Von Bregenz bis Brody – von Zara bis Znojmo

Ort
Wien
Veranstalter
Alexandra Millner/Katalin Teller, Projekt "Transdifferenz in den Literaturen deutschsprachiger Migrantinnen in Österreich-Ungarn", Elise-Richter-Programms des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF)
Datum
27.11.2014 - 29.11.2014
Von
Klaus Schwab, Institut für Germanistik, Universität Wien

Unter dem Titel „Von Bregenz bis Brody – von Zara bis Znojmo“ fand von 27. bis 29. November an der Universität Wien eine internationale Konferenz zum Thema Transdifferenz, Migration und Alterität in den Literaturen Österreich-Ungarns statt. Sie wurde im Rahmen von „Transdifferenz in den Literaturen deutschsprachiger Migrantinnen in Österreich-Ungarn“, einem Projekt des Elise-Richter-Programms des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), veranstaltet. Für Konzept und Organisation der Konferenz zeichneten die Projektmitarbeiterinnen Alexandra Millner (Leitung) und Katalin Teller verantwortlich. Als Veranstalter fungierten das Institut für Germanistik der Universität Wien sowie der Verein Neugermanistik Wien.

In ihrem Eröffnungsvortrag erläuterte ALEXANDRA MILLNER (Wien) ihr Forschungsinteresse an dem Thema. Zeit und Ort ihres Forschungsgegenstandes, das multiethnische Habsburgerreich Österreich-Ungarn und die Jahre 1867 bis 1918, stellen eine Zeit des Übergangs dar, in der Ordnungen hinterfragt wurden bzw. aufbrachen (Agrarökonomie versus Industrialisierung, Imperialismus versus Nationalismus, Geschlechterrollen usw.). Autorinnen mit Migrationserfahrung besaßen in diesem Umfeld einen erweiterten Erfahrungshorizont und entwickelten daraus ein Innovationspotential, womit auch konventionelle Genretypen individualisiert werden konnten – die Frage, inwieweit jenes Innovationspotential auch tatsächlich genutzt wurde, beschäftigte die Konferenz noch in anderen Vorträgen. Millner stellte anschließend drei Konzepte einander gegenüber: Jenes der Intersektionalität, der Interdependenz sozialer Kategorien sowie jenes der Transdifferenz (nach Klaus Lösch[1]). Letzteres sei für die Analyse einer Literatur von MigrantInnen am besten geeignet, da es nicht nur auf den beiden anderen aufbaut, sondern als offenes Konzept Auswege aus binären Sichtweisen bietet. Auf dieses Konzept wurde noch in anderen Vorträgen Bezug genommen, womit ein gelungener Einstieg in die Konferenz gegeben war.

HANS RICHARD BRITTNACHER (Berlin) lieferte im Anschluss eine Analyse von George Saikos in Vergessenheit geratenem Roman „Auf dem Floß“ (1948). Jener stellt eine Retrospektive auf die Habsburger Monarchie dar, in der ein degenerierter Adeliger, sein vitaler Leibeigener und eine sinnlich-mysteriöse ,Zigeunerin’ zentrale Rollen spielen. Wie Brittnacher darlegte, verschieben sich die anfangs klar scheinenden Abhängigkeitsverhältnisse zwischen den Figuren, ihre klischeehafte Darstellung wird ins Groteske übersteigert, in der Autopsie des Untergangs finden sich dennoch Sympathiebekundungen für die Monarchie.

ERNST SEIBERT (Wien) stellte in seinem Vortrag zuerst einige Besonderheiten der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur heraus: Das post-romantische Kindheitsbild in Österreich-Ungarn um die Jahrhundertwende sei weniger aufklärerisch als in anderen Staaten gewesen. Anstelle fantastischer Motive finde sich in der österreichischen Jugendliteratur vermehrt ein Hang zum Realismus. Nicht zuletzt stellte Seibert fest, dass auffällig viele AutorInnen, die zu den Klassikern der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur gezählt werden, aus der Peripherie der k.u.k. Monarchie entstammten (Marie von Ebner-Eschenbach, Franz Molnar, Felix Salten).

