Grenzräume – Raumgrenzen: Ländliche Lebenswelten aus kulturwissenschaftlicher Sicht

Ort
Innsbruck
Veranstalter
Innsbrucker Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“
Datum
16.04.2015 - 18.04.2015
Von
Nikolaus Bliem / Dominique Karner, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Universität Innsbruck

Vom 16. bis 18. April 2015 fand die Tagung „Grenzräume – Raumgrenzen: Ländliche Lebenswelten aus kulturwissenschaftlicher Sicht“ des Innsbrucker Forschungsschwerpunkts „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“ statt. Die Organisation der Veranstaltung lag in den Händen von Niels Grüne und Claus Oberhauser (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck) sowie Andreas Oberhofer (Stadtarchiv Bruneck).

Kulturelle Begegnungen und Konflikte bieten ein breites Arbeitsfeld für verschiedene Disziplinen, das der Konferenz einen erhellenden Dialog zwischen Wissenschaftler/innen aus den gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Fachbereichen ermöglichte. Neben der Vorstellung von Forschungsergebnissen und der Charakterisierung der herangezogenen Quellen stand die Frage im Mittelpunkt, als was Grenzräume und Raumgrenzen in den unterschiedlichen Disziplinen verstanden werden können, wobei ländliche Lebenswelten den thematischen Leitfaden bildeten.

Zu Beginn führten TIMO HEIMERDINGER und NIELS GRÜNE (beide Innsbruck) konzeptionell in die Tagung ein. Heimerdinger, Leiter des Forschungsschwerpunkts „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“ der Universität Innsbruck, betonte dessen weites Fächerspektrum, das eine Annäherung an die Prozesse und Dynamiken kultureller Kontakte aus multiperspektivischer und -methodischer Sicht erlaube. Somit verstehe sich der Forschungsschwerpunkt nicht nur als ein Forum des Disziplinen übergreifenden Austausches, sondern auch als ein permanentes Übungsfeld. Anschließend lenkte Grüne den Fokus auf die Kategorie des Raumes. In den letzten Jahren hätten sich die geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen zwar zunehmend dem „spatial turn“ geöffnet, über dessen theoretische und analytische Implikationen bestehe zwischen den Fächern jedoch nach wie vor kein Konsens. Diese Differenzen gelte es zunächst einmal auszuloten, um eine gemeinsame Sprache ins Auge zu fassen.

SUSANNE RAU (Erfurt) eröffnete die Tagung mit dem Vortrag „Land: bebauen – besiedeln – begrenzen. Versuch einer Betrachtung ländlicher Lebenswelten mit kulturwissenschaftlichen Raum-Werkzeugen“. Anhand von Beispielen frühneuzeitlicher Grenzräume, insbesondere im „Lyonnais“, zeigte sie auf, dass politische Grenzen beweglich und somit verschiebbar waren. Es handelte sich um Rechtsräume, die konstruiert und eingerichtet werden mussten. Gekennzeichnet waren diese Grenzen nur durch Punkte, die entlang von Flüssen, Gräben usw. lagen. Die Linien musste man sich hinzudenken. Es ging um „gedachte Grenzen“, die oftmals in einem Spannungsverhältnis zu sozialen Grenzpraktiken standen und über deren Position seit jeher gestritten wurde.

Das erste geschichtswissenschaftliche Panel setzte sich mit der Konstruktion und Verhandlung rechtlicher Grenzen auseinander. CHRISTIAN HAGEN (Bozen) und JANINE CHRISTINA MAEGRAITH (Cambridge) stellten sich anhand des Erb- und Ehegüterrechts im südlichen Tirol die Frage, wie Geschlechtergrenzen in der Frühen Neuzeit juristisch definiert und ausgehandelt wurden. Dabei seien starke lokale Unterschiede zu beobachten. Zudem waren sowohl Räume als auch Grenzen äußerst variabel, wobei Grenzen als Ausdruck der möglichen Handlungsoptionen und deren geschlechtsspezifischer Limitierung zu sehen seien. ATTILA MAGYAR (Hannover) ging auf die Neuerfindung der Komitate und deren Grenzen im südlichen Ungarn des 18. Jahrhunderts ein. Er betonte die Wichtigkeit lokaler Akteure und kommunikationshistorischer Ansätze für die Frage nach Raumbewusstsein, -erinnerung und -wissen. KATRIN GÄDE (Magdeburg) schließlich zeigte an den Beispielen der protestantischen Scheidung und katholischen Trennung von Tisch und Bett gemischt konfessioneller Paare in Sachsen, dass Recht immer dann neu verhandelt werden musste, wenn verschiedene Normauslegungen aufeinander trafen oder Handlungskompetenzen bzw. -grenzen sich überschnitten.

