Tschechische, slowakische und tschechoslowakische Geschichte des 20. Jahrhunderts

Ort
Hradec Králové
Veranstalter
Pavel Boštík / Pavel Horák / Jan Mervart / Jaromír Karpíšek / Zbyněk Sturz, Philosophische Fakultät, Universität Hradec Králové; Ostböhmisches Museum, Hradec Králové
Datum
31.03.2015 - 01.04.2015
Von
Dirk Mathias Dalberg, Katedra filosofie, Univerzita Pardubice

An der Monatswende von März zu April 2015 fand im ostböhmischen Hradec Králové zum zehnten Mal die Tagung „Tschechische, slowakische und tschechoslowakische Geschichte des 20. Jahrhunderts“ statt. Diese im sozialen Leben der Stadt eine wichtige Rolle spielende internationale Konferenz bietet Doktoranden aus Tschechien und der Slowakei aber auch aus weiteren Ländern Europas wie beispielsweise Deutschland, Polen und Serbien seit nun mehr einer Dekade Raum und Zeit, die Ergebnisse ihrer Forschungen einer interessierten Fachöffentlichkeit vorzustellen, zu diskutieren und soziale Kontakte zu Nachwuchskollegen zu knüpfen. War in den bisherigen neun Jahrgängen die Universität Hradec Králové alleiniger Organisator der Tagung, so beteiligte sich im Jubiläumsjahr auch das in der Stadt ansässige Ostböhmische Museum an ihrer Organisation.

Grundsätzlich verfolgt die Nachwuchskonferenz, über die regelmäßig in tschechischen und slowakischen wissenschaftlichen Zeitschriften berichtet wird, zwei große Ziele: Sie strebt erstens eine Überwindung der isolierten nationalen Geschichtsschreibung der beiden benachbarten Nationen, die von 1918 bis Ende 1992 in einem gemeinsamen Staat lebten, zugunsten einer gemeinsamen und sich gegenseitig durchdringenden tschechoslowakischen Perspektive der Geschichtsschreibung an. Zweitens setzt sie sich zum Ziel, den Boden für zukünftige fachliche Kontakte zu bereiten. Hierzu dient vor allem der am Ende des ersten Konferenztages stattfindende gemeinsame Abend der interessierten Teilnehmer der Tagung.

Seit einigen Jahren werden die Vorträge von erfahrenen Wissenschaftlern am Ende des jeweiligen Blocks einem kritischen Kommentar unterzogen. Hierdurch soll den referierenden Doktoranden sofort ein erstes fachliches Feedback zu ihren Vorträgen gegeben werden, in dem nicht allein inhaltliche, sondern auch formelle, strukturelle und methodische Stärken aber auch Schwächen angesprochen werden. Eine zweite Qualitätssicherung bietet die Begutachtung der eingereichten schriftlichen Fassungen der Vorträge, die in einem Tagungsband veröffentlicht werden sollen.

Obgleich die Tagung das 20. Jahrhundert grundsätzlich in seiner vollen Länge betrachten will, konzentrierten sich die Beiträge in diesem Jahr, ähnlich wie in den vorherigen Jahrgängen, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, auf die Jahre von 1914 bis 1989 also die Zeit, die Eric Hobsbawm als das kurze 20. Jahrhundert bezeichnet.

Die 55 Teilnehmer aus vier Ländern (Tschechien, Slowakei, Deutschland und Serbien) untersuchten und diskutierten mannigfaltige theoretische und praktische Fragen und Probleme der tschechischen, slowakischen und tschechoslowakischen Geschichte. Die zwanzigminütigen in tschechischer, slowakischer und englischer Sprache gehaltenen Beiträge, an die sich jeweils eine ca. halbstündige Diskussionsrunde einschließlich der kritischen Kommentare anschloss, waren auf insgesamt siebzehn, teilweise parallel stattfindende, thematisch sehr unterschiedliche Sektionen aufgeteilt: Wirtschaftsgeschichte, Kirchengeschichte, Genderfragen, deutsch-tschechische Beziehungen, Tschechen und Slowaken in der Welt, Biographien, Medien sowie die Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus in den Jahren von 1939 bis 1945 und 1945 bis 1989.

