Besatzungskinder und Wehrmachtskinder – Auf der Suche nach Identität und Resilienz

Ort
Köln
Veranstalter
Elke Kleinau, Universität zu Köln; Ingvill C. Mochmann, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften / Cologne Business School
Datum
07.05.2015 - 08.05.2015
Von
Daniela Reinhardt, Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften, Universität zu Köln

Das Kriegsende und die Befreiung vom deutschen Faschismus jährt sich dieses Jahr zum 70. Mal. Viele Gedenkfeiern und wissenschaftliche Tagungen, die zu diesem Jubiläum stattfinden, widmen sich höchst unterschiedlichen Themen. Ein Thema erfreut sich jedoch erst jüngst größeren wissenschaftlichen Interesses: die Gruppe der Wehrmachts- und Besatzungskinder. Auf der zweitägigen Tagung in Köln wurden diese Kinder in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses gerückt. WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Disziplinen präsentierten und diskutierten ihre Forschungsergebnisse und auch Betroffene selbst kamen zu Wort.

Die Tagung begann mit der Begrüßung und mit organisatorischen Hinweisen der Veranstalterinnen Elke Kleinau (Universität zu Köln) und Ingvill C. Mochmann (GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften / Cologne Business School). Das Grußwort von Mechthild Rawert (MdB) hob hervor, dass sich die Politikerin, die bereits verschiedene Initiativen zur Verbesserung der Rechtslage von Kriegs- und Besatzungskindern angestoßen hat, von der Tagung neue Erkenntnisse und Denkanstöße für ihr politisches Handeln erhoffte.

BARBARA STELZL-MARX (Graz) stellte anhand von biografischen Beispielen dar, welchen Formen von Diskriminierung Besatzungskinder in Österreich ausgesetzt waren und welche Strategien ihnen zur Bewältigung dieser Erfahrungen zur Verfügung standen. Die Referentin ging von 30.000 Kindern aus, die in der ersten Zeit der Besatzung gezeugt wurden, die Hälfte davon von Rotarmisten. Das Aufwachsen, umgeben von einer Mauer des Schweigens, habe bei vielen Kindern zu Identitätskrisen geführt. Zur Bewältigung ihrer traumatischen Erfahrungen hätten viele Kinder versucht, den Makel aus einer unvollständigen Familie zu kommen, zu kompensieren, indem sie einen speziellen Stolz auf ihre Herkunft entwickelten. Diese Strategie wurde als Resilienzfaktor angeführt, was in der anschließenden Diskussion in Frage gestellt wurde.

Im Folgenden stellte RAINER GRIES (Wien) Ergebnisse des gemeinsam mit SILKE SATJUKOW (Magdeburg) durchgeführten Forschungsprojektes vor, das am Beispiel von sowjetischen und französischen Besatzungskindern die historischen Bedingungen von Zeugung, Geburt und Aufwachsen beleuchtet. Das Projekt wertete zahlreiche archivalische Quellen und oral-history Interviews aus. In der SBZ und der späteren DDR waren Besatzungskinder offiziell kein Thema. Sie wurden unter die unehelichen Kinder subsumiert. In Westdeutschland wurde anfänglich die Meinung vertreten, man müsse die Besatzungskinder in die Heimat ihrer Väter ‚zurückschicken‘. Nachdem jedoch die ersten Besatzungskinder Ostern 1952 eingeschult wurden, rückten sie verstärkt in den Fokus der medialen Öffentlichkeit, der von dem Gedanken getragen war die Kinder in die Gesellschaft zu ‚integrieren‘. Diese Forderung habe dazu geführt, dass aus den „Kindern des Feindes“ „Kinder der Freunde“ wurden. Ausgehend von einem Fallbeispiel, in dem ein kleiner Junge den unbekannten Vater als mächtigen, ihn beschützenden Gendarmen imaginierte, wurde der abwesende Vater zum Resilienzfaktor erklärt. Diese These wurde in der anschließenden Diskussion äußerst kritisch hinterfragt, wobei deutlich wurde, dass die VertreterInnen der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen von einem höchst unterschiedlichen Resilienzbegriff ausgingen.

