Sozialgeschichte des Todes

Ort
Berlin
Veranstalter
Archiv für Sozialgeschichte
Datum
20.11.2014 - 21.11.2014
Von
Sophia Dafinger, Neuere und Neueste Geschichte, Universität Augsburg

„Gestorben wird immer“ – unter diesem der US-amerikanischen Fernsehserie „Six Feet Under“ entlehnten Motto lud das „Archiv für Sozialgeschichte“ am 20. und 21. November 2014 zu seinem jährlichen Autor/innen-Workshop nach Berlin ein, um Themen der Sozialgeschichte des Todes zu diskutieren. In seiner Einführung wies MEIK WOYKE (Bonn) darauf hin, dass dieses oftmals als abseitig geltende Forschungsthema alltäglich und stets präsent sei. Seit den Studien des französischen Annales-Historikers Philippe Ariès in den 1970er-Jahren ging es in der Forschung meistens um dessen These einer Tabuisierung des Todes in modernen Gesellschaften.[1] Zugleich konzentrierte sich die Forschung meist auf „westliche“ Gesellschaften und deren institutionalisierte Formen der Trauer. In den letzten Jahren erfährt die Sozialgeschichte des Todes jedoch verstärkt Aufmerksamkeit, unter anderem inspiriert durch eine neue Gewalt- und Militärgeschichte. Die gegenwärtigen Debatten sollen durch den für Herbst 2015 geplanten Band daher mit sozialwissenschaftlicher Stoßrichtung systematisiert und erweitert werden.

NORBERT FISCHER (Hamburg) eröffnete den Workshop mit einem Beitrag zur Entfaltung sozialdemokratischer Bestattungskultur im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Trauerzüge, Bestattungsformen, Grabschmuck und Totengedenken hätten, so Fischers zentrale These, immer auch eine politische Bedeutung besessen. So verstand die deutsche und österreichische Sozialdemokratie Feuerbestattungen zur Zeit der Jahrhundertwende als fortschrittlich und egalitär. Gewerkschaftlich orientierte Feuerbestattungskassen griffen deshalb diese ursprünglich dem säkularen Bürgertum entstammende Praxis auf, um ihren Beitragszahlern preisgünstige Bestattungen zu ermöglichen und zugleich ein politisches Zeichen zu setzen.

Der zweite Vortrag wechselte den Fokus von der organisierten Arbeiterschaft hin zur unorganisierten proletarischen Bevölkerung im späten 19. Jahrhundert. NORMAN ASELMEYER (Berlin) fragte am Beispiel der Hamburger Cholera-Epidemie von 1892 nach kollektiven Wahrnehmungsmustern und Handlungsweisen in Bezug auf Krankheit und Tod. Gestützt auf biografische Texte von Arbeiter/innen stellte er die Annahme zur Diskussion, dass deren „vitale Lebenseinstellung“, die den Tod als Teil des Lebens verstand, dazu geführt habe, medizinische Empfehlungen oder Verordnungen auch während der Epidemie zu missachten.

Auch MORITZ BUCHNER (Berlin) und ANNA-MARIA GÖTZ (Hamburg) beobachteten je nach sozialer Gruppenzugehörigkeit differierende Trauerpraktiken bzw. Begräbnisformen. Beide Vorträge zeigten, dass die (Über-)Lebenden in der Auseinandersetzung mit dem Tod Fragen von Identität und Differenz verhandelten. Während, wie Moritz Buchner ausführte, eine religiös bzw. ideengeschichtlich motivierte kulturelle Trennlinie im liberalen Italien zwischen ländlich-religiöser Bevölkerung des Südens und säkular-bürgerlicher Stadtbevölkerung des Nordens zu verlaufen schien, sei das bürgerliche Familiengrab in Europa um 1900 dazu verwendet worden, Status und Prestige in Abgrenzung zu weniger vermögenden Hinterbliebenen zu demonstrieren. Anna-Maria Götz analysierte in ihrem auch kunsthistorisch informierten Vortrag die Gestaltung, Herstellung und Auswahl von Grabplastiken, die als Unikate oder Reproduktionen Friedhöfe zu Spiegelbildern der ortsspezifischen Sozialstruktur werden ließen. Deutlich wurde, wie sehr sich der Umgang mit dem Tod um die Jahrhundertwende professionalisierte und sich das Sterben wie auch die Trauer zunehmend mit Marktlogiken verband.

