Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen

Ort
Wien
Veranstalter
Kommission für Provenienzforschung beim Bundeskanzleramt; Israelitische Kultusgemeinde Wien
Datum
04.11.2014 - 06.11.2014
Von
Julia Eßl, Provenienzforscherin in der Albertina im Auftrag der Kommission für Provenienzforschung beim Bundeskanzleramt

Mit der Anfang November 2014 abgehaltenen Konferenz „Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen“, die von der Kommission für Provenienzforschung beim Bundeskanzleramt in Kooperation mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) in den Räumlichkeiten der ehemaligen Länderbank in der Hohenstaufengasse[1] stattfand, rückte ein bisher wenig beforschtes Thema in den Fokus der Provenienzforschung. Obwohl es die eigentliche Aufgabe der einzelnen Provenienzforscher_innen ist, die Inventare sowie Bestände der jeweiligen Häuser schwerpunktmäßig bezüglich der Jahre 1938 bis 1945 sowie auch der unmittelbaren Nachkriegszeit zu sichten, um eventuell bedenkliche Ankäufe und Zugänge – aber auch die Abgänge – zu identifizieren, wurde schon beim Workshop „Museen im Nationalsozialismus“ im Juni 2013 deutlich, dass es darüber hinaus notwendig ist, die Geschichte der einzelnen Häuser, die dort agierenden Personen und involvierte Institutionen in die Untersuchungen mit einzubeziehen und aufzuarbeiten.

Zum Auftakt der Konferenz fand eine Eröffnungsveranstaltung im Kongresssaal des Bundeskanzleramtes statt. Nach der Begrüßung durch Christoph Bazil, Leiter der Kommission für Provenienzforschung, und den Ansprachen der wissenschaftlichen Koordinatorin der Kommission für Provenienzforschung, Eva Blimlinger, des IKG-Ehrenpräsidenten Ariel Muzicant sowie von Bundesminister Josef Ostermayer, hielt BIRGIT KIRCHMAYR (Linz) einen Festvortrag zur Mythenbildung über die US-amerikanischen Kunstschutzoffiziere, denen im Hollywood-Streifen „Monuments Men“ ein nicht ganz unumstrittenes (Helden-)Denkmal gesetzt wurde. Bei der anschließenden zweitägigen Konferenz zum Thema der Bergung von Kunst- und Kulturgütern während der Jahre 1938 bis 1945 waren neben Berichten von Provenienzforscher_innen aus Österreich auch Beiträge aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden vertreten. Den Schwerpunkt bildeten dabei jedoch Vorträge aus den österreichischen Museen, Sammlungen und Bibliotheken.

Das erste Panel widmete sich den „Rahmenbedingungen zu Bergungen von Kunst- und Kulturgut in Österreich“. Einleitend sprach WIEBKE KROHN (Wien) zu den rechtlichen und historischen Voraussetzungen von Kunst- und Kulturgüterschutz in der NS-Zeit. Der Bedarf an einer Regelung für den Einbezug von Kunst- und Kulturgütern in Kriegshandlungen zeigte sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts und wurde in der „Haager Landkriegsordnung“ von 1899 festgehalten, die bis heute gültige Eckdaten zum Schutz bestimmter Gebäude und Areale enthält.[2] LEONHARD WEIDINGER (Wien) gewährte einen Überblick zur Topografie der Bergungen in Relation zur zeitlichen Abfolge sowie den Personen und involvierten Institutionen in Wien und im Raum Niederösterreich.

Nach dieser allgemeinen Hinführung zum Thema wurden im zweiten Panel einzelne Bergungsorte genauer in Augenschein genommen. SUSANNE HEHENBERGER und MONIKA LÖSCHER (beide Wien) veranschaulichten den Arbeitsalltag sowie die Sicherheitsvorkehrungen an den Bergungsorten Steinbach (Jagd), Gaming (Schloss), Klosterneuburg (Stift) und Lauffen (Berg)[3] und erklärten die notwendigen Abläufe und Maßnahmen, die im Vorfeld der Bergungen des Kunsthistorischen Museum zu berücksichtigen waren. Aber auch auftretende Probleme bei den Um- sowie Rückbergungen nach Kriegsende wurden thematisiert. Anschließend stellten LISA FRANK und ANNELIESE SCHALLMEINER (beide Wien) den Hauptbergungsort des Instituts für Denkmalpflege, das Salzbergwerk Altaussee, das auch in einem Gedicht Niederschlag gefunden hat, vor. Mit Auszügen aus der „Bergungsballade“[4] führten sie durch die Geschehnisse im Salzbergwerk.

