Gelebt, erinnert – und erforscht? 1968 auf dem Weg vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis

Ort
Heidelberg
Veranstalter
Interdisziplinäres Forschungskolloquium Protestbewegungen, Heidelberg Center for American Studies
Datum
09.07.2004 - 10.07.2004
Von
Sara Hakemi, Bochum

Unter dem Titel "Gelebt, erinnert – und erforscht? 1968 auf dem Weg vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis" hat das Interdisziplinäre Forschungskolloquium Protestbewegungen (www.ifk-protestbewegungen.org) – unterstützt von Professor Dr. Detlef Junker und dem Heidelberg Center for American Studies – zu seiner ersten Tagung am 9./10. Juli in Heidelberg eingeladen. Gegründet von Martin Klimke (Heidelberg) und Joachim Scharloth (Zürich), ist das IFK Protest eine Plattform für den internationalen und interdisziplinären Austausch zwischen jungen Wissenschaftlern, die über das Thema Protest und Protestbewegungen arbeiten. Als Organisatoren der Tagung hatten Klimke und Scharloth die Konferenz entsprechend dem Anspruch des IFK Protest ausgerichtet, was sich im Verein mit der klug zusammengestellten Abfolge der behandelten Themen als sehr fruchtbar für die Diskussionen erwies.

Die Vorträge Alexander Holmigs (HU Berlin) und Hans-Holger Pauls (Archiv der Sozialen Demokratie, Bonn), die die Strukturen des Archivs APO und soziale Bewegungen in Berlin und des Archivs der Sozialen Demokratie vorstellten und einen Überblick gaben über die Quellen zur Studentenbewegung sowie deren Aufbereitung und Erfassung, diskutierten die Konferenzteilnehmer noch vorrangig unter organisatorischen und wissenschaftspraktischen Gesichtspunkten. Doch bereits in der Auseinandersetzung mit den Beiträgen von Michael Frey (Bochum) und Dorothee Liehr (Zürich), entspann sich eine lebhafte Debatte über methodologische Standpunkte und die Bedingungen und Möglichkeiten ideologiekritischer Wissenschaft. Erörtert wurde dabei nicht nur die Frage, mit welcher Analysetechnik den zahlreichen Facetten von ’68 am sinnvollsten zu begegnen sei, sondern wieviel theoretischen Überbau der Themenkomplex überhaupt benötige bzw. vertrage.

Die Vorlage zu dieser, die gesamte weitere Tagung begleitenden und befruchtenden Diskussion, hatten Frey und Liehr selbst gegeben, fokussierten sie doch in ihren Referaten die konträren geschichtswissenschaftlichen Herangehensweisen an ’68. Unter dem Titel "'Entzauberung des Mythos' oder Mythos der Entzauberung? – 1968 im Spannungsfeld zwischen Historisierung und Kulturkampf" sondierte Frey das weite Feld der Forschungsliteratur zu diesem Thema. Nach den bereits früh erfolgten Bestrebungen seitens der Aktivisten, die Diskurshoheit über ’68 zu erlangen, habe sich die Literatur ab 1989/1990 zwar nicht ausschließlich, doch hauptsächlich mit den Folgen der Revolte befaßt, was zugleich zu einer Verengung und Erweiterung der Perspektive führte. So konstatierte Frey die zunehmende Abwesenheit der Zeitzeugen aus der Forschung, andererseits zöge die Wissenschaft in Folge dieses veränderten Interesses neue Perspektiven und Methoden zur Untersuchung und Beurteilung des Phänomens ’68 heran.

