Karel Kosík and Dialectics of the Concrete

Ort
Prag
Veranstalter
Ivan Landa / Jan Mervart / Josef Grim Feinberg, Oddělení pro studium moderní české filosofie, Filosofický ústav AV ČR (Institut für Philosophie, Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik)
Datum
04.06.2014 - 06.06.2014
Von
Dirk Mathias Dalberg, Katedra filosofie, Univerzita Pardubice

Am Ende der 1950er-Jahre gelangten jüngere Mitglieder der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei zu der Überzeugung, dass der bisherige Kurs der Regierung des Landes bestehende wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme nicht lösen könne. Sie forderten deshalb eine dem authentischen Marxismus verpflichtete Politik. Diese sollte politische Entscheidungen nicht länger vorrangig nach ideologischen, sondern nach pragmatischen Gesichtspunkten treffen.[1] Dennoch oder gerade weil die Tschechoslowakei zu Beginn der 1960er-Jahre eine nicht länger zu leugnende politische und ökonomische Krise durchlebte, behauptete die Regierung des Staates in der im Jahre 1960 verabschiedeten Verfassung, dass der Sozialismus verwirklicht worden sei. Folgerichtig änderte sie den Namen des Landes in Tschechoslowakische Sozialistische Republik und behauptete, dass es im „allgemeinen Volksstaat“ keine „Klassengegensätze“ mehr gebe. Zugleich verankerte sie die führende Rolle der Kommunistischen Partei in der Verfassung. Bestehende wirtschaftliche und soziale Probleme würden, so die Staatsführung, auf dem Wege und mit Hilfe einer „wissenschaftlich-technischen Revolution“ beseitigt werden.[2]

Wenig später, im Jahre 1963, veröffentlichte der 1926 in Prag geborene und knapp 77 Jahre später ebenda verstorbene Karel Kosík, der während des Krieges in Theresienstadt interniert war, später in Moskau und Leningrad studierte hatte und 1968 zum Professor für Philosophie an der Prager Karls-Universität ernannt wurde[3], sein Buch: Die Dialektik des Konkreten. Eine Studie zur Problematik des Menschen und der Welt.[4] In dieser philosophischen Schrift, einer der wichtigsten aus der Zeit vor dem Prager Frühling, unternahm der marxistisch orientierte Philosoph Kosík, der auch Mitglied der Kommunistischen Partei war und nach der Militärinvasion im August 1968 ihrem Zentralkomitee angehörte, den Versuch, die grundlegenden Konzepte der marxistischen Philosophie zu überdenken und sie in der sozialen Realität anzuwenden. Zudem warb er für die Idee der „Praxis“ als zentrale Größe eines humanistischen Marxismus.[5] Kosíks Arbeit bietet dem Leser außerdem eine innovative Lösung des für die Philosophie grundlegenden Problems der Beziehung zwischen dem einzelnen Menschen und der Welt. Nicht unerwähnt sollte hierbei das Bestreben des Autors bleiben, sich in diesem Zusammenhang mit einigen philosophischen Hauptströmungen des 19. und 20. Jahrhunderts (Marxismus, Hegelianismus, Phänomenologie, Existentialismus, Strukturalismus) kritisch auseinanderzusetzen.

Das sowohl bei Marxisten als auch Nichtmarxisten Eindruck hinterlassende, Lob und Anerkennung, aber auch Kritik erfahrende Werk, war Gegenstand der vom 4. bis zum 6. Juni 2014 in Prag stattfindenden internationalen Tagung „Karel Kosík and Dialectics of the Concrete“. Anlass hierfür war nicht vordergründig das fünfzigjährige Jubiläum der Erstveröffentlichung des Werkes im Jahr zuvor, sondern vor allem die Ansicht der Organisatoren aus der neugegründeten „Sektion für das Studium der modernen tschechischen Philosophie“ am Institut für Philosophie der Akademie der Wissenschaften, Ivan Landa, Jan Mervart und Josef Grim Feinberg, dass die von Kosík formulierten zentralen Gedanken, so ihre These, auch in der Gegenwart bedeutsam sind, wie zum Beispiel die Rolle der Kunst, die Vorstellung von der Wirklichkeit als eine konkrete Totalität oder auch die systematische Beziehung von Arbeit und Praxis usw.[6] Die gut 40 Teilnehmer von fünf Kontinenten diskutierten in der Villa Lanna die mannigfaltigsten theoretischen und praktischen Fragen und Probleme, die sich aus Kosíks Werk ableiten lassen. Die dreißigminütigen in englischer Sprache vorgetragenen Beiträge waren auf 16, parallel stattfindende, thematisch sehr schwer zu kategorisierende Sektionen aufgeteilt, die problemlos auch anders zusammengestellt hätten werden können. Eröffnet und eingeleitet wurden sie durch eine im Essaystil vorgetragene Keynote.