Der k.u.k. Armee widmete sich TAMARA SCHEER (Wien). In den Heeresregistern wurden Sprachkenntnisse mit Nationalitäten gleichgesetzt (wer z.B. deutsch sprach, wurde als „Deutscher“ geführt), wobei alle Offiziere Deutsch als Kommandosprache beherrschen mussten und viele von ihnen Kenntnisse in mehreren Sprachen hatten. Die Frage nach der Nationenzugehörigkeit bzw. Loyalität der Armeemitglieder wurde durch zusätzliche Quellen wie Tagebücher oder Briefe, die Scheer hinzuzog, nicht leichter zu beantworten, da sich auch im privatem Umfeld kaum jemand über diese Belange äußerte. Fest steht allerdings, dass innerhalb der Armee eine gewisse Verunsicherung in der Nationalitätsfrage, nicht aber in Bezug auf die Loyalität zum Kaiserhaus bestanden hatte.

Zum Abschluss des ersten Konferenztages sollte noch ein Vortrag von INGRID PUCHALOVÀ (Košice) stattfinden, der aufgrund einer Erkrankung jedoch stellvertretend vorgelesen wurde. Anhand der österreichisch-ungarischen Autorinnen Emma Seltenreich, Caroline Fasser-Schmid, Bertha Katscher und Else Grailich wurde gezeigt, dass – zumindest exemplarisch – musterhafte Trivialliteratur durch Migrationserfahrungen aufgebrochen werden kann. Die genannten Autorinnen lassen sich nicht mehr homogenisierend beschreiben, oft finden sich von Werk zu Werk völlig unterschiedliche Standpunkte und literarische Verfahren.

Der zweite Tag der Konferenz begann mit RUTH WHITTLEs (Birmingham) Ausführungen über Marie von Ebner-Eschenbachs Früh- („Aus Franzensbad“, 1859) und Spätwerk („Das tägliche Leben“, 1908). In diesen Werken vertrat die Autorin Positionen zur Emanzipation und Kanonisierung, die nach Wittles Meinung nicht mehr subversiv, sondern regelrecht aggressiv genannt werden können. Gleichzeitig weisen die besprochenen Werke Parallelen zu Grete Meisel-Hess’ Erzählungen auf, die gerne als plakativ und uneigenständig rezipiert werden. Unter dem Aspekt des „Unkraut-Jätens“ schlug Wittle eine Relektüre vor, in der ein differenzierterer Blick auf das Schaffen der Autorinnen geworfen werden sollte.

IRENA SAMIDE (Ljubljana) setzte mit ihrem Vortrag über Luiza Pesjak fort. Pesjak, einer deutschsprachigen Bürgerfamilie entstammend, wird allgemein als slowenische Dichterin wahrgenommen. In der Tat schrieb sie auch auf Deutsch, unter anderem ein Loblied auf den österreichischen Kaiser. In ihren slowenischen Werken neigte sie dazu, ein traditionelles Frauenbild darzustellen, während sie in ihren deutschen Essays einen deutlich emanzipatorischen Ton anschlug. Pesjak dient somit als Paradebeispiel einer transdifferenten Autorin, deren deutschsprachiges Oeuvre noch kaum erschlossen ist.

Anschließend referierte WLADIMIR FISCHER (Wien) über die Verschränkung von sprachlichen Zeichen und Zeichenträgern in der k.u.k. Monarchie. Aufgrund der besseren Infrastruktur und gesetzlicher Regelungen verschlug es immer wieder Bewohner aus allen Ecken des Reiches in die Hauptstadt, wo sie teilweise durch diese Migrations- bzw. Mobilitätserfahrungen erst schriftstellerisch tätig wurden. Fischer nannte als Beispiele Obradović, Cankar und Crnjanski. Insbesondere das Verbot kyrillischer Drucklettern außerhalb Wiens führte dazu, dass sich die Zentren südslawischer literarischer Produktion in Wien befanden.