Die sich mit wirtschaftsgeschichtlichen Fragen beschäftigenden Panels betrachteten Industrieunternehmen, kommentiert von JAKUB RÁKOSNÍK (Prag), die Agrarwirtschaft , kommentiert von LIBOR SVOBODA (Prag) und den tschechoslowakischen Markt in internationalen Zusammenhängen, kommentiert von JIŘÍ JANÁČ (Prag). Die Auseinandersetzung mit dem Totalitarismus in den Jahren von 1939 bis 1945 und 1945 bis 1989 hatte unter anderem das Verhältnis von Mensch und Totalität, kommentiert von JAROSLAV PAŽOUT (Liberec), die Durchsetzung neuer Staatsideen, kommentiert von TOMÁŠ HRADECKÝ (Hradec Králové) sowie den Alltag im Kommunismus, kommentiert von MARTIN PEKÁR (Košice), zum Gegenstand.

Aufgrund der großen Anzahl von Beiträgen sollen im Folgenden exemplarisch drei Blöcke etwas ausführlicher vorgestellt werden. Der Historiker JAN MERVART (Prag/Hradec Králové) kommentierte den Block „Forschung und Wissenschaft“. Inhaltlich ging es um die Intellektuellengeschichte und die Problematik des Expertenwissens.

VOJTĔCH ČURDA (Prag) analysierte in seinem Beitrag die ideologische Entwicklung Karel Kosíks von den 1950er-Jahren bis zu seinen kritischen Einlassungen zu gesellschaftspolitischen Themen in den 1990er-Jahren, als der außerhalb des postkommunistischen Establishment stehende tschechische Philosoph eine vereinsamte Person war. Diese Entwicklung untersuchte Čurda im Zusammenhang mit den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Prager Frühling, Normalisierung, samtene Revolution und Transformationszeit). Daneben betrachtete er die auf Kosík einwirkenden philosophischen Einflüsse und Inspirationen. Er verwies hierbei vor allem auf das Werk von Guy Debord.

Der Beitrag von KATEŘINA DUFKOVÁ (Prag) setzte sich mit dem Institut für Staat und Recht (ÚSP) an der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften (ČSAV) und den sogenannten „Lehren aus der krisenhaften Entwicklung“ in den 1960er-Jahren auseinander. Während des Prager Frühlings wurde das ÚSP zu einer Schlüsselinstitution der tschechischen Reformbewegung. Dufková erwähnte in diesem Zusammenhang den Politikwissenschaftler Zdeněk Mlynář, der ein interdisziplinäres Team politisch aktiver Mitarbeiter um sich versammelte. In den ersten Jahren der sogenannten Normalisierung nach der Niederschlagung des Prager Frühlings entstand im ÚSP eine Reihe von Dokumenten, die auf die gesellschaftspolitischen Veränderungen Bezug nahmen und sie im Lichte der vorangegangenen Zeit bewerteten. Mlynářs Abteilung wurde hierbei einer heftigen Kritik unterzogen und nach einschneidenden personellen Veränderungen letzten Endes auch aufgelöst.

MICHAELA KŮŽELOVÁ (Prag) verwies in ihrem Beitrag auf den Mangel an westlicher wissenschaftlicher Literatur, mit dem sich Wissenschaftler in der sozialistischen Tschechoslowakei konfrontiert sahen. Verursacht worden sei dieser nicht allein durch fehlende finanzielle Mittel, sondern ebenso durch komplizierte bürokratische Prozeduren und ideologische Beschränkungen. Deshalb suchten die Wissenschaftler alternative Möglichkeiten, um an die notwendige Literatur aus dem sogenannten kapitalistischen Ausland zu gelangen. Neben offiziellen Mechanismen (z.B. Einkauf mittels zugeteilter Devisenmittel und internationaler Bibliotheksaustausch) nutzten die tschechoslowakischen Wissenschaftler auch bestehende Kontakte zu ihren westlichen Kollegen.