Da die Panels in ihrer Abfolge weniger nach chronologischen als nach inhaltlichen Gesichtspunkten gestaltet wurden, knüpften FELIX-ROBIN SCHULZ (Newcastle) und RENÉ SCHLOTT (Potsdam) mit Themen der DDR-Geschichte unter einer Perspektive an, die sich für den Umgang einer Diktatur mit Tod und Sterben interessierte. Schulz beschäftigte sich mit der staatlichen Reaktion auf das Eisenbahnunglück von Langenweddingen, bei dem im Jahr 1976 44 Kinder starben. Den Tod von Kindern sinnstiftend zu deuten, habe sich, wie Schulz ausführte, für die politische Führung des Arbeiter- und Bauernstaates mit seiner marxistisch inspirierten Religionskritik als problematisch erwiesen. Hilfe für Opfer und Hinterbliebene sei daher hauptsächlich auf finanzieller Ebene geleistet worden, indem jede Familie 1.000 Mark und zuweilen sogar zusätzlich – im Fall einer Familie mit fünf Kindern, deren Mutter ums Leben kam – eine Waschmaschine geschenkt bekam.

Schlott stellte eine Statistik der Berliner Mauertoten vor und bestätigte damit die Vermutung, vor allem junge, familiär ungebundene Männer hätten hier zu fliehen versucht. Unter den insgesamt 138 Toten befanden sich allerdings auch 30 Bürger/innen Westberlins; so beispielsweise vier Kinder, die beim Spielen in die Spree fielen und denen von westdeutscher Seite aus Angst vor der Reaktion der ostdeutschen Grenzschützer nicht geholfen wurde. Die auch in diesem Fall offenkundig politische Dimension des Todes beobachtete Schlott nicht nur in Bezug auf die DDR, die eine „Medaille für den vorbildlichen Grenzdienst“ für die Erschießung von Flüchtenden verlieh, sondern auch in der anhaltenden Instrumentalisierung der Mauertoten in aktuellen politischen Debatten.

Die drei Vorträge des folgenden Panels hatten neben der inhaltlichen Fokussierung auf das Sterben in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern gemeinsam, dass in ihnen Formen der Repräsentation und Erinnerung eine große Rolle spielten. Der Sozialwissenschaftler MICHAEL BECKER (Jena) und der Literaturwissenschaftler DENNIS BOCK (Hamburg) stellten gemeinsam ihre Überlegungen zu den sogenannten „Muselmännern“ vor. Diese stark abgemagerten, an der Schwelle des Todes stehenden KZ-Häftlinge würden in der Erinnerung marginalisiert, obwohl Berichte von Überlebenden immer wieder auf sie verwiesen. Ihre These, dass der „Muselmann“ als Phänomen der „Grenzverschiebung des Todes in den Bereich des Lebens“ schwer zu beschreiben oder gar zu definieren seien, weil er aufgrund der stetigen Wiederholung ähnlicher Motive zu einem Master-Narrativ ohne eindeutige historische Anknüpfung geworden sei, wurde in der Folge angeregt diskutiert.

ANN KATRIN DÜBEN (Leipzig) gelang es, den öffentlichen Umgang mit den Friedhöfen der Emslandlager in den 1950er- und 1960er-Jahren mit den Interessen und Motiven der zeitgenössischen Akteure zu verknüpfen. Ihr Vortrag demonstrierte, wie die Einheimischen „eigene“ und „fremde“ Tote voneinander unterschieden, sodass sich ein „regionales Totengedächtnis“ ausbilden konnte, das zivilen und militärischen Opfern der Region gedachte, die Toten der NS-Zwangslager aber ausblendete. Dies änderte sich erst durch die Einmischung von Opferverbänden, der Kriegsgräberfürsorge und schließlich der Bundespolitik, die 1965 das novellierte „Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ erließ.