JOHANN PÁL ARNASON (Melbourne/Prag), ein von der kritischen Theorie der Frankfurter Schule beeinflusster Soziologe, erinnerte in seiner mit biografischen Elementen gespickten Keynote zum Auftakt der Tagung an die tschechoslowakische intellektuelle Szene der 1960er-Jahre sowie den breiteren ideologischen Kontext Kosíks Arbeit und ihrer Grenzen.

BERTELL OLLMAN (New York), einer der führenden Kenner der marxistischen Philosophie, untersuchte in seinem Vortrag, einer weitgehend selbstständigen philosophischen Betrachtung, die Frage des Aufbaus der marxistischen Ontologie bei Kosík. Er zeigte auf, dass die sich um Kohärenz von Forschung und Darstellung bemühende marxistische Methode eine tiefere ontologische Begründung erfordert. Ihm nach ist es möglich, den Gedanken des Vorrangs der Ontologie vor der Epistemologie Marx und auch Kosík zuzuschreiben. Für beide Philosophen sei die Frage der Erkennbarkeit der Realität gegenüber der Frage, was die Realität ist, zweitrangig.

Der marxistische Soziologe MICHAEL LÖWY (Paris) bezeichnete Kosík in seinem Beitrag, der teilweise Züge einer Laudatio trug, als einen der wichtigsten Philosophen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In seinem gesamten Œuvre seien klare Kontinuitätslinien erkennbar, wie sein Widerstand gegen Faschismus, Stalinismus und auch die Diktatur des Marktes am Ende des 20. Jahrhunderts.

ANSELM MIN (Claremont) charakterisierte Kosíks Dialektik des Konkreten als eine der elegantesten kritischen Synthesen von Hegel, Marx und auch Heidegger. Er stellte sie in eine Reihe mit György Lukacs’ Geschichte und Klassenbewusstsein und bezeichnete sie als umfassende Neuformulierung des historischen Materialismus.

Diese vier Keynotes verwiesen inhaltlich auf die breit gefächerten Themen der folgenden Beiträge, die ihrerseits unterschiedlichste methodische Ansätze verfolgten (vor allem Textualismus, ideengeschichtlich-historische Zugänge und Vergleich). Aufgrund der großen Anzahl der Abhandlungen, erscheint es wenig sinnvoll, jeden der Beiträge auf wenigen Zeilen zusammenzufassen, zumal englischsprachige Abstracts auf der Homepage der Tagung zu finden sind.[7]

Eine bedeutende Anzahl von Vorträgen untersuchte auf Grundlage des Textualismus Probleme der theoretischen Philosophie und dies jeweils am Beispiel komplementärer Begriffspaare wie Struktur und konkreter Totalität oder Dialektik und Epistemologie. Die sich dem Begriffspaar Kognition und Ideologie widmenden Beiträge untersuchten die Welt des Pseudokonkreten und die Kritik am Existentialismus. Aufgegriffen wurde in diesem Komplex auch das Verhältnis von Dialekt und Ontologie. Gegenstand der Betrachtungen war beispielsweise das Problem der Realität in Kosíks Werk. Mit dieser Frage setzte sich vorrangig BAOWEN LI (Harbin) auseinander. Ihm nach war Realität für Kosík ein strukturelles, sich selbst entfaltendes und formendes Ganzes. Des Weiteren unterschied er verschiedene Formen der Realität in Kosíks Denken, z.B. die tägliche, die historische, die soziale, die ökonomische.

