Evakuierungen im deutsch-französischen Grenzraum während des Zweiten Weltkrieges. Abschlusskolloquium

Ort
Saarbrücken
Veranstalter
Université Paris-Sorbonne; Universität des Saarlandes; Ruhr-Universität Bochum; Eberhard Karls Universität Tübingen; Stiftung Demokratie Saarland
Datum
17.09.2015 - 19.09.2015
Von
Daniel Hadwiger, Seminar für Zeitgeschichte, Eberhard Karls Universität Tübingen; Eva Kübler, Historisches Institut, Universität des Saarlandes; Luise Stein, Historisches Institut, Ruhr-Universität Bochum

Vom 17. bis 19. September fand in den Räumlichkeiten der Stiftung Demokratie Saarland in Saarbrücken das Abschlusskolloquium des deutsch-französischen Forschungsprojektes "Evakuierungen im deutsch-französischen Grenzraum während des Zweiten Weltkrieges / Les Évacuations dans l'espace frontalier franco-allemand pendant la Seconde Guerre mondiale" statt, das seit 2012 von der Deutschen Forschungsgesellschaft und der Agence nationale de la recherche gefördert wird.[1] Ziel der Konferenz war es, sowohl Ergebnisse der teils abgeschlossenen Forschungsarbeiten zu präsentieren als auch die transnationale Perspektive auf andere Länder zu erweitern und neue Fragestellungen zu entwickeln. Den Projektleitern Olivier Forcade (Paris), Johannes Großmann (Tübingen), Rainer Hudemann (Paris) und Fabian Lemmes (Bochum) ging es insbesondere darum, die Relevanz der Evakuierungen der sogenannten Roten Zonen von 1939/40 als Auftakt des Kriegsgeschehens beiderseits der deutsch-französischen Grenze aus dem regionalgeschichtlichen Kontext herauszuheben und deren Bedeutung für die wissenschaftliche Debatte über Kriegsgesellschaften allgemein zu betonen, zumal sie teilweise als Testlauf für spätere kriegsbedingte Bevölkerungsbewegungen dienten.

In der thematischen Einführung ordnete JOHANNES GROßMANN (Tübingen) die Problematik der Evakuierungen methodisch in der historischen Raumforschung ein. Vor allem das unterschiedliche Verständnis von Staatsgrenzen – in Frankreich als Linie, in Deutschland als verschiebbarer Raum – habe bei den Evakuierungsplänen beider Länder eine zentrale Rolle gespielt. Dieses Verständnis spiegele sich im auf innere Konsolidierung ausgerichteten französischen Modell einer präventiven, langfristig vorbereiteten Evakuierung wider, dem das auf einen expansiven „Volkskrieg“ ausgerichtete Deutsche Reich eine kurzfristige Evakuierungsplanung entgegengesetzt habe. Im Spannungsfeld zwischen „Vidange“ (Leerung) und Kompression habe die räumliche Verschiebung von insgesamt über einer Million Menschen auch neue, strukturelle Probleme mit sich gebracht, beispielsweise auf Grund mangelnden Wohnraums in den Aufnahmegebieten oder sprachlicher Verständigungsschwierigkeiten.

In der ersten Sektion verglich NICHOLAS WILLIAMS (Paris/Saarbrücken) die Vorbereitung und Durchführung der Evakuierungen auf deutscher und französischer Seite. In Frankreich sei durch die intensive Zusammenarbeit zwischen den Präfekten der Evakuierungsgebiete mit denjenigen in den vorher präzise festgelegten Aufnahmegebieten und dem Innenministerium sowie durch die Einrichtung von sogenannten Centres de recueil die Evakuierung geordneter verlaufen als in Deutschland. Hier ließen Kompetenzgerangel und Planungsversäumnisse die heiße Phase der Evakuierung im Chaos versinken. Den Einfluss historisch verankerter Klischeevorstellungen auf die Interpretation von Informationen zeigte SIMON CATROS (Paris) am Beispiel der französischen Generalstäbe. Trotz zuverlässiger Informationskanäle haben die Generalstäbe Deutschland als „einzigartiges Kriegervolk“ wahrgenommen, was ihre ständige Überschätzung der realen militärischen Kapazitäten des Deutschen Reiches gegen Ende der 1930er-Jahre erkläre. Das französische Debakel beim Einmarsch deutscher Truppen im Frühjahr 1940, so Catros während der Diskussion, müsse auch im Kontext jener vorausgehenden Überhöhung des Feindes gesehen werden. Anschließend legte ALEXANDRE ROLLAND (Paris) die Rolle Robert Schumans als Unterstaatssekretär des Service Central des Réfugiés dar. Obwohl dieser die Tätigkeit nur für kurze Zeit ausübte, habe er versucht, mit seinen besonderen Kenntnissen des lothringischen Partikularismus, die Regierung für vorprogrammierte Integrationshürden, wie das Sprachproblem, zu sensibilisieren und drängende Probleme, wie mangelnde Unterkünfte, zu lösen. Als „doppelte Beziehungsgeschichte“ verstand ARMIN NOLZEN (Bochum) die Implikationen der NSDAP in der Evakuierungsplanung und -durchführung auf deutscher Seite. Dabei beschäftigte ihn vor allem die Frage, wie es ihr gelungen sei, wesentliche Kompetenzen an sich zu reißen; unter Rückgriff auf organisationssoziologische Überlegungen verwies er in diesem Zusammenhang auf das Bild einer von sich selbst lernenden Organisation.

