Representing the Habsburg-Lorraine. Dynasty in Music, Visual Media and Architecture, c. 1618-1918

Ort
Wien
Veranstalter
Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaften, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Datum
08.06.2015 - 10.06.2015
Von
Marina Beck, Kunstgeschichte, Universität Trier

Die Tagung setzte sich zum Ziel, die Repräsentation der Habsburg-Lothringer in den unterschiedlichen musikalischen und visuellen Medien zu untersuchen. Dieser konsequent umgesetzte interdisziplinäre Ansatz ermöglichte eine neue Sichtweise auf die Inszenierungsstrategien der Dynastie, deren Entwicklung über die Jahrhunderte nachzuzeichnen versucht wurde.

Die erste Sektion widmete sich dem sogenannten habsburgischen Tugendkodex/kanon und fragte nach der Umsetzung und Entwicklung der einzelnen Themen, Topoi und Narrative in den verschiedenen Medien und welche Rolle sie in den Inszenierungsstrategien der Herrschaftsrepräsentation spielten.

Die Entwicklung der unterschiedlichen Topoi wurde in zwei sehr vielfältigen musikhistorischen Beiträgen untersucht. ADRIANA DEO FEO (Salzburg) stellte in ihrer Analyse der Huldigungsopern (1678-1764) das wichtige Thema der Begründung eines neuen Reiches oder Geschlechts und dessen Herkunft, für deren Umsetzung auf antike Vorbilder (Aeneas, Ascanio, Hercules) zurückgegriffen wurde, vor. Sie betonte hierbei, dass trotz der Kontinuität in der Umsetzung der Themen, diese jedoch nicht bei allen Herrschern funktionieren. IRENA VESELÁ (Brünn) erläuterte am Beispiel Karls VI., der sein Erbe an Spanien verloren und keinen Thronfolger hatte, inwiefern der habsburgische Tugendkanon um Motive, die das zeitpolitische Geschehen widerspiegelten, ergänzt und aktualisiert wurde. Diese finden sich in den Huldigungsopern aus dem Jahr 1723 (Anlässe: Krönung Karls VI. zum böhmischen König; Geburts- und Namenstage des Herrscherpaares) umgesetzt, in welchen unter anderem die pragmatische Sanktion (Sicherung der weiblichen Erbfolge) und die Schwangerschaft der Kaiserin thematisiert wurden.

Ein Beispiel für die Herrschaftsrepräsentation, die bewusst vom Herrscherhaus gesteuert worden war, stellte ANDREA LINDMAYER-BRANDL (Salzburg) in ihrer äußerst pointierten Untersuchung der Entwicklung des Liedes ›Gott erhalte, Gott beschütze / unsern Kaiser, unser Land‹ vor. Das Volkslied, das zunächst am Geburts-, dann auch am Namenstag Kaiser Franz II./I. gespielt und damit auf ihn personalisiert worden war, erfuhr im Laufe der Jahrhunderte eine beständige (textliche) Anpassung an die wechselnden Herrscher und avancierte hierdurch zur Kaiserhymne, die bis heute als Symbol für den österreichischen Kaiser und die habsburgisch-lothringische Dynastie (Beerdigung Otto Habsburg) funktionierte. Im Gegensatz zu dieser bewusst vom Hof gesteuerten Inszenierung eines Liedes zum Symbol der Dynastie, erläuterte FRIEDRICH POLLEROSS (Wien) in seinem Beitrag, wie die Repräsentation des ›Kaiserstils‹ über die Reproduktion in zeitgenössischen Massenmedien von statten ging, deren Erstellung und Verbreitung durch die sogenannte ›Reichspublizistik‹ und nicht vom Hof selbst initiiert worden war. Bis 1715 erfolgte die Publikation zahlreicher kaiserlicher Bauprojekte (Wiener Pestsäule, Schönbrunn, Peterskirche, Josephssäule, Karlskirche, Hofbibliothek, Vermählungsbrunnen, Hofburg) vornehmlich in den deutschen Reichsstädten und wurde erst später selbst durch den Wiener Hof bzw. dessen Umfeld als Inszenierungsmedium genutzt. Der Beitrag stellte eine kompakte Zusammenfassung der bereits vom Referenten selbst, sowie von Schumann, Pons, Goloubeva und Matsche publizierten Ergebnisse zu diesem Thema vor.[1]

