62. Jahrestagung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg

Ort
Rottweil
Veranstalter
Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg
Datum
25.06.2015 - 26.06.2015
Von
Boris Bigott / Dagmar Kraus, Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg

Die 62. Jahrestagung der Kommission 2015 fand in Rottweil statt. Nach der Vorstandssitzung machten WINFRIED HECHT und GERALD MAGER (beide Rottweil) die Tagungsteilnehmer mittels zweier parallel laufender Führungen mit der Stadt und den Tagungsörtlichkeiten bekannt. Sowohl der öffentliche Abendvortrag von THOMAS MAISSEN (Paris, Heidelberg) über das Thema “Weshalb die Rottweiler nicht mehr Eidgenossen sind“ als auch die beiden vor der Mitgliederversammlung abgehaltenen Arbeitsgruppensitzungen im „Sonnensaal“ und im „Kutschenhaus“ des ehemaligen Kapuzinerklosters thematisierten zentrale Fragen zur Geschichte der Stadt Rottweil und der umliegenden Region Schwarzwald-Baar-Heuberg.

Die Sitzung der Arbeitsgruppe 1 stand unter dem Titel "Die archäologische Forschung zum frühen und hohen Mittelalter in der Stadt Rottweil" und wurde von DIETER PLANCK (Stuttgart) geleitet. Zur Einführung gab Planck einen kurzen geschichtlichen Abriss der Rottweiler Geschichte in römischer Zeit. Die Vorgängerin der mittelalterlichen Siedlungen war das römische municipium „Arae Flaviae“, das seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts intensiv erforscht wird. Das Kastell entstand im späten 1. Jahrhundert, anschließend entwickelte sich eine ausgedehnte Zivilsiedlung mit Tempeln, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden. Nach 260 ging die Besiedlung stark zurück, wenngleich die Funde zunächst noch zeigen, dass sie nicht ganz abbrach.

In Rottweil sind insgesamt vier Siedlungen zu unterscheiden: zunächst die römische Stadt „Arae Flaviae“ rechts des Neckars, sodann die bei den römischen Ruinen entstandene hochmittelalterliche Siedlungskonzentration um die Pfarrkirche St. Pelagius, die als "Altstadt" bezeichnet wird. Auf der gegenüber liegenden Seite des Neckars befand sich um den seit dem 9. Jahrhundert belegten Königshof Rottweil ein ca. 35 Hektar großes, von einem Wall umgebenes Areal mit stadtartiger Besiedlung, die so genannte "Mittelstadt". Im frühen 13. Jahrhundert wurde schließlich rund einen Kilometer weiter östlich die „Kernstadt“ des heutigen Rottweil gegründet, wohin die Bewohner der Alt- und Mittelstadt umzogen. Wie JONATHAN SCHESCHKEWITZ (Esslingen) ausführte besaßen das römische „Arae Flaviae“ und die Kernstadt städtisches Gepräge, die Alt- und Mittelstadt trugen frühstädtische Züge. Die Besiedlung der Mittelstadt lässt sich seit dem ausgehenden 6. Jahrhundert nachweisen. Von 771 liegt ihre älteste Erwähnung vor. Der Königshof wird zuerst zum Jahr 890 genannt. Ab 1094 wird die Siedlung als oppidum bezeichnet, was auf ihre Befestigung mit dem oben genannten Wall hindeutet. Das große Areal der Mittelstadt weist eine dichte Besiedlung mit großer Kontinuität auf, die zeitlich nicht genauer abschichtbar ist. Es liegen nur wenige Funde vor, die auf einen gehobenen Lebensstandard der Bewohner hinweisen. Von ungefähr dem Jahr 1200 sind Brandspuren dokumentiert, anschließend setzte ein Rückgang der Besiedlung ein. Die Altstadt bestand zeitgleich zur Blütezeit der Mittelstadt und wurde von Scheschkewitz als "Konkurrenzgründung" zu dieser bezeichnet. Sie war ebenfalls befestigt, möglicherweise gab es auch dort einen Brand. Wie in der benachbarten Mittelstadt setzte nach 1200 auch in der Altstadt ein Siedlungsrückgang ein.