Ein großer Anteil der Beiträge war klassischen ideengeschichtlichen Fragen gewidmet. Hier ging es unter anderem darum, in Kosíks Denken Analogien zu marxistisch orientierten Zeitgenossen aufzuzeigen. Inwiefern stand er also in der weiteren Tradition des marxistischen Denkens im 20. Jahrhundert. Untersucht wurde hierfür das Denken von einflussreichen Theoretikern wie Louis Althusser, Alain Badiou und Slavoj Žižek. Ebenso war die Beziehung Kosíks zur slowakischen Variante des Marxistischen Humanismus in der Tradition von Miroslav Kusý Gegenstand der Betrachtungen. Nicht zuletzt wurde auch das Verhältnis von Kosík und Antonio Gramsci untersucht. ATTILA GÜNEY (Mersin) akzentuierte hierbei den gegensätzlichen Begriff der Totalität dieser beiden Denker. Während Kosík Totalität ontologisch als konkrete Realität betrachte, sei Totalität für Gramsci ein erkenntnistheoretisches Problem.

Eng verbunden mit diesem ideengeschichtlichen Komplex war zweitens die Darstellung und Analyse der Wirkung und Rezeption von Kosíks Denken in Europa und Amerika. Untersucht wurden die Tschechoslowakei, Italien sowie Nord- und Südamerika. Gemeinsam war diesen Beiträgen, dass die Wahrnehmung Kosíks in den jeweiligen Ländern überwiegend am Beispiel von konkreten Persönlichkeiten wie z.B. Enzo Paci, Guido Neri, Adolfo Sánchez Vázquez oder Newton Duarte dargestellt wurde. Die Aufnahme und Wirkung von Kosíks Ideen im westlichen Marxismus im Allgemeinen wurde von RUSSEL ROCKWELL (Chicago) und TOM ROCKMORE (Peking) untersucht, wobei letzterer auf Kosíks kritisches Verhältnis zu Herbert Marcuse abhob.

Eine etwas andere Zielrichtung der Darstellung der Wirkung Kosíks Ideen hatten die Vorträge von AVIEZER TUCKER (Austin) und STEPHAN-IMMANUEL TEICHGRÄBER (Wien). Sie betrachteten die realpolitische Bedeutung und Wirkung Kosíks philosophischen Denkens für das Reformjahr 1968 sowie das Revolutionsjahr 1989 in Ostmitteleuropa im Allgemeinen und der Tschechoslowakei im Besonderen.

Desgleichen wurden auf Kosík einwirkende Einflüsse untersucht. Im Rahmen dieses Teilgebiets des ideengeschichtlichen Ansatzes wurde z.B. der Frage nachgegangen, ob Martin Heideggers Kritik der technischen Zivilisation Einfluss auf Kosíks Denken hatte.[8] JAN ČERNÝ (Prag) zufolge sei Heideggers Einfluss auf Kosíks (spätes) Werk so überwältigend gewesen, dass der marxistische Ausgangspunkt in Kosíks Denken gleichsam verdrängt wurde. Allerdings seien Einflüsse Heideggers bereits in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre zu finden. Selbstverständlich wurde auch der Einfluss von Karl Marx und Hegel auf Kosíks Denken untersucht. IVAN LANDA (Prag) hob hervor, dass Kosík die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie als soziale Ontologie betrachtete, die auf Prinzipien beruhe, die sie selbst als bedeutend betrachtet. Von Marx übernahm Kosík, so Landa, die Ansicht, dass die Analyse ökonomischer Kategorien gleichbedeutend mit der Analyse der Struktur der sozialen Realität ist. Entsprechend übernahm Kosík von Marx auch das Postulat, dass ökonomische Kategorien „Formen des Sein” bzw. „Determinanten der Existenz” der sozialen Realität sind.

Zum Komplex der ideengeschichtlichen Analyse gehörte auch die Untersuchung des historischen Entstehungskontexts Kosíks „Dialekt“. Hier ging es um die Herstellung einer Dialektik von Begriff und Rahmenbedingungen. Diesem Thema widmete sich z.B. JAN MERVART (Prag/Hradec Kralové), der auf die eingangs skizzierten realhistorischen Rahmenbedingungen der Entstehung der Dialekt verwies und Kosík als einen öffentlichen Intellektuellen in den Reformjahren vor dem Prager Frühling bezeichnete. Insofern war dieser Vortrag eng mit dem Aviezer Tuckers verbunden.

