Europa und das Meer

Ort
Berlin
Veranstalter
Stiftung Deutsches Historisches Museum; Jean-Monnet-Lehrstuhl für Europäische Geschichte der Universität zu Köln; Ranke-Gesellschaft
Datum
02.06.2016 - 04.06.2016
Von
Thomas Eisentraut, Stiftung Deutsches Historisches Museum Berlin

Im Vorfeld der geplanten Ausstellung „Europa und das Meer“, die im Sommer 2018 im Deutschen Historischen Museum eröffnet werden soll, fand die gleichnamige internationale Konferenz statt. Die Ausstellung soll epochenübergreifend die Erschließung, Entwicklung und Konsolidierung Europas unter besonderer Berücksichtigung der maritimen Einflussnahme präsentieren. Die Konferenz hingegen verfolgte zwei Ziele: Zum einen diente sie dazu, die aktuelle Forschung zum maritimen Profil Europas zusammenzuführen. Zum anderen galt es, interdisziplinäre Impulse und Anregungen für das Ausstellungskonzept zu erhalten.

Die Konferenz untergliederte sich in dreizehn Themenblöcke, die zugleich das Spektrum der angedachten Ausstellung illustrierten. Vom Mythos, über Schiffbau, Seefahrt, Krieg über See, Entdeckungen, Kulturaustausch, Sklaverei, Migration, Importen und Exporten, aber auch über Ressourcen, Meeresforschung und Tourismus sowie dem abschließenden Panel interkulturelle Paare wurde referiert und diskutiert. Am Beispiel exemplarischer Hafenstädte sollten diese Themen fokusziert präsentiert werden.

Den Einstieg in die fachlichen Gespräche begann THOMAS SCHMIDTS (Mainz), der in die Seefahrt und die Sicht auf das Mittelmeer in der Antike einführte. Besonders betonte er, dass die Angst vor der Meer schon vor dem 8. Jahrhundert v. Chr. überwunden worden war, wie sich am Beispiel der zahlreichen griechischen und phönizischen Städtegründen festmachen lässt.

ERNST BALTRUSCH (Berlin) legte den Fokus seiner Ausführungen auf die politische Dimension des Meeres für die Mittelmeeranrainer in der Antike. Die herausragende Bedeutung zeigte sich an der Entwicklung des internationalen Seerechtes, dessen Ursprung in der Antike zu finden sei. Sicherheit war der bestimmende Faktor, der Seereisen und Handel erst ermöglichte. Doch auch die Demonstration von Macht über das Meer, wie sie das Römische Reich in Form von Seeschlachten im Kolosseum, den sogenannten Naumachien, zeigte, spielte eine wichtige Rolle.

Einen direkten Zusammenhang zwischen den Gründungen zahlreicher griechischer Poleis direkt am Meer und der Seefahrt vermutete ULRICH FELLMETH (Stuttgart). Ein wichtiges Medium zwischen der Kolonisation und den Städtegründungen war hierbei die Kommunikation. Sowohl das Mittelmeer als auch das Schwarze Meer standen durch den Seehandel bereits sehr früh im kommunikativen Austausch miteinander.

Den Einstieg in das Panel „Schiffbau und Seefahrt“ unternahm LEWIS R. FISCHER (St. Johns, Kanada). Neben theoretischen Grundlagen am Beispiel der Seefahrernation Niederlande in der Neuzeit widmete er sich kritisch dem Ausstellungskonzept, insbesondere der Vernachlässigung des Ostseeraumes und dem Übergewicht von drei repräsentativen deutschen Häfen (Bremerhaven, Hamburg und Kiel), denen jeweils nur eine Hafenstadt in weiteren europäischen Ländern gegenübersteht.

