„Steinerner Zeuge des Ewigkeitswillens“? Funktion und Bedeutung der Ordensburg Vogelsang im Nationalsozialismus

Ort
Bonn
Veranstalter
Arbeitskreis der NS-Gedenkstätten in NRW; Landeszentrale für politische Bildung NRW; Gegen Vergessen – Für Demokratie; Forschungsinstitut Arbeit-Bildung-Partizipation/Recklinghausen; Bildungswerk der Humanistischen Union - wissenschaftlich-pädagogische Arbeitsstelle Mit freundlicher Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung, Bonn
Datum
15.10.2004 - 16.10.2004
Von
Michael Schröders, korrespondierendes Mitglied im wiss. Fachbeirat Vogelsang für den Förderverein Nationalpark Eifel e.V.; unter Mitwirkung von Paul Ciupke, Bildungswerk der Humanistischen Union

Mit der inmitten des seit dem 1. Januar 2004 bestehenden Nationalparks Eifel gelegenen, ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang verbinden sich sowohl aufgrund ihres landschaftsinszenierenden, architektonischen Charakters wie auch ihrer politisch-ideologisch gedachten Rolle als hoch ambitioniertes Projekt der nationalsozialistischen Elite-Erziehung derzeit viele Fragen. Da mit dem 31. Januar 2005 die militärische Nutzung als zunächst britischer und seit 1950 belgischer Truppenübungsplatz endet, muss eine zivile Nachnutzung geplant und durchdacht werden, um der Besonderheit des Ortes als Zentrum eines möglicherweise grenzübergreifenden Nationalparks mit Freizeit- und Bildungsangeboten zur Umwelt- und Naturschutzbildung, als landschaftsinszenierendes NS-Baudenkmal, geschichtliches Anschauungsobjekt und mögliches Dokumentationszentrum der bisher kaum bekannten NS-Erziehungsgeschichte gerecht werden zu können. Als ehemalige Kaderschmiede für die zukünftige Führungselite der NSDAP zwischen 1936 und 1939 sowie für drei Adolf-Hitler-Schulen zwischen 1941 und 1944, aber auch als landschaftsgestaltendes Bauwerk des "Führerstaates" ist Vogelsang nicht nur bereits zeitgenössisch zur bedeutendsten NS-Ordensburg erklärt worden, sondern stellt im Rahmen der aktuellen Konversion [1] bisher in der Forschung weitgehend unbeantwortete Fragen zur Geschichte der NS-Elite-Erziehung [2] sowie zum kritischen Umgang mit diesem schwierigen architektonischen Erbe.

Die Tagung intendierte, sowohl unter allgemein- und bildungshistorischen als auch unter architektonischen Gesichtspunkten den Ort einzuloten und damit zur Diskussion um die Zukunft Vogelsangs beizutragen.

Den Auftakt der Tagung bildete ein Vortrag von Lutz Raphael, Universität Trier, zur "Bedeutung von Weltanschauung und politischer Schulung im System des Nationalsozialismus". Er identifizierte als wesentliche weltanschauliche Komponenten die Rassenideologie, ein geopolitisches Konzept und eine dem Nationalsozialismus eigentümliche Geschichtsphilosophie. In einer wissenssoziologisch angelegten Betrachtung skizzierte Raphael das Feld der Weltanschauungspolitik: Der Nationalsozialismus stellte einerseits ein Amalgam disparater Denkinhalte dar, das den kleinsten gemeinsamen Nenner in seiner jeweils radikalisierungsfähigsten Version enthielt, verknüpfte andererseits Religion, Wissenschaft und politisches Denken zu einer neuen synthetischen Wissensform, der schließlich auch utopische Elemente innewohnten. Als wesentliches Anwendungsfeld fungierte die Körperpolitik, deren höchste Form das Soldatentum bildete. Ein Primat des Politischen, im Kern Dezisionismus, und die institutionelle Kontrolle des Meinungsfeldes waren für Raphael weitere Merkmale nationalsozialistischer Weltanschauungspraxis. Gleichwohl bestanden defacto in den 30er Jahren Unklarheiten über Inhalte und Grenzen nationalsozialistischer Weltanschauung, vielfältige organisatorische Konkurrenzen und ein Ämterchaos. Die SS-Apparate und die Ordnungspolizei stellten neben der Jugend und den Parteigliederungen das wichtigste Adressatenreservoir dar. Das Modell der parteibezogenen Schulungsarbeit mit individuell aus der Begabungsreserve des Volkes rekrutierten jungen Männern in den Ordensburgen schätzte Raphael auch eher als gescheitert an, jedenfalls im Vergleich zur organisations- und körperbezogenen Variante der SS, die offenbar erfolgreicher agierte. Eine Elitebildung fand wohl kaum in den Ordensburgen statt. Auch weil Forschungen zur Programmatik, zur praktischen Umsetzung der Schulungsarbeit, zur institutionellen Ausdifferenzierung und zur Breitenwirkung und anderem mehr immer noch fehlen, gilt es der programmatischen Ankündigungssemantik der nationalsozialistischen Weltanschauungsakteure zu misstrauen, dies zog sich als allgemeine Einsicht durch die Statements und Diskurse der ganzen Veranstaltung.

