Wissenskulturen und Erfahrungsräume der Diplomatie in der Frühen Neuzeit

Ort
Rom
Veranstalter
Deutsches Historisches Institut Rom; Universität Roma Tre
Datum
15.06.2015 - 16.06.2015
Von
Claudia Curcuruto, Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte

Welche Perspektiven sich eröffnen, wenn kulturgeschichtliche Ansätze in den Blick der Diplomatie- und Wissensgeschichte geraten, hat die von Guido Braun organisierte Tagung „Wissenskulturen und Erfahrungsräume der Diplomatie in der Frühen Neuzeit“ vom 15. und 16. Juni 2015 am Deutschen Historischen Institut in Rom verdeutlicht. Mit finanzieller Unterstützung der Universität Roma Tre war es möglich, dass elf Referenten mit ihren Studien die breite thematische Komplexität vorstellen und neue Impulse für die weitere Forschung geben konnten. Genau diesen forschungsgeschichtlichen Kontext innerhalb der Geisteswissenschaften hob auch der Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Rom, MARTIN BAUMEISTER (Rom), in seinem Grußwort hervor. Um also einer „Isolierung der Recherchen“ zu entgehen, verfolgte die Tagung, wie GUIDO BRAUN (Rom) in seinen einleitenden Worten zur Konferenz betonte, im Wesentlichen zwei Ziele: Zum einen ging es darum, die herausragende Rolle der frühneuzeitlichen Gesandten als mobile Akteure und kulturelle Vermittler in den Prozessen der Generierung, Zirkulation und Transformation von Wissen darzustellen. Zum anderen galt es, das spezifische Wissen der diplomatischen Akteure über höfische, soziale und kulturelle Normen, zeremonielle Praktiken, Verfahrens- und Verhandlungsformen, sowie ihren Beitrag zur Generierung neuer Wissensbestände zu erforschen. Um die „historischen Wissensbildungsprozesse nachzuvollziehen und in ihrer jeweiligen Spezifität zu erkennen“, dienten als Untersuchungsgegenstand drei zentrale typische Handlungs- und Erfahrungsräume der europäischen, frühneuzeitlichen Diplomatie: der Hof, der Friedenskongress und der Reichstag.

Die erste Sektion „Reichstage, Friedenskongresse und Höfe als Erfahrungsräume der europäischen Diplomatie“ wurde durch den Beitrag von ALEXANDER KOLLER (Rom) eröffnet. Der Frühneuzeitforscher beschäftigte sich hierbei mit der päpstlichen Diplomatie auf dem Reichstag des 16. Jahrhunderts, im Speziellen konzentrierte er sich auf den zwischen Juni und September stattfindenden Reichstag von 1582 in Augsburg als einem diplomatischen Erfahrungsraum apostolischer Legaten und Nuntien. Dabei zeigte die römische Kurie durch die Entsendung eines Großaufgebotes von fünf Diplomaten zur Reichsversammlung den hohen Stellenwert und das enorme Interesse, die man dem Reichstag in Rom während des Pontifikats Gregors XIII. zumaß. Dennoch waren die römischen Gesandten in ihren Verhandlungsformen wie auch hinsichtlich des Zeremoniells eingeschränkt und konnten die hohen Erwartungen und optimistisch formulierten Verhandlungsziele der Kurie nur beschränkt umsetzen. Nichtsdestoweniger handelte es sich nach Koller beim Reichstag infolge der hohen Zahl von teilnehmenden Gesandtschaften auswärtiger Mächte (auch für die päpstlichen Diplomaten) um einen „Erfahrungsraum der besonderen Art“, um einen Umschlagplatz, auf dem gezielt Informationen und Nachrichten ausgetauscht wurden.