In den beiden letzten Beiträgen stand das Medium Porträt im Vordergrund. In ALLISON GOUDIE´s (London) interessantem Vortrag wurde das Porträt als Mittel der herrschaftlichen Legitimation während der Französischen Revolution untersucht, als die Dynastie grundlegend hinterfragt wurde. Der Fokus lag auf den Wachsporträts, Scherenschnitten und Graphiken von Franz II./I. und seiner Frau aus den Jahren 1793/94. OLIVIA GRUBER FLOREK (Delaware) stellte die spannende Umsetzung des Themas Porträt in der Fotografie als neues Medium der Herrschaftsinszenierung vor. Sinnfällig wurde aufgezeigt, wie zur Kaschierung der häufigen Abwesenheit der Kaiserin Elisabeth auf die Fotomontage zurückgegriffen wurde, um diesem neuen Anspruch in der Präsentation der herrschaftlichen Familie gerecht zu werden. Die Sektion schloss mit dem Abendvortrag von MICHAEL YONAN (Columbia), der die Problematik der Herrschaftsinszenierung im Spannungsfeld des Forschungsansatzes der Material Culture Studies erläuterte.

In der zweiten Sektion wurde die Wechselbeziehung zwischen der regierenden Dynastie und den unterschiedlichen Nationen, die in dem habsburgischen Vielvölkerstaat vereinigt worden waren, untersucht. Hierbei stand die Frage im Vordergrund, inwieweit die dynastische Repräsentation möglicherweise durch eine staatliche bzw. nationale Repräsentation ersetzt oder erweitert wurde. Der Fokus der Beiträge lag entsprechend auf Bosnien und Herzegovina, Ljubljana, Siebenbürgen und Ungarn; die untersuchten Medien umfassten Denkmäler, Gemälde, Architektur und Theaterstücke.

Die beiden Beiträge von Baotić-Rustanbegović und Gerő können hinsichtlich der Fragestellung der Sektion einander antithetisch gegenübergestellt werden. Während ANDREA BAOTIĆ-RUSTANBEGOVIĆ (Sarajevo) in ihrem Beitrag sehr schön erläuterte, wie die k. u. k. Monarchie den öffentlichen Raum in Bosnien und Herzegovina zwischen 1878 und 1918 mit zunächst abstrakten Monumenten (Obelisken) und seit der Annexion 1908 mit figürlichen Denkmälern (Porträtbüsten) besetzten, zeigte ANDRÁS GERŐ (Budapest) wie die Person Franz Josephs in der Wahrnehmung einen Bedeutungswandel bei den Ungarn erlebte. Standen die Madjaren dem Kaiser zunächst negativ gegenüber, änderte sich dies mit der zunehmenden Bedrohung einer möglichen russischen Übernahme während des Ersten Weltkrieges, durch die Franz Joseph schließlich zum ›ungarischen Helden‹ avancierte, was sich in den vorgestellten Theaterstücken widerspiegelte.

TIMO HAGENS (Florenz) spannender Beitrag reflektierte sowohl die dynastische als auch die nationale Repräsentation in seiner Untersuchung der Militärbauten in Siebenbürgen. Er arbeitete heraus, dass der Neobarock-Stil am Wohnhaus des Kommandanten zeitgenössisch mit dem Kaiser assoziiert wurde, während der Neorenaissance-Stil der Kaserne mit Deutschland und dem Protestantismus in Verbindung gebracht wurde, dem sich Siebenbürgen näher fühlte. Die Wahl des Stils eines Gebäudes ist hier als eindeutiges Statement der nationalen Identität zu werten. Deutlich wurden die Schwierigkeiten bei der Einordnung eines Gebäudes und seiner repräsentativen Funktion wenn unterschiedliche Auftraggeber und Intentionen eine Rolle spielten.

