Imaginations and Configurations of Polish Society – From the Middle Ages through the 20th Century

Ort
Leipzig/Halle an der Saale
Veranstalter
Aleksander-Brückner-Zentrum für Polenstudien, Halle/Jena
Datum
22.10.2014 - 24.10.2014
Von
Sven Jaros, Historisches Seminar, Universität Leipzig; Sophie Schwarzmaier, Kulturwissenschaftliche Fakultät, Europa-Universität Viadrina Frankfurt an der Oder

Die internationale Konferenz des Aleksander-Brückner-Zentrums für Polenstudien an den Universitäten Halle und Jena war dem geschichtswissenschaftlichen Arbeitsfeld des Zentrums gewidmet. Dem Beispiel Brückners folgend, sollte interdisziplinäre Forschung im internationalen Austausch präsentiert werden, wie Yvonne Kleinmann, geschäftsführende Direktorin des Zentrums, eingangs darlegte. Im Mittelpunkt standen Metareflexionen über die Begriffe Gesellschaft und Gemeinschaft, die als dynamische Konzepte mit fließenden Grenzen aufgefasst wurden.

Das erste Panel befasste sich mit der mittelalterlichen polnischen Geschichte. In der Eröffnung präsentierte JÜRGEN HEYDE (Halle/Leipzig) einen Abriss der polnischen Historiographiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Die polnische Forschung sei nie auf den Herrscher fixiert gewesen, vielmehr sei gerade zur Teilungszeit die Gesellschaft Träger der polnischen Geschichte gewesen. Lag nach 1918 der Fokus stärker auf der Entwicklung des Staates, bot nach dem Zweiten Weltkrieg gerade die mittelalterliche Geschichte Möglichkeiten neuer integrativer Narrative. Die Forschung war dabei zwar international orientiert, blendete aber die ethnische Perspektive sowie die umstrittene Grenzregion der Kresy bis in die 1990er-Jahre aus.

Im ersten Beitrag des Panels beschäftigte sich STANISŁAW ROSIK (Wrocław) mit der Taufe Mieszkos I. im Jahr 966, die zur Taufe ganz Polens stilisiert und bereits bei Gallus Anonymus überhöht worden sei. Neuere Forschungen zeichnen aber das Bild einer relativ begrenzten Herrschaft Mieszkos. In diesem Kontext versteht Rosik die Identifikation der Polanen mit dem Gefolge Mieszkos als externe Konstruktion, vornehmlich durch die Chronik Thietmars von Merseburg.

WIEBKE ROHRER (Heilbronn) thematisierte ebenfalls Imaginationen der Ursprünge Polens, allerdings im Hinblick auf die divergierenden Interpretationen archäologischer Befunde. Besonderes Augenmerk legte Rohrer auf die Grabfunde, in denen externe Einflüsse festgestellt wurden. Während deutsche Historiker darin einen Beleg dafür sahen, dass es sich bei den ersten Piasten um Wikinger gehandelt habe, widersprach die polnische Forschung dieser Deutung. Rohrer verstand diese Beobachtung als Gebot für fächerübergreifende Kooperationen: Als Illustration für ein historisches Narrativ laufe die Archäologie Gefahr, zu Zirkelschlüssen beizutragen, weswegen das Bewusstsein für die Methoden der jeweils anderen Disziplin geschärft werden müsse.

JÜRGEN HEYDE (Halle/Leipzig) versuchte, den Begriff der Ethnizität im Spätmittelalter historisch fassbar zu machen und nutzte hierfür vier verschiedene Alteritätsfaktoren: Sprache, Herkunft, Religion und Recht. Deren Rolle untersuchte er schlaglichtartig in der mittelalterlichen Geschichte Polens und betonte, dass die drei erstgenannten Faktoren bis weit ins Spätmittelalter und teilweise darüber nicht exklusiv verstanden werden dürften. Allein das Recht hätte es erlaubt, ethnische, religiöse und soziale Grenzen zu setzen, weshalb es als einziger Faktor exkludierend gewirkt hätte.

Auch URSZULA SOWINA (Warschau) befasste sich mit der spätmittelalterlichen polnischen Stadt. Im Sinne des spatial turn verstand sie „Raum“ nicht geographisch, sondern als soziale Konstruktion, wobei die Diversität städtischer Räume der Schlüssel zum Erfolg einer städtischen Gemeinschaft gewesen sei. Sowina identifizierte drei Raumkategorien: den privaten, den nachbarschaftlichen und den öffentlichen Raum. Diese Typologie sei zwar nicht erschöpfend, ermögliche aber zu verstehen, wie bestimmte Räume zur Ausformung einer Vorstellung von Bürgerschaft beigetragen hätten.

