Photography and Visual Orders in the History of the Russian Empire and the Soviet Union

Ort
Moskau
Veranstalter
Katja Bruisch, Deutsches Historisches Institut Moskau; Isabelle de Keghel, Universität Konstanz; Katharina Kucher, Universität Tübingen; Andreas Renner, Universität Heidelberg/Tübingen
Datum
02.10.2013 - 04.10.2013
Von
Ilja Gottwald / Nicolas Schupp, Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde, Eberhard-Karls-Universität Tübingen

Im Zuge des visual turn spielen bildliche Quellen in der Historiografie zur russisch-sowjetischen Geschichte seit einigen Jahren eine immer prominentere Rolle.[1] Seit Kurzem erfahren Fotografien dabei eine besondere Aufmerksamkeit.[2] In diesem Kontext fand am Deutschen Historischen Institut in Moskau in Zusammenarbeit mit dem Tübinger Sonderforschungsbereich 923 „Bedrohte Ordnungen“ ein Workshop zum Thema „Fotografie und visuelle Ordnungen in der Geschichte des Zarenreichs und der Sowjetunion“ statt. Nach der Begrüßung durch Katja Bruisch (Moskau) gaben die Veranstalter einen Überblick über den Forschungsstand zur russisch-sowjetischen Fotografie, erläuterten Perspektiven für zukünftige Forschungen und thematisierten den Zusammenhang zwischen Fotografie und visuellen Ordnungen.

In seinem Überblick zur russisch-sowjetischen Fotografiegeschichte betonte ANDREAS RENNER (Heidelberg/Tübingen) die Vielfalt der Themen und Zugänge. Diesen sei das Verständnis von Fotografien als eigenständige Quellen gemeinsam, die von Historikern nicht länger nur zur Illustrierung ihrer Arbeiten herangezogen würden. Dieses Verständnis von fotografischen Quellen erfordere jedoch, dass der Historiker Fotografien stärker als bisher kontextualisiert. Renner betonte, dass die Fotografie eine der „Schlüsselerfindungen der Moderne“ sei, die Raum und Zeit überbrücke.

ISABELLE DE KEGHEL (Konstanz) mahnte eine methodische Weiterentwicklung der Forschung an. Bei der stärkeren Kontextualisierung der Fotografien könne eine erweiterte Diskursanalyse hilfreich sein, in der Fotografien und Texte gemeinsam betrachtet werden. Lohnenswerte Themenfelder seien etwa die Konstruktion von Identität und Gemeinschaft durch Fotografien sowie der Zusammenhang von Fotografie und Macht. Interdisziplinarität sei für den mit Fotografien arbeitenden Historiker gewinnbringend, weshalb auf dem Workshop neben Historikern auch Anthropologen und Soziologen, Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker sowie Slavisten teilnahmen. Abschließend stellte de Keghel die Schlüsselfrage des Workshops: Was kann Fotogeschichte für das bessere Verständnis der russisch-sowjetischen Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte beitragen?

Den Zusammenhang von Fotografie und visuellen Ordnungen erörterte schließlich KATHARINA KUCHER (Tübingen). Fotografien forderten etablierte Ordnungen heraus, weil sie oft Veränderungen oder gar Bedrohungen dieser Ordnungen repräsentierten. Fotografien seien so keine passiven Kommunikationsmittel, sondern selbst Akteure des historischen Prozesses. Fotografien bilden visuelle Ordnungen ab, etablieren und stärken sie, verändern und fordern Ordnungen heraus. An diesen Annahmen orientierten sich die fünf Panels des Workshops.

Im ersten Panel standen mit der „Visualisierung des Imperiums“ Fragen nach der Herausbildung einer visuellen Ordnung der Peripherien im Zarenreich und in der Sowjetunion im Mittelpunkt. ANJA BURGHARDT (Salzburg) untersuchte anhand der Farbfotografien von Sergej Michajlovič Prokudin-Gorskij (1863-1944), wie Fotografien Hierarchien und Ordnungen darstellen können. Prokudin-Gorskij reiste zwischen 1909 und 1915 durch Russland, um eine fotografische Vermessung des Imperiums durchzuführen. Seine Fotografien von nichtrussischen Ethnien bilden keinerlei soziale Spannungen ab, sondern repräsentieren das Zarenreich als „ideale Welt“, und seien daher Zeugnisse einer „latenten Angst vor Unordnung.“

LAURA ELIAS (Basel) sprach über Aleksej Nikolaevič Charuzin, der 1887 in die kasachische Steppe reiste. Dort nahm er ungefähr 200 ethnografische und anthropologische Fotografien auf, von denen die Hälfte in einem Reisebericht (1888) und einer wissenschaftlichen Publikation (1889) veröffentlicht wurde. Elias legte dar, wie Fotografien im 19. Jahrhundert in den Wissenschaften verwendet wurden, um das Bild einer Ethnie zu konstruieren.