Im zweiten Panel zog MATHIEU DUBOIS (Paris) eine Bilanz der für die Evakuierung geleisteten Staatsausgaben in Deutschland und Frankreich. Auch hier wurde deutlich, wie die unterschiedlichen Prämissen in Deutschland und Frankreich die Budgetierung beeinflussten. Ging man in Deutschland von einem Blitzkrieg aus und versuchte das Budget, wenngleich mit begrenztem Erfolg, geringzuhalten, so war die Dritte Republik von vornherein auf längerfristige Kredite eingestellt. Die Zugriffsmöglichkeiten des Staates auf Industrie und Unternehmen in Folge der Räumung untersuchte LUISE STEIN (Bochum). Zwar wurde sowohl in Deutschland als auch in Frankreich eine Genehmigungspflicht für die Wiedereröffnung evakuierter Unternehmen eingeführt. Diese sei jedoch nur in Deutschland als politisches Steuerungsinstrument eingesetzt worden. Es führte im Fall der katholischen Saarbrücker Druckerei und Verlag AG das Ende des Unternehmens herbei, sodass von einer „nachholenden Gleichschaltung“ gesprochen werden könne. Dagegen sei in Frankreich die Wiedereröffnung evakuierter Unternehmen in den Aufnahmegebieten für die Versorgung der Bevölkerung sogar gefördert worden. Ausgehend von der konflikthaften Beziehung zwischen der nach Clermont-Ferrand evakuierten französischen Universität Straßburg und der 1941 von den Deutschen in Straßburg neu gegründeten Reichsuniversität befasste sich RAINER MÖHLER (Saarbrücken) mit dem Gleichschaltungsdruck, mit dem evakuierte französische Institutionen während des gesamten Zeitraums der De-facto-Annexion konfrontiert gewesen seien. Bezeichnend dabei sei das auf deutscher Professorenseite fehlende Schuldbewusstsein, das bis weit in die Nachkriegszeit hingereicht habe. So existierte in der Bundesrepublik bis Anfang der 1970er-Jahre eine Vereinigung ehemaliger, unter NS-Herrschaft berufener Straßburger Professoren, der „Bund der Freunde“.

Den Auftakt zum zweiten Konferenztag bildete der Vortrag von MAUDE WILLIAMS (Paris/Tübingen), in dem sie anhand der überregionalen und regionalen Presse sowie am Beispiel von Gerüchten die Informationsflüsse während der Evakuierungen thematisierte. Dabei kontrastierte sie insbesondere die umfangreiche französische Presseberichterstattung mit dem staatlich verordneten Schweigen deutscher Zeitungen über die Ereignisse im Grenzgebiet. Anschließend befasste sich DANIEL HADWIGER (Tübingen) mit der Rolle der beiden Wohlfahrtsorganisationen, dem französischen Secours National und der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt während der Evakuierungen. Unter Verweis auf die propagandistisch in Szene gesetzten Weihnachtsfeiern der Elsässer/innen, Lothringer/innen und Saarpfälzer/innen im jeweiligen Landesinnern unterstrich er die politischen Implikationen von Fürsorge. Im folgenden Vortrag verglich JASMIN NICKLAS (Saarbrücken) die Evakuierungen von Psychiatrien in Elsass-Lothringen und Südwestdeutschland während des Zweiten Weltkrieges. Sie stellte eine Verbindung zwischen der Evakuierung deutscher Einrichtungen und der „Aktion T 4“, dem staatlich organisierten Massenmord an Psychiatriepatienten, fest; ein antizipierender Vorsatz sei hingegen nicht aus den Quellen ersichtlich. Die anschließende Diskussion kreiste vor allem um die der Propaganda und Fürsorge zugrundeliegenden Prozesse der In- und Exklusion, deren Praktiken der Hierarchisierung und Interdependenzen es nachzuvollziehen gelte.