In seinem Abschlusskommentar betonte CHRISTIAN LÜBKE (Leipzig) die Aufmerksamkeit, die der Frage der Ethnizität zuteil geworden sei, wobei dieser Begriff konsequent historisiert und auf die spezifische Situation hin angewendet werden müsse. Ähnlich verhalte es sich mit Fragen nach Migration, Autonomie und Integration.

Den ersten Tagungstag beschloss MOSHE ROSMAN (Tel Aviv) mit einer keynote lecture zur Frage „How Polish is Polish History?“ Zur Beantwortung führte er quer durch wissenschaftliche Beiträge des 19. und 20. Jahrhunderts sowie Museumskonzeptionen des 21. Jahrhunderts. Da es schwierig sei festzustellen, was und wo Polen über die Jahrhunderte überhaupt gewesen sei, stelle sich vielmehr die Frage, wer sich zu welcher Zeit als Pole verstanden habe. Neben geschichtswissenschaftlichen Schwierigkeiten sei die Identifizierung Polens ein metahistorisches Problem, was sich auch an aktuellen politischen Debatten zeige. Die Eingangsfrage beantwortete Rosman daher knapp: „Polen ist so polnisch, wie es Polen braucht.“

Am zweiten Tag stand die Frühe Neuzeit im Fokus. Ausgangspunkt des Panels war die Frage des „Wir“ innerhalb der Polnisch-Litauischen Union, wie Yvonne Kleinmann und Tomasz-Wiślicz-Iwańczyk einführend erläuterten. Es ging also um politische, territoriale und religiöse Selbstkonzepte sowie deren Verhältnis zur föderalen Struktur der Rzeczpospolita. Dabei wurde betont, dass diese Konzepte nicht ausschließend, sondern miteinander verflochten waren. In einer solchen Struktur gewinne die Frage der Loyalität entscheidende Bedeutung.

KARIN FRIEDRICH (Aberdeen) eröffnete das Panel mit dem Fallbeispiel Bogusław Radziwiłs, der durch seinen Wechsel auf die Seite Schwedens zur Zeit des Großen Nordischen Krieges zum Erzverräter der polnischen Historiographie und Belletristik geworden sei. Im Sinne der neueren, transnational ausgerichteten Biographik ging es Friedrich um die Vielfalt von Identitätskonzepten und Rollen, in denen Bogusław agierte. Dabei konzentrierte sie sich auf seine Rolle als litauischer Magnat und Mitglied der Adelsrepublik, sowie als Gouverneur des Herzogtums Preußen. Indem sie verschiedene Loyalitäten Bogusławs beleuchtete, relativierte sie den Verratsvorwurf.

ANNA GRZEŚKOWIAK-KRWAWICZ (Warschau) widmete sich der Analyse des politischen Diskurses innerhalb der polnisch-litauischen Rzeczpospolita vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auf Grundlage politischer Literatur. Zwar bewegte sich der Diskurs in ähnlich antik-humanistischen Traditionen wie sein zentraleuropäisches Pendant, blieb jedoch im Unterschied dazu bis ans Ende des 18. Jahrhunderts weitestgehend stabil. Bestes Beispiel hierfür sei der Begriff der Rzeczpospolita selbst, der besonders in der Poniatowski-Ära eine entscheidende Erweiterung erhielt: Während vorher nur die Mitglieder der szlachta als Bürger galten, wurden nun alle freien Bürger zu Gliedern der Rzeczpospolita.

Anschließend präsentierte MARIA CIEŚLA (Warschau) die jüdische Gemeinde der Stadt Słuck als Beispiel für konkurrierende Loyalitäten. Die Juden Polen-Litauens waren seit dem Privileg Zigmunts I. von 1539 rechtlich allein ihrem adligen Grundherren unterstellt, weswegen sich ihr Verhältnis zu anderen städtischen Gruppen ambivalent gestaltete. Beim Stadtherren beobachtete Cieśla eine Tendenz zur Gleichberechtigung der Einwohner, weshalb Juden ebenfalls das Bürgerrecht innehatten, obwohl dies allein ökonomisch und nicht politisch verstanden werden muss.