CLEMENS ZIMMERMANN (Saarbrücken) eröffnete die zweite geschichtswissenschaftliche Sektion. Er hob in seinem Vortrag über historische Paradigmen der Erforschung ländlicher Räume die Bedeutung der Kategorien „Mobilität“ und „Medialität“ für die Geschichte ruraler Gebiete vor allem im 19. und 20. Jahrhundert hervor. Es gelte bei der Untersuchung solcher Milieus zu beachten, dass Mikrowelten zunehmend miteinander vernetzt wurden und sich mit der wachsenden Mobilität die zu berücksichtigenden Variablen vervielfachten. DIRK RUPNOW (Innsbruck) fuhr mit der Vorstellung eines historischen Ausstellungsprojekts im kleinstädtischen Raum (Hall in Tirol) zur Migrationsgeschichte fort. Für Migranten und Migrantinnen, die zum Großteil als Gastarbeiter/innen nach Österreich kamen, war es notwendig, sich selbst Raum zu schaffen, diesen zu begründen und zu finden, da eine Aufnahme oder Integration durch die einheimische Bevölkerung kaum stattfand. Rupnow ging damit der Frage nach, welche Räume Migranten und Migrantinnen offen standen und welche ihnen verschlossen blieben. KURT SCHARR (Innsbruck) beleuchtete die vielfach bis heute ethnozentrische Sichtweise auf zwischenstaatliche Grenzräume. Im Fall Südtirol sei nach wie vor eine in der älteren historischen Geographie etablierte Betonung des Kulturraums in der Diskussion über Grenzziehungen zu registrieren.

Den historisch begründeten Unterschied zwischen den Konzepten „Grenze“ und „Ausgrenzung“ in den evangelischen und der katholischen Kirche(n) setzte HANS-JOACHIM SANDER (Salzburg) an den beiden Idealtypen „frontier“ und „border“ an: Das katholisch geprägte Land, das sich mit Hilfe der „frontier“ nach außen abschotte, stehe der protestantisch geprägten Stadt gegenüber, deren „border“ offen und inkludierend sei. Die zunehmende Urbanität habe den Katholizismus dementsprechend vor Probleme gestellt, die im Zweiten Vatikanischen Konzil zur Auflösung des „Frontier-Regimes“ führten. JOHANNES PANHOFER (Innsbruck) präsentierte Ergebnisse einer empirischen Studie über die Kontinuität dörflichen Raums in städtischen Umfeldern am Beispiel des Olympischen Dorfes in Innsbruck, das zum einen ruralen Charakter aufweise, zum anderen aber etwa die größte Hochhausdichte Österreichs besitze. MATHILDE SCHMITT (Innsbruck) betonte die Marginalisierung ländlicher Räume in der Forschung durch eine permanente Gegenüberstellung zum urbanen Raum, während die Betrachtung städtischer Lebenswelten meist ohne Bezug zur Ruralität vonstattengehe. Schmitt stellte die Frage nach einer Diffusion von Stadt und Land, und ob die Stadt-Land-Differenz überhaupt noch angebracht sei. Angesichts der wechselseitigen „Beziehungen der Sehnsucht“ zwischen Stadt und Land schlug die Referentin die Begriffe „stadtländisch“ und „landstädtisch“ vor.

