Antisemitism in East Central Europe. Ideas, Politics and Praxis of Jew-Hatred from a Comparative Perspective, ca. 1880-1939

Ort
Warschau
Veranstalter
Deutsches Historisches Institut Warschau; Jewish Historical Institute (JHI); European Network Remembrance and Solidarity (ENRS); Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA); Stephen Roth Institute for the Study of Contemporary Antisemitism, Tel Aviv
Datum
16.05.2013 - 18.05.2013
Von
Pascale Mannert, Internationales Graduiertenkolleg „Religiöse Kulturen im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts“, Ludwig-Maximilians-Universität München

Vom 16. bis 18. Mai wurde in Warschau eine Konferenz zum Problembereich des Antisemitismus in Ostmitteleuropa im Zeitraum von etwa 1880 bis 1939 durchgeführt. Die von Tim Buchen, Grzegorz Krzywiec, Piotr Kendziorek und Klaus Richter veranstaltete Konferenz stellte die so genannte „Jüdische Frage“ als relevant für das Verständnis der Antisemitismuskonstruktion ins Zentrum der Betrachtung und warf die Fragen auf, wie sie von welchen Akteuren interpretiert wurde, wie dabei die Grenzen des Sagbaren gezogen und welche Inhalte umgesetzt wurden. Welche neuen symbolischen Bedeutungen kamen im untersuchten Zeitrahmen auf, welche öffentlichen Diskurse fanden statt? Welche Rolle nahmen hierbei moralische und religiöse Argumente ein? Wie war die Beziehung zwischen Sprache und Tat zu beschreiben und verstehen?

In seiner Keynote stellte BRIAN PORTER-SZÜCS (Ann Arbor) Überlegungen zur „katholisch-jüdischen Frage“ vor. Das Adjektiv „katholisch“ sei ebenso vage wie jedes andere eine Ideologie bezeichnende, so dass die Notwendigkeit bestehe, den Bereich des Religiösen wieder als Mikrogeschichte aufzugreifen und zu untersuchen. Die Aufgabe der Wissenschaftler sei es, nicht primär der Lehre der Kirchenhierarchie zu folgen, sondern darauf zu fokussieren, welche Inhalte „Katholischsein“ auf der Alltagsebene umfasse. Er unterschied ein normatives Zentrum des Katholizismus, das von eindeutiger Häresie, aber auch von kontroversen Handlungen zu unterscheiden sei – und auf diese sei das Hauptaugenmerk zu richten.

MICHAEL MILLER (Budapest) eröffnete mit einem Vortrag zu Ungarn und untersuchte die Budapester Börse. Er skizzierte die Genese dieser sehr spät – erst 1864 – begründeten Börse und arbeitete heraus, dass der Name dieser von ungarischen Nationalisten zur „Regeneration der ungarischen Nation“ gefeierte Einrichtung in der Zwischenkriegszeit Antisemiten als Synonym für Budapester Juden galt. Der Autor stellte die Entwicklungslinien dar, die seit 1938 von antisemitischer Gesetzgebung mit dem Ziel des Ausschlusses jüdischer Bürger auch aus dem Wirtschaftsleben gezeichnet waren. Wenige Monate nach der ersten diskriminierenden Gesetzgebung beschloss die Verwaltung der Börse, einem Antrag von über hundert ihrer Mitglieder nachzukommen und das Haus erstmals an Jom Kippur nicht zu schließen – sie war bis dahin die einzige Einrichtung in Ungarn, die an Jom Kippur geschlossen war. Diese von gesetzlichem Ausschluss und Selbstzensur gezeichnete Politik des Lavierens zog es nach sich, dass die Börse bis Mai 1944 hunderten jüdischer Beschäftigter Schutz bieten konnte.

JÜRGEN HEYDE (Halle) stellte anschließend ein Projekt vor, das die Beziehung zwischen antisemitischen Autoren und ihren Lesern in Bezug auf Vorstellungen, Konstruktion und Führung einer antisemitischen In-Group durch den Ansatz eines „Narrativ des Handelns“ untersucht. Das Projekt prüft die historischen Bedingungen und den diskursiven Kontext der Narrative, das Bild der In-Group, aber auch die vorgeschlagenen Beziehungen zwischen dem Autor als Leiter und den Lesern als Anhänger. So beleuchtet das Projekt ein Kernproblem in der Entwicklung des modernen Antisemitismus: Die Evolution von Antisemitismus in eine soziale und politische Bewegung als einen Prozess der Kommunikation. Am Ende dieses Prozesses stand die Transformierung eines Programms in eine konkrete Politik.