Das Panel fand einen interdisziplinären Abschluss im Beitrag von BOGUMIŁ SZADY (Lublin), der einen Einblick in die Forschungen des Instituts für Historische Geographie der Katholischen Universität „Johannes Paul II” in Lublin gewährte. Ziel sei es, die konfessionellen Grenzregionen Polen-Litauens kurz vor der ersten Teilung 1772 aufzuspüren und zu analysieren. Dabei wird versucht, die räumliche Dichte von Sakralbauten der einzelnen Konfessionen zu bestimmen. Anhand dieser Daten lässt sich die ethnolinguistische und konfessionelle Fragmentierung anschaulich beschreiben. Die Annahme, wonach die Rzeczpospolita in zwei Hälften (katholisch und uniert) geteilt wird, konnte Szady zwar bestätigen, jedoch auch deutlich differenzieren. Die Konzeption eines „Commonwealth der vielen Konfessionen“ erscheint im Lichte dieser Analysen jedoch vornehmlich für das Großfürstentum Litauen zutreffend.

Der dritte Tag fand am Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) in Leipzig statt. Dietlind Hüchtker (Halle/Leipzig) und Joanna Nalewajko-Kulikov (Warschau) leiteten das dritte, dem 19. Jahrhundert gewidmete, Panel. Hier sollte das Nationalnarrativ über die polnische Geschichte im 19. Jahrhundert durch alternative Erzählungen von der geographischen sowie ethnischen Peripherie aus ergänzt werden.

Zunächst präsentierte OSTAP SEREDA (Lviv) das Kiewer Musiktheater des 19. Jahrhunderts als interkulturellen Interaktionsraum und als Bühne des polnisch-russischen Machtkampfes. Dem multikulturellen Charakter des Publikums entsprechend wurden am ersten Stadttheater von 1804 verschiedensprachige Stücke aufgeführt. Nach 1863 kam es jedoch zu einer verstärkten Russifizierungspolitik. Trotz des Versuchs, das städtische Publikum national-kulturell zu erziehen, erfreute sich weiterhin die italienische Oper und ab 1897 wieder polnisches Musiktheater bei der sich formierenden urbanen Mittelschicht großer Beliebtheit.

Einen Blick auf polnische Gemeinschaften in der preußischen Provinz warf KARSTEN HOLSTE (Halle). Die dortigen Bauern untersuchte er als politische Akteure, als welche sie weder in der polnischen Nationalgeschichte noch in der Politikgeschichte Preußens Beachtung finden. Entgegen der verbreiteten These, wonach die politische Unsichtbarkeit polnischer Bauern auf die preußische Germanisierungspolitik zurückzuführen ist, zeichnete Holste das Bild einer emanzipierten Bauernschaft. Ab den 1870er-Jahren organisierten sich wohlhabende polnische Bauern in landwirtschaftlichen und Nationalorganisationen, was nicht nur als eine Reaktion auf den preußischen Kulturkampf verstanden werden könne, sondern auch auf neue lokale Verwaltungsstrukturen.

Im Zentrum des Vortrags von LARA LEMPERTIENE (Vilnius) standen Identitätskonzepte einer jüdischen Gemeinschaft im Vilnius des 19. Jahrhunderts, der maskilischen Juden. Deren Vorstellung vom „idealen Juden“ knüpften sowohl an ältere Traditionen früherer Generationen der Gemeinschaft im Habsburger- und Deutschen Reich, als auch an Erfahrungen in Vilnius an. Das zeigte sie anhand biographischer Darstellungen jüdischer Persönlichkeiten in der ersten hebräischsprachigen Zeitschrift im russischen Reich auf („Ha-Karmel“, 1860-1880).

MACIEJ GÓRNY (Warschau) untersuchte die Aushandlung nationaler Identität im Kontext des Ersten Weltkriegs auf lokaler Ebene. Der Untergang der Reiche, so die These, ging nicht automatisch mit dem Aufkommen von Nationalstaaten einher. Die anfängliche Loyalität vieler Polen gegenüber dem russischen und habsburgischen Reich habe sich angesichts der Gewalttaten der imperialen Armeen aufgelöst. Solche Kriegsgräuel seien propagandistisch aufbereitet worden, wodurch die eigene Ethnie homogenisiert und radikalisiert werden sollte. Jedoch hätten sie unter der multikulturellen Bevölkerung kein homogenes polnisches Nationalgefühl geschaffen. Eher lässt sich ein flexibler, situativer Umgang mit Zugehörigkeit insbesondere zum Zweck der Bewahrung einer friedlichen Ordnung beobachten.