Nach einer geführten Besichtigung der Anlage, die vielen Teilnehmern erstmals eine Anschauung des ca. 100 Hektar großen Geländes und der seit 1989 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude mit da. 55.0000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche ermöglichte, erläuterten Monika Herzog, Rheinisches Amt für Denkmalpflege, und Wolfgang Schäche, Technische Fachhochschule Berlin, die Baugeschichte Vogelsangs und ordneten das Objekt in die NS-Baugeschichte und Architekturhistorie ein. Die zwischen 1934 und 1939 in zwei Bauabschnitten errichtete, unvollendete Anlage oberhalb des Urftsees könne geradezu als "architektonisches Musterbuch" für nahezu alle architektonischen Strömungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelten, indem der Architekt, der auch für die Ordensburg Crössinsee und das KdF-Seebad Prora auf Rügen verantwortliche Kölner Clemens Klotz, sowohl Muster der Heimatschutz-Architektur als auch Formen des Neuen Bauens, stilistische Zitate aus der Burgenarchitektur und in der Umsetzung des "Führerprinzips" in eine Terrassenanlage Elemente der Garten- und Herrschaftsarchitektur des Barock aufgenommen habe. Die Monumentalität Vogelsangs erweise sich als Anlage repräsentativer baulicher Selbstdarstellung des Regimes, spiegele damit den architektonischen Eklektizismus des NS-Bauens und zeige, dass es ein spezifisches Architekturprogramm des Nationalsozialismus entgegen landläufiger Meinung nicht gegeben habe.
Den Eindruck der Monumentalität relativierte Wolfgang Schäche anhand von zahlreichen Beispielen, etwa Speers Planungen zum "Reichsparteitagsgelände" in Nürnberg und den megalomanen stadtplanerischen Entwürfen für München oder gar Berlin; als Landschaftsinszenierung sei in Vogelsang jedoch die Absicht des Architekten erkennbar, in der propagandistischen Absicht eines Bauwerks eine Identität zwischen Mensch, Geschichte und Natur zu suggerieren. Vogelsang, darin stimmten die Referenten überein, müsse als architektonisches Anschauungsobjekt der NS-Ideologie im Rahmen von Dokumentationen zur Geschichte des Ortes nicht nur erhalten bleiben, sondern bedürfe einer architekturkritischen Einordnung unter Berücksichtigung der Traditionen europäischer Herrschaftsarchitektur und der historischen Bestimmung der dort sichtbaren architektonischen Traditionen.

Die Vorträge des zweiten Tages widmeten sich erziehungshistorischen Fragen, die sich mit der Ausbildung einer vermeintlichen NS-Führungselite in den drei Ordensburgen Crössinsee, Sonthofen und Vogelsang stellen. Michael Schröders referierte zu Praxis und Funktion der NS-Eliteerziehung, wobei die im wesentlichen wehrsportliche und ideologische Ausrichtung in den NS-Ordensburgen als gescheiterter Versuch der Realisierung einer Erziehungsutopie charakterisiert wurde. Beginnend bei der Auswahl der "Junker" genannten "Parteigenossen", die formale Bildungs- und Berufsqualifikationen ausdrücklich nicht verlangte und lediglich nach körperlicher Gesundheit, arischer Abstammung, und Engagement in der Parteiarbeit fragte, sei insbesondere in Vogelsang mit dem Schwerpunkt weltanschaulicher Schulung und Sport lediglich das Ziel verfolgt worden, den Typus eines parteipolitischen Führers zu formen, der kritiklos ideologisch indoktriniert und charakterlich, mental und körperlich geformt worden sei, ohne dass sich an diese Schulung, die den Plänen Leys zufolge in einem vierjährigen Zyklus abgeschlossen werden sollte, eine Verwendung als professioneller Parteifunktionär angeschlossen habe. Leys "Erziehungskonzept" sei demnach bereits zeitgenössisch als gescheitert beurteilt worden, nachdem mit Kriegsbeginn die 1936 begonnene Ausbildungstätigkeit an den Ordensburgen eingestellt worden ist und kein Lehrgang den vorgesehenen vierjährigen Zyklus abgeschlossen habe. Der Vortrag machte allerdings auch deutlich, dass Erziehungspraxis und -wirkung der Ordensburgen bislang nicht systematisch und empirisch erforscht seien. Es fehlen bisher lebensgeschichtliche Studien sowohl zu den ca. 800 in Vogelsang ausgebildeten "Ordensjunkern" als auch zur mentalitätsbildenden Wirkung der Ausbildung sowie, orientiert z.B. am Profil der vom Hauptschulungsamt der Reichsorganisationsleitung der Partei eingesetzten Gastlehrer, detaillierte Untersuchungen zu den Lehrinhalten.[3]

