Archäologie und Gedächtnis. NS-Lagerstandorte Erforschen – Bewahren – Vermitteln

Ort
Brandenburg an der Havel
Veranstalter
Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM)
Datum
17.09.2015 - 19.09.2015
Von
Josefine Puppe, Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover

Die Reste des nationalsozialistischen Lager-Systems sind omnipräsent. Besonders lokale bürgerschaftliche Initiativen verspüren den Wunsch nach anschaulicher Vergegenwärtigung. Die Vielzahl der Standorte und die Masse des Fundmaterials stellen die archäologische Forschung und die Bodendenkmalpflege vor große Herausforderungen. Sollen alle Lagerreste ausgegraben werden? Was passiert mit bereits ausgegrabenen Befunden, zum Beispiel offenliegenden Fundamenten? Wie ist mit den Fundmassen umzugehen? Können allgemeingültige Standards zum Umgang mit zeithistorischen archäologischen Denkmalen erarbeitet werden? Diese und weitere Fragen sind auf einer dreitägigen Konferenz zur Archäologie von NS-Lagerstandorten, die vom 17. bis 19. September 2015 im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel stattfand, diskutiert worden. Organisatoren der interdisziplinären Konferenz waren das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM), die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, die Berliner Stiftung Topographie des Terrors, das Berliner Büro für Zeitgeschichte & Denkmalpflege Schulz und Drieschner GbR sowie das Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie der Universität Wien.

Mehrfach war in den 19 Vorträgen zu hören, dass eine Tagung zu diesem bisher als unbequem angesehenen Thema noch vor zehn oder 15 Jahren als undenkbar galt. Die Resonanz von mehr als 100 Gästen aus sieben Nationen bewies, dass die Zeit nun offenbar reif war. Der Direktors des BLDAM, Franz Schopper, betonte in seinem Grußwort, dass der in der Praxis als „Lagerarchäologie“ bezeichnete Forschungs- und Arbeitsbereich eine Besonderheit aufweise: Er stelle die Schnittstelle von Archäologie, Baudenkmalpflege und Gedenkstätten mit ihren jeweiligen Blickpunkten dar. Dies spiegelt sich auch in der Konzeption der Tagung wider, die erstmals Referent_innen aus allen drei Disziplinen vereint.

Der Staatssekretär des brandenburgischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Martin Gorholt, mahnte angesichts der aktuellen Situation von rechten Übergriffen auf Asylbewerberunterkünfte in seinen Begrüßungsworten, die Erinnerungskultur wachzuhalten und weiterzuentwickeln. Dem folgte auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel Dietlind Tiemann, die für die verstärkte Zusammenarbeit mit Schüler_innen plädierte.

CLAUDIA THEUNE-VOGT (Wien) gab im ersten Einführungsvortrag den Forschungsstand zur Entwicklung zeitgeschichtlicher Archäologie in ehemaligen Konzentrationslagern wieder und benannte Gründe für die zunehmende Beschäftigung mit dieser Thematik ab den späten 1990er-Jahren. Die archäologische Erfassung der über 40.000 NS-zeitlichen Lager mittels geophysikalischer Methoden hielt sie für eine immens große Aufgabe der Denkmalpflege. Für die Gedenkstätten wünschte sie sich, dass die materielle Kultur dort viel stärker in die Ausstellungskonzepte eingebunden werde.

GÜNTER MORSCH (Oranienburg) untersuchte in der zweiten Einführung anhand von Beispielen zunächst die Erträge der Archäologie für die Gedenkstätten. Seiner Ansicht nach liegen diese in der Untersuchung der Baugeschichte, der Forschung zur allgemeinen Geschichte von NS-Zwangslagern, im Bereich Sammlung und Ausstellung, in der pädagogischen Vermittlung und nicht zuletzt in der Neugestaltung von Gedenkstätten. Trotz des großen Potentials ergeben sich laut Morsch, beispielsweise hinsichtlich der Zuständigkeit für ergrabene Funde, Konfliktfelder, die jedoch häufig kommunikativer und nicht fachlicher Art sein dürften.

BARBARA HAUSMAIR (Konstanz) sprach im Panel A „Warum ausgraben? […]“ über den „‘Mehrwert‘ vielschichtiger Quellenanalysen“. Zunächst stellte sie die allgemein gültige Hierarchisierung von Quellen in Frage, die Schrift- vor Objektquellen priorisiere. Hausmair bestätigte die Aussagekraft von archäologischen Objekten und den beträchtlichen Erkenntnisgewinn, der aus ihnen über den Lageralltag, Lebensrealitäten in den Lagern, über soziale Formationsprozesse und Praktiken gezogen werden könne.