Die nächste Sektion widmete sich der narrativen Erfassung der Landschaft und insbesondere der Frage, wie Raumgrenzen in unterschiedlichen Räumen und Epochen wahrgenommen wurden. CHRISTINA ANTENHOFER (Innsbruck) zeigte am Beispiel der „Gesta Friderici“ Ottos von Freising und Rahewins auf, dass die Landschaft als metaphorischer Erlebnis-, aber auch als heilsgeschichtlicher und Erinnerungsraum sakraler oder antiker Spuren verstanden wurde. Dabei sei hervorzuheben, dass die Dramatik der Landschaft die Dramatik des Geschehens widerspiegele und die Landschaft somit zu einem Akteur des Geschehens gemacht werde. Den Blick über die österreichischen Grenzen lenkte GERHILD FUCHS (Innsbruck) mit ihrem Vortrag „Zeitgenössische literarische Topographien der suburbanen Poebenenlandschaft am Beispiel Gianni Celatis“. Sie wies auf die Vermittlung des Raumes in der Literatur hin. Festzuhalten seien dabei Schlagwörter wie Entwurzelung, Geschichtslosigkeit und Einsamkeit. Diese schrieb Celati als maßgebende Attribute Bewohnern und Bewohnerinnen von Städten und zum Teil auch des ländlichen Raums zu. ULRICH LEITNER (Innsbruck) hingegen rückte Raumkonstruktionen von Fürsorgeerziehungsanstalten für Kinder und Jugendliche ins Zentrum des Interesses. Die Hauptquelle bildete der Aktenbestand der Tiroler und Vorarlberger Fürsorgeerziehungseinrichtungen. Leitner ging der Frage nach, welche Rolle die Raumkonstruktionen in der Erziehung spielten, und kam zu dem Schluss, dass eine gezielt gewählte geographische Lage in Kombination mit der entsprechenden Architektur Raumgrenzen oder Freiräume geschaffen habe.

INGRID FÜRHAPTER und MARKUS ENDER (beide Innsbruck) läuteten die fünfte Sektion ein, die dem Thema „Literarische Refiguration der Provinz: Repräsentation kultureller Identitäten im Grenzraum Tirol“ gewidmet war. Die Referierenden demonstrierten, dass die Landschaftsmetaphoriken in der Kulturzeitschrift „Der Brenner“ als Projektionsformen kultureller Identitätsfindung aufgefasst werden können. Anschließend veranschaulichte BARBARA SILLER (Innsbruck) anhand Gerold Foidls Roman „Der Richtsaal“, wie Landschaften mit Erinnerungen und dem Vergessensein in Zusammenhang stehen. IRIS KATHAN (Innsbruck) thematisierte mit „Grenzland – Niemandsland?“ transitorische Orte, wie sie in der Gegenwartsliteratur zu finden sind. Sie stellte fest, dass die Unbestimmtheit und Entgrenzung der beschriebenen Räume Platz für eine Refiguration des Raums schaffe, und illustrierte unter anderem anhand von „Der Roman des Delta“, dass Räume als Orte des Verlusts wahrgenommen werden können.

Danach wurde zur literarischen Soiree ins Literaturhaus am Inn geladen, um den zweiten Konferenztag bei einer Lesung ausklingen zu lassen. Der bosnisch-deutsche Schriftsteller SAŠA STANIŠIĆ gab mit seinem Roman „Vor dem Fest“ einen Einblick in ländliche Lebenswelten am Beispiel eines fiktiven Dorfs in der Uckermark. Aus der Sicht eines allwissenden Wir-Erzählers werden den Leser/innen die einzelnen Dorfbewohner und ihre Geschichten nahegebracht. Das Gespräch mit THOMAS WEGMANN (Innsbruck) und Niels Grüne verdeutlichte, dass der Roman Motive aufgreift, die aus wissenschaftlicher Perspektive auf eine Globalisierung ländlicher Denk- und Lebensweisen schließen lassen. Läse man den Roman als ethnographische Studie, könne eine gebrochene Form von Urbanisierung des Landlebens beobachtet werden.

Die sechste, europäisch-ethnologische Sektion begann mit dem Beitrag von ANDREAS HARTMANN (Münster), der nach exzentrischen Momenten innerhalb der Grenzthematik suchte. Angelehnt an seinen Vortragstitel „Thermodynamik der Grenze“ skizzierte er ein Gedankenspiel, das sich der zwei Hauptsätze der Thermodynamik bediente. Er selbst nannte dies „gewagt“, da die Thermodynamik mit geschlossenen Systemen operiere und der Vergleich eine mechanische Betrachtungsweise nahelege. Trotz der Schwierigkeit konnte Hartmann mit seinem Ansatz überzeugen, und er fand auch in der anschließenden Diskussion starken Zuspruch. Der Konstruktion von Grenzformierungen im Zusammenhang mit Natur, Kultur und Raum ging INGO SCHNEIDER (Innsbruck) nach. Er unterstrich die Bedeutung der hypostasierten ethnischen Grenze zwischen Südtirol und dem Trentino und kritisierte, dass die Universität Innsbruck lange Zeit keinen Beitrag zum Abbau solcher Dichotomien geleistet habe, da sich die Wissenschaftler/innen vorwiegend auf deutschsprachige Literatur konzentriert hätten. In kulturtheoretischer Hinsicht ließen sich ethnische Grenzen jedoch als Musterbeispiel eines „Mythos“ deuten, der soziale Prozesse enthistorisiere und auf eine Transformation von Geschichte bzw. Kultur in Natur hinwirke.