Die Diskussion der drei Beiträge drehte sich zunächst um Karel Kosík. Besprochen wurde vorrangig seine Gesellschaftskritik in den 1960er- und 1990er-Jahren. Hinsichtlich Dufkovás Beitrag warf Jan Mervart die Frage auf, ob die Niederschlagung des Prager Frühlings für Expertenteams, wie das von Mlynář, tatsächlich eine eindeutige Zäsur darstellte, oder ob Tendenzen der Expertisierung diese nicht überdauerten. Mit Blick auf Kůželovás Ausführungen, behauptete Mervart, dass gerade Expertenteams einen Vorzugzugang zur Literatur hatten. Zudem merkte er an, dass die Normalisierung in den 1970er- und 1980er-Jahren für bestimmte Fächer zwar einen Niedergang der Literaturzuführung bedeutete, andere Fächer wie z. B. Wirtschaft oder Prognostik im Gegensatz dazu aber sehr gut ausgestattet waren.

Der vom Historiker MIROSLAV MICHELA (Prag) kommentierte Block „Die Geschichte der Geschichtsbeugung“ hatte Formen des Gedenkens an den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie nationale Narrative in multinationalen slowakischen Städten zum Gegenstand.

PETRA ŠVARDOVÁ (Bratislava/Paris) führte in ihrem Beitrag „Das Dukladenkmal und seine Veränderungen“ zunächst aus, dass nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der gesamten Tschechoslowakei zahlreiche Denkmäler errichtet wurden, mit denen den Befreiern und den Gefallenen des Krieges gedacht und an sie erinnert werden sollte. Neben den fast in jeder Stadt entstandenen Denkmälern für die Rote Armee wurde im Jahr 1949 am Duklapass im Nordosten der Slowakei feierlich ein der 1. tschechoslowakischen Armee gewidmetes Denkmal enthüllt. Unterlegt mit Bildmaterial wurde dessen Geschichte, (Vor-)Planung, Bau und Umbau ausführlich dargestellt und erläutert.

Miroslav Michela drückte in seinem Kommentar zunächst eine gewisse Enttäuschung darüber aus, dass die Referentin zumeist lediglich bekannte Daten über den Bau des Denkmals reproduzierte. Positiv hob er jedoch Švardovás Betonung der sozioökonomischen Dimension des Dukla-Denkmals hervor. Dank seiner Existenz flossen und fließen umfangreiche Finanzmittel in diese nicht besonders reiche Region, die bspw. zum Erhalt von Straßen genutzt werden.

ADAM CABIŠ (Brno) setzte sich in seinem Referat zum Ziel, die veränderte Wahrnehmung des Ersten Weltkrieges von Kriegsteilnehmer nachzuzeichnen, und dies im Zusammenhang mit den Veränderungen der politischen Atmosphäre in den böhmischen Ländern. Auf Grundlage des Vergleichs von Aufzeichnungen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, gelang es ihm aufzuzeigen, dass der zunehmenden Anzahl von Todesopfern zum Trotz, der Kampfgeist der Soldaten aus den böhmischen Ländern nicht geringer wurde. Der Referent ging in seinem Vortrag auch auf seine Arbeit in österreichischen und tschechischen Archiven, sowie die sich ergebenden Probleme bei der Untersuchungsmaterialsuche ein.

In seinem Kommentar hob Miroslav Michela vorrangig auf die Quellengrundlage ab und verwies auf den außergewöhnlichen Zugang des Referenten zur Fachliteratur. So drückte Cabiš unter anderem seinen Unwillen aus, existierende Fachliteratur zum Thema zu vergleichen. In Verbindung mit dem vorgehenden Referat wurde die Frage gemeinsamer Denkmäler für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges diskutiert. Hierbei zeigte sich, dass diese symbolischen Ruheorte alle toten Soldaten erfassen (sollten) und nicht nur jene, die auf der Seite der Sieger kämpften.