AXEL DRIESCHNER (Berlin) wies in seinem sehr logisch aufgebauten „Versuch einer Systematik“ bauarchäologischen Befunden für die zeithistorische Forschung fünf Funktionen zu. Dazu zählte er unter anderem die Orientierungsfunktion, da über die genuin mit dem Raum verbundenen Quellen weitere, wie zum Beispiel Fotografien verortet werden könnten. RONALD HIRTE (Gedenkstätte Buchenwald) stellte „Dinge von Belang. Fundstücke als Zugang zum Lageralltag“ ins Zentrum seines Vortrags. Er sah in ihnen verschiedene Potentiale, wie Vergegenwärtigung und Sichtbarmachung, aber auch Sperrigkeit und Widerständigkeit, weswegen er die Objekte in der pädagogischen Vermittlung für unverzichtbar hielt.

Die sich anschließenden Debatte kreiste um die Aussagekraft der Dinge. Thomas Kersting vertrat die Meinung, dass die Dinge nicht zu uns sprächen und dass stets weitere Quellenauswertungen nötig seien, um ihr Wesen zu verstehen. Genauso notwendig sei es, über mögliche Bedeutungen der Dinge zu spekulieren und sie zu interpretieren. Hausmair bestätigte diese Auffassung und rief insbesondere die Archäolog_innen dazu auf, den Mut zur Narration zu haben. Schopper warnte vor der Gefahr des Zirkelschlusses, wenn zunächst Schriftquellen ausgewertet werden, um diese daraufhin durch materielle Objekte zu bestätigen. Auf die Frage, warum nicht noch mehr ausgegraben werde, wenn die Dinge im Boden zu zerfallen drohen, antwortete Henning Haßmann: „Wir müssten uns im Sinne des Denkmalschutzgesetzes sowie in Anbetracht der personellen und finanziellen Situation auf unbedingt notwendige Aufgaben konzentrieren.“

Als erster Referent des Panel B „Wann und wie ausgraben? Zwischen Erhaltungs- und Erforschungsauftrag“ sprach THOMAS KERSTING (Brandenburg) vom BLDAM. Anhand ausgewählter Beispiele demonstrierte er die Sensibilität, mit der die Landesarchäologie zum einen der Varietät der Objekte gegenübertreten müsse und die zum anderen im Umgang mit Akteuren wie Anwohner_innen, Bauherr_innen sowie politischen Vertreter_innen angebracht sei. Anfang der 2000er-Jahre habe die Landesarchäologie noch gegen örtliche Widerstände gekämpft. Es folgten Projekte, die in Kooperation mit weiteren Akteuren wie Bürgerinitiativen oder Forschungseinrichtungen zu sehr zufriedenstellenden Ergebnissen führten. Lokale Initiativen, die im Verlauf ihrer Arbeit das Fachamt einschalten, seien in Brandenburg zu einem Erfolgsmodell geworden.

DARIUSZ PAWLOS (Warschau) kam in seinem Vortrag über die Geschichte des deutschen Vernichtungslagers Sobibor im Kontext der archäologischen Forschungen seit 2001 zu einem ähnlichen Ergebnis wie Kersting. Auch in Polen ist die Akzeptanz der Bevölkerung dem Lager gegenüber mithilfe der archäologischen Erforschung gestiegen.

Theune-Vogt brachte das Gespräch in der folgenden Diskussion auf die Frage der Pflege von Gedenkpfaden, Hinweistafeln etc., die auf Initiative von Bürgern errichtet worden seien. Kersting erwiderte, dass sich beispielsweise der sehr robust angelegte Gedenkpfad in Mahlow in einem sehr guten Zustand befinde. Um Folgekosten zu vermeiden, sollten keine invasiven Methoden angewendet werden, durch die zum Beispiel Fundamente offen lägen. Als Lösungsweg dem Druck zur Offenlegung von Bauresten im Sinne der Anschaulichkeit zu begegnen, schlug Ehresmann vor, geplant kleine Partien zu öffnen, deren Verlust verkraftbar sei, und diese dem bewussten Verfall preiszugeben. Martin Vollmer-König resümierte in Anspielung auf den Paneltitel, dass keine Diskrepanz bestehe zwischen Erhalten und Erforschen. Beides funktioniere gut miteinander.

