Leerer Raum: Raumbilder, Ordnungswille und Gewaltmobilisierung

Ort
Hamburg
Veranstalter
Ulrike Jureit, Hamburger Institut für Sozialforschung
Datum
13.02.2014 - 15.02.2014
Von
Philipp Meyer, Lehrstuhl „Geschichte und Kulturen der Räume in der Neuzeit“, Universität Erfurt

Die Tagung war thematisch im Schnittpunkt von Raum, Ordnung und Gewalt angesiedelt. Dabei standen die Konzepte des ‚Gewaltraums’, des ‚leeren Raums’ und einer räumlich gedachten ‚Frontier’ im Zentrum. So konsensfähig Fragen nach dem Zusammenhang von Gewalt und Raum im historisch-soziologischen Wissenschaftsdiskurs mittlerweile sind, so sinnvoll erscheint andererseits eine Schärfung der Begrifflichkeiten. Denn konventionell verwendete Begriffe wie Stadt, Region oder Staatsterritorium dienen oftmals nur als „Handlungscontainer“, mithin als bloße narrative Rahmungen ohne analytischen Mehrwert. Wie kann Raum darüber hinaus als Kategorie dienen, die Konstellationen schärfer oder neu konturiert, anstatt komplexe Lagen in universale Gewaltausübung aufzulösen und Differenzen einzuebnen?

Nach der Begrüßung durch ULRIKE JUREIT vom Hamburger Institut für Sozialforschung hielt TIMOTHY SNYDER (New Heaven) den einführenden Abendvortrag. Dabei betonte er zu Beginn noch einmal den zentralen Zusammenhang von Raum und Gewalt. Raum als Kategorie für eine Globalgeschichte des Holocaust sei sowohl auf der Ebene der Vorstellungen Hitlers wie auch auf der Ebene des historischen Geschehens zu bestimmen. Für Hitler sei die gesamte Erdoberfläche der Raum der Rassenkämpfe gewesen, die den Status elementarer Naturgesetze besessen hätten. „To Hitler struggle is all there is“, so Snyder.

In seinem Kommentar machte JOHANNES HÜRTER (München) darauf aufmerksam, dass Snyder zwei unterschiedliche Zugänge zur Kategorie „Raum“ verwende. Einen, der über Hitlers Vorstellungen führe, dem Hürter sich anschließen könne und denjenigen, den Snyder in seinem Buch „Bloodlands“ wähle und den er kritisch sehe. Der Raumbegriff sei hier ein bloßer Handlungsrahmen, selbst aber keine analytische Kategorie. Hürter fasste seine Kritik am Begriff der ‚Bloodlands’ noch einmal pointiert zusammen, indem er betonte, dass dieser lokale Differenzen der Gewaltausübung zu wenig beachte und die Gewalt hier einen „ubiquitären und unspezifischen“ Charakter aufweise und somit insgesamt eine Komplexitätsreduktion darstelle.

In seiner Antwort betonte Snyder, dass man keine Geschichte schreiben könne, ohne zu vergleichen. Man müsse dies auch zwischen den Systemen der Sowjetunion und des Nationalsozialismus tun. Die ‚Bloodlands’ seien eine analytische Kategorie, insistierte Snyder, die zu erklären versuche, warum in diesem spezifischen Raum zwischen 1933 und 1945 14 Millionen Menschen ermordet wurden. Als zentralen Faktor machte Snyder dafür den „overlap“ der beiden totalitären Systeme aus, der die ‚Bloodlands’ konstituiert und zur Zerstörung staatlicher Strukturen geführt habe. Nur dort, wo diese Bedingungen gegeben waren, konnte der Holocaust stattfinden. Snyder forderte zudem dazu auf, möglichst alle verfügbaren Quellen in die Analyse einzubeziehen, nicht nur die deutschen. Nur multiperspektivisch ließe sich ein umfassendes Bild des Holocaust gewinnen: „There are conditions beyond Germany.“