Die französischen Besatzungsmächte pflegten einen anderen Umgang mit ‚ihren‘ Besatzungskindern. Frankreich organisierte Kindertransporte nach Paris und bot den Müttern an, die Kinder zu ihren Vätern zu bringen. Die Kinder seien allerdings in französische Adoptivfamilien vermittelt und mit einer neuen Identität zu ‚Franzosen‘ erklärt worden. Vor dem Transport nach Paris hätten Ärzte diese Kinder untersucht und wer krank oder ‚behindert‘ gewesen sei, fiel durch das Raster, wurde an die Mütter zurückgegeben oder kam in ein deutsches Heim. Daran entzündete sich eine Diskussion um den verwendeten Selektionsbegriff, der von Teilen des Publikums abgelehnt wurde, weil er die Bevölkerungspolitik der Franzosen auf eine Stufe mit der der Nationalsozialisten stellte. Unbestritten war jedoch, dass hier Eugenik praktiziert wurde.

WOLFGANG HARTUNG (Duisburg) begann seinen Vortrag mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit Begriffe wie „Kollateralschaden“, „Bastarde“, „Besatzungssoldaten“ und vor allem „Besatzungskinder“ genau zu definieren. In seinem Vortrag ging es um deutsch-marokkanische, ‚schwarze‘ Besatzungskinder. Anhand von Archivmaterial sowie Interviews wurde deren Fremdheitserfahrungen und Suche nach Identität analysiert. Der Vortrag beleuchtete insbesondere die soziale Herkunft der Väter, von denen viele bei der Rekrutierung noch minderjährig waren und heute als ‚Kindersoldaten‘ bezeichnet würden. Die Goumiers[1] wurden bereits im September 1945 wieder abgezogen. Im Gegensatz zu anderen Besatzungssoldaten kamen sie meist aus sehr armen Verhältnissen, was ein späteres Kennenlernen von Kindern und Vätern nahezu ausschloss.

CORNELIA BURIAN (Calgary) analysierte in ihrem Vortrag den autobiografischen Roman „Neun Briefe, drei Fotos, ein Name – Biografie einer deutschen Frau“ von Petra Mitchell. Dieser skizziert den Lebensweg der Deutschen Helene und des amerikanischen Soldaten Peter, deren Tochter Petra 1947 geboren wurde. Petras früheste Erinnerung ist die, dass sie als Problem wahrgenommen wird. Sie wird als „Bastard“ und „Ami-Kind“ beschimpft, wächst zu einem unsicheren Menschen heran und ist ihr Leben lang auf der Suche nach ihrer eigenen Identität und ihrem Vater. Ihre Identitätskrise wird jedoch zum positiven Motivationsfaktor. Der Vortrag konzentrierte sich auf die Resilienz der Autorin, die mit dem Niederschreiben ihrer Lebensgeschichte versucht hat eine „ungebrochene Identität“ zu rekonstruieren. In der anschließenden Diskussion wurde mit Rekurs auf postkoloniale Theorien problematisiert, ob es denn überhaupt eine „ungebrochene Identität“ geben könne.

Im Anschluss leiteten Elke Kleinau und Ingvill C. Mochmann die Podiumsdiskussion mit sechs Besatzungs- und Wehrmachtskindern ein. Auf Fragen zu Resilienzfaktoren und welche Bedeutung die Vergangenheit als Besatzungskind in der Gegenwart habe, wurden ganz unterschiedliche Erfahrungen und Lebensgeschichten berichtet. Auf die Frage was sie selbst für wichtig empfänden, plädierten alle für mehr Offenheit im Umgang mit der Herkunft der Wehrmachts- und Besatzungskinder.

Nach der anschließenden Buchpräsentation „Besatzungskinder. Die Nachkommen alliierter Soldaten in Österreich und Deutschland“, herausgegeben von Barbara Stelzl-Marx und Silke Satjukow (Böhlau Verlag, Wien), wurde der erste Tag offiziell beendet und den TeilnehmerInnen der Tagung die Gelegenheit gegeben, sich die Fotoausstellung über europäische Wehrmachts- und Besatzungskinder – organisiert von Winfried Behlau und Arne Øland – anzusehen.

