenhandel mieden, weil man hier den Kontakt zu Nichtmuslimen kaum umgehen konnte. Höchstens in der Versorgung Istanbuls, die so scharf von den Behörden kontrolliert wurde, dass von einem Handel im vollen Sinn des Wortes kaum die Rede sein konnte, wurden nach dieser Sicht der Dinge muslimische Kaufleute aktiv. Dass diese Interpretation der Gegebenheiten allerdings eine Rückprojektion von Gegebenheiten des XIX. Jhs. auf ältere Epochen darstellt, haben die Arbeiten von Cemal Kafadar oder Nelly Hanna zur Genüge herausgestellt.[12] Allerdings ergibt sich aus dieser Sachlage das Forschungsproblem, wie, wann und unter welchen Umständen sich dieser Wandel in der Einschätzung des Handels unter den osmanischen Muslimen vollzogen hat.

Das Umdenken in dieser Frage ist auch durch die Tatsache gefördert worden, dass jetzt eine größere Anzahl von Monographien zu einzelnen Regionen des Osmanischen Reiches vorliegt. Daraus hat sich ergeben, dass etwa die Kontrolle des Handels durch die politischen Machthaber in Kairo durchaus nicht so intensiv war wie im Zentrum des Reiches. Auch konnten in der ägyptischen Metropole muslimische Kaufleute weitgespannte internationale Beziehungen unterhalten, ohne sich auf Verbindungen zum Staatsapparat, die in Istanbul für die Konstituierung großer Vermögen wohl immer wichtig waren, überhaupt einzulassen. Hier bedeutete die osmanische Eroberung anscheinend eine Chance für den Fernhandel, die auch von muslimischen Kaufleuten genutzt wurde. Andererseits hat sich herausgestellt, dass in manchen Gebieten, etwa in Syrien, der regionale und interregionale Handel viel wichtiger war, als früher angenommen, und in diesen Bereichen spielten muslimische Kaufleute eine viel wichtigere Rolle als im Import-Exportgeschäft mit Europa. Die beherrschende Rolle der Nichtmuslime im osmanischen Handel gilt in der heutigen Forschung also eher als eine Entwicklung des späteren XVIII. und gar des XIX. Jhs.[13]

Vom Handel zu den Händlern

Die Diskussion um die Rollen von Muslimen und Nichtmuslimen hat sicher dazu beigetragen, dass sich das Interesse vieler Historiker/innen von der Makroebene weg und auf die Mikroebene hin verlagert hat. Aber daneben haben Faktoren, die aus der politischen Aktualität stammen, sicher ebenfalls eine Rolle gespielt. Seit Beginn der achtziger Jahre kehrte sich nämlich, insbesondere unter dem Druck des International Monetary Fund, die Türkei ab von einer Wirtschaft, in der dem Staatsapparat eine stark regulierende Funktion zukam, und wandte sich zum Freihandel. Diese Kehrtwende hat sich auf längere Sicht hin auch auf die Orientierung der osmanistischen Geschichtsschreibung ausgewirkt. So wurden etwa die Methoden zur Finanzierung des Handels durch Kreditinstrumente, vorher von der Forschung eher vernachlässigt, jetzt zum Thema detaillierter Studien.[14] Vielleicht noch wichtiger war die Tatsache, dass die Kaufleute als soziale Gruppe jetzt an ‚Respektabilität' gewannen: Für den Altmeister der osmanischen Wirtschaftsgeschichte Ömer Lütfi Barkan (1902-1979) mit seinem etatistisch geprägten Gesellschaftsbild waren sie doch eher problematische Randgestalten gewesen, Störenfriede in einer im wesentlichen aus Bauern und Bürokraten bestehenden osmanischen Gesellschaft.

Bei dieser ‚Rehabilitierung' der Kaufleute hat sicherlich auch die Beobachtung eine Rolle gespielt, dass diese bis etwa 1760 den Handelskompanien der Engländer oder Niederländer bzw. dem staatlich regulierten und von der Handelskammer in Marseille monopolisierten Kommerz der Franzosen viel besser gewachsen waren, als man es, in der Nachfolge von Niels Steensgaards bekannten Buche, ursprünglich angenommen hatte. Steensgaard war der Meinung gewesen, dass die ‚kleinen Wanderhändler' (pedlars) des osmanischen und iranischen Bereichs in Bezug auf Kredit, Marktinformation und Lagerhaltung es niemals mit den Kompanien hätten aufnehmen können.[15] Jedoch sieht man diese Frage heute anders, seit wir mehr über die familiäre und landsmannschaftliche Organisation (trade diasporas) wissen, die in diesen Gebieten die Grundlage für den Fernhandel bildete. So haben etwa André Raymond und neuerdings Bruce Masters gezeigt, dass religiöse Minderheiten wie etwa die syrischen Katholiken im Osmanischen Reich des XVIII. Jhs. eine sehr erfolgreiche Handelsdiaspora aufgebaut haben.[16] Dass diese einheimischen Kaufleute ihren europäischen Konkurrenten zuweilen bis in die napoleonische Epoche hinein das Leben schwer machen konnten, ist heute allgemein anerkannt. Diese Erkenntnis hat sicher dazu beigetragen, dass osmanische Händler, ob nun Muslime oder nicht, nicht mehr als bloße Werkzeuge der Europäer dastehen.