Die archäologischen Befunde aus der Kernstadt des heutigen Rottweil stellte BERTRAM JENISCH (Freiburg) vor. Die im beginnenden 13. Jahrhundert gegründete Stadt weist eine kleinere Grundfläche als die Alt- und vor allem die Mittelstadt auf und besitzt einen planvollen Grundriss. Da hier alte Bausubstanz weitgehend erhalten ist, gab und gibt es nur geringe Möglichkeiten für archäologische Untersuchungen. Bauhistorische Untersuchungen lieferten dagegen wichtige Ergebnisse, so etwa, dass Teile des Stadtgebiets im Hoch- und Spätmittelalter mehrfach großflächig durch Brände zerstört wurden.

Seitens der Archäologie wurde eine plausible Erklärung für das zeitweilige Nebeneinander von Alt- und Mittelstadt sowie für die offenbar an diese beiden Siedlungen anschließende Kernstadt Rottweil vermisst. Eine mögliche Erklärung lieferte HANS HARTER (Schiltach), der die wenigen Quellen zur Rottweiler Geschichte des 12. und 13. Jahrhunderts teilweise neu interpretierte. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die Nachricht, Bertold II. von Zähringen habe bei seinem Feldzug im Jahr 1079 die Burg Herrenzimmern nahe Rottweil erobert. Da dort und an anderen Orten in der Nähe in den folgenden Jahren zähringische Ministeriale belegt sind, dürfte Bertold nicht nur das genannte Schloss Zimmern, sondern den ganzen Raum am oberen Neckar um Rottweil erobert haben, inklusive des Rottweiler Königshofs, wo Bertold selbst, mittlerweile als schwäbischer (Gegen-)Herzog, im Jahr 1094 einer Versammlung der päpstlichen Anhänger im Investiturstreit vorstand. Zeitgleich wurde die Pfarrkirche St. Pelagius in der Altstadt errichtet, wobei der Konstanzer Bischof Gebhard III., Bertolds Bruder und zugleich einer der profiliertesten Gregorianer im Reich, als treibende Kraft wirkte. Die Position blieb Bertold offenbar auch nach dem so genannten staufisch-zähringischen Ausgleich von 1098 teilweise erhalten, denn im Jahr 1099 ist Herzog Bertold erneut in Rottweil, wohl im Königshof, belegt. Dass der Königshof nach 1098 im Besitz der Zähringer verblieben war – anders, als bisher angenommen –, darauf deuten einige Indizien hin, vor allem die Nennung eines zähringischen Ministerialen Gottfried von Rottweil, der mit guten Gründen an den oberen Neckar zu ordnen ist. Neben ihm zeigen weitere zähringische Ministerialen um Rottweil die fortbestehende Präsenz der Zähringer.

Auffällig ist nun, dass im 12. Jahrhundert die Rottweiler Altstadt durch die Gegenwart der Tübinger Pfalzgrafen und etlicher Adliger, die zur staufischen Gefolgschaft zu rechnen sind, als staufische Position belegt ist. Offenbar war sie im Ausgleich von 1098 an die Staufer gelangt, woraufhin diese den Platz befestigten und ausbauten – wie die archäologischen Befunde es zeigen. Der Neckar war damit hier die Grenze zwischen den beiden Machtbereichen, wobei der zähringische Königshof in der Mittelstadt und die staufische Altstadt einander direkt gegenüberlagen. Diese Konkurrenzstellung dürfte entschärft worden sein, als die Mittelstadt 1186 als Erbe, so Harter, an die zähringische Nebenlinie der Herzöge von Teck gelangte.

Ein neues Kapitel in der Rottweiler Geschichte wurde unter dem staufischen König Friedrich II. aufgeschlagen, unter dessen Herrschaft, wohl ab 1214, als er persönlich in Rottweil anwesend war, die Rottweiler Kernstadt gegründet wurde. Hierhin zogen die Bewohner der Altstadt um – so belegt 1217 für ein Nonnenkloster – und vermutlich auch Bewohner der Mittelstadt nach dem dort nachgewiesenen Brand.

