Protestantismus in den baltischen Ländern. Konfessionen, Ethnien und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918

Ort
Tübingen
Veranstalter
Werner Buchholz, Historisches Institut, Ernst-Moritz -Arndt-Universität Greifswald; Mathias Niendorf, Historisches Institut, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald; Anton Schindling, Seminar für Neuere Geschichte, Eberhard Karls Universität Tübingen
Datum
21.11.2013 - 23.11.2013
Von
Dennis Schmidt, Sonderforschungsbereich 923 „Bedrohte Ordnungen“, Eberhard Karls Universität Tübingen

Vom 21. bis 23. November diskutierte in Tübingen ein internationaler und interdisziplinärer Forscherkreis über den „Protestantismus in den baltischen Ländern“. Dabei standen – konzeptuell an zwei Tübinger Tagungen zu Ungarn und Siebenbürgen anknüpfend[1] – die Fragen nach „Konfessionen, Ethnien und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918“ im Mittelpunkt. Die Tagung war auch eine Fortsetzung und zugleich zeitliche und räumliche Erweiterung der vier Bände zu den baltischen Landen in Reformation und Konfessionalisierung.[2] Darauf verwies Anton Schindling(Tübingen) in seiner Einführung. In dem vorausgehenden Grußwort hatte Volker Drecoll (Tübingen), der Ephorus des Evangelischen Stifts, insbesondere zwei positive Aspekte des Tagungsprogramm herausgestellt: den regionalgeschichtlichen Schwerpunkt und den umfassenden Blick auf die Konfessionskultur.

In der ersten Sektion standen zwei grundlegende Referate auf dem Programm. WERNER BUCHHOLZ (Greifswald) konzentrierte sich auf terminologische Fragen bezüglich der Benennung des Raums zwischen der Finnischen Bucht und der Memel. Dabei nahm er den historischen Wandel der Benennungen dieses Raums, der keineswegs immer als Einheit verstanden wurde, in den Blick und betonte die Bedeutung der Quellensprache und ihrer Erschließung für das Verständnis der historischen Zeiten. JÜRGEN KAMPMANN (Tübingen) sprach zum „Luthertum als theologisches System“, wobei er schnell klar machte, dass eine Definition des Luthertums zum Scheitern verurteilt sei. Es gelang Kampmann danach aber das Luthertum über kirchliche Praxis, reformatorische Neuordnung sowie Konfessionsbilder deutlich zu konturieren. Dabei verwies er unter anderem auf den lutherischen Gottesdienst als konfessionelles Markenzeichen.

In der zweiten Sektion ging es um die theologischen Richtungen der Reformation in den baltischen Ländern. Über die Zeit der schwedischen Herrschaft, die er als eine Zeit des Kampfes gegen alle die lutherische Orthodoxie bedrohenden Elemente – Katholizismus, russische Orthodoxie, Judentum und Volksglaube – interpretierte, sprach ALEKSANDER LOIT (Uppsala). Er hob hervor, dass erst mit Schweden eine Gewalt mit ausreichender „Reformationsmacht“ auftrat, die in der livländischen Konföderation im 16. Jahrhundert noch fehlte. Nach der schwedischen Zeit habe sich dann der Pietismus als „erste wirkliche Volkskirche“ Bahn gebrochen. Über die frühe Phase der Reformation in Litauen referierte anschließend DAINORA POCIŪTĖ (Vilnius). Sie schilderte die Entwicklung der vier Konfessionen an Hand wichtiger Protagonisten und deren theologischen Positionen. Von Abraham Culvensis über Johann Hoppe oder Szymon Zacjusz bis hin zu Nicolaus Pac, dem einzigen zum Protestantismus konvertierten hohen katholischen Geistlichen des Großfürstentums.

In der dritten Sektion ging es um die Frage nach den Wegen und Mitteln der Konfessionalisierung. MATHIAS NIENDORF (Greifswald) verglich in seinem Vortrag den Adel, dessen Stellung als verbindendes Element der so verschiedenen Territorien verstanden werden könnte oder zumindest in einer vergleichenden Untersuchung zur Profilierung der jeweiligen Spezifika beitragen könnte. Der Gegensatz zwischen der Ritterschaft in Estland, Livland sowie Kurland und dem Adel in Litauen ist jedoch nicht zu übersehen, wenn ihnen auch eine rechtlich garantierte Stellung gemein war. So betonte Niendorf das starke Gefälle zwischen deutsch-baltischem Adel und den Untertanen, die durch die enge Verbindung zwischen lutherischen Adeligen und Pastoren verstärkt wurde, wohingegen der Abstand in Litauen geringer gewesen sei.