In ihrem Kommentar hob HALINA BERESNEVIČIŪTĖ-NOSÁLOVÁ (Brno) die Frage nach „multiple loyalities“ im Laufe der Zeit als Leitthema aller vier Studien hervor. In ihnen wurde anhand unterschiedlichster Quellen sichtbar gemacht, dass es einen Unterschied zwischen theoretischen Konzepten von Zugehörigkeit und praktisch und situativ ausgehandelten Zugehörigkeiten gibt.

Das vierte Panel wurde von DOBROCHNA KAŁWA (Warschau) und KATRIN STEFFEN (Lüneburg) vorgestellt. Es versammelte lokale Studien zu identitätsstiftender Erinnerung im Kontext von Migrationserfahrungen im 20. Jahrhundert.

OLGA LINKIEWICZ (Warschau) untersuchte die heutige Wahrnehmung der ehemaligen ostpolnischen Grenzgebiete durch Zeitzeugen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ostgalizien nach Westpolen geflohen waren. Die Interviews zeugten von keinerlei Nostalgie und passen daher nicht in das Nationalnarrativ über die Kresy. Insgesamt wurde das Bild einer friedlich funktionierenden multikulturellen Gemeinschaft nachgezeichnet, in deren Alltagsleben die Nachbarn nicht als ethnisch anders wahrgenommen wurden. Bestimmend für die sozialen Beziehungen innerhalb der ostgalizischen Dörfer waren vielmehr soziale Hierarchien und Lebensweisen.

KATARZYNA WONIAK (Berlin) trat der Vorstellung einer homogenen polnischen Erinnerungskultur entgegen. Am Beispiel zweier Dörfer in den westpolnischen Gebieten zeigte sie lokale Spezifika des Umgangs mit der Vergangenheit auf, die auf die Bevölkerungsstruktur vor 1945 zurückzuführen sind: In Łobez, das nach 1945 polnisch wurde, ließe sich eine inkonsequente De-Germanisierung beobachten. In Złotów, das vor den Teilungen zu Großpolen gehört und viele autochthone polnische Einwohner hatte, sei die De-Germanisierung dagegen erfolgreich gewesen. Nach 1989 zeigten die Einwohner von Łobez einen „Hunger“ nach Symbolen in Erinnerung an die deutsche Vergangenheit, woraus Initiativen der deutsch-polnischen Versöhnung erwuchsen. In Złotów fand keine derartige Auseinandersetzung statt, vielmehr wurde das jüdische Erbe wiederentdeckt.

Ein wenig bekanntes Phänomen der Nachkriegszeit stand im Fokus des Vortrags von KORNELIA KOŃCZAL (Florenz): die Übernahme deutschen Eigentums durch polnische Siedler in den westpolnischen Gebieten. Entgegen dem dominanten Narrativ, das zwischen guten „Pionieren“ und bösen „Plünderern“ unterscheidet, zeigte Kończal an offiziellen und Zeitzeugenberichten auf, dass der Unterschied graduell war. Vor allem aber trug szaber wesentlich zur Etablierung der sozialen Ordnung nach 1945 bei und war teilweise von staatlicher Seite geduldet.

Im letzten Vortrag beleuchtete WINSON CHU (Milwaukee) die verbreitete Darstellung Karl Dedecius' (geb. 1921) als Personifikation eines europäischen Multikulturalismus und konfrontierte sie mit dessen Selbstwahrnehmung. Chu betonte, dass Dedecius' Vorstellung von sich als einem „Europäer aus Lodz“, so der Titel seiner Autobiographie, nichts mit einem hybriden Identitätsverständnis zu tun hat. Vielmehr sieht er sich als Deutscher, dem die polnische Kultur vertraut ist und der Toleranz gegenüber anderen Nationalitäten gelernt und gelebt hat.

In seinem Kommentar ging JAN KUSBER (Mainz) insbesondere der Frage nach, inwiefern sich in den vorgestellten lokalen Studien „Gegennarrative“ abgezeichnet hätten. Angesichts der Tatsache, dass das im jeweiligen Kontext beschworene Meisternarrativ oft nicht klar zu bestimmen sei, schlug er vor, verschiedene Schichten von Narrativen zu unterscheiden.