Als dritter Beiträger des Panels beschäftigte sich JOHANNES PLATZ (Bonn) mit der Ikonografie von KZ-Befreiungsfilmen. In Reaktion auf Ulrike Weckels kürzlich erschienene Monografie stellte er die in seinen Augen bislang von der Forschung vernachlässigte ikonografische Analyse der in das kulturelle Gedächtnis eingegangenen Bilder in den Vordergrund.[2] Die Tatsache, dass viele der in den befreiten Lagern gedrehten Filme rekonstruierte und teils auch inszenierte Bilder zeigten, stand für Platz dabei in keinem Spannungsverhältnis zu seinem Fazit, die Alliierten hätten eine „Strategie der Wahrheit“ verfolgt.

JONAS MÜLLER (Silzen) bewies am Morgen des zweiten Workshop-Tages, dass Auslandserfahrung unschätzbaren Wert haben kann, stieß er auf sein Quellenkorpus doch während eines Erasmus-Aufenthalts in Paris. Mithilfe von etwa 500 Abschiedsbriefen, von französischen Widerstandskämpfern kurz vor ihrem (gewaltsamen) Tod verfasst, näherte er sich dem facettenreichen Nebeneinander von emotionalen, religiösen und politischen Deutungen ihres Todes. Ebenso wie im folgenden Vortrag zeigte sich dabei, dass das Sterben im Kontext des Zweiten Weltkriegs offenbar nicht vom Topos des patriotischen Heldentums zu trennen war – und dies weder durch die Schreibenden selbst noch durch die Nachlebenden.

NINA JANZ (Freiburg im Breisgau) stellte aus den Wehrmachtsakten des Bundesarchivs die offiziellen Reglements zum Umgang mit den Körpern toter Soldaten vor. Überdeutlich wurde hier der Graben zwischen dem Anspruch eines propagandistischen NS-Totenkults und der Wirklichkeit des physischen Todes an der Front. Zugleich wies Janz mit ihrem Vortrag darauf hin, dass die Frage nach dem Umgang mit dem Massentod im Militär von der historischen Forschung bisher kaum gestellt wurde und präzise Kenntnisse daher nur vereinzelt vorhanden sind.

FLORIAN GREINER (Augsburg) und ISABEL RICHTER (Berlin) beschäftigten sich anschließend mit Verwissenschaftlichungsprozessen im Umgang mit dem Tod und den Möglichkeiten einer hermeneutischen Annäherung an den Tod. Greiner beobachtete bei seiner Beschäftigung mit populärer Ratgeberliteratur seit den 1970er-Jahren, dass in dieser Zeit der Markt für Anleitungen zum Sterben und zur Trauer in den westlichen Gesellschaften sprunghaft anwuchs. Die an den Ratgebern abzulesenden Tendenzen zur Rationalisierung, Medialisierung und Ökonomisierung des Todes deuten laut Greiner auf eine veränderte gesellschaftliche Einstellung zum Trauern und Sterben und eine Konjunktur dieser Themen in der öffentlichen Debatte hin, die mit spezifischer wissenschaftlicher Expertise zusammenhingen.

Neben rationalisierten Zugängen zum Tod existierten – wie Isabel Richter aufzeigte – stets auch kulturelle Riten wie das Totenmahl, das als häufig religiöse Vorschrift die Erfahrungsebene des Todes greifbar machen kann. Richter identifizierte in ihrem Vortrag drei verschiedene Deutungsstränge in unterschiedlichen Kulturkreisen: In Europa bestätige das Totenmahl erstens die Abwesenheit der Toten und stärke die Gemeinschaft der Hinterbliebenen durch das gemeinsame Essen. Auf eine Verbindung der Lebenden mit den Toten seien zweitens in Mexiko die rituelle Zubereitung und Opferung von Speisen ausgelegt. Drittens nutzten indigene Bevölkerungsgruppen am Amazonas das Essen von Knochenmehl als Ritual der vollständigen Auslöschung der als ängstigend empfundenen Erinnerung an die Toten.