In Ihrer Einführung zur Tagung hob Ulrike Jureit zunächst die verschiedenen regionalen und zeitlichen Zugänge der Tagungsbeiträge hervor. Jureit verankerte die drei Dimensionen von Ordnung, Raum und Gewalt in dem Konzept ‚Gewaltraum’. Dieser sei ein sozialer Raum, indem jedoch grundlegend andere Bedingungen als in „Normalgesellschaften“ herrschten. Man könne hier von einer „Entriegelung sozialer Sicherungen“ sprechen. Als weitere Konzepte könnten der ‚leere Raum’ sowie die räumlich gedachte ‚Frontier’ dienen. Beide stellten laut Jureit „Arbeitsfiktionen“ kolonialer Herrschaft dar. Die Historikerin wies dabei auf die fundamentale Funktion der Kartographie hin. Sie sei es, die die ‚leeren Räume’ konstruiere und damit ein wesentliches Moment von Gewaltlegitimation darstelle. Die vermeintlichen Leerstellen besaßen nach Jureit einen appellativen Charakter, der bereits ein ‚natürliches Recht’ auf Landnahme suggerierte.

Die erste Sektion eröffnete FELIX SCHNELL (Berlin) mit seinen „Überlegungen zum Gewaltraum“. Er plädierte dabei für eine Analyse des ‚Gewaltraums’ als sozialen Raum im Sinne Henri Lefebvres. Gewalt stifte soziale Gemeinschaft und produziere spezifische Räume, die Chancen ermöglichten, Bedürfnisse durchzusetzen. Macht in Gewalträumen ohne Machtmonopol weise stets einen flüchtigen Charakter auf. In Bezug auf habitualisierte Gewaltausübung betonte Schnell, dass ‚Gewalträume’ gegenüber anderen sozialen Räumen gewissermaßen unterkomplex seien. Dies sei eine Ursache für die zu beobachtende, erstaunlich schnell erfolgende Gewöhnung sozialer Gruppen an den Umgang mit Gewalt.

MICHAEL RIEKENBERG (Leipzig) beschrieb in seinem Beitrag die ‚Frontier’ als einen „gewaltoffenen Raum“. Gewalt sei hier grundlegend an der Konstituierung sozialer Ordnung beteiligt gewesen. Spezifisch an der Situation Lateinamerikas sei es zudem, dass bis Mitte des 19. Jahrhunderts staatliche Funktionen in der ‚Frontier’ von lokalen, nichtstaatlichen Akteuren erfüllt wurden. „Multiethnische Kriegsbanden erklärten hier Krieg und Frieden, nicht der Staat.“ Die lokalen Akteure der ‚Frontier’ hätten ökonomisch von den nichtstaatlichen und multiethnischen Ordnungsformen profitiert und mit Erfolg den gewaltsamen Zugriff des Staates verhindern können. In der lateinamerikanischen ‚Frontier’ konnte somit staatliche, auf Ethnisierung beruhende Gewalt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nicht operationalisiert werden, da hier ethnische Konzepte nicht gegriffen hätten.

MICHAEL PESEK (Berlin) begann die zweite Sektion mit einem Sprung nach Afrika und beschrieb dort das „Zwischenseegebiet“ im östlichen Afrika des 19. Jahrhunderts als einen ‚Gewaltraum’. Dabei zeigte er auf, dass hier verschiedene transnationale und regionale, staatliche und private Akteure ihre Projekte der Landnahme verfolgten. Pesek betonte insbesondere das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Gewaltkulturen, die verschiedene Wissensformen des Krieges implizierten. Das Bild des asymmetrischen Konfliktes zugunsten der Europäer, der von Anfang an entschieden gewesen sei, bezeichnete Pesek als konventionelles Narrativ, welches sich mit dem Konzept des ‚Gewaltraums’ hinterfragen ließe. Der ‚Gewaltraum’ eigne sich hierfür sehr gut, denn er nehme staatliche Akteure in ihrer Bedeutung zurück und ermögliche es, heterogene und komplexe Gewaltkonstellationen in den Blick zu nehmen.