Danach stellten die Organisatorinnen ALEXANDRA MILLNER und KATALIN TELLER (beide Wien) ihr aktuelles Projekt vor: Derzeit arbeiten sie am Aufbau einer öffentlich verfügbaren Datenbank, in der Namen, Daten und Texte österreichisch-ungarischer Autorinnen mit Migrationserfahrung im Zeitraum 1867–1918 gesammelt werden sollen. Die Herausforderungen bei der Datensammlung wurden angesprochen: Die betreffenden Autorinnen seien kaum kanonisiert, auch in zeitgenössischen Literaturgeschichten fänden sich häufig nur Zuschreibungen wie „lasterhaftes Weib“, ohne Bezug zur schriftstellerischen Tätigkeit. In einem zweiten Schritt werde versucht, Texte dieser mittlerweile über 200 Autorinnen möglichst vollständig aufzufinden und zu digitalisieren. Ein Großteil der mittlerweile erfassten Texte stammt aus Zeitschriften mit literarischen Beiträgen wie „Heimgarten“ oder „Auf der Höhe“, Frauenzeitungen, überregionalen und Wochenzeitungen. Die Texte zeigen dabei, durch Zeitgeschmack und Gelegenheitslyrik bedingt, eine große Bandbreite an literarischer Qualität. Die gesammelten Daten wie Namen, Pseudonyme, Migrationsbewegungen, Werke, werden derzeit tabellarisch erfasst, um später die Umwandlung in eine Datenbank zu ermöglichen. Die fertige Datenbank soll schließlich für Interessierte aus der ganzen Welt zur Verfügung stehen und neben Informationen zu den Autorinnen auch möglichst viele digitalisierte Texte enthalten.

Im nächsten Vortrag zeigte ENDRE HÁRS (Szeged/Wien), dass sich auch im Schaffen von Maurus Jókai, dem sonst gerne Populismus und Fixierung auf den Zeitgeschmack vorgeworfen wird, Grenzüberschreitungen und unkonventionelle Rollenbilder finden. Hárs demonstrierte dies an einigen Passagen aus „Schlachtenbilder“ oder „Die Kleinkönige“. In dem Maße, wie binäre Differenzen untergraben werden, werden sie bei Jókai auch wieder hergestellt, die Ausbrüche aus romantischen Rollenklischees bleiben daher stets episodenhaft.

AMÁLIA KEREKES (Budapest) widmete sich dem Beruf der (Sozial-)Reporterinnen in der Budapester Presse zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit Reiseberichten zwischen Reportage und Feuilleton, zwischen Frauenbewegung und „Anti-Feminismus“, entstanden, so Kerekes, situative Identitäten der Reporterinnen. Ebenso fanden Versuche einer Innovation der Gattung statt, häufig durch Elemente der Persiflage und/oder Montage.

Mit dem Frühwerk von August Šenoa beschäftigte sich MILKA CAR (Zagreb). Šenoa schrieb die allermeisten Beiträge in den „Slawischen Blättern“, die im Spannungsfeld zwischen Imperialismus und Nationalismus einen Beitrag zur „Völkereintracht Österreichs“ liefern wollten. Dem völkerverbindenden Ansatz standen aber zunehmend Šenoas eigene nationalistische Tendenzen im Weg, sodass er bald polizeilich überwacht wurde und die „Slawischen Blätter“ eingestellt werden mussten.