NATAŠA IVANOVIĆ (Ljubljana) stellte zwei Gemälde vor, die 1898 als Pendants im Rathaus von Ljubljana aufgehängt worden waren (Josip Germ: Der Besuch von Kaiser Franz Joseph I., Ivana Kobilca: Slovenia Bows to Ljubljana) in denen die habsburgische Dynastie und die slowenische Nation präsentiert und einander gegenübergestellt werden. Leider wurde in der Analyse der Bilder die Intention, die mit dieser Ausstattung verfolgt wurde, nicht deutlich. Die Frage, ob hier den Habsburgern oder der Nation ein sinnfälliges Denkmal gesetzt werden sollte, blieb auch nach der Diskussion noch offen.

Die dritte Sektion legte den Fokus auf die unterschiedlichen Personengruppen hinter und neben den faktischen Entscheidungsträgern und untersuchte deren Netzwerke sowie die beratenden und strukturellen Mechanismen innerhalb derselben. Der Frage wer wann welche Kompetenzen hatte, um möglicherweise entscheidenden Einfluss auf den Herrscher zu nehmen, näherten sich die Referenten auf unterschiedlichen Ebenen. Während STEFAN SEITSCHEK (Wien) die Tagebuchaufzeichnungen von Karl VI. hinsichtlich der Nennung einzelner Funktionsträger untersuchte und einen informativen Einblick in deren Möglichkeiten der Einflussnahme auf den Herrscher vorstellte, zeigte MILAN PELC (Zagreb) am Beispiel der graphischen Sammlung von Johann Weichard Vavasor, wie die unterschiedlichen Repräsentationsstrategien des Herrschers vom Adel reflektiert wurden. Er erläuterte in seinem sehr schönen Überblick die Entstehung, Genese, Aufbau sowie Motivation der Sammlung und zeigte auf, wie die Ikonographie des Kaisers aus der Perspektive der Zeitgenossen wahrgenommen wurde. Eine gänzlich andere Position nahm Johann Wenzel von Gallas ein, der als Botschafter des Kaisers in Rom verpflichtet war, dessen Ansehen und Prestige zu steigern, in dem er selbigen vor Ort angemessen repräsentierte. Welche Ausmaße diese stellvertretende dynastische Propaganda in den unterschiedlichsten Medien annahm, stellte MARTIN KRUMMHOLZ (Prag) vor, wobei die Frage indes offen blieb, wie sich die stellvertretende Inszenierung des kaiserlichen Botschafters von denen seiner Berufskollegen vor Ort unterschied. JANA PERUTKOVÁ (Brünn) legte in ihrem Beitrag den Schwerpunkt auf die mährische Aristokratie, die sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hinsichtlich ihrer musikdramatischen Aufführungen am Opernbetrieb des Wiener Hofes orientierten. Diese wurde exemplarisch an den Musikaufführungen, welche Johann Adam Graf von Questenberg aufführen ließ und als Medium für seine Selbstpräsentation nutzte, untersucht. Die Vergleiche mit dem Kaiserhof beschränkten sich auf die formale Umsetzung (Oper mit Damen und Kavalieren, Kinderoper) und leider weniger auf die Inhalte und die Möglichkeit der Selbstinszenierung durch das Medium Oper.

An den Vortrag knüpfte der Beitrag von THOMAS HOCHRADNER (Salzburg) an, der die Überlieferungsgeschichte der Kirchenmusik von Fux außerhalb des Wiener Hofs in den Blick nahm. Der sehr komplexe Vortrag, der anhand umfangreicher Listen die Überlieferung der Stücke nachvollzog, deren Inhalte kritisch miteinander verglichen wurden, bildete jedoch keinen Beitrag zu den untersuchten Netzwerkstrukturen der dritten Sektion, wo selbiger wunderbar gepasst hätte, sondern diente als Auftakt zur vierten Sektion.

In dieser sollte das Wechselverhältnis von Musik, Bildender Kunst, Architektur und panegyrischer Literatur zu den architektonischen Räumen, in denen sie inszeniert und präsentiert wurden, untersucht werden. Im Vordergrund stand hierbei die Frage nach den unterschiedlichen Öffentlichkeiten in den zeremoniellen Räumen sowie die Überlegung, inwiefern die Architektur lediglich deren Grenzen festlegten oder diese konstituierten. Dies wurde anhand des Tafelzeremoniell während dynastischer Hochzeiten, der Fronleichnamsfeierlichkeiten und der Visitationsreisen in Bergwerkstädten untersucht.