Über Fotografien in landeskundlichen Untersuchungen der westlichen Gebiete des Zarenreichs referierte EWA MANIKOWSKA (Warschau). In diesem multiethnischen und multinationalen Raum versuchten polnische, jüdische, russische und deutsche Akteure mithilfe von Fotografien, die Zugehörigkeit des kulturellen Erbes und der Landschaft zur eigenen Ethnie bzw. Nation zu beweisen. Die Hoheit über den visuellen Diskurs sollte der Hoheit über das Territorium vorausgehen.

TIMOTHY ALEXANDER NUNAN (Cambridge, Mass.) untersuchte Dokumentarfotografien aus Zentralasien, die von der sowjetischen Presseagentur in Europa verteilt wurden. In der Nachkriegszeit sollten so die zentralasiatischen Sowjetrepubliken als vorbildhaft für andere Sowjetrepubliken dargestellt werden.

Im zweiten Panel „Fotografie als soziale Praxis“ stand das „Schaffen visueller Ordnungen“ im Vordergrund. NADEZHDA KRYLOVA (Moskau) untersuchte Polizeifotografien, die zwischen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und 1917 entstanden sind. Diese dienten einerseits als Hilfsmittel zur Täteridentifikation und zur Tataufklärung. Zum anderen repräsentierten sie die Macht, die Polizei und Armee über die Häftlinge im zarischen Straflager- und Zwangsarbeitssystem, der Katorga, ausübten.

Mit Fotografien der Duma und ihrer Abgeordneten setzte sich DILJARA USMANOVA (Kazan') auseinander. Diese Fotografien wurden ab 1906 in der illustrierten Presse eingesetzt, um die Funktion des eben gegründeten Parlaments zu vermitteln und die Distanz zwischen der Sphäre des Politischen und der Bevölkerung des Zarenreichs zu verringern. Neben Aufnahmen des Parlamentsgebäudes wurden dafür hauptsächlich Gruppenporträts von Abgeordneten verwendet.

Das dritte Panel „Visuelle Repräsentation von Ordnungen und Veränderung“ eröffnete LENKA FEHRENBACH (Basel). Sie stellte die Repräsentation der Industrialisierung in russischen Illustrierten vor. Zwischen 1900 und 1917 habe eine signifikante Veränderung in der fotografischen Darstellung von Fabriken und industrieller Produktion stattgefunden. Unter dem Einfluss der ausländischen Presse sei in Russland während des Ersten Weltkriegs eine neue visuelle Sprache entstanden, die so auch in den 1930er-Jahren zu finden sei. Fehrenbach sprach sich somit gegen eine Abgrenzung der vor- und nachrevolutionären russisch-sowjetischen Bildsprache aus.

OKSANA GAVRISHINA (Moskau) stellte einen Querschnitt von Fotografien des Roten Platzes vor. Diesen begriff sie als „symbolischen Raum“ und „kollektiven Ort der visuellen Kultur“ des 20. Jahrhunderts. Jedoch sei die Perspektive stets eingeengt gewesen, da die Fotografien entweder Paraden und Feste oder aber einen leeren Platz zeigten.

Am Beispiel der Fotografien von Nikolaj Doroščuk aus den 1930er-Jahren beleuchtete JOHANNA CONTERIO (Harvard) fotografische als autobiografische Praxis. Wie in schriftlichen Autobiografien seien auch in Fotografien Narrative der Partizipation am Aufbau des Sozialismus zu finden. Die Fotografie sei gerade für ungebildete Arbeiter eine Möglichkeit gewesen, um die Geschichte ihrer persönlichen Transformation zum „neuen Menschen“ zu erzählen.

„Visuelle Diskurse über den Anderen und den Feind“ thematisierte das vierte Panel. OKSANA SARKISOVA (Budapest) stellte Ergebnisse eines oral-history-Projektes über die Verschränkung von familiärer Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und Fotografie vor. Gemeinsam mit Olga Shevchenko interviewte sie über 50 Familien in Russland, um herauszufinden, wie die Anordnung von Fotografien in Fotoalben mit Erzählungen über die Familiengeschichte zusammenhängt. Dies demonstrierte sie am Beispiel einer St. Petersburger Militärfamilie.