Mit der Interdependenz der räumlichen Gestaltung insbesondere von Lagern des Reichsarbeitsdienstes und anderer Erziehungs- und Schulungslager und ihrer Erziehungsabsicht befasste sich der Vortrag von Kiran Klaus Patel von der Humboldt-Universität Berlin.[4] Patel zeigte, dass die architektonische Normierung und Standardisierung der Reichsarbeitsdienst (RAD)-Lager in Verbindung mit der Vereinheitlichung der Abteilungsgröße der umfassenden sozialen Kontrolle der RAD-Angehörigen gedient habe, indem Zahl und Ausstattung der normierten Baracken die Arbeitsmänner einer zunehmenden sozialen Kontrolle und Disziplinierung unterwarfen, die durch den kasernenartigen, übersichtlichen Aufbau der Lager um einen als Appellplatz genutzten Innenhof noch gesteigert wurde. Der durch das Barackenleben ausgelöste Zwang zur Gemeinschaft leistete daneben ebenso wie fehlende Rückzugsräume für den Einzelnen einer Entindividualisierung Vorschub, die sich in der Gestaltung des Tagesablaufs mit Arbeit, vormilitärischem Training und staatspolitischem Unterricht fortgesetzt habe, wobei wie in den Ordensburgen die Indoktrination mit nationalsozialistischen Ideologemen im Vordergrund des Unterrichts gestanden habe. Die pädagogisch-zwanghafte Gestaltung des Lagerraumes sei mithin durch die zeitliche Gestaltung des Lagerlebens gestützt worden, die ebenfalls wenig Raum für Individualität gelassen habe und im Tagesablauf der Ordensburgen ebenso Parallelen finde wie in den dort fehlenden privaten Rückzugsräumen; allerdings habe der Schwerpunkt beim RAD weniger auf weltanschaulicher Indoktrination denn auf körperlicher Erziehung mittels Arbeit und vormilitärischer Erziehung gelegen. Neben der Disziplinierungs- und Überwachungsfunktion der RAD-Lager wie der Ordensburgen für das Regime zeige deren Einbettung in Naturräume auch die Inszenierung eines an der "Blut- und Boden"-Ideologie orientierten Naturbezuges, der sich in der Landschaftsinszenierung Vogelsangs widerspiegele; diese Inszenierung gelte es mittels Aufklärung über deren propagandistischen Zweck und Einordnung in die Traditionen europäischer Herrschaftsarchitektur und ihrer erzieherischen Funktion zu durchbrechen.

Ausgehend von der These, dass "Elitenbildung" begrifflich als "Bestenauslese" einer beruflichen oder politischen Führungsschicht gelten müsse, untersuchte Gisela Miller-Kipp (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) anhand von Erinnerungen ehemaliger Schüler von Adolf-Hitler-Schulen biographische Wirkungen und Selbstdeutungen der vermeintlichen NS-Eliteschulen, von deren zwölf Schulen drei aus Koblenz, Landstuhl und Hesselberg zeitweise in Vogelsang untergebracht waren. Gegenüber einem Elitenbegriff, der sich an tatsächlichen gesellschaftlichen bzw. politischen Funktionen orientiere, habe Elitenbildung im Nationalsozialismus lediglich die politische Sozialisation und Willensformierung zum Inhalt der schulischen Ausbildung gemacht und damit der Legendenbildung in der Nachkriegszeit gedient. Diese spiegele sich insbesondere in Erzählungen und Erinnerungen von ehemaligen AHS-Schülern, deren Erinnerungen sich vor allem am architektonischen Eindruck der Ordensburgen und an zeitgenössisch propagierten Werten wie Kameradschaft und Elitebewußtsein orientierten. Damit werde erkennbar, dass die bereits quantitativ gescheiterte Ausbildung eines "Führernachwuchses" (maximal haben ca. 750 Absolventen die AHS verlassen) eher der nachträglichen, über das 1945 als Bruch des persönlichen Lebensweges wahrgenommene Kriegsende hinaus andauernden Sinnstiftung diene mit dem Ziel, ein Elitebewusstsein der eigenen Gruppe zu perpetuieren. Dieses Bewusstsein konkretisiere sich vor allem an den als besonders empfundenen Gebäuden der Ordensburgarchitektur und ihrer Einbettung in die Landschaft. Die bleibende Erinnerungsspur der Raumwirkung motivierte Miller-Kipp zu der Empfehlung, das Raumerlebnis Vogelsangs nicht zu pädagogisieren oder museal zu überformen, sondern dessen Authentizität zu bewahren.