HEINRICH WALLE (Bonn) wies zu Recht darauf hin, dass die Bedeutung der Seekarten in der Neuzeit kritisch zu interpretieren sei. Zum einen wurden sie in den meisten Fällen wie ein Geheimnis gehütet, zum anderen bedurfte es einem höheren Grad von Bildung, um sie überhaupt lesen und folglich nutzen zu können. Insofern stellt sich die Frage, inwieweit nautische Fachliteratur in der Frühen Neuzeit an Bord der Schiffe tatsächlich eine Anwendung erfuhr.

Das Thema „Krieg über See“ widmete sich der heute stark in Vergessenheit geratenen Größe der Seemacht Venedigs. ARNE KARSTEN (Wuppertal) verwies pointiert auf die jahrhundertlange Nutzung der Galeeren im Mittelmeer, die bis ins 18. Jahrhundert durch die spanische und französische Marinen verwendet wurden. Insofern stellt die Galeere einen zu Unrecht unterschätzten Schiffstypen dar. Angesprochen wurden ferner Grundlagen der theoretischen Seekriegsführung, unter denen insbesondere auf Julian Corbetts (1854–1922) Arbeiten verwiesen wurde.

CHRISTOPH SCHÄFER (Trier) sprach über die wirtschaftlichen Aspekte der Kriegsflotten. Ziel der Gefechte war es, die feindliche Flotte auszuschalten, um die eigene Flotte im Anschluss wieder zu reduzieren. Kriegsflotten waren außerordentlich kostspielig und rentierten sich in den seltensten Fällen. Im Beitrag wurde auf den Untergang der venezianischen Seemacht verwiesen, der im Wesentlichen durch ausbleibende Innovationen im Schiffbau eingeleitet wurde.

In seinem Beitrag zum Thema „Handel – Export“ verwies KLAUS WEBER (Frankfurt an der Oder) auf die Bedeutung des kontinentalen Hinterlandes als Rohstofflieferant, sowie zugleich auf die vorteilhafte Ausformung der zerklüfteten europäischen Küsten. Diese begünstigten die Küstenschifffahrt und ermöglichten im Zusammenspiel mit der Flussschifffahrt eine optimale Nutzung der vorhandenen maritimen Verkehrswege. Erst die Entwicklung des Eisenbahnnetzes im 19. Jahrhundert führte zur Reduzierung der Bedeutung der Schifffahrt in Europa.

Welche Rolle europäische Exporte und Handelswaren in Übersee spielten, zeigte MARKUS A. DENZEL (Leipzig) in seinem Vortrag. Erst die Industrialisierung Europas ermöglichte die wirtschaftliche Überflügelung Indiens, Chinas und Japans. Dies wiederum führte dazu, dass Europa langfristig eine positive Handelsbilanz erreichen konnte. Angeführt wurden vier Exportgüter, die Europas Vorreiterrolle ermöglichten: Moderne Materialien wie der Gussstahl, die kostengünstige industrielle Textilherstellung, der Export von technischen Produkten und Technologien sowie Kapital, welches in überseeischen Firmen und Unternehmen investiert wurde.

Die unterschiedliche Prägung der überseeischen Welt durch die Europäer stand im Fokus des Vortrages von MICHAEL NORTH (Greifswald). Er dekonstruierte die herausragende Rolle der Jesuiten bei der Missionierung in Südostasien, zugunsten der zahlenmäßigen Überlegenheit der niederländischen Kolonisten. Der Verweis auf die japanische Stadt Desjima, in der sich niederländische Kaufleute niedergelassen hatten, demonstrierte allgemeinverständlich wie sich der Kulturaustausch auswirkte. Als ein Erbe des Kulturaustausches ist die in Japan bis heute verbreitete Holländerwissenschaft (rangaku) anzusehen.

WOLFGANG REINHARD (Freiburg) überprüfte das Wesen des Kulturaustausches in Bezug auf dessen Ausstellbarkeit im Museum. Dabei zeigte sich, dass Kulturaustausch eine Vielzahl der Sektionen der geplanten Ausstellung betreffen würde. Das Beispiel der südostasiatischen Missionierung durch die Jesuiten war somit ausschließlich als ein exemplarisches Beispiel zu sehen und deckte nur einen selektiven Bereich des Kulturaustausches ab.