SOEREN URBANSKY (Freiburg) wandte sich der Mandschurei nach der Öffnung durch die Qing-Dynastie um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu. Er charakterisierte sie als das „Herzland des Imperialismus in Asien“. Hier sei der Begriff vom ‚leeren Raum’ zunächst jedoch keine Metapher gewesen, sondern die Erschließung des Gebietes durch Russland und Japan habe tatsächlich erst Infrastrukturen geschaffen. Das wichtigste Mittel des Imperialismus sei dabei die Eisenbahn gewesen. Die Räume, die Japan und Russland erschlossen, waren enge territoriale Korridore entlang dieser Eisenbahnstrecken. In den „imperialen Phantasien“ der beiden Kolonialkräfte blieben die Han-Chinesen gänzlich unerwähnt. Diese hätten die Erschließung indes genutzt und die Mandschurei intensiv besiedelt. In der Wahrnehmung Russlands und Japans sei die Mandschurei dennoch ein von Han-Chinesen ‚leerer Raum’ geblieben. Hier diente der ‚leere Raum’ als ‚Arbeitsfiktion’ imperialer Mächte, die den Raum gemäß ihrer Imaginationen entleerten.

RICARDA VULPIUS (München) sprach anschließend über Raum und Ordnungskonzepte im Süden Russlands während des 18. Jahrhunderts. In das politische Denken der russischen Elite seien territoriale Konzepte dabei erst allmählich eingedrungen. Schon Peter I. galten die nomadischen Kasachen als Schlüssel für Handelsbeziehungen nach Asien. Die nomadische Lebensweise der Kasachen verhinderte jedoch, dass sie als Mittler dienen konnten. Deswegen vollzog sich laut Vulpius eine wichtige Transformation in der räumlichen Ordnung des russischen Südens. Die Zaren begannen mit dem Bau von „Linien“, einem gigantischen Vorposten- und Befestigungssystem von über 2000 Kilometer Länge. Erstmals sei damit eine klare Grenze und eine Differenzierung zwischen ‚Innen’ und ‚Außen’ geschaffen worden. Die Steppe fungierte in der Folge im Rahmen einer russischen Konzeption der „trans-frontier“ als Grenzschutz und als Übergangszone zum imperialen Konkurrenten China.

Um Linien ging es auch im Vortrag von EVA BISCHOFF (Jerusalem) zu den Kolonial- und Siedlungspolitiken um 1830 im „Van-Diemen’s Land“, dem heutigen Tasmanien. Der Gouverneur der britischen Kolonie, Sir George Arthur, war bemüht, die ethnisch heterogene Bevölkerung aus Indigenen und Europäern als britische Untertanen mit gleichen Rechten darzustellen. Jedoch wurde realiter die autochthone Bevölkerung sukzessive vertrieben, bzw. in bestimmte Zonen der Insel verwiesen, die nicht ihren nomadischen Lebensgewohnheiten entsprachen. Bischoff führte hier aus, dass im juristischen Verständnis der Briten „Van-Diemen’s Land“ eine ‚terra nullius’, ein ‚leerer Raum’, gewesen sei, den man in Besitz nehmen konnte. Als sich der Konflikt zwischen den Indigenen und den Siedlern im Laufe der 1820er Jahre gewaltsam zuspitzte, initiierte der Gouverneur das Unternehmen „Black Line“: Im November 1830 durchkämmten tausende Siedler, zu Reihen formiert, die Insel, um „Natives“ gefangen zu nehmen. Der äußerst bescheidene Erfolg änderte allerdings nichts an der weiteren Durchführung der kolonialen Landnahme. Das Unternehmen „Black Line“ stellte für Bischoff dabei einen „Beinah-Genozid“ dar, der den Prozess der räumlichen Segregation verfestigt habe.

JENS-UWE GUETTEL (University of Pennsylvania) ging der in den USA vieldiskutierten These nach, inwieweit die US-amerikanische Kolonisierung des Westens die deutsche ‚Ostpolitik’ bis 1945 geprägt habe. Gleich zu Beginn verneinte Guettel die These, wonach die US-amerikanische ‚Frontier’ eine Vorbildfunktion besessen hätte. Zwar stellten die USA tatsächlich ein Modell für die deutsche Kolonialpolitik in Afrika dar, diese Funktion habe sich aber schließlich im Ersten Weltkrieg aufgelöst. Liberale Denker hätten sich mehrheitlich von den USA – enttäuscht über deren Kriegseintritt – abgewendet. Die Nazis hätten indes den Kolonialismus des Kaiserreichs von Grund auf als „jüdisch-liberal“ und den US-amerikanischen Rassismus als demokratisch und „kasuistisch“ abgelehnt. Für Hitlers Überlegungen spielten die USA in der Konsequenz somit kaum eine Rolle.