Als eine der methodisch innovativsten Neuerungen in der Historik gilt der Ansatz von Ingrid Gilcher-Holtey, den Liehr vorstellte. Sie betrachtete 1968 im Fokus einer Theorie der Sozialen Bewegungen und stellte den erkenntnistheoretischen Zugang der von Gilcher-Holtey initiierten analytisch orientierten Geschichtswissenschaft dar. Der vor allem politik- und sozialwissenschaftliche Theoreme aber auch Diskurstheorie, Sozialen Konstruktivismus und Erzähltheorie integrierende Ansatz betont generell die Abhängigkeit der Produktion wissenschaftlicher Erkenntnis von der kulturellen (d.h. im Sinne Gayatri Chakravorty Spivaks ideologischen) Gebundenheit von Wissenschaftlern. Speziell auf ’68 bezogen überträgt Gilcher-Holtey nach Darstellung Liehrs das Konzept der Sozialen Bewegungen auf die französische Studentenbewegung in den Monaten Mai und Juni 1968. Am Beispiel Frankreichs habe Gilcher-Holtey die Mobilisierungs- und Demobilisierungsfaktoren erfolgreicher sozialer Bewegungen aufgezeigt, wobei die komplexen theoretischen Konstruktionen stets als Mittel zur Erklärung historisch realer Geschehnisse fungierten.

Die anschließende Diskussion des Ansatzes von Gilcher-Holtey, wie auch die weiteren Gespräche im Verlauf der Tagung, zeigten, daß die methodischen Konfliktlinien nicht nur zwischen den Disziplinen sondern auch innerhalb derselben verlaufen – am schärfsten vielleicht bei den Historikern. Während die Literaturwissenschaftler und Linguisten unter den Tagungsteilnehmern unbeschadet der Differenzen in Detailfragen Positionen vertraten, die unter dem Einfluß der kulturellen Wende und des Postrukturalismus – mit seinen zugegeben zahlreichen Spielarten – stehen, und sich für eine durch theoretische Überlegungen straff regulierte Vorgehensweise bei der Untersuchung der Chiffre ’68 als Partikel des texte général aussprachen, verfochten die Historiker auf der Heidelberger Tagung diverse, teils konträre Ansätze. Mißtrauen erregten insbesondere kultursemiotisch gelenkte Fragestellungen sowie die Einordnung der Historik als interpretierende Kulturwissenschaft.

So spannend ein solcher fachlicher Pluralismus ist: Als Literaturwissenschaftlerin konnte man den Eindruck gewinnen, daß der deutschen Geschichtswissenschaft die intensivsten Debatten um Methoden und Richtungen noch bevorstehen. Insbesondere in der Frage, welche Konsequenzen man aus dem linguistic turn wie auch dem cultural turn für die eigene Disziplin ziehen möchte, scheint in Deutschland Klärungsbedarf zu bestehen, wohingegen die Gültigkeit von Semiotik und Erzähltheorie in der angelsächsischen kulturwissenschaftlichen Geschichtswissenschaft auch von kritischen Historikern wie Robert Darnton nicht grundsätzlich bestritten wird. Vertraut man Michael Maset, so tut sich die deutsche Historik zudem mit der Rezeption Foucaults schwer.

Ebenfalls noch nicht beendet sind die Kontroversen um ’68 für jene, die dieses Jahr involviert in die politischen Ereignisse miterlebten, mitgestalteten, miterlitten. Eingeleitet wurde der rhetorische Glanzpunkt der Tagung, die Diskussion zwischen den Zeitzeugen Rolf Rendtorff, 1970 bis 1972 Rektor der Universität Heidelberg, und Michael Buselmeier, 1959 bis 1967 Student und ab 1973 bis 1975 Lehrbeauftragter in Heidelberg, von Jan Eike Dunkhase (FU Berlin) mit einem Vortrag über die Heidelberger Studentenunruhen. Dunkhase zeigte am Fall Conze – 1969 als Rektor der Universität Heidelberg Vorgänger Rolf Rendtorffs – wie Werner Conze als Interessenvertreter der Hochschule Zwischen "Lernfreiheit" und "Lehrfreiheit" aufgerieben wurde. Letztlich erwies sich der Konflikt zwischen den staatspolitischen Zielen als "links" apostrophierter Studierender und den hochschulpolitischen Interessen der Lehrenden, insbesondere der Professorenschaft als unauflösbar. Es fehlte eine gemeinsame kommunikative Basis, die es erlaubt hätte, sich darüber zu verständigen, ob und inwieweit beide Seiten hinsichtlich bildungspolitischer Ziele auseinanderstanden. Statt dessen wurde Lernfreiheit gegen Lehrfreiheit gestellt. Im Ergebnis, so Dunkhase, ging aus dieser Diskursunfähigkeit bei der Entwicklung der Hochschulreform die Ministerialbürokratie als Gewinner hervor.