Im Folgenden stand die Evakuierungsgesellschaft im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion unter Leitung von FABIAN LEMMES (Bochum). Johannes Großmann, FRANK-MATTHIAS HOFMANN (Saarbrücken), JULIA TORRIE (Fredericton) und Maude Williams diskutierten einerseits den Einfluss von Generation, Geschlecht, sozialer Gruppenzugehörigkeit und Konfession auf die Evakuierungserfahrung. Andererseits wurde auch die Frage der Rückwirkungen der Evakuierungen auf das Gesellschaftsgefüge aufgeworfen, beispielsweise bei der Festigung oder Verschiebung bestehender Rollenbilder. Insgesamt ordne sich die Evakuierung in eine „Chronologie der Ausnahmesituation“ ein, die im deutschen Grenzgebiet mit dem Westwallbau begonnen habe, um bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges anzudauern. Die Teilnehmer/innen der Podiumsdiskussion verwiesen außerdem auf die mangelhafte Quellenlage, welche die im Laufe der Diskussion eingeforderte stärkere Quantifizierung der Evakuierungen erschwere.

TOM FEHRMANN (Senftenberg) eröffnete anschließend eine Reihe von drei Beiträgen, die sich fallstudienartig mit einem Evakuierungs- oder Aufnahmegebiet beschäftigten. Er konzentrierte sich auf Thüringen als „Bergungsgau“ der Einwohner/innen des Landkreises St. Ingbert, wohingegen LÉA DUMAS (Paris) und ANDRÉ SAVOYE (Paris) auf die Aufnahmedepartements Tarn und Landes im Süden und Südwesten Frankreichs eingingen. Die drei Referent/innen arbeiteten die zentrale Rolle heraus, die der deutsche und der französische Staat den Evakuierten als Arbeitskräften – sei es für die Rüstungsindustrie oder um der Beschäftigung willen – zuwiesen.

Den Auftakt zum letzten Panel des Tages machte DIANE GRILLÈRE-LACROIX (Paris) mit ihrem Vortrag über die Evakuierungen beiderseits der französisch-italienischen Grenze im Juni 1940. Sie konstatierte einen chaotischen Ablauf auf italienischer Seite, wohingegen die französische Maßnahme weitgehend planmäßig abgelaufen sei. Anschließend gab PAWEL SEKOWSKI (Krakau/Paris) einen Überblick über Evakuierungen in Polen zu Beginn und gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Mit dem Transfer von Gewalt von der Ost- an die Westfront befasste sich NADÈGE MOUGEL (Luxemburg) in ihrem Beitrag über die deutsche Politik der verbrannten Erde an der Westfront im Herbst 1944. Kennzeichen dieser Politik sei die Verbindung von Gewalt und der am Bedarf der Kriegswirtschaft ausgerichteten Verschleppung französischer Arbeitskräfte aus den Vogesen ins Reichsinnere gewesen. Schließlich thematisierte CÉLIA KEREN (Aix-Marseille) die Tätigkeit von internationalen Hilfsorganisationen, die ab Februar 1939 spanische Bürgerkriegsflüchtlinge im Südwesten Frankreichs unterstützten. Nach Ankunft der evakuierten Elsässer/innen und Lothringer/innen im Herbst 1939 erweiterten die Hilfsorganisationen ihr Betätigungsfeld und sicherten damit ihre Existenzberechtigung – ihr Engagement sei somit durchaus als strategische Entscheidung zu sehen.

Während des dritten Konferenztages wurde abschließend die Erinnerung an die Evakuierungen in einem Einführungsvortrag von EVA KÜBLER (Saarbrücken) und in einer Podiumsdiskussion zwischen Erinnerungsakteuren und Historiker/innen thematisiert. Eva Kübler unterschied drei Erscheinungsformen (thematische Auseinandersetzung, ritualisiertes Gedenken, beiläufige Vergegenwärtigung der Ereignisse), die sowohl in Deutschland als auch in Frankreich vorzufinden seien. Kübler zeigte anhand verschiedener Akteure und zahlreicher Beispiele auf, in welchen Bereichen die Evakuierungen in ihrem „Nachleben“ gesellschaftliche Relevanz entfalteten, etwa bei der Liquidation elsässischer Grabstätten in der Dordogne oder bei der Entstehung von Städtepartnerschaften zwischen ehemaligen evakuierten und ehemaligen Aufnahmegemeinden. Im Vergleich sei die Erinnerung in Frankreich lebendiger als in Deutschland, wo sie durch die NS-Zeit wesentlich befangener und negativer geprägt sei.