Das abschließende Podium, an dem Bernd Faulenbach (FIAB/Ruhr-Universität Bochum), Alfons Kenkmann (Arbeitskreis NS-Gedenkstätten NRW/Universität Leipzig), Volker Dahm (Institut für Zeitgeschichte / Vorsitzender des Fachbeirates Vogelsang), Manfred Struck (Verein "Gegen Vergessen - Für Demokratie" e.V.) und als konversionserfahrener Vertreter des Zentrums Prora Rainer Stommer teilnahmen, versuchte die Diskussionen der beiden Tage in Hinsicht auf die zukünftige Nutzung der Anlage zu bündeln und Perspektiven aufzuzeigen. Überwiegend Einigkeit bestand darin, Vogelsang sowohl als Zentrum des Nationalparks Eifel wie auch als Ort historischer und umweltbezogener Bildung zu nutzen, zumal der Ort angesichts seiner Grenzlage wie als ehemaliger belgischer Truppenübungsplatz europäische Bezüge aufweise. Diese gelte es, so Volker Dahm in einer Kurzvorstellung der bisher erarbeiteten, vorläufigen Ausstellungskonzepte zur Regionalgeschichte der Euregio Maas-Rhein sowie eines Dokumentationszentrum zu "Menschen- und Rassenformung im Nationalsozialismus" im Rahmen eines integrierten Gesamtkonzepts bzw. Leitbildes erkennbar zu machen, um Vogelsang von bisherigen Gedenkstättenkonzeptionen abzugrenzen und zu einem besonderen Ausstellungsort zu machen. Dazu allerdings, darauf machte Alfons Kenkmann aufmerksam, seien die Identifizierung von Alleinstellungsmerkmalen, intensivierte Forschungen zur Geschichte des Ortes sowie zur Parteischulung ebenso unabdingbar wie die Präzisierung von Bildungsinhalten. Rainer Stommer warnte am Beispiel der realen Entwicklungen in Prora davor, Nutzungsplanungen für Vogelsang nur an Wünschenswertem und nicht an kurz- und mittelfristiger Machbarkeit zu orientieren, wozu auch die Berücksichtigung eines für die Planungen von Ausstellungen und Seminaren notwendigen Zeitrahmens von ca. vier Jahren und die Erstellung eines kurzfristig zu realisierenden Minimalkonzepts gehöre. Ein unkommentiertes Erleben der architektonischen Inszenierung, wie es Gisela Miller-Kipp als erlebnispädagogisches Angebot angeregt habe, wurde in den Diskussionen eher abgelehnt. Bernd Faulenbach fragte kritisch, ob man wirklich jeden Geschichtsort musealisieren müsse, wie sich die Ordensburg Vogelsang in die Gedenkstättenlandschaft einordnen lasse und schlug ergänzend neben öffentlichen Garantien für die Einrichtung von Ausstellungen auch private bzw. kommerzielle Nutzungen vor, für die allerdings bisher keine Investoren erkennbar seien. [5]

Als wissenschaftliches Fazit kann aber gelten, dass der Bereich der politischen und weltanschaulichen Schulungsarbeit im Nationalsozialismus generell weiterer historischer Erschließungsarbeit bedarf, dass biografische Studien zur Wirkung der Sozialisationsabsichten und -erfahrungen weiterhin nötig sind, dass aber auch grundsätzliche Skepsis gegenüber der Programmrhetorik einer Elite-Erziehung angebracht ist.