Im letzten Panel wurden Raumgrenzen und Grenzräume aus der Sicht der Tourismuswirtschaft erörtert: DIETER PFISTER (Basel) referierte über den in den Alpenländern vorherrschenden „typischen“ Architekturstil der Tourismusbranche und charakterisierte diesen als – in seinen Ursprüngen – Gegenwelt zur Trostlosigkeit deutscher Großstädte. Die zunehmende „Modernität“ der alpinen Tourismusarchitektur habe zum „Auseinanderbrechen des Raums“ durch einen zum Teil bewusst pointierten Konflikt verschiedener Architekturstile geführt. THERESA LEITNER (Innsbruck) beschäftigte sich mit der „Disneyfizierung“ des touristischen Raums, der in erstaunlichem Maße deckungsgleich mit dem Erholungsraum der einheimischen Bevölkerung sei. Die Inszenierung durch ein künstliches Umfeld habe sich für den Tourismus als ein Erfolgsrezept in der „Erlebnisgesellschaft“ erwiesen. Zum Abschluss führte ROBERT STEIGER (Innsbruck) die Verschiedenartigkeit des touristischen Raums je nach Betrachtungszeit oder -gegenstand vor Augen. Der in den Blick zu nehmende Raum wandle sich je nach untersuchter touristischer Aneignung, und je nach Tages- oder Jahreszeit veränderten sich die Möglichkeiten und Räume touristischer Aktivitäten. Zudem spiele die urbane Sphäre eine zunehmend zentrale Rolle für touristische Nutzungen.

Die interdisziplinäre Tagung im Schnittfeld von Geschichtswissenschaft, Ethnologie, Soziologie, Literaturwissenschaft, Theologie, Touristik und Geographie hat zum einen gezeigt, dass die involvierten Fächer jenseits einer allgemeinen Orientierung am „spatial turn“ teilweise mit sehr unterschiedlichen Raum- und Grenzkonzepten operieren. Es entfaltete sich zwar eine fruchtbare Perspektivenvielfalt; zugleich traten aber auch divergierende Auslegungen von Leitkategorien hervor, die zu interdisziplinären Missverständnissen führen. Daher, so ein wiederholtes Plädoyer, sollten die analytischen Begriffe auf den Prüfstand gestellt und kritisch hinterfragt werden. Zum anderen müssten die jeweiligen Räume und ihre Grenzen gerade in ihrer historisch-kulturellen Wandelbarkeit stets im Blick behalten werden. Wie JOHANN HOLZNER (Innsbruck) in seinem Impulsresümee unterstrich, könne sich die Wissenschaft auf dieser Basis im Umgang mit der Öffentlichkeit als Reflexions- und Einmischungsinstanz gegen Naturalisierungstendenzen und andere politische Argumentationsstrategien bewähren.

Konferenzübersicht:

Begrüßung / Einführung:
Sabine Schindler / Timo Heimerdinger / Niels Grüne (Innsbruck)

Eröffnungsvortrag:
Susanne Rau (Erfurt), Land: bebauen – besiedeln – begrenzen. Versuch einer Betrachtung ländlicher Lebenswelten mit kulturwissenschaftlichen Raum-Werkzeugen

Panel 1: Formen der Konstruktion, Nutzung und Abgrenzung von Rechtsräumen in der spätmittelalterlichen und neuzeitlichen ländlichen Gesellschaft
Moderation: Margareth Lanzinger

Christian Hagen (Bozen) / Janine Christina Maegraith (Cambridge), Konstruktion von Geschlechtergrenzen und Rechtsraum. Erb- und Ehegüterrecht im südlichen Tirol am Übergang zur Frühen Neuzeit

Attila Magyar (Hannover), Auf der Suche nach den Grenzen eines Herrschaftsraums. Räume der Verwaltung im südlichen Ungarn im 18. Jahrhundert