Der Beitrag „Die Geschiche multiethnischer Städte in den böhmischen Ländern und der Slowakei“ von ONDREJ FICERI (Košice) setzte sich mit nationalen Narrativen in multinationalen Städten auseinander. Als konkretes Beispiel diente ihm Košice. Zunächst führte er aus, dass die Erinnerung „verlorener“ ethnischer Gruppen (Ungarn, Deutsche, Juden) in dieser ostslowaksichen Stadt absichtlich instrumentalisiert wurde. In diesem strategischen urbanen Zentren der tschechischen und slowakischen Geschichtsschreibung ließen sich die Veränderungen in der Erinnerungskultur auf Grundlage sich verändernder machtpolitischer Strukturen im Verlauf des 20. Jahrhunderts zudem bestens aufzeigen.

Michela drückte im anschließenden Kommentar seine Verwunderung darüber aus, dass Ficeri die (vereinfachende) Geschichtsinterpretation der slowakischen Historiker Ondrej Richard Halaga und Michal Potemra außer Acht ließ, die sich vor 1989 mit der Geschichte der Stadt auseinandersetzten. Die sich anschließende Diskussion betonte vor allem die Nützlichkeit komparativer Ansätze für die gegebene Problematik. Vorgeschlagen wurde ein Vergleich der slowakischen Städte Košice und Komarno.

Das vom Historiker MILAN DUCHÁČEK (Prag) kommentierte Panel „Ästhetik und Kultur“ setzte sich mit Fragen von Dekadenz, Kunst sowie symbolischen Rollen von Sakralbauten auseinander. ANDREA KOZLOVÁs (Ostrava) Beitrag griff über das 20. Jahrhundert hinaus und zurück in das 19. Jahrhundert. Ihr Referat „Die Seele des Künstlers als subjektive Welt“ betrachtete die Jahre 1890 bis 1918. Sie führte unter anderem aus, dass in diesen Jahren die Thematik des menschlichen Geistes und dessen Bedeutung in der bildenden Kunst zum Gegenstand zeitgenössischer Kultur- und Kunsttheorien wurde. Des Weiteren gab sie zu bedenken, dass der geistige Werte in den Vordergrund stellende Künstler eine Reaktion auf die einseitig materielle Werte betonende Einstellung der Gesellschaft ist. Deren begrenzter Blick habe zu einer Redefinition des künstlerischen Ichs geführt, welches die Rolle des einsamen Schöpfers – des Genius’ – erschaffe. Hiernach gibt es also eine Dialektik von Künstler und Gesellschaftsformation.

Der Vortrag von JITKA CISAŘOVÁ (Pardubice) beschäftigte sich mit der Konsekration und der Öffnung des Veitsdoms im Jahre 1929 anlässlich der Milleniumsfeiern des hl. Wenzels. Auf Grundlage der Analyse zeitgenössischer Tageszeitungen untersuchte sie die Rolle und Symbolik, die der Kirche im Rahmen der Feierlichkeiten beigemessen wurde. Zugleich verwies sie darauf, dass das Potential zeitgenössischer Periodika in der Geschichtsschreibung in Tschechien bisher nicht ausreichend genutzt wurde.

Ein zentrales Moment der kritisch geführten Diskussion war der alle Vorträge betreffende Widerspruch zwischen dem Untersuchungsmaterial und der Begrenzung des Forschungsproblems. Deshalb wurde vor allem die Möglichkeit der Verengung der gewählten Themas für den geplanten Konferenzband besprochen. Die Anmerkungen und Fragen betrafen weiterhin die Klarstellung von Begriffen. So hinterfragte Milan Ducháček mit Blick auf den Beitrag von Kozlová, wie der Geist als Raum begrenzt werden könne. Hinsichtlich des Vortrags von Jitka Císařová merkte er an, dass diese vorrangig ältere Forschungsergebnisse untersucht und vorgestellt habe.