Die anschließende Podiumsdiskussion unter Moderation von RAINER HUDEMANN (Saarbrücken) zwischen HANS-WALTER HERRMANN (Saarbrücken), FRANÇOIS ROTH (Nancy), Eva Kübler und Nicholas Williams zeigte, wie ähnlich die Evakuierungen in Deutschland und Frankreich von Zeitzeugen nach 1945 erinnert und teilweise zu anderen Ereignissen im Kriegsverlauf in Beziehung gesetzt wurden. So fließe in die Erinnerung an die Evakuierung in Frankreich auch die Auseinandersetzung um das Massaker von Oradour-sur-Glane von Juni 1944 ein, bei der sich Elsässer auf Täter-, evakuierte Lothringer auf Opferseite befanden. In Deutschland werde die Erinnerung von der zweiten Evakuierung an der Westfront 1944/45 überlagert. Die Teilnehmer/innen negierten darüber hinaus größtenteils eine öffentliche Thematisierung der parallelen Evakuierung im jeweiligen Nachbarland im September 1939. So war dies zwar bekannt, blieb jedoch auf das familiäre Gedächtnis beschränkt. In Deutschland habe zudem der Zweite Weltkrieg das Bewusstsein für die Evakuierung generell verdrängt. Nach 1945 sei die Erinnerung an die Evakuierung zunächst verblasst, erst ab den 1970er Jahren sei es zu einer Wiederaufnahme der Kontakte zwischen Evakuierten und Gastgebern und einer zunehmenden Idealisierung der Geschehnisse gekommen. Insgesamt spiele die Evakuierung von 1939/40 nach dem Krieg eine untergeordnete Rolle in der Erinnerung.

In der abschließenden Diskussionsrunde nahmen Fabian Lemmes und Johannes Großmann Bezug auf die eingangs formulierten Ziele zur Erforschung der Evakuierungen von 1939/40 und deren Einbettung in breitere Forschungskontexte. Neben methodischen Fragen wie die der Quantifizierung der evakuierten Bevölkerung, wurden noch einmal die wesentlichen Erkenntnisse der Konferenz hervorgehoben. Erstens bildeten die Evakuierungen von 1939/40 eine wichtige Zäsur zu Beginn des Zweiten Weltkrieges sowie den Auftakt weiterer Maßnahmen staatlich gesteuerter Bevölkerungsbewegungen im Kriegsverlauf. Zweitens erwiesen sich die Evakuierungen als fruchtbarer Forschungsgegenstand in Fragen des Systemvergleichs. Sowohl Gemeinsamkeiten, wie zeitweise chaotische Zustände während der Evakuierung, als auch Unterschiede, beispielsweise bei den staatlichen Kommunikationspraktiken, gewannen durch den Vergleich eine klarere Kontur. Die Erforschung der Evakuierungen im Vergleich verdeutlicht zudem die Spezifika des NS-Staates und wirft durch die Gegenüberstellung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches und der Dritten Republik ein neues Licht auf die Frage der Effizienz autoritärer und demokratischer Regime. Besonders interessant waren daher Beiträge mit einer vergleichenden Perspektive, welche die Planungen, die Finanzierung, die Evakuierung von Unternehmen oder Psychiatrien, die Propaganda, die Sozialpolitik und die Erinnerungskulturen beiderseits der Grenze in Beziehung zueinander setzten. Drittens zeigten die Beiträge zu Italien und Polen, wie gewinnbringend eine chronologische und räumliche Öffnung des Themas Evakuierungen hinsichtlich der Funktionsweisen von Kriegsgesellschaften im Allgemeinen ist.

Die Abschlusskonferenz des Projekts zu den Evakuierungen im deutsch-französischen Grenzraum 1939/40 zeigte nicht nur das Potential vergleichender Studien des gleichen Phänomens in zwei unterschiedlichen Staaten auf. Sie ist gleichzeitig auch als Anregung an die historische Forschung zu verstehen, sich verstärkt mit bisher weniger beachteten Aspekten von Kriegsgesellschaften in transnationaler Perspektive auseinanderzusetzen und sich dabei, soweit möglich, von einem rein bi-nationalen Vergleich zu lösen und weitere Länder und Parameter einzubeziehen. In dieser Perspektive ist auch ein in Frankreich erscheinender Sammelband mit den Konferenzbeiträgen geplant.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Vorstellung des EDEFFA-Projekts
Olivier Forcade (Paris), Johannes Großmann (Tübingen), Rainer Hudemann (Paris) und Fabian Lemmes (Bochum)