Der nächste Referent HILLARD VON THIESSEN (Rostock) richtete seinen Blick auf die Untersuchung des „stets in Dynamik befindlichen, spezifischen Analyseraumes“ des römischen Hofes unter dem Pontifikat Pauls V. Im Speziellen stellte sich nach Thiessen der von menschlichen Akteuren „produzierte Raum“ als ein besonders geeigneter diplomatischer „Erfahrungsraum“ der auswärtigen Gesandten dar: Zum einen waren die dort präsenten Diplomaten nicht nur „Mittler zwischen Wissenskulturen“ ihres Dienstortes und ihres Herkunftsortes, sondern zum anderen bildete Rom einen Ort permanenter diplomatischer Verhandlung und damit ein Kommunikationszentrum ersten Ranges bzw. einen „Ressourcenmarkt in alle Richtungen“ für die in einzigartiger Dichte präsenten auswärtigen Diplomaten. Das bedeutete nach Thiessen im Umkehrschluss, dass die Gesandten auf der römischen Bühne in einem Raum gegenseitiger und ständiger Beobachtung und diplomatischer Konkurrenz standen und agierten, in der infolge der „Hyper-Konkurrenz“ Erfolg und Niederlage verstärkt wahrgenommen wurden.

Standen bisher ‚Reichstag‘ und ‚römischer Hof‘ als zentraler „Handlungs- und Erfahrungsraum“ diplomatischer Akteure und ihre Wissensproduktion im Zentrum der Konferenz, erfolgte durch den französischen Historiker LUCIEN BÉLY (Paris) eine Darstellung von Friedenskongressen der Frühen Neuzeit als einem besonderen Erfahrungsraum der europäischen frühneuzeitlichen Diplomatie. Insbesondere bildete der multilaterale Kongress in Utrecht 1712 nach Bély einen „Ort des kulturellen Austausches“ der Bevollmächtigten aus ganz Europa. Es entstand nach Bély im „Begegnungs- und Kommunikationszentrum“ Utrecht trotz der politischen, religiösen und sprachlichen Barrieren ein spezielles gesellschaftliches Zusammenleben, das in jeder Hinsicht von großer Umsicht charakterisiert war und gleichzeitig darauf abzielte, Informationen auf formellem wie informellem Wege (auch mit spionageähnlichen Methoden) zu sammeln.

Der letzte Vortrag der ersten Sektion von GUIDO BRAUN (Rom) stellte sodann die Besonderheiten und die Analogien zwischen Kongressen und periodischen Reichstagen als Erfahrungsräume der europäischen frühneuzeitlichen Diplomatie heraus. Durch seine exemplarische Untersuchung verschiedener Reichstagsmissionen sowie dreier diplomatischer außerordentlicher päpstlicher Vertretungen auf Friedenskongressen (Fabio Chigi als formeller Mediator in Münster 1643–1649; Luigi Bevilacqua in Nimwegen 1677–1679; Domenico Passionei in Baden 1714) konnte Braun in seinem Vortrag zwei strukturelle Ebenen herauskristallisieren: erstens ließe sich durch einen transkonfessionellen Wissensaustausch zwischen der Gemeinschaft der Gebildeten und ihrer Wissensinhalte (also nicht nur politische Gesprächsthemen) pointiert (mit Bindestrich) von einer „Ent-Fremdung“ und „konfessionellen Entkrampfung“ dieser Räume sprechen. Zweitens sind für den Frühneuzeithistoriker die Reichstage und Kongresse Orte der Generierung und Zirkulation von Wissen über das Fremde. So erwuchsen der römischen Kurie aus dem Umfeld ihrer Gesandtschaften wertvolle Wissensbestände, wobei deren politische Informationsakquise sich auf Reichstagen und Kongressen teils als fruchtbarer herausstellten als die permanente Präsenz an den Höfen. Die Reichstage und Friedenskongresse bieten nach Braun demnach Plattformen der (diplomatischen) Begegnung und der Kommunikation.

Der Abendvortrag des Frühneuzeithistorikers CHRISTOPH KAMPMANN (Marburg) beschäftige sich mit einem weiteren „Erfahrungsraum“ frühneuzeitlicher Diplomatie, nämlich dem Immerwährenden Reichstag im Zeitalter Ludwigs XIV. unter besonderer Betrachtung von drei Kernpunkten: Information, Kommunikation und Konfrontation. Unter diesen Aspekten stand der „Abbruch der diplomatischen Beziehungen“ durch die Ausweisung Robert de Gravels am 24. April 1674 durch Kaiser Leopold I. (1658–1705) beim Immerwährenden Reichstag im Zentrum. Diese Ausweisung ist Kampmann zufolge als öffentliche Demonstration des Abbruchs der „politischen Beziehungen zur Kriseneskalation mit breiter Resonanz“ zwischen dem Immerwährenden Reichstag bzw. dem Reich und dem Königreich Frankreich zu verstehen. In diesem Prozess nahmen die diplomatischen Akteure eine Doppelfunktion ein: So konnten die permanenten Reichstagsgesandten auswärtiger Mächte und die Reichsstände in Regensburg nicht nur zu (permanenten) Trägern von Kommunikation, Informationen und Erfahrungsaustausch werden, sondern auch zu „Objekten“ der Kommunikation, wie die vollzogene Gesandtenausweisung Robert Gravels 1674 zeigte, die als Zeichen größter Konfrontation zu betrachten war.