ERIKA WOLF (Otago) untersuchte die Bildsprache in der russisch- und deutschsprachigen sowjetischen Propagandazeitschrift Frontovaja Illjustracija / Front-Illustrierte. Dort wurden einerseits Fotografien und Collagen von Schlachtfeldern abgedruckt, welche die deutschen Soldaten zum Desertieren bewegen sollten. Andererseits fanden sich in den Ausgaben Familienfotografien, die Gefallene bei sich trugen. Auch diese Bilder sollten die Emotionen der noch lebenden und kämpfenden deutschen Soldaten ansprechen und zur Aufgabe bewegen.

Über Fotografien im Zusammenhang der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen während der 1970er-Jahre referierte MARTIN DEUERLEIN (Tübingen). Er betonte, dass die visuelle Repräsentation des Kalten Krieges vornehmlich durch Narrative der Konfrontation und Bedrohung geprägt gewesen sei, obwohl es auch Fotografien der Entspannung und des Dialoges gegeben habe. Diese entfalteten jedoch kaum Wirkmacht, da sie von Historikern und Journalisten nicht als zentrale Momente des Kalten Kriegs angesehen würden.

ROMAN KRAWIELICKI (Tübingen) sprach über die Visualisierung der Deeskalation des amerikanisch-sowjetischen Bedrohungsdiskurses in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre. Sowohl in der Sowjetunion als auch in den USA setzte damals ein neues Denken von gegenseitiger Verantwortung ein, das sich auch in Fotografien von Gipfeltreffen widerspiegle. Diese Bilder konstituierten so einen veränderten Blick auf die geopolitische Ordnungskonkurrenz zwischen den Supermächten.

PHILIPP CASULA (Zürich) verglich Fotografien der „Anderen“ in der Berichterstattung der Zeitschrift Krasnaja Zvezda über den Afghanistan- und Tschetschenienkrieg. Während die Fotografien aus Afghanistan ein Bild der Freundschaft zwischen der sowjetischen Armee und der afghanischen Bevölkerung zeichnen, zeigen die Fotografien des Tschetschenienkrieges ein von Gewalt und Chaos durchzogenes Territorium. Afghanische Frauen wurden etwa als fortschrittlich und atheistisch, tschetschenische hingegen als rückständig und/oder extremistisch dargestellt.

Im fünften Panel „Herausforderung der etablierten Ordnung“ standen Fotografien jenseits von offizieller Fotografie im Mittelpunkt. ULRIKE HUHN (Bremen) sprach über Fotografien eines russischen Dorfes im Spätstalinismus. Mithilfe der Fotografie fixierte die ethnografische Feldforschung das gewöhnliche Dorfleben abseits des offiziellen Diskurses. Diese Art der Fotografie etablierte sich jedoch nicht, da im Tauwetter die Darstellung des „typischen“ sowjetischen Dorfes mit den alten visuellen Stereotypen dominant blieb.

DINA GUSEINOVA und OLGA SMITH (London) referierten über sowjetische Amateurfotografie in den 1970er-Jahren. Ihr Schwerpunkt lag auf der Visualisierung von zastoj (Stagnation) in den Fotografien von Boris Michajlov. Diesen begriffen sie als einen durch die Brežnev-Zeit geprägten Akteur, der sich über die Fotografie ausdrückte und dessen Fotografien die Epoche aus einer subjektiven Sicht eingrenzen.

EVA PLUHAŘOVÁ-GRIGIENĖ (Berlin) erörterte anhand der litauischen Fotografieschule, dass Fotografie im Gegensatz zu Literatur und Kunst in der litauischen Sowjetrepublik mehr Freiheit und Popularität genoss. Die scheinbar nonkonformistische Kunst dieser Schule wurde in den offiziellen Kontext integriert und prägte diesen auch. Die litauische Fotografieschule war trotz ihres nationalen Subtextes kompatibel mit dem sowjetischen System, da sie dessen ideologischen Kern nie in Frage stellte.

In seinem Schlusskommentar wies KLAUS GESTWA (Tübingen) auf Fragen und Themen hin, die während des Workshops nicht oder kaum diskutiert wurden. Er erörterte zwei entscheidende Probleme, über deren Lösung nachgedacht werden müsse.

