Wirtschaft und Erinnerung. Industrie und Handel zwischen Traditionalismus, Identitätsbildung und Musealisierung

Ort
Chemnitz
Veranstalter
Sächsisches Wirtschaftsarchiv e. V.
Datum
11.04.2014 - 12.04.2014
Von
Uta Bretschneider, Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V., Dresden

Das VII. Unternehmensgeschichtliche Kolloquium des Sächsischen Wirtschaftsarchivs e. V. widmete sich dem Thema „Wirtschaft und Erinnerung. Industrie und Handel zwischen Traditionalismus, Identitätsbildung und Musealisierung“. Am 11. und 12. April 2014 führte die Veranstaltung Vertreter/innen verschiedener Fachrichtungen an einem für die sächsische Industrielandschaft zentralen Ort der Erinnerung und Musealisierung zusammen, dem Sächsischen Industriemuseum Chemnitz. Im Fokus der 14 Beiträge standen Konstruktion, Reproduktion und Dekonstruktion von Erinnerungsbeständen mit Bezug auf die Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte.

Nach den Begrüßungen durch die Hausherrin, Andrea Riedel, und die Leiterin des Sächsischen Wirtschaftsarchivs e. V., Veronique Töpel sowie den Hauptgeschäftsführer der IHK Chemnitz, Hans-Joachim Wunderlich, führten die Mitorganisatoren Michael Schäfer und Swen Steinberg in die Thematik ein und boten Orientierungsmarken in einem schier unüberschaubaren Forschungsfeld. Dieses umfasst – unter Einbeziehung der politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – neben der ‚klassischen‘ Unternehmensgeschichtsschreibung Aspekte des History Marketings sowie der Musealisierung, die starke Wechselwirkungen mit Identitätsbildung und Tradition zeigen und aktuelle Bezüge aufweisen.

Die erste Sektion, geleitet von Swen Steinberg, galt der unternehmerischen Erinnerungspolitik „zwischen Dichtung und Wahrheit“. MICHAEL WERNER (Gießen) stellte Unternehmerstiftungen in der Schnittmenge der Interessen von Firma, Gesellschaft und Familie vor. Jene Stiftungen, die ihre Blütezeit im Kaiserreich und eine zweite Hochphase nach dem Ersten Weltkrieg erfuhren, unterstrichen die paternalistische Führungsposition der Betriebsinhaber und waren darüber hinaus eine Investition in die Zukunft: Hier griffen gleichsam philanthropische und erinnerungspolitische Motive. Immer aber seien die Stiftungen, deren Adressaten die Arbeiterschaft des Betriebes oder das lokale Umfeld waren, Beweis der Etabliertheit und Prosperität des Unternehmens gewesen.

Es folgte der Beitrag von ANETT HAJNAL (Budapest) zu der 1844 gegründeten und bis heute bestehenden Maschinenfabrik Ganz und Co. in Budapest. Hajnal zeigte die Dichotomie der Wahrnehmung des Firmenleiters als Fortschrittsbringer auf der einen und als Ausbeuter auf der anderen Seite, die sich auch auf die spezifischen Erinnerungsbilder im bürgerlichen bzw. Arbeitermilieu ausgewirkt habe. Zugleich wies die Referentin anhand des deutschen Firmenleiters Andreas (András) Mechward auf die Folgen des Prozesses der Magyarisierung hin, der bis heute nachwirke und die Erinnerungskultur in Ungarn präge.

Die Persistenz von Narrativen der maritimen Unternehmensgeschichte analysierte JÖRN LINDNER (Hamburg) am Beispiel der Hamburger Reedereien. Hier werden Narrative aus den 1980er-Jahren bis heute beständig reproduziert, obschon sie zum Teil klar zu widerlegen seien. Die Ursachen für die Beständigkeit dieser Erinnerungs-Versatzstücke sieht Lindner vornehmlich in ihrer festen Verankerung im History Marketing der Unternehmen, dem kleinen Kreis derer, die Reedereigeschichte schreiben, sowie in einer fehlenden institutionellen Anbindung der Schifffahrtsgeschichte als akademische Disziplin. Der Referent umriss das Feld als „Biotop“ für eine kleine Gruppe etablierter Insider und forderte eine kritische maritime Unternehmensgeschichtsschreibung.

