Neue Wege in die Zeitgeschichte. 13. Potsdamer Doktorandenforum zur Zeitgeschichte

Ort
Potsdam
Veranstalter
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Datum
11.02.2016 - 12.02.2016
Von
Janine Funke, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam; Sabrina Kirschner, Universität der Bundeswehr München

Das diesjährige Doktorandenforum am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam (ZZF) stand unter dem Leitthema "Neue Wege in die Zeitgeschichte" und widmete sich dem Ziel, Forschungsfelder und Methodenspektren aufzuzeigen, die Doktorand/innen der Zeitgeschichte derzeit bewegen.[1] Dazu wurden 24 Referent/innen eingeladen, die ihre Promotionsthemen in sechs verschiedenen Panels vorstellten. Die Themen der Panels resultierten aus den zahlreichen Einreichungen im Bewerbungsprozess. Somit ergab sich ein repräsentativer Querschnitt der Forschungsinteressen von Doktorand/innen der Zeitgeschichte. Die Panels zeigten eine starke zeitliche Konzentration auf die 1970er- und 1980er-Jahre und konzentrierten sich inhaltlich vorwiegend auf Jugendkulturen, soziale Bewegungen und Formen der Gewalt.

FRANK BÖSCH, Direktor des ZZF, eröffnete die Konferenz mit einem Vortrag über künftige Perspektiven der Zeitgeschichtsforschung, die er mit einer Diskussion der Schwerpunkte der Konferenzpapiere verband. Kennzeichnend sei für viele Arbeiten zur Bundesrepublik und Westeuropa, dass oft Formen von Devianz und das zeitgenössisch Spektakuläre untersucht würden. Bösch plädierte dagegen dafür, in künftigen Forschungsvorhaben stärker auch "das Gewöhnliche" und "Unauffällige" zu untersuchen: etwa Putzfrauen statt Punks oder Häuslebauer statt Hausbesetzern. Die damit verbundenen Praktiken und sozialen Lagen seien nicht minder politisch relevant. Dies ermögliche zudem, sich stärker von den zeitgenössischen öffentlichen Diskursen zu lösen und neue Themen zu entwickeln. Mitunter könne hier an alltagsgeschichtliche Arbeiten angeschlossen werden, wie sie zur DDR bereits vorliegen.

Das erste Panel, "Identitäten in Bewegung", wurde von MARLENE SCHRIJNDERS (Birmingham) eröffnet. Schrijnders untersuchte sie mit Hilfe eines sozio-historischen Ansatzes, kombiniert mit einer sozio-kulturellen Perspektive, die Goth Szenen und das Phänomen der "Endzeitstimmung" in der DDR. Im Vortrag ging sie besonders der Frage nach, wie die Goth Szene in den Stasi-Akten dargestellt wurde und hob die heterogenen Meinungen verschiedener IMs, welche auch eine Heterogenität innerhalb der Institution wiederspiegeln würden, hervor.

BENEDIKT SEPP (Konstanz) eröffnete einen praxeologischen Blick auf den "Theoriehunger" der linken West-Berliner Studierendenbewegung in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren: Theorie existiere nicht in einer Sphäre der Abstraktion, sondern werde in konkreten Theoriepraktiken situativ hervorgebracht. Sie diente dabei als Medium zur Aushandlung von Identitäten, Hierarchien und Handlungspotentialen und griff in unterschiedlichem Maße in die Lebenswelt der Studierenden über.

Das Panel beschloss TIIA SAHRAKORPI (London) mit einem Oral History Beitrag. Sie untersuchte anhand von Erinnerungen der ehemaligen BDM- und HJ-Generation deren Bewertung ihrer eigenen Vergangenheit während des Drittes Reiches und der Nachkriegszeit. Dabei nahm Sahrakorpi vor allem bisher unbekannte Quellen in den Blick, um existierende Studien zur Erinnerungskultur dieser Generation zu ergänzen.