Zusammengefasst boten die abwechslungsreichen Beiträge unterschiedlichster Qualität einen umfassenden Blick auf die Geschichte Tschechiens, der Slowakei sowie der Tschechoslowakei im 20. Jahrhundert. Tagungen, die als thematische Eingrenzung einen so großen Zeitraum wie das 20. Jahrhundert umfassen laufen Gefahr, zu catch-all Konferenzen auszuarten, auf denen alle möglichen Themen bearbeitet werden und ein gemeinsamer Nenner nur noch schwer erkennbar ist. Den Organisatoren gelang es jedoch erfolgreich, diese Klippe zu umschiffen, da sie die eingereichten Beiträge nachvollziehbar in thematisch verwandten Panels zusammenfassten, wobei die jeweilige Einordnung natürlich immer diskussionswürdig ist. Mit Blick auf zukünftige Veranstaltungen erscheint eine Festlegung auf ein bestimmtes Thema jedoch nicht angebracht, da die besprochene Doktorandentagung wegen ihrer Themenvielfalt in der Tschechischen Republik ein Alleinstellungsmerkmal hat, und die – auf den ersten Blick – etwas verwirrende Vielfalt gerade den Reiz der Veranstaltung ausmacht. Sie bietet den unterschiedlichsten historischen Forschungsinteressen ein überregional wahrgenommenes Forum.

Abschließend sind noch ein paar kritische Anmerkungen anzuführen, die zugleich als Verbesserungsvorschläge für den wünschenswerten 11. Jahrgang von den Veranstaltern der sehr gut organisierten Tagung beherzigt werden sollten. Es erscheint dringend geraten, die qualitative Vorauswahl der Beiträge zu verbessern, da einige Vorträge inhaltlich und methodisch in keinster Weise den Ansprüchen einer Doktorandentagung genügten. Ohne die Themenvielfalt einzuschränken, sollte die Veranstaltung zukünftig nicht so sehr auf Quantität, sondern vor allem auf Qualität setzten. Ebenso wäre eine bessere „Kennzeichnung“ der Teilnehmer wünschenswert. Gemeint ist hiermit vor allem die Angabe ihrer Herkunftsinstitution, die im Tagungsprogramm leider nicht angeführt war.

Konferenzübersicht:

Die Durchsetzung neuer Staatsideen

Lucia Kaňuščáková (Košice), Die Eingliederung der Gespanschaft Gemer-Malohont in die Tschechoslowakische Republik mit Blick auf den Bezirk Rožňava

Michal Procházka (Bánská Bystrica), Die Umsetzung des Nationalsozialismus in der Slowakei in den Jahren 1939-1945. Die Vorstellungen von Vojtech Tuk

Tomáš Hemza (Praha), Der Apparat der KSČ-Kreiskomitees in den Jahren 1945-1949

Tomáš Hradecký (Hradec Kralové), Kritischer Kommentar und Diskussion

Alltag in der Zeit des kommunistischen Regimes

Jelica Jovanović (Wien), Mass housing of Czechoslovakia and Yugoslavia: housing developments in the second half of 20th century and the role in the European and global exchange of technologies

Maren Hachmeister (München), Selbstorganisation im Sozialismus

Martin Brychta (Ostrava), Kultur und Freizeitnutzung in Ostrau am Beginn der „Normalisierung“

Martin Pekár (Košice), Kritischer Kommentar und Diskussion

Mensch vs. Totalität

Jiří Flégl (Hradec Králové), Die Anfänge der Arisierung jüdischen Eigentums in Mähren im Jahre 1939

Martin Gabčo (Bánská Bystrica), Erscheinungen antikommunistischen Wiederstands in den Statusakten der Bezirksabteilung des Ministerium des Inneren in Prešov für das Jahr 1948

Markéta Těthalová (Hradec Králové), Jan Ptáčník in der Zeit zweier totalitärer Regime

Jaroslav Pažout (Liberec), Kritischer Kommentar und Diskussion

Die Geschichte der Geschichtsbeugung

Adam Cabiš (Brno), Mythen des Großen Krieges vor dem Hintergrund der Veränderung des politischen Klimas

Ondrej Ficeri (Košice), Stadtgeschichte vs. nationales Narrativ: Das Bild der Multiethnizität Košices in der tschechischen und slowakischen Historiographie

Petra Švardová (Bratislava/Paris), Das Dukla-Denkmal und seine Veränderungen

Miroslav Michela (Praha), Kritischer Kommentar und Diskussion

Der tschechoslowakische Markt in internationalen Zusammenhängen

Tomáš Gecko (Praha), Die Marke „Made in Czechoslovakia“ im Lande der aufgehenden Sonne. Die Werbetätigkeit der ersten Tschechoslowakischen Republik im Japan der Zwischenkriegszeit