Der zweite Konferenztag begann mit einem Vortragsblock, in dem Studien präsentiert wurden, die sich vorwiegend quantitativer Methoden bedienen. HEIDE GLAESMER und MARIE KAISER (beide Leipzig) stellten ihre – in Zusammenarbeit mit Philipp Kuwert (Greifswald) – entstandene Untersuchung über Risiko- und Schutzfaktoren beim Aufwachsen als Besatzungskind vor. Ihre Ergebnisse sind das Resultat einer Fragebogenbefragung mit 146 TeilnehmerInnen. Fragen waren unter anderem wie die Lebensbedingungen in der Kindheit und Jugend wahrgenommen wurden, ob es Erfahrungen mit Vorurteilen und Selbststigmatisierung gab, nach der Identität als Besatzungskind oder Beziehungsgestaltungen im Erwachsenenalter. Kategorische Einteilungen waren beispielsweise das Herkunftsland des Vaters und die Art der Beziehung der Eltern. Die Ergebnisse zeigten auf, dass über die Hälfte der Befragten Erfahrungen mit Vorurteilen gemacht hatten. Als Ursachen für diese Vorurteile gaben die Befragten die Auswirkungen des verlorenen Krieges, Rassismus, den unehelichen Status der Kinder und die fehlende Aufklärung über die Entstehung der Kinder an. Generell könne man zusammenfassen, dass Besatzungskinder eine Gruppe mit vielen Risikofaktoren für psychische Störungen bilden.

Im Anschluss referierte MARTIN MIERTSCH (Greifswald / Helse Bergen, Norwegen) über die psychosozialen Konsequenzen von in Norwegen aufgewachsenen Besatzungskindern. Das noch laufende Projekt, an dem eine Gruppe von WissenschaftlerInnen aus Deutschland und Norwegen beteiligt sind, startete 2013 und von insgesamt 370 Fragebögen, die an Mitglieder des Norges Krigsbarnforbund (NKBF) und den Krigsbarnforbundet Lebensborn geschickt wurden, konnten bis jetzt 75 ausgewertet werden. Im Laufe des Krieges wurden in Norwegen 13 Lebensbornheime errichtet und knapp 8.000 Lebensbornkinder registriert. Zudem gab es 10.000 bis 12.000 Wehrmachtskinder in Norwegen. Als uneheliche Kinder und als „Kinder des Feindes“ wurden sie von ihrem sozialen Umfeld ausgegrenzt und diskriminiert. Die bisher ausgewerteten Fragebögen ergeben, dass es eine hohe Rate psychosozialer Belastungen und eine oder mehrere traumatische Erfahrungen unter den Befragten gibt.

Ein weiterer Vortrag aus der gleichen Studie untersuchte die Lebenszufriedenheit norwegischer Wehrmachtskinder 70 Jahre nach Kriegsende. Der Vortrag wurde von ANDREA MECKEL (Köln) und INGVILL C. MOCHMANN (Köln) gehalten und ging von dem theoretischen Hintergrund aus, dass negative Erfahrungen in der Kindheit Auswirkungen auf späteres Vertrauen zu anderen Menschen haben und dieses wiederum die Lebenszufriedenheit beeinflusst. In der Studie haben die Befragten ihr Verhältnis zu Bezugspersonen, ihr Vertrauensvermögen und ihre Lebenszufriedenheit bewertet. Es konnte gezeigt werden, dass Personen, die ein besseres Verhältnis zu ihren Bezugspersonen in der Kindheit hatten ebenfalls eine höhere Lebenszufriedenheit hatten. Allgemein gaben die StudienteilnehmerInnen an, ein gutes bis sehr gutes Verhältnis zu ihren Bezugspersonen gehabt zu haben. Auch die Fähigkeit oder der Wille anderen zu vertrauen war in der Regel recht hoch.
Der zweite Block des Tages wurde mit dem Vortrag von SIMONE TIBELIUS (Stuttgart) begonnen, die sich mit den Unterhaltsprozessen von Wehrmachtskindern aus Norwegen und deutsch-amerikanischen Besatzungskindern beschäftigte. Auf der Grundlage von Akten des Deutschen Instituts für Vormundschaftswesen untersuchte sie die Vaterschaftsanerkennungen und Unterhaltszahlungen. Dieses Institut war spezialisiert auf grenzüberschreitende Unterhaltsverfahren und vertrat die Interessen der Mütter und Kinder. Von 1945 bis 1955 waren Vaterschaftsklagen wenig aussichtsreich, da es an rechtlichen Möglichkeiten fehlte. Für die Mütter waren Unterhaltszahlungen somit keine zuverlässige Ressource. Erst in den 1960er-Jahren änderte sich die Rechtslage.