Die Rolle des Hoffmann La-Roche-Konzerns im Zusammenhang mit dem Chemieunglück von Seveso beleuchtete THILO JUNGKIND (Saarbrücken). Der Zwischenfall des Jahres 1976, bei dem hochgiftiges Dioxin freigesetzt wurde, gilt bis heute als „Urkatastrophe“ der chemischen Industrie, doch der Konzern, dessen Tochterfirma diese verursachte, schwieg dazu. Jungkind, der erstmals die internen Dokumente einsehen konnte, konstatierte, dass Roche die Katastrophe von Seveso selbst (mit)konstruierte, indem der Konzern keine Strategie im Umgang mit dem Chemieunglück entwickelt habe; unternehmerisches Handeln und gesellschaftliche Erwartungen seien deutlich voneinander abgewichen. Zudem betonte der Referent die Rolle der Medien: Sie hätten die Ereignisse von Seveso zur „Urkatastrophe“ gemacht, während der reale Schaden im Vergleich zu anderen Chemieunfällen vergleichsweise gering gewesen sei.

Die zweite Sektion, „Wirtschaftsgeschichte zwischen Musealisierung und Identitätsbildung“, moderierte Veronique Töpel. Im ersten Beitrag ging SYLVIA WÖLFEL (Dresden) der Frage nach der Deutungshoheit über die Produkte der Sammlung des Amtes für Industrielle Formgestaltung der DDR nach. Diese Sammlung übernahm das Haus der Geschichte 2005, seit 2013 wird sie in der Berliner Kulturbrauerei präsentiert. Durch die Darstellung, so Wölfel, fühlten sich die Industriedesigner als „Erinnerungsgemeinschaft“ ihrer Deutungshoheit beraubt: Während der Fokus in der Sammlungsgenese bei den Gestaltungsprozessen selbst gelegen habe und fertige Produkte kaum von Interesse gewesen seien, werde sie nun im Kontext der DDR-Alltagskultur gezeigt. Damit fehle bis heute ein Raum der Präsentation ostdeutschen Industriedesigns, der sich Gestaltungsvorgängen widme.

ROBERT LORENZ (Knappenrode) skizzierte die Genese des musealen Ortes „Energiefabrik Knappenrode“ in der Oberlausitz: Von der 1914 gegründeten Brikettfabrik mit Werkssiedlung, vom Arbeits- und Lebensort zum Industriedenkmal (Museumseröffnung 2004). In der Braunkohletagebauregion komme der Fabrik dabei eine besondere Bedeutung zu, sie sei Erinnerungsort und Ort der „Trauerarbeit“ für die ehemaligen Kumpel, aber auch für all jene, deren Heimat der Tagebau sich einverleibt habe. Mit der in besonderem Maße erinnerungskulturell besetzten Thematik der devastierten Dörfer und demnach mit der Wirkungsgeschichte eines Unternehmens, beschäftigt sich die von Lorenz kuratierte Wanderausstellung, „Was bleibt“, die diese Zusammenhänge von historischer Entwicklung und gegenwärtiger Wahrnehmung zu binden sucht.

Im Anschluss gab ULRICH HESS (Wurzen) einen Einblick in den Umgang der Industrie- und Handelskammern mit Tradition und Erbe und zeigte dabei die enge Verbindung zwischen Kammergeschichte, regionaler Wirtschaftsgeschichte und politisch-gesellschaftlicher Geschichte auf. In den Kammern, so Heß, sei ein Bewusstsein für ihre widersprüchliche und von Brüchen (etwa den Verstrickungen im Nationalsozialismus oder den Neugründungen nach 1990) gekennzeichnete Entwicklung in jedem Fall vorhanden. Diese ‚Kammergeschichte‘ sei somit Teil von deren gegenwärtigem Selbstverständnis.

Im vierten Vortrag der Sektion stellte ANDREA RIEDEL (Chemnitz) die Grundlagen der Neukonzeption der Dauerausstellung des Sächsischen Industriemuseums ab Sommer 2014 vor. Dabei verwies sie auf die doppelte Verortung und zugleich zweifache erinnerungskulturelle Aufladung als Museum der Region und Industriemuseum für Sachsen. Im Zuge der Umgestaltung der elf Jahre alten Ausstellung sollen 80 Prozent der Exponate ausgetauscht und der Wandel in Wirtschaft, Technik und Arbeitswelten als Leitmotiv etabliert werden. Die Besucher/innen können voraussichtlich ab Februar 2015 die neue Dauerausstellung mit zehn Themenfeldern erkunden.