Die Hochzeit von Erzherzogin Maria Amalia und dem wittelsbachischen Kurprinzen Karl Albrecht (1722) mit welcher der Bruch zwischen den Habsburgern und Wittelsbachern, der im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges entstanden war, überwunden werden sollte, wurde sowohl in Wien als auch in München mit dem Versuch, vielfältige Aussagen in die Feierlichkeiten einzuflechten, zelebriert. Die verschiedenen Inszenierungsstrategien, ihre Themen, deren Bedeutung und Intention, die unter anderem während des Tafelzeremoniells in der Tafelmusik und Tafelaufsätzen inszeniert wurden, wurden pointiert von ANDREA ZEDLER (Regensburg) und MICHAEL PÖLZL (Wien) vorgestellt, mit der Hochzeit von Erzherzogin Maria Josepha an den sächsischen Hof (1719) verglichen und wunderbar entschlüsselt, wodurch Zeremoniell und Funktion des Raumes mit den unterschiedlich konnotierten Repräsentationsstrategien sinnfällig zueinander in Beziehung gesetzt wurden.

Dies gelang in dem Beitrag von ANNE-MARIE WURSTER (Freiburg i. Br.) zu den Fronleichnamsfeierlichkeiten leider nicht. Die angekündigte Untersuchung der musikalischen Beiträge während der kirchlichen Feierlichkeiten konnte mangels adäquater Quellenlage nicht geleistet werden und konzentrierte sich lediglich auf den Einsatz der Trompeten, so dass es bei einer summarischen Beschreibung der zeremoniellen Abläufe verblieb, die aus der Literatur (Martin Scheutz) bekannt sind und darüber hinaus wenig Neues bot.[2]

PETER KONEĆNÝ (Bratislava) und MIROSLAV LACKO (Bratislava) stellten die Visitationsreisen der Habsburg-Lothringer in die ungarischen, heute slowakischen Bergstädte vor. Diese Reisen hatten zunächst wirtschaftliche Hintergründe, dienten aber auch der Demonstration der habsburgischen Oberhoheit über den ungarisch staatlichen Bergbau. Pointiert wurden die zeremoniellen Abläufe während der Besuche vorgestellt, die Umsetzung der Herrschaftsrepräsentation gegenüber der ›montanistischen Öffentlichkeit‹ erläutert und die Räume und Öffentlichkeiten, in denen selbige stattgefunden hatten, präsentiert, wobei der Fokus vornehmlich auf dem 18. Jahrhundert lag und das 19. Jahrhundert nur vergleichend behandelt wurde. Der Vortrag von FILIP ŠIMETIN ŠEGVIĆ (Zagreb) knüpfte inhaltlich an das Thema ›Reisen‹ an und untersuchte den Besuch Franz Josephs im Jahr 1895 in Zagreb/Agram, bei welchem ein Spannungsfeld zwischen der national-kroatischen, ungarischen und dynastisch-habsburgischen Inszenierung aufgemacht wurde, das seinen Ausdruck in den verschiedenen Feierlichkeiten fand und in seinem Beitrag sehr schön inhaltlich zusammengefasst wurde.

Der Beitrag von MIRJANA REPANIĆ-BRAUN (Zagreb) entzog sich der Fragestellung der Sektion. Der Versuch, einen vollständigen Überblick über die Repräsentation der Habsburger in Kroatien in nahezu allen Medien (unter anderem Skulptur, Porträts, Kirchenbauten, Schriften) vorzustellen, scheiterte zeitlich und ließ einen Fokus auf die Fragestellung öffentlicher Raum und Zeremoniell vermissen. Thematisch hätte dieser mit einer eindeutigeren Fokussierung auf einige wenige ausgewählte Objekte wesentlich besser in die erste oder zweite Sektion gepasst.