Erstens gelte es, die Behauptung, dass Fotografien Realität herstellten, überzeugender als bislang zu belegen. Dabei müssten Historiker vor allem die Lücke zwischen den Fotografien und dem historischen Kontext dichter schließen. Gestwa zeigte drei mögliche Themenfelder auf, die ihm besonders geeignet erscheinen, zu erläutern, wie Fotografien Politik machen und auf ihre spezifische Weise Geschichte schreiben: Fotografien als „einflussreiche Waffe des Kalten Kriegs“; Fotografie als Medium, welches politischen Führern Autorität und Macht zuschreibt; sowie Fotografien als Mittel der Popularisierung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und technischen Errungenschaften.

Zweitens mahnte er, darüber nachzudenken, was Fotogeschichte im Vergleich zu anderen Zugängen zum besseren Verständnis der (russischen und sowjetischen) Geschichte beitragen könne. Fotogeschichte dürfe nicht um sich selbst kreisen, sondern sollte signifikante Beiträge zu generellen Forschungsfragen anstreben. Zunächst gelte es, die emotionale Dimension von Fotografien stärker zu berücksichtigen. Da diese häufig starke Gefühle hervorrufen, sei es lohnenswert Fotografie- und Emotionsgeschichte miteinander zu verbinden.[3] Fotografien bildeten des Weiteren stets einen spezifischen Moment im Lauf der Zeit ab und erinnerten so an die Unentschiedenheit und Offenheit des historischen Prozesses. Sie zwängen den Historiker deshalb dazu, mehr über Erfahrungen und Erwartungen der Zeitgenossen nachzudenken. Und schließlich müsse nach der Funktion von Fotografien in der modernen (russischen und sowjetischen) Mediengesellschaft nachgedacht werden. Fotografien seien einerseits ein spezifisches Medium der Massenkommunikation. Andererseits sei Fotografieren eine soziale Praktik der Massen in der Moderne gewesen. Dabei drückten Fotografien oft eine Sicht auf die Welt aus, indem sie einen Ausschnitt oder einen bestimmten Fokus zeigten. So machten sie das „Unsichtbare sichtbar und das Sichtbare unsichtbar.“

Zum Schluss verband Gestwa die auf dem Workshop diskutierten bzw. nicht berücksichtigten Themen mit aktuellen Forschungsfragen zur Geschichte des Zarenreichs und der Sowjetunion. Zunächst wies er auf die Schattenseiten der Sowjetgeschichte hin, die nicht thematisiert wurden. Fotografien des stalinistischen Terrors, des GULag, von Natur- und Technikkatastrophen sowie von Umweltzerstörungen fehlten in den Vorträgen. Andererseits betonte er, dass Fotografieren eine alltägliche Praxis für Millionen von Sowjetbürgern war. Sie repräsentierten sich damit selbst, bildeten Identitäten heraus und schufen private Erinnerungsorte. Die Technik der Fotografie half den Sowjetbürgern Sinn und Bedeutung herzustellen. Fotografie könne daher als eine prägende soziale Praxis im Spannungsfeld zwischen offiziellem Raum und dem Privaten verstanden werden. Dabei gelte es, die institutionelle Seite der Fotografie verstärkt zu beachten. Arbeiten über Ausstellungen, Agenturen, Zeitschriften und Fotoklubs könnten helfen, das Verhältnis zwischen Berufs- und Amateurfotografen, zwischen der politischen Führung und der Bevölkerung besser zu verstehen.

Ob die im Entstehen begriffenen Fotogeschichten jedoch vorhandenes Wissen und vorliegende Deutungen über die russisch-sowjetische Geschichte lediglich bestätigen und um die visuelle Dimension bereichern, oder ob sie darüber hinaus interpretative Eigenleistungen liefern und so die historiografische Ordnung herausfordern können, bleibt auch nach diesem aufschlussreichen Workshop mit Spannung abzuwarten.