Im anschließenden Vortrag erörterte AZZIZA B. MALANDA (Hamburg) die biografischen Verläufe und lebensgeschichtlichen Erfahrungen von ehemaligen afrodeutschen Heimkindern. Im Rahmen ihres geschichtswissenschaftlichen Dissertationsprojekts untersuchte sie anhand von 12 biografisch-narrativen Interviews mit Betroffenen die Risikofaktoren in den Lebensläufen und die Auswirkungen dieser Risikofaktoren auf die Persönlichkeitsentwicklung. Die Befragten resümierten mehrheitlich, dass sie an ihren Erfahrungen nicht zerbrochen seien. Anhand eines Fallbeispiels erläuterte Azziza B. Malanda die Bewältigungsstrategie der Risikofaktoren und kam zu dem Schluss, dass der Resilienzfaktor in den jeweiligen zeithistorischen Kontexten, Lebenssituationen und Lebensbereichen variiere und ein komplexes Zusammenspiel aus Individuum und Umwelt sei.

In den beiden folgenden Vorträgen wurde das Tagungsthema ausgeweitet auf zwei zeitgenössische Vergleichsgruppen von Kindern. VERENA BUSER (Berlin) thematisierte die Situation polnischer oder tschechischer Kinder, die in der Zeit des Nationalsozialismus geraubt und ‚germanisiert‘ werden sollten und stellte in ihrem Vortrag die beiden Organisationen United Nations Relief and Rehabilitation Administration (UNRRA) und die International Refugee Organization (IRO) vor. Die Suche nach eingedeutschten Kindern, die von der UNRRA 1946 eingeleitet wurde, war eine der größten Massensuchaktionen im befreiten Deutschland. Es wurden Children´s Center gegründet, die sich um die Renationalisierung der Kinder kümmerte. Die Unwissenheit über die eigene Verschleppung und ein bewusstes Vergessen der Vergangenheit seitens der Kinder machten die Zurückführung jedoch oftmals unmöglich.

BAARD HERMAN BORGE (Harstad, Norwegen) ging in seinem Vortrag auf die Kinder von norwegischen Nazikollaborateuren und deren Schulerfahrungen ein. Diese Kinder von Eltern, die in der norwegischen Nazi-Partei waren und den Einmarsch der Deutschen begrüßten, bezeichnete er als „vulnerable school children“ und untersuchte ihre Persönlichkeit, ihre Charakteristika und ihre Stigmatisierung. Unter besonderer Beobachtung des historischen Kontextes überlegte er, ob die Handlungsvarianten von Lehrkräften einen Unterschied für die Persönlichkeitsentwicklung der „Nazi-Kinder“ haben konnten.

Der letzte Vortrag dieser Tagung wurde von ELKE KLEINAU (Köln) und RAFAELA SCHMID (Köln) gehalten, die erste Ergebnisse aus ihrem aktuellen Forschungsprojekt zu Besatzungskindern präsentierten. Anhand von biografisch-narrativen Interviews erarbeiten sie die Lebensläufe und Sinnkonstruktionen von Besatzungskindern und gingen der Frage nach, aus welchen Ressourcen diese Kinder schöpften, die als Erwachsene zumeist erfolgreiche Bildungs- und Berufskarrieren aufweisen. Mit der Vorstellung zweier ausgewählter Fallbeispiele verdeutlichten Rafaela Schmid und Elke Kleinau, dass es – entgegen bisher geäußerter Erwartungen – von den InterviewpartnerInnen durchaus positiv thematisiert wurde, nicht bei der leiblichen Mutter bzw. dem leiblichen Vater aufgewachsen zu sein. Verlässliche zwischenmenschliche Beziehungen und Bildungsambitionen wurden gerade nicht mit Elternschaft assoziiert, sondern in einem Fall sogar mit dem Aufwachsen im Kinderheim, das als die „schönste Zeit“ im Leben erinnert wird.