Im zweiten Panel befassten sich vier Referent/innen mit Frauenbildern in der Transformation, wobei die übergreifende Frage, inwieweit Frauen in der wissenschaftlichen Beschäftigung sichtbarer gemacht werden müssten, die Vorträge miteinander verband. STEFFI BRÜNING (Rostock) referierte zum Thema Prostitution in der DDR zwischen 1968 und 1989. Anhand dreier Fallstudien zu Rostock, Berlin und Leipzig untersuchte sie die Wirksamkeit staatlicher Eingriffsversuche gegenüber Prostituierten und die daraus folgenden Handlungsstrategien der Anbieterinnen sexueller Dienstleistungen. Sie nutzte dabei Quellen staatlicher Akteure und Zeitzeuginnen, um einen ausgewogenen Blick auf das Thema zu ermöglichen. In ihrem alltagsgeschichtlichen Vortrag widmete sich KATRIN BAHR (Amherst) DDR-Bürgerinnen, die im Rahmen der sogenannten gegenseitigen wirtschaftlichen Zusammenarbeit als Expertinnen und/oder mitreisende Ehepartner in den 1980er-Jahren nach Mozambique reisten. Anhand von Fotografien und Zeitzeugenberichten analysierte sie die Arbeit und den Alltag dieser Frauen im Ausland. Frauen spielten nicht nur eine zentrale Rolle in der Aufrechterhaltung der Entwicklungsarbeit der DDR und im Rahmen der sozialistischen Propaganda, sondern gaben auch Aufschluss über post-koloniale Strukturen, welche sich die DDR-Bürger im Ausland aneigneten und/oder mitbrachten. Unter dem Titel “Frauen im Krieg – Krieg der Frauen” präsentierte KATHARINA SEIBERT (Leipzig) ihr Projekt, welches sich am Beispiel der milicianas und internationalen Brigadistinnen des Spanischen Bürgerkrieges mit Geschlechterordnungen unter den Vorzeichen von Gewalt und Krieg auseinandersetzte.

Das dritte Panel, "Urbane Räume", vereinte Arbeiten, die sich der Stadtgeschichte verpflichtet fühlen. Dabei nahmen die Arbeiten sozial-, politik-, wirtschafts-, alltags- und umweltgeschichtliche Perspektiven ein, und untersuchten, wie urbane Entwicklung sowohl mit global- als auch lokalhistorischen Prozessen verwoben ist. FELIX FUHGs (Berlin) Beitrag widmete sich den Entstehungsbedingungen Londoner Jugendkulturen in den 1960er-Jahren. Entgegen gängiger Forschungsansätze, die Jugendkulturen als Resultate der Wohlstandsgesellschaft verstehen, betonte der Vortrag die Veränderung des städtischen Alltags in London in der Nachkriegszeit. Sein Beitrag zeigte entlang von Beispielen auf, wie Mod- und Skinheadkultur mit im metropolitanen Raum erfahrbaren Veränderungen durch Migration, einer globalen Populärkultur und eines sich transformierenden Arbeit- und Freizeit-Regimes zusammenhing.

SABRINA KIRSCHNER (München) beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit urbanen Umweltproblemen im Kontext von Entwicklungspolitik. Anhand zweier Fallstudien zur Luftverschmutzung in Mexico City und Gewässerverschmutzung in São Paulo zeigte sie ein komplexes Beziehungsgeflecht an Akteuren auf, die sich auf globaler, kontinentaler, nationaler, bundesstaatlicher und munizipaler Ebene seit den späten 1950er-Jahren um die Planung und Implementierung von Umweltmanagementmaßnahmen bemühten. Am Beispiel des Redpanaire erläuterte sie Bemühungen auf kontinentaler und lokaler Ebene um die Verbesserung der Luftqualität.

TOBIAS BERNET (Berlin) bot Einblicke in sein Forschungsprojekt zur Wiederentdeckung genossenschaftlicher Wohnformen vor dem Hintergrund urbaner sozialer Bewegungen seit circa 1980. Er erläuterte die Rolle von Hausbesetzern, aktivistischen Mieterinnen und bewegungsnahen Experten bei der Erarbeitung neuer Selbstverwaltungs-Konzepte und zeigte, wie sich ein alternativökonomischer "Bekenntniskern" herausschälte, der insbesondere die Unverkäuflichkeit von einmal in genossenschaftliches Eigentum überführten Häusern betonte. Anhand einer interaktiven Karte, die besetzte Häuser in Potsdam seit Mitte der 1980er-Jahre verzeichnet, ging JAKOB WARNECKE (Potsdam) auf Möglichkeiten und Grenzen ein, stadthistorische Entwicklungen und Dynamiken zu visualisieren. Dabei präsentierte er Konzentrationspunkte, Typisierungen und Trends von Besetzungen und wies auf spezifische Medien der Akteure hin.