Katrin Gäde (Magdeburg), Umstrittene Rechtsräume. Zur Aushandlung juristischer Zuständigkeiten am Beispiel von Ehescheidungsverfahren gemischt konfessioneller adliger Paare im Königreich Sachsen

Panel 2: Geschichtswissenschaftliche Perspektiven
Moderation: Andreas Oberhofer

Clemens Zimmermann (Saarbrücken), Mobilitäten, Dynamiken, Mikrowelten, Medialisierung und Medialität. Paradigmen der Erforschung ländlicher Räume in historischer Perspektive

Dirk Rupnow (Innsbruck), Migration und Pluralität im ländlich-kleinstädtischen Raum: Aspekte und Herausforderungen am Beispiel Hall i. T.

Kurt Scharr (Innsbruck), Imagologie und Persistenz eines Grenz-Raumes: Südtirol

Panel 3: Topographien der Sehnsucht? Transzendenzräumliche Erkundungen zwischen Stadt und Land
Moderation: Christian Bauer

Hans-Joachim Sander (Salzburg), Das Land und seine urbanen Bewohner(innen) – die grenzenlose Sehnsucht nach einem utopischen livedspace ohne firstspace und secondspace

Johannes Panhofer (Innsbruck), Ein Dorf in der Stadt – Sehnsucht nach Nähe hinter der Skyline des Olympischen Dorfes

Mathilde Schmitt / Anni Findl-Ludescher (Innsbruck), „Es gibt halt noch mehr zwischen Himmel und Erde“ – Transzendenzbezüge von Menschen in ländlichen Räumen heute

Panel 4: Die narrative Erfassung der Landschaft
Moderation: Ulrich Leitner

Christina Antenhofer (Innsbruck), Die sprachliche Erfassung des Raums in den Gesta Friderici Ottos von Freising und Rahewins

Ulrich Leitner (Innsbruck), Sonderorte ländlicher Kindheiten. Raumkonstruktionen aus dem Aktenbestand der Tiroler Fürsorgeerziehungslandschaft

Gerhild Fuchs (Innsbruck), Zeitgenössische literarische Topographien der suburbanen Poebenenlandschaft am Beispiel Gianni Celatis

Panel 5: Literarische (Re-)Figurationen der Provinz: Repräsentationen kultureller Identitäten im Grenzraum Tirol
Moderation: Iris Kathan / Barbara Siller

Ingrid Fürhapter / Markus Ender (Innsbruck), „Eine Tonart, die unsrer Landschaft wohl ansteht“? Landschaftsmetaphoriken im „Brenner“ als Projektionsformen kultureller Identitätsfindung

Barbara Siller (Innsbruck), „Der Raum – Ein Richtsaal“. Die dem Ort eingeschriebenen Erinnerungen in Gerold Foidls „Der Richtsaal“

Iris Kathan (Innsbruck), Grenzland – Niemandsland? Transitorische Orte in der Gegenwartsliteratur

Literarische Soiree
„Stadt weit weg? Dorf und Moderne“
Lesung und Gespräch mit Saša Stanišić
Moderation: Thomas Wegmann
Diskutant: Niels Grüne

Panel 6: Ethnographisch-kulturanalytische Perspektiven auf den Alltag der Grenze Moderation: Gilles Reckinger

Andreas Hartmann (Münster), Thermodynamik der Grenze

Ingo Schneider (Innsbruck), Natur_Kultur_Raum: Eine unglückselige Verbindung. Überlegungen am Beispiel der Region Südtirol/Trentino

Panel 7: Touristische Wahrnehmung alpiner Orte und Landschaften – zwischen Disneyfizierung und unterschätzter Ursprünglichkeit
Moderation: Jannes Bayer

Dieter Pfister (Basel), Inszenierte Tourismusarchitektur – Quo Vadis Lederhosenstil?

Theresa Leitner (Innsbruck), Sinn oder Unsinn touristischer Inszenierung – ist die Landschaft nicht schön genug?

Robert Steiger (Innsbruck), Veränderung von Raumgrenzen touristischer Aktivitäten

Schlussdiskussion
Moderation: Claus Oberhauser

Johann Holzner (Innsbruck), Impulsresümee

Zitation
Tagungsbericht: Grenzräume – Raumgrenzen: Ländliche Lebenswelten aus kulturwissenschaftlicher Sicht, 16.04.2015 – 18.04.2015 Innsbruck, in: H-Soz-Kult, 31.07.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6104>.