Anmerkungen:

[1] Aktuelle Informationen über die Konversion Vogelsangs bietet eine vom Konversionsbeauftragten des Landes NRW, dem Landrat des Kreises Euskirchen, eingerichtete Homepage unter http://www.kreis-euskirchen.de/aktuell/konv/konversi.htm . Konzepte und unterschiedliche Positionen einschließlich architektonischer Entwürfe für die im Rahmen offizieller wie ehrenamtlicher Initiativen angedachten zivilen Nutzungen werden unter http://www.vogelsang-akademie.de/ im Anschluss an eine im Herbst 2003 fertiggestellte Machbarkeitsstudie des Planungsbüros Aixplan, Aachen, dokumentiert: dort finden sich auch Ergebnisse eines im Herbst 2004 durchgeführten regionalen Diskussionsprozesses, in dessen Rahmen teils konkurrierende Nutzungsvorstellungen abgestimmt und konkretisiert wurden. Einen visuellen Eindruck von dieser Anlage und ihrer landschaftsinszenierenden Funktion im NS-Herrschaftssystem, deren Besichtigung jedoch nur nach schriftlicher Genehmigung durch die Kommandantur des belgischen Truppenübungsplatzes über den Konversionsbeauftragten möglich ist, erhält man mit zahlreichen, aktuellen Luftbildern und historischen Fotos unter http://www.lernort-vogelsang.de/ (12. Dezember 2004).
[2] Mit Ausnahme zweier journalistischer Arbeiten zu Vogelsang (Hans-Dieter Arntz: Ordensburg Vogelsang 1934 - 1945. Erziehung zur politischen Führung im Dritten Reich. Euskirchen 1986 u.ö.; F.A. Heinen: Vogelsang. Von der NS-Ordensburg zum Truppenübungsplatz in der Eifel. Aachen 2002) liegt bislang lediglich ein wissenschaftlichen Ansprüchen genügender Aufsatz von Harald Scholtz vor: Die NS-Ordensburgen. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 15, 1967, S. 269 - 298. Politische Schulung in der NSDAP und ihren angeschlossenen Verbänden bildet ein bislang nicht bearbeitetes Forschungsdesiderat. Zu den Adolf-Hitler-Schulen siehe zunächst Harald Scholtz: Nationalsozialistische Ausleseschulen. Internatsschulen als Herrschaftsmittel des Führerstaates. Göttingen 1973. Neuerdings auf breiterer Quellenbasis Barbara Feller und Wolfgang Feller: Die Adolf-Hitler-Schulen. Pädagogische Provinz versus ideologische Zuchtanstalt. Weinheim; München 2001. Eine architekturhistorische Dokumentation und Einordnung Vogelsangs bietet Ruth Schmitz-Ehmke: Die Ordensburg Vogelsang. Architektur - Bauplastik - Ausstattung. 2., veränderte und erweiterte Auflage Köln; Bonn 2003 (Arbeitsheft der rheinischen Denkmalpflege; 41). Siehe auch Monika Herzog: Die Ordensburg Vogelsang: eine Herausforderung für die Denkmalpflege. In: Denkmalpflege im Rheinland 20, Heft 1, 2003, S. 1 - 8.
[3] Siehe dazu Michael Schröders "`Elitebildung´ in NS-Ausleseschulen und Ordensburgen unter der URL http://www.historisches-centrum.de/forum/schroeders04-1.html ( 12. Dezember 2004). Siehe zum Sozialprofil der "Ordensjunker" auch David S. Schoenbaum: Die braune Revolution Eine Sozialgeschichte des Dritten Reiches. München 1980, insbesondere S. 297 - 300.
[4] Siehe auch ders.: Die pädagogische Gestaltung des Raumes in Lagersystemen für "Volksgenossen" während der NS-Herrschaft. In: Die pädagogische Gestaltung des Raums. Geschichte und Modernität. Hrsg. von Franz-Josef Jelich und Heidemarie Kemnitz. Bad Heilbrunn 2003, S. 447 - 462.
[5] Nach Ende der Tagung entwickelten sich im Rahmen mehrerer Tagungen bis Mitte Dezember 2004 Konkretisierungen der Vorschläge sowohl in Hinsicht auf Gebäudenutzungen als auch zum Konversionsverfahren. Alle weiteren Informationen darüber können im Internet unter der URL http://www.vogelsamg-akademie.de/ abgerufen werden.

Zitation
Tagungsbericht: „Steinerner Zeuge des Ewigkeitswillens“? Funktion und Bedeutung der Ordensburg Vogelsang im Nationalsozialismus, 15.10.2004 – 16.10.2004 Bonn, in: H-Soz-Kult, 18.01.2005, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-575>.
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18.01.2005
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