Der Sklavenhandel in der Neuzeit auf dem Atlantik war im Wesentlichen durch den Dreieckshandel geprägt. CLAUS FÜLLBERG-STOLBERG (Hannover) führte die Konferenzteilnehmer mit an Bord des französischen Sklavenschiffes DILIGENT und zeigte kritisch den Verlauf einer solchen Middle Passage. Hervorgehoben wurden die herausragende Bedeutung des Zuckers und dessen Exportes nach Europa.

Der Mensch als Kapital? MICHAEL ZEUSKE (Köln) thematisierte ein Tabu und fragte nach dem Wert eines Menschen. Sein Versuch, einen Verbindung zwischen der Einfuhr von südamerikanischem Silber nach Europa und der Ausfuhr von Sklaven nach Übersee herzustellen, wurde so in einen direkten Zusammenhang gerückt. Seine These verstärkte sich durch das Argument, dass der wirtschaftliche Aufstieg Englands und der Niederlande in zeitliche Phasen fielen, in denen die genannten Länder sich äußerst stark am Sklavenhandel beteiligten.

Aus ihrer Sicht als Kuratorin stellte SIMONE BLASCHKA-EICK (Bremerhaven) eine mögliche Konzeption des Ausstellungsthemas „Migration“ vor. Dass sich die Migration des langen 19. Jahrhunderts aus Europa hinaus durchaus mit der aktuellen Flüchtlingsdebatte, nach Europa hinein, verbinden lässt, bewies BLASCHKA-EICK eindrucksvoll. Die Bedeutung von postalischer Kommunikation, die eine Ketten(aus)wanderung zur Folge haben konnte, wurde erwähnt.

CORD PAGENSTECHER (Berlin) legte den Fokus auf die aktuelle Migrationswelle. „Europa, die Migration und das Meer“ lautete der selbstgewählte Titel des Vortrages. Hierbei betonte er, dass sich die europäische Zivilisation durch alle Jahrhunderte hindurch stets auf Wanderung befunden habe. Zentrale Veränderungen betrafen vor allem administrative Fragen (Visum, Pässe, usw.) und die politische Gesetzgebung (Drittstaatenregelung). Das Meer hingegen behielt seine Funktion als Transitweg bei, wenngleich dem Mittelmeer heute eine größere Rolle als dem Atlantik zukommt.

In dem anschließenden Kommentar verwies JOCHEN OLTMER (Osnabrück) auf die osteuropäische Komponente. Insbesondere Bremerhaven spielte als Auswandererhafen für Migranten aus Ost- und Südosteuropa die zentrale Rolle. Der verkehrstechnische Ausbau von Eisenbahnlinien hin zu den Häfen nahm im 19. Jahrhundert zu, ebenso wie die Vergrößerung der Hafenstädte, die in Abhängigkeit zur zunehmenden Migration standen.

Hamburg im 19. Jahrhundert agierte als exemplarische Hafenstadt für die Sektion „Importe“. Die Hansestadt verband als Knotenpunkt die Ankunft von überseeischen Produkten – vorrangig den so bezeichneten „Kolonialwaren“ – und deren Verteilung ins Hinterland. Am Beispiel des Importes von gefärbter Baumwolle und Nahrungsmitteln wie der Tomate und Kartoffel zeigte JUTTA WIMMLER (Frankfurt an der Oder) deren Bedeutung und die durch deren Einfuhr erzeugten Veränderungen des europäischen Konsumverhaltens auf. Eine zentrale Bedeutung kam ferner dem Import von Kautschuk zu, welches zur Abschirmung von elektronischen Kabeln dringend notwendig wurde.