Der erste Tag des Kolloquiums endete mit der Eröffnung der Sonderausstellung „SEILschaften“ zur 140jährigen Geschichte der Leipziger Drahtseilbahnfabrik Adolf Bleichert & Co. Die Einführung übernahm MANFRED HÖTZEL (Leipzig). Ausgestaltet wurde die Ausstellung vom Sächsischen Wirtschaftsarchiv und der DVB AG (Gruppe Bergbahnen). Zudem waren Mitglieder der „Chronikgruppe“ des ‚Bleichert-Nachfolgers‘ VEB Verlade- und Transportanlagen (VTA) maßgeblich beteiligt. Hier verband sich gewissermaßen das Tagungsthema mit dem Einfluss der ‚Erlebnisgeneration‘ auf das ‚Erinnerungsereignis‘ und seine Erzählungen.

Den Auftakt zur von Rudolf Boch und Michael Schäfer moderierten dritten Sektion, „Konstruktion – Rekonstruktion – Transformation“, bildete das Referat von ULRIKE LAUFER (Essen) über die 1888 in Crimmitschau gegründete Textilmaschinenfirma Trützschler & Gey. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb, für den Laufer sehr anschaulich das enge Verwobensein von Familien-, Unternehmens- und Gesellschaftsgeschichte aufzeigte, enteignet und in den VEB Textima eingebunden. Nach der Flucht in den Westteil Deutschlands gründeten die Söhne des Betriebsinhabers die Firma „Trützschler“ in Odenkirchen, einem späteren Ortsteil von Mönchengladbach, neu. Die ‚sächsischen Wurzeln‘ blieben Teil des Selbstbildes des mittlerweile international agierenden Unternehmens – auch in der Transformationsphase 1989/90 spielten sie eine Rolle und sind im bis heute bestehenden Unternehmen präsent.

ULRIKE SCHULZ (Bielefeld) fragte am Beispiel der Firma Simson/Suhl nach Konjunkturen der Erinnerung. Das 1856 gegründete Unternehmen, das neben (Jagd-)Waffen und Fahrzeugen ein breites Warensortiment bediente, überstand mehrere Systemwechsel, die Transformationsprozesse nach 1989/90 allerdings nicht. Während der Markenname „Simson“ erhalten blieb, sei die 1935 enteignete jüdische Gründerfamilie Simson rasch in Vergessenheit geraten – die Marke hatte sich von der Erinnerung an die gleichnamige Familie gelöst. Aktuell sei vor allem der Motorroller „Schwalbe“ Fixpunkt der Erinnerungen an die Marke und Gegenstand einer Nostalgiebewegung. Abschließend plädierte Schulz dafür, in Zukunft den ostdeutschen wie osteuropäischen Wirtschaftsraum stärker als Transformationslandschaft in den Blick zu nehmen und die Teils bis in die Gegenwart beständigen Prägungen – seien sie nun ‚realwirtschaftlicher‘ oder kultureller Natur – in langfristiger Perspektive genauer zu analysieren. Hier zeichneten sich nicht lediglich Lücken der Aufarbeitung ab, sondern vielmehr Momente einer Neubewertung der Wirtschaftsgeschichte dieser Wirtschaftslandschaft.

Mit der Transformationsphase nach der sogenannten Wende befasste sich auch MARCUS BÖICK (Bochum) in seinem Vortrag. Er erläuterte „Tradition“ als ein Diskurselement in den Wandlungsprozessen, das im Zeitverlauf eine Um- und Aufwertung erfahren habe. Böick arbeitete hierzu drei Phasen heraus: Zunächst habe die Betonung der Unternehmenstradition ein Argument gegen die Abwicklungen durch die Treuhandanstalt (THA) dargestellt, sei Ende 1991 zu einem Verharren trotz der Arbeit der THA geworden und schließlich, ab 1993, habe die Tradition ostdeutscher Unternehmen eine Einbeziehung in das Imagemanagement der THA erfahren. Trotz oder wegen der Brüche, denen die Bewertung und Instrumentalisierung von Unternehmenstradition unterlag, habe man sie als kulturellen Standortfaktor dennoch erkannt bzw. anerkannt. In diesem Prozess sei die Tradition einzelner Betriebe bzw. der ostdeutschen Wirtschaft insgesamt zu einem Kriterium der Bestandserhaltung geworden.