DARIUS STALIŪNAS (Vilnius) begann am zweiten Konferenztag mit einem Vergleich der unterschiedlichen Entwicklungen, die antisemitische Pogrome in den litauischen und belarussischen Provinzen zum Beginn des 20. Jahrhunderts aufwiesen. Während in den belarussischen Provinzen zahlreiche Pogrome durchgeführt wurden, in denen zahlreiche Menschen starben, fanden in den litauischen Provinzen nicht nur zahlenmäßig weniger Pogrome statt, sondern diese zielten primär darauf, Sachwerte zu zerstören, was auf eine andere Zielsetzung der Täter schließen lässt. Staliūnas benannte russischen Nationalismus und Loyalität dem Reich gegenüber als Hauptgründe für die 1905 und 1917 durchgeführten Pogrome und führte für die stark unterschiedliche Zahl und Intensität nationale und religiöse Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede der Bevölkerung der belorussischen und der litauischen Provinzen als entscheidende Kriterien an.

DANIEL UNOWSKY (Memphis) konzentrierte sich in seinem Beitrag auf eine Facette der 1898 mehr als 400 Gemeinden erfassenden antijüdischen Aufstände in Westgalizien. Er fokussierte auf Gerichtsverfahren auf lokaler Ebene und legte dar, dass diese in starkem Maß dazu geführt hätten, vorhandene Gegensätze zu verhärten. Nicht nur in der vor allem polnischsprachigen Presse, sondern auch in den Urteilen wurden bestehende Narrative verstärkt: Der Ausbruch von Gewalt sei demnach in großen Teilen durch das Verhalten der jüdischen Bevölkerung provoziert worden; die gewalttätigen Katholiken seien die wahren Opfer. Nachdem die Anwendung kollektiver Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung zu einer stärkeren Vergemeinschaftung der nichtjüdischen Bevölkerung geführt hätte, zementierten die mehrere tausend Personen erfassende Gerichtsverfahren dieses Gefühl.

ALINA CAŁA (Warschau) ging im letzten Beitrag des zweiten Panels auf den Transfer antisemitischer Ideologien in Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein und konzentrierte sich dabei auf Russland, Deutschland und Frankreich und ging auch auf den Beitrag und die Rolle polnischer Akteure ein. Sie verfolgte die Entwicklung primär anhand von Zeitschriften, zeichnete die Übernahme von Stereotypen durch Übersetzungsprozesse nach und skizzierte unterschiedliche Reaktionen des katholischen Klerus’ und katholischer Publikationen in Frankreich und Polen.

Das dritte Panel eröffnete RICHARD FRANKEL (Louisiana), der in seinem Beitrag die Entwicklung des Antisemitismus in Deutschland und den USA für die zehn Jahre nach 1914 verglich und die Idee eines besonderen Antisemitismus in Deutschland zurückwies. Er legte dar, dass Mitte der 1920er-Jahre der Antisemitismus in Deutschland radikaler geworden war und dass – im Gegensatz zu der Situation in den Vereinigten Staaten – die Regierung von Antisemiten als Bestandteil einer gefühlten Bedrohung wahrgenommen worden sei. Diese Entwicklung sei in den USA in den 1930er- und 1940er-Jahren ebenfalls zu beobachten. Vor diesem Hintergrund ähnlicher Entwicklungen sei die These einer Nichtvergleichbarkeit des Antisemitismus in Deutschland und den Vereinigten Staaten nicht haltbar.

MACIEJ GÓRNY (Warschau) legte in einer breiteren Perspektive die Mechanismen dar, die sich hinter der im Ersten Weltkrieg ausgeübten Gewalt gegen Zivilisten verbergen. Seine Interpretation beruht auf drei Säulen, als die er Nervosität des Militärs, die Besessenheit der Öffentlichkeit und drittens ethnische Konflikte identifiziert. Die neue Art des Krieges habe die Militärs in einen Zustand von Nervosität und Überforderung geführt, auf die sie unter anderem durch Ausleben von Brutalität reagierten. Die von der Öffentlichkeit geteilte Angst und Anspannung habe einen Nährboden für Verschwörungstheorien dargestellt. Auf dieser Grundlage seien bestehende Vorurteile und ethnische Konflikte weiter gediehen, was die Anwendung von Gewalt befördert hätte.