Die Entdeckung neuer Quellen

Bis in die 1980er Jahre waren aber Wirtschaftshistoriker/innen, welche die osmanische Welt bearbeiteten, durchweg davon überzeugt, dass Monographien über einzelne Händler oder Handelsdiasporen, wie wir sie etwa für das spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Italien kennen, nicht machbar wären. Schließlich fehlten, so glaubte man wenigstens, in den osmanischen Archiven jegliche Abrechnungen oder Korrespondenzen einzelner Firmen, zumindest was die Periode vor etwa 1850 anbelangt. Hier hat man jedoch eine Erfahrung gemacht, die auch von anderen ‚neuen' historischen Disziplinen her bekannt ist: Sobald nämlich das Interesse an einem Thema erwacht ist, stellt sich oft heraus, dass die benötigte Quellenbasis, schmal wie sie zuweilen auch sein mag, durchaus existiert. So hat Nese Erim gezeigt, dass man aus den Zollregistern der Grenzstadt Erzurum im späten XVII. und im frühen XVIII. Jh. eine ganze Menge über die Geschäfte der iranischen Armenier in Erfahrung bringen kann, die damals Rohseide und Textilien ins Osmanische Reich importierten. Wenn auch in sehr viel kleinerem Maßstab, ist es der Autorin dieser Zeilen einmal gelungen, aus einem Zollbuch etwas über die Händler herauszufinden, die zu Beginn des XIX. Jhs. in der südanatolischen Stadt Antalya von dem durch die napoleonischen Kriege ausgelösten Getreideboom profitierten. Bruce Masters hat herausgestellt, dass osmanische Kaufleute, mit Privilegien des Sultans ausgestattet, um 1800 versuchten, sich im Europahandel zu etablieren, ein Thema, das für den Magrib von Daniel Panzac angegangen worden ist.[17] Murat Çizakça hat eine wichtige Studie über Handelspartnerschaften auf den Abrechnungen einiger Firmen des XVIII. und frühen XIX. Jahrhunderts aufgebaut, die sich in das Staatsarchiv in Istanbul verirrt haben, vielleicht weil die Inhaber aus diesem oder jenem Grund zu Schuldnern des Fiskus geworden waren. In Kairo sind Nachlassinventare von Großkaufleuten des XVIII. Jahrhunderts vorhanden, die u. a. von André Raymond ausgewertet worden sind.[18]

Jedoch der größte Wurf dieser Art ist sicherlich Nelly Hanna gelungen: diese ägyptische Historikerin hat für die Wende vom XVI. zum XVII. Jh. einen sehr erfolgreichen Großhändler namens Isma'il Abu Taqiyya ‚dingfest' gemacht, der die Register des örtlichen Kadis ebenso benutzte, wie italienische Kaufleute des XIV. oder XV. Jhs. den Notar ihres Vertrauens: Im Laufe seiner mehrere Jahrzehnte umfassenden Tätigkeit hat Abu Taqiyya sich in etwa tausend Urkunden verewigt, die es der Autorin ermöglicht haben, ein ziemlich detailliertes Bild nicht nur von seiner kommerziellen Tätigkeit, sondern auch von seinen Familienverhältnissen zu zeichnen.[19] Ihre Monographie hat gezeigt, dass ein Kaufmann in Kairo um diese Zeit seinen Reichtum durchaus nicht verstecken musste, um ihn vor Konfiskation zu schützen, wie so oft behauptet worden ist. Ganz im Gegenteil, das prächtige Haus, das Abu Taqiyya erbauen ließ, steht noch heute, und von Versuchen der Kairoer Gouverneure oder Militärkommandanten, sein Vermögen unter diesem oder jenem Vorwand zu konfiszieren, ist gleichfalls nichts bekannt geworden. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass man leicht in die Irre geht, wenn man die Gefahren, die einem vermögenden Mann etwa zu Ende des XVIII. Jhs. durchaus drohten, unbesehen auf ältere Zeiträume überträgt.