Im Anschluss analysierte FRANK UEKÖTTER (Birmingham) die Schlachthöfe von Chicago als „lieux de mémoire“. Er erweiterte damit das Blickfeld im Sinne einer Transnationalisierung der Erinnerungsorte. Die Schlachthöfe Chicagos seien in mehrerer Hinsicht als „entgrenzt“ zu charakterisieren: Sie führten dazu, dass Fleisch unter industriellen Methoden verarbeitet und in großen Mengen billig auf den Markt gebracht wurde. Dies mache sie zu einem (schwierigen) globalen Erinnerungsort – nicht weil jede/r die Chicagoer Schlachthöfe kenne, sondern vielmehr, weil jede/r Erfahrungen mit industriell ‚gefertigtem‘ Fleisch habe.

SIGRUN LEHNERT (Hamburg) stellte im Rahmen ihres Beitrags die Repräsentationen des Wirtschaftswunders in der Wochenschau am Beispiel (mehr oder weniger) verdeckter Werbung dar. Diese frühen Formen des Product Placements seien als „gelenkte Präsentation des Wirtschaftswunders“ zu deuten. Gezeigt wurden einzelne Produkte, Marken, Messen, gesponserte Ereignisse, aber auch touristische Ziele. Erst Ende der 1950er-Jahre sei diese Praxis in die Kritik geraten – zu einem Zeitpunkt, als die Verdrängung der im Kino gezeigten Wochenschau durch den heimischen Fernseher einsetzte.

Abschließend präsentierte CHRISTIAN HOYER (Bubenreuth) die Geschichte der Gitarrenmarke „Framus“. Auch hier erwies sich die Verbindung von Familien- und Unternehmenstradition als sehr eng: Fred Wilfer gründete „Framus“ nach seiner Vertreibung aus Böhmen in der Nähe von Erlangen, wo der Betrieb Ende der 1970er-Jahre eingestellt wurde. Sein Sohn belebte die Marke 1995 im sächsischen Markneukirchen neu – nur wenige Kilometer vom (heute in der Tschechischen Republik gelegenen) Geburtsort des Vaters entfernt. Die Erinnerung an eine Marke wurde hier zum Kern der unternehmerischen Strategie. Framus-Gitarren wurden mit einer Patina des Klassisch-Historischen überzogen und mit den wohl populärsten Namen der Rockgeschichte (Elvis, Beatles, Rolling Stones) in Bezug gesetzt. Das Unternehmen betreibt zudem seit 2007 in Markneukirchen ein Museum und unterhält damit einen Ort der Musealisierung, Markenpflege und des Erinnerungsmanagements.

Das Kolloquium – dessen Vorträge in der Reihe „Beiträge zur Wirtschaftsgeschichte Sachsens“ des Sächsischen Wirtschaftsarchivs e. V. erscheinen werden – zeigte eine große Bandbreite an Themen, Zugängen, Überlieferungssituationen, Lesarten und Akteuren der Unternehmensgeschichte und -geschichtsschreibung. Zugleich spiegelte sich das jeweilige Selbstverständnis der Forschenden im Spannungsfeld von Geschichtskonstruktion und -dekonstruktion in den Referaten wider. Viele der präsentierten Beispiele zeugten von einer „Invention of Tradition“ im Sinne Hobsbawms, von Prozessen der Konstruktion, Verbreitung und Rezeption von spezifischen Erinnerungsbeständen. Als Kristallisationspunkte von Geschichte in/von Unternehmen erschienen dabei immer wieder Firmenjubiläen mit ihren Festakten, Erinnerungsobjekten und Publikationen, die die Betriebshistorie meist im Modus der Erfolgsgeschichte darstellten.