EVA REDER (Wien) setzte sich mit Pogromen während des polnisch-ukrainischen und des polnisch-sowjetischen Krieges auseinander. Ins Zentrum ihrer Betrachtung stellte sie dabei Täter aus den Reihen des polnischen Militärs, das sie mit den Handlungen von Militärstreitkräften und Zivilisten der Westukrainischen Volksrepublik, Sowjetrusslands und Zentralukrainischer Kräfte konfrontierte, ehe sie die Reaktionen der Staatsgewalten zum Handeln ihrer jeweiligen Streitkräfte darlegte. Sie kam zu dem Ergebnis, dass in den ersten, sehr unruhigen Jahren der Zweiten Polnischen Republik das Bild von Juden als Polens inneren Feinden durch die beiden Kriege befördert wurde. Alle untersuchten Regierungen hätten Pogrome und antisemitische Ausbrüche gebrandmarkt, seien aber unter der Prämisse werdender Staatlichkeit und unter Kriegsbedingungen nicht in der Lage gewesen, sie zu verhindern.

EGLĖ BENDIKAITĖ (Leipzig) eröffnete das vierte Panel mit einem Beitrag zu Shimshon Rosenbaum, der im Gerichtssaal, im Parlament, auf diplomatischem Parkett und als Kommentator gegen Antisemitismus vorging und sich parallel in der zionistischen Bewegung vor allem Litauens hervortat. Sie zeichnete anhand seines Lebensweges die Genese des Antisemitismusverständnisses Rosenbaums nach und kontrastierte ihn mit der Interpretation Herzls. Sie verglich Herzls und Rosenbaums Herangehensweisen und Schlussfolgerungen zu diesem Problembereich und beurteilte ihre Werke als komplementär zueinander.

MILOSLAV SZABÓ (Prag) stellte den Wandel von jüdischen Selbstverteidigungsstrategien in der Tschechoslowakei dar. Die Situation der jüdischen Bevölkerung in der Slowakei und speziell Oberungarn war gekennzeichnet durch gegen sie verübte Gewalt, die von Staatspräsident Masaryk abgelehnt, die von der slowakischen Regierung aber nicht verfolgt und die teilweise auch von Angehörigen des Staatsapparates begangen wurde. Szabó legte dar, dass die von den Betroffenen jahrhundertelang praktizierte Strategie der Eingaben an die Inhaber politischer Macht zunehmend einer selbstbewusst auftretenden Strategie wich, die auch die Medien vor allem des Auslandes mit einbezog und in den Jahren vor der Unterzeichnung der Friedensverträge so das Bild in der öffentlichen Meinung vor allem unter den Alliierten beeinflusste.

Der Beitrag von AMOS MORRIS-REICH (Haifa) beschäftigte sich mit der Idee von Juden als „rassengemischtes Volk“. Er stellte eine 1883 aufgenommene Fotographie ins Zentrum seiner Betrachtung, die laut Angabe des Autors einen armenischen Juden im osmanischen Reich zeigte und die in verschiedenen Publikationen Luschans, Fishbergs, Feists und später des führenden NS-Rassentheoretikers zur Verkörperung des „Jüdischen Types“ in Europa stilisiert wurde. Er legte die Genese dieser Interpretation dar und zeichnete nach, wie Gegner von Antisemitismus und antisemitische Autoren zur Untermauerung ihrer divergierenden Theorien dieselbe Idee verfolgten und anhand derselben Fotographie veranschaulichen konnten.

ZUZANNA RADZIK (Warschau) setzte sich mit einem Untersuchungsfeld der Religionswissenschaft und Theologie auseinander und stellte Betrachtungen, die sich mit den jüdischen Wurzeln des Christentums und der Person Jesus beschäftigten, in den Fokus, wobei sie hier vor allem den protestantischen und katholischen Diskurs in Deutschland und den katholischen Diskurs in Polen herausstrich. Sie skizzierte die Entwicklungen, die zwischen den Polen der offiziellen Anerkennung des Alten Testaments und einem Bestreben, ein Christentum ohne Verbindung zum Judentum zu konstruieren, zur These der Bewertung des Alten Testamentes als in hohem Maße kritisch gegen Juden eingestellt und als „most anti-Semitic book“ führten.