Thematische Einführung: Johannes Großmann (Tübingen), „Grenzlandschicksal“? Die Evakuierung des deutsch-französischen Grenzgebiets 1939/40 als Thema einer transnationalen Raumgeschichte

Sektion I: Planung und Organisation zwischen militärischen und ideologischen Zwängen

Nicholas Williams (Paris/Saarbrücken), Planungen in der Zwischenkriegszeit und die Umsetzung der Evakuierungen in Deutschland und Frankreich im Vergleich

Simon Catros (Paris), L’Allemagne vue par les états-majors généraux français, 1936–1940

Alexandre Rolland (Paris), Robert Schuman et le Service Central des Réfugiés

Armin Nolzen (Bochum), Die NSDAP und die „Freimachungen“ an der westlichen Reichsgrenze

Sektion II: Mobilisierung und Sicherung von Ressourcen

Mathieu Dubois (Paris), Die öffentliche Finanzierung der Evakuierungen in Frankreich und Deutschland

Luise Stein (Bochum), Deutsche und französische Unternehmen und die Evakuierungen 1939/40

Rainer Möhler (Saarbrücken), „Keine Kollegen“. Das Verhalten der Reichsuniversität Straßburg gegenüber der Université de Strasbourg repliée à Clermont-Ferrand

Sektion III: Propaganda und Sozialpolitik zwischen In- und Exklusion

Maude Williams (Paris/Tübingen), Krieg der Wörter und Bilder: Staatliche Propaganda und Gerüchte während der Evakuierungen der Grenzregion

Daniel Hadwiger (Tübingen), Fürsorgendes Vaterland? Die Rolle der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt und des Secours National während der Evakuierung (1939-1941)

Jasmin Nicklas (Saarbrücken), Die Evakuierung der Psychatrien in Elsass-Lothringen und Südwest-Deutschland während des Zweiten Weltkrieges

Podiumsdiskussion I: Die Evakuierungsgesellschaft: Familienleben, Geschlecht, Generation, soziale Klasse, Milieus und Konfessionen
Moderation: Fabian Lemmes (Bochum)

Diskutanten: Johannes Großmann (Tübingen), Frank-Matthias Hofmann (Saarbrücken), Julia Torrie (Fredericton, Canada), Maude Williams (Paris/Tübingen)

Sektion IV. Gemeinschaften, Netzwerke und Konflikte

Tom Fehrmann (Senftenberg), Die Evakuierten des Landkreises St. Ingbert im Thüringer Bergungsgebiet

Léa Dumas (Paris), Die Evakuierten aus dem Departement Jura und die Ausgewiesenen aus Elsass-Lothringen im Departement Tarn (1939-1941)

André Savoye (Paris), Die Evakuierten im Departement Landes

Sektion V: Der vergleichende Blick

Diane Grillère-Lacroix (Paris), Eléments d’analyse comparée de l’évacuation à la frontière franco-italienne en 1940

Paweł Sękowski (Krakau/Paris), Forschungsperspektiven zu den Evakuierungen an der deutsch-polnischen Grenze während des Zweiten Weltkrieges

Nadège Mougel (Luxemburg), Die Politik der Verbrannten Erde an der französischen Ostfront am Beispiel der Evakuierungen im Herbst 1944

Célia Keren (Aix-Marseille), Von den spanischen Kindern zu den Evakuierten aus Elsass-Lothringen. Neuorientierung und humanitäre Konkurrenz in Frankreich 1939

Podiumsdiskussion II: Die Evakuierungen im Narrativ der Zeitzeugen
Moderation: Rainer Hudemann (Paris)

Einführung: Eva Kübler (Saarbrücken), Die Evakuierungen von 1939/40 zwischen Erinnern und Vergessen

Diskutanten: Hans-Walter Herrmann (Saarbrücken), Eva Kübler (Saarbrücken), François Roth (Nancy), Nicholas Williams (Paris/Saarbrücken)

Fazit und Schlussdiskussion
Moderation: Johannes Großmann (Tübingen) / Fabian Lemmes (Bochum)

Anmerkung:
[1] Olivier Forcade, Johannes Großmann, Rainer Hudemann, Fabian Lemmes, Nicholas Williams (Hg.): Evakuierungen im Europa der Weltkriege. Les évacuations dans l’Europe des guerres mondiales. Evacuations in World War Europe, Berlin 2014.

Zitation
Tagungsbericht: Evakuierungen im deutsch-französischen Grenzraum während des Zweiten Weltkrieges. Abschlusskolloquium, 17.09.2015 – 19.09.2015 Saarbrücken, in: H-Soz-Kult, 03.11.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6230>.
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Veröffentlicht am
03.11.2015
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