Die Vorträge des vierten Panels beschäftigten sich mit dem Wandel gesellschaftlicher Werte. Gemeinsam war den vier Beitragenden, dass sich die verhandelten und umkämpften Werte aus einem vorgelagerten Konzept der Gesellschaft ergaben. "Inzest" und delinquente Jugendliche rüttelten an der Keimzelle des Staates, der Familie. Der Tätigkeitsbereich staatlicher Sozialbehörden spiegelte dessen Bedrohungswahrnehmung. Und die wirtschaftspolitische Konzeption der Industrie- und Konsumgesellschaft wies den Nutztieren einen neuen Platz in der Gesellschaft zu: als möglichst günstiges Produkt. Dem Vortrag "'Inzest' im 20. Jahrhundert. Das Verhältnis von Verwandtschaft und Sexualität" von ANNE SCHMIDT (Bochum) lag die These zugrunde, dass es sich bei der Thematisierung des "Inzests" nicht nur um eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen an sich handelte, sondern dass sich dabei ebenso Bedrohungs- und Verfallsszenarien in Bezug auf die Ordnung des sozialfamiliären Nahraums und der Gesellschaft als Ganzes offenbarten. OLIVER GAIDA (Berlin) erläuterte in seinem Vortrag die Rolle der Sozialbehörden am Beispiel Berlins. Einen medizinhistorischen Vortrag zum Thema: "Koboldhafte" Mädchen und "vagierende" Buben präsentierte INA FRIEDMANN (Wien). Auf Grundlage von Krankenakten aus der Heilpädagogischen Abteilung der Wiener Universitätskinderklinik untersuchte sie den Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen zwischen 1912 und 1977, der sich oft auch auf den weiteren Lebensweg der jungen Patienten auswirkte. "Vom Tier zum Fleisch" war die These von VERONIKA SETTELE (Berlin). Ihre Geschichte der Nutztierhaltung in Deutschland zwischen 1950 und 1980 zeigte, wie sich die Aufmerksamkeit in Stall und Gesellschaft hin zum Konsum verschob. Immer weniger Menschen waren in Kontakt mit Nutztieren und zugleich konsumierten sie mehr – vorverarbeitete und verpackte – tierische Produkte als jemals zuvor. Der Diskussionszusammenhang zwischen Konsum und Produktion löste sich auf, zugunsten des Konsums. Das Kaufverhalten wirkte zurück in den Stall und in das Tier, dessen Haltung und Körper entsprechend der Marktwünsche gestaltet wurde.

Das fünfte Panel behandelte "Narrative der Gewalt" und wurde von STEFANIE WIEHL (Leipzig) mit einem Vortrag unter dem Titel "Genozidale Gewalt? Staatsterror in Peru (1980–1994) – ein praxeologischer Versuch" eingeleitet. Wiehl präsentierte den methodisch-theoretischen Rahmen ihrer Arbeit und zeigte anhand eines Beispielfalls (Massaker von Accomarca) wie das Gewaltraumkonzept (Jörg Baberowski / Felix Schnell) mit einer praxeologischen Perspektive verbunden werden kann, um so die Gewalt der peruanischen Sicherheitskräfte zu "verstehen" und hinsichtlich genozidaler Handlungsmuster analysieren zu können.

SEBASTIAN LOTTO-KUSCHE (Flensburg/Berlin) referierte im weiteren Verlauf erste Gesamtthesen seines Promotionsvorhabens zum Völkermord an den Sinti. Seine als historische Diskursanalyse angelegte Arbeit förderte unter anderem zu Tage, dass das Gespräch zwischen dem Bundeskanzler Helmut Schmidt und dem Zentralrat der Sinti und Roma einen Wandel der staatlichen Betrachtungsweise der Sinti und Roma zur Folge hatte. War vorher der kriminalpräventive Fokus tonangebend, rückten nun verstärkt Kultur, soziale Situation und NS-Verfolgung der Sinti und Roma ins Blickfeld. Der politische Wandel wurde auch durch einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft begleitet, so Lotto-Kusche Die Bürgerrechtsbewegung erkämpfte die Diskurshoheit, die in diversen Konflikten zwischen Bürgerrechtsbewegung, Wissenschaftsbetrieb, anderen Verfolgtengruppen und politischen Entscheidungsträgern verteidigt wurde, in teils heftigen Auseinandersetzungen. Der folgende Vortrag von JELENA ĐUREINOVIC (Gießen) stand unter den Titel "From Traitors to Antifascists: Reevaluating the Yugoslav Army in the Homeland in (post)Yugoslav Serbia". Đureinović betonte die zentrale Rolle von bisher vernachlässigten Rechtssprechungen und Gerichtsnotizen für die zeithistorische Forschung und das Verständnis von Erinnerungskultur.