Die Ziele dieses Symposiums

Auf dem Hintergrund dieser Forschungslage war es das Ziel des Kolloquiums, die Suche nach neuen Quellen für die Führung kaufmännischer Unternehmen im osmanischen Bereich voran zu treiben. Kollegen/innen, die sich mit diesem mühseligen Geschäft befassen, sollten Gelegenheit erhalten, ihr Material vorzustellen. Abrechnungen, Briefe und ‚Kaufmanns-büchlein', letztere meist aus dem XVIII. Jh., standen zweifellos im Vordergrund. Aber einige Teilnehmer/innen warteten auch mit bisher gänzlich unbekanntem Material auf.

Insgesamt sollte eine Analyse von kaufmännischer Tätigkeit im osmanischen Bereich in der Periode zwischen dem späten XV. Jh. und der Zeit um etwa 1800 unternommen werden. Die Konzentration auf einzelne Kaufleute, Familienunternehmen oder Handelsdiasporen sollte es ermöglichen, auch die ‚Mentalitäten' der jeweiligen Händler in den Blick zu bekommen. Hiermit sollte dem kulturgeschichtlichen Fokus der heutigen Historiographie Rechnung getragen werden, ohne die wirtschaftlichen Gegebenheiten zu vernachlässigen, wie das ja leider zuweilen zu geschehen pflegt. Unsere Diskussion sollte sich auf die Optionen konzentrieren, die den Kaufleuten verschiedener Konfessionen offen standen; die unterschiedlichen Bedingungen in den verschiedenen Provinzen zu verschiedenen Zeiten werden dabei natürlich besonders hervorgehoben. Auch soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass gerade unter den Nichtmuslimen die Grenze zwischen osmanischen Untertanen und denen fremder Herrscher bisweilen fließend war: So mauserten sich Griechen aus Izmir oder Chios zuweilen zu Franzosen; aber auch der umgekehrte Prozess kam vor, wie es etwa die Forschungen von Rüdiger Klein bezeugen.[20]

Bei alledem stand die Erkenntnis im Vordergrund, dass die ‚Inkorporierung' des osmanischen Bereichs in die damals von Europa dominierte kapitalistische Weltwirtschaft nicht im luftleeren Raum erfolgte, ganz im Gegenteil. Muslimische wie nichtmuslimische Kaufleute waren bereits fest etabliert, als ihre englischen, niederländischen und französischen Konkurrenten gegen Ende des XVI. Jhs. in der östlichen Mittelmeerwelt erschienen. Das Verhalten der örtlichen Händler, die je nach ihrer Interessenlage mit den Fremden kooperierten oder auch nicht, bestimmte weitgehend, was in Izmir, Kairo, Aleppo und Istanbul geschah, hatte aber auch Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten von Händlern in den weniger exponierten Binnenstädten. Die gesamte Vielfalt dieser - genutzten oder auch nicht genutzten - Möglichkeiten sollte in unserem Kolloquium zur Sprache gebracht werden.

Es folgt kurze Inhaltsangaben der gehaltenen Referate.[21]

Die erste Sitzung galt den Händlern, die sich im venezianisch-osmanischen Bereich betätigten.

Benjamin Arbel (Venedig/Tel Aviv): Giambattista Donà: a sixteenth-century Venetian between public service and Levant trade.
Hier ging es um die Verdrängung von venezianischen Kaufleuten durch ihre europäischen Konkurrenten vom osmanischen Markt während des Krieges der 1530er Jahre. Neben französischen Händlern, die sich allerdings noch an das ungewohnte Umfeld anpassen mussten, spielten dabei Juden, oftmals Untertanen verschiedener italienischer Fürsten, eine bedeutsame Rolle. Unter diesen Umständen wollte Giambattista Donà, über den Herr Arbel eine größere Studie vorbereitet, seine Marktposition im Herrschaftsbereich des Sultans nicht verlieren. Er setzte sich deshalb über alle Verbote der Signoria hinweg und trieb Handel mit dem osmanischen Kriegsgegner.

Maria Pia Pedani Fabris (Venedig): Between diplomatic relations and trade: Ottoman mechants in Venice (1574-1600).
Die Autorin befasst sich mit den Handelsaktivitäten osmanischer Bevollmächtigter, die im XVI. und frühen XVII. Jahrhundert in größerer Zahl nach Venedig kamen, um Aufträge des Sultans bzw. Großwesirs zu erledigen. Mitglieder der osmanischen Oberschicht wollten oft wertvolle Waren in Venedig eingekauft haben (Gold- und Silberschmiedearbeiten, Kästen mit Kristalldeckeln, Laternen in Luxusausführung, sogar Spitzen für Sultansstandarten) und boten im Gegenzug etwa Seide an. Weiterhin behandelt die Autorin die Bedingungen, unter denen ein solcher Austausch vor sich ging, insbesondere die Aktivitäten der vom venezianischen Staat zwingend vorgeschriebenen Makler, welche die Geschäfte osmanischer Untertanen zugleich vermitteln und kontrollieren sollten.