MIRIAM RÜRUP (Hamburg) beschloss die dritte Sektion mit Überlegungen zu der Frage, ob die zionistische Darstellung Palästinas einen ‚leeren Raum’ impliziert habe. Zunächst stellte Rürup die These auf, dass es sich aus Sicht des Zionismus, besonders aus Sicht des „Besiedlungszionismus“, bei Palästina generell um einen Imaginationsraum gehandelt habe. Dies kulminiere in der Formel des ‚Erez Israel’. Rürup ging dann vor allem auf bildliche Darstellungen Palästinas ein und stellte hier die These auf, dass die gezeigten Landschaften ‚leere Räume’ darstellten, die jedoch den „erlösenden“ Boden für die jüdischen Sieder bereithielten Das Schlagwort „Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land“ fand laut Rürup auch in die Bildprogramme des Zionismus Eingang. Es existierten jedoch vorübergehend auch andere Besiedlungsprojekte, so in Uganda und Birobidschan. Schließlich sei Palästina jedoch das Land geblieben, das einen „Container darstellte, der Platz für Projektionen bot.“ Dabei, so Rürup abschließend, beinhalteten die von Palästina zirkulierenden Bilder nicht nur „Leere“, sondern immer auch „Weite“ und markierten so aus zionistischer Perspektive das ideelle Gegenbild zur Mauer des Ghettos.

Die vierte Sektion eröffnete MICHAEL SCHWARTZ (Berlin) mit einer Globalperspektive der „ethnischen Säuberungen“. Schwartz kennzeichnete den Ersten Weltkrieg dabei als „Dammbruch für ethnische Säuberungen“. Demnach wurden zwar bereits vorher in den Peripherien der europäischen Imperien ethnische Vertreibungen durchgeführt, im Zuge des Ersten Weltkrieges gelangten sie dann aber auch in die Zentren. Als frühe „Säuberungs-Labore“ beschrieb Schwartz den Balkan, Kleinasien und die europäischen Siedler-Kolonien. Schwartz insistierte in diesem Zusammenhang darauf, dass ethnische Säuberungen Produkte der modernen Zivilisierung und Ethnisierung seien. Die Wissenschaft habe diese „Ethno-Gewalt“ stets flankierend abgesichert. Zunächst beschränkt durchgeführte Gewalt- und Vertreibungsphantasien gegen „zweifelhafte Bevölkerung“ wuchsen sich im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts zu Großraumphantasien und uneingeschränkter Gewalt aus. Schwartz konstatierte dabei eine zunehmend präventive Logik der politischen, militärischen und intellektuellen Eliten. Demnach war man bestrebt, ‚Problemen’ zuvorzukommen und ‚Tatsachen zu schaffen’.

Abschließend hielt CHRISTOPH GEULEN (Koblenz) seinen Vortrag „Unendliche Weiten: Zur Geschichte und den neurotischen Folgen des Durchstreifens leerer Räume“. Über eine historische Semantik des Begriffs der Globalisierung gelangte er zu Karl Jaspers Diagnose einer „Weltenge“ aus dem Jahr 1919. Hiervon ausgehend, stellte Geulen die Frage, ob diese „Weltenge“ nicht bereits konstitutiver Bestandteil der europäischen Expansion in der Frühen Neuzeit gewesen sei. Demnach, so Geulen, sei diese keine „Explosion des Raumes“, sondern deren Vermessung und mithin die Entdeckung der Endlichkeit der Erde gewesen. Als Kompensation dieser Grenzerfahrung fungierten phantastische Imaginationen über die stetig kleiner werdenden ‚weißen Flecken’ der Erde. Anhand der Tagebuchaufzeichnungen James Cooks rekonstruierte Geulen die Hauptmotive für dessen Seefahrten. „In der letzten Leere bot sich die letzte Chance einer irdischen Utopie auf einem sich schließenden Globus.“ Mit einem Blick in die unendlichen Weiten des Weltraums, denen sich die Menschheit seit der Vermessung des Irdischen mit klassisch kolonialen Phantasien zuwende, regte Geulen weitere Diskussionen über 'leere Räume' an.