RENÉ STAEDLER (College Park/Berlin) behandelte in seinem Projekt "Justice or Reconciliation? West Germany, France and the Revision of Postwar Justice, 1944–1963" das Spannungsfeld zwischen Gerichtigkeit für die Opfer begangener Verbrechen und politischer Aussöhnung zwischen Frankreich und der Bundesrepublik. Er untersuchte den zunehmenden Einfluss der jungen Bundesrepublik auf die juristische Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in Frankreich im Zusammenhang mit der deutsch-französischen Verständigung und der Gründung der Europäischen Gemeinschaften.

PETER GENGLER (Chapel Hill) präsentierte unter dem Titel "'Flight and Expulsion' from the 'Lost German East': The Creation, Instrumentalization, and Institutionalization of a Master Narrative, 1944-1990" einen Überblick seiner Doktorarbeit. Er veranschaulichte, wie sich durch eine intensive Erinnerungspolitik der Vertriebenverbände aus einer Vielfalt von Erfahrungen und Erinnerungen der verschiedenen Phasen der erzwungenen Migration homogenisierte Narrative von "Flucht und Vertreibung" entwickelten. Diese Opfernarrative würden nicht nur soziale, wirtschaftliche und politische Ansprüche der Vertriebenen untermauern, sondern förderte auch deren Integration.

Mit dem sechsten Panel zum Thema "Konstruktion und Vergleich" wurde der Workshop beendet. MARTIN HERZER (Florenz) eröffnete das Panel mit einem Beitrag zu "Europajournalismus" und Westeuropäischer Integration nach 1958. Herzer analysierte eine Gruppe von "Europajournalisten", die in den 1950er-Jahren einen Mediendiskurs entwarfen, der die anfänglich marginale internationale Organisation EWG symbolisch zur Inkarnation "Europas" überhöhte.

Anschließend referierte ALEXANDER KNOTH (Potsdam) zur sozialen Konstruktion des (Staats-)Bürgers in der Europäischen Union 1945 bis 2011. Knoth untersuchte in einer empirischen Studie, unter welchen Bedingungen sich in den vier Beispielfällen Ungarn, Tschechien, Niederlande und Irland politische Zugehörigkeit institutionalisiert hat und welche kulturellen Annahmen in den vom Staat rechtlich hergestellten Personenkategorien Eingang finden.

MARIE MÜLLER-ZETZSCHE (Leipzig) stellte ihre Dissertation vor, in der sie die Vermittlung von DDR-Geschichte untersucht. Sie erläuterte Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Deutungen der DDR, die im Geschichtsunterricht in einer französischen Schulklasse, einer in Ostdeutschland und einer in Westdeutschland erarbeitet werden und Widersprüche, die in der Rezeption durch Schülerinnen und Schüler auftreten.

Die Frage nach neuen Wegen in die Zeitgeschichte wurde in der abendlichen Podiumsdiskussion mit THOMAS MERGEL (Berlin), MAREIKE KÖNIG (Paris), WULF KANSTEINER (Aarhus) und FRANK BÖSCH (Potsdam) und Moderator JÜRGEN DANYEL (Potsdam) erneut aufgeworfen. Danyel formulierte in seinem Eingangsstatement zwei Thesen, die als Diskussionsgrundlage dienten. Zum einen könne die immer größere Zahl an Doktorand/innen in der Zeitgeschichte die zunehmende Bedeutung des Forschungsfeldes widerspiegeln und sich sicherlich positiv auf eine Methoden- und Themenvielfalt auswirken, zum anderen könne eine solche Vielfalt aber auch zu einer “Verinselung” führen. Viele Felder seien überforscht und es finde eine langsame Übermüdung angesichts ständiger "Turns" statt. Mergel sprach von einem Boom der jüngsten Zeitgeschichte, bezeichnete diese aber als überraschungsfrei. Diese Krise als Möglichkeit der Weiterentwicklung zu nutzen wäre nach König eine Chance. Dabei hob sie besonders digitale Methoden hervor, welche die Möglichkeit böten, die eigene Forschung zu unterstützen und stärker in die Gesellschaft zu tragen. Dies bedeute, sich mit Themen auseinander zu setzen, welche die Chance haben, von der breiten Gesellschaft rezipiert zu werden. Zeitgeschichte profitierte lange von der Analyse der Diktaturen, fügte Bösch an, diese verliere aber zunehmend ihre Relevanz. Es müssen daher ein thematisches Umdenken, aber auch ein Perspektivwechsel unter Zeithistoriker/innen stattfinden. Dies schließe nach König auch ein methodisches Umdenken und die Nutzung von Big Data mit ein. Dabei, so die Diskutant/innen, müssten Doktorand/innen mehr Mut haben zu widersprechen und im Zweifel scharf dafür kritisiert zu werden.