Suraiya Faroqhi (München): An Ankara merchant in seventeenth-century Venice.
In diesem Vortrag ging es um einen im venezianischen Staatsarchiv erhaltenen Brief eines christlichen Kaufmanns/Maklers an seinen (wahrscheinlich) aus Ankara stammenden Geschäftspartner. Der Brief, oder besser das Briefkonzept, ist in ‚Alltagsosmanisch' abgefasst und einer der wenigen Geschäftsbriefe, die aus der Epoche vor dem XIX. Jahrhundert erhalten sind. Inhaltlich geht es um die scharfe Zurückweisung einer Beschwerde, offenbar hatte der Ankaraner behauptet, der Vermittler hätte einen Teil seiner Waren veruntreut. Während im ersten Teil des Briefkonzepts der Konflikt breit ausdiskutiert wird, scheint es, als habe der Verfasser im zweiten Teil nach einer Möglichkeit der gütlichen Einigung gesucht.

Vera Costantini (Venedig/Paris): Cordovani: a Venetian merchant active in Cyprus soon after the conquest.
Das Referat diskutierte die geschäftlichen Aktivitäten von nicht-osmanischen Untertanen, insbesondere Venezianern, kurz nach der osmanischen Eroberung Zyperns (1573); auch Niederländer zeigten auf dieser Insel eine wenn auch bescheidene Präsenz. Da die Verwaltung des Sultans bald feststellte, dass in staatlicher Regie betriebene Produktion und Verteilung wenig Profite einbrachte, kam es zu einer informellen Tolerierung venezianischer und anderer Kaufleute. Diesen, d. h. Cordovani und anderen, wurde erlaubt, Baumwolle zu exportieren, ein Gut, das sonst oft als strategisch wichtig galt und deshalb mit Ausfuhrverbot belegt war. Gelegentlich investierte der hier besprochene Kaufmann auch im Export von Zucker, für den er Sondergenehmigungen beantragte und erhielt. Die Referentin betonte, dass venezianische Kaufleute sich zwar in dieser unmittelbaren Nachkriegszeit über den mangelnden Schutz durch Konsuln beklagten, was sie aber nicht daran hinderte, geschäftliche Möglichkeiten zu suchen und auch zu finden.

Gilles Veinstein (Paris): Venetian attempts to enter the Kapali Çarsi in Istanbul.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen europäische Kaufleute im allgemeinen und venezianische Kaufleute im besonderen in Istanbul Handel trieben, sind dank einer Reihe von sorgfältigen Analysen der Kapitulationen/ahidnames recht gut bekannt. Wie aber der rechtliche Rahmen ausgefüllt und gegebenenfalls modifiziert wurde, kann nur mit Hilfe einer detailreichen Analyse von einzelnen Disputen geklärt werden. Ausländische Kaufleute waren normalerweise von der Verpflichtung befreit, sich an die administrativ bestimmten Preise zu halten, an die einheimische Händler gebunden waren. Aber das brachte die Verpflichtung mit sich, nur en gros und nicht en detail zu verkaufen. Gilles Veinsteins Beitrag behandelte die vergeblichen Versuche einiger venezianischer Handelsleute, diese Beschränkung zu unterlaufen.

Das folgende Referat "Islamic (Ottoman) business law and jurisprudential shifts: a new hypothesis" von Murat Çizakça und Macit Kenanoglu (beide Istanbul) war eher theoretisch ausgerichtet und leitete von der frühen Neuzeit ins XVIII. und XIX. Jahrhundert über. Im Referat ging es um die Vorgeschichte der Rechtspersönlichkeit von Firmen; im europäischen Recht ist diese Vorgeschichte zwar sehr lang, aber die volle Anerkennung erfolgte erst in einem belgischen Gesetz aus dem Jahre 1873. Auch im Osmanischen Reich des ausgehenden XIX. Jahrhunderts erlaubte die damals durchgeführte Kodifizierung des islamischen Rechts in seiner hanefitischen Ausprägung (Mecelle), dass eine Partnerschaft mit mehr als zwei Teilhabern den Tod eines der Beteiligten überdauerte. Hier wurde also die Langlebigkeit einer Firma ermöglicht, ohne dass sie als Rechtspersönlichkeit anerkannt wurde. Im zweiten Teil des Referates gingen die Autoren darauf ein, dass trotz dieser Modifizierung das ganz auf individuelle Verantwortung ausgerichtete islamische Geschäftsrecht die Investition und die Bildung großer Kapitalansammlungen erschwerte. Sie formulieren die Hypothese, dass die Neigung nicht-muslimischer Geschäftsleute, sich in den Schutz europäischer Staaten zu stellen, auch eine Maßnahme zum Schutz ihrer Kapitalien vor dem islamischen Geschäftsrecht war, das ihren Firmen die Rechtspersönlichkeit versagte.