Die Tagung versuchte inhaltlich einen zeitlichen Rahmen von 300 Jahren abzudecken, wobei der Fokus auf der Dynastie der Habsburg-Lothringer liegen sollte. Dies glückte jedoch doch nur teilweise. So lag der Schwerpunkt mit neun Beiträgen eindeutig auf dem späten 17. und frühen 18. Jahrhundert und damit vor der Begründung der habsburgisch-lothringischen Dynastie im Jahre 1736. Auch wurden von den zehn möglichen zu untersuchenden Herrschern nur einige wenige mit zum Teil sehr vielen Beiträgen (Karl VI., Franz Joseph je 5 Beiträge) bedacht, während andere gar nicht behandelt wurden. Die Brüche, welche in der Herrschaftsinszenierung mit dem Aussterben der Habsburger 1740 und der Auflösung des Reiches 1806 auftraten, wurden nicht behandelt.

Positiv hervorzuheben ist der interdisziplinäre Ansatz, der konsequent in allen Sektionen angewendet wurde und zu spannenden neuen Erkenntnissen führte. Um die Inszenierungspraxis der Habsburger in ihrer Gänze zu erfassen, ist eine gemeinsame Betrachtung der Musik und der Bildenden Künste zwingend notwendig, da diese sich gegenseitig beständig beeinflussten und einander sinnfällig ergänzten. Es gilt zu hoffen, dass diese fruchtbare Zusammenschau dieser Aspekte weiter in der Forschung fortgeführt wird.

Erstmals wurden zudem Zentrum und Peripherie der habsburgischen Länder gleichermaßen in den Blick genommen und mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede hinsichtlich der Umsetzung der Inszenierungsstrategien einander gegenübergestellt. Dank dieser erweiterten Betrachtungsweise ergaben sich bezüglich des Untersuchungsgegenstandes spannende neue Perspektiven, welche die Forschung in diesem Bereich wesentlich bereichern werden.

Konferenzübersicht:

Opening
Werner Telesko (Director of the Institute of History of Art and Musicology)

Topics and Media of Representation
Chair: Alexander Rausch, Werner Telesko

Andrea Lindmayr-Brandl (University of Salzburg): Vom Volkslied zur Kaiserhymne: "Gott erhalte, Gott beschütze / unsern Kaiser, unser Land!"

Friedrich Polleroß (University of Vienna): Repräsentation und Reproduktion. Der "Kaiserstil" in den zeitgenössischen "Massenmedien"

Adriana De Feo (Mozarteum Foundation, Salzburg): Selbstdarstellung und höfische Repräsentanz: dramatische Sujets zur Glorifizierung des Geschlechts der Habsburger in der barocken Librettistik

Irena Veselá (Moravian Museum, Brno): "Venga quel dì felice!" Dynastisch-politische Botschaften in musikalischen Huldigungswerken für Karl VI. und Elisabeth Christine (1723)

Allison Goudie (The National Gallery, London): Habsburg Portraiture face-to-face with the French Revolution

Olivia Gruber Florek (Delaware County Community College): The Absent Empress: Photomontage, the Habsburg Monarchy, and Celebrity in the Nineteenth Century

Evening Lecture
Michael Yonan (University of Missouri, Columbia): Interdisciplinary Material Culture Studies and the Problems of Habsburg Representation

Dynasty, State and Nation
Chair: Richard Kurdiovsky, Stefan Schmidl

Andrea Baotić-Rustanbegović (University of Sarajevo): Presentation of the Habsburg Dynasty in Bosnia and Herzegovina under the Austro-Hungarian Rule 1878–1918: the case of public monuments

Nataša Ivanović (Research Institute for Visual Culture, Ljubljana): State and national representation in the case of Ljubljana Town Hall

Timo Hagen (Kunsthistorisches Institut in Florenz): K.u.k. Militärbauten als Repräsentanten der Gesamtmonarchie in der siebenbürgischen "Peripherie"

András Gerő (Eötvös Loránd University, Budapest): Francis Joseph, the Hungarian hero

Agencies and Networks
Chair: Anna Mader-Kratky, Stefan Schmidl

Milan Pelc (Institute of Art History, Zagreb): Leopold I. in der Sammlung Valvasor – Ikonographie des Kaisers aus der Perspektive eines Zeitgenossen

Stefan Seitschek (Austrian State Archives, Vienna): Der Wiener Hof in den Tagebüchern Kaiser Karls VI.