In den Diskussionen nach den einzelnen Beiträgen wurde nach den Bezeichnungen für die verschiedenen Rottweiler Siedlungen in den Quellen gefragt. Tatsächlich werden sie alle – bis auf die römische – als „Rottweil“ bezeichnet. Differenzierte Bezeichnungen tauchen erst sehr spät auf, was zu der verwirrenden Situation beitrug. Auch das Verhältnis der Kernstadt zu ihren Vorgängersiedlungen wurde thematisiert. Die Befunde zeigen eine relativ klare Ablösung der älteren Siedlungen nach dem Brand in der Mittelstadt, deren Bewohner vermutlich in die neue Stadt umzogen. Bei den zentralörtlichen Funktionen blieb die Kontinuität gewahrt. In der Mittel- und Kernstadt konnte nur wenig Handwerk nachgewiesen werden, was dort nach Auskunft der Archäologen jedoch auch nicht unbedingt zu finden sein muss. Handwerksbetriebe können sich auch in den Vorstädten befunden haben.

Die Ausführungen von Hans Harter, die von der älteren Forschung abweichen, wurden generell beifällig aufgenommen. Insgesamt kann festgehalten werden, dass nach dem Beitrag Harters erstmals ein schlüssiges Erklärungsmodell für die zeitliche Abfolge der verschiedenen Rottweiler Siedlungen vorliegt, das die politischen und herrschaftlichen Strukturen der Zeit des Investiturstreits und des folgenden Jahrhunderts berücksichtigt.

Arbeitsgruppe 2 behandelte die Industriegeschichte Rottweils und des Raums Schwarzwald-Baar-Heuberg. In seiner Einführung machte GERT KOLLMER-VON OHEIMB-LOUP (Stuttgart-Hohenheim) auf die zwar späte, aber erfolgreiche Industrialisierung der Region aufmerksam, die heute dank ihrer hochqualifizierten Arbeitskräfte und ihrer mittelständischen Unternehmen mit Hightech-Orientierung eine hohe Industriedichte aufweise. Die hier angesiedelten Betriebe mit vor allem feinmechanischer Ausrichtung hätten durch innovative Strategien und Anpassung ihrer Produktpalette an die jeweils veränderten Bedürfnisse im 20. Jahrhundert nicht nur die Weltwirtschaftskrise, sondern zumeist auch die durch den Strukturwandel hervorgerufenen Branchen- oder Regionalkrisen meistern können.

Die Pulverfabrik Rottweil und ihren aus Rottweil gebürtigen Gründer Max Duttenhofer (1843-1903) stellte JÖRG KRAUS (Heidelberg) vor. Der Apothekerssohn sei ein klassischer Unternehmer und Industrieller der Gründerzeit gewesen. Seine Herkunft und seine gute Ausbildung hätten ihn in die Lage versetzt, die Rottweiler Pulvermühle – ursprünglich ein Handwerksbetrieb – nicht nur in eine Aktiengesellschaft, sondern auch in einen international aufgestellten Konzern zu verwandeln. Dazu beigetragen hätten die von Bismarck angeordnete Anschaffung von chemischem Pulver, einer technischen Innovation Duttenhofers, für das deutsche Militär in den 1880er-Jahren sowie die Erschließung neuer Absatzmärkte auf dem Balkan. Duttenhofer – bald Millionär geworden – habe entscheidenden Anteil an der Etablierung großer Rüstungskartelle auf nationalem und internationalem Niveau gehabt, und – durch Mitwirkung bei der Gründung der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik, in welcher die Patronenfabrik in Karlsruhe und die Mauserwerke in Oberndorf am Neckar eingebracht wurden, – auch an der Weiterentwicklung der Rüstungsindustrie im deutschen Südwesten. Als Gesellschafter und erster Vorsitzender der Daimler-Motoren-Gesellschaft sei er zudem maßgeblich am Aufbau der Automobilproduktion in Württemberg beteiligt gewesen. Damit gehöre Duttenhofer zu jenen Personen, die die Industrialisierung in Württemberg wesentlich vorangetrieben hätten.