Der nächste Vortragsblock befasste sich mit Osmanischen und im osmanischen Bereich operierenden Geschäftsleuten des XVIII. und XIX. Jahrhunderts.

Mafalda Ade-Winters (Tübingen) Vortrag "Die Poches und ihre osmanischen Handelspartner: Konfliktregelung im osmanischen Syrien und Südanatolien um die Mitte des XIX. Jahrhunderts" ging u.a. der Frage nach, ob die Poches als eine europäische oder als eine lokal osmanische Firma aus Aleppo angesehen werden sollen. Zwar vertraten die Poches durchweg europäische und sogar amerikanische Firmen: aber sie waren über Generationen im Lande ansässig und hatten viele der lokalen Geschäftsgewohnheiten angenommen. Unter diesen hebt die Autorin die Tatsache hervor, dass die Poches sehr stark mit dem Argument der persönlichen Ehre arbeiteten, wenn etwa Schulden einzutreiben waren, oder wenn etwa Freundschaften mit ‚einflussreichen' Leuten gepflegt wurden, die gegenüber den osmanischen Behörden eine Mittlerfunktion erfüllen konnten.

Das Referat Daniel Panzac's (Aix-en-Provence) "Les affréteurs de navires à Istanbul dans la seconde moitié du XVIIIe siècle" beruhte auf den Verträgen, die in Istanbul beheimatete Kaufleute mit französischen Schiffskapitänen zwecks Beförderung ihrer Waren abschlossen und im französischen Konsulat hinterlegten, auch und gerade für den Transport im innerosmanischen Bereich. Panzac wies das zahlenmäßige Übergewicht der muslimischen Kaufleute, selbst und besonders in den Jahren 1789-91, nach, von denen man lange allgemein angenommen hatte, dass damals die muslimische Handelstätigkeit im vollen Rückgang begriffen war.

Ausgehend von einer von den beteiligten Familien nicht gebilligten, aber aus kirchlicher Sicht durchaus legalen Ehe zwischen einer jungen Frau aus alter Dragomansfamilie und einem Mann aus dem Kaufmannsmilieu untersuchte Oliver Schmitt (Bern/München) in seinem Referat (Auf dem Weg ins Wirtschaftsbürgertum? Levantinische Kaufleute in Galata/Pera und Smyrna in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts) die Veränderungen in der Sozialstruktur der kleinen aber aktiven katholischen Minderheit des heutigen Beyoglus und Izmirs. Der Abstieg der Dragomane und der Aufstieg der Kaufleute wurde entsprechend den Kategorien, die von Jürgen Kocka als Kennzeichen des Bürgertums aufgestellt worden sind untersucht: Abgrenzung nach ‚unten' und nach ‚oben', Planbarkeit des Lebens aufgrund von hohen Einkommen, ein gemeinsamer Schatz von Konventionen, oftmals über Sprachgrenzen hinaus anerkannt und gepflegt.

Mit dem wachsenden Zugang auch der unteren Schichten des Habsburgerreiches zum Besitz von Kleidung und Wäsche erweiterte sich in der zweiten Hälfte des XVIII. Jahrhunderts der Markt für Baumwollstoffe, und dieser wurde weitgehend von griechischen Untertanen des Osmanischen Reiches mit Halbfabrikaten versorgt. Das Referat "Artisans and merchants between the Ottoman and Habsburg empires: trading in red cotton yarn" von Olga Katsiardi-Hering (Athen) beschäftigte sich mit den Firmengründungen dieser Kaufleute auf habsburgischem Boden, die zu Produktionszentren wie dem thessalischen Ambelakia enge Beziehungen unterhielten. Dabei zeigte Katsiardi, dass Handelsgesellschaften meist erfolgreicher waren als Versuche, einen Teil des Produktionsprozesses auf habsburgischen Boden zu verlagern.

Markus Kollers (München) Referat zu "Bosnische(n) Händlerfamilien im XVIII. Jahrhundert" basiert auf osmanischen Nachlassregistern, die in der ‚standard-osmanischen' Geschichtsschreibung zwar gut bekannt sind, aber in der bosnischen Historiographie noch wenig Verwendung gefunden haben. Im XVIII. Jahrhundert haben erstmals orthodoxe Händler in Sarajewo Fuß gefasst, die mit den schon länger etablierten muslimischen Kaufleuten in Konkurrenz traten. Die Familie Penjez, die hier zur Diskussion stand, pflegte enge Beziehungen zur muslimischen Oberschicht, während die Beziehungen zu Christen auf das geschäftlich Notwendige reduziert waren. Diese Kontakte zu Muslimen waren auch dem Geschäft förderlich, da Handelsinvestitionen und Pachten staatlicher Einkommensquellen im Portefeuille der Penjez einander die Waage hielten, und letztere Unternehmungen einen guten ‚Draht' zur muslimischen Oberschicht voraussetzten.