Jan Herman (Ostrava), Die Handelsfahrt Baťas Schiff „Morava“ nach Indien in den Jahren 1932-1933

Pavel Laube (Praha), Auswirkungen des Ölpreisschocks auf die Normalisierungs-Tschechoslowakei

Jiří Janáč (Praha), Kritischer Kommentar und Diskussion

Industrieunternehmen als Spiegel der Geschichte

Svatopluk Herc (Praha), Monopol, die Aktienkerzengießerei und -wachssiederei als spezifischer Fall der Gründertätigkeit der Unternehmensbank

Adam Polášek (Ostrava), Die Problematik der Großgrundbesitzlandwirtschaft während der ersten Bodenreform. Das Beispiel der Zuckerfabrik Gutmann in Tovačova

Zbyněk Sturz (Hradec Králové), Carl Breuer & Söhne. Die Geschichte eines Familienunternehmens im dramatischen 20. Jahrhundert in den böhmischen Ländern

Jakub Rákosník (Praha), Kritischer Kommentar und Diskussion

Die Agrarproblematik

Kristýna Kaucká (Praha), Der (nicht) erfolgreiche Versuch der Diskreditierung der ersten Bodenreform – Die Völkerbundliga und ihre Aktivitäten auf dem internationalen Forum

Pavel Boštík (Hradec Králové), Die Rückkehr von Arbeitskräften in der Zeit der Krise der Kollektivierung im Kreis Pardubice

Jaromír Karpíšek (Hradec Králové), Die Vereinigung von Landwirtschaftsunternehmen in Jihlava in der Ära der Kollektivierung und ihre Auswirkung auf die Gestalt der Kulturlandschaft in den Jahren 1949-1959

Libor Svoboda (Praha), Kritischer Kommentar und Diskussion

Ästhetik und Kultur

Andrea Kozlová (Ostrava), Die Künstlerseele als subjektive Welt in den Jahren 1890-1918

Jitka Císařová (Pardubice), Was sollte die 1. Republik schützen? Einige Anmerkungen zur Denkmalpflege in der Tschechoslowakei

Ján Kovačič (Košice), Die tschechische bildende (Kunst-)Szene in Košice (1918-1938)

Milan Ducháček (Praha), Kritischer Kommentar und Diskussion

Wissenschaft und Forschung

Vojtěch Čurda (Praha), Die ideologische Entwicklung Karel Kosíks und Möglichkeiten der Interpretieren seines Werks

Kateřina Dufková (Praha), Lehren aus der krisenhaften Entwicklung am Institut für Staat und Recht an der ČSAV

Michaela Kůželová (Praha), „Tuzex Literatur“: westliche Fachliteratur in der sozialistischen Tschechoslowakei

Jan Mervart (Praha/Hradec Králové), Kritischer Kommentar und Diskussion

Kirchengeschichte

Stanisľaw Tokarz (Kraków), Die Theologen aus Teschen in Leitmeritz

Lukáš Vaculík (Ostrava), Die atheistische und antiklerikale Kampagne in Ostrau in den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts

Martin Kováč (Praha), Die altkatholische Kirche in der Tschechoslowakei in den Jahren 1968-1971

James Krapfl (Montreal), Kritischer Kommentar und Diskussion

Berührungen und Kämpfe des tschechischen und deutschen Elements

Jindřich Zajíc (Ústí nad Labem), Die tschechischen nationalen Aktivitäten des Sokols in Nové Verneřicí

Martin Král (Praha), Die Darstellung der Wirtschaftskrise in der Presse des sudetendeutschen Nationalsozialismus und des tschechischen Faschismus

Lukáš Novotný (Plzeň), Das Foreign Office: Die britische Gesandtschaft in Prag und die sudentendeutsche Frage im Jahr 1933

Miroslav Breitfelder (Plzeň), Kritischer Kommentar und Diskussion

Gesetz und Ordnung

Ivana Kolářová (Opava), Reflexionen des Streits um Teschen (1918-1920) in den Erinnerungen von Gendarmenstationen