Das letzte Panel griff schließlich jenes Thema auf, das den meisten vermutlich zuallererst in den Sinn kommt, wenn sie über die Sozialgeschichte des Todes nachdenken: die Geschichte der Euthanasie, der Hygiene-Debatten und ärztlicher Eingriffe in den Sterbeprozess. CAROLIN KOSUCH (Rom) wählte einen ideengeschichtlichen Zugang, indem sie die Haltung der italienischen Naturforscher Paolo Gorini und Paolo Mantegazza zur Feuerbestattung in größere Deutungsmuster einbettete. Beide waren in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Meinung, sie stelle die hygienischste Möglichkeit dar, mit toten Körpern umzugehen. Für beide spielten die Arbeiten Darwins und der Darwinismus bzw. Monismus eine elementare Rolle, wobei sie sich aktiv gegen (natur-)religiöse Überzeugungen wandten, ohne sich faktisch von christlichen Riten vollständig zu trennen. Beide betonten darüber hinaus die Bedeutung ihrer Forderungen für das italienische „Vaterland“ und ihr patriotisches Engagement für die Gesundheit der Nation.

GERRIT HOHENDORF (München) nahm in seinem Beitrag über die Euthanasie-Debatten der Weimarer Republik eine gänzlich andere Perspektive ein. In Auseinandersetzung mit Texten Ewald Meltzers, der mit sogenannten „schwachsinnigen Kindern“ arbeitete, beobachtete Hohendorf, dass die Intensität der Debatte über Euthanasie in der Weimarer Republik abhängig von sozioökonomischen Lagen war. So habe eine Umfrage Meltzers unter den Eltern der Kinder ergeben, dass die Mehrheit für eine Tötung gestimmt und dies nicht zuletzt mit materieller Not begründet habe. Die Quellen zeigten zugleich, dass die Diskussion auch in der Arbeiterschicht anhand der bekannten Formulierungen geführt worden und nicht allein eine Elitendebatte zwischen Ärzten, Psychiatern und Juristen gewesen sei.

Anknüpfend an seine kürzlich eingereichte Dissertation stellte SEBASTIAN WEINERT (Berlin) eine Form des „emotion management“ vor, die in den Konzepten der „hygienischen Volksbelehrung“ zu finden sei: Der Tod sei seit etwa 1900 in Hygiene-Museen und Gesundheitsausstellungen als Schreckensargument gebraucht worden, um den Einzelnen zu einem als gesund apostrophierten Leben anzuhalten.

Auf der Suche nach verbindenden Elementen und Strukturen fasste Meik Woyke abschließend abstrahierend fünf Aspekte zusammen, die Anknüpfungspunkte für zahlreiche Beiträge bildeten. Zum ersten befänden sich alle Themen im Spannungsfeld von säkularen und religiösen Deutungen der Moderne und müssten daher klären, welche Akteure wann und mit welchen Argumenten Neu- und Umcodierungen von traditionellen Formen aushandelten. Zweitens begegneten uns Tod und Sterben in der Moderne stets vor dem Hintergrund von Marktlogiken. Auch soziale Unterschiede, so die dritte Überlegung, drückten sich in der Sozialgeschichte des Todes deutlich aus: Das Sterben in der Stadt und auf dem Land, als Frau oder Mann, als Proletarier/in oder Bürger/in scheine selten dasselbe gewesen zu sein – dieser Frage gelte es genauer nachzugehen. Viertens verdiene die schwer zu fassende subjektive Ebene besondere Aufmerksamkeit, indem beispielsweise die Abweichungen zwischen gesellschaftlicher Norm und sozialer Praxis fokussiert werden müssten. Fünftens schließlich müsse die Geschichte des Todes in Extremsituationen differenziert werden: Wie haben Massentod und Gewaltexzesse des 20. Jahrhunderts die Einstellung zum Sterben und zum Tod verändert? Welche Rolle spielen politische Deutungen und Erinnerungskonkurrenzen bei der Aushandlung von historischer Wahrheit und Wahrhaftigkeit?