Es folgten zwei Vorträge zu den Reformierten im Großfürstentum Litauen. INGĖ LUKŠAITĖ (Vilnius) betonte für das 16. und 17. Jahrhundert den Wettbewerb der Konfessionen als Motor der Beschleunigung im konfessionell vielgestaltigen Großfürstentum. Lukšaitė zeigte anhand des Kirchenbaus, der seinen Höhepunkt an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert fand, auf, dass sich die Konfessionsbildung bis weit ins 17. Jahrhundert erstreckte. WOJCIECH KRIEGSEISEN (Warszawa) thematisierte die Rolle der Reformierten im 18. Jahrhundert. Entgegen gängiger Meinungen sei deren Situation in dieser Zeit keineswegs dramatisch gewesen. So gab es im Jahr 1716 45 Pfarreien mit 38 Geistlichen, 1748 hatte sich die Zahl sogar auf 48 Pfarreien mit 48 Geistlichen erhöht. Nichtsdestotrotz hätten sich die Reformierten in der Rolle einer bedrohten Minderheit befunden, eine intensive karitative Tätigkeit dagegen als Schutzschild fungiert.

MATTHIAS ASCHE (Tübingen) rückte auf Grund der guten Forschungslage zum Bildungsverhalten der Studenten aus den baltischen Ländern einige grundlegende Aspekte in den Mittelpunkt. Einerseits war dies die Frage nach dem „ausbildungsbedingten Migrationssystem“ der Studenten, das durch ein Nord-Süd- und Ost-West-Gefälle gekennzeichnet war. Asche betonte die individuelle Entscheidung der einzelnen Studenten, die für ihre Studienortwahl neben strukturellen Ursachen ausschlaggebend war. Andererseits wurde im Vortrag die Bedeutung des Stipendienwesens deutlich. Diese strukturellen Elemente der Studentenmigration würden sich dazu eignen, die überterritorialen Bildungstraditionen sichtbar zu machen. Den letzten Vortrag der dritten Sektion übernahm TRUDE MAURER (Göttingen) mit Ausführungen zur Universität Dorpat von deren Neugründung 1802 bis zum Ende des Zarenreichs. Dabei sah sie drei Dimensionen der Universität: 1. Die protestantische Universität des Russischen Reichs. 2. Dorpat als deutsche Universität im Russischen Reich. 3. Russifizierung und Jur’ev. Zusammenfassend kam Maurer zum Schluss, dass im multiethnischen Zarenreich durchaus Platz für eine protestantische und deutsche Universität gewesen wäre, diese jedoch durch eine zunehmend nationalstaatliche Russifizierung in Frage gestellt wurde.

Den ersten Abendvortrag der Tagung hielt KRISTA KODRES (Tallinn). Sie lieferte eine reiche Bilderschau zur Sepulkralkultur in Estland und Livland im 16. und 17. Jahrhundert, die sie mit normativen Texten – der kurländischen Kirchenordnung, dem schwedischen Kirchengesetz oder Aussagen Luthers – in Beziehung setzte. Deutlich wurde in ihrem Vortrag die Einbindung des baltischen Raums in gesamteuropäische Diskurszusammenhänge, die sich auch in den überlieferten Kunstwerken, deren Reichtum und Fülle manchen deutschen Zuhörer überraschte, manifestierte.

Am Freitag ging es zunächst in der vierten Sektion um Volkssprache, Schule und Literatur. RAIMO RAAG (Uppsala) trug über die Rolle des Estnischen vor. Er teilte die Entwicklung des Estnischen – binnendifferenziert in Tartu- und Tallinnestnisch – in vier Perioden ein: 1. Verschriftung (16. und erste Hälfte 17. Jahrhunderts); 2. Standardisierung von zwei Schriftsprachen (1629-1719); 3. Periode von zwei Schriftsprachen (1719-1803); 4. Ausbaus einer Gemeinsprache (19. und frühes 20. Jahrhundert). Dabei verwies Raag unter anderem auf die Rolle religiöser Schriften und ab dem 18. Jahrhundert dann besonders der Herrnhuter für das Estnische. Über das Lettische referierte PĒTERIS VANAGS (Riga / Stockholm). Auch hier war der Einfluss religiöser – zumeist lutherischer – Texte sehr hoch. So wurde die Bibelausgabe von 1739 zum zentralen normierenden Text. Für die Entwicklung der lettischen Schriftsprache war vor allem der vormals schwedische Teil von Bedeutung, da hier durch das dichte Netz an Volksschulen die Alphabetisierungsrate wesentlich höher lag. Über die Verbindung von Sprache, Elementarschule und Luthertum bei den Litauern sprach als letzte Referentin der Sektion LIANE KLEIN (Greifswald). Vor den Teilungen Polens betonte sie die Bedeutung Großlitauens (Großfürstentum) für die Entwicklung des Litauischen gegenüber Kleinlitauen (Preußen und Memelgebiet). So galt dies für die Übersetzung des Kleinen Katechismus Martin Luthers 1542, dessen Vorwort eine Art Schulfibel bildete. Nach den Teilungen Polens sei es Preußisch-Litauen gewesen, das den russischen Teil an Einfluss auf das Litauische übertroffen habe. Klein verwies hier besonders auf die Rolle der „Bücherträger“, die nach dem Verbot des Drucks der litauischen Sprache in lateinischen Lettern für den Bücherschmuggel verantwortlich waren.