Die zweite Sektion der Konferenz widmete sich Italien als Erfahrungsraum europäischer bzw. globaler Diplomatie und ihrer Rolle in der Wissensproduktion. Eröffnet wurde sie durch den Vortrag von STEFANO ANDRETTA (Rom), der sich mit dem diplomatischen Dienst, den Karrieren und der Historiografie in der Republik Venedig beschäftigte. Die Relevanz der Diplomatie im Venedig der Frühen Neuzeit spiegelte sich ihm zufolge gut in den zeitgenössischen Geschichtsnarrationen ehemaliger Botschafter wider. Andretta konzentrierte sich in seiner Darstellung insbesondere auf die amtliche Geschichtsschreibung Venedigs zwischen dem Ende des 15. und dem Beginn des 18. Jahrhunderts und konnte anhand ausgewählter Geschichtsschreiber darlegen, wie und inwiefern sich der Stil, die Schreibmethode und die Schwerpunktbildung der amtlichen Geschichtsnarrationen veränderten. So produzierten sie als Geschichtsschreiber ein „Wissen“, das einerseits in der Tradition vergangener Historiografien stand und andererseits von der eigenen Amtsführung als Gesandte mitgeprägt war.

SABINA BREVAGLIERI (Rom/Mainz) thematisierte anschließend das Feld der Wissensproduktion und der Erfahrungsräume frühneuzeitlicher Diplomatie- und Missionsgeschichte, die die Historikerin am Beispiel des Aufenthalts des japanischen Adligen und Konvertiten Hasekura Tsunegaga (Gesandter des Daimyo von Sendai, Date Masamune) und des spanischen Franziskaners Luis de Sotelo im Jahre 1615 bis 1616 in Rom behandelte. Brevaglieri konnte an diesem Fall unter einem neuen Blickwinkel Prozesse und Modalitäten der Generierung von Wissen über Japan im Zusammenhang mit der Keichô-Mission und vor dem Hintergrund ihres Aufenthaltes im „Erfahrungsraum“ der Ewigen Stadt herausarbeiten. So entstand infolge der Interaktionen zwischen Rom und Japan aus einem Nähe- und Distanzverhältnis heraus eine komplexe Kommunikationsstruktur des Politischen. Wissensbestände und Informationen waren dabei wichtige Ressourcen, auf die von verschiedenen Akteuren vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erwartungen im jeweiligen Produktionsraum zurückgegriffen wurde. Dabei ist nach Brevaglieri zu beachten, dass sich die Grenzen zwischen Diplomatie und Mission zunehmend verwischten und zudem die Verbindung von politischer Information und Kommunikation sowie die Kenntnisse der zeremoniellen Regelungen und Gepflogenheiten der Höfe beständig neu definiert werden mussten.

Im Anschluss sprach SILVANO GIORDANO (Vatikanstadt) über die „Erfahrungsräume“ päpstlicher Diplomatie im Pontifikat Urbans VIII. in Verbindung mit der von Papst Gregor XV. im Jahre 1622, also in der Anfangsphase des 30-jährigen Krieges, gegründeten Kongregation für die Evangelisierung der Völker, kurz Propaganda Fide. Sein Vortrag konzentrierte sich insbesondere auf die Analyse der zwei Codices mit den Instruktionen aus der Amtszeit des ersten Sekretärs der Propaganda Fide, Francesco Ingoli (1578–1649), den Giordano als den „vero animatore dell'organismo“ der ersten 25 Jahre der Aktivität dieser Kongregation bezeichnete. Giordano konnte durch die Analyse der Weisungen an die apostolischen Nuntien, Visitatoren oder andere Gesandte die Pläne der Kongregation und die Wechselbeziehungen mit dem Netzwerk der päpstlichen Diplomatie nachzeichnen. So handelte es sich bei dieser Kongregation nach Giordano nicht nur um eines der bestinformierten Dikastieren der römischen Kurie, sondern auch um eine wichtige Informationsressource, die ihre Autonomie innerhalb der päpstlichen Verwaltung vergrößern und zudem ihren „Aktionsraum“ über die traditionellen Grenzen der Christenheit erweitern konnte.