In der abschließenden Systematisierung der Themenkomplexe wurde darauf hingewiesen, dass „Gesellschaft“ als Analyseeinheit zu groß sei. Zudem sei Polonität vor allem ein Problem der Geschichtswissenschaften, während die historischen Akteure in anderen Kategorien gedacht hätten; eine genaue Prüfung der Quellen sei notwendig. Dieser Aufruf ad fontes war hier explizit interdisziplinär gemeint. Anstatt eine Buchbindersynthese anzustreben, ließen die OrganisatorInnen die verschiedenen Stränge für sich stehen und betonten, dass es alle Narrative zu beachten gelte. Als Ergebnis für die weitere Arbeit des Zentrums sei besonders die Dekonstruktion des nationalen Narrativs zu nennen. Es gelte, Polen im Kontext Ostmitteleuropas und darüber hinaus zu sehen und den hier beschrittenen interdisziplinären und internationalen Weg weiter zu verfolgen. Das Bild des Staffelstabes, das Kleinmann in ihrer Eröffnung herangezogen hatte, beschreibt die Tagung somit treffend. Auch wenn die konzeptionelle Schärfe unter der großen Bandbreite des Konferenzthemas etwas verloren ging, bot diese Konferenz genug Gründe, sich auf zukünftige Impulse zu freuen.

Konferenzübersicht:

Panel I: Political Rule and Medieval Society in the Polish Lands: An Anthropologically Inspired Revision

Stanisław Rosik (Wrocław), „The Baptism of Poland“: Power, Institution and Theology in the Shaping of Monarchy and Society (10th-12th c.)

Wiebke Rohrer (Heilbronn), Vikings or Slavs - The Archeological Interpretation of the Early Piast Period and Its Multidisciplinary Dilemma

Jürgen Heyde (Halle/Leipzig), Migration and Ethnicity in Medieval Poland: On the Role of „Ethnic Markers“

Urszula Sowina (Warszawa), Spaces of Communication: Patterns in Medieval and Early-Modern Polish Towns

Christian Lübke (Leipzig), Kommentar zum Panel

Moshe Rosman (Tel Aviv), Keynote Lecture: How Polish is Polish History?

Panel II: Multiple Loyalities: Coexistence of Political, Territorial and Religious Self-Conceptions in Early Modern Communities

Karin Friedrich (Aberdeen), Transnational Nobility in the Polish-German Borderlands. The Loyalties of Boguslaw Radziwill (1620-1669)

Anna Grześkowiak-Krwawicz (Warszawa), Political Discourses of the Polish-Lithuanian Commonwealth: An Attempt at Description

Maria Cieśla (Warszawa), Competing Loyalties of Jews in Private Towns of the Grand Duchy of Lithuania: The Case of Sluck

Bogumił Szady (Lublin), Confessional Fractionalization of the Polish-Lithuanian Commonwealth in the 18th Century. New Perspectives in Historical Geography

Michael G. Müller (Halle), Kommentar zum Panel

Panel III: Facing a Fantasy: Concepts of Community in the Imperial Setting of the 19th Century

Ostap Sereda (L’viv), On the Frontiers of the Former Rzeczpospolita: Polish Theater and Society versus Empire-Nation Relations in 19th-Century Kyiv

Karsten Holste (Halle), Reform from Above, and Politics from Below. Peasants in the Prussian Part of Poland

Lara Lempertiene (Wilna), The Vision of the Enlightened Jew in 19th-Century Europe: The Case of the Maskilic Community of Vilna

Maciej Górny (Warszawa), Identity under Scrutinity: The First World War in Local Communities

Halina Beresnevičiūtė-Nosálová (Brno), Kommentar zum Panel

Panel IV: Counter-Narratives of the 20th Century? - Re-Configurations of Local Society under Conditions of Migration, Violence and Transformation

Olga Linkiewicz (Warszawa), Bearers of Local Stories: Memory of the Eastern Borderlands (kresy) and Reconsideration of the Historical Record

Katarzyna Woniak (Berlin), Migration, Society and Memory: Two Small Towns in the ziemia zachodnie after 1945

Kornelia Kończal (Florenz), The Plundering of German Property and the Reconstruction of Social Order in Central Europe after 1945

Winson Chu (Milwaukee), Translating Karl Dedecius: Łódź, Historical Politics, and the Translocal Re-Configuration of Violence and Migration

Jan Kusber (Mainz), Kommentar zum Panel

Abschlussdiskussion
Dietlind Hüchtker (Halle/ Leipzig)/Yvonne Kleinmann (Halle)/Tomasz Wiślicz-Iwańczyk (Warsaw)/Joachim von Puttkamer (Jena)

Zitation
Tagungsbericht: Imaginations and Configurations of Polish Society – From the Middle Ages through the 20th Century, 22.10.2014 – 24.10.2014 Leipzig/Halle an der Saale, in: H-Soz-Kult, 10.03.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5863>.