Im dritten Panel „Wie umfassend sind Bodendenkmale zu erhalten und was umfassen sie?“ brachte ANNE-KATHRIN MÜLLER (BLDAM) Vorschläge zur Vorgehensweise bei der Auswahl des archäologischen Fundmaterials. Sie vertrat die Ansicht, dass Gegenstände aus Massenproduktionen, die in ebensolchen Fundmassen aus zeitgeschichtlichen Grabungen geborgen werden, nicht in ihrer Gesamtheit erhalten werden müssten. Vorschläge für die dafür nötige Vorgehensweise einer Auswahl entwickelte sie logisch und anschaulich. Die Diskussion ergab, dass noch kein common sense zum Umgang mit Objekten der Massenkultur bestünde. Einigkeit herrschte insoweit, dass wenn auf Ausgrabungen die Entscheidung zur Entsorgung getroffen werde, der „Müll“ sorgfältig dokumentiert werden müsse.

AMÉLIE ZU EULENBURG (Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück) beschäftigte sich mit „Friedhöfe[n] an Orten von Gewaltverbrechen […]“. Sie stellte fest, dass im wechselvollen Umgang mit den Gräbern nach 1945 häufig verwaltungstechnische oder ästhetische Aspekte statt des individuellen Totengedenkens im Vordergrund gestanden hätten.

Thema des Panels D war am zweiten Tagungstag die Visualisierung und Erhaltung von Resten der Lager. ANDREA KALTOFEN (Landkreis Emsland und Stiftung Gedenkstätte Esterwegen) und JOHANNES IBEL (Gedenkstätte Flossenbürg) stellten in ihren Vorträgen vor, wie sich die Gestaltungskonzeption der Gedenkstätten an den archäologischen Relikten orientiert. Die Künstlerin und Bauhistorikern Anke Binnewerg (Dresden) sprach über das Grundverständnis von Quellen und den daraus resultierenden Umgang. Man müsse sich im Erschließungsprozess immer bewusst machen, dass jegliche Erkenntnisse abhängig von der eigenen Perspektive und den eigenen Fragestellungen gewonnen werden. Das gelte insbesondere für die Präsentation von Forschungsergebnissen, die durch die Visualisierung häufig quasi in Stein gemeißelt scheinen. Um dieser Verfälschung entgegenzuwirken, forderte Binnewerg Denkprozesse, Fragestellungen und Lösungswege mit darzustellen. Interpretationen sollten als solche gekennzeichnet werden.

„Eine Teetasse erzählt“ lautete die eindrückliche Antwort auf die Frage von Panel E „Wie archäologische Funde und Befunde vermitteln“, die SIMONE LOISTL (Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim) vorgestellt hatte. Sie lässt Schüler_innen das Leben der Fundstücke rekonstruieren, die über den Zugang zu den Dingen den Zugang zu den Menschen finden, die die Dinge früher benutzten. ANDREAS EHRESMANN (Gedenkstätte Lager Sandbostel) kämpft mit den Folgen von mehreren Ausgrabungskampagnen. Mit Ausnahme von 100 subjektiv ausgewählten Dingen aus insgesamt 1.600 Fundstücken seien heute nahezu alle vollständig zerstört, da im Anschluss an die Grabungen weder für fachgerechte Lagerung noch für eventuell nötige Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen gesorgt worden sei. Die Gedenkstätte präsentiere einige Objekte unter anderem in einer Bodenvitrine. Die Erfahrung zeige, dass Besucher_innen die intendierte Aussage, dass die Massenware pars pro toto die Massenschicksale symbolisiere, verstünden.

DANIEL GAEDE (Gedenkstätte Buchenwald) verdeutlichte den Tagungsteilnehmer_innen in seinem von persönlichen Eindrücken geprägten Vortrag sehr anschaulich, dass die tatsächlich geschehenen Ereignisse in NS-Lagern heute nicht mehr sichtbar gemacht werden können. Besucher hätten oft falsche Erwartungshaltungen, erkennbar an der Frage, wo denn jetzt das KZ sei. Gaedes Antwort lautet: „Dafür kommen Sie 70 Jahre zu spät.“. Ehresmann fügte in der folgenden Diskussion hinzu, dass es Ziel jeder pädagogischen Vermittlung sein sollte, die Besucher_innen zum Reflektieren anzuregen.