Marie-Carmèn Smyrnelis (Paris): Tradesmen and their strategies in the hinterland of Izmir in the middle of the nineteenth century.
Dieses Referat untersuchte, mit den Methoden der Mikrohistorie und der Netzwerkanalyse, die Verbindungen zweier in Izmir tätiger Kaufleute, nämlich Georges Baltazzi (1778-1850) und Augustin Cousinéry (1803-1870). Im ersteren Fall lag die Privatkorrespondenz vor. Die Autorin diskutierte die Rolle von Verwandtschaftsbeziehungen im Geschäftsleben. Eine besondere Aufmerksamkeit galt den Heiraten von Kindern, Neffen und Nichten, die gezielt dazu eingesetzt wurden, um in neue Geschäftsbereiche vorzustoßen.

Alp Yücel Kaya (Paris): Tradesmen in the hinterland of Izmir in the Tanzimat period.
In den 1840er Jahren ließ die osmanische Verwaltung eine große Serie von Registern anfertigen, mit deren Hilfe die direkte Besteuerung der Untertanen durchgesetzt werden sollte (temettuat defterleri). Aufgrund dieser Register hat der Autor für das westanatolische Städtchen Bayindir die Aktivitäten örtlicher Kaufleute untersucht. Diese, deren Aktionsradius durchwegs begrenzt war, betätigten sich allerdings neben dem Handel auch im Bereich des Geldverleihs gegen (oft hohe) Zinsen. Auch investierten sie gern in Olivenplantagen. Privilegiert waren diese Unternehmer durch eine vergleichsweise niedrige Besteuerung, die ihnen die (begrenzte) Kapitalakkumulation erleichterte, wie der Referent aufzeigen konnte.

Erdem Kabadayi (Trier/München): The sharp rise and sudden fall of an Ottoman entrepreneur.
Der Vortrag von Erdem Kabadayi befasste sich mit der Rolle des Armeniers Migrediç Cezayirliyan, der einer der letzten großen Steuerpächter des Osmanenreiches gewesen ist. Die Familie hatte, wie der Name Cezayirliyan schon anzeigt, ihr Vermögen durch den Handel mit Algerien (Cezayir) erworben. Migrediç selbst verlegte sich allerdings eher auf die Steuerpacht, insbesondere die Pacht der Zölle. Diese Aktivität führte allerdings zur Beschlagnahmung seines Vermögens, als nämlich der osmanische Staat Mitte des XIX. Jahrhunderts endgültig daranging, Steuerpachten durch direkte Besteuerung zu ersetzen.

Im Beitrag "The Pondika merchant family from Thessaloniki, ca. 1750-1850" ging Katerina Papakostantinou (Athen) der Geschichte der Händlerfamilie Pondika nach, die von ihrer Heimatstadt Saloniki aus sich zunächst nach Tatarpazarcigi und Sofia ausgedehnt und dann ihre Aktivitäten bis nach Ungarn hin ausgeweitet hatte. Dabei ging es zunächst darum, bulgarisches Leder auf den ungarischen Jahrmärkten zu verkaufen. Auch entdeckten Mitglieder der Familie Pondika bald das Aufnahmepotential des Wiener Marktes für das teurere Saffianleder. Gegen Ende der XVIII. Jahrhunderts geriet der Lederhandel in eine Krise: darauf reagierten die Pondika, indem sie sich auf den Import von Tabak umstellten; auch umgingen sie Beschränkungen gegenüber osmanischen Kaufleuten, indem ein Familienmitglied habsburgischer Untertan wurde: Anpassungsstrategien in einem politisch ‚komplizierten' Umfeld.

Nicolas Pissis (München) Beitrag befasste sich mit "Investitionen in der griechischen Handelsschifffahrt (XVII.-XIX. Jahrhundert)". Sein Referat beruht auf dem Archiv des griechischen Reeders Hadzipanagiotis (etwa 1755 bis etwa 1831), das bis zum Beginn des griechischen Aufstandes im Jahre 1821 reicht. Das Geschäft dieses und anderer Reeder blühte auf während der zahlreichen Kriege zwischen europäischen Mächten während des XVIII. Jahrhunderts, weil dann die Konkurrenz der französischen Schiffer weitgehend ausgeschaltet war. Hadzipanagiotis hielt sich eher bedeckt: obgleich zeitweilig der reichste Mann der Peloponnes, trat er vergleichsweise wenig hervor und beteiligte sich auch nicht am griechischen Unabhängigkeitskrieg. Pissis zeigte auch auf, dass das Archiv Auskunft über rein Geschäftliches gibt: etwa über Partnerschaften im Besitz von Schiffen und Ladungen und insbesondere den Gewinnanteil von Kapitän und Mannschaften.