Den Anfang der fünften Sektion machte IRENA VAIŠVILAITĖ (Vilnius / Rom) mit ihrem bilderreichen Vortrag zur Architektur der reformierten Gemeinden im Großfürstentum Litauen. Dabei gelang es ihr aufzuzeigen, dass sich vor der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kein Denken in konfessionellen Stilkategorien feststellen lässt. Kirchen sollten vielmehr allgemein den Kultplatz markieren. Erst im Inneren – auch hier oftmals erst in der Ikonographie und nicht im Stil – würden konfessionelle Unterscheidungsmerkmale erkennbar. Der protestantischen Kirchenmusik wandte sich VILIS KOLMS (Riga) in seinem mit Musikbeispielen untermalten Vortrag zu. Die ersten Gesangsbücher seien in den baltischen Ländern auf Deutsch 1530/1537, auf Lettisch 1587 erschienen. Kolms stellte verschiedene Autoren von Kirchenliedern vor, unter denen im 16. Jahrhundert Andreas Knöpken herausragte, dessen Kirchenlieder auch in Norddeutschland gesungen wurden.

Zwei Vorträge zu den Herrnhutern beschlossen die Sektion. GUNTRAM PHILIPP (Rösrath) arbeitete die Wirkung der Brüdergemeine unter den Esten und Letten als Verbündete der Bauern heraus. Darüber hinaus hätten die Herrnhuter die Esten und Letten in ein internationales Netzwerk eingebunden, bei der Überwindung des Analphabetentums entscheidend mitgewirkt und durch die den Frauen zugestandene Laienfunktion auch Anfänge der Frauenemanzipation ermöglicht. JOUKO TALONEN (Helsinki) unterfütterte diese Thesen mit weiteren Beispielen. Bis zu zehn Prozent der Esten seien zeitweise Herrnhuter gewesen, wofür auch die charismatische Persönlichkeit Zinzendorfs eine Rolle gespielt habe. Mit den Fragen nach der demokratisierenden Funktion durch soziale Nivellierung und der Verbindung herrnhutischen Kirchengesangs mit dem Nationalgesang lieferte Talonen weitere Dimensionen des Wirkens der pietistischen Missionare.

An OJĀRS SPĀRĪTIS (Riga) war es den Abendvortrag am Freitag zu übernehmen. Er referierte über protestantischen Kirchenbau und sakrale Kunst im heutigen Lettland vom 16. Jahrhundert bis 1918. Bei der Kirchenvisitation 1566 seien 35 Kirchen und 25 Kapellen aus vorreformatorischer Zeit in Benutzung gewesen. Er lieferte dann eine Reihe von städtischen und ländlichen Beispielen für den protestantischen Kirchenneubau, als dessen Charakteristikum vor allem die Einturmfassaden ins Auge stechen. In der sakralen Kunst zeigte Spārītis die europäische Einbindung Lettlands auf, so zum Beispiel an Kopien berühmter Gemälde, wie zum Beispiel Raffaels Transfiguration Christi.