Mit den Relikten der Rottweiler Pulverfabrik als Industriedenkmale[1] beschäftigte sich MICHAEL GOER (Esslingen). Am Gesamtareal der von einem Totalabbruch bedroht gewesenen Industriebrache, die durch die Umnutzung zum „Gewerbepark Neckartal“ jetzt revitalisiert worden ist, ließen sich Wachstum und Wandel einer Industrieanlage von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1960er-Jahre verfolgen. Während die zwischen 1880 und 1900 entstandenen Bauten mit Backsteinfassaden dem Historismus verpflichtet seien, repräsentierten die Putzbauten der Zeit zwischen 1907 bis 1916, in der die Mehrzahl der Gebäude entstand, die Architekturauffassung der sogenannten Stuttgarter Schule. Paul Bonatz, Paul Schmitthenner und andere hätten – ausgehend von Theodor Fischer – eine Architektur postuliert und realisiert, die sich am vorhistoristischen Bauen der Zeit um 1800 orientiert und dabei das überregionale Bauen mit einer volkstümlich-regionalen Bauweise verbunden habe. Vor und während des Ersten Weltkrieges seien damals unter anderem der Kraftwerksgroßbau, die Neckarregulierung, umfangreiche Werkstattgebäude und zahlreiche Sozialbauten entstanden. Von den allein im Hauptareal erhaltenen über 40 Kulturdenkmalen, die eine anspruchsvolle, teils sogar exzellente Industriearchitektur verkörpern und in ihrer Gesamtheit singulären Wert für das Bundesland Baden-Württemberg besitzen, stellte der Referent 13 Objekte aus der Zeit zwischen 1888 und 1937 in ihrem Bestand und ihrer zum Teil vorbildhaften Weiter- und Umnutzung vor.

Wie sich aus Einmannbetrieben zur Herstellung von Mundharmonikas, die um 1830 in Knittlingen und Trossingen begründet worden waren, ein weltweit agierendes Musikinstrumenteunternehmen entwickelte, führte MARTIN HÄFFNER (Trossingen) aus. 1856 habe der Trossinger Uhrmacher Matthias Hohner (1833-1902) mit gezielten Spionageaktionen das Geheimnis der um 1825 in Wien entwickelten Mundharmonikafertigung gelüftet und 1857 einen eigenen Betrieb eröffnet. Durch Weiterentwicklung des Produktionsprozesses, frühen Export nach Übersee, ausgefeilte Werbestrategien und die Industrialisierung der Branche um 1880 hätten Hohner und seine Konkurrenten enorme wirtschaftliche Erfolge erzielen und mit ihren Unternehmen rasch den Weltmarkt dominieren können. Um 1900 sei das Pfarrdorf Trossingen Sitz der drei größten Mundharmonikaproduzenten der Welt gewesen. Die Region Heuberg/Baar, in der sich auch Zuliefererbetriebe etablierten, sei damals mit einem Netz von Harmonikafabrikfilialen überzogen worden. Unter den Söhnen des Gründers habe die Firma Hohner 1906/07 die Knittlinger Betriebe übernehmen sowie Ende der 1920er-Jahre weitere Konkurrenzunternehmen aufkaufen können und damit eine monopolartige Stellung in Deutschland und eine erdrückende wirtschaftliche Machtstellung in Trossingen selbst gewonnen. Mit den Umbrüchen in der Musikbranche in den 1960er-Jahren seien die Glanzzeiten Hohners zu Ende gewesen. Die existenzielle Krise der 1980er-Jahre habe nur mit Mühe überwunden werden können. Obwohl der deutsche Standort heute nur noch etwa 140 Beschäftigte zähle, genieße die Marke Hohner weltweit nach wie vor einen guten Ruf.