REINHARD WENDT (Hagen) stellte die Frage, was Europa ausmache. Der Import zahlreicher Handelswaren und der kulturelle Austausch hatten durch die Jahrhunderte hindurch zu der Assimilation fremder Elemente geführt, sodass eine eindeutige Antwort nur schwierig möglich sei. Am Beispiel der hugenottischen Kaufmannsfamilie Godeffroy, die sich im 18. Jahrhundert in Hamburg niedergelassen hatte, zeichnete er exemplarisch das Leben und die wirtschaftliche Rolle eines der überseeisch aktiven Akteure wieder. Eine herausragende Rolle kam dabei Johan Cesar VI Godeffroy (1813–1885) zu, der zeitweise als „König der Südsee“ bezeichnet wurde.

Die über das Meer durchgeführten Entdeckungen nach Amerika betrachtete MICHAEL KRAUS (Göttingen) ausführlicher. Die Aufteilung der Welt durch Verträge in Interessensgebiete, so in den Jahren 1481, 1493, 1494 und 1529 sowie die ökonomische Bedeutsamkeit der fremden Ländereien wurde angesprochen. Hierbei wurde die Rolle und Funktion, die Sevilla als führendes Finanzzentrum einnahm, insbesondere unter dem Kontext späterer Entdeckungsfahrten und deren Finanzierung präzisiert. Die Casa de Contratación sammelte und verwaltete als die zentrale Instanz weitreichende Informationen, so auch kartografische Werke, aus den überseeischen Gebieten.

Ein weiteres Impulsreferat hielt NIKOLAUS BÖTTCHER (Berlin). Er zeigte, dass die maritimen Expeditionen Portugals als eine Fortführung der Reconquista zu interpretieren sind. Während England und Frankreich durch die kriegerischen Auseinandersetzungen des Hundertjährigen Krieges gelähmt waren, nutzten andere europäische Staaten dieses Vakuum aus und erkundeten erfolgreich die Weltmeere.

Den Kommentar hielt WOLFGANG SCHMALE (Wien). Er fragte, was sich in den Köpfen der Europäer maßgeblich durch die Entdeckungen verändert hatte. Das Selbstbild der Europäer – zumindest derer, die unmittelbar an den transatlantischen Fahrten beteiligt waren – musste zwangsläufig durch den Kontakt mit fremden Völkern und Zivilisationen eine Veränderung erfahren haben. So wurde die Entwicklung des Menschenrechtes maßgeblich im 16. Jahrhundert angestoßen, durch die Reflektion des Verhaltens der Europäer in Übersee. Als ein solcher Pionier wurde Bartolomé de Las Casas (1484/85–1566) benannt, der sich für die Rechte der Indios einsetzte und bereits früh Kritik an dem Verhalten der spanischen Konquistadoren äußerte.

LAURA OHLENDORF (Hamburg) informierte über den Wettkampf um die Ressourcen im arktischen Raum. Als eine direkte Auswirkung ist die Aufrüstung und Militarisierung der Länder zu sehen, die Anspruch auf Regionen des Nordmeeres erheben. Trotz konträrer klimatischer Bedingungen ist ein Ende des aktuell noch „kalten“ Konfliktes nicht in greifbare Nähe gerückt. Die zunehmende Verknappung einiger Ressourcen könnte möglicherweise in Zukunft zu einer Verschärfung des Konfliktes führen.

Das weite Spektrum sämtlicher Ressourcen aus dem Meer wurden durch JENS E. OLESEN (Greifswald) vorgestellt. Hierbei zeigte sich, dass der Fisch insbesondere in katholischen Regionen einen erhöhten Absatz erzielen konnte, was an dem Fastengebot lag. Darüber hinaus wurde deutlich gemacht, dass die norwegische Stadt Bergen und die Hanse den nordeuropäischen Fischfang über Jahrhunderte dominierten. Auf die steigende Bedeutung der Erdöl- und Erdgasförderung in der Nordsee wurde prägnant hingewiesen, ebenso wie auf deren Schattenseiten.