Vassiliki Seirinidou (Wien): Peddlers, grocers and wholesalers: Greek diaspora merchants as economic and cultural intermediaries (17th to 19th centuries). Die ‚trade diaspora' wurde hier im Rahmen der Weberschen Kategorie einer ‚unternehmenden Minderheit' analysiert. Die Autorin unterschied zwischen einer Diaspora, die es sich zur Aufgabe machte, die Lücke zwischen dem Balkan einerseits und Siebenbürgen und Ungarn andererseits auszufüllen; dieses taten sie durchwegs als Wanderhändler. Eine zweite Diaspora beschäftigte sich eher mit dem Import von Rohstoffen und Halbfabrikaten aus dem Osmanischen Reich nach Europa, außerdem betrieben sie in begrenztem Maße den Export von Fertigwaren dorthin. Der Übergang vom Detail- zum Großhandel gestaltete sich oft schwierig, auch wegen des Misstrauens der habsburgischen Regierung; ‚Naturalisierungen' waren die Folge. Die Autorin betonte, dass es schon deswegen wenig Sinn hat, Handelsdiasporen in nationalstaatlichen Kategorien zu bewerten.

Insgesamt ergab sich, dass die Grenze zwischen dem Osmanischen Reich und seinen westlichen Nachbarn in der frühen Neuzeit in beiden Richtungen ziemlich durchlässig war. Nicht nur waren europäische Kaufleute in den Territorien des Sultans aktiv und gingen dort oft enge Verbindungen mit örtlichen Händlern ein, auch osmanische Untertanen vergrößerten ihren Aktionsradius und betätigten sich in Venedig, Budapest und Wien. Deshalb muss man sich auch davor hüten, die Rollen des osmanischen und habsburgischen Staates im Wirtschaftsleben zu überschätzen; auch ohne staatliche Förderung -- und manchmal sogar gegen staatlich gesetzte Handelshindernisse -- gelang es den Kaufleuten beider Reiche oftmals, weitverzweigte und widerstandsfähige Verbindungsnetze zu knüpfen.