Einer weiteren literarischen Zeitschrift, „Die Karpathen“, 1907–1914 in Kronstadt erschienen, widmete sich ENIKŐ DÁCZ (München). Obwohl als deutschsprachiges Magazin für die Siebenbürger Sachsen gegründet, in dem die eigene Volksgruppe idealisiert dargestellt werden sollte, findet Dácz einen uneinheitlichen Nationaldiskurs vor, denn es wurden auch ungarische und rumänische Texte abgedruckt. Die ethnischen Unterschiede traten zugunsten sozialer und generationaler Differenzen zurück. Herausgeber Adolf Meschendörfer führte zudem eine „Nörgler“ betitelte Rubrik, in der er Praktiken der eigenen Volksgruppe kritisierte.

Anschließend betonte MAGDOLNA OROSZ (Budapest) anhand von Johann Strauss’ „Der Zigeunerbaron“ (1885), Ferenc/Franz Lehárs „Die lustige Witwe“ (1905) und Imre/Emmerich Kálmáns „Gräfin Mariza“ (1924) die ambivalente Struktur des populären Unterhaltungsgenres der Operette. Bei aller völkerverbindenden, glättenden Wirkung seien die Brüche aufgrund der ethnischen wie genderspezifischen Differenzierungen unübersehbar. Darin bestehe nicht nur das sozialkritische Moment des Genres, als Phänomen sei es ein mehrfach kodiertes Krisensymptom der österreichisch-ungarischen Monarchie.

EVA KRIVANEC (Berlin) stellte die transnationalen Laufbahnen dreier Schauspielerinnen aus Österreich-Ungarn vor: Basierend auf der Theorie der „nomadic subjects“ von Rosi Braidoff stellte sie die Lebensläufe von Julie Kopácsi, Fritzi Massary und Tilla Durieux in das Spannungsverhältnis von Selbstermächtigung und professioneller wie subjektiver Transformation.

Der dritte und letzte Tag der Konferenz wurde von EDIT KIRÁLY (Budapest) eröffnet. Sie referierte über Marie delle Grazie, die quer durch ihre Texte einen ideologischen Mäander schlug und unter anderem als Migrantin, Freidenkerin, Feministin, Jüdin und Katholikin rezipiert wurde. Király stellte die These auf, dass das Selbstverständnis der Autorin möglicherweise durch deren Donau-Werke („Donaukind“, „Donaunixe“) erschließbar sein könnte, in denen fragmentierten Identitäten eine wichtige Rolle zukommt.

Anhand von Selbstzeugnissen Ivan Frankos stellte TYMOFIY HAVRYLIV (Lviv) die Multiplexität dieses Migranten dar. So schrieb er während seines Wien-Aufenthaltes den Roman „Für den häuslichen Herd“ zuerst auf Polnisch, bevor er ihn selbst ins Deutsche und Ukrainische übersetzte. Ein tabellarisches Lebenslauf-Formular eines Verlegers sah er sich außerstande auszufüllen, da die binären Zuschreibungen desselben ihn nicht zutreffend beschreiben konnten. Eine universitäre Laufbahn Frankos scheiterte nicht zuletzt daran, dass er so schwer einzuordnen war.

KATALIN TELLER (Budapest/Wien) analysierte Reiseberichte aus Dalmatien und Bosnien unterschiedlicher AutorInnen (Olga Meraviglia, Paul Maria Lacroma, Marie Berks, Robert Michel und Adolph Schmal). Sie kam zu dem Schluss, die These von Bernd Wiese, der zufolge sich um die Jahrhundertwende das „Zweite Jahrhundert der Entdeckungen“ ankündigte, greife nur bedingt, da Reiseberichte immer mehr zu Reiseführern würden und die ethnografische Beschreibung einer Selbstinszenierung weiche. Die Gattungen würden durch Migrations- bzw. Fremderfahrungen der AutorInnen zusätzlich aufgeweicht, was eine kontextgebundene Verwendung des Begriffs „Transdifferenz“ nötig mache.