Martin Furmaník (Košice), Die Tätigkeit von Justiz- und Polizeiorganen in der Slowakei nach dem 1. Weltkrieg. Das Beispiel der Gespanschaft Spišska

Hana Novotná (Ústí nad Labem), Die absurden Beschuldigen des Volksgerichts Železny Brod

Ján Ondriaš (Bratislava/Dresden), Die illegalen Grenzüberschreitungsversuche von DDR-Bürgern im Bereich der 11. Brigade PS Bratislava in den Jahren von 1979 bis 1989

Richard Pavlovič (Prešov/Svídník), Kritischer Kommentar und Diskussion

Die Welt der Medien

Matej Maruniak (Ružomberok), Das öffentliche Wirken Alexander Machs in der Zeit der 1. Republik

David Zima (Hradec Králové), Der Genrestererotyp in der tschechoslowakischen Kriegskinematographie 1918-1945

Lucie Dušková (Praha), Wachsamkeit in den Bildern des tschechischen Films 1947-1959

Peter Hanák (Praha), Die Geschichte der Medienregulierung in Tschechien und der Slowakei: Gibt es eine gemeinsame Tradition?

Jaroslav Pinkas (Praha), Kritischer Kommentar und Diskussion

Tschechen, Slowaken und Tschechoslowaken im Ausland

Jaroslav Kříž (Praha), Tschechische Vereine in Chicago

Miroslav Lacko (Praha), Die Problematik der Beschäftigung von Repatrianten und Reemigranten in der 1. tschechoslowakischen Republik

Eliška Gunišová (Brno), Milan Hodža: das Slawentum und Mitteleuropa

Soňa Polónyová (Banská Bystrica), Die Agitation der Antifaschistischen Front der Slawen zur Umsiedlung der Slowaken aus Ungarn in die Tschechoslowakei (1946-1948)

Miloslav Čaplovič (Bratislava), Kritischer Kommentar und Diskussion

Die Tschechoslowakei und die Welt

Petr Novák (Praha), Die Tschechoslowakei, die Türkei und die Frage der Begleichung von Kriegsforderungen

Aleš Roubal (Olomouc), Die Etablierung der tschechoslowakisch-chinesischen Beziehungen vor dem Hintergrund der Machtübernahme durch die kommunistische Partei

Veronika Vavrečková (Hradec Králové), Die tschechoslowakisch-ägyptischen Beziehungen in den Jahren 1948-1953

Barbora Zamrazilová (Praha), Die tschechoslowakische Rüstungshilfe für palästinensische Juden im internationalen Kontext

Miroslav Breitfelder (Plzeň), Kritischer Kommentar und Diskussion

Geschichte der Frau und Frauen in der Geschichte

Lenka Procházková (Praha), Scheidung und Trennung vor 1919

Zdeňka Žáčková (Olomouc), Das Recht der Frau, über ihren Körper zu bestimmen. Die Frage des Schwangerschaftsabbruchs und die Gesellschaft der 1. Republik

Pavla Plachá (Hradec Králové), Von Wien nach Ravensbrück – In das Frauenkonzentrationslager deportierte Angehörige der tschechischen Minderheit in Wien

Blanka Jedličková (Pardubice), Frauen rund um die Widerstandsgruppe „Drei Könige“

Jaroslava Roguĺová (Bratislava), Kritischer Kommentar und Diskussion

Biographien

Jan Kopal (Praha), Der Journalist und Politiker JUDr. Ferdinand Kahánek (1896-1940)

Lukáš Kopecký (Ústí nad Labem), Vojtěch Schönborn – Ein Adliger und Großgrundbesitzer in der Konfrontation mit dem Nazismus

Dirk Dalberg (Pardubice), Kritischer Kommentar und Diskussion

Zitation
Tagungsbericht: Tschechische, slowakische und tschechoslowakische Geschichte des 20. Jahrhunderts, 31.03.2015 – 01.04.2015 Hradec Králové, in: H-Soz-Kult, 10.06.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6015>.