Anmerkungen

[1] Braudel, Fernand (1. Ausgabe in einem Band, 1949, 2. Ausgabe in 2 Bden., 1966). La Méditerranée et le monde méditerranéen à l'époque de Philippe II, 2 Bde. (Paris: Librairie Armand Colin)
[2] Braudel, Fernand (1979). Civilisation matérielle, économie et capitalisme, 3 Bde. (Paris: Armand Colin).
[3] Wallerstein, Immanuel (1974, 1980, 1989). The Modern World-System, 3 Bde. (New York usw.: Academic Press). Für die spezifisch osmanischen Verhältnisse vgl. Wallerstein, Immanuel, Hale Decdeli and Resat Kasaba (Neudruck 1987). "The Incorporation of the Ottoman Empire into the World Economy," in The Ottoman Empire and the World Economy, hsg. von Huri Islamoglu-Inan (Cambridge and Paris: Cambridge University Press and Maison des Sciences de l'Homme): S. 88-100.
[4] Vgl. etwa Çizakça, Murat (1985). "Incorporation of the Middle East into the European World Economy," Review, VIII, 3: S. 353-378.
[5] Faroqhi, Suraiya (1984). Towns and Townsmen of Ottoman Anatolia, Trade, Crafts, and Food Production in an Urban Setting 1520-1650 (Cambridge: Cambridge University Press); Abdel Nour, Antoine (1982). Introduction à l'histoire urbaine de la Syrie ottomane (XVIe-XVIIIe siècle) (Beyrouth: Université Libanaise und Librairie Orientale).
[6] Inalcik, Halil (1969). "Capital Formation in the Ottoman Empire", The Journal of Economic History, XXIX, 1: S. 97-140 und derselbe (1970a). "The Ottoman Economic Mind and Aspects of the Ottoman Economy," in Studies of the Economic History of the Middle East, hsg. von Michael Cook (London, Oxford: Oxford University Press): S. 207-218.
[7] Inalcik, Halil (1979-80). "Osmanli Pamuklu Pazari, Hindistan ve Ingiltere: Pazar Rekabetinde Emek Maliyetinin Rolü" , Gelisme Dergisi, Sondernummer Türkiye Iktisat Tarihi Üzerine Arastirmalar: S. 1-65; Sahillioglu, Halil (1968). "Bir Tüccar Kervani". Belgelerle Türk Tarih Dergisi (Istanbul), 9: S. 63-69; Raymond, André (1973-74). Artisans et commerçants au Caire, au XVIIIe siècle, 2 vols. (Damascus: Institut Français de Damas); Hanna, Nelly (1998). Making Big Money in 1600, the Life and Times of Isma'il Abu Taqiyya, Egyptian Merchant (Syracuse: Syracuse University Press).
[8] Güçer, Lütfi (1951-1952). "Osmanli Imparatorlugu dahilinde Hububat Ticaretinin Tabi Oldugu Kayitlar" Istanbul Üniversitesi Iktisat Fakültesi Mecmuasi, 13, 1-4: S. 79-98; Genç, Mehmet (1995): "L'économie ottomane et la guerre au XVIIIème siècle," Turcica, XXVII: S. 177-196.
[9] Faroqhi, Suraiya (1983). "Die osmanische Handelspolitik des frühen 17. Jahrhunderts zwischen Dubrovnik und Venedig", Wiener Beiträge für die Geschichte der Neuzeit, 10: 207-222; Arikan, Zeki (1991). "Osmanli Imparatorlugunda Ihraci Yasak Mallar (Memnu Meta) in Professor Dr. Bekir Kütükoglu'na Armagan (Istanbul: Istanbul Üniversitesi Edebiyat Fakültesi): S. 279-307.
[10] Neben Inalcik, "The Ottoman Mind," siehe Pamuk, Sevket (2000). A Monetary History of the Ottoman Empire (Cambridge: Cambridge University Press).
[11] Inalcik, Halil (1960). "Bursa and the Commerce of the Levant," Journal of the Economic and Social History of the Orient, 3: S. 131-147; derselbe (1979). "The Question of the Closing of the Black Sea under the Ottomans," Archeion Pontou, 35: 74-110; Raymond, André (1973-74). Artisans et commerçants au Caire, au XVIIIe siècle, 2 Bde. (Damaskus: Institut Français de Damas); Panzac, Daniel (1996a). "Négociants ottomans et capitaines français: la caravane maritime en Crète au XVIIIe siècle", Neudruck in Commerce et navigation dans l'Empire ottoman au XVIIIe siècle (Istanbul: ISIS): S. 77-94.
[12] Kafadar, Cemal (1986). "A Death in Venice (1575): Anatolian Muslim Merchants Trading in the Serenissima", Journal of Turkish Studies, 10, Raiyyet Rüsumu, Essays presented to Halil Inalcik ..: S. 191-218; Hanna, Nelly (1998). Making Big Money in 1600, the Life and Times of Isma'il Abu Taqiyya, Egyptian Merchant (Syracuse: Syracuse University Press).
[13] Vgl. die einschlägigen Abschnitte in An Economic and Social History of the Ottoman Empire, hsg. von Halil Inalcik and Donald Quataert (Cambridge: Cambridge University Press, 1994).
[14] Çizakça, Murat (1996). A Comparative Evolution of Business Partnerships, The Islamic World and Europe, with Specific Reference to the Ottoman Archives (Leiden: E. J. Brill): Eldem, Edhem, (1999). French Trade in Istanbul in the Eighteenth Century (Leiden: E. J. Brill).
[15] Steensgaard, Niels (1973). The Asian Trade Revolution of the Seventeenth Century, The East India Companies and the Decline of the Caravan Trade (Chicago, London: Chicago University Press).
[16] Raymond, Artisans et commerçants, passim; Masters, Bruce (2001). Christians and Jews in the Arab World, The Roots of Sectarianism (Cambridge: Cambridge University Press).
[17] Masters, Bruce (1992). "The Sultan's Entrepreneurs: The Avrupa tüccari and the Hayriye tüccaris in Syria," International Journal of Middle East Studies, 24: S. 579-597; Panzac, Daniel (1999). Les corsaires barbaresques, la fin d'une épopée 1800-1820 (Paris: Editions du CNRS).
[18] Çizakça, Business Partnerships; Raymond, Artisans et commerçants.
[19] Hanna, Making Big Money.
[20] Hier beziehe ich mich auf ein Referat, das Rüdiger Klein auf dem Symposium 'Routes and Stopping Points in the Ottoman Empire' (Istanbul: Bogaziçi Universität, 1999) gehalten hat.
[21] Die Titel erscheinen in der Form, in der sie von den Verfassern/innen eingereicht worden sind und entsprechen nicht immer der wirklich verwendeten Sprache.

Zitation
Tagungsbericht: Ottoman merchants from the 16th to the 19th century, an international conference, 05.02.2004 – 07.02.2004 München, in: H-Soz-Kult, 25.06.2004, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-504>.