Nach einem Überblick über die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte von frühen Reisefilmen stellte SIEGFRIED MATTL (Wien) fest, dass besagte Filme insofern Merkmale der Transdifferenz aufwiesen, als dass ihnen eine gewisse Unentschiedenheit anhafte: Die dargestellten lokalen wie ethnologischen Differenzen können über das Medium Film auch zu verhandelbaren Divergenzen werden. Ein gefilmtes Stadtporträt von Sarajevo aus dem Jahre 1915, dem zwar eine hegemoniale Ideologie zugrunde lag, das aber aufgrund der offenen Form keine eindeutige Zuordnung zuließ, veranschaulichte diese These.

AGATHA SCHWARTZ (Ottawa) stellte eine weitere Autorin vor: Juliane Déry, die als ungarische Jüdin unter dem Namen Julianna Deutsch geboren wurde, bevor ihre Familie nach Wien übersiedelte, den Namen Déry annahm und sich taufen ließ, litt Zeit ihres Lebens an den binären Zuschreibungen. In ihrem Oeuvre spielen dementsprechend Themen wie Alterität, Hybridität und Transdifferenz häufig eine große Rolle. Trotz der intensiven Auseinandersetzung mit diesen Themen scheiterte Déry an ihrer inneren Zerrissenheit.

Im folgenden Vortrag kritisierte CHRISTOPH LEITGEB (Wien) das im Lauf der Konferenz mehrmals zitierte Konzept der Transdifferenz nach Lösch. Einerseits sah Leitgeb darin kein neuartiges Konzept, sondern eine Übernahme aus Freuds Theorie des Unbewussten. Sein zweiter wesentlicher Kritikpunkt war, dass das Konzept der Transdifferenz von Sinnsystemen ausgehe und – da es keinen Subjektbegriff behandle – auch nicht auf einzelne Subjekte (z.B. AutorInnen) angewandt werden könne. Seine Thesen machte Leitgeb am Begriff des Palimpsests fest.

Einen literaturgeschichtlichen Ausblick auf Triest bot abschließend MAREN AHLZWEIG (Düsseldorf), die mit der Stadt Triest verbundene kulturhistorische Topoi und deren Weiterwirken sowie zeitgenössische Abwandlungen in den Romanen von Dušan Jelinčič und Pino Roveredo behandelte. In ihnen sei eine spezifische Verschränkung der psychoanalytischen Sichtweise und der Stadttopografie auszumachen, die aber insgesamt auf die Fremderfahrung und unterschiedliche Alteritätskonstruktionen im multiethnischen Milieu zurückzuführen sei.

Die Konferenz brachte viele spannende Beiträge zu AutorInnen, die heute weitestgehend aus dem Blickfeld der Forschung verschwunden sind. Es bleibt zu hoffen, dass sich dieser Umstand ändert, nicht zuletzt durch die im Aufbau befindliche Datenbank des FWF-Projektes zur Transdifferenz in der Literatur deutschsprachiger Migrantinnen in Österreich-Ungarn. Dass jene „vergessenen“ AutorInnen nicht immer den kanonischen Ansprüchen von literarischer Qualität genügen, war den TeilnehmerInnen durchaus bewusst, was durch eine sensible Korpusauswahl der jeweiligen Beiträge unterstrichen wurde. Das im Rahmen der Konferenz immer wieder zitierte und namensgebende Konzept der Transdifferenz war allerdings nicht der einzige verwendete Ansatz. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch Beiträge, die Hintergrundwissen über gewisse Aspekte des Lebens in der k.u.k. Monarchie vermittelten, wie literarische Produktionsmittel, das Filmschaffen oder das Selbstverständnis der Armeeangehörigen. Durch die Internationalität und Interdisziplinarität der Vorträge wurde ein umfassendes Bild des k.u.k. Literaturbetriebes vermittelt.

Konferenzübersicht:

Maren Ahlzweig (Düsseldorf), Identitäts- und Alteritätskonstruktionen zweier zeitgenössischer Autoren aus Triest: Dušan Jelinčič und Pino Roveredo.