JENS RUPPENTHAL (Bremerhaven) wies in seinem Kommentar auf wichtige Inhalte hin, die in der Ausstellung umgesetzt werden sollten. So hatte die Nutzung der marinen Ressourcen stets eine politisch-wirtschaftliche Komponente. Zudem setzte die Ressourcennutzung eine Anwendung von effektiven Technologien voraus. Aber auch die Folgen, in Form von Überfischung und Verknappung von Ressourcen sollten thematisiert werden.

Die Meere selbst wurden von HELEN M. ROZWADOWSKI (Storrs, USA) eingehender betrachtet. Dabei spielte die maritime Forschung eine zentrale Rolle. Die Meere erfuhren durch die wirtschaftliche Nutzung der Menschen eine Veränderung, wie der Klimawandel und die Überfischung sehr deutlich zeigten. Es wurde dafür plädiert, auch die Geschichte der Meere selbst in der Ausstellung zu thematisieren.

Die Geschichte der Meeresforschung von deren Ursprüngen bis in die Zukunft akzentuierte der weitgefächerte Vortrag von GERD HOFFMANN-WIECK (Kiel). Er betonte, dass die Entwicklung und Anpassung moderner Forschungstechnologien im Fokus einer möglichen Ausstellung liegen sollten. Als einen weiteren Aspekt wurde auf die Betonung der Internationalität verwiesen, die bis heute ein zentrales Kennzeichen der Meeresforschung darstellt.

Das Panel „Tourismus“ wurde durch RÜDIGER HACHTMANN (Potsdam) eingeleitet. Er verdeutlichte, wie wichtig die Entwicklung der Dampfschifffahrt und Eisenbahn für die Ausformung des modernen Tourismus war. Verkürzte Reisezeiten und die Herausbildung von standardisierten Urlaubszeiten waren unmittelbare Folgen davon. Zudem führte die Reduzierung von Kosten zu einer Egalisierung der Reisenden.

HASSO SPODE (Berlin) ging in seinem Kommentar auf die herausragende Bedeutung des Meeres und der Küstenregion für die europäischen Städtebewohner ein. Hierbei betonte er deutlich, dass die neuzeitliche Grande Tour keineswegs als eine Urlaubsreise, sondern durchweg als eine reine Bildungsreise zu sehen sei. Umso wichtiger war die Bedeutung der Kreuzfahrten, die sich ab 1872 und insbesondere ab 1891 unter Albert Ballin (1857–1918) entwickelten.

Das abschließende Panel „interkulturelle Paare“ beinhaltete zwei Impulsvorträge. HILKE THODE-ARORA (Bremen) verwies auf den geografischen Schwerpunkt Ozeanien. Dort vermählten sich zahlreiche Walfänger mit den Frauen der Māori (indigenes Volk Neuseelands). Zudem stellte sie fest, dass es in der Frühen Neuzeit fast ausschließlich männliche Seefahrer waren, die über das Meer kamen. Dieses Phänomen lässt sich jedoch für alle Epochen feststellen.

HEIDRUN FRIESE (Chemnitz) beschäftigte sich mit der Thematik Gastfreundschaft. Sie interpretierte die Gastfreundschaft als eine soziale Komponente, die einen tiefergehenden gegenseitigen Kontakt erst möglich machte. Zusammengefasst wurde die Sektion durch MICHAEL JEISMANN (Dakar, Senegal).

Anhand der Konferenz zeigte sich, wie vielfältig das Bild von Europa und seinen Meeren ist. Als ein wichtiges Ergebnis wurde festgehalten, dass die Ausstellung „Europa und das Meer“ keineswegs einen Anspruch auf Vollständigkeit sämtlicher besprochenen Themen erheben kann. Das ist zum einen aus Platzgründen schlichtweg unmöglich, während zum anderen alle Themen jeweils Inhalte und Exponate für eine eigene, separate Ausstellung bieten. Ziel der Ausstellung ist es daher, pointiert die wichtigsten Veränderungen aufzuzeigen, die die Europäer in Begegnung mit der maritimen Komponente Europas erfahren haben.