Am Samstag ging es in der sechsten Sektion um den Zusammenhang zwischen Protestantismus und nationalen Bewegungen. JUHAN KREEM (Tallinn) sprach über die Esten, wobei er deutlich machte, dass die Verbindung von Luthertum und estnischer Nationalbewegung schwer greifbar ist. An das Luthertum der Deutschbalten konnte nur schwer angeknüpft werden, dafür an die Herrnhuter, welche die Esten eigentlich erst zu Christen gemacht hätten. Trotz einer kritischen Position zum als deutschbaltisch verstanden Luthertum konstatierte Kreem für die estnische Nationalbewegung doch einen nicht unerheblichen Einfluss, so waren mit Villem Reiman und Jakob Hurt wichtige Vertreter nationaler Ideen lutherische Pfarrer. Ein anderes Bild zeichnete VALDA KĮAVA (Riga) in Bezug auf die Letten. Die Abgrenzung gegenüber dem als „deutscher Herrenkirche“ verstandenen Luthertum sei hier wesentlich schärfer gewesen. So erklären sich auch Forderungen nach einer lettischen Kirche oder der Bezug auf die heidnische Vergangenheit der Jung-Letten. Kaum zu überschätzen sei dagegen die Bedeutung der Herrnhuter für die Herausbildung einer nationalen Intellektualität – so findet sich auch eine Übereinstimmung zwischen den Zentren der Herrnhuter und denen der Nationalbewegung.

Über die Litauer referierte SILVA POCYTĖ (Klaipėda). Hierbei war besonders die Teilung Litauens in einen mehrheitlich katholischen (Russland) und einen mehrheitlich protestantischen Teil (Preußen) wichtig. Nach dem Druckverbot 1865 florierte der Bücherschmuggel aus Preußen. Der kleine und ethnisch durchmischte Anteil der Protestanten im russischen Litauen habe keinen eigenen Flügel der litauischen Nationalbewegung gebildet. RIHO ALTNURME (Tartu) sprach über die Deutschbalten. Eine eigene baltische Identität habe sich bei dieser Gruppe in den 1870er-Jahren herausgebildet, vor allem auf Basis der seit den 1830er-Jahren stetig zunehmenden Gegnerschaft gegenüber dem als unterdrückerisch verstandenen Zarenreich. Altnurme interpretierte den Nationalismus der Deutschbalten dezidiert als Reaktion auf Russifizierungsmaßnahmen und die Jung-Esten bzw. Jung-Letten; die Angleichung an einen allgemeindeutschen Patriotismus sei eine Entwicklung des 20. Jahrhunderts. Die lutherische Kirche habe dabei Zuflucht vor dem russischen Nationalstaat geboten, was ihren deutschen Charakter stärkte.

Vier Kommentare standen am Schluss. OTFRIED CZAIKA (Oslo) betonte den Kulturtransfer, die Frage nach der spezifischen Konfessionalität überlieferter Artefakte und das dominante „Herrnhutische Geschichtsbild“. THOMAS KUHN (Greifswald) fragte nach unterschiedlichen Formen von Kirchlichkeit, dem Spezifikum des Pietismus in den baltischen Ländern und machte die Notwendigkeit einer komparatistischen Einordnung des „baltischen“ Luthertums deutlich. JENS E. OLESEN (Greifswald) machte ein Spezifikum der baltischen Länder in ihrem Charakter als Grenzzone fest. Zur Einteilung des Luthertums schlug er vier Phasen (Ankommen, Verankerung, Verbreitung, Weg in die Nation) vor. KLAUS GARBER (Osnabrück) betonte die Wichtigkeit regionalgeschichtlicher Fragestellungen, angesichts einer Tendenz zur Universalgeschichte.

In der Abschlussdiskussion wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit die baltischen Länder nicht nur Rezeptions-, sondern auch Distributionsraum waren, damit also kaum einfach nur Peripherie Europas waren. Zum Abschluss verwies Schindling auf die Wichtigkeit terminologischer Fragen und beklagte die oftmalige Vernachlässigung des ostmittel- und osteuropäischen Raums im Allgemeinen und im Besonderen auch in der Geschichtswissenschaft, in der zu oft ein auf Westeuropa fixiertes Europabild vorherrsche.

Dass der Blick auf vermeintliche Peripherien lohnen kann, zeigte sich auf der Tagung. Das Luthertum prägte einerseits den baltischen Raum, andererseits bildeten sich dort auch ganz spezifische Ausformungen heraus, die auch in der reichen Kunst der baltischen Länder ihren Ausdruck fanden.

Konferenzübersicht:

Volker Drecoll (Tübingen), Grußwort

Anton Schindling (Tübingen), Einführung

Sektion I: Die Grundlagen
Moderation: Thomas Kuhn (Greifswald)

Werner Buchholz (Greifswald), Der geographische und politische Raum: Baltische Lande und Baltikum vom 16. Jahrhundert bis 1918

Jürgen Kampmann (Tübingen), Das Luthertum als theologisches System

Sektion II: Die theologischen Richtungen der Reformation
Moderation: Otfried Czaika (Oslo)

Aleksander Loit (Uppsala), Der Kampf der evangelisch-lutherischen Kirche gegen andere Konfessionen in den baltischen Provinzen Schwedens im 17. Jahrhundert

Dainora Pociūtė (Vilnius), Protestant Confessions of faith in the early period of Lithuanian Reformation

Sektion III: Wege und Mittel der Konfessionalisierung
Moderation: Jens E. Olesen (Greifswald)

Mathias Niendorf (Greifswald), Der Edelmann in Litauen – das Funktionsäquivalent zum estländischen und lettländischen Gutsherrn?