Dem stimmte Rendtorff uneingeschränkt zu und schilderte das zähe, mitunter verbissene Ringen sowohl mit der Kultusbürokratie als auch den Gremien der Universität Heidelberg, um der Hochschule eine möglichst weitgehende Autonomie zu sichern. Hochschulpolitische Anliegen, die von den protestierenden Studierenden wenig beachtet, kaum unterstützt und von der Öffentlichkeit, die ihre Aufmerksamkeit ausschließlich auf die medial vermittelten Aktionen der Studentenschaft richtete, nicht wahrgenommen wurden. Als Ursache für das überwiegende Ignoranz der Studierenden gegenüber ihren ureigensten Interessen nannte Buselmeier, ehemals protestbewegter Student, das Denken in weltpolitischen Dimensionen, das keinen Raum ließ für die Belange des Alltags. Nicht nur zeitlich sondern auch ideologisch mittlerweile in deutlicher Distanz zu den Ereignissen die unter der Jahreszahl 1968 in das kollektive Gedächtnis eingeprägt sind, sah Buselmeier die Studentenrevolte rückblickend mehr von einem anarchischen Lebensgefühl getragen als von grundlegenden politischen Interessen.

Damit war das Stichwort gegeben für die Vorträge des folgenden Tages, die das Themenfeld ’68 vorrangig aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive untersuchten. Unter dem Titel "Ein, zwei, viele Achtundsechzig – Vielschichtigkeit des Ereignisses und die Schwierigkeit der analytischen Zusammenschau", der im Rahmen dieser Konferenz durchaus Allgemeingültigkeit für sich beanspruchen durfte, stellte Roman Luckscheiter (Heidelberg) für die sozialhistorisch ausgerichtete Literaturgeschichte die Frage, was das Datum ’68 eigentlich repräsentiere und welche Zäsur es markiere. Seiner Betrachtung des Phänomens ’68 legte Luckscheiter die Idee von Krise und Kompensation zugrunde, wonach die gegenkulturelle Revolte eine Reaktion auf die manifeste Sinnkrise junger Intellektueller der 1960er Jahre war, aus der als eigentliche Revolution die Postmoderne hervorging. Wenn auch die marxistischen Strömungen nicht übersehen werden dürften, könne die Bewegung von ’68 aus dieser Perspektive durchaus als ästhetische Revolte beschrieben werden, die sich aus einem Unbehagen an der Moderne [Charles Taylor], einem Gefühl der Entfremdung speise.

An den ästhetischen Aspekten des Phänomens ’68 setzte auch Meredid Puw Davies (London) an, deren Vortrag Kreative Textstrategien der westdeutschen antiautoritären Bewegung zum Thema hatte. Am Beispiel der "vergänglichsten und unlesbarsten aller Schriftformen", Graffiti, spürte Puw Davies der populären subversiven Kultur nach, deren Bedeutung sie als zentral für das Verständnis der 1968er Bewegung bezeichnete. Denn gleich den an den Grenzen der Legalität operierenden antiautoritären Praktiken, neigten die subversiven Graffiti dazu, ostentativ Grenzen zu überschreiten, sowohl die der Gattungen, die des Mediums, als auch die der Wahrnehmung, da Graffiti gleichsam unsichtbar im öffentlichen Raum existierten.