NATALIA ALEKSIUN (Warschau) leitete das fünfte Panel mit einer Betrachtung des Phänomens ein, dass im Polen der Zwischenkriegszeit verschiedene antisemitische Unruhen an den Hochschulen – präziser: an den medizinischen Fakultäten – ihren Ursprung hatten, von wo aus sie erst auf den Campus und später auf die Stadt weiter getragen wurden. Sie stellte dar, dass verschiedene medizinische Fakultäten bereits in den 1920er-Jahren inoffiziell eine Zugangsbeschränkung für jüdische Studenten einführten und sich dabei an Prozentzahlen orientierten, womit sie den Forderungen rechter politischer Strömungen nachkamen. Sie fokussierte auf eine Besonderheit der an diesen Fakultäten erhobenen Forderungen, nämlich nach der Überlassung von Leichen jüdischer Verstorbener zu Ausbildungszwecken. Diese aus religiösen Gründen nicht erfüllbare Forderung wurde von ihren Anhängern als „Auslegung gleicher Rechte“ interpretiert, mit der Studentenaktivisten, Politiker und Journalisten versuchten, jüdische Staatsbürger von den Hochschulen fernzuhalten, um ihrer Vision eines polnischen Nationalstaates näher zu kommen.

ELISA BEMPORAD (New York) untersuchte die Anklage des Ritualmordes als modernes Phänomen im russischen und sowjetischen Kontext in den Jahren nach 1917 und fokussierte auf die Reaktionen der lokalen und übergeordneten Behörden und von Angehörigen der jüdischen Gemeinde auf erhobene Ritualmordbeschuldigungen. Sie zog einen vorläufigen Vergleich hiervon zwischen der Sowjetunion und Zwischenkriegspolen als den beiden Staaten mit der größten jüdischen Bevölkerung in Europa vor dem Holocaust und kam zu dem Ergebnis, dass jüdische Bürger in der Sowjetunion sich eher an übergeordnete staatliche Stellen wandten, während Opfer antisemitischer Vorwürfe in Polen sich eher an den Vatikan wandten und von ihm Schutz und Hilfe erwarteten als von dem Staat, dessen Bürger sie waren.

HANNA KOZIŃSKA-WITT (Rostock) betrachtete die Haltung des Krakauer Stadtrates hinsichtlich seiner Haltung zu antisemitischen Aufständen und seiner Finanzpolitik gegenüber der jüdischen Gemeinde. Sie teilte dabei die Zwischenkriegszeit entsprechend der Zusammensetzung des Rates in zwei Phasen. Während der ersten, liberalen Phase bestand der Rat über den ersten Weltkrieg hinaus weitgehend in der Vorkriegszusammensetzung weiter und blieb auch der Politik aus der Habsburgermonarchie treu. In der zweiten, demokratisch genannten und als autoritär beschriebenen Phase trat der Rat zunehmend in Distanz zur jüdischen Gemeinde. Entsprechend der Politik der Dekonfessionalisierung zog er sich zunehmend aus der Finanzierung jüdischer Pflegeeinrichtungen zurück, während jüdische Stadtviertel vor allem entsprechend den Erfordernissen des Tourismus und weniger anhand der Bedürfnisse der Bewohner modernisiert wurden. Zusammenfassend beurteilte die Autorin die städtische Politik Krakaus gegen die jüdische Gemeinde als zunehmend antisemitische Entwicklung.

PAUL BRYKCZYNSKI (Ann Arbor) unterzog die vorherrschende Interpretation der Wahl und Ermordung des ersten Präsidenten der Zweiten Polnischen Republik einer kritischen Betrachtung. Er tritt dafür ein, sie nicht als Machtverlust der politischen Rechten anzusehen, sondern versteht die beiden Ereignisse im Gegenteil als Sieg für die nationalistische Rechte und ihren antisemitischen Diskurs der „polnischen Mehrheit“, der vor der Präsidentenwahl den Slogan der „nationalen Einheit“ ersetzt hatte und vor allem Emotionen ansprach, ohne politische Inhalte ernsthaft zu tangieren. Diesem Dogma, so Brykczynski, hatte die Linke keine ähnlich wirkmächtige Vision gegenüberzusetzen. Die Wahl Narutowiczs zum Präsidenten zeige demnach weniger einen Konflikt zwischen „rechten“ und „linken“ politischen Inhalten, sondern einen tief liegenden Konflikt über die Bedeutung der polnischen nationalen Identität auf.

In der von HILLEL KIEVAL (St. Louis), FRANÇOIS GUESNET (London) und SCOTT URY (Tel Aviv) geleiteten Abschlussdiskussion wurden die Fragen, wie Ausscheitungen und Pogrome mit Forderungen nach antisemitischer Gewalt verbunden waren, ob diese ideologische Botschaften trugen und wie diese gegebenenfalls zu interpretieren sind, in den Fokus gestellt. Für den auf der Konferenz untersuchten Teilbereich Europas wurde unterstrichen, dass Antisemitismus hier in weit geringerem Ausmaß mit Symbolen arbeitete, als dies in westlicheren Regionen Europas geschah.