Anlässlich der lebhaften Diskussionen nach den Einzelvorträgen wurde herausgearbeitet, dass der Erfolg Duttenhofers nicht zuletzt in seinem vielfältigen Engagement in der industriellen Produktion, in der Unternehmensfinanzierung, im gesellschaftlichen Leben und im Vereinswesen begründet war. Dies hat ihm nicht nur gute Verbindungen zu den örtlichen Eliten, sondern auch Kontakte über Württemberg hinaus in Süddeutschland und im gesamten Deutschen Reich verschafft. Die Fülle seiner Aktivitäten und Innovationen machten Fehler und Verluste bei riskanten Geschäften wett. Sein Verhältnis zu den Betriebsangehörigen scheint gut gewesen zu sein, da diese eine überdurchschnittlich gute Kranken- und Gesundheitsversorgung genossen und politisch oder gewerkschaftlich wenig organisiert waren. Die in Rottweil erhalten gebliebenen Gebäude der Pulverfabrik, zu denen ursprünglich auch Arbeiterwohnungen gehörten, werden heute durch das Gastronomiegewerbe, kleine bis mittlere Betriebe und für Wohnzwecke genutzt. Die „coole Nutzung“ des Geländes hat möglicherweise dazu beigetragen, eine ganze Generation von Rottweilern von der Abwanderung aus der Stadt abzuhalten. Bei der Frage, ob Architekturdetails Rückschlüsse auf das Selbstverständis Duttenhofers erlauben, muss der nicht zu unterschätzende Formwille der Architekten berücksichtigt werden. Der Abriss des Saalbaus der Duttenhoferschen Villa lässt sich auf das Mitte des 20. Jahrhunderts noch nicht entwickelte Bewusstsein für den Wert der Bauten zurückführen. Der Erfolg der Firma Hohner verdankte sich nicht zuletzt einem hervorragenden Marketing, für das immer wieder auch namhafte Künstler verpflichtet worden waren. Für die Filialgründungen, die in Krisenzeiten ohne zusätzliche Verluste stillgelegt werden konnten, hat das Unternehmen zum Teil Sonderkonditionen der Gemeinden erhalten, da sie – vergleichbar der Trikotageindustrie – ein familienfreundliches Zuverdienst zur Landwirtschaft in Form von Heimarbeit ermöglichten. Die Bindung der Mitarbeiter erfolgte durch Uhrengeschenke, Urlaubswochen im Allgäu oder Hausbaukredite, Streiks waren selten. Der Niedergang der Firma ist nicht zuletzt in der patriarchalischen Verfasstheit des erfolgsverwöhnten Familienunternehmens zu suchen, das unflexibel auf den Strukturwandel in der Musikinstrumenteindustrie reagierte. Nachdem verschiedene Rettungsversuche scheiterten, ist das Unternehmen heute schuldenfrei im Besitz einer taiwanesischen Investmentgruppe.

Die Arbeitsgruppensitzung beleuchtete schlaglichtartig wichtige wirtschaftliche, soziale und bauhistorische Entwicklungen der untersuchten Region im 19. und 20. Jahrhundert. Als deren Impulsgeber fungierten die vorgestellten Firmengründer mit ihrer Risikobereitschaft, ihrer Innovationsfreude sowie ihrer örtlichen und überörtlichen Vernetzung.

Konferenzübersicht:

Arbeitsgruppe 1: Die archäologische Forschung zum frühen und hohen Mittelalter in der Stadt Rottweil
Leitung: Dieter Planck (Stuttgart)

Jonathan Scheschkewitz (Esslingen), Die Rottweiler Mittelstadt als hochmittelalterliches Zentrum – Stand der archäologischen Forschung

Bertram Jenisch (Freiburg), Stadtarchäologie in Rottweil – hoch- und spätmittelalterliche Befunde

Hans Harter (Schiltach), Überlegungen zur Entwicklung Rottweils im Hochmittelalter

Arbeitsgruppe 2: Zur Industriegeschichte Rottweils und im Raum Schwarzwald-Baar-Heuberg
Leitung: Gert Kollmer-von Oheimb-Loup (Stuttgart-Hohenheim)

Jörg Kraus (Heidelberg), Max Duttenhofer und die Gründung der Pulverfabrik Rottweil

Michael Goer (Esslingen), Zur Industriearchitektur der Rottweiler Pulverfabrik

Martin Häffner (Trossingen), Hohner und die Harmonikaindustrie in Südwestdeutschland

Anmerkung:
[1] Zur schrittweisen Etablierung einer systematischen Industrie- und Technikdenkmalpflege vgl. Volker Osteneck, Fragen zum Denkmalwert technischer Anlagen, in: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 16 (1987), Nr. 1, S. 24-36; Hubert Krins / Leo Schmidt / Michael Goer, Brücke, Mühle und Fabrik. Technische Kulturdenkmale in Baden-Württemberg, Stuttgart 1991.

Zitation
Tagungsbericht: 62. Jahrestagung der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, 25.06.2015 – 26.06.2015 Rottweil, in: H-Soz-Kult, 01.09.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6135>.