Die Abschlussdiskussion stand unter dem Titel „Kinder des Krieges in Gegenwart und Zukunft“. Sie brachte klare Forderungen zur Stärkung der Position der Mütter und der Kinder hervor und betonte die Verantwortung der Eltern, der Gesellschaft und des Staates. Man müsse darauf hinarbeiten, dass erkannt wird, dass nicht die Kinder das Problem seien, sondern die Gesellschaft, die sie zu ‚Anderen‘ und zu ,Fremden‘ stempele. Des Weiteren wurde die Problematik der Terminologie besprochen. Sämtliche Begriffe bedeuteten eine Stigmatisierung dieser Gruppe. Als neutraler Begriff wurde „Children born of War“ (Kinder des Krieges) aufgegriffen, der 2006 in den wissenschaftlichen Diskurs eingeführt wurde. Zu guter Letzt wurde die Brücke geschlagen zu aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen und daraus hervorgehenden „Kindern des Krieges“. Konsens war, dass die Vernetzung der internationalen Friedensbewegung von Nöten sei, um diesen Kindern zu helfen.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Einführung
Elke Kleinau (Universität zu Köln) / Ingvill C. Mochmann (GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften / Cologne Business School)

Grußwort:
Mechthild Rawert (MdB)

Barbara Stelzl-Marx (Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung), „Ich bin stolz, ein Besatzungskind zu sein.“ Ressourcen und Resilienzfaktoren von Nachkommen alliierter Soldaten in Österreich.

Silke Satjukow (Universität Magdeburg), „Kinder des Feindes – Kinder der Freunde.“ Die Nachkommen sowjetischer Besatzungssoldaten in Deutschland nach 1945.

Rainer Gries (Universität Wien / Sigmund Freud Privat-Universität Wien), Les Enfants d‘État – Kinder des Staates. Die Nachkommen französischer Besatzungssoldaten in Deutschland nach 1945.

Wolfgang Hartung (Universität Duisburg-Essen), Marokkanische Besatzungskinder in der Französischen Zone: Situation – Fremdheit – Identität – Resilienz.

Cornelia Burian (University of Calgary), Trauma und Resilienz eines Besatzungskindes: Die Rekonstruktion einer ungebrochenen Identität in Petra Mitchells „Neun Briefe, drei Fotos, ein Name“.

Paneldiskussion mit Wehrmachts- und Besatzungskindern

Buchpräsentation:
Barbara Stelzl-Marx / Silke Satjukow (Hrsg.), Besatzungskinder. Die Nachkommen alliierter Soldaten in Österreich und Deutschland

Ausstellung von Fotos und Biografien europäischer Besatzungs- und Wehrmachtskinder
Leitung: Winfried Behlau / Arne Øland

Heide Glaesmer / Marie Kaiser (Universität Leipzig) / Philipp Kuwert (Universitätsmedizin Greifswald), Risiko- und Schutzfaktoren beim Aufwachsen als Besatzungskind des Zweiten Weltkrieges in Deutschland.

Martin Miertsch (Universitätsmedizin Greifswald), Psychosoziale Konsequenzen eines Aufwachsens als „Wehrmachtskindes“ in Norwegen.

Andrea Meckel (GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) / Ingvill C. Mochmann (GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften / Cologne Business Scholl), Die Lebenszufriedenheit norwegischer Wehrmachtskinder 70 Jahre nach Kriegsende.

Simone Tibelius (Landesarchiv Baden-Württemberg), Vaterschaftsanerkennungen und Unterhaltszahlungen als Ressource für Wehrmachts- und Besatzungskinder.

Azziza B. Malanda (Universität Hamburg), „Normal müsst ich kaputt sein.“ Erfahrungen ehemaliger afrodeutscher Heimkinder in der frühen Bundesrepublik.

Verena Buser (Alice Salomon Hochschule Berlin / Zentrum Jüdische Studien, Berlin-Brandenburg), „Case closed“: UNRRA und die Suche nach eingedeutschten Kindern.

Baard Herman Borge (Harstad University College), School experiences of collaborators‘ children 1940-1960.

Elke Kleinau / Rafaela Schmid (Universität zu Köln), Bildungsbiografien von Besatzungskindern.

Abschlussdiskussion: Kinder des Krieges in Gegenwart und Zukunft

Anmerkung:
[1] Die Bezeichnung, die aus dem maghrebinischen Arabisch stammt, wurde von der französischen Armee verwendet, um Stammesunterschiede zu umgehen und Freiwillige aus verschiedenen Regionen in gemischten Einheiten zusammen zu fassen.

Zitation
Tagungsbericht: Besatzungskinder und Wehrmachtskinder – Auf der Suche nach Identität und Resilienz, 07.05.2015 – 08.05.2015 Köln, in: H-Soz-Kult, 14.07.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6069>.