Die Überlegungen, sich in der Konferenz stärker auf den Zusammenhang zwischen Diskurs und Handlung zu konzentrieren, jüdische Agency intensiver in den Fokus der Betrachtungen zu stellen und den Blick stärker für Vergleiche zu öffnen, erwiesen sich als sehr fruchtbar. Die Vorträge unterstrichen, welches Potenzial diese Ansätze in der Erforschung des Transfers von Narrativen, von gewalttätigem Handeln und von Reaktionen hierauf bieten können.

Konferenzübersicht:

Keynote von Brian Porter-Szücs (Ann Arbor)

Panel I: Antisemitic Agendas. Economy, Religion and Politics

Michael Miller (Budapest): „The Strongest Fortress of Jewish Plutocracy“: The Budapest Stock Exchange and the Ant-Semitic Imagination.

Jürgen Heyde (Halle): From Pogrom to Politics. Narratives of Action in anti-Semitic Publications in Poland 1880-1939

Panel II: Antisemitism, Violence, and the Impact of Empire

Darius Staliūnas (Vilnius): Antisemitic Violence in Belarus and Lithuania in the Late Imperial Period

Daniel Unowsky (Memphis). Jews on Trial. The Search for Justice after the 1898 anti-Jewish Violence in Galicia

Alina Cała (Warsaw): Russian and German Transfer of Ideas into Polish Antisemitism. Exchange of Antisemitic Ideas between Germany, Russia and Poland)

Kommentar: Scott Ury (Tel Aviv)

Panel III: Antisemitism, Violence, and Nationalism during the First World War and the Immediate Post-War Period

Richard Frankel (Louisiana): The Enemy at Home. Antisemitism, Nationalism, and Anti-Communism in Germany and the United States, 1914 -1924.

Maciej Górny (Warsaw): The Enemy Within. Betrayal and Violence in Central and Eastern Europe during the First World War

Eva Reder (Vienna): Pogroms during the Polish-Soviet and the Polish-Ukrainian War. Protagonists, Motives, Receptions

Kommentar: Willian Hagen (Davis)

Panel IV: Antisemitism, Racism, and the Nation in East Central Europe in the Interwar Period

Eglė Bendikaitė (Leipzig): One Man’s Struggle: On Shimshon Rosenbaum’s Approach to Resist Ant-Semitism

Miloslav Szabó (Prague): Defense Practices of the Jewish People’s Union for Slovakia in the First Years of the Czekoslovak Republic

Amos Morris-Reich (Haifa): Photography in Economies of Demonstration: The Idea of the Jew as a Mixed Race People

Zuzanna Radzik (Warsaw): The de-judaization of Jesus in Polish Theology 1918-1939

Kommentar: François Guesnet (London)

Panel V: Mobilisation and Public Scandals. Antisemitism and its Rejection in the Second Polish Republic (Part I)

Natalia Aleksiun (Warsaw): Numerus clausus in the Second Polish Republic as a Case Study of Practical Anti-Semitism?

Elisa Bemporad (New York): Jews, State and Citizenship: Confronting the Ritual Murder Accusation in Interwar Soviet Union.

Kommentar: Katrin Steffen (Lüneburg)

Panel V: Mobilisation and Public Scandals. Antisemitism and its Rejection in the Second Polish Republic (Part II)

Hanna Kozińska-Witt (Rostock): Moderate anti-Semitism? Municipal politics in Kraków, 1918-1939.

Paul Brykczynski (Ann Arbor): Political Mobilization, Antisemitism, and the Murder of President Narutowicz

Kommentar: Ulrich Wywra (Berlin)

Round Table: Historiography on Antisemitism in East Central Europe. Results, Methods, and Desiderata (Final Discussion)

Hillel Kieval (St. Louis)

François Guesnet (London)

Scott Ury (Tel Aviv)

Zitation
Tagungsbericht: Antisemitism in East Central Europe. Ideas, Politics and Praxis of Jew-Hatred from a Comparative Perspective, ca. 1880-1939, 16.05.2013 – 18.05.2013 Warschau, in: H-Soz-Kult, 16.12.2013, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5143>.
Redaktion
Veröffentlicht am
16.12.2013