Im letzten Vortragspanel „Wie vermitteln zwischen gesellschaftlichen Interessen und verfügbaren Ressourcen?“ zeigte JULIANE HUMMEL (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Celle (SnG)) anhand von Bergen-Belsen die im Paneltitel benannte Diskrepanz auf, in der sich Gedenkstätten teilweise befinden: Gerade an einem Ort wie diesem, wo nur noch fünf bis zehn Prozent der Bausubstanz von vor 1945 erhalten sei, galt die Archäologie lange als besonders geeigneter Transmitter der Vermittlung. In den 1990er-Jahren seien mittels Workcamps Ausgrabungen durchgeführt worden, ohne sich Konzepte zur Erhaltung der Befunde zu überlegen. Trotz Stopps der Ausgrabungen unter Protest der Jugendorganisationen bestünden die Probleme der mangelnden Konservierung, der dafür nötigen Finanzierung sowie des fehlenden wissenschaftlichen Personals für die Betreuung des Außengeländes noch heute.

JENS NAGEL (Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain) stellte das Spannungsfeld Denkmalschutz versus Naturschutz vor, in dem sich das ehemalige Kriegsgefangenlager Zeithain befinde. Ein kategorisches Betretungsverbot schütze zwar Natur und Objektsubstanz, verhindere aber die angemessene Aufarbeitung und wirke dem Wunsch der Bürger_innen entgegen, sich mit dem Ort auseinanderzusetzen. HENNING HASSMANN (Hannover) vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege (NLD) zeigte anhand zahlreicher Beispiele der niedersächsischen Landesarchäologie die „Grenzen des Machbaren“ auf, die die große Anzahl der Lagerreste mit sich brächten.

Zur Frage des künftigen Umgangs mit historischen Orten bestritten JENS-CHRISTIAN WAGNER (SnG), FRANZ SCHOPPER (BLDAM) und Henning Hassmann (NLD) die Abschlussdiskussion, deren Hauptaussagen gleichsam als Fazit der Tagung dienen. Wagner betrachtete die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Stärkung der Archäologie in Gedenkstätten als wegweisend. Er nahm insbesondere den Appell von Binnewerg auf, Quellen kritisch zu hinterfragen und diesen Reflexionsprozess auch für die Besucher_innen von Gedenkstätten offenzulegen. Eine ergebnisoffene Herangehensweise hält auch Haßmann für absolut erforderlich. Weiterhin wiederholte Wagner Hausmairs Aufruf „Mut zur Narratio“. Die Deutungen müssten allerdings stets offen gelassen werden. In Anbetracht der Massen von Fundorten und Objekten schlug er vor, exemplarisch vorzugehen und die Orte bzw. Dinge zu priorisieren, die singuläre Aspekte verdeutlichen. Denkmalpflegerisch ist er davon überzeugt, „unbedingt“ sämtliche Zeitschichten eines Ortes zu zeigen, wie beispielsweise in der Gedenkstätte Lager Sandbostel. Haßmann sah es als zukünftige Aufgabe an, sämtliche Lageranlagen „in niedriger Auflösung“ zu inventarisieren, um in der Bauleitplanung entsprechend auf vorhandene Strukturen reagieren zu können. Er forderte dazu auf, vor Beginn von Ausgrabungen Konzepte über den späteren Umgang mit eventuellen Fundmassen zu erarbeiten. Zudem sollte ein dauerhafter Etat bereitstehen, um die Fundobjekte konservieren zu können. Auch in Gedenkstätten hält er geschultes Personal für notwendig, welches bauliche Relikte vermittelt. Wagner ergänzte diese Ansicht mit dem Hinweis, dass zunächst die für die Vermittlung nötigen Konzepte erstellt werden müssten. Schopper wies darauf hin, dass die zeitgeschichtlichen Ausgrabungen von Zwangslagern fachkundig begleitet werden müssten, jedoch nur sehr wenige Archäolog_innen, besonders in den Landesämtern, darauf spezialisiert seien. Die weiteren Diskussionsbeiträge kreisten um die bisher verbesserungswürdige Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen sowie den Institutionen, die sich stärker vernetzen sollten, um Synergien zu schaffen.

Die Tagung wurde durch zwei Exkursionen ergänzt. Eine Bus-Exkursion führte zum ehemaligen KZ-Außenlager Falkensee bei Berlin-Spandau, wo BERT KRÜGER (Museum und Galerie Falkensee) sowie BARBARA SCHULZ (Berlin) vom Büro für Zeitgeschichte & Denkmalpflege die Gruppe über das Gelände begleiteten und die obertägig sichtbaren archäologischen Befunde erläuterten. Außerdem besuchten die Tagungsteilnehmer_innen die Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel. Dort stellte ANJA CASTENS (Brandenburg an der Havel) die baulichen Relikte vor.