Den Abschluss der zweiten Sektion bildete der Vortrag von DANIELA FRIGO (Triest) über die politische Kultur und das „diplomatische Wissen“ Venedigs und der italienischen Kleinstaaten im Zeitalter des Friedenskongresses von Utrecht (1713). Auf Grundlage von Dokumenten aus der diplomatischen Praxis beschrieb Frigo die Erfahrungsräume und die Wissensbestände ihrer Gesandtschaften und Verhandlungen in einer Zeit hoher „diplomatischer Dichte“. Unter Heranziehung diverser einschlägiger Quellen konnte Frigo feststellen, dass zwischen der Konstituierung und Verarbeitung der politischen Kultur durch die Gesandten und dem diplomatischen Wissen, das sich auf das Bild des „buono ambasciatore“ (idealen Botschafters) stützte, unterschieden werden muss. Gemeinsam ist, dass die Diplomaten von der Kultur des Papiers lebten, Sitten und Ausbildung damit ebenso zu kulturellen Koordinaten wurden.

Die dritte und letzte Sektion der Konferenz, die von Akteuren des Kulturtransfers und der Wissensproduktion handelte, wurde von CECILIA MAZZETTI DI PIETRALATA (Rom/Chieti) eröffnet, die sich mit der alteingesessenen und dem Haus Habsburg besonders nahe stehenden römischen Familie der Savelli in ihrer Rolle als kulturelle Mediatorin zwischen Rom und dem Kaiserhof in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts beschäftigte. Wie die Briefe von Albano Paolo Savelli und seinem jüngeren Bruder Federico Savelli zum Kaiserhof bzw. zum Reich belegen, kam es zum Transfer von Informationen, Mittlertätigkeiten und Gefälligkeiten, wie etwa die Vermittlung von Künstlern und italienischen Sängern an den Kaiserhof. Dank ihrer institutionellen Beziehungen, ihren Gewohnheiten und ihrer Kontaktpflege, die sich vor allem durch die verschiedenen Einflusssphären von Paolo und Federico Savelli ergaben, erwiesen sich ihre Wissensweitergabe durch Ratschläge und die „Dynamiken des Austauschs“ (dinamiche di scambio) von Süd nach Norden (und umgekehrt) während des Dreißigjährigen Krieges als äußerst intensiv.

Mit den politischen-kulturellen Handlungsmöglichkeiten weiblicher Akteure am Hofe beschäftigte sich MATTHIAS SCHNETTGER (Mainz). So gelang es dem Historiker in einem vergleichenden Problemaufriss über die Analyse der Netzwerke, der Stellung in der Repräsentation des Kaiserhofs und der diplomatischen Aktivitäten zweier Kaiserinnen aus dem Hause Gonzaga des 17. Jahrhunderts, der Kaiserin Eleonora der Älteren (1598–1655) und ihrer Großnichte Eleonora der Jüngeren (1628–1686), den Stellenwert weiblicher Akteure in der Diplomatie im neuen Licht zu betrachten und eine bereits in der aktuellen Forschung sich abzeichnende Neubewertung der politischen Aktivitäten frühneuzeitlicher Fürstinnen herauszustellen. Durch die akteurszentrierte Untersuchung stellten sich die politisch-kulturellen Aktivitäten und Handlungsmöglichkeiten der weiblichen Akteure der Gonzaga-Fürstinnen als vielfältige „transalpine Transferprozesse“ zwischen Mantua und Wien dar, die nach dem Historiker jedoch vor dem Hintergrund der Strukturen des frühneuzeitlichen dynastischen Fürstenstaats nichts Ungewöhnliches waren, sondern von den Zeitgenossen selbstverständlich in ihr Kalkül einbezogen wurden.