Von sozialdemokratischer Bestattungskultur der Jahrhundertwende über Sterben und Tod in NS-Zwangslagern zu Ratgeberliteratur der 1970er-Jahre – wie bei einem so breiten Spektrum an Themen zu erwarten, entzündete sich die Diskussion immer wieder an der Frage, was eigentlich die Sozialgeschichte des Todes von anderen methodischen Zugriffen unterscheide und wie – anders herum gewendet – ein gemeinsamer Fluchtpunkt der Beiträge gefunden werden könne. Die AfS-Redaktion unterstrich in dieser Hinsicht, dass methodische Enge, womöglich gar etwas angestaubte sozialstatistische Zugänge nicht erkenntnisfördernd seien. Die Konzentration auf soziale Dimensionen von Sterben und Tod bedeute im Gegenteil häufig, individuelle Erfahrungen zu berücksichtigen und gesellschaftliche Veränderungen so greifbar zu machen und zugleich zu differenzieren. In diesem Sinne darf man auf die überarbeiteten Beiträge gespannt sein, zeigte der Workshop doch, dass zahlreiche neue Impulse von jungen Nachwuchswissenschaftler/innen ausgehen. Die Sozialgeschichte des Todes befindet sich somit, dieses Sprachspiel sei erlaubt, offenkundig in ihren besten Jahren.

Konferenzübersicht:

Meik Woyke (Bonn), Begrüßung und Einführung

Norbert Fischer (Hamburg), Zur Entfaltung sozialdemokratischer Bestattungskultur im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert

Norman Aselmeyer (Berlin), Die schreckliche Frau Cholera. Epidemiewissen und Epidemieerfahrungen in autobiografischen Texten von Arbeiterinnen und Arbeitern

Moritz Buchner (Berlin), „Warum weinen?“ Trauerpraktiken und soziale Differenz im liberalen Italien

Anna-Maria Götz (Hamburg), Zwischen Status, Prestige und Distinktion – Das bürgerliche Familiengrab und der Wandel der Trauer um 1900

Felix-Robin Schulz (Newcastle), Die Kollision von Realität und Ideologie: Die Reaktionen des DDR-Regierungsapparats auf das tragische Eisenbahnunglück von Langenweddingen

René Schlott (Potsdam), Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961-1989. Eine sozialgeschichtliche Betrachtung

Michael Becker (Jena)/Dennis Bock (Hamburg), Eine Sozialgeschichte des Todes: Der Muselmann in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern

Ann Katrin Düben (Leipzig), Die neun Friedhöfe der Emslandlager im Spiegel des Gedenkens und Erinnerns der 1950er- und 1960er-Jahre

Johannes Platz (Bonn), Memory of the Camps – KZ-Befreiungsfilme und ihre Ikonografie im kulturellen Gedächtnis

Jonas Müller (Silzen), Sterben für die Freiheit Frankreichs. Abschiedsbriefe französischer Widerstandskämpfer und ihr politisches Nachleben

Nina Janz (Freiburg im Breisgau), Der Soldatentod im Zweiten Weltkrieg – Die Kriegsgräberfürsorge und die Soldatenfriedhöfe der Wehrmacht

Florian Greiner (Augsburg), „Richtig sterben“ – Populäre Ratgeberliteratur zum Thema „Tod“ seit den 1970er-Jahren

Isabel Richter (Berlin), Essen und Religion. Das Totenmahl in transkultureller Perspektive

Carolin Kosuch (Rom), Moderne, Medizin und Tod: Über Hygiene und Feuerbestattung im Italien des 19. Jahrhunderts

Gerrit Hohendorf (München), Auf einer schiefen Ebene? – Die Debatten um Euthanasie und „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ in der Weimarer Republik

Sebastian Weinert (Berlin), Der Tod als Argument. Sprachstrategien in der gesundheitlichen Aufklärung des 20. Jahrhunderts

Anmerkungen :
[1] Philippe Ariès, Essais sur l’histoire de la mort en Occident. Du Moyen Âge à nos jours, Paris 1975; in deutscher Übersetzung Philippe Ariès, Studien zur Geschichte des Todes im Abendland, München 1976; in überarbeiteter Form mit zahlreichen Folgeauflagen Philippe Ariès, Geschichte des Todes, München 1982.
[2] Ulrike Weckel, Beschämende Bilder. Deutsche Reaktionen auf alliierte Dokumentationsfilme über befreite Konzentrationslager, Stuttgart 2012.

Zitation
Tagungsbericht: Sozialgeschichte des Todes, 20.11.2014 – 21.11.2014 Berlin, in: H-Soz-Kult, 24.02.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5844>.