Ingė Lukšaitė (Vilnius), Reformierte im Großfürstentum Litauen im 16. und 17. Jahrhundert. Besonderheiten der litauischen Reformationsgeschichte

Wojciech Kriegseisen (Warszawa), Reformierte im Großfürstentum Litauen im 18. Jahrhundert

Matthias Asche (Tübingen), Studenten aus den baltischen Landen und dem Großfürstentum Litauen an protestantischen Bildungsanstalten im Heiligen Römischen Reich – Grundstrukturen der „peregrinatio academica“ in der Frühen Neuzeit

Trude Maurer (Göttingen), Konfessionen und Ethnien an der Universität Dorpat-Jur'ev unter wechselnden politischen Rahmenbedingungen

Öffentlicher Abendvortrag
Krista Kodres (Tallinn), Ars moriendi: Begräbnisrituale und „Kunst des Sterbens“. Grabdenkmäler, Epitaphien in den evangelischen Kirchen Estlands und Livlands im 16. und 17. Jahrhundert

_Sektion IV: „Volkssprache“, Elementarschule und Literatur als Mittel
der Verbreitung des Protestantismus_
Moderation: Márta Fata (Tübingen)

Raimo Raag (Uppsala), „Volkssprache“, Elementarschule und Bekenntnis bei den Esten

Pēteris Vanags (Riga / Stockholm), „Volkssprache“, Elementarschule und Bekenntnis bei den Letten

Liane Klein (Greifswald), „Volkssprache“, Elementarschule und Bekenntnis bei den Litauern

Sektion V: Etablierung und Festigung der protestantischen Konfessionskultur
Moderation: Anton Schindling (Tübingen)

Irena Vaišvilaitė (Vilnius / Rom), Architecture and art of reformed ecclesiastical communities
in the Grand Duchy of Lithuania – monuments and state of research

Vilis Kolms (Riga), Protestantische Kirchenmusik in den baltischen Landen

Guntram Philipp (Rösrath), Die Wirksamkeit der Herrnhuter Brüdergemeine unter den Esten und Letten im 18. und 19. Jahrhundert

Jouko Talonen (Helsinki), Herrnhutian religious-cultural, national, and socio-political influence in the Baltic area in 18th–19th centuries

Öffentlicher Abendvortrag
Ojārs Spārītis (Riga), Protestantischer Kirchenbau und sakrale Kunst im Gebiet des heutigen Lettland bis 1918

Sektion VI: Protestantismus und nationale Bewegungen bis 1918
Moderation: Mathias Niendorf (Greifswald)

Juhan Kreem (Tallinn), Protestantismus und nationale Bewegung bei den Esten

Valda KĮava (Riga), Protestantismus und nationale Bewegung bei den Letten

Silva Pocytė (Klaipėda), Protestantismus und nationale Bewegung bei den Litauern

Riho Altnurme (Tartu), Protestantismus und nationale Bewegung bei den Deutschbalten

Kommentierung der Tagung

Otfried Czaika (Oslo)

Klaus Garber (Osnabrück)

Thomas Kuhn (Greifswald)

Jens E. Olesen (Greifswald)

Schlussdiskussion
Moderation: Anton Schindling (Tübingen)

Anmerkungen:
[1] Márta Fata / Anton Schindling (Hrsg.), Calvin und Reformiertentum in Ungarn und Siebenbürgen. Helvetisches Bekenntnis, Ethnie und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918, 2. Aufl. Münster 2012; Tagungsbericht Luther und die Evangelisch-Lutherischen in Ungarn und Siebenbürgen. Augsburgisches Bekenntnis, Ethnie und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918. 22.11.2012-24.11.2012, Tübingen, in: H-Soz-u-Kult, 18.03.2013 <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4702> (27.2.2014).
[2] Matthias Asche / Werner Buchholz / Anton Schindling (Hrsg.), Die baltischen Lande im Zeitalter der Reformation und Konfessionalisierung, 4 Bde., Münster 2009-2012.

Zitation
Tagungsbericht: Protestantismus in den baltischen Ländern. Konfessionen, Ethnien und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918, 21.11.2013 – 23.11.2013 Tübingen, in: H-Soz-Kult, 14.03.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5266>.