Konferenzübersicht:

Welcome and Introduction
Katja Bruisch (Moskau), Isabelle de Keghel (Konstanz), Katharina Kucher (Tübingen) und Andreas Renner (Heidelberg/Tübingen)

Panel 1: Visualizing the Empire

Anja Burghardt (Salzburg): Hierarchical Orders in the Ethnographic Image

Laura Elias (Basel): Photography and Ethnography: A.N. Charuzin’s Travel to the Inner Horde

Ewa Manikowska (Warschau): Survey Photography and the Shaping of National and Cultural Identities in the Western Lands of the Russian Empire

Timothy Alexander Nunan (Cambridge, Mass.): An Empire Reframed? Soviet Documentary Photography in Postwar Central Asia

Discussant: Andreas Renner (Heidelberg/Tübingen)

Panel 2: Photography as Social Practice: The Making of Visual Orders

Nadezhda Krylova (Moskau): Police Photography in Russia in the Second Half of the XIX – early XX Centuries: Visualizing the Subject and the Type

Diljara Usmanova (Kazan'): Photographers in the Duma: Visualization of Political Life in Late Imperial Russia

Discussant: Isabelle de Keghel (Konstanz)

Panel 3: Visual Representation of Orders and Change

Lenka Fehrenbach (Basel): Industrial Images: The Representation of Industrialization in the Photographic Imagery of Empire

Oxana Gavrishina (Moskau): «…I can see the Red Square»: The Cultivation of Gaze in the 20th Century Photographs of the Red Square

Johanna Conterio (Cambridge, Mass.): The Photograph as Autobiography: The Photographs of Nikolai Doroshchuk, 1935-1939

Discussant: Maria Golovnya (Moskau)

Panel 4 (Part 1): Visual Discourses of the Other and of the Enemy. War Visions

Oksana Sarkisova (Budapest): “Why should you know this, son?”: The Heroic, the Banal and the Improbable Narratives of World War II on the Materials of One Domestic Photographic Archive

Erika Wolf (Otago): Photographs from the Battlefield in Frontovaia illiustratsiia and Front-Illustrierte: Images of the Enemy in Soviet Photographic Propaganda of the Great Patriotic War

Discussant: Alexander Ananyew (Moskau)

Panel 4 (Part 2): Visual Discourses of the Other and of the Enemy. War Visions

Martin Deuerlein (Tübingen): The Image of Détente: Photography and Soviet-American relations during the 1970s

Roman Krawielicki (Tübingen): Visualizing novoe myshlenie: The Photographic Dimension of the De-escalation of Soviet-American Threat Discourses in the Eighties

Philipp Casula (Zürich): The Other in Pictures of War and Peace in the Soviet Union and in Contemporary Russia

Discussant: Katharina Kucher (Tübingen)

Panel 5: Challenging the Established Order: Beyond Official Photography

Ulrike Huhn (Bremen): The Discovery of the Village? Ethnographic Fieldwork in Late Stalinism

Dina Gusejnova (London) / Olga Smith (London): The Aesthetics of zastoi: The Social Production of the Amateur in the last Soviet Decade

Eva Pluhařová-Grigienė (Berlin): The "Lithuanian Photographic School" as a Challenge to the Dominant (Visual) Order?

Discussant: Katja Bruisch (Moskau)

Concluding Discussion
Klaus Gestwa (Tübingen)

Anmerkungen:
[1] Siehe dazu Klaus Gestwa / Katharina Kucher, Visuelle Geschichte Russlands: der Blick auf das 19. Jahrhundert, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 60 (2012), S.481-488; Valerie A. Kivelson (Hrsg.), Picturing Russia. Explorations in Visual Culture, New Haven, Conn. 2008; Johanna Luetgebrune: Tagungsbericht zu: „Historische Bildforschung in der Osteuropäischen Geschichte“ an der Abteilung für osteuropäische Geschichte der Universität zu Köln (11.11.2011-13.11.2011), in: H-Soz-u-Kult, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?id=3696&view=pdf&pn=tagungsberichteberichte> (13.11.2013).
[2] Ivo Mijnssen: Tagungsbericht zu: „Russland in Bildern: Fotografiegeschichte vom Zarenreich bis zur Sowjetunion“ am Departement Geschichte der Universität Basel (07.12.2012), in: H-Soz-u-Kult, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?id=4664&view=pdf&pn=tagungsberichteberichte> (13.11.2013).
[3] Siehe dazu Jan Plamper, Geschichte und Gefühle. Grundlagen der Emotionsgeschichte, München 2012.

Zitation
Tagungsbericht: Photography and Visual Orders in the History of the Russian Empire and the Soviet Union, 02.10.2013 – 04.10.2013 Moskau, in: H-Soz-Kult, 26.11.2013, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5117>.
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Veröffentlicht am
26.11.2013
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