Als eine zentrale Erkenntnis der Konferenz kann man festhalten, dass Europa und seine Meere untrennbar miteinander verbunden sind. Die Ausstellungsthematik bietet genug Ansätze zum Nachdenken und regt zum Diskutieren an. Die Beeinflussung der Europäer durch die Meere ist größer als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Konferenzübersicht:

ERÖFFNUNG UND BEGRÜSSUNG
Ulrike Kretzschmar (Deutsches Historisches Museum, Berlin)
Jürgen Elvert (Universität zu Köln)

PANEL I: MYTHOS
IMPULSREFERATE
Thomas Schmidts (Römisch Germanisches Zentralmuseum, Mainz)
Ernst Baltrusch (Freie Universität Berlin)
KOMMENTAR
Ulrich Fellmeth (Universität Hohenheim, Stuttgart)

PANEL II: SCHIFFBAU UND SEEFAHRT
IMPULSREFERAT
Lewis R. Fischer (Memorial University of Newfoundland, St. John's, Canada)
KOMMENTAR
Heinrich Walle (Universität zu Köln)

PANEL III: KRIEG ÜBER SEE
IMPULSREFERAT
Arne Karsten (Bergische Universität Wuppertal)
KOMMENTAR
Christoph Schäfer (Universität Trier)

PANEL IV: HANDEL. EXPORT AUS EUROPA
IMPULSREFERAT
Klaus Weber (Europa Universität Viadrina Frankfurt an der Oder)
KOMMENTAR
Markus A. Denzel (Universität Leipzig)

PANEL V: KULTURAUSTAUSCH
IMPULSREFERAT
Michael North (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald)
KOMMENTAR
Wolfgang Reinhard (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

PANEL VI: SKLAVEREI
IMPULSREFERAT
Claus Füllberg-Stolberg (Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover)
KOMMENTAR
Michael Zeuske (Universität zu Köln)

PANEL VII: MIGRATION
IMPULSREFERATE
Simone Blaschka-Eick (Deutsches Auswandererhaus, Bremerhaven)
Cord Pagenstecher (Freie Universität Berlin)
KOMMENTAR
Jochen Oltmer (Universität Osnabrück)

PANEL VIII: IMPORTE. FREMDES WIRD EIGENES
IMPULSREFERAT
Jutta Wimmler (Europa Universität Viadrina Frankfurt /Oder)
KOMMENTAR
Reinhard Wendt (FernUniversität in Hagen)

PANEL IX: ENTDECKUNGEN
IMPULSREFERATE
Michael Kraus (Georg-August-Universität Göttingen)
Nikolaus Böttcher (Freie Universität Berlin)
KOMMENTAR
Wolfgang Schmale (Universität Wien)

PANEL X: RESSOURCEN. VOM FISCH ZUM ÖL
IMPULSREFERATE
Jens E. Olesen (Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald)
Laura Ohlendorf (Deutsche Marine, Hamburg)
KOMMENTAR
Jens Ruppenthal (Schiffahrtsmuseum, Bremerhaven)

PANEL XI: MEERESFORSCHUNG
IMPULSREFERAT
Helen M. Rozwadowski (University of Connecticut, Storrs, USA)
KOMMENTAR
Gerd Hoffmann-Wieck (Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung, Kiel)

PANEL XII: TOURISMUS
IMPULSREFERAT
Rüdiger Hachtmann (Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam)
KOMMENTAR
Hasso Spode (Technische Universität Berlin)

PANEL XIII: INTERKULTURELLE PAARE
IMPULSREFERATE
Hilke Thode-Arora (Übersee-Museum, Bremen)
Heidrun Friese (Technische Universität Chemnitz)
KOMMENTAR
Michael Jeismann (Goethe-Institut Dakar, Senegal)

FAZIT
Jürgen Elvert (Universität zu Köln)

Zitation
Tagungsbericht: Europa und das Meer, 02.06.2016 – 04.06.2016 Berlin, in: H-Soz-Kult, 25.07.2016, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6627>.