Martin Krummholz (The Czech Academy of Sciences, Prague): Habsburgische Propaganda in Rom zur Zeit des Botschafters Johann Wenzel von Gallas

Jana Perutková (Masaryk University, Brno): Die von der mährischen Aristokratie in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts veranstalteten musikdramatischen Aufführungen als Spiegel der musikalischen Feste am Wiener Kaiserhof

Ceremonial Spaces and the "Public"
Chair: Elisabeth Hilscher, Herbert Karner

Thomas Hochradner (Mozarteum University Salzburg): Spielball der Repräsentation? Überlegungen zur Kirchenmusik von Johann Joseph Fux

Andrea Zedler (University of Regensburg) – Michael Pölzl (University of Vienna): Tafelzeremoniell, "Schau-Essen" und Musik als Mittel der Repräsentation im Zuge der Hochzeitsfeierlichkeiten von Erzherzogin Maria Amalia und Kurprinz Karl Albrecht in Wien (1722)

Mirjana Repanić-Braun (Institute of Art History, Zagreb): Representation of Habsburgs in the Croatian Historical Lands: Public Spaces and Art as Political Apparatus

Anne-Marie Wurster (University of Freiburg i.B.): "Unter Trompetten- und Paucken-Schall": Die Fronleichnamsfeierlichkeiten zur Zeit Maria Theresias als Demonstration imperialer Macht

Peter Konečný – Miroslav Lacko (Slovak Academy of Sciences, Bratislava): Der Herrscher im Bergwerk: Die Visitationsreisen der Habsburg-Lothringer in die ungarischen (slowakischen) Bergstädte (1751–1852)

Filip Šimetin Šegvić (University of Zagreb): Zagreb/Agram als zeremonieller Raum im Jahr 1895: Kaiser Franz Joseph und die dynastische Repräsentation

Concluding Discussion

Anmerkungen:
[1] Franz Matsche: Die Kunst im Dienst der Staatsidee Kaiser Karls VI., Berlin 1981; Maria Goloubeva: The Glorification of Emperor Leopold I. in Image, Spectacle and Text, Mainz 2000; Rouven Pons: „Wo der gekrönte löw hat seinen Kayser-Sitz“. Herrschaftsrepräsentation am Wiener Kaiserhof zur Zeit Leopolds I., Egelsbach u. a. 2001; Friedrich Polleroß: „Pro Decore Majestatis“. Zur Repräsentation Kaiser Leopolds I. in Architektur, Bildender und Angewandter Kunst, in: Jahrbuch des Kunsthistorischen Museums Wien 4/5 (2002/2003), S. 191-295; Jutta Schumann: Die andere Sonne. Kaiserbild und Medienstrategien im Zeitalter Leopolds I., Berlin 2003.
[2] Martin Scheutz: „Der vermenschlichte Heiland“. Armenpeisung und Gründonnerstags-Fußwaschung am Wiener Kaiserhof, in: Susanne Claudine Pils, Jan Paul Niederkorn (Hrsgg.): Ein zweigeteilter Ort? Hof und Stadt in der Frühen Neuzeit, Innsbruck 2005, S. 189-241; Martin Scheutz: „…hinter Ihrer Käyserlichen Majestät der Päbstliche Nuncius, Königl. Spanischer und Venetianischer Abgesandter. Fronleichnamsprozessionen im frühneuzeitlichen Wien, in: Richard Bösel, Grete Klingenstein, Alexander Koller (Hrsgg.): Kaiserhof – Papsthof (16.-18. Jahrhundert), Wien 2006, S. 173-206.

Zitation
Tagungsbericht: Representing the Habsburg-Lorraine. Dynasty in Music, Visual Media and Architecture, c. 1618-1918, 08.06.2015 – 10.06.2015 Wien, in: H-Soz-Kult, 09.02.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6377>.
Redaktion
Veröffentlicht am
09.02.2016
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