Das dritte Panel widmete sich den „Brennpunkten der Bergung von Kunst- und Kulturgut in NS- und Nachkriegszeit“. Hier trat die Bergungs- sowie Depotgeschichte Oberösterreichs in den Vordergrund, sowie jene Orte, an denen sich die unter „Führervorbehalt“ gestellten, vielfach „arisierten“ und beschlagnahmten Kunstwerke befanden. MEIKE HOPP und STEPHAN KLINGEN (beide München) sprachen zum Diebstahl von Kunstwerken aus dem „Führerbau“ und deren Fahndung danach.[5] Den „Führerbau“ kann man als das logistische Zentrum des „Sonderauftrags“ ansehen. Erwerbungen aus den vom Deutschen Reich besetzten Ländern kamen hierhin und wurden nach einer Besichtigung durch Adolf Hitler in das Gesamtinventar aufgenommen und schließlich in die eigentlichen Depots transportiert. Aber auch Hitlers Privatsammlung und anderweitige Objekte befanden sich dort. Auch GILBERT LUPFER (Dresden) ging mit seinem Vortrag „Die Staatlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft Dresden im Zweiten Weltkrieg: Notbetrieb, Bergung, ›Sonderauftrag Linz‹ – und das Ende“ auf dieses Thema ein. Die Räume der Dresdner Gemäldegalerie fungierten zum einen als wissenschaftliche zum anderen auch teilweise als organisatorische Drehscheibe für den „Sonderauftrag Linz“, da ein Teil der Erwerbungen zunächst nach Dresden gekommen war, bevor er dann in den „Führerbau“ nach München weitertransportiert wurde. Abschließend referierte BIRGIT SCHWARZ (Wien) statt Michael John (Linz) zum „Gau Oberdonau“, der als „Heimatgau“ des „Führers“, wo auch das so genannte „Führermuseum“ errichtet werden sollte, von Beginn an besondere Bedeutung für den nationalsozialistischen Kunstraub innehatte.

Mit „Studien zu Bergungen und Rückbergungen im regionalen Vergleich“ fand der erste Konferenztag seinen Abschluss. ANNEMARIE MARCK (Den Haag) gewährte einen Einblick in die spektakulären Bergungsabläufe des Rijksmuseum Amsterdam. In einem außerhalb der Stadt aus Sand errichteten Depot befand sich unter anderem auch Rembrandts berühmtes Gemälde „Die Nachtwache“. Mit der Rückführung von Kunstgütern der Karlsruher Kunstsammlung aus zwei unterschiedlichen Besatzungszonen zeigte TESSA ROSEBROCK (Karlsruhe) die erforderlichen individuellen Lösungen nach Kriegsende im zweifach besetzten Baden auf. Der Schlussvortrag von IMMA WALDERDORFF (Wien) behandelte die Wiederauffindung bislang verschollener Miniaturen aus der Sammlung Eugen Czernins, die im Zuge ihrer Forschungen zum Salzburger Schloss Kleßheim – „Das Schloss als Gästehaus des Führers“ – entdeckt worden waren.

Dass neben Museen und Sammlungen auch Bibliotheken Bergungsmaßnahmen zu treffen hatten, wurde zu Beginn des zweiten Konferenztages im Panel „Bibliotheksbergungen und -rückbergungen“ dargelegt. SEBASTIAN FINSTERWALDER (Berlin) und PETER PRÖLSS (Weimar) nahmen die Berliner Bergungsstelle in ihren Fokus. DETLEF BOCKENKAMM (Berlin) präsentierte die Resultate der Revision der Handschriften- und Autographensammlung der heutigen Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Zu den Vorgängen in den beiden großen Wiener Bibliotheken in den Jahren 1938 und 1945 sowie in der Nachkriegszeit referierten CHRISTINA KÖSTNER-PEMSEL und MURRAY G. HALL (beide Wien). Grundsätzlich lässt sich sagen, dass bei den Rückbergungen von Büchern – wie auch bei der Erforschung von deren Provenienz – der erschwerende Umstand hinzukommt, dass diese im Gegensatz zu Objekten der bildenden Kunst keine unikalen Objekte sind und dadurch viel schwieriger identifiziert und zugeordnet werden können, da nur in wenigen Fällen Hinweise zu früheren Eigentümer_innen – wie beispielsweise ein Exlibris – vorhanden sind.