Statt des erkrankten Holger Nehring (Oxford), dessen Beitrag "The Protests against Nuclear Weapons, Transnational Peace Movements and the New Left in Britain and West Germany 1957 to 1964" den Teilnehmern der Konferenz als Handout vorlag, hatte sich freundlicherweise Alexander Vazansky (Heidelberg) kurzfristig bereiterklärt über "'Army in Anguish': Protest, Drugs and Black Power among GIs in West Germany, 1968 - 1975" zu referieren. Vazansky wies darauf hin, daß 1971 und in den Jahren darauf in Folge des Vietnamkriegs an sämtlichen in- und ausländischen Militärstützpunkten der Vereinigten Staaten ein Verfall der soldatischen Moral aufgrund politischen Protestes, Drogenmißbrauchs und Rassenkonflikten innerhalb der Einheiten zu beobachten war. Doch sowohl die heimatlichen Presseorgane wie auch das Verteidigungsministerium identifizierten Westdeutschland als den Ort, an dem all diese Probleme geballt auftraten. Während in den beiden letztgenannten Konfliktfällen die Armeeführung für Europa Bereitschaft zum Konsens signalisierte und bemüht war, die Ursachen für Rassenkonflikte und Drogenmißbrauch zu beseitigen, zeigte sich die US-Army, so Vazansky, unnachgiebig in Bezug auf den politischen Protest, insbesondere im Hinblick auf eine Friedensbewegung innerhalb der Armee. Den Grund für diese Unnachgiebigkeit machte Vazansky darin aus, daß die Initiative zu politischem Dissens vornehmlich von außen, von Zivilisten, in die Army hineingetragen wurde. Zudem interessierte sich, anders als im Fall von Rassenkonflikten und Drogenkonsum, nur eine Minderheit der GIs für politische Fragestellungen.

Volker Pantenburg (Münster) griff die Referate Luckscheiters, Puw Davies’ und Vazanzskys auf und stellte deren zentrale Anliegen in den Kontext des Mediums Film. In seinem Vortrag "24 mal Revolution pro Sekunde. Film und Geschichte 1968" befaßte er sich mit der Frage, ob dieses Medium, soweit es um Innovationen bemüht war, in jener Zeit mehr auf der Seite des ästhetischen oder mehr auf der des politischen Dissens operierte, um darauf die Antwort zu geben: "Auf keiner und zugleich auf beiden." Berge der Akt des Filmens stets dokumentarische Anteile, so liege in der Montage zugleich die Möglichkeit begründet, diese Realität zu transzendieren. Mit der zunehmenden Politisierung der westlichen Gesellschaften veränderten sich jedoch nicht nur die Themen und Stoffe möglicher Filme, sondern die Repräsentationsmöglichkeiten des Mediums selbst seien in Frage gestellt worden. Wobei die schwerfällige, langwierige und vor allem kostenintensive Produktion selbst einfacher Filme die Hersteller an kapitalistische Produktionsweisen band, die es schwierig machten, alternative Praktiken zu entwickeln. Daß dies dennoch möglich war, zeigte Pantenburg anhand dreier Beispiele aus Deutschland, den Vereinigten Staaten und Frankreich: Farbtest Rote Fahne, Medium Cool und Vent d’Est, die in selbstreflexiven Akten sowie ironischer Brechungen das Medium Film mittels desselben kritisierten.

Die Doppelfunktion einer Diskussionsleiterin und Referentin erfüllte Corina Petrescu (Madison), die ebenfalls so freundlich war, kurzfristig vorzutragen, da Nina Verheyen (Wissenschaftszentrum Berlin) erkrankt war. Petrescu stellte in ihrem Vortrag "The Other Within: Marginalization and Inclusion in the West German Society of the 1960s and 1970s" dar, daß die Wechselwirkung von Identität und Alterität, von Binnenkolonisation und Marginalisierung sich durch die ethnisch, religiös und sozial relativ homogene westdeutsche Gesellschaft zog und entscheidendes Moment für die Entstehung einer Protestbewegung in den späten 60er Jahren war. Als augenfälliges Kriterium der Unterscheidung zwischen uns und denen – jenen, die sich in ihrer politischen, kulturellen, sozialen und / oder sexuellen Praxis von denjenigen abhoben, die sich als Vertreter der Majorität und deshalb Autorität betrachteten (Petrescu spricht hier begründet von Machthabende) – und zur Identifizierung der Abweichler bot sich das Alter an: Die revoltierende Jugend bildete eine Minorität im doppelten Wortsinne. In gewissermaßen logischer Konsequenz dieser Klassifizierung standen sich schließlich jene gegenüber, die den Zweiten Weltkrieg bewußt erlebt hatten, und jene, die 1968 gerade erwachsen wurden. Was zunächst den Anschein eines Generationenkonfliktes erweckte, entwickelte sich gegen Ende der 60er Jahre zu einer Kluft, die das Gesellschaftsgefüge spaltete. Auf diese Bedrohung, legte Petrescu dar, habe die Obrigkeit mit einer Integrationsstrategie gegenüber den legalen Elementen der Protestbewegung reagiert. Zu fragen bleibe daher, ob ’68 tatsächlich, wie so häufig behauptet, wirkungslos geblieben sei, oder ob nicht vielmehr die Integrationsstrategie des Staates zwangsläufig eine zumindest teilweise Übernahme von Anliegen wie auch politischer Praxis der 68er zur Folge hatte. Petrescu bejahte dies mit Hinweis auf die ab den 1970er Jahren zahlreich entstehenden Bürgerinitiativen.