Konferenzübersicht:

Grußworte

Franz Schopper (BLDAM)
Martin Gorholt (Staatssekretär des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg)
Dietlind Tiemann (Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel)

Einführungsvorträge

Claudia Theune-Vogt (Institut für Urgeschichte und Historische Archäologie, Universität Wien)

Günter Morsch (Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Oranienburg)

Panel A „Warum ausgraben? Potentiale zeitgeschichtlicher Archäologie“

Barbara Hausmair (Marie-Curie Post-Doc Fellow/Zukunftskolleg, Universität Konstanz), „Zum ‘Mehrwert‘ vielschichtiger Quellenanalysen am Beispiel des KZ Mauthausen“

Axel Drieschner (Büro für Zeitgeschichte & Denkmalpflege, Berlin) „Zeithistorische (bau)archäologische Befunde als Quellen. Versuch einer Systematik“

Ronald Hirte (Gedenkstätte Buchenwald) „Dinge von Belang. Fundstücke als Zugang zum Lageralltag“

Panel B „Wann und wie ausgraben? Zwischen Erhaltungs- und Erforschungsauftrag“

Thomas Kersting (BLDAM) „NS-Lagerstandtorte als Bodendenkmale? Neue Aufgaben – neue Chancen der Landesarchäologie“

Johannes Weishaupt (WHP Archäologiebüro, Löwenberg/Mark) „Archäologie in KZ-Gedenkstätten. Anlässe und Ergebnisse“

Dariusz Pawlos (Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung, Warschau) „Sobibor – Geschichte des deutschen Vernichtungslagers im Kontext der archäologischen Ergebnisse 2001 bis 2014“

Panel C „Wie umfassend sind Bodendenkmale zu erhalten und was umfassen sie?“

Anne-Kathrin Müller (BLDAM) „Die Qual der Wahl? Fundmaterial zeitgeschichtlicher Grabungen“

Amélie zu Eulenburg (Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück) „Friedhöfe an Orten von Gewaltverbrechen. Geschichte, Funktionen und Deutungen“

Panel D „Wie Spuren und Reste von Lagern sichtbar machen und erhalten?“

Andrea Kaltofen (Landkreis Emsland und Stiftung Gedenkstätte Esterwegen) „Lagerreste zeigen. Die Gedenkstätte Esterwegen“

Johannes Ibel (Gedenkstätte Flossenbürg) „Einbeziehung archäologischer Relikte in die Gedenkstättenpräsentation“

Anke Binnewerg (Künstlerin, Bauhistorikern, Dresden) „Quellen machen? Erschließung und Präsentation baulicher Zeugnisse“

Panel E „Wie archäologische Funde und Befunde vermitteln?“

Simone Loistl (Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim) „Museale Präsentationen und museumspädagogische Vermittlung. Die Rolle archäologischer Fundstücke an Gedenkstätten“

Andreas Ehresmann (Gedenkstätte Lager Sandbostel) „Archäologie in der pädagogischen und musealen Vermittlungsarbeit am Beispiel der Gedenkstätte Lager Sandbostel“

Daniel Gaede (Gedenkstätte Buchenwald) „Die Visualisierung des Unsichtbaren. Darstellungsformen verdeckter Lagerstrukturen“

Exkursion zum ehemaligen KZ-Außenlager Falkensee bei Berlin-Spandau, Führungen durch Bert Krüger (Museum und Galerie Falkensee) und Barbara Schulz (Büro für Zeitgeschichte & Denkmalpflege, Berlin)

Exkursion zu den baulichen Relikten in der Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde in Brandenburg an der Havel durch Anja Castens (Baudenkmalpflege, Brandenburg an der Havel)

Panel F „Wie vermitteln zwischen gesellschaftlichen Interessen und verfügbaren Ressourcen?“

Juliane Hummel (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Celle) „Aspekte und Perspektiven im Umgang mit den archäologischen Relikten der Gedenkstätte Bergen-Belsen“

Jens Nagel (Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain) „Geschichtslandschaft Kriegsgefangenenlager Zeithain – Erinnerungsort an die Verbrechen der Wehrmacht versus Naturschutz?“

Henning Haßmann (Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, Hannover) „‘Die Grenzen des Machbaren‘ – Das ‚Problem‘ der großen Zahl von Lagerresten“

Statements und Schlussdiskussion

Jens-Christian Wagner (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Celle), Franz Schopper und Henning Haßmann

Zitation
Tagungsbericht: Archäologie und Gedächtnis. NS-Lagerstandorte Erforschen – Bewahren – Vermitteln, 17.09.2015 – 19.09.2015 Brandenburg an der Havel, in: H-Soz-Kult, 14.01.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6322>.
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Veröffentlicht am
14.01.2016
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