Das umfangreichste Panel der Konferenz widmete sich den Bergungsberichten aus österreichischen Museen und Sammlungen und wurde von PIA SCHÖLNBERGER (Wien) eröffnet, die gemeinsam mit Sabine Loitfellner, IKG Wien, die Organisation der Konferenz übernommen hatte. In ihrem Beitrag wurde auf die Bergungsmaßnahmen der Graphischen Sammlung unter der Leitung von George Saiko eingegangen, aber auch auf die Albertina als Bergungsort an sich. Zudem zeigte sie, inwieweit sich die Rückbergungen der Nachkriegszeit bis auf die heutige Arbeit der Provenienzforschung auswirken. Anschließend sprach MONIKA MAYER (Wien) zu den Bergungs- und Luftschutzmaßnahmen der Galerie zwischen 1938 und 1945. Obwohl das Museum anzahlmäßig kaum Verluste zu verzeichnen hatte, wurde es mit der Zerstörung der drei im Schloss Immendorf eingelagerten „Fakultätsbilder“ Gustav Klimts vom wohl „empfindlichsten Verlust“ getroffen. Im Gegensatz zur Österreichischen Galerie Belvedere hatte die Akademie der bildenden Künste Wien fast 33 Prozent ihrer Sammlungsbestände durch einen Bombentreffer und Plünderungen an den niederösterreichischen Bergungsorten als Verluste zu verzeichnen. Dennoch tauchten in den letzten Jahren immer wieder als unwiederbringlich verloren geglaubte Objekte im internationalen Kunsthandel auf, wie RENÉ SCHOBER (Wien) eindrucksvoll aufzeigen konnte. Die „Bergungen und Rückbergungen der Sammlungen des Historischen Museums der Stadt Wien“ wurden von GERHARD MILCHRAM und MICHAEL WLADIKA (beide Wien) besprochen. Im Gegensatz zu manch anderen Museen, aber auch Bibliotheken, begannen die Bergungsmaßnahmen hier verhältnismäßig spät. Bei den Transporten an 16 verschiedene Bergungsorte, die ab April 1942 erfolgten, wurden neben den eigenen Beständen auch Gemälde und Möbel aus Privatbesitz mit geborgen. KARIN LEITNER-RUHE (Graz) referierte über die Luftschutzmaßnahmen ab 1939 im damaligen Joanneum in Graz. Mit einer im Jahr 2011 abgeschlossenen Dissertation zur Geschichte des Landesmuseum Joanneum in den Jahren 1939 bis 1945 konnte sie auf erste Vorarbeiten zum Thema zurückgreifen.[6] Der Beitrag von CLAUDIA SPORER-HEIS (Innsbruck) wurde stellvertretend von Katinka Gratzer (Wien) vorgetragen. Die Sammlungen des Ferdinandeums wurden in den Jahren 1939 bis 1945 auf 14 Bergungsorte verteilt, darunter auch jene Kisten mit Gemälden aus dem Besitz des Gauleiters Franz Hofer, die noch heute Gegenstand der Provenienzforschung sind.