Hatte Petrescu ’68 als Ausgangspunkt eines Prozesses behandelt, der eine freiheitlichere Auffassung von Demokratie und mehr bürgerschaftliches Engagement zeitigte, befaßte sich Sara Hakemi (Bochum), Verfasserin des vorliegenden Tagungsberichtes, mit der Frage, ob auch die Ursprünge der sogenannten ersten Generation der RAF im Datum ’68 zu verorten seien. Hakemi verneinte dies und nahm Gudrun Ensslins Aussage gegenüber dem psychiatrischen Gutachter im Frankfurter Kaufhausbrandstifterprozeß "Wir wollen kein Blatt in der Kulturgeschichte sein" zum Anlaß, die erste Generation der RAF im Kontext avantgardistischer und neo-avantgardistischer Diskurse zu betrachten und ausgehend vom dem sehr weiten Kulturbegriff Gayatri Chakravorty Spivaks einen Überblick über "Kultur" und habituelle Situierung der frühen RAF zu geben, die als Partizipant anti-bourgeoiser Diskurse in Nachfolge der historischen Avantgarden und insbesondere neo-avantgardistischer Gruppen wie Internationale Lettriste, Interationale Situationniste, Subversive Aktion und Kommune I entsprechend der Idee einer permanenten Revolutionierung des Alltags agierte.

Abgeschlossen wurde die Reihe der Vorträge von Karrin Hanshew (Chicago), die über "The search for 'innere Sicherheit': Democracy ans Anti-terrorism in 1970s West Germany" referierte. Das Bedürfnis nach innerer Sicherheit habe zu einer Werteverschiebung innerhalb der westdeutschen Gesellschaft geführt, dessen Resultat die konservative Wende in den 1980er Jahren war und dessen dauerhafte Folge die Dominanz konservativer Diskurse sei. Zugleich konstatierte aber auch Hanshew eine Vertiefung und Erweiterung des Demokratiebegriffs innerhalb der Gesellschaft, die initiiert wurden von der ursprünglich mit der Terrorismusbekämpfung verknüpften Debatte um die Legitimität und Legalität der Ausübung staatlicher Gewalt.

Die Vielfalt der Themen und Fachrichtungen wurde von den Teilnehmern der Konferenz durchweg positiv aufgenommen, insbesondere die Möglichkeit, sich über Fächergrenzen hinweg auszutauschen und wissenschaftliche Positionen dazustellen. In diesem Zusammenhang wäre es ein Desiderat zu untersuchen, inwieweit ’68 zur Interdisziplinarität der Geistes- und Kulturwissenschaften beigetragen hat.

Die nächste Tagung der IFK-Protest unter dem Titel "Maos Rote Garden? 1968 zwischen kulturrevolutionärem Anspruch und subversiver Praxis: Kultur- und Mediengeschichtliche Aspekte der Studentenbewegung" findet am 4./5. Februar 2005 in Zürich statt.

Sara Hakemi

Zitation
Tagungsbericht: Gelebt, erinnert – und erforscht? 1968 auf dem Weg vom kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis, 09.07.2004 – 10.07.2004 Heidelberg, in: H-Soz-Kult, 13.10.2004, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-592>.