Da die einzelnen Beiträge der Tagung sich nicht notwendigerweise auf die Schrift Die Dialektik des Konkreten beziehen mussten, hatten die Organisatoren die Möglichkeit, Themen in das Programm aufzunehmen, die auf den ersten Blick scheinbar wenig mit der spezifischen „Dialektik des Konkreten“ zu tun hatten. Die hierin gelagerten Chancen, neue Perspektiven der „Dialektik des Konkreten“ aufzuzeigen, wurden zweifellos genutzt. Betrachtet und analysiert wurde zum Beispiel das Politische. Angesprochen wurde hier Kosíks Definition des Volks. Die Beantwortung dieser aktuellen Frage stand in einem engen Zusammenhang mit der Globalisierung. Von daher erschien es nachvollziehbar, ebenso die Problematik des interkulturellen Dialogs in diese Sektion einzubeziehen. Der dritte Beitrag beschäftigte sich mit dem im tschechischen Kontext seit der Mitte des 19. Jahrhunderts immer wieder ausgiebig diskutierten Thema Mitteleuropa. In einem engeren Zusammenhang mit diesem Vortrag stand der Themenbereich Kosíks Geschichtskonzept. TOMÁŠ HERMANN (Prag) untersuchte in diesem Zusammenhang Kosíks Analyse des Tschechischen radikalen Demokratismus in den Revolutionsjahren von 1848/49.[9] Ihm nach steht dieses Werk nicht allein für Kosíks Suche nach Alternativen zur schematischen marxistisch-leninistischen philosophischen Geschichtsschreibung. Es bereitete zugleich den Weg zur Dialektik des Konkreten.

Die abwechslungsreichen Beiträge eröffneten zusammengefasst einen umfassenden Blick auf das philosophische, politische und kulturelle Denken Karel Kosíks, dessen weltweite Wirkung und seine Beziehungen zu anderen Denkern. Sie erläuterten ebenso die historische und gegenwärtige Bedeutung Kosíks. Diese Aspekte warfen zahlreiche, am Ende der einzelnen Sektionen diskutierte Fragen auf.

Ein lebhaftes Streitgespräch rief Aviezer Tuckers Beitrag From Kosík to Havel: Debating the meaning of 1968 hervor. Seine Hauptthese, dass Kosík in der damaligen öffentlichen Debatte isoliert gewesen sei und sein Einfluss auf die damaligen Ereignisse entsprechend marginal war, begründete er wie folgt. Kosík, zunächst noch stalinistisch orientiert, sei im Jahre 1948 an der Entlassung des tschechischen Philosophen Jan Patočka von der Universität beteiligt gewesen. Die kritischen Reaktionen auf diese Erklärung unterstellten Tucker einen vereinfachten Blick auf die Situation Kosíks und verwiesen darauf, dass dieser im Jahre 1948 in Leningrad studierte und sich somit schwerlich an der Entlassung Patočkas hatte beteiligen können. Auch Tuckers Ansichten zum Verhältnis Kosíks zur Charta 77 ernteten Widerspruch. Kosík habe, da er die Charta nicht unterzeichnete, auch die Menschenrechte nicht anerkannt. Aus diesem Grunde sei er isoliert gewesen. Tuckers Kritiker sahen die Gründe für die Nichtunterzeichnung hingegen ideologisch oder in Kosíks Persönlichkeit begründet. Die Charta habe für Kosík zudem keine geeignete Plattform dargestellt, obgleich sie anmerkten, dass er durchaus im Kontakt mit den Dissidenten stand, sich aber nicht öffentlich an deren Diskussionen beteiligte.

Tagungen zu einzelnen Persönlichkeiten laufen nicht selten Gefahr, sich zu hagiographischen Veranstaltungen zu entwickeln, in denen kritische Fragen, insbesondere hinsichtlich ihrer tatsächlichen Aktualität, die zwar gern angenommen wird, aber nicht immer tatsächlich gegeben ist, oft ausgeblendet werden. Diese Gefahr droht vor allem dann, wenn die Teilnehmer sich zu einem großen Teil in derselben philosophischen Tradition wie der untersuchte Autor verorten, in vorliegendem Falle des Marxismus bzw. Neomarxismus. Den Organisatoren gelang es jedoch erfolgreich, diese Klippe zu umschiffen.