Im letzten Panel wurde der Blick erneut über die österreichischen Grenzen hinaus gerichtet. EMMANUELLE POLACK (Paris) zeichnete den Weg vom Raub des Gemälde „Odalisque au tambourin“ von Henri Matisse aus der Privatsammlung Paul Rosenberg bis zu seiner Restitution nach Kriegsende nach. Der Abschlussvortrag von MEIKE HOFFMANN (Berlin) behandelte die systematische Beschlagnahme moderner Kunstwerke aus Museen in Deutschland. Innerhalb weniger Monate wurde in zwei kurz aufeinander folgenden Wellen nahezu sämtliche moderne, als „entartet“ geltende Kunst in deutschen Museen und öffentlichen Sammlungen entfernt. Danach erfolgte die Aufteilung in verschiedene Verwertungsgruppen und die Verlagerung an drei verschiedene Lagerorte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der Wahl eines geeigneten Bergungsortes immer wieder dieselben Grundvoraussetzungen wie Lage oder Erreichbarkeit gefragt waren. Einerseits sollten die Bergungsorte abseits von Industrieanlagen, militärischen Objekten oder Bahnverbindungen liegen – da diese mögliche Ziele von Luftangriffen sein konnten – andererseits durften sie auch nicht zu abgeschieden sein, damit sie bei Bedarf einigermaßen leicht erreicht werden konnten. Zudem sollten die ausgewählten Gebäude über zweckmäßige Infrastruktur verfügen und die Räumlichkeiten eine fachgerechte Lagerung der Kunst- und Kulturgegenstände ermöglichen. Ferner konnte festgestellt werden, dass es an vielen Museen und Einrichtungen zu enormen Personalveränderungen gekommen war, was sich auf die Bergungen in den einzelnen Häusern, aber auch auf die Bergungsorte selbst, auswirkte. Bisherige Kontinuitäten gingen dadurch verloren und durch mangelhaftes und fehlendes Personal war der zusätzliche Arbeitsaufwand kaum zu bewältigen. Die zahlreichen Transporte sowie Aus- bzw. Umlagerungen und deren zum Teil schlechte oder fehlende Dokumentation bedeutete für die Aufarbeitung und Rückführungen in den Nachkriegsjahren – aber auch für die heutige Forschung – eine zusätzliche Herausforderung, denn in einzelnen Fällen kam es zu falschen Zuordnungen, die eine Erforschung der Provenienz um einen weiteren Parameter erschweren können. Daher besteht in der Überprüfung der Bergungslisten sowie der Erfassung jener Objekte, die kriegsbedingt verloren gegangen sind, eine weitere wichtige Aufgabe der heutigen Provenienzforschung.

Das große Interesse an der Konferenz zeigte sich an der erheblichen Anzahl an Besucher_innen, aber auch an den regen Diskussionen, aus denen sich viele neue Fragestellungen, aber auch bedeutende Erkenntnisse, ergaben.

Konferenzübersicht:

Eröffnungsveranstaltung
Christoph Bazil (Wien), Begrüßung

Eva Blimlinger (Wien), Zur Konferenz

Ariel Muzicant / Josef Ostermayer (Wien), Eröffnung

Birgit Kirchmayr (Linz), Festvortrag: Im Gespräch mit den Monuments Men. Hollywoods „ungewöhnliche Helden“ aus Sicht der Provenienzforschung

Panel I: Rahmenbedingungen zu Bergungen von Kunst- und Kulturgut in Österreich

Wiebke Krohn (Wien), Rechtliche und historische Voraussetzungen des Kunst- und Kulturgüterschutzes in der NS-Zeit

Leonhard Weidinger (Wien), Koordinaten der Bergungen – Orte, Zeiten, Personen, Institutionen

Panel II: Personelle und strukturelle Grundlagen der Bergungen 1939–1945 in Österreich

Susanne Hehenberger / Monika Löscher (Wien), Die Bergungsorte Steinbach (Jagd), Gaming (Schloss), Klosterneuburg (Stift) und Lauffen (Berg). Arbeitsalltag, Sicherheitsvorkehrungen, Rückbergungen

Lisa Frank / Anneliese Schallmeiner (Wien), „Die modernen Nibelungen salzen ihre Schätze ein“. Die Bergungen des Instituts für Denkmalpflege

Panel III: Brennpunkte der Bergung von Kunst- und Kulturgut in NS- und Nachkriegszeit

Michael John (Linz), Oberdonau – Drehscheibe des NS-Kunstraubs und der Kunstbergung

Meike Hopp / Stephan Klingen (München), Vom „Führerbau“ zum Central Collecting Point. Verlagerung von Kunst- und Kulturgut am Beispiel München 1942–1949

Gilbert Lupfer (Dresden), Die Staatlichen Sammlungen für Kunst und Wissenschaft Dresden im Zweiten Weltkrieg: Notbetrieb, Bergung, „Sonderauftrag Linz“ – und das Ende

Panel IV: Studien zu Bergungen und Rückbergungen im regionalen Vergleich

Annemarie Marck (Den Haag), Sheltered treasures: Dutch museums and the protection of art collections during the Second World War

Tessa Rosebrock (Karlsruhe), Rückführung von geborgenen Kunstgütern im doppelt besetzten Baden – amerikanische und französische Besatzungszone im Vergleich

Imma Walderdorff (Wien), Verschollene Miniaturen aus der Czerninschen Gemäldegalerie