Den Abschluss der Konferenz bildete der Vortrag von IRENE FOSI (Chieti) über die politische und diplomatische Bedeutung der Kardinalprotektoren am Papsthof der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. An der Figur von Kardinal Virginio Orsini (1615–1676), Protektor der beiden Königreiche Polen und Portugal, untersuchte die Wissenschaftlerin insbesondere seine Rolle als wichtiger Vermittler und Empfänger von Informationen im Prozess der Zirkulation und des kulturellen Austauschs zwischen Rom und der zu protegierenden Nation. Nach Fosi sind jedoch zwei Punkte als besonders wichtig hervorzuheben: Auf der einen Seite musste der Kardinalprotektor als ein grundlegendes Verbindungselement zwischen dem Papsthof und der von ihm vertretenen Nation (aber auch zwischen jener und anderen Staaten) aktiv werden. Auf der anderen Seite bildete sich um den Protektor und seinen Sitz in der Stadt des Papstes ein zentraler Knotenpunkt für den Verkehr mit Nachrichten und deren Vermittlung aus. Diese „mediatori dell’informazione”, wie die Kardinalprotektoren nach Fosi definiert werden können, spielten demnach eine fundamentale Rolle, die oftmals in den „complesse trame romane“ der europäischen Politik des 17. Jahrhunderts wirksam waren.

Abschließend bleibt festzustellen, dass die Konferenz Möglichkeiten bot, durch Diskussionen neue Impulse auf dem thematisch noch wenig erforschten Gebiet der „Wissenskulturen und Erfahrungsräume“ frühneuzeitlicher Diplomatiegeschichte zu geben. Diplomatische Akteure sind eben nicht nur als reine Berichterstatter zu betrachten, sondern als fundamentale „Schlüsselfiguren“ und „Mediatoren“ an den jeweiligen Höfen, Reichstagen und Kongressen im vielfältigen Prozess der Wissensproduktion, -transformation und -zirkulation.

Konferenzübersicht:

Grußworte

Martin Baumeister (Rom), Grußwort
Guido Braun (Rom), Einführung

Erste Sektion: Reichstage, Friedenskongresse und Höfe als Erfahrungsräume der europäischen Diplomatie

Alexander Koller (Rom), Der Augsburger Reichstag von 1582 als diplomatischer Erfahrungsraum

Hillard von Thiessen (Rostock), Die römische Kurie als Erfahrungsraum der europäischen Diplomatie im Pontifikat Pauls V.

Lucien Bély (Paris), Le congrès d’Utrecht comme lieu d’échanges culturels

Guido Braun (Rom), Reichstage und Friedenskongresse als Erfahrungsräume päpstlicher Diplomatie. Kulturelle Differenzerfahrungen und Wissensgenerierung. Ein typologischer Vergleich

Öffentlicher Abendvortrag

Christoph Kampmann (Marburg), Information – Kommunikation – Konfrontation. Zur auswärtigen Diplomatie auf dem Immerwährenden Reichstag im Zeitalter Ludwigs XIV.

Zweite Sektion: „Das Herz der Welt“. Die Apenninenhalbinsel als Erfahrungsraum europäischer/globaler Diplomatie und ihre Rolle in der Wissensproduktion

Stefano Andretta (Rom), Servizio diplomatico, carriere e storiografia a Venezia in età moderna

Sabina Brevaglieri (Mainz/Rom), Japan in Rom: Wissensproduktion und Erfahrungsräume zwischen Diplomatie und Mission (1615–1616)

Silvano Giordano (Vatikanstadt), Spazi di esperienza della diplomazia pontificia nel pontificato di Urbano VIII: il mondo di Propaganda Fide nelle istruzioni di Francesco Ingoli (1623–1648)

Daniela Frigo (Triest), Cultura politica e “sapere diplomatico”: Venezia e i piccoli stati italiani nell’età di Utrecht

Dritte Sektion: Akteure des Kulturtransfers und der Wissensproduktion

Cecilia Mazzetti di Pietralata (Rom/Chieti), I Savelli come mediatori culturali tra Roma e la corte cesarea

Matthias Schnettger (Mainz), Politische Handlungsmöglichkeiten weiblicher Akteure: die Kaiserinnen aus dem Hause Gonzaga

Irene Fosi (Chieti), Fra protezione, circolazione, scambio: il cardinale Virginio Orsini (1615–1676)

Zitation
Tagungsbericht: Wissenskulturen und Erfahrungsräume der Diplomatie in der Frühen Neuzeit, 15.06.2015 – 16.06.2015 Rom, in: H-Soz-Kult, 19.09.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6167>.