Abschließend lässt sich festhalten, dass die internationale und interdisziplinäre Tagung ein für das tschechische Denken typisches Problem verdeutlichte. Gemeint ist der Gegensatz zwischen der nationalen Selbstwahrnehmung, eine kleine sprachlich marginalisierte mitteleuropäische Nation zu sein und ihrer Fremdwahrnehmung. Gerade in diesem Zusammenhang ist Michael Löwys Ansicht von Bedeutung, dass Kosík einer der wichtigsten Philosophen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überhaupt war. Diese These sollte, wie VÍT BARTOŠ (Liberec) in der Diskussion des Vortrages anmerkte, die Grundlage für ein selbstbewussteres Nachdenken über die tschechische Identität bilden, und dies gerade mit Blick auf das Selbstbild, eine kleine Nation zu sein. In diesem Sinne zeigte die Tagung, dass die am Ende des 19. Jahrhunderts von Thomas G. Masaryk begonnene Diskussion über den Sinn der tschechischen Geschichte mit Blick auf Kosíks „Dialektik des Konkreten“ nicht, wie bisher üblich, pessimistisch enden muss. Insofern bot die Tagung einen wichtigen Anreiz, nicht allein das philosophische und politische Denken Kosíks, sondern die tschechische Geistes- und Ideengeschichte im Allgemeinen in einem größeren Ausmaß als bisher zu untersuchen.

Konferenzübersicht:

Sektion 1A: Kosík in context I: The reform years

Tereza Kunešová (Brno), The Reception and Critique of Kosík´s Dialectics of the Concrete in Czechoslovakia between 1963 and 1969

Jan Mervart (Prag / Hradec Karlové), Karel Kosík as a Public Intellectual of the Reform Years

Vasil Gluchman (Prešov), Kusý and Marxist Humanism in the 1960s

Sektion 1B: Kosík and Marx

Mehmet Tabak (New York), The Dialectic of Unfolding in Hegel, Marx, and Kosík

Feng-Yu Zang (Peking), On “Dialectics of the Concrete” in Examining the Academic Relationship between Marx and Engels: An Analysis of Kosík’s Concept of Dialectics and its Contemporary Significance

Sektion 2A Cognition and ideology

Siyaves Azeri (Mardin), Dialectics of the Concrete, Abstract Labour, and Criticism of Existentialism

Petr Kužel (Prag), The World of the Pseudoconcrete, Ideology and Theory of the Subject

Sektion 2B. Kosík and Heideggerian Marxism

Ian Angus (East Vancouver), Inception of Culture according to Karel Kosík: Appreciation and Critique

Jan Černý (Prag), Karel Kosík and Heidegger: From Marxism to Traditionalism

Sektion 4A. Kosík in Italy

Laura Boella (Mailand), Karel Kosík: Intertwining Philosophy and Life

Francesco Tava (Mailand), A Red Thread between Milan and Prague: Guido Neri’s Interpretation of Kosík’s Dialectics of the Concrete

Sektion 4B. Dialectics and Epistemology

Tomáš Hříbek (Prag), Marxist Revisionism and Its Critique of ‘Positivism’

Sektion 5A. Kosík in the Americas

Diana Fuentes (Mexiko Stadt), Karel Kosik in Mexico: Adolfo Sánchez Vázquez and the Dialectics of the Concrete

Peter Hudis (Des Plaines), Karel Kosik and American Marxist Humanism. Newton Duarte, “Dialectics of the Concrete and Historical-Critical Pedagogy in Brazil

Sektion 5B. Dialectics and Ontology I

Baowen Li (Harbin), Dialectics of the concrete: the construction and critique dimension of the conception of reality

Attila Güney (Mersin), Kosík and Gramsci: An Assessment on Marxist Notions of Totality and Praxis

Sektion 6A. Kosík and Western Marxism

Tom Rockmore (Peking), Kosik, Lukács and the Thing in Itself

Russell Rockwell (Chicago), The Freedom and Necessity Dialectic: Marcuse, Kosík, and Today