Panel V: Bibliotheksbergungen und –rückbergungen

Sebastian Finsterwalder (Berlin) / Peter Prölß (Weimar), Raubgut für den Wiederaufbau: die Berliner Bergungsstelle für wissenschaftliche Bibliotheken

Detlef Bockenkamm (Berlin), „Erwerbungen, Auslagerungen, Eroberungen, Bergungen, Rückführungen, …“. Verwirrungen – Ergebnisse einer Revision der Handschriften- und Autographensammlung der heutigen Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Christina Köstner-Pemsel / Murray G. Hall (Wien), Kriegsbergungen der großen Wiener Bibliotheken – Die Nationalbibliothek Wien und die Universitätsbibliothek Wien

Panel VI: Bergungsberichte aus österreichischen Museen

Pia Schölnberger (Wien), Dilettantismus oder politischer Wille? Die Bergungsmaßnahmen der Graphischen Sammlung Albertina unter George Saiko

Monika Mayer (Wien), „Sonst verlor die Österreichische Galerie kein Kunstwerk …“. Bergung, „Entartete Kunst“, Fremddepot. Versuch einer „anderen“ Geschichte der Österreichischen Galerie 1938 bis 1945

René Schober (Wien), „… da ihre Beschädigung keinen Verlust von unersetzlichen Kulturwerten darstellen würde.“ Bergungen und Kriegsverluste der akademischen Gemäldegalerie im Zweiten Weltkrieg

Gerhard Milchram / Michael Wladika (Wien), Bergungen und Rückbergungen der Sammlungen des Historischen Museums der Stadt Wien

Karin Leitner-Ruhe (Wien), „Ab und zu wird ein neu eingelagertes wertvolles Stück wieder verbracht.“ Zu den Luftschutzmaßnahmen ab 1939 im Joanneum

Claudia Sporer-Heis (Innsbruck), „Auf 14 Bergungsorte verteilt!“ Bergung und Rückführung der Sammlungen des Ferdinandeums 1939–1945

Panel VII: Bergungen „geraubter“ bzw. „entarteter“ Kunst

Emmanuelle Polack (Paris), Tracing the Odalisque au tambourin by Matisse during World War II

Meike Hoffmann (Berlin), Verboten und verborgen. Lagerorte „Entarteter Kunst“

Schlussworte: Christoph Bazil

Anmerkungen:
[1] Auch der Tagungsort hat einen inhaltlichen Bezug zur Konferenz. Zwei Tresorräume der Länderbank dienten vom Juli 1942 bis Februar 1944 u.a. der Zentralstelle für Denkmalschutz als Bergungsorte.
[2] Näheres zu den Denkmalschutzentwicklungen in: Christoph Bazil / Reinhard Binder-Krieglstein / Nikolaus Kraft, Das österreichische Denkmalschutzrecht: Denkmalschutzgesetz & Kulturgüterschutzrecht; Durchführungsvorschriften; Gemeinschaftsrecht; Rechtsprechung & Kommentierung, Wien 2004.
[3] Bei den Bezeichnungen in der Klammer handelt es sich um den Decknamen des jeweiligen Bergungsortes.
[4] Der Chemiker Maximilian Eder trug mit seinen Untersuchungen dazu bei, dass das Bergwerk in Altaussee als geeigneter Bergungsort eingestuft wurde und hielt seine Eindrücke 1944 in der so genannten „Bergungsballade“ fest.
[5] Der Vortrag basierte auf dem aktuell in Bearbeitung befindlichen Forschungsprojekt „Rekonstruktion des ‚Führerbau-Diebstahls‘ Ende April 1945 und Recherchen zum Verbleib der Objekte“, des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, dessen Ergebnisse Museen und Sammlungen zur Überprüfung ihrer Bestände zugänglich gemacht werden sollen <http://www.zikg.eu/projekte/projekte-zi/fuehrerbau-diebstahl> (28.7.2015).
[6] Sandra Brugger, Das Steirische Landesmuseum Joanneum 1939–1945, Graz 2011.

Zitation
Tagungsbericht: Bergung von Kulturgut im Nationalsozialismus. Mythen – Hintergründe – Auswirkungen, 04.11.2014 – 06.11.2014 Wien, in: H-Soz-Kult, 30.07.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6118>.
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Veröffentlicht am
30.07.2015
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