Das Wort „zwischen“ in der Kolloquiumsüberschrift zeigt, dass das Verhältnis von Unternehmen und Erinnerung und die sich daraus ergebenden Strategien und Manifestationen stets von verschiedenen Faktoren beeinflusst und vielfach verknüpft sind. „Zwischen“ verweist zudem auf die Gleichzeitigkeit der Prozesse von Traditionspflege, Identitätsbildung und Musealisierung. Und zu diesem Feld – das hat das Kolloquium verdeutlicht – besteht großer Bedarf weiterer Forschung. Die Veranstaltung bot ein Forum des intensiven Austauschs am Produktions- und Erinnerungsort und warf dabei zugleich zahlreiche neue Fragen auf. Auch im Hinblick auf die Sächsische Landesausstellung 2018, die sich der Industrialisierung widmet, stellt das Mit-, Neben- und Nacheinander von Unternehme(r)n und Erinnerungskultur ein sehr weites Forschungsfeld mit vielen Desideraten dar.

Konferenzübersicht:

Begrüßung
Andrea Riedel (Sächsisches Industriemuseum Chemnitz) / Veronique Töpel (Sächsisches Wirtschaftsarchiv)

Einführung

Michael Schäfer / Swen Steinberg (Dresden)

Sektion 1: Unternehmerische Erinnerungspolitik zwischen Dichtung und Wahrheit
Moderation: Swen Steinberg (Dresden)

Michael Werner (Gießen), Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Unternehmensstiftungen im Interessenfeld von Firma, Gesellschaft und Familie

Anett Hajnal (Budapest), Die Ganz-Werke in Budapest um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert – schöne alte Welt oder schlimme Ausbeutung? Ein Bericht über verschiedene Lesarten von Bürgern und Arbeitern

Jörn Lindner (Hamburg), Zufälliger Gleichklang oder doch Wahrheit? Die Narrative der maritimen Unternehmensgeschichte und ihre Funktionen am Beispiel Hamburger Reedereien

Thilo Jungkind (Saarbrücken), Das verzweifelte Ringen um Identität. Der Hoffmann La-Roche Konzerns in der Folge des Chemieunglücks von Seveso (1976-1995)

Sektion 2: Wirtschaftsgeschichte zwischen Musealisierung und Identitätsbildung
Moderation: Veronique Töpel (Sächsisches Wirtschaftsarchiv)

Sylvia Wölfel (Dresden), „Gebt uns die Dinge zurück!“: Die Sammlung industrielle Gestaltung des Amtes für Industrielle Formgestaltung

Robert Lorenz (Knappenrode), Die Energiefabrik Knappenrode. Vom Erinnerungsort des Lausitzer Reviers zum Museum des Lausitzer Reviers

Ulrich Heß (Wurzen), Kammergeschichte(n)? Zum Umgang der Industrie- und Handelskammern mit Erbe und Tradition

Andrea Riedel (Chemnitz), Industriekultur im/und Museum. Ansätze neuer musealer Präsentationen

Eröffnung der Sonderausstellung „140 Jahre Bleichert/VTA“

Sektion 3: Konstruktion – Rekonstruktion – Transformation
Moderation: Rudolf Boch (Chemnitz) / Michael Schäfer (Dresden)

Ulrike Laufer (Essen), Tradition contra Wirtschaftlichkeit. Eine unternehmerische Entscheidung bei Paul Trützschler & Gey, Textilmaschinenbau Crimmitschau, im Strudel der politischen Entwicklungen nach 1945

Ulrike Schulz (Bielefeld), Politische Konjunkturen der Erinnerung. Der Fall Simson/Suhl, Thüringen 1918-1993

Marcus Böick (Bochum), Tradition am Abgrund? „Geschichtsmanagement“ in der ostdeutschen Unternehmenslandschaft nach 1989/90

Frank Uekötter (Birmingham), Erinnerung an das Schlachten. Die Stockyards von Chicago als lieux de mémoire

Sigrun Lehnert (Hamburg), Wochenschau und Wirtschaftswunder. Die Präsentation von Wirtschaftsunternehmen in der Neuen Deutschen Wochenschau der 1950er-Jahre

Christian Hoyer (Bubenreuth), Dem Vergessen entrissen. Die Rückkehr der Gitarrenmarke Framus

Zitation
Tagungsbericht: Wirtschaft und Erinnerung. Industrie und Handel zwischen Traditionalismus, Identitätsbildung und Musealisierung, 11.04.2014 – 12.04.2014 Chemnitz, in: H-Soz-Kult, 03.06.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5403>.