Hans Richard Brittnacher (Berlin), Der tote Fetisch. Die Macht der Vergangenheit in George Saikos „Auf dem Floß“.

Milka Car (Zagreb), Antagonismen und Differenzen. August Šenoas publizistische Tätigkeit in Wien 1864–1866.

Enikő Dácz (München), Identitäts- und Alteritätskonstruktionen in einer literarischen Zeitschrift. Das Beispiel der „Karpathen“ (1907–1914).

Wladimir Fischer (Wien), Die Produktionsmittel der Differenz. Zur Technikgeschichte südslavischer literarischer Produktion in/durch Wien vor 1918.

Endre Hárs (Szeged/Wien), „Emma“ alias „Emanuel“. In Geschlechterrollen kreuz und quer durch „Jókai-Ungarn“.

Tymofiy Havryliv (Lviv), Ein Migrant par excellence: Leben und Werk von Ivan Franko als Beispiel der Multiplexität.

Amália Kerekes (Budapest), Anachronistinnen. Die Figur der Reporterin in der Budapester Presse zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Edit Király (Budapest), Zu Nixe werden: Marie delle Grazie und die Donau.

Eva Krivanec (Berlin), Nomadische Berufspraxis und Attraktion der Großstadt. Transnationale Laufbahnen darstellender Künstlerinnen der Donaumonarchie um 1900.

Christoph Leitgeb (Wien), Transdifferenz und Psychoanalyse: Die Überschreibung Bertha von Pappenheims.

Siegfried Mattl (Wien), Virtuelle Reisen: kakanische Schauplätze im frühen Kino.

Alexandra Millner (Wien), Transdifferenz. Zur literaturwissenschaftlichen Instrumentalisierung eines soziologischen Konzepts im Hinblick auf die deutschsprachige Literatur Österreich-Ungarns.

Alexandra Millner (Wien), Katalin Teller (Budapest/Wien), Präsentation des Projektes "Transdifferenz in den Literaturen deutschsprachiger Migrantinnen in Österreich-Ungarn".

Magdolna Orosz (Budapest), Gender- und ethnische Stereotypien in der Operette der k.u.k.-Monarchie.

Ingrid Puchalovà (Košice), Von Gänseblümchen zur Weltdame. Literarische Gestaltung des Alltags in den Texten von deutschschreibenden Autorinnen aus dem Gebiet der heutigen Slowakei um 1900.

Irena Samide (Ljubljana), „ist auf dem Gebiete der Frauen-sache thätig“: Alterität und Transdifferenz bei Luiza Pesjak (1828–1898).

Tamara Scheer (Wien), Nationalitätenfrage und Sprachenvielfalt in der k.u.k. Armee (1868–1914).

Agatha Schwartz (Ottawa), Juliane Déry: Zwischen Kulturen und Identitäten.

Ernst Seibert (Wien), Die periphere Genese der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur vom Fin de siècle bis zur Ersten Republik.

Katalin Teller (Budapest/Wien), „Der heißblütige Dalmatiner“. ReiseschriftstellerInnen in Dalmatien und Bosnien.

Ruth Whittle (Birmingham), Gedanken zum „Unkraut“ im „Garten“ der Marie von Ebner-Eschenbach: Aus Franzensbad. 6 Episteln von keinem Propheten (1859) und die Kurzgeschichte Das tägliche Leben (1908).

Anmerkung:
[1] 
Klaus Lösch, Begriff und Phänomen der Transdifferenz: Zur Infragestellung binärer Differenzkonstrukte, in: Britta Kalscheuer / Lars Allolio-Näcke (Hrsg.), Kulturelle Differenzen begreifen. Das Konzept der Transdifferenz aus interdisziplinärer Sicht, Frankfurt am Main 2008, S. 26–52.

Zitation
Tagungsbericht: Von Bregenz bis Brody – von Zara bis Znojmo, 27.11.2014 – 29.11.2014 Wien, in: H-Soz-Kult, 28.02.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5849>.