Sektion 6B. Dialectics and Ontology II

Junya Yuan (Peking), Kosik on Dialectics

Xinruo Zhang / Xiaohan Huang (Peking), Ontological Dialectic and A Critique of Modernity: Based on the Interpretation of Kosik’s ‘Concrete Totality’

Sektion 7A. Kosík in Context II: East-Central Europe from Reform to Revolution

Aviezer Tucker (Austin/Texas), From Kosik to Havel: Debating the meaning of 1968

Stephan-Immanuel Teichgräber (Wien), How Kosík´s Thinking Changed the Meaning of 1989

Sektion 7B. Structure and Concrete Totality

Vít Bartoš (Liberec), Kosík’s Concept of ‘Concrete Totality’ and Its Criticism

Denko Skalovski (Skopje), Kosík’s Dialectics of Concrete Totality

Jifeng Huang (Peking), “Concrete Totality” and “Structuralist Totality.” The comparison of Kosik and Althusser’s explanation on the Marx’s Theory of History

Sektion 8A. The Concept of History

Miloš Havelka (Prag), Kosík’s Conception of the 19th Century

Tomáš Hermann (Prag), Karel Kosík and His “Radical Democrats.” Moving From a Historical to a Systematic Approach to Philosophy

Sektion 9A Praxis I

Ivan Landa (Prag), Labour and the Struggle for Recognition: Kosík´s Concept of Praxis

Anita Lunić (Zagreb), Gramsci’s and Kosik’s Notions of the Philosophy of Praxis Revisited

Sektion 9A. On the Political

Joe Grim Feinberg (Chicago/Prag), The Dialectics of the People

Dirk Dalberg (Pardubice), Europe’s lost centre. Karel Kosik’s conception of Central Europe

Ľubomír Dunaj (Frankfurt am Main), Kosík´s Concept of Concreteness, the Everyday, and the Intercultural Dialogue

Sektion 9B Praxis II

Alessandra Farina (Pisa), Praxis and Labour in Kosík’s Dialectics of the Concrete and the Constitutively Needing Nature of the Subject in The Functioning of the Sciences and the Meaning of Man by Enzo Paci

Michael Hauser (Prag), Karel Kosík and post-Marxism

Keynotes

Johann Pál Arnason (Melbourne/Prag), Kosík’s Marxism: Sources, Significance and Limitations

Michael Löwy (Paris), Spirit of Resistance. Brief notes for an intellectual biography of Karel Kosik

Anselm Min (Claremont), Surviving Postmodernism and Globalization: Kosík’s Dialectics of the Concrete Thirty Years Later

Bertell Ollman (New York), The Relation of Kosik’s Dialectical Philosophy to Marx’s Dialectical Method: Where to Begin and Why Does that Matter?

Anmerkungen:
[1] Josette Baer, Politik als praktische Sittlichkeit. Zum Demokratiebegriff von Thomas G. Masaryk und Václav, Sinzheim 1998, S. 105.
[2] Jan-Werner Müller, Das demokratische Zeitalter. Eine politische Ideengeschichte Europas im 20. Jahrhundert, Bonn 2013, S. 280.
[3] Milan Prucha, Zum Tode von Karel Kosík, in: Das Argument 250 (2003), S. 293-294, hier S. 293.
[4] Karel Kosík, Die Dialektik des Konkreten. Eine Studie zur Problematik des Menschen und der Welt, Frankfurt am Main 1967.
[5] Jan-Werner Müller, Das demokratische Zeitalter. Eine politische Ideengeschichte Europas im 20. Jahrhundert, Bonn 2013, S. 281.
[6] Vgl. die Konferenzbeschreibung, Institut für Philosophie, Akademie der Wissenschaften, <http://www.flu.cas.cz/cz/karel-kosik-and-dialectics-of-the-concrete> (20.08.2014).
[7] Tagungshomepage <http://web.flu.cas.cz/kosik/> (20.08.2014)
[8] Karel Kosík, Kritik der technischen Vernunft, Frankfurt am Main 1973.
[9] Karel Kosík, Česká radikální demokracie, Praha 1958.

Zitation
Tagungsbericht: Karel Kosík and Dialectics of the Concrete, 04.06.2014 – 06.06.2014 Prag, in: H-Soz-Kult, 18.09.2014, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5554>.