Konferenzübersicht:

Panel I: Identitäten in Bewegung
Moderation: Bodo Mrozek

Marlene Schrijnders (Birmingham): From London to Leipzig and back: Goth scenes in the GDR between Endzeit, Weltschmerz and Revolution
Benedikt Sepp (Konstanz): Theoriehunger. Eine praxeologische Untersuchung der politischen Theorie in der West-Berliner Neuen Linken in den 60er und frühen 70er Jahren
Tiia Sahrakorpi (London): Tainted, but not guilty? Analysing the writings of the Hitler Youth generation in post-war Germanys, 1945–2010

Panel II: Frauenbilder in der Transformation
Moderation: Alexander Konrad

Steffi Brüning (Rostock): Prostitution in der DDR 1968–89 am Beispiel der drei Städte Rostock, Berlin und Leipzig
Jessica Bock (Dresden): Die ostdeutsche Frauenbewegung von 1980 bis 2000 in Leipzig
Katharina Seibert (Leipzig): Frauen im Krieg – Krieg der Frauen
Katrin Bahr (Amherst): Unsichtbare Frauen: Arbeit und Alltag von weiblichen DDR-Bürgern in Mocambique

Panel III: Urbane Räume
Moderation: Prof. Dr. Michael Goebel, Berlin

Jakob Warnecke (Potsdam) : "Schwarzwohnen" und Hausbesetzungen in Potsdam zwischen 1980 und 2000
Felix Fuhg (Berlin): Die Welt in der Stadt und die Entstehung britischer Jugendkulturen in den sechziger Jahren
Sabrina Kirschner (München): Von Clean Cities zu Green Cities ‐ Die Anfänge urbanen Umweltmanagements in den 1970er Jahren
Tobias Bernet (Berlin): "Der Genossenschaftsgedanke flackert wieder auf". Urbane soziale Bewegungen, alternative Wohnformen und neoliberaler Kontext nach 1980

Panel IV: Wandel gesellschaftlicher Werte
Moderation: Martin Schmitt

Anne Schmidt (Bochum): Inzest im 20. Jahrhundert. Das Verhältnis von Verwandtschaft und Sexualität
Oliver Gaida (Berlin): Soziale Grenzziehung im 20. Jahrhundert. Die Rolle der Sozialbehörden am Beispiel Berlins
Ina Friedmann (Wien): "Koboldhafte" Mädchen und "vagierende" Buben. Die Heilpädagogische Abteilung der Wiener Universitäts-Kinderklinik im 20. Jahrhundert
Veronika Settele (Berlin): Vom Tier zum Fleisch. Eine Geschichte der industriellen Tierhaltung in Deutschland, 1950–1980

Panel V: Narrative der Gewalt
Moderation: Prof. Dr. Sönke Neitzel, Potsdam

Stefanie Wiehl (Leipzig): Genozidale Gewalt? Staatsterror in Peru (1980–1994) – Ein praxeologischer Versuch
Sebastian Lotto-Kusche (Berlin / Flensburg): Der Völkermord an den Sinti und Roma. Diskurse um politische Anerkennung, finanzielle Entschädigung und wissenschaftliche Erklärungsansprüche in der Bundesrepublik
Jelena Đureinović (Gießen): From Traitors to Antifascists: Reevaluating the Yugoslav Army in the Homeland in (post)Yugoslav Serbia
René Staedtler (College Park / Berlin): Justice or Reconciliation? West Germany, France and the Revision of Postwar Justice, 1944–1963
Peter Gengler (Chapel Hill): Flight and Expulsion from the 'Lost German East': The Creation, Instrumentalization, and Institutionalization of a Master Narrative, 1944–1990

Panel VI: Konstruktion und Vergleich
Moderation: Anna Warda

Martin Herzer (Florenz): Journalisten für 'Europa'. 'Europajournalismus' und Westeuropäische Integration nach 1958
Alexander Knoth (Potsdam): Die soziale Konstruktion des (Staats-)Bürgers: Zur kategorialen Herstellung politischer Zugehörigkeit im Europa des 20. Jahrhunderts
Marie Müller-Zetzsche (Leipzig): Die DDR im Unterricht. Spielräume, Politik und Praxen der Vermittlung strittiger Geschichte

Anmerkung:
[1] Dieser Tagungsbericht ist unter Mitwirkung aller Tagungsteilnehmer/innen entstanden.

Zitation
Tagungsbericht: Neue Wege in die Zeitgeschichte. 13. Potsdamer Doktorandenforum zur Zeitgeschichte, 11.02.2016 – 12.02.2016 Potsdam, in: H-Soz-Kult, 15.07.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6611>.
Redaktion
Veröffentlicht am
15.07.2016
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