Die Abschlussdiskussion stellte noch einmal heraus, dass stets nach dem spezifischen Zusammenhang von Gewaltpraktiken, den jeweiligen Raumkonstituierungen und deren medialer Repräsentation gefragt werden müsse. Erst dann könne Raum eine analytische Kategorie der Gewaltforschung bilden. Der ‚leere Raum’ als ‚Arbeitsfiktion’ kolonialer Akteure kennzeichnet einen solchen spezifischen Zusammenhang, den es weiter systematisch zu beforschen gilt. Die Tagung hat gezeigt, dass er für verschiedene Disziplinen, Räume und Zeiten fruchtbar gemacht werden kann.

Kritisch anzumerken bleiben aus meiner Sicht lediglich untergeordnete Punkte, so etwa, dass in manchen Beiträgen Raumvorstellungen und Raumordnungen des Nationalsozialismus zu sehr mit denjenigen Hitlers in eins gesetzt wurden. Hier sind sicherlich multiperspektivisch auch die Wissenschafts-, Partei- und Verwaltungseliten stärker einzubeziehen. Zudem ist die von Felix Schnell geäußerte These, ‚Gewalträume’ seien sozial minderkomplex, meiner Ansicht nach durchaus streitbar.

Partiell, besonders durch Michael Schwartz, wurden mit dem „Gewaltgedächtnis“ Formen des Kollektiven Gedächtnisses in die Diskussion eingebracht. Eine solche Erweiterung im Sinne von kollektiven Erinnerungen an ‚Gewalträume’ und deren Transformationen würde in meinen Augen eine sinnvolle Erweiterung der Begriffsformation von ‚leerem Raum’, ‚Gewaltraum’ und ‚Frontier’ darstellen.

Konferenzübersicht:

Timothy Snyder (Yale University, New Haven): Space as a Category in a Global History of the Holocaust

Kommentar
Johannes Hürter (Institut für Zeitgeschichte München)

Begrüßung/Einführung
Ulrike Jureit (Hamburger Institut für Sozialforschung): Leerer Raum. Raumbilder, Ordnungswille und Gewaltmobilisierung

I. Sektion:

Felix Schnell (Humboldt Universität Berlin): Überlegungen zum Begriff des „Gewaltraums“

Michael Riekenberg (Universität Leipzig): Gewaltoffene Räume? Über die frontier in der Geschichte Lateinamerikas

Michael Pesek (Humboldt Universität zu Berlin): Das koloniale Schlachtfeld als Kontaktzone. Asymmetrische Gewalt und transkulturelle Diplomatie im Zeitalter des Imperialismus

II. Sektion:

Soeren Urbansky (Universität Freiburg): Ein leerer Raum (nur) soweit das Auge reicht. Imperiale Raumvorstellungen über die Mandschurei

Ricarda Vulpius (Universität München): Ordnung schaffen in neuen Räumen. Das Russländische Reich und die südliche Steppe im 18. Jahrhundert

III. Sektion:

Eva Bischoff (Hebrew University Jerusalem): „[T]o restore tranquility to the Colony”: Ordnung, Gewalt und Grenzen in Van Diemen’s Land, 1826-34

Miriam Rürup (Institut für die Geschichte der deutschen Juden Hamburg): Von Europa über Uganda nach Erez Israel: Ortloser Zionismus und transterritoriale Staatsangehörigkeit im 20. Jahrhundert

Jens-Uwe Guettel (Pennsylvania State University): The Nazi East, the American West, and the (Re-) Spatialization of German History Before 1945

IV. Sektion:

Michael Schwartz (Institut für Zeitgeschichte Berlin): Geräumte Räume. Die Karriere des gewaltsamen Politik-Konzepts ethnischer "Säuberung" im 19. und frühen 20. Jahrhundert

Christian Geulen (Universität Koblenz): Unendliche Weiten: Zur Geschichte und den neurotischen Folgen des Durchstreifens leerer Räume

Zitation
Tagungsbericht: Leerer Raum: Raumbilder, Ordnungswille und Gewaltmobilisierung, 13.02.2014 – 15.02.2014 Hamburg, in: H-Soz-Kult, 04.04.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5294